^ der Öebcuttmg b&\rs$ I tütet. BvrüLerfahrende Eisenbicchrrzüge, Wagenyerassel, laute Gv-
r fe. nicht zu er- spräche, selbst zram in der Nä^Holz gehackter gesägt wird,
ch^el^. vermögen die Bienen nicht in ihrer Winterruhe zu stören. Dagegen hgcn «MdaM ellschayen, der St. Seoaüun^lden,^remMtt- t:nd Stoß und Schlag gegen die besetzte Brenenwohnnng unter 2Lv ^ckutzhettvcpm fe* atmeten, wenn itc ihrer ^attg- allen Umständet: zu vermeiden. — Für den Winter ist jedem Imker
reit oblagM. Ter Lxnlrge, der ia rn katholischen Gegenden urä) - ^ " v ^mS ~ u ■ ~ - - -
SÄnbern noch heute, als S-chrttz Patron der Schützen verehrt wird, ist <otf eine etwas eigenartige Weise zu diesen: Patronat gekommen.
Er war wahrend der Christenoersolgung des Kaisers 'Diokletian Vauptmann der Prätorianer und erlitt bekanntlich da er znm Christenttim übergetreten war, sein Martyrium dadurch,, daß mauretanische Bogenschütz-tn ihn an einen Baum banden und unzählige Pfeile aus ihn ab schossen, bis er den Tod fand. In der christlichen Kunst, besonders in der Zeit der Nenaissance, begegnet wan der Darstellung seines Martyriums überaus häufig. Es sei hier mir an die Bilder von Mantegna, Perugiino, Lnini,
'Dodoma und Holstein erinnert. Der heilige Sebastian wurde also zmn Schntzpattan der Schützen erkoren, nicht, weil er sich selbst als Scha'itze besonders hervorgetan hat, sondern weil er einst das blutige Ziel grausamer heidnisch,er Schützen gewesen ist.
Lebensmittelmarken.
Für die Zeit vom 22. bis 28. Januar 1917 haben nachfolgende Lebensmittelmarken Gültigkeit:
Brotmarken der 4. Woche, gültig vom 22.-28. Januar 1917 Buttermarken „ 4 . „ 22.-28. ,
Fleischmarken , 4 . „ , „ 22.-28. r „
Kartoffelmarken. 4 . „ „ „ 22.-28. „ „
Zuckermarken Nr. 4 und 5, gültig bis 31. Januar 1917. Seifenmarken für den Monat Januar.
Ein Umtausch verfallener Marken findet nicht statt.
Geschäftsstuudeu des Stadt. Levensmittelamtes von 9—12 Uhr vorm., 2—4 Uhr nachm.
Sonntags 10—12 Uhr vorm. Markenausgabe für Urlauber.
** Sitzung des Provinzial-Aussch'nsses. Mitt- taocfr, den 24. Januar 1917, vormittags 9 Uhr, findet im dem Smnngssaak des Negierungsgebäudes jit Gießen eilte öffentl. Sitzrnrg des Prvvinzial-Ausschus ses mit folgender Tages-Ordnutrg statt: 1. Klage des Ortsarmen Verbandes Offenbach gegen den Orts- crrmenverbmrd Nieder-Rosbach wegen Ersatz vm: Unterstützungs kosten für die Georg Stengel getrennt lebende Ekefrau Katharina geh. Hühn. 2. Klage des Landarmer:perbandes der Stadt Bremen gegen der: Ortsarmenverband Hotz heim »oegen Unterstützung des Heinrich Renker aus Holzheim. 3. Klage des Ortsarmen Verbandes Wiesbaden gegen den Ortsarinenverband Friedberg wegen Unterstützung der Georg See Ehefrau Luise geh. Fischer zu Massenheim.
** Der Gieß euer Hausfrauen- Verein eröffnet am Mittwoch, den 24. Januar, eine S ch u h f l i ck - L e h r st u b e in der Oberrealschulc. Dort ist Frauen Gelegenheit gegeben, ihre Schuhe selbst zu sticken und zu besohlen, überhaupt altes, zerrissenes Schuh- werk mit möglichst geringen Kosten wieder gebrauchsfähig zu machen. Flickmaterial kann vom Verein gegen Bezahlung bezogen werden, doch steht jeder Teilnehmerin frei, solches selbst zu beschaffen. Die erforderlichen Werkzeuge sind vorhanden. Wer einen eisernen Dreifuß und einen Hammer besitzt, mag diese Gerätschaften mitbringen. Vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich. Im übrigen sei auf die heutige Anzeige verwiesen.
** Das Licht spiel Hains Bahnhofstt. 34 hat in seinem Spielplan ab heute bis 22. Jasturr 'das beliebte Künstlerpaar Wanda Trenmann und Biggv Larsen in ihrem neuesten Fllmwerk ,,Vampyrette", Sittendrama in 3 Akten. Illustrierte Kriegsberichte aus Rumänien, n a. vollständig eingebaute 18 Ztm.- Haubitzen im Gefecht. Als 2. Schlager: „Bubi ist eifersüchtig", eine tolle FilmburleÄe in 2 Wen, sowie das gute Beiprogramm.
** Unsere Bienen i in W i n t^e r. Ein richtiger Bienensommer fehlte dem Jahre 1916. Bange Sorge erfüllte das Imker- Herz, als die Lieferung des Winterfutters so lange auf sich warten liest. Endlich Nahrung — und vom 1. bis 12. November eine Reihe sionnenhelter Tage, an denen die Tageswärme die im Juni manche mal übertvaf. Es war eine Lust, pi sehen, mit welcher Emsigkeit die schlecht versorgten Bienenvölker das dargereichte Futter in diesen Tagen aufnahmren und in den Wsiben aufspeicherten. Schon die nächsten Tage ließen unsere lieben Immen erstarren und uns an einen frühen und sttengen Winter glauben. Doch, strenge Herren regieren nicht lange! — Ende November setzte Tauwetter ein und trübe, milde Witterung, reich an Regenfällen, herrschte bis ins neue Jahr hinein. Obschon trockene, mäßig kalte Witterung den Bienen am zuträglichsten ist, so konnten nachteilige Folgen der übergroßen Nässe bisher nicht beobachtet werden. Die Völker verhielten sich bisher sehr ruhig, ihre Zehrung war gering und der Wgang an Toten normal. In den letzten Tagen des alten Jahres konnten schwache Flüge an den nach Süden oder Südwesten gerichteten Ständen verzeichnet werden.. —, Tiefe Ruhe herrscht nun in der Natur, sie schlummert unter dem Leichenkleide. Die gleiche Ruhe must auch auf dem Bienenstände vorhanden sein. Schutz gegen Kälte, Hunger, Mäuse, Vögel,-Sturm, Sonnenstrahlen usw. must schon bei der Einwinterung im Herbste angebracht sein. Oeftere kurze Besuche müssen dem Bienenstände abgestattet werden. Die Völker sürd zu behorschien, die Fluglöcher von toten Bienen und die Anstugbrettchen von Schnee zu befreien. Lästige Gäste sind zu verscheuchen. Herzlos ist der Imker, der den Specht oder die Meise
zu raten: Studiere die Imker-Literatur! „Lerne Theorie, sonst bleibst du ein praktischer Stümper dein Leben lang."
Landkreis Gießen.
tt Treis a. d. Lda., 19. Jan. Das Eiserne Kreuz 2. Klaffe erhielt zu der ihm bereits im vorigen Herbittverliehenen Hessischen Tapferkeitsmedaille der Kanonier der Res. Wilh. H o f m a n n von hier, der ununterbrochen seit Kriegsbeginn beim 6. Garde-Feld- Artillerie-Regiment steht. — Das Ehrenzeichen für Kriegsverdienste am Bande der Tapferkeitsmedaille wurde verliehen dein Grosth. Forstmeister Schneider, Hauotmann im Landst.-Jnf.-Bataillon Heppenheim (besitzt auch das Eiserne Kreuz), dem Vizeteldwebel Will und dem Unteroffizier Lehrer Walter im Landst.-Jns.- Bataillon Gießen.
** Utphe, 20. Jan. Am vorigen Sonntag hiett der hiesige Flottenverein seine diesjährige Hauptversammlung bei Gast- wrrt Hernrich Rühl ab. Ter Vorsitzende Wrkhelm Filsinger I. begrüßte die Bersammltmg mit einer längeren Ansprache und hob daher hervor, daß das deutsche Vv-lk bis zum Siege durchhalten; wo-lle. Hievauf übergab er dem Schriftführer Lehrer Bi eben-, köpf das Wort zur Verlesung der Rechnung und des Jahresberichts. Daran anschließend erklärte Lehrer Bi-edenLopf die Forderung unserer Feinde an Deutschland, welche sie in der Note an den Präsidenten Wilson bekannt gegeben haben. Ferner gab er noch den Aufruf znm 25jährigen Regieruugsjubiläum des Großherzvgs Ernst Ludwig bekannt. Der Vorsitzende Wilhelm Filsinger I. schloß hierauf die Versammlung mit dem Wunsche, daß der Flottenverein mnb fernerhin wachsen, blühen und gedeihen möge und mit einem Hock auf imsern Kaiser und Reich.
Kreis Büdingen.
** BüdingeN, 19. Jan. Unter dem Vorsitz von Geh. Reg.-Rat Boeckmann fand am 10. Januar 1917 eine Sitzung des Kreisausschusses für Kriegsbes chädigtenfür- sorge und des für den Kreis Büdingen gebildeten Unterausschusses sich die Nattoualstiftung statt. Geschäftsführer Graf erstattete seinen Bericht über die bisherige Tätigkeit in der Kriegsbe- sckädrgLenfürsorge im Kreise und die dabei gemachten Erfahrurrgeu. Von den dem Kteisausscktuß genveldeten 231 Kriegsbeschädigten sind 143 tm alten Beruf tätig, 31 in anderen Berufen untergebrächt, 51 noch, nicht endgültig versorgt. Unter den letzteren bilden die aus neuester Zeit gemeldeten Fälle die Mehrzahl, ein Teil der Besch,ädrgten befindet sich noch irr Ausbildung, der andere Teil st-cht in Heilbehandlung und sieht seiner Genesung entgegen. Nur in ver
in Offenbach>, die über ausgezeichnete Einrichtungen und Erfahrungen verfügt, würde mehrfach! mit Erfolg in Anspruch, genominen. Dem Grosth. Kreisgesundheitsamt und den Ortshilfs- aus sch üssen, die in bester Weise die Beratung der .Kriegsbeschädigten mit übernahmen, ist viel zu verdanken. Van verschiedenen Seiten des Ausschusses wurde hervorgehoben, daß bei Beratung durch- gdheuds eine tüchitige, hoffirnngsfrohe und besonnene Halttmg der Kriegsbefchlädigten beobachtet werde, die des Lobes wärt sei und gute Früchte bringe. Die Ausfü'hrungen fanden die Billigung der Versammlung, der Stand der Fürsorge im Kreise ergab nach, den Berich ten ein erfreuliches Bild und ist als günstig zu bezeichnen. In den Ausschuß wurden zugewählt: Frau Prof. Dr. D i n g e l d e i n, Büdingen: Steinbruchauffeher Klitsch, Düdelsheim; Brrmnen- Meister Appel, Midingen. Hierauf berichtete der Vorsitzende über die Aufgaben der Nationalstiftung für die Hinterbliebener^ der im Kriege Gefallenen unb gab die Richtlinien, die für ihre Tätigkeit in Betracht kommen, bekamtt. Der Unterausschuß im Kreis Büdingen besteht ans denselben Mitgliederrr, wie der Kreis- ausschüß für Kriegsbeschädigtenfürsorge; auf den Orten wirken die Ortshilfsausschüsse. Gesuche um Urrterstützung aus Mitteln der Nattonalstistung sind zu richten an den Untevans'schuß (Geschäfts-' stelle Ortskrankenkasse Büdingen) oder den Landesausschuß in Darnrstadt. Bei der Sammlung in 1915 sind 3000 Mk. aus 17 Gemeinden des Kreise eirrgegangen. Ta von der Landeszentral- behörde die Errichtung von Fürsorgestellen für Kriegs-i hinter bliebe ne im ^Kreise verlangt wird, war die Ber- jammlung einstimmig der Meinung, daß vorerst eine Kreissür- sorgestelle genügend sei, und falls sich rm Laufe dgr Zeit das Be-« dürsnis nach Stadt- oder Bezirksfürsorgestellen Herausstellen sollte, diese gegründet werden könnten, und daß an jedem Ort des Kreises ein Ortshilfsausschuß (Vertrauensmann), der wie seither die Beratung der Kriegsbeschädigten übernimmt, zur Verfügung stehen müsse. Tie Kriegssi'irsorgestelle befandet sich, in Büdingen unter der Leittmg Grosth. KreisanttS Büdingen und wird von Geschäftsführer Graf vettvaltet. Mit der Bitte, sich weiter der dankbaren Aufgabe der Fürsorge und der Lirrderung der Kriegsnöte zu widmen, damit ein voller Erfolg nicht ausbleibe, schloßj der Vorsitzende die Versammlung.
ist B l e i ch e n b a ch , 20. Jan. Die Hessische Tapferkeits- medaille erhielt der Tambour Otto Luther.
4st Echzell, 20. Jan. Das Eiserne Kreuz erhielten folgende Feldzugsteilnehmer aus hiesiger Gemeinde: Musketier Karl Knaus, Jnf.-Regt. 418, Vizeseldwebel Wolf und Musketier. Wolf. Die Hessische Tapserkeitsmedaille erhielten: Wehrmann E i ch e l m a n n, Jnf.-Regt. 97, und Musketier S t o l l, Ref.- Jnf.-Reqt. 88.
Kauft, HJi|fcufd?aft und Leben.
— Das D enkmal für Kaiser Franz Joses. Man schreibt uns aus Wien: Das Denkmal für Kaiser Franz Joses ist vorläufig ein Strett um des Kaisers Bart, denn im gegen-' wärtigen Augenblick denkt niemand daran, die Bewerbung aus- zuschreibeu oder gar einen Werkauftrag zu erteilen. Temroch hört man bereits Meinungen und Gegenmeinungen aller Art, unter denen nur die eine fehlt: ob das Andenken an den Unvergeßlichen überhaupt durch ein Porträtmo-miment geehrt werden^ soll oder nicht lieber eine ganz großzügige Stiftung, z. B. für Krregs- invalide imd deren Nachkommen mit seinem Namen zu verknüpfen wäre. Eine solch,e Berewigrmg Kaiser Franz Josefs.würde seinen Gesinnungen, die stets im Wohltnu und in der Fürsorge, mehr als in Prunk uird Schaugepräge sich kund taten, mehr entsprechen als das Schanstück eines noch so 'herrlich behauenen Marmorklumpens! Und dam:, ja duiin ist es noch' sehr die Frage, ob wir denn auch den Mcrrmorklirmpen gar' so herrlich behauen konnerk. Dem neuen und neuesten Wien war leider kein Klimt be- schieden, wie das Wien von gestern und ehegestern leider keinen bildhauerischen Makart, Waldmüller oder Dannhauser auszuweisen hatte. Kurz gesagt: an der Donau ist es seit jeher gerade mit der Plastik am wenigsten gut bestellt; ja, Wien ist überhaupt an Denkmälern sehr stiefmütterlich, bedacht: traut man alles Große, .Kleine und Kleinste aus öffentlichen Straßen, und Plätzen zusammen- zMt, konnnt nicht mehr als die Ziffer 60 heraus, und man kann nickt einmal sagen, daß sich in dieser Beschränktheit der Mepter '.eigt Dem Berliner Schlüter-Denkmal z. B. hat Wien nichts an die Seite zu stellen, und selbst Zumbuschs Maria Theresren- Monument kann nur durch, eine lokal-patriotische Brille gesehen neben oder gar über Rauchs Denkmal Friedrichs des Großen erscheinen. Weder sein Erzherzog Al brecht —, noch sein viel nEertes — Radetzky^Mmrument haben einen herorischeu Gestus, n'uf den man — in der Tenkmalsplastik — an der Donau über-, hauvt nicht sehr gestiinmt ist. Kleineres gelang schon besser: das behäbige Gvethe-D enkmal .Hellmers im Fauteurl, das Guten- bera-Denkmal Bitterlichs, das reizvolle Lanner-Lotrautz-Denkmal Seyfert«. Allein auch, im kleine:c haben die letzten Stzrndbrlder so erstarmliche Zeichen von Unvermögen Mkfzuweisen —, man denke etwa an den klobig lMgelagerten Brahms vor dem Kouservatorrum^ an das mißglückte Scl,wind-T enkmal an der Museumsecke, an hV' verworrene Allegorie für Waldmüller im Ratl?auspark und andere mehr, so daß man an ein „Fortsetzung folgt" nicht gern denken mag. Zudem gibt es ohnedies einige statuarrsche Er- inneruusan Kaiser Franz Josef: seine Monumentalftatue (von .Zumbusch) erscheint im UiriDerfitätsgebäude, sie steht — von Franz (Passer ~ über dem .Portal des. Rathmfies, mm findet sie
(von Hellmer) in dem Fries des benachbarten Parlamentsge- bäudes uird als Medaillvn (von Let:dl) in dem abermals be- nackbcrrten JustizpUast. Allein: die Künstler wollen leben, und 2 Künstler waren es denn auch,, die das Denkmalproblem zuerst aufgeworfen haben, der greise, immer noch, radikalste Otto Wagner und sein Schüler, Lehrsttchl-Nachfolger und -Gegner, Leopold Bauer. Wagner wünschet (in Ausführung von Gottfried Sempers Plan) das „äußere Burgtor" Niedergerissen, die neue Burg auch, aus der anderen Sette ausgebaut imd das Kaiser Franz Josef-Teirkmal als Gegenstück znm Maria DheresicpDenkmal mffgeftelllt, Bauer wählt als Standort den Rw.rm vor der Vottv-Kivck,e (die zur Er- 'innermrg cm die Rettung Kaiser Franz Jch'efs vor einem Attentat .erbaut worden ist). Die eine Id« ist so schlecht wie die andeve< denn der Platz vor der Bottv-Kirche hat überhaupt nicht ge- Wossenen Ratmrck-arakter, sondern ist wildest.bewegtester Verkehrs- ^nittelvunkt, und das „äußere Burgtor". Wiens potta triumphalis aus Napvlevnstaget:, erst jüngst mit den „Lorbeeren für unsere Helden" (darunter mit einem goldenen Zweig von Franz Josef) geschmückt, wollen wir den doch lieber stehen lassen. Eine dritte Idee (wie z. B. der Matz vor Sch,önbrunn) wird überhaupt nicht weiter diskutiert, lind so findet vielleicht doch noch einer eine andere Denkmals-Verewigung für Kaiser Franz Josef.
— Berliner Icrnuar-Awsstellnngen. Ms Berlin wird uns geschrieben: Das neue Jahr hat in Berlin auf künst- lerisch>em Gebiete mit voller Kraft eingesetzt- Die De?,ember-Ans^ stellungen würdet: rmr geschslosfen, um Iden sofort eröffnettn Januar- Ausstellungen Platz zu macherl. Besonderes Interesse verdienen bisher die Ausstellungen im Salon Cassirer und im Künstler haus in der Bellevuestraste. Eassirer bringt diesmal eine Reihe seiner Getreuen. Bor allen: Prdfesfvr August Gaul und Albert von Keller. Gaul, unzweifelhaft der beste plastische D>arsteller von Tieren in unserer Zett, ersicheint diiesmal als Graphiker. Eine rare, höchst dankenswerte Gelegenheit, atlch diese Sckaffensseite eines unserer ernstesten darstellenden Künstler zu betrachten. Tiere der verschiedensten Gattungen, (Größen, Arten. Tie Technik der LWographie ltrtb der Radiernsdel. Man weist nicht, was man mdhr bewundern soll: das attsterordentttckM Könnet: oder dieses eindringliche, von tiefsten: liebevollstem Verständnis getragene Wissen um das Leben und Wesen der Tiere. Jedes Blatt hat seinen besonderen Reiz, alles sind Werke eines Vollendeten. — Mbert von Keller ist ebenfalls in ^zahlreichen Exemplaren vertteten. Seine glatte, dabei stets persönliche, effektvolle und bodj von seinem Standpunkt durchaus natürlickie Behandlungsart von Farben tlnd Fortnen stcht sicherlich in nierklichem Gegensatz zn den: stürmischen, oft irrenden „Dratcflos" unserer Jungen und Jüngsten. Hier ist kein Such,ei:der, sondern ein Gereifter. Erinnerung lebt bereits in diesen Arbeiten. Mer G:innerung an
4t H a t n ch e n, 20. Jan. Das Eiserne Kreuz erytttten Hornist R e i ch a r d und Unteroffizier D i l l e m u t h.
Kreis Schotten.
iS« La ubach, 19. Jan. Dem Landwehr m. Otto Schombert im Landwehr-Jnfanterve- Regiment 116, der seil Kriegs beginn im Felde steht, wurde das Eiserne Kreuz 2. Kl. verliehen. Am kotn- Menden Dtontag beginnen am hiesigen Gymnasium die schriftlich,en Arbeiten zur Maturitätsprüftmg, welcher sich drei Schüler unterziehen wetdet:. Einer davon stand bereits fett Kriegsbeginn als Kriegsfreiwilliger im Feld, die beiden anderen werden in den Heeresdienst nach, v ollendetem Examen ein treten.
Kreis Friedberg.
:: Pohl-Göns, 20. Januar. Wirrer hat m:sere Gemeinde -den Tiü> eines hoffnungsvollen jungen Mcorneo zu beklagen. Ter älteste, 21 Jahre alte Sohn des Bahnassistetttcn Anton Jlge. Schütze Wilhelm Jlge, tvurde in den Kämpfen im Osten durch Gratratsplitter schwer am Kopse verwundet und starb nach Einlieferung in das Lazarett. Er ist der 10. Get-ttlene aus unserer Gemeinde, neben 4 Vermißten, deren Schichal unbekannt ist.
Kreis Wetzlar.
ra. LangenschwaIbach, 20. Im:. Pfarrer Freund ist zum Dekan über das Dekanat Lang en s chwalba ch ernannt ivorden.
ra. Ober wetz, 20. Januar. Für die H in den b u rg- 1 v e n de wi:rden in irnsern: kleinen Dorfe rund ein Zentner Speck und Fett aus den bisherigen Haustchlachtungen abgeliefett.
ra. Wetzlar, 20.Jan. Der Kaninchenzuchtverband fiir den Kreis Wetzlar hat für den 4. März einen Kaninchet:malrkt, verbm:den^ mit Prämiierung, beschlossen. Erfreulicherweise findet die Kleintierzucht auch im hiesigen Kreise immer mehr Anhänger imb Freunde.
Hessen-Nassau.
ra. Aus Nassau, 20. Jan Wie tvir aus dem kirchlichen Amtsblatt entnehmen, stehen Zurzeit folgende Geistliche des .Kon- sistorialbezirks im Heeresdienst: Mit der Waffe: Pfarrer Ziemen dorf, Holzappel. In der Kriegsseelsorge die Pfarrer: Korthauer, Philipp: und Bcidt aus Wiesbaden, Encke aus Dodenau, Liz. Low aus Simmersbach, Hahn aus .Hahnstätten, Füll kr u g aus Bad Homburg, Ch u n aus Seulberg, Liz. Fresenius ans Diethardt, Lindenbein.aus Cleeberg, D. Dr. Gerbert ans Biebrich und L u n z aus Höchstenbach.
Börsen-Wochenberrcht.
F r a n? f u r t a. M., 19. Januar.
Im freien Verkehr der Börse ist das Geschäft in letzter Zeit sehr still geworden. Spekulatiotr und Mrblikum beobachten! große^ Zurückhaltung, seitdem die Hoffnung auf nahet: Frieden, die sich an das Angebot der Mittelmächte knüpfte, durch die schmähliche Ablehnung der Feinde wieder in imbeftimntte Fernen hinan sge rückt ist. Auf die erste Möglicksteit des Friedens hatten die Märkte in ganz eigenartiger Weise ver w irrt; es fanden auf fast allen Plätzen umfassende Lösungen von Positiv:ren in Rüstungs- werten und anderen Aktien statt, die ihre großen Gewimre atcsl andatiernden tnilitärischen Bestellungen ziehen. Tie Hofchung des nahen Friedens hat sich nicht erfüllt, mit erhöhter Kraft und erbitterter Wut soll vielmehr weiter gekämpft werdet:; ein namhafter Teil der Kurseinbußen ist infolgedessen wieder emgebracht worden, der Zwischeu'fall wirkte aber doch! ernüchternd, denn neue Unternehmungslust vermag sich vorerst nicht wieder einzustellen. Einen gewffsen Dämpfer haben allerdings auch die neuen Steuern hervor- gerttfen, insbesondere die Kriegsgewinnsteuer, die auf die Rentabilität der Jndustriewerte nicht ohne Einfluß bleiben kamt. Gewiß ist im .Kriege mißerordentlich viel verdient worden, allein die Steigerung des Nutzens wird überwiegend dem Staate zu fallen und die Vertnehrung der Dividende dürfte mit der Erhöhung des Brutto Verdienstes schwerlich Schritt halten können. Solche Erwägungen spiegeln sich in der Ruhe tvider, die auf dem Aktten> markte tiach der ovrausgegangenen langen stürmischen Entwicklung ein getreten ist.
'Einige Anregung gab in dieser Woche der Har^hallsplant Preußens, namentlichj wegen der Erhöhung der Einnahmen cmß den preußische:: Eisenbahnen und des Bergwerks- und Hütten- voranfck-lages. Auch die zu erwartenden große:: Waggvtchestel- lüngen der Staatsbahnverwaltung veranlaßten Käufe in den Aktien von Waggonfabriken. Da gleichzeitig die Festlegung der Preise für Draht und Drahterzeugnisse geeignet war, gewisse Bedenken wegen der angekündigten Höchstpreise für Eisenerzeug- knisse zu entkräften, so zeigte die Börse vorübergehend rocht feste Haltung, wenn auch! das Geschäft keinen größeren Umfang erreichte. M.v n t a n p a p i e r e verkehrten unter Schwankungen, stellten sich schließlich aber meist etwas niedriger, nur Haryener waren ge-^ bessert auf ein neues Verfahren, das die Gesellschaft zur Her-, stellung eines wichtigen Nebenproduktes bearbeitet und verwertet. Angeblich! handelt es sich um ein benzmart i ges Erzeugnis. Eine nicht unwesentliche Mschwächung erfuhren Rüftunaswerte wie Teutschje Waffen, Rhernm-etall und Munschsid. Auch Daimler unterlagen stärkerem Angebot. Kleper, Benz und Fahrzeug Eisenach blieben ziemlich behauptet. Größere Nachfrage, zu stark steigendem Kurse, zeigte sichl für Fuchs Waiggvnsabrrö-Mtien, auch Frankfurter Maschinenfabrik, Kunstseide und Gummipeter tvareu gefragt und höher. Banken m:d Schiffahrtsaktien schwächen sich etwas ab. Deutsche Anleihen lagen fest, von fremden Anleihen waren Russen und Japatrer gefragt? Privatdiskoni äy^o/o.
eine Zeit, ein Können und eine künstlerische Anschauungsweise, die nichit vergessen sind und auch nicht vergessen werden sollet:. — Der bewährte Rudolf Großmann bestätigt cmchl im Mhmen dieser hochstehenden Ausstellung seinen vorttefflichen R::f. Seine Landschaften sind nicht nur kittrstlerisch, sondern auch echt. Ein Dopyellob, das nicht allen modernen Landschaften gebührt. -— 1 Ergänzt wird dieser Kern der Schjau durch Arbeiten von Slevogt Und Liebennann. Ein echter Genuß ist es, diese Räume zn durchwandern. — Das Künstlerhaus, nebstbei auch von Werken der dort beheimateten Künstler beschickt, ist diesmal in der Hauptsache dom Gedenken an den eigetNvilligen und eigenartigen, in seinem Wesen echten :md starken Oskar Z w: n t s ich e r geweiht. Es ist der Nack laß Zwintschjers, den man mit hoher Achtung bettachtet. Tie persönlichien Vorzüge Zwintschers lassen sich an Musterbeispielen stirdieren. Seine geistreiche Ueberlegt:ng und Ueberlegenheit. Sein Missen um die Größe der Probleme, sein Wille, die Schwierigkeiten mtf eigene Weise zu lösen. Mit Zwintscher ist unzweifelhaft einer unserer individuellsten Maler dahingcgmrgen. Ern Nach- spürender und Vorwärtsringe-tder. Ein Kämpfer, der sich uach Erreichrng jeden Zieles sofort ein neues, noch größeres Ziel steckte. Der dknblick dieses Nachlasses verdoppelt das schmtwzliche GefMl un: seinen.Verlust. — Me beiden Ausstellungen sind ein gilter Anfang im neuen Jahr. Modernere, umstrittenere werden ihnen bald folgen. U. B.
- Die nutzbaren Radiumvorräte der Erde dürsten nach „Technik für Alle- auf etwa 425 g zu bewerten sein, in welcher Menge sowohl positive wie tvahrscheinliche Vorräte z:r- sammengefaßt sind. Die reichste Lagerstätte, d. h. jene, die auf kleinstem Raum die höchste Konzentration ausiveist und demnach am billigsten liefern kmm, besitzt Oesterreich in Joachimstal.
— Turbinen rohre aus Holz. Eit: trorwegffcher Ingenieur, Alfred Kiellatrd, ist auf den Gedattken gekommen, Tnr« binenrohre nicht mehr aus Giseu herzustellen, sondern aus Holz, un: das sich Stahldraht in spiralförmigen Windungen hertrm- legt. Dieses neue System hat, wie der „Prometheus" (Verlag von Otto Spamer in Leipzig) berichtet, wegen seiner unleugbaren Vorzüge großes Aufsehen in ganz Skandinavien erregt. Es soll bereits dttrch Erfahrungen bestätigt sein, daß die Haltbarkeit der hölzernen Rohre ebenso groß ist, wie die der ftüher verwendeten aus Eisen. Angeblich liegen schon fetzt Bestellungen im Werte von 100 000 Kronen vor, und der Erfinder hat sich zur Errichtung einer Fabrik in Stjerdalen entschlossen. Mit dem Bau der Fabrikgebäude ist bereits begonnen, so daß man schon in den nächsten Motmten an die Maffenherstellung von Holzturbinenrohren gehen wird.


