Ausgabe 
6.1.1917 Zweites Blatt
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mil> Mberrief Pre Aussage. Die LieLwnte mrn m e h r, daß ihre Tpchler einen unehelichen Sohn hinteckaflen habe, den sie selbst in **j£0 e ^lrbe. She habe aber, so sagte sie, geglaubt, dieser sei nicht erbberechtigt, weil ihr verstorbener Mann dies stets behauptet und sie nicht daran gezweifelt habe. Das Landgericht hat nun aber cmgenonlmeu, daß dieser irrige Glaube durch eine schuldhaste Faho- lÄffigrctt hervorgerufen worden sei, ferner daß der Widerruf siB E straflos machen könne, da bereits ein Nechtsnachteil für ihr Enk^kmd eingetreten sein könne. Mit Rücksicht darauf aber, daß «e Schuld der Angeklagten nur eine geringe sei, und sie ihr Enkcl- Qnd, das )\£ stets liebevoll behandelt hat, nicht l-at schädigen wollen, wnrve aus die niedrigste Strafe erkannt. Auf die Revision der Angeklagten, welche vom Reichsanwalt befürwortet wurde, h o b das Rerchsgerickt das Urteil a u f und sprach die Angeklagte frei.

. Reichsgericht war der Ansicht, daß der Straffreiheit gewäh- reiche Widerruf (8 163 Abs. 2) rechtzeitig erfolgt sei, da ein Rechts- sur den Enkel offenbar noch nicht cingetreten sei, denn csj CS, ltUT um die Erlangung eines einzelnen Betrages von WM gehandelt, während die gesamte Erbschaft um ein viel­faches höher war.

Vermischter.

* ^ Was versteht man unter Ampere, Volt Ohm

iünd Watt? Diese Namen der elektrischen Maßeinheiten wurden m <Khven von um die Erforschung grundlegender physikalischen ^rgange verdienten Männer gewählt. Das Volt ist das Maß motorische Kraft, die Sptaunung, und entspricht an- näheind der Spannung in einem Daniell-Element. (Mit Element bezeichnet man bekanntlich die Vorrichtung zur Erzeugung eines! galvanoelektrochen Stromes, wie er z. B. in der Telegraphie und! Lel^home, bei Türklingeln usw. verwerrdet wird. Es gibt eine Reche solcher, nach ihren Erftndern genannter Elemente, untckv den«, eures der gebräuchlichsten eben das Dairiallsche ist.) ©m 1 Dhm bezenchret den Widerstand, den eine Quecksilbersäule von 1 Qnadratnnllrmvter Querschnitt 'und 1,06 Meter Länge dein fixem bereitet, das Ampere endlich ist das Maß für die durch 1 Bott Spannung bei 1 Ohm Widerstand erzeugte Stromstärke T^Maß für die Bewertung elektrischer Arbeit wird durch Ver- stl^ch mit dem Modukt ans der Gftlheit der Stromstärke in die lÄnhert der Spannung gewonnen, d. h. ein Strom von der Span­nung 1 Volt und der Stärke 1 Arnpöre leistet in der Sekunde

^8. Dies Maß heißt Matt (oder auch -Nt-Ampere). 1000 Watt nennt man Kilowatt.

.Könige." Montag, den 15. Januar, abend, 7 Uhr; .Die zärtlichen Verwandten." Hierauf: .Der Brandstifter/

Spielplan ö«$ Metzener Statzttheater».

Direktion: Hermann Steingoetter. c Sonntag, den 7. Januar, nachmittags 3V, Uhr, bei gewöhn llchen Prersen (ermäßigt):Robert und Bertram" oder Die

lustigen Vagabunden." Ende gegen 6'/, Uhr. Abends 7*/. Uhr' bei kleiuen Preisen : .Familie Schimek/ Ende 9X Uhr. Dienstag, den 9. Januar, abends 8 Uhr, bei gewöhnlichen Preisen (ermäßigt). 8. DienStag-AbonuementS-Vorstellung:Was Ihr wollt." Ende 10>4 Uhr. Freitag, den 12. Januar, abends 8 Uhr, bei Volks- preisen: Volks- und Schüler-Vorstellung:Iphigenie aus Tauris." Ende 10^ Uhr. samstag, den 13. Januar, abends 8 Uhr, bei gewöhnlichen Preisen: Einmaliges Gastspiel des Kgl. Bauer. Hoi- schausp.elers Konr. Dreh-r mit eigener Gesellschaft:Der alte Feinschmecker" /Neuheit!) Ein Münchener Schwank in 4 Auszügen von Hai,S Georg Vogelfang. Ende 10«* Uhr. Sonntag, den 14. Januar, nachm. 3*/, Uhr, bei Volkspreisen: Kinder-Vorflelluuq: Das Märchen vom Daumenlutscher" oderWunderbare Erlebnisse des kleinen Konrad im Lande Tripstrill." Ende 5 8 / Uhr Abends 7 1 /, Uhr, bei gewöhnlichen Preisen (ermäßigt):Robert undBertram" oder ,,-le lustigen Vagabu nden." Ende gegen 10*/, Uhr.

Spielplan der vereinigten Zraittsurter StaSttheam.

Gpernha«.

Sonntag. 7. Januar, nachm. 3 Uhr:Mar' und LieselchenL Wechnachtsreise/ Abends 7 Uhr:Don Juan." Montag, den 8. Januar, abends 7 Uhr:Das Dreimäderlhaus/ Dienstag, den 9 Januar, abends 6*/, Uhr:Margarethe." Mittwoch, den "«M Pr: .Max- und Li«,elch°ns Weih. nachtSrci^e Abend» 7 Uhr.HoffmannS Erzählungen." DonnerS- tag den II. Januar, abends 7 Uhr: .Die Schneider von Schönau * Freitag, den 12. Januar, geschloffen (7. Msettmr-Kon,ert>. Sams­tag, den 13. Januar abends 7 Uhr: .Undine.» Sonntag, den

Januar, nachm. 3'/, Uhr:Max- und Lieselchens Weihnachts- 7 Uhr:Frühlingslust.» Montag, den IS. Januar, abends 7 Uhr:D,e Schneider von Schönau/

Zchaufpielhaur.

Sonntag, den 7. Januar, nachmittags 3^ Uhr:Alt-Frankfurt/

Abends 7 /, Uhr:V^ Lärm um Nichts/ Montag, den ^ Januar, abvids 7 f, Uhr:Die Stutzen der Gesellschaft." Dienstag, den Januar, abends 7 Uhr: Deutscher Komödienabend :DerFremde " sittliche Forderung."Unter blonden Bestien/ Die Hasenpfote." Mittwoch, den 10. Januar, abends VL Uhr: »Könige. Donnerstag, den 11. Januar, abends 7>* Uhr: Ein- mQ * l ru e f r? e§ Bayer. Hofschauspielers Konr. Dreher

7 L?^ellschast:Der alte Feinschmecker/ Freitag, den 12. Januar. ??/ T C,tt01 y* r* üa . m§t °9, den 13. Januar, abends

"^-nerinnem" Sonntag, den 14. Januar, nachmittags 3 /, Uhr.Als ich noch im Flügelkleide . . ." Abends 7'/, Uhr:

^kirchliche

Evangelische Gemeinde.

fw,°£ n P en 7 ^ n n v 1. nach Epiphanias.

... ^ kte für die Heiden,nission. G o t t e s d i e n st. In der

braotkirche. Vorm. 9*/, Uhr: Pfarrer Schwabe. Vorm. 11 Uhr: K'nderrtrche für bic Markilsgemeinde. Pfarrer Schwabe. Abds bUhr: Pfarrer Mahr.- Montag, 8.Jan., abds. 8Uhr: Vereinigung der konfirmierten werblichen Jnqend der Matthällsgemeinde. - Dienstag, 9. Jan., nachm. 4 Uhr: Frauenmissronsverein. Diens- Jan., abds. 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weib­lichen Jugend der Markusgemeinde. Mittwoch, 10. Jan., abds 8 Uhr: Knegsbetstunde. Pfarrer Schwabe.

M ?",?ohanne5ktrche. Vorm. 9^ Uhr: Pfarrer A uS fe l d. lür die Johannesgemeinde. Pfarrer

SjVi! 5 U ^ r: ^ omr Bechtol § heimer. Abds.

/,8 Uhr: Verewigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Lilkasgemeinde. Abds. 8 Uhr: VersaniNilung iind Bibelbefprechiing im Johannessaal. - Freitag, 12. Jan., abds. h,6Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Johannesgemeinde.

Kirchberg. Sonntag 7. Jan., vorm. 10 Uhr. Lollar. Nachm. J// a Uhr. Dekan G n ß m a n n. Mittwoch. 10 Jan abds. 8 Uhr: Pfarrer Memmert, Darmstadt. Berewsgeistlicher der ninereu Mission. (Kollekte.)

katholische Gemeinde.

Gottesdienst. Samstag, den«. Jan.:

^cachm. 5 Uhr uiid abends 8 Uhr: Gelegenheit gur heil. Beichte, rv r * ? 0 " 6' 7> 9 an.. 1. Sonntag nach E r s ch e i n il n q.

Fest der Erscheinung. Vorm. 6V. Uhr: Gelegenheit zur hl. Beichte. Vorm. 7 Uhr: £>etl. Messe. Vorm. 8 Uhr: Austeilung der heil. Ko^iunlon Vorn,. 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. Vorm. 11 Uhr: Hl. Messe ,ntt Predigt. Nach,,,. 4'/^ Uhr: Jungfrauen-Konqregation. Nachm, b*/, Uhr: Kmderpredigt. Abds. 8 Uhr: Predigt.' Mo° ifi^P^digt^^' ^"^twoch, Donnerstag und Freitag, abends 8 Uhr,

77, ' S !f,Z eSbiWft am Z3an - : 3n E-ub-ch

Märkte.

Gießen, «- Jan Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter das Pfund 0,000,00 Mk.- Hühner eier das Stück 00 P^^ Käse 0 Pfg., Kasematte 0 P'g. das Stück Luhner das Stuck 0,080,00 Mk., Hahnen das Stück 0,000,00 Mk. Ochsenfleisch das Pfund 2,10-0,00 Mk., Kuhfleisch 2,10-0,00 Mk. das Pfund, Rindfleisch das Pfund 2,10-0,00 Mk., Schweinefleisch das Pfund 1,80-0,00 Mk., Kalbfleisch das Pfund 2,00-0 00 Mk Hammelfleisch das Pfllnd 2,20-0,00 Mk..- Kartoffeln 50 Kilo 0 Mk.; Zwiebeln das Pfund 80-00 Pfg.: Milch das Ltter

00 Pfg-!M«rr°.,ig 3025 Psg. d.Psd.: Spinat 35-40 Mq das Pwnd, Weißkraut das Slück 10-00 Pfg., Rotkraut 15-20 Pfg Wirftng 10-00 Pfg. das Stück, Kohlraben 5-6 Pfennig das Stuck, Rote Rüben 15-20 Pfennig das Pfund: Gelbe Rüben 10 bis 15 Pfg. das Pnind, Endivicu 00-00 Pfg.: Sellerie 1020 Pfg., Lauch 10 Pfg., Blumenkohl 20-70 Pfg- Aepsel da« Pfund 22-25 Pfg., Birnen das Pfund 3035 Pfg. Markt­zeit von 8 bis 2 Uhr.

Meteorologische sesbachtungen der Ltattöri GWen.

Jan.

1917

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10

Höchste Temperatur am 4. bis 5. Jan. 1917 + 6,1' C. Niedrigste 4. b. 1917 -ft 1,4 C.

Niederschlag 0,4 mm.

Amtlicher Teil.

Bekanntmachung

ubcrdie AdnaliedrrBksitz- und KriegsstMer«rkwru«»en zum Zwsckc der Beranla«ung der Besitz- und Kricgsstenrr.

j... 1 - Sur emer Besitzstaiererkläxu!na sind nach ff 52 Be-

sibsteuergrsetzes E Personen rml einem skrnerpflichbigen Ber- mogen von 20 000 Mk. und darÄber verpflichsdet, wenn sie früher £Ü? t ^15 ? v orbei trage veranlagt worden sind, sowie a£W Personen deren Vermögen sich seit der Veranlagnug zum Wehrdei-trcrge oder

rukänstige Dev-nkäMrug zur Besitzst«-er alS m-Mcbvnd fest gestellten Vermögensstande um wehr als 10000 Mk. erhöht hat.

iqu? nwJS 0 ^nd nach § 26 des Kriegs stell ergesetzes vom 21. Juni Jo5 EE iÄnzelperionen, deren Vermögen sich seit dem 1. Jcuurar iw 1916 um mclu als 3000 Mk. auf winde-

11000 Mk. erhöht hat, verpflichtet, eine Steuererklärnng ab- ^Uüsben. Die Vorstände, persörllich haftenden Gesellschafter, Re- ^TP^u^uten, Geschäftsführer oder Lignidatorwr der pflichtigenj . Auslandsgesellschaften der Vorsteher der in- tanorichwRiederllin ungen, sowie die Vertreter der vorn Mmdesrat Pj v plnchllg erklärtai juristischen Personen sind verpflichtet, eine me beiden ersten Kridgefchäftsjahre unrsassende Steuererklärung!

^Zwecke der vorläufigen Festsetzung der .^briegsabgabe bis zum oZ. ^unuar 1017 äbzugeben. Tie weitere Steuererklärung zuml ^vecke der endgrlltigcn Festsetzung' der Kriegsabqabe der Gesell- 'Mim est binnen 6 Monaten nach Ablauf des letzten Kriegs-, geschaftchahres -abzugeben (§ 26 K.St.G.).

^^^^Z^Eichtigc- kann zur, Abgabe der Besitz- oder der ^^^^r^ung nnt Geldstrafen \z bis z-u 500 Mk. angehalten! irrten Steuerpflichtigen, der die Besitz- oder die Kriegs-

steuererklärung Nicht rechtzeitig abgibt, kann ein Zuschlag je von x 7* - s L der rcchtskrästtg sestgestellten Abgaben auferlegl wer­den (ß 54 B.St.G. und § 25 5l.St.G.).

c-. 4 JrSi Besitzsteuerpftichtiger oder als Vertreter eines L>teu^pflichttgen willentlich der Steuerbehörde unriclvtiiie odev unvollständige Angaben macht, die geeignet sind, eine Verkürzung der Bcgitzsteuer herbeiznftlhren, wird mit einer Geldstrafe bis zum Betrage der geforderten Steuer bestvast. Neben der aus Gefängnis bis zu 6 Monaten erkannt werden (§§ 76, 77 B.St.G.).

.5- Desgleichen wird ein nach dem .Kriegssteuergesetz Abgabe- Pftichttger oder der Vertreter eines solchen Äbgabepflickstigen, dev willentlich der, Steuerbehörde imrichtige oder unvollständige Aun- gaben macht, dre geeignet sind, eine Verkürzung der Abgabe^rbei- zusuhren, mrt erner Geldstrafe bis zum bf-achen Betrag der ge-, forderten Abgabe bestraft. Neben der Geldstrafe kann auf Gefängnis 'ms zu, 1 vMhre und neben -der Gefängnisstrafe auch «ruf Verlust der burgerttchen Ebrenroclite erkannt und im Urteil angeordnet werden, daß die Bestrafung auf Kosten dos Verurteilten ö-ffenllrch bekannt zu machen ist (|§ 33, 34 K.St.G.).

6- Mle darnach Verpflichteten werden lnermit airfaesordert, rnnerlMlb der Frist vom 15. Januar bis 31. Januar 1917 die ge- sttzlrch vorgelchnebenen Erklärungen bei den ^Koßh Finanzmrttern abzugeben. Zu diesan Erklärungen ist der vorgeschriebene, von dem Finanzamt zu beziehende Vordruck zu verlvenden.

.. 7 - Tie Einsendung der Erklärung durch die Post ist zulässig, gelchreht, aber aus (besalM des Absenders und deshalli zweckmäßig nnt Elnschreibebrief.

, Zur freiwilligen Wgabe einer Besitz- Nnd ^Kriegssteuererklärilng! fit ledcrrnann 'bereckitigt. Die Einreichung der Erklärurig dürfte sich Eso mehr empfehlen, als nach 8 9 Absatz 2 des.Kriegssieuergr'senes Me Abgabe vm: denr nach den: Bcsitzsteuergesetze ftir den 31. Dezem- ber 1916 sestge stellten Bernrögen, insoioeit es neunzig vom Hundert des sur den Beginn des Veranlagungszeitraumes sestgestellteu Ver­mögens übersteigt und insoweit es weder der .Besitz- noch der Krieos- steuer unterliegt, mit einer 2lhgabe von 1 vonr Hundert betrospeu wrrd.

Giessen, Butzbach. Grunberg, Hungen, den 5. Januar 1917.

Die Grossst. Finanzämter.

J.V.: Franz, Flath, Wenzel, May.

O ßaumana

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LCL-I^l

zu Qri^i rxaLppeifah

Interessanten und Dankes werten. Nach den Veihnachtsausstel-

lungen des Künstlerhauses, des Salons Cassirer, der Sezession und der verschiedenen AuktionsHäuser, bringt mmmehr das sonst haupt- sachlrch den Radierern geöffnete Graphische Kabinett I. B Neumamr am Kursürstendamm eine Mmte Ausstellung von Bil- dern. Bewährte moderne Kräfte, junge und auch einige mit Erfolg aufwärts strebende Jüngste sind vertreten. Wie mehrfach in den letzten Monaten, kann man auch Mesm!al Me Beobachtung mack>en, daß Me Landschaft vorherrscht und das Mldnis hinter rhr und dem Genregemälde und Stilleben auffällig zuri'icktritt. Unter den Malern ist wieder der durch seine lebendige Arbeits- nast während des Krieges und durch seine stets unverbrauchte Frische imponierende Willy I äckel cm erster Stelle m nennen, (rt kommt Mesrnal ruhiger, es ist wie ein Aufatmen nach dem grossen Wurf seiner letzten Monn meiitalarbeiten. In einem meisterlich getönten und in den Rahmen gebrachten Stilleben zeigt er sich auch dort stark, wo er aus kräftiges, kühnes Pathos ver^ Achter, wo er nun Malerei gibt, in bester, reiffter Art. Lovis E v r r n t h stellt wieder eine ganze Reihe von Werken aus, alle interessant and voller Anregungen, keines aber grossartig genug, um eine gesonderte, vertiefte Besprechung zu heischen. Ms Land- schaster erscheint arrch viesmal der sonst lmupffächlich in der ZiUnst dev Bildnisses heimische Eugen Spiro, eine schmiegsame, elegant glatte Begabimg, der unbeschwerte Pinselstrich nnd eine kecke Sicherheit in Anschauung und Medergabe sind auch die neuerdmgs festzustellenden Vorzüge. Besonderes Lob verdient der naturwahre Stimmungsaklorb der Farben und Töne. Wälder sieht nran auch von oer Hand Jaußens, sehr reizvoll gemalt, ohne gewaltsame originelle Lichter und doch mit viel Glück Me gerade auf Mesem Gebiete so leicht lMvvrtret-ende Konvention! vermeidend. Mehr abseits stehen Heckendorf und Paul Paschke. Heckendorf lässt eine Episode aus dem Krieg anfdänv- ment, einen Fluss mit Sollxcten, stark im Erlebnis, ausgezeichnet in der Bewegung. Der Flugplatz Paschkes scheint dem Beschauer entgegenMwachsen mit sei leer iLuftigteft imd der weittragenden Andwtirirg der Dimensionen. Tie Arbeit eines Könners, denr man immer mit Freude begegnen muss. Unter den Jüngsten ragt der seit Kriegsausbruch in Diurtschland wirkende Schweizier Bangerter hervor. Scine Episoden aus dem nächtlichen Ber­lin. sfnd noch reich an Gährendem, mancherlei rrngelöstes Wollen steckt in ftebriger Kompvsrtion. Aber man sieht das Wollen an franko lschen -Urbildern und modernen deutschen Neueren geschult, Mld man ",c teilweise impressionistische Gestaltungskraft,

aus eigenen 49 -nnr ihr Ziel zu erreichen verspricht. Auch eruige Frauen haben sich eingefunocn, darunter Angnste Z i tz e wi tz mit einem begabten Stilieben «no Charlotte Berendt. Schließe lick» fl'iJin'ii iwd) Erich Heckel, der begabte Friedrich Fei^l p- oer leider %u früh gestorbene Rössner genamll wer^Qn,

Unter dm Plastikerln «us wieder bewerte Werse der krnfwoll-sichere Professor Metzner !und> eine gelungene Büste von Huf.

(Sin neuer Menzel-Fund. Eine bemerkenswerte (^gänzung zu der Reihe berühinter Holzschnitte, die Menzel für Kng-lers Geschichte Friedrichs des Grossen" schuf, ist den Be­mühungen des Leidiger Bibliohhilen-Abends m danken. Die in stehenden Kunstwerke sieben vergessene Holzschnitte - crichrmen nunmehr in einem Privatdruck der genannten Ber enngmrg. Die merkwürdige Geschichte der nach so langer Ber- gesfenhett endlich, ans Lickst gebrachten HolMstiitte ist dem Text, der me Veröffentlichung begileftel, M entnehmen. Wie Me Kimsb chronck ^hierüber mittcilt, erfl'illte der Msatz der vmr 18401842 erschienenen Geschichte Friedrichs des Großen mit den Illustrationen von Menzel nicht Me grossen .Hoffnungen, die rnckit daran geknüpft hatte. Dre erste Auflage reich,de bis 1855, also ganze 15 Jahre, während Menzel sich, ch.eich nach BvllenMmg des Druckes, nämlich 1842, den Vorbereitungen für Me zweite Auflage beschäftigte. Und 'zwar schuf Menzel u. a. 12 neue Stöcke, die ebenso viele ihm nlcht zusagende Jllnstrationen der ersten Auflage ersetzten sollten. Tiefe Stöcke verschwanden aber, wahrscheinlich, durch die Sorglosig­keit des Verlegers, und es ist nicht einmal bekannt, was sie darstellen sollten. Ausserdem schuf Menzel aber für die zweite Auflage auch eme Art Nachtrag, der neben sechs Statti.en auf dem Berliner Wil-- lfel ms platz auck) sieben der schönsterr Prachtbauten in Potsdam und Berttn, die Friedrich dem Grossen zu v>erdan.ken waren, enthalten sollte^ Ter Verleger ließ aber, als endlich^ 1856 die zweite Auflage hergestellt wurde, aus Sparsanckeit nur Me Heldenstatuen schneiden, und die Darstellungen der sieben Praclstbauten nmrden beiseite ge­stellt imd gerieten völlig in Vergesfenlstit. Erst jetzt wurden sie ans Licht gezogen und irrt Aufträge des Leipziger Biblvphilejn- Abends von Reinhold H-oberg geschnitten. Und zwar wuxHen Me Blöcke Menzels selbst n'nb>erührt gelassen und zur Reproduktivst auf plwtograplstschem Wege hergestellte Duplikate verwendet. Die stoben Holzschnitte, Me mm zum erstenmal ihrer Bestimmung zu geführt wurden, stellen Me Bildergalerie vpn Sanssotrci dar, das Nene Pstlais, die Eoimnuns, den Potsdanrea Marstall, die Berliner Bibliothek, das einstige Palais des Prinzen Heinrich nnd schließlich die Glncharmientärme.

Ein Vermächtnis an das Wallraf-Richartz- M u s e n m i n K ö l n. Jnr neuesten Hefte der bei E. A. Seemann in Leidig erscheinendenZEschrift für liildenbe Kivrst" gibt Josef Doppelrenter Bericht über ein wertvolles Vermächtnis, das dem Kölner Wallraf-Mchartz-Musenm zugefallen ist Dies Ver­mächtnis ist dm schöne Probe erster Kölner Samineltätigkeit und entstammt einem Berliner Hause, wolstn sich die ^Besitzerin der Sckstitzc ziurückge zogen hat. Dies ivar Frau Emmy Sckmitzler gab. (^amphmrssn, die dein Atusenin den alten Familien besitz au hollän- Mschen Bildern lctzimllig vermacht hat. Ein älterer Bestand dar

Sammlung entstammt der Familie Camphauseu: der letzte Meliirr des Bestandes, Herr Schnitzler, wurde nock) mehrfach von Wil­helm von Bode beraten. Der Nachdruck des Verniächtnisses liegt, wie bemerkt, auf den H)vlländern. Ein Glanzstück bildet das Bild­nis einer alten Dame von van der Holst; Ztzniestück im Pracht­sessel ein wahres Galeriewerk. Bon Torborch enthält das Vermächtnis eine im Werke Meses Meisters seltene Komposition: eine geistreiche Soldatenfzene. Ferner: umfasst die Sammlung Bildnisse vvn Karel du Jardin, von Nikolas Maes, sowie mehrere, deren Meister nicht ganz sicher sind; für das eine loird Antonia Mor als Schöpfer vermutet. Mit guten Arbeiten sind fernes der ältere TLniers und der Landschafter Borchen sowie mit einem bemerkenswerten großen Seestücke Backhuysen vertreten. Die Hol­länder des 17. Jahrhunderts finden eine nnllkonrmene Ergänzung in einigen früheren holländische^^ Arbeiten von M. de Dos, Kvtha- rina van Hemessen in. a. Auf dem Gebiete der holländischen.' Kleinmeister, auf welchem die Galerie des Wallraf-Rvchar(>- Mnseinns schon stets einen vortrefflichen Durchschnitt rmszuweisen hatte, ist sie durch das Schnitzlers che Bermäckstnis ast Qualität erheblich gesteigert.

Mackensen als Dich,1er. Ans Danzig schreibt man derFrkf. Ztst": Ter humoristische Plauderer eines Danzigcr Blattes, Rentier Poguttke, hatte gelegentlich des letzten Geburts­tages des Generalfeldmarschalls v. 9Nackeuscn in seiner Wochen- Vlaudevei die Frage aufgeworfen, ob der Feldmarschall der alten Stadt Danzig auchj weiter trei bleiben werde. Darauf hat Mackensen mit irachstehenden Versen geantwortet:

Der Herr Pognttke fragt mich! an,

Ob ich! tat treu verbleiben

Dem alten Danzig. An den Mann

Muss ich denn doch mal schreiben:

Ja, ahnen Sie nicht, Herr Rentier,

Wv°ür ich rastlos reite.

Wofür in Kälte, Regen, Schnee Ich unentwegt hier streite?

Dock., nur allein, um möglichst schnell Sobald es geht in Ehren

Rach Friedensschlüsse auf der Stell'

Nack) Danzig fstimzukehren!

Und sollte jemand Zweifel noch!

meiner Treue hegen,

So sagen Sie ihm bitte doch Recht deutlich meinetwegen

Der Feldma rschall in Bukarest Ist Danzig er geblieben,

Gehört zu uns, in Denc fest:

Er hat mir's selbst geschri clvn."