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6.1.1917 Zweites Blatt
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Nr. 5 Zweites Blatt

Erscheint tS-llch mit Ausnahme des Sonntags

J67. Jahrgang

Beilagen:Gietzener ZamUiendlätter" und Uretrblatt für den Ureis Gießen".

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Giehener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberhejsen

Zainslag, 6. Januar

Zwillingsrund druck und Verlag:

B r ü hl'fcheUniversüäts-Buch-u.Steindruckerei. R. Lange, Gießen.

Zchristleitvng. Geschäftsstelle und Druckerei:

Schulstraße?. Geschästs>teUe u. Verlag: e^6l, Schriftleitungr 112.

Anschrift für Drahtnachrichten: AnzeigerGießen.

Der neue Sasonow.

Sir George William Buchanan hilft wieder ttnntal gut ge­arbeitet. Der Herr in London uttrd seinen Diener in Peters­burg loben. Es ist dem britischen Botschafter ant russischen Hose gelungen, den E: minister Sergej d. Sasonow in den Kabinetts­rat für auswärtige Angelegenheiten m bugsieren und ihn zum Ehrenvorsitze:lden der russisch-englische:: Handelskammer zu machen. Es muß bei den vielen Feinden, die Sasonow im heutigen Rußland 7mt, ein schweres Stück gelvesen sein. Fünf Wockien lang hat der tzähe Buck-anon an dieser Nuß geknackt. Sofort nach dem Rück­tritt Stürmers, Ende November des verflossenen Jahres, gab der englische Botschafter dem still auf seinem Garte Kislowodsk lauern­den Sasonow den erster: Wink. Da mit Stürmer ein persön­licher Feind und politischer Gegner Sasonows gestürzt war, stiegen auch wirklich die Aussichten. Sasonow siedelte also wieder nach Petersburg über, um sofort an Ort und Stelle zu sein, wenn man ihn wünsche, und Buchanan belagerte das Empfangszimmer Tre- vowtz, bis dieser weich wurde und dem Zaren die Zuziehung Sa- ionows riet. Nun hat Buchanan wieder seinen englische:: Stein im russischen Brett. Er und Sasonow verstehen sich ja, als roären sie wie zwei Gentryleute zusammen in Oxford oder Cam- brü>ge fußballspielend ausgewachsen, Sasonow ist schon 1890 in die englische Lehre gegangen. Er war damals vier Jahre lang Botschaftssekretär und schloß, sich durchaus den politischen An- ickanmryen des damaligen russischen Botschafters in London, von Staat, an, der eiftig, wenn auck.j noch vergeblich, für eine Annähe­rung Englands an Rußland tättg war. 1904 kam Sasonow wieder nach London, als Botschaftsrat, und arbeitete hervorragend an der Schaffung der btttisch-tusfischen Verständigung über Persien und Afghanistan. An diese Vergangenheit Sasonow^ muß gerade hatte erinnert werden, um den Schachzarg Buchanans in seiner ganze:: Schlauheit durchschauen zu lassen. Denn welche Aufgabe bat derneue" Sasonow? Er soll alle Keime deutsch-russischer Verständigung, soweit sie trotz der offiziellen Kriegsmache doch im Verborgenen weiter wachsen, ausrotten. Er soll auf russisch erklären, warum England den Kriegbis zuM Endsiege" wünscht. Er soll der Dardanellenfrage eine Färbung geben, die dem eng-, englischen Auge nicht weh tut. Er soll endlich als Ehren Präsident der russisch-englischen Handelskammer dem Handels­kriege der Entente gegen Deutschland auf die Berne helfen nnh die Hemmungen und Ein wände, die sich da auf russischer Seite eingestellt haben oder noch ttnstelltti werden, beseitigen. Man hat ja auf den Pariser Wirtschaftskonferenzen gesehen, toelche Wider sorüche hier zwischen den lieben Alliierten klaffe::. Der neue Handelsseldzug, für den auch Rußland inobil gemacht werden soll, geht natürlich von den finanziellen und >oirtschaftlichen Fach­blättern Englands aus. Eine ganze Anzahl neuer Vereine, offene ürrtb gemeinte, sind zu diesem Zweck gegründet worden. 9hus der 'Menge nennen wir u. a.:The britisch empire industrial league", mit dem Herzog von Sutherland als Präsidenten. Das Ziel dieses Vereins ist es, für England den Platz zu erobern, den Deutschland bisher in Rußlands Handel und Industrie eingenommen hat. Frankreich ist nicht minder energisch zu Werke gegangen. Be­sondere Aufmerksamkeit verdienen die Bestrebungen, die von fran­zösischer Seite gemacht wurden, um das riesenhafte russische Reich mit seinen ungeheuren Reickftünrern und Möglichkeiten in eine engere Handelsverbinduivg mit Westrenpa und ganz besonders mit Rußlands politischen BundesgXuoffen zu bringen. Rußland soll aus ban kommerziellen tu dem e* bisher zu

Dattschland gestanden hat, befreit werden.

Alle diese Fäden, die jetzt schon für die Zeit nach dem Kriege gesponnen werden, soll Sasonow, der Englandknecht, ve rstärken und zu einem unzerreißbaren Gewebe ansgestalten. Ganz abge­sehen von der papiernen Schwäche dieser Plane, die der Sturm- wind des Friedens und der zukünftigen wirtschaftlichen Bedürfnisse hcnwcgfegen wird, scheint es kaum, daß Sasonow der heiklen Auf­gabe gewachsen ist. Dem: einmal versteht dieser gerissene Sarmate aus dem Gouvernement Rjafan zwar recht viel von den reckt dchlomatischen Kniffen und Pfiffen, aber er kennt sich in schwie­rigen Handels- und Wirtschaftsfragen doch herzlich wenig aus. Sem Ge hin: ist auf diesem Gebiet nicht mit dem nötigen umfas­senden Wissen ausgestattet. Er ist da für uns toirklich ungefährlich. Zweitens ist Sasonow ein kranker, schwer leidender Mann gewvr- leidet neuerdings, wie uns ein neutraler Berichterstatter brieflich versichert, an bedenklichen Seh- w:d Sprachstör:mgen, und sein geistiger Zustand wird auch von Freunden als nicht völlig klar bezeichnet. Der neue Sasonow ist nicht mehr der frühere. Bncha- nan hat fick) vielleicht diesmal doch verrechnet.

Aur Stadt «nd Land.

Gießen, 6. Januar 1917

* Personalnachrichten derOber-Postdirektion inDarmstadt. Verliehen wurde das Eiserne Kreuz I. Klasse den: Postassistenten Leutnant d. R. Stolz in Bad-Nau-

he:m, das Eiserne Kreuz 2. Klaffe den Feldpostsekretären Kramer orcx n * imb Petri in Darmstadt, sowie dem Postassistenten ^ Eiertreter Geb Harb in Friedberg (Hessen): das

Hessische Kriegs-Ehrenzeichen dem Feldpostsekretär Jager m Darm- stadt und dem Oberpollassistenten Walker in Friedberg (peffen): der Rang der Räte 4. Klaffe dem Postdirektor Sn eil in Gießen und dem Telegraphendirektor H a b e r m e h l in Mainz; der Charakter alsRechnungsrat" dem Ober°Telegraphensekretär W i ß- mann in Darmstadt; der Charakter alsPostsekretär« den Ober- Postassistenten Langsdorf in Bad-Nauheim und Schmitt in Wörrstadt, sowie dem Postverwalter Becker in König (Odw.); der ."^Ober-Telegraphenassistent^dein Telegraphenassistenten Ehmig in Mainz. Aus Anlaß des Scheidens ans dem Dienste: der Charakter als Geh. Postrat dem Posldirektor Schäfer in G i e ß e n das Hessische Allgemeine Ehrenzeichen mit der InschriftFür lang fahrige treue Dienste" dem Ober-Briefträger Jakob Schneide (Hessen); dasselbe Ehrenzeichen mit der Inschrift »ttur Irene Dienste" dem Postschaffner Wagner in Neckar-Stetnach. T Übertragen wurde dem Postsekretär H a y aus Osthofen "ne Postmeisterstelle in Bous (Saar), dem Postsekretär Seip aus Michelstadt eine Postsekretärstelle in Osthofen. - Etatsmäßig ? " g e stellt wurde der Postassistent W e l ß b a ch aus St. Goar in Worms. Angenommen wurde als Telegraphengehilsin «ath. Hübner in Bad-Nauheim. Freiwillig aus geschieden ist die Telegraphengehilsin Ober in Mainz.

** Auszeichnung. Wehrmann Hugo Möhl, welcher seit Kriegsausbruch :m Felde steht, hat am 1. Januar die Hessische Kriegsverd:ensttnedattle erhallen.

** Ackerbvynen und Pelusch ken. Seit dem 14. De­zember fallen Ackerbohnen und Peluschken unter die Hül- lensruchtverordnung. Sie sind, wie alte anderen Hülsensrüchte, beschlagnahmt und der Reichshülsenfruchtstelle anzumeloen. Der Ankaut wurde von der Reichshülsensrucktstelle der Bezugs Ber einigung der deutschen Landwirte G. m. b H Berlin, übertragen. Es wird wiederholt darauf hingewiesen. daß Itckerbohnen und Peluschken danach nur an die Bezugsoereini­gung der deutsch)«: Landwirte, G. m. b. H., Berlin, abgesetzt wer­den dürfen. Jeder anderweite Verkauf, auch an Kommimalver­bände, Truppenteile und dergleichen ist verboten. Auch als Saatgut" dürfen Ackerbohnen und Peluschken nicht gehandelt üvecoen. Die nähere Regelung des Verkehrs mll Saatgut durch eine besondere, vom Reichskanzler zu erlassende Verordnung steht bevor. Trotz des hiernach bestehenden Absatzverbots werden noch ulmner Ackerbohnen und Peluschken im freien Verkehr gehandelt. Jeder bekannt werdende -Verstoß wird nunmehr ohne weiteres der Staatsan lvcck tscha ft an ge zeigt. Es wird deshalb nochmals vor der Außerachtlassung der bestehenden Vorschriften gewarnt Landkreis Gießen.

r 0- Jan. Für ihre rege Tätigkeit der der hieirgen Jugendwehr erhielten folgende Führer vom Groß- sherzog das Kriegsehrenzeichen: Lehrer Friedrich Römer,- gazmarbeiter Ludwig Schäfer, Dahnschafftrer Wilhelm Seth, Bahnschaffner .yemrich Größer. Bahnschaffner Ludwig Weber und Unlevassistent Heinrich Keßler.

** Kl ein-Lind en , 6. Jan. Das Fest der Goldenen Hochzeit sererte heute der Rentner, frühere Schneidermeister Heinrich Adolph nebst Ehefrau.

** Lich, 5. Jan. Leopold N athes, der seit 15 Monaten in

Gakrien kämpft, wurde wegen tapferW Verhaltens vor dem Feinde daS E iserne Kreuz verliehe». Zu Neujahr wurde er zum Gcsvette« aesorvert. >

^ **.? **>3**' b. Jan. Ter sert iDrie-gsboginn inr Felde ürhende Reservist Karl Brück erhielt für sein tapferes Äeryallen bei Verdun das Eiserne Kreuz 2. Masse.

nt. Echzell, 5. Jon. Vizeseldwebel Philipp Wolf erhielt das Eiserne Krenz 2. Kl. Tie Hessische TapferkeitsmedaiNL: Ge­freiter der Landwehr .Konrad Hof mann, 2. Kvmp. Res.-Jnf- Regt. 88, Gefreiter Hermann Noll, bei einer Artillerie-Muni­tton s-Kolonne, Pionier Wilhelm Nagel, 306. Pionier-Komp O Wenings, 6. Jan. Nachden: Pfarrer Kumpf, der 19 Jahre lang in großem Segen gewirkt hatte, unsere 6>nneinde

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§ Herchenhain

Kreis Schotten.

6. Jan. Gefreiter Emil Jost, in

der

verlassen hat und nach seinem neuen Wirkungskreis in Götzenhain übergesiedelt fft, .wurde Pf arrv e rw aller Schmidt ans Beilstesil in Wrrttemberg mit der Verwaltung der hiesigen Pfarrstelle beauf- ttagt. Zugleich wurde ihm die Versetzung des Dienstes in der zurzeit erledigten Pfarrsbelle Hitzkirchen übertragen. Pfarrverwal- ter Schmidt war bereits 3 Jahre lang als Auslandspfarrer in Australien tättg und stand bisher im Felde auf dem weltlichen Kriegsschauplatz: infolge einer Erkrankung, die er sich im Felde zuzog, wurdo er beurlaubt :rnd konnte sich dem hermatlichen Krrcheu- dienfte wieder widmen.

Kreis Alsfeld.

ga. Atzenhain, 5. Jan. Dem Gefreiten Karl Lenz, 61. Feld.-Art.-Regt. 6. Ballette 18. A.-K., Inhaber des Eisernen Kreuzes zweiter Klasse, wuive ffrr besondere Tapferkeit die Hessi­sche Tapferkeitsmedaiile verliehen.

10. Kompagnie Jnfantette-Regiment Nr. 172 wird seit dem 15. Dezember 1916 vermißt-- Vermutlich! ist er in ftcrnrzöfische Gefangenschaft geraten. Vier weit me Brüder von tfjm stehen eben­falls im Felde. Unteroffizier Ernst Appel, btt einem Armee- Flug-Park im Osten, erhielt auf Wtthnachten das Eiserne Kreuz 2. Klasse.

Starkenburg und Rheinhessen.

V o n d er Bergstraße, 5. Jan. In Laukershausen ver­übte der 16 jähttge Arbtttsbuttche Ludwig Gr äs mit ttner Vogel- ftinte allerltt Unfug, indem er auf bttreundete Burschen und Mädp> chen zittte. Plötzlich ging ein Schuß los, dessen Ladung dem 16jäh- rrgen Lehrling Denn er in die Augen ging, so daß deren Seh­kraft verloren ging.

Hessen-Nassau.

Frankfurt a. M., 4. Jan. Tie Städtverordnetenver- lammlung nahm heute abend ttnen Antrag Hene aus Einftrhrung eines Einheitspreises für das Kubikmeter Leuchte und Heizgas von 14 Pfg. an. In der darüber gepflogenenl langen Teballe teilte der Oberbürgermttster mit, daß das Gaswerk im letzten Jahre infolge der hohen Löhne und Kohlenpreise eine Mrnderttnnahme bezw. ttnen Fehlbttrag von 650 000 Mk. gehabt habe, der durch die Einführung höherer Gasprttse sich allerdings auf 100 000 Mk. ermäßigte. Der bisherige Vorstand der Stadt- verordnttensitznng wurde einstimmig wiedergewählt, ebenfalls die Ausschüsse. Ter Vettammlung gehören jetzt 71 Stadtverordnete an: 32 Fortschrittler, 13 Nattvnakliberale, 23 Sozialdemokraten und 3 Zentrumsleute.

= K ö n i g st e i n , 4. Jan. Seit dem 1. Januar sind auf der König stein-höchster Kleinbahn ettnge merkwürdige Verkehrsknriosa eingeführt. Eine Monatskarte zweiter Klasse von Hdchft nach Königstein kostet 16 Mk., umgekehrt aber 19 Mk. Vyn Höchst nach Kelkheim kann man dritter Klasse für 30 Pfg. fahren, zurück aber muß man 35 Pfg. bezahlen. Die Arbeiterfahrkarten von Höchst nach Königstern haben die alten Sätze inne behalten, während sie für dil umgekehrte Fahrt erhöht sind.

[] Kirchhain, 5. Jan. Hier ftnden im Jahre 1917 folgende Märkte stall: Kranrmarll 29. Dezember. Viehmärllc: 16. und 30. Januar, 13. und 27. Jebruar 13. März, 24. Apttt> 8. und 22. Mai, 12. und 26. Juni, 10. Juli, 7. und 21. August, 4. und 20. September, 16. Oktober, 13. November, 11. Dezember. Füllenmärkte: 27. Inn: und 8. August.

Limburg, 5. Jan. Zum Nachfolger des verstorbenen Domkapitulars Tripp wurde Pfarrer Dr. Wühelm Fischbach aus Stephanshausen durch Bischof Dr. Augusttnus in das Dom­kapitel berufen. Zuglttch wurde der neue Domkapitular zum Wirk­lichen Gttstlichen Rat und Mitglied des Ordinattats ernannt. Dr. Fischbach steht im 50. Lebensjahr und wurde in Albshausen bei Wetzlar geboren.

0 Marburg, 5. Jan. Für das Jahr 1917 wurden folgende Märkte fiir Marburg festgesetzt: Krammärkte: 2. Februar, 26. März, 1. Mai, 2. .Juli, 28. September^ 19. November, 31. Dezember; Schweinemärkte: 15. Februar, 19. April, 21. Juni, 12. Juli, 9. August, 11. Oktober, 22. No­vember; Vieh- und Schweinemärtte: 22. Marz, 24. September; Pserdemattlle: 15. März, 11. September.

Geeichtsferal.

X Hanau, 3. Jan. Vor der hiesigen Strafkammer hatte sich heute eine gefährliche Schwindlerin, die Schneiderin Elisabeth Janoschek aus Beutheu (Schlesien) zu verantworten. Umherreisend, mietete sie sich bei Kriegeriraueu ein und gab an, ihren im Lazarett des betreffenden Ortes verwundet liegenden Mann besuchen zu wollen. Auf diese Weise Vertralien erweckend, benutzte sie die erste sich ihr bietende Gelegenheit, um Diebstähle auszusühren. In Hanau, Fulda, Frankfurt a. M. und anderen Orten hat sie auf diese Artgearbeitet". Unter Einbeziehung einer jetzt zu verbüßenden Gefängnisstrafe von 27 , Jahren erhielt sie heute von der Strafkammer Hanau 3'/, Jahre Gefängnis.

rz. Leipzig, 4. Jan. Vom Reichsgericht freige- proch en wurde heute die Landwirtswittvc Lina Steins/die! vom Landgettcht G i e ß e n am 27. Oktober v. Js. wegen sabrlä n 'er Mgabe einer eidesstattlichen Vetticherung zu einem Tage (Gefäng­nis verurteilt worden war. Als ihr- Mmm gestorben war, ging sie auf das Amtsgettcht Gttnrberg und bat um Ausstellung eines Erb- chaftsscheines, um ttne Versicherungssumme von 1000 Mk. erheben zu können. Die Fragen ob sie die allttnige Ett»in stt, bejahte sie mit dem Beinerken, daß ihr ttnzigcs Kind, ihre Tochter, in: Jahre 1907 im Alter von 173/4 Jahren ohne Leibeserben gestorben stt Diese Erklärung gab sic an Eidesstatt ab. woraus sie den Schein' erhrelt. Nach etttm vier Wvchen erschien sie wieder vor den: Gettcht

Gietzener Stadttheatev.

Wüs ihr wollt.

Lustspiel von William Shakespeare.

Tie Mitteilungen des Thcaterbureaus ließen einige Bedenken der Direktion ettennen, denEngländer" Shakespeare zu Worte kommen zu lassen. In London wird man heute nicht Goethes ^Fausr' und in Patts nicht Schillers ,Jungfrau" spielen lassen, aber soll uns das davon abhalten, einen der Gkößllan btt unis zu Gaste zu laden und feilten Worten zu lauschen? Wir müßten schlechte Barbaren fein, wären wir so engherzig, ttnen Dichter, der 'Fler ganzen GttsteK- und Gemütsart nach zu uns gehött, darum abzulehnen, weil er von Geburt ttn Engländer ist. Einen der­artigen Chauoinismus überläßt jeder Deutsche gern sttnen Fttnden nno wir nehmen es freudig aus, wenn auch andere Werke L-Hake- ^hür gebracht werden, und selbst ttnen Moliß re wollen . . .^^^üßen, wenn er so unwahrscheinlich ejs auch ist sich :n dieser Spielzeit noch btt uns ttnstellen sollte. Der Barbar !vird ihnen die alte Gastfreundschaft nicht verleugnen und die Reife sttnes Urteils nicht durch sinnlose Uebertrttbungen des Hasses trüben lassen. Es hieße offene Türen ttnrennen, inese Selbstvetttandlich- " ct * c üJ U3c *i ^i^ auszuführen.

konnte man Bedenken hegen, ob die Kräfte nnsever Bulmc einer Io großen Aufgabe gewackffen seien, wie sie Shakttpeare stellt, Mid diese Bedenken konnten sich lttckst ttnstellen, als man die 2llr- rundigung^ der Rolle>nbesetz:mg las. R?on hätte einiges anders «erwarten sollen und war daher mißtrauisch, aber der Verlauf des Abends erwies doch, daß Direktor Steingoetter als Spiel- ^**8 bei der Einstudierung ausgewendet hatte und van dadurch, was von vOrnherein nach einem Rttßgriff aussah, flch mnierher als ganz kluge Beoechnnng heransstcllte. Die Auf- filyrung als solche hat erstaunlichellvttse eine sehr beachtenswette, Leistung unserer Bühne gezeitigt, die zu sottteren großen Aufgaben :rm: ermutigen läßt.

Das Zusanimenziehen der vettchiedenen Szenenbilder zu ttnem emsigen möglichst vielseitigcin Bühnenbildc (nur ein ttnzigesinal! wich inan von diesem ab) war recht geschickt und tat der Einbü- dimg«kraft keinen allzugroßen Zwang an. Nür sollte die Spiele ttnrung :rum den ähnlichen Ehrgeiz haben, die Tages- :md Nacht- ze:ien m erue emzrge kurze ^stiffpannc zusammenzuziehen Das wrrrt gesmutsamer, und dcurn rsi bei Shakespeare nicht zu ersehen, oav M dieser Szene Tjag, in jener Nacht ünd in der daransi-'

folgenden Mondschein sein still. Abgesehen davon, sollen die Ver­dienste der Spi-ellttllcng nicht geschmÄett werden.

Bon den Einzelleistungen war die Ballv Scheidlers (Viola) am überraschendsten. Sie war fest und sicher in ihrer männlichen! Verkleidung und bestach durch Gesvondthtt t, Fttsche und gefälliges Auftreten. Mattba Gersdorff Halle -die Gräsin Olivia viel­leicht um einen Grad zu modern, zu wenig illyttsch aufgesaßt, war aber sonst ihrer Aufgabe völlig gewachsen. .Hermine Wossidlo (Maria) wußte sich temperamentvoll dem Duo Junker Dobias von Rülp und Junker Andreas von Mttchenwang amntfwffen, das von Wilhelm Hellmuth und Karl Steinmeyer dargestellt wurde. Tie beiden .Kumpane ivaren bttde glänzend, obglttch sich Junker Tobias mit seinem breitwuchtigen Huinor noch! bttonders auszeich- nete. Neben ihnen kam der Narr, Ernst Theiling, ttotz unver- keimbaver Anstrengung nicht ganz aus, wenn er auch diese Rolle besser ausftrllte, als man erwarten kkonnte. Eine Musterlttstun/ war dagegen der Malvvlio Max W e s ol o w s k i s , der wiederum in Stil und Spiel sein überragendes schauspielerisches Talent er­wies ttn Talent, mit dem, nebenbei bemerll, die Theaterltttung lange nicht genug wuchert. Um klttnere Rollen machten sich Oskar Feigel (Herzog Orsrno), Adolf Falken (Sebastian' Haus WerthMtann (Antonio) und Kutt Lerch (Faüio) verdient.

zz.

*

Wie die Amerikaner über englischeHel- dentatertt' denken. ^Zu Idem Zerrbilde, das dcw englische Nachrichtendienst von der Kriegslage entwirft, gehören auch die zahlrttchen Geschickten von den imgel-euren Heldentaten der eng­lischen Tomnries, die mir nichts dir nichts, womöglich unbeivaffnet, hunderte von deutschen Soldaten auf einmal zur Uebergabe zloingen. Die die vernünftige amerikanische Presse über solche Münchhausia- den denkt, zttgt derNewyork American^L der ein« seiner KiiegS- bettchterstatter ausgesandt haben will, um ttnen solchen englischen Heldensoldaten namens Tom Jones auszufragen. Der angeblick)e Kttegsberichtetttatter schickt seinem Blatte nun ttn paar reizende Geschichten, die er im Gespräch mit besagtem Dom Jones erfahren hat: König Georg stattete eines Tages unangemeldet dem Schützen­graben einen Besuch ab. in dem seine braven Domwies für den Ruhm ihrer teuren englischen Heimat kämpfen. Der Gemeine Djvmas Jones war der n\tc, der Seine Majestät erkannte. Gaw blimev!" (Gvd bleß mJc) rief Tommy aus:der König muß königlich begrüßt werden," Sv sprang er aus dem Graben,

setzte kühn über die deutschen Linien, ergttff 21 gewaltige 42 Zttn - Geschütze, kehrte mit timen unter dem Arm in den britischen öftaben Mrück und feuerte aus den 21 Geschützen Salut.Nanu," tte: General Harg besorgt, was soll das heißen? Sie lassen ja Granaten um Seiltet Waicita Kop, Wetten!"Ales in Ordmmq." samt

«we tüe King." - Durch sein Fern- Ö<ng = lI lö besorgt nach einer zehn Meilen

??? tag ' ^ ^K^kwes deuffches Feuer kam.Wenn Dämchen es sind," sagte er vor sich hin. aniTTetfen. ' Der Gemttne Tom Jones cncs-lusallrg gehört und sagte sogleich:Das >mll ich säwn herausbekommen, Herr General". Sv stellte er sich mbm E ^rr gwßen englischen Ge^ütze und flüsterte dem Kanonier etwas

,d)r !L aus. aber es war zu spät: als die

gewaltige Granate dre Mündung des Rohres verließ, schwana sich

& ^ 0Tlt - kühn hinauf und in 'oeniger als einer

.52, ^ ^rtwlb deutschen Linien.:e Sttnche

spate: meldell er dem General Haig:Es waren nu-- ei:: paar Ärusend, daher habe ich sie gleich mitgebracht." Hoch aus den

Sieger eine ic »ÄÄ die

streckte^ des britischen Grabens viele bahnt«

UTeme. ,^Den verdammten Kerl will ich sckstrn Bregen " riet iVr

bkS Ä einen kur^7Lff sprangin

rAugel des Zweideckers und zog sich an Bott- 2? ^^lick water landete er mit dem uXSrUtcn Nno-

und Füßen gefesselt saß.

52 wn-d von einem ungeheure^

23afte in? r C,1 L^ ei i r f r ingenomntfni ' i>cr 'gewaltigste::

bergestellt hat .Jawohl," sagte dm

wea ^auf mente Frage, es nimmt zwar viel Platz ick nutzt entbehren. Missen Sie, früber pflegte

^kötet hatte, eine .Kerlw rn meinen , U utachen, alvr bnbei verbrauchte ich täglich m io r?al>c ich mir denn schließlich eine Sfcffa die eute Wecke reichen narb." Ich zälckte die Kerlwn

lebten Logen war auch nicht viel loS."

des Berliner Gravbi- a f Ms Berlin nnrd :ms geschrieben ?as s^ndrr'ÄÄ^'r^^ lckvn ,m Herbst und Winteranstmg von sich langender Regsamkeit war, lwingt gegemvärtig eine Fülle