Ausgabe 
31.1.1917 Erstes Blatt
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bet (ieiqn: Sicilierme er Rigmidon von FrazrccPeAr-KreiSler urü> Vvaeruvrum und Allegro von Pugllani-Kveiskar. Dieser .Künstler welk ausgezeichnet alle Stimmungen, zu treffen, imb die Hörer ffii packen. Frl Wolter und Herrn Kkmfmünn begleüete Herr Stoll am Flügel, ein noch junger Pianist aus Berlin. Er be­handelte seine Aufgabe mit viel Geschmack, grofeeir Sicherheit und musikalischem Feingefühl, und unterstützte somit die Absichten der Betragenden auss beste. Zum Schluß kam Brahms Klariinetten- qulntett op. 114.x Dieses herrliche Werk wurde mit warmer Hin­gabe und trefflichem Gelingen gespielt.Nochmals klang Herrn Rul>ers weicher und beseelter Klarrnettenton arvs- Ohr, der so sehr an Mühlseld erinnert, und damit schloß der gevrnßreiche Nach­mittag.

** Obbornhofen, 29. Jan. Bet dem Holzznmchen im hie­sigen Gemeindewald trug sich he»ite ein schwerer U n g l ü cf § fall zu, inbem ein stürzender Baum den Landwirt Karl Mörschel unter sich begrub. Der Tod trat auf der Stelle ein.

Kreis Büdingen.

Echzell, 30. Jan. Der Besitzer der hiesigen Apotheke, Fritz Schmidt, zog sich eine Blutvergiftung zn, derer unter großen Oualen in der Gießeuer Klinik erlag.

Kreis Alsfeld.

Homberg a. b. Ohm., 81. Jan. Der Kompagnie-Feld­webel Ltldwig Born, Kaufmann. Sohn der Ltldwig Born VI. Witwe von hier. Inhaber der Hessischen TapferkeitsmedaKle, wurde ;m Westen mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet.

Kreis Schotten.

n. Schotten, 81. Jan. Zugunsten der Unterkunft >md kosten­losen Verpflegung heiinatloser Urlauber im Hessischen Lehrersieiin stiftete die Rheinisch-Nassauische Bergwerks- und Hntten- Gesckllschast in Stolberg (Rheinl.) den Betrag von fünfhundert Mark.

a. Schotten, 31. Jan. Das Eiserne Kreuz 2. Klasse wurde dem standwrhrmann Johannes Schaub im Jnf.-Regt. Nr. 114 ch'ir Tapferkeit verliehen.

a- E l ch e l s a ch s e n, 31. Jan. Der Landwehrmann Wilhelm Ps e fle r, Landwehr-Jns.-Regt. 116, 7. Komp., erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse. Gleichzeitig wurde seinem Bruder Otto Pfeffer von der 10. Komp, des Jnf.-Regts. 186 die Hessische Tapferkeils­medaille verliehen.

u. Rudingshain, 31. Jan. Infolge einer schweren Ver­wundung starb der 20jährige Heinrich R n p p e l, 5. PommerscheS Jnf.-Rgt. Nr. 42, 4. Komp., den Heldentod für? Vaterland.

23 c 1 1 1 r f e l b , 31. Jan. Musketier Hermann L e i d n e r, Res.-Jnf.-Nregt. 88, Inhaber der Hessischen Tapferkeitsmedaille, hat am 20. Januar das Eiserne Kreuz 2. Klasse erhalten.

Starkenburg nnd Rheinhesseu.

dz. Darmstadt, 31. Jan. Aus das bei der vaterländischen Kundgebung irnKaisersaal" am 27. Januar an den Kaiser ab- .gesandte Glückwunschtelegramm ist folgende Antwort eit,- .gelaufen: ..Saine Majestät der Kaiser lassen der Haupt- uud Residenzstadt Darmstadt für die freundlichen Glückwünsche und das Gelöbnis treuen Durchhaltens bis zum siegreichen Ende des Kampfes für eine glückliche Zukunft des Vaterlandes herzlich danken, (gez.): KabinettSrat v. Valentini."

22 . I u q e mh e i M, 31. Jan. Dem gestrigen Erdbeben ans Agram folgte am 30. Januar früh 3 Uhr 57 Minuten die Re­gistrierung eines bedeutenden Weltbebens, das 2'/, Stunden dauerte und dessen AnSgang scheinbar im südöstlichen Asien zu suchen ist.

rm. Jugenft^im a.d. Bergstraße, 31. Jan. Das zuletzt ge­meldete Webtbebeu. pa£ am 30. Januar früh ftirttfcmd. seinen Herd rm nördlichen Japan, vielleicht aus den schwachbevölkerten! Kurüeninseln.

Hessen-Nossau.

X Hanau, 30. Ja». Nach einer Bekanntgabe des Magistrats wird daS Stadttheater zur Ersparnis des Heizmaterials bis auf weiteres nicht mehr geheizt werden. Die selbstverständ- liche Folge dieses Beschlusses wird darin bestehen, daß die Direktion die Vorstellungen einstellen muß.

--- H S ch st a. M, 30. Jan. Dir Stadtverordnetenversammlung beschäftigte sich heute Ln öffentlicher und geheimer Sitzung mit dev Eiingemernduing der drei Nachbargemeinden Sindlingen, Zeilsheim nnd Nnterürderdcrch zu Höchst. Sic erklärte sich in den Grundrügen mit der Einverleibung einverstanden. Durch die Ein­verleibung wächst die (AnNychnerzahl der Stadt von 17 000 auf rund 30 (XX). Die Grundfläche steigt um 2000 Hektar. In dem EingemeidungSvertvag billigt Höchst den drei Ortschaften eine er- hebliche Reihe Vergünstigungen zu.

Letzte Nachrichten.

Deutsche Heldentaten in Rumänien.

cv rs P C r ** V '^0 Jan. (WTB. Nichtamtl.) Aus dem rumänische«! Feldzüge werden curzelne Kampfliandlungcn bekannt, äie ein Be- ^ die llnerschrockenlMt der deutschen Truppen und, ihren kühnen Kampfesgeist. Eine bayerische Division erreichte- - rmursck) nachts die Prahovabrücke zwischen Tarmancstc und Arrc^tr Tre 250 Meter lange Brücke war stark besetzt. In ocnen arm Leutnant Staad von einem bayerischen Infanterie- .Negcment mit 30 Mann unerschrocken an und eroberte die Brücke nach kurzem Gefecht. Ein rumänischer Oberst fällt. In knapper ^rot entkommt der rumänische Tivisiousstab im Auto. Leutnant St^b schickt jedyä Mann als Patrouille vor. Die rumänischen Soldaten erzählen, daß eine gmrze Division angreifen wird, woraus sich 350 ^Rumänen und 14 Offiziere ergaben.

Ern Zug eines bayerischen Regiments, der mir noch 50 Mann J}® 1 » überraschte bei SireÄancsti eine rumänische Batterie zu SlLr ®«!^ 01 * n Marschkolonne und eroberte sie nach kurzem Bei einem starken Aufstieg nach Matau erhielt dieser 50 Mann starke Zug starkes Flankenfeuer. Ter kommandierende Leutnant erbittet Unterstützung, kann indessen s-eine Leute nicht Mrucklmlten, die mit Hurra vorwärtSstürmen und zwei feindliche Kompagnien samt dem Bataillonskornjinandeirr nnd einer gerade auffahrenden Haubitzenbatterie zu inn GeschütMi in ihre Hand bringen. Im ganzen erbeutete di-eser 5 0 Mann starke Zug 600 tonn, nenn Geschühe 23 M u n iti o n swa g en und einen Sanitätswagen. Sechs Mann dieses Zuges wurden schwer verwundet.

Auf der Straße von TargowistePloesti drang der Offtziers- stell Vertreter Floral h in das Dorf Brataseance mit zwei M a n n Begleitung ein. Drei rumänische Offiziere ergeben sich und lresern die Waisen aus. Flovath läßt den rumänischen Brigade- Achutanten herbeirusen. Dieser verweigert die Uebergabe und schließt einen Kvc^ um die drei Bayern. Florath indessen über-, zeugt die Rumänen von der Nutzlosigkeit zedes weiteren Wider- standes, worauf sich 4 Os fixiere und540 ManNmit vier Maschinengewehren ergeben, angesich^ in der Ferire Marschierender dQttscher Artillerie, der das rumärristl-e Feuer hätte gefährlich wexden können.

Leutnant Seemüller des gleichen .Bataillons berichtet, daß der Erfolg bei Jnotesti von Lalojyska aus hcruptsmAich der Unerschrockenheit der Bayern zu danken ist. 12 3 Mann über­rannten in 2 Kilometer Breite trotz lebhaften Maschinengewehr-, und Artillerieseu-ers drei rumänische Stellungen. Eingeschüchtert durch efti solches Ungestüm, ergaben sich die Besatzmrgen der rumänischen Gräben und ließen sich von einzelnen Leuten der stürmenden Bayern ckbfühvSn.

Die letzten Ententerüstungeil für die Entscheidung.

Amsterdam, 31. Jan. Wie aus zuverlässigen Londoner Quelle berichtet wird, versuchest die Verbandsmächte eine Zentrali­sation aus den verschiedenen Gebieten der Kriegführung durchsu- führen. Marine- .und .Schiffahrtswesen verbleiben auÄchlirMch in englischer Leitung und Kontrolle. Die Kriegjührimg zn Lande ist den Generalen N i v e l l e Und Robertson unterstellt fvvrden, die sich über die Bedürfnisse an Truppen und Material ans allen Kriegsschauplätzen informieren und das Ergebnis den Re­gierungen Englands, Frankreichs. Rußlands und Italiens nrit- tcilen. Lloyd George ist mft piner nnerinüdlrcheu Energie tätig, daftir zu sorgen, daß die von den Generalstabschefs ge­stellten Forderungen^ schnellstens erfüllt werden. In dieser Beziehung geht die neue Regierung in England ohne jede Rücksichtnahme vor und hat dadurch Organisationen in Frankreich und Italien erreicht, die früher mrmöqlich schienen. Nur in Rußland gehen die Tinge noch immer rückivärts, anstatt: vorwärts. Deshalb beu.rteilen die Sachverständigen die Kriegslage augenblicklich so, daß die Operationen an der Westfront, Italien mtb Mazedonien ganz unabhängig von deir russischen sftck». Bei den Frühjahrskämpsen werde es sich zeigen, inwieweit Rußland die

anderen Fronten noch entlasten kann oder ob es selbst Hilfe ge­braucht. Hn allen Verbandsländern ist augenblicklich: infolge der Kohlennot eine VeriniTiderung der Munitionserzeugung feft- zustellen. Dock) nimmt man in der, rnaßgebenden Kreisen der En­tente an, daß bei den Mittelnrächten derselbe Einfluß sich gellend macht. Alle Fachleute, in (Ärglaud sowohl wie in Frankreich, ge- ftel-ev ein, daß die Rüstungml in beiden Ländern nicht höher ge­bracht weiden können, da jetzt alle nur denkbaren Kräfte heran- gezogen seien. Bon einer längeren .Kriegsdauer könne also keine Rede mehr ferm Diese Erkenntnis sei auch in den Kreisen wahr- zunehmen, die die 2 )eran 1 wotttzmg tragen.

Französische Wiederfroberilnasverinchk auf der Höhe 304.

Berlin. 30.Jan. lWTB. Nichlanttllch.) Auch am gestrigen

Tage erneuerten die Franzosen vergeblich ihre Miedererobernngs- versuche der yerlorengegangenen Gräben ans der Höhe 304, o.be den Talkessel von Esnes, mH die dort befindliches wichtigen 5 u- gangsstraßen beherrscht. Nach lebhafter Feuertätigkeit ivährend des Tages lvurden um 5 Uhr früh die Vorbereituuaeu zu einem sran- zöftichen Angriff erkannt.^ Heftiges deutsches Ärtilleriefeuer hielt den Angriff nieder. Um 7 Uhr unternahmen die Franzosen einen Vorstoß, der überlegen und leicht zurückgewicsen wurde. Ein 7 Uhr 45 Minuten erneut vorgetragener ^Angriff erlitt dasselbe Schicksal. Du Nacht verlief ruhig.

, An der russischen Froitt beeinträchtigt empfindliche Kälte, an Einzelnen 'Abschnitten bis zu 20 Grad, die Kampstätigkeil

Auch in Rumänien herrscht.neben hestigeni Schneetreiben seit ntligen Tagen empfindliche Kälte. '

Die französischen Vorbereitungen.

cl ^ ^ ^ k: ^ öam , 30. Jan. Ein Korrespoiidcnt Reuters meldet, iL 10 ow^^vsen den ganzen Wjinter hindurch an fast allen Ab- IchnEen ihrer 400 Meilen langen Front damit beschäftigt waren, wo Befesttgungswerke auszubessern und neue zu errichten. Der franzwfisck>e Oberstkommandierende könne deshalb die Offensive an ieder von ihm gewählten Stelle beginnen. Weiter wurden Nor- mal- '.lind Schmalspurbahnen aiigelegt, Straßen gebaut oder für den Transport wn Kriegsmaterial und Truppen neue hergenchtet, o'olnd unmöglich herausftnden könne, Ivo der nächste schlag von den Alliierten geführt werden tvrrd. Ein ausgedehntes

emzige wichtige Stelle der Front unvorbereitet finden. Und da- durch, daß diel Franzosen überall Befesttgungen angelegt haben, wird der A.ufklärnngsdienst des Feindes gründlich irregeführt. (So sagt ReutQe. D. Red.)

Eine neue Friedensaktion Wilsons?

Lugano, 30. Jan. Ter Newyorker Berichterstatter der ^/Ltanipa" b>-richtct, daß Präsident 23ilson entschlossen ist, seine Fnedensaktioil fortzufetzen. Durch eine neue Note, deren Text mcht^veröffenplicht werde, gedenkt er in einer posittven überzeugen­den Form mr die Unterstützung einiger europäischer und ameri- kanifcher Neutraler zu appellieren. Die Note soll auch eine .Klar^ legung (her Moft ve enthalten, die den Präsidenten bewogen t-abeii eine Reform des Seekriegsrechtes 31 t beantragen

Amerika und der U-Bootkrieg.

London, 30. Jan. (WTB. Nichtamtlich.' Meldung des Neuterschen Bnrea^is. Die New Vorker ZeitimgEveiiing Sun" meldet ans Washington, das Staatsdepartement denke daran, neue Verordnungen für Hasenofsiziere zu erlassen, durch welche es den Handelsschiffen der Kriegfühvenden gestattet werden soll, wegen des Charakters der Kanipsoperationen der denk scheu U-Boote schwerere Geschütze, nnd zwar sowohl am Vorder- als am Hinter­schiff zu führen.

Die Eisve.chältuisft und die Schiffahrt.

Kopenhagen, 31?Jan. Infolge der anhaltendeii strengen Kalte ift die dänische Schiffahrt sehr gefährdet. Die dänischen Ge­wässer sind teils mit eirrer festen Eisdecke bedeckt, teils mit Treib­eis angefüllt. Eine Anzahl .Häfen ist vollkommen vom Eise blockiert, eine große Zahl Schiffe sind im Eise eingefroren. Mehrere Damvser- verbindungeii wurden enigestellt, darunter die im Sunfd und nadf Schweden. In den letzten 25 Jahren sind nicht so bedeuterrde Eis- masseii im Kattegat und namentlich an der jütländischen .Küste be­obachtet worden, wie diesen Winteir. Auch läätgs der norwegischen Küste wurde die Schiffahrt durch Eis behindert. Mehrere Dampfer sind festgefroren, die regelmäßigen Postdampferverbindungen längs der norwegischen Mste teilweise eingestellt.

Ans der Schweiz.

Bern, 31. Jan. Die deutsch-schweizerischen Gesell­schaften in Basel, Bern, Glarus und Zürich haben an den chweizerischen Bundesrat die 2luffordernng gerichtet, er möge die Ausfuhr von Geschossen, Geschoßteilen, Zündern und Zünderteilen verbieten, um dadurch das Seini<ie zu der Beendigung des Krieges beizutragen.

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