2)»e Konferenz in Vetersvnrg.
Petersburg, 29. Jan. (MTB.) Meldung der Petersburger Telegrapben-Agentur. Zur Teilnahme an der hier statt- bindenden Konferenz der Alliierten sind eingetroffen «ls Vertreter Frankreichs Toumergue, Minister für Kolonnen, und General Castelnau, als Vertreter Englands Lord Milner, Minister oline Portefeuille, Lord Reilstone. bevollmächtigter Minister und 'General Sir 2&Ion, als Vertreter Italiens Minister Seisloje und General Graf Leoeroht.
' ^ Berlin, 31. Jmmar lieber die letzten Entente- rüftungen für die Entscheidung iveiß ein Londoner Gfc= wahrsnmnn der ..Vossischen Zeittmg^^ zu berichten, daß versucht werde, eine Zentralisation auf den verschiedenen Gebieten der Kriegführung durchzuführen. Marine- mrd Selnffahrtswesen sollten ausschließlich in englischer Leitung und Kontrolle bleiben. Die neue Regierung in England gehe ohne jede Rücksichtnahme vor dnd l>abe dadurch Reorganisationen in Italien und in Frankreich erreichst, die früher unmöglich schienen. Nur in Rußland gingen die Tinge noch immer rückwärts anstatt vorwärts. Bei d^i Früh- jahrskämpfen werde sich zeigen, inwieweit Rußland die arideren Fronten nod) entlasten könne, oder ob es selbst Hilfe gebrauche.
^Jn der „Krenzzcftnng" heißt es: Die Kontrolle, die England ausübt, um Rrcßland aktionsfähig zu hallen, steigert die Abneigung gegen die Engländer. Schließlich bängt alles daran, »me fest die Bundes treue des Zaren und die allerdings sehr starken Faden sind, die eine konsequente jahrelange Politik zwischen London und Petersburg geknüpft hat.
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Der Kohlenmangel in Norwegen.
Kristiania, 30. Januar. (WTB.) Zur Sicherung der F- e ue ru n g s v o r r ä t e im Wünber für den Verbrauch in Hauslraltungen und in der Industrie hat der Proviantierungsrat beim Stadtrat vorgeschlagen, daß die Kirchen nur an Sonn- und Feiertagen geheizt weichen. — .Tie Theater und Vergnüg ungsstatten sollen nur au zwei Tagen in der Woche mit Feuerung versorgt werden.
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der „Sjoefartstidende" aus Bergen verließ der in Bergen hermatete Dampfer „Hallbjverg" New York mit einer Stückgutladung nach Bordeaux. Seitdem wurde nichts mehr von ihm gehört. Nunmehr meldet der Kapitän aus Bandrup, daß der Darup fer am 14. Dezember bei 26 Grad westlicher Länge versenkt wurde. Tie Mannschaft ist gerettet. Das Blatt meint, es sei nicht unwahrscheinlich, daß der Dampfer während der letzten deutschen Kreuzer fahrt im Atlantischen Ozean versenkt wurde- und die Mannschaft dieses norwegischen Schiffes jene sei, die zusainmen mit anderen Seeleuten auf dem von den Deutschen gekaperten Dampfer „Yarrow- dare" am 31. Dezember in Swinemünde eintraf.
Marstal, 29. Januar. (WTB.) Die Kopenhagener Schonerbrigg „Bega", die mit einer Ladung Tee von England nach Frankreich unterwegs war, wurde am 24. Januar von einem deutschen Unterseeboot versenkt. Die Mann-'
! schuft ist in Morbihan in Frankreich eingetrosfen.
> Bern, 30. Jan. (WTB.) Lyoner Blätter melden aus Coruna: Die Besatzungen des versenkten englischen Dampfers „I e v i n g t o n" und der norwegischen Dampfer „D o n- stad" und „Fulton" wurden hier gelandet.
London, 30. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyds meldet, daß der englische Fischdarupfer „Alexandra" versenkt wurde. Die dänische Goelette „Beaa" wurde am 24. Januar versenkt.
London, 30. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyds meldet. Der Dampfer „Argo" aus Haugesund ist in die Luft geflogen. Neun Mann der Besatzung wurden gelandet, neun sollen ertrunken sein.
London, 30. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyds mel- det, daß der portugiesische Dampfer „For de Deuro" versenkt worden sein soll.
Ans tont Reiche.
Persien und die Botschaft Wilsons.
Haag, 29.Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Namhafte persische Parlamentarier haben von hier aus folgendes Tele-- gramm an den Präsidenten Wilson abgesandt:
Ihre jüngste Botschaft an den Senat betreffend die geheiligten Rechte der kleinen Dölkele bat in dem Blusen des persischen Volkes Aae glühende Hosfnnng für die Zukunft seines Vaterlandes erweckt. Im Aufträge unseres Volkes tmienden wir uns an Sie und die edle amerikanische Nation und bitten Sie, Ihren mächtigen Einfluß vufzubieten, um auch für die alte persische Nation die Anwendung imer, geheiligten Grundsätze zu sichern, tvelche Sie in Ihrem edlen -Memchlichkeitsgefühl si'ir die gerechte Vorbedingung für einen dauernden Weltfrieden erklärten. i
Mahid ul Mulk, Mitglied des persischen Parlaments.
Tagt Sade, Mitglied des persischen Parlaments und Führer der persischen demokratischen Partei.
Die Sorgen zrankreichs.
Der Zeekrleg.
Die Verluste der feindlichen Handelsflotte«:
feit KricgSbeginn über 4 Millionen Tonnen.
Berlin. 30 .Jan. (WTB. Amtlich.) Im Monat De° zemver sind 152 feindliche Handelsfahrzeuge von insgesamt 329 000 Bruttoregistertonnen durch kriegerische Maß- Muren der Mittelmächte verloren gegangen, davon sind .240000 Tonnen englisch. Außerdem wurden 65 neutrale Handelsfahrzeuge mit 86 500 Tonnen wegen Beförderung mn Bannware zum Feinde versenkt. Das Dezember- Ergebnis beträgt also insgesamt 415 500 gurren Seit Beginn des Krieges bis zum 31. Dezember 1916 sind damit und unter Hinzurechnung der im Laufe des Gahre- nachträglich bekannt gewordenen Kriegsverluste dirrch rrregerifche Maßnahmen der Mittelmächte 4 021500 Ton- ,'nen ferndlichen Handelsschiffsraums verloren gegangen. Davon sind 3 069 000 Tonnen englisch. Dies sind fast 1 5 P r o - ,§Eutder cnglischenGesamttonnagezu Anfang ^E s K r l t ge s. Im gleichen Zeitraum sind von den See- iKertkräften der Mittelmächte 401 neutrale Schiffe mit D37 000 Tonnen wegen Ban nwarenbe fordern na versenkt oder als Prisen venrrteilt.
Der Chef des Admiralstabs der Marine.
Feindliche Schiffe in den Häfen der Mittelmächte.
^Berlin, 30 Jan. (WTB.) Wie wir an zuständiger slnd bei Ausbruch des Krieges in den Häfen >dei Mittelmachte 99 feindliche' Fahrzeuge mit 189 000 Ton- Mn davon i5 englische Schiffe mit 173500 Tonnen beschlagnahmt ivorden.
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Berlin, 30. Jan. (WTB.) Eines unserer Unter- (see boote hat nt der Zeit vom 18. bis 25. Januar außer gemeldeten Zerstörer noch 17 Schiffe mrt 18 0ci6 Br.-R-T. versenkt. Unter der Ladung der ver- Schtsie befanden sich 15000 Tonnen Getreide, etwa 7600 Tonnen Kohlen, weiter besonders Grubenholz, Phos- jHhat und sonstige Bannware.
o°fo e ^ a r$ c u, 29. Jan. (WDB) Der dänische Damp- ,fer „O. B. Suh^" «1900 Tonnen) soll nach einer Lloydrnel- chung von einem deutschen Unterseeboot versenkt worden fern. Demgegenüber erklärt „Nativnaltidende", es bestehe retn i^rund zu der Annahme, daß der Dampfer versenkt wvr- sei: vteunehr tst es wahrscheinlich, daß er infolge Auf- ^ens auf etne Mine gesunken ist. Das Schiff befand sich mit Stückgütern aus der Reise von England nach Dänemark '^s bestand daher für das Unterseeboot kein Grund, es zu «versenken. Außerdem erfolgte der Untergang des Dampfers ,nn der Nordsee, unweit von New Castle. Ai^h das macht es 'wahrscheinlich, dag der Darnpfer auf eine Mine gestoßen ist. -Dre Bejatzitng wurde von dem dänischen Dampfer ,'Jakob- ffeNk 'gerettet, der sich auf dem Wege nach Kopenhagen be- .sindet. — Mit dem dänischen Dampfer „Expreß" traf gestern t!*? 1 " au ' 1 ° ^ ann bestehende Besatzung des norwegischen Dampfers „Deror" ein, der, wie der Kapitän berich- ***' am vertag morgen im Skagerrak mit einer Holzladuna vuf der Reise von Norwegen nach England von einem deut- ffchen Unterseeboot versenkt worden war. Da stürmisches .Wetter herrschte, war das Unterseeboot bei den Booten ge- .blieben, in denen sich die Besatzung befand. Ein Dampfer ^der sich näherte, war von dem Unterseeboot zum Anhalten .anfgesordert worden, hatte aber plötzlich seine Richtung geändert und war vor dem Unterseeboot geflüchtet Geaen Attttag nxLx die Besatzung von dem dänischen Sch^^ ^,Fuglen ausgenommen worden, der diese eine Stund« Später an den Dampfer „Expreß^' abgegeben hatte Bei war der Dampfer ins EiS geraten und hatte noch 20 Stunden restgesessen — Ferner trafen gestern hier mit Lem oanischen Dampfer „La Cour" die Besatzungen der ^nychen Dampfer „Omsk- und „O rma" ein, die am °l l Unterseeboot versenkt worden waren 18 dänischen Dampfer „Dagmar", der ^
^Unb^eg^n L^^ EüK- auf eine Mine gestoßen
Die lärrnvsllen Verhandlungen der Pariser Kammer werden zurzeit von Freund und Feind mit Spannung ver- Verlauf läßt auf die künfttge Haltung K.^kretchs und den weiteren Gang des Krieges schließen. Miniiterpräsident Briand ist wieder einmal aus dem gröbsten heraus. Aber die Mehrheitszahl des Vertrauensvotums ist bedenklich kleiner geworden. Die Stürme sind noch nicht I vorüber, die sein Kabinettsschiff plötzlich aus den Strand j werfen können. Zwei schwere Sorgen sind es, unter denen ganz Frankreich jetzt seufzt und die im Palais Bourbon von den oppositionellen Gruppen schonungslos enthüllt und besprochen werden, nämlich die Kohlennot und die N ach m u st e r u n g s f r a g e. Die Interpellation über die w nno * bereits am Dienstag verhandelt. Bezüg
lich des 9Lachmusterungsantrages schwebt noch der Zweifel, ob nur die vor dem Kriege zurückgestellten, für untcnrglich Befundenen oder alle U's und D. tl's nachgemustert werden sollen. Die Kohlenfrage ist in den letzten Wock)en das bren. nendste wirtschaftliche Problem in ganz Frankreich gewor 2£ n cm3?. Friedenszeiten verbrauchte Frankreich jährlich 60 Millionen Tonnen Kohle. Von diesen 60 Millionen Tonnen lieferten die französischen Bergwerke 40 Millionen, wahrend das restliche Drittel von England (10 Millionen), Deutschland (6 Millionen) und Belgien (4 Millionen) ein- geführt wurde. Die Besetzung der für die Kohlenindustrie so > überaus wichtigen Provinzen durch unsere Truppen und der !, o * n Frankreich ergab ein Manko von 40 minus
18 Millionen Tonnen = 22 Millionen zuzüglich der von Teutschland und Belgien sonst herein ko mm enden 10 Millionen insgesamt also ein Defizit von 32 Millionen Donnen! Dav erford^liche Quantum ins Land zu bekommen, erschien anfangs nicht so schwer, da Frankreich ja von dem Bezüge überseeischer Waren nicht abgeschnitten ist. Aber die Preise' Es ist doch offenbar, daß die vom Auslande kommende Kohle nicht zu den gleichen Preisen wie die heimisck>e ge-
Preis der französischen Nordkohle stellt sich auf 28 Franks, während die eingeführte Haus- brandkohle in allen Häfen 52 Franks kostet! Also mehr als das Doppelte! Zu diesem Umstand kamen im Laufe des Krieges immer starker verschärfende Momente: Der wach- jende Frachtvaummangel Englands und Frankreichs selbst,
I dreSchwierigtett, neutrale Schiffe in genügender Anzahl zur Kohlenuberurrttsirng heranzuziehen, dre Abnutzung und Ber- rrngerung btf Bahnmaterials und schließlich die besonderen ! Verkehrsmißstande der Winterzeit. Nach den neuesten fran- Berechnungen ist die Kohleneinfuhr von zwei Millionen Donnen in den Sommermonaten 1916 auf eine Million merhunderttausend im Dezember gesunken. Das durfte aber eine noch allzugünstige Darstellung sein. Richtig ist sedenfaW sur Januar 1917, daß die Kohleneinfuhr noch unter die Halste des notwendigsten Bedarfs gesunken ist daß die Wirklich „eingefuhrte" Kohle trotz aller verzweifelten Maßnahmen einfach nicht bis zu den Heizkesseln der Fabriken, mcht in den Ofen des klerneti Manues gelangt. Uiw daher die große Not im ganzen Land und die bis Revolte geladene Stimmung in Paris. Die weiteren Aufsitzlnsse wird wohl die Verhandlung der Kammer geben.
"^bere" ^rzeitige Sorge der Franzosen, die Nachmusterung der Untauglichen anbetrifft, so wird sie. allgemein rm ganzen Lande wie eine nationale Katastrophe ^npfunden Nicht weil einige Tauseild halbe Krüppel wieder T " bie zu kommen, sondern weil die
Absicht der Regierung das ,o lange ängstlich gehütete Ge- fcteÄ arlc übrigen Mannschaftsauellen des säauzösisc^n Heeres ausgetrocknet sind. Kein anderer wie Senator Hmnbert, der ÄNann der Kanonen und Munition l^ steht nicht ur dem Verdacht, die Schlagkraft des Heeres schwachen zu wollen!) schließt einen Artikel gegen eine noch- ^ ^?^?"^rung der Untauglichen mit den Worten- „Und selbst wtenn man, käste es, was es wolle, noch einmal aus dieser vertrockneten Quelle schöpfen sollte, um die Zahl unsrer Truppen aus dem Papier zu vergrößern, welchen Nutzen konnten wir davon haben? Man wird die Depots mit traurigen Soldatengestalten füllen, von denen die mei- 5™, jemals, an dre Front kommen, oder nur ganz kurze Zeit dort bleiben werden. Man wird unsere Kampfeinheiten mit wertlosem Nachschub beschweren, dessen geschwächte Kraft nur emen ungünstigen Einfluß auf die Waffcngefährten aus- u fy n t ann - Diese Unglücklichen werden große Kosten verursachen, man wird ihre Familien unterstützen müsien, und Erfolg wird sein, daß man dem bereits gefährdeten wirtschaftlichen Leben Arbeitskräfte entzogen habeil bauen zu können glaubte!" Wenn ein Mann T bricht, ist wohl kein Zweifel er-
daß in der Tat Frankreich rn seinen Untauglichen heute feine Reserven mehr für sein Heer besitzt.
?0 Jan (WTB. NÄhttmEich.) „Prvgvcs de Lvon" ^ ^wahrsiheinlich. daß die Klasse 1918
- t i FEblahrs etrtbentfen iverde. Ter Unterrichts- habe Üer^s Maßnahmen getroffen, damit die Angv-
Sidtilat twafiute.
Ein Preisprüftrtag in Stuttgart.
Stuttgart, 30. Jan. (WTB.Nichtamtl \ STm 27. Jan. fand» mr Stuttgarter Ratbause eiue zwanglose Auüfpracbe zw-rschen den Vertretern der PreisprüfungSstellen des süddeutschen WirtschasiÄ- gemetes statt. Auf der Tagung waren die Vorstände und Go- fchastsführer fast sämtlicher groß- und mittclftöbtifcfjcai und Lan-' despreisprüfungsstellen aus Baden, Bal)erir, Elsaß, .Hessen, Hessen^ Icajiau und Württemberg anwesend. Auch die stellvertretende Ge- neralkommandos des Wirtschaftsgebietes und die Volkswirtschaitliche .-wteüung des Kriegsernähriingsamtes -hatten die Konferenz be-
f schickt. Ter erste Vortrag bel)andelte das Zllsanwrenarbeiten von reisprütungsstellen und Zulassungsstellen bei der Bekämpfung des ettenhandels, der zweite die Genntinberechnung des Handels, Zugrundelegrmg der neuesten Rechtsprechung des Reichsgerichts,. em dritter die Ersatznffttelfrage, ein vierter und letzter den vom Gesetz gemachteil Untersckffed zwischen übermäßiger Preissteigerung und übermäßr^em Gewinn. Zrun Schlüsse wurde allgemein der Wunsch ausgesprochen, 'daß die nächste Tagung, die dann die dritte dieser Art sein würde (die erste fand in Karlsruhe vor einem! yalben ^^ahre statt), nicht nur auf das süddeutsche Wirtschaftsgebiet beschrankt werde, sondern daß versucht werden soll, die Preis- prusungsftellen für Nnrddeutschland zu gemeinsamem Vorgehen hevanzuzrehen.
Aus Stodt und Cand.
Gieljen. 31. Januar 1917.
Auszeichnungen. Heinrich T r e ch s l 1 1 , Kriegsbeschädigter, s. Zt. Musketier im Lothr. Jw.-Rgt. Ui, 8. Komp., erhielt am 27. Januar das Eiserne Kreuz 2. .Klasse. - Ernst Loh men er, ein bekanr^tks Mitglied des Gießener Radfahrer- ^.Er^v^ ber gegenwärtig im Lazarett Steins tzwrten liegt, wurde- dle Hessische TapserkeitSmedaille verliehen, nachdem er schon Inhaber vom Eisernen Kreuz 2. -Lllasse und vom Bayerischen Militär- Verdtenslkreuz 3. Klasse mit Schwertern war.
** Das Kriegsehrenzei chen Nmrde folgenden Mitglied dern der frerwtll'igen Sanitäts-Kolonne Gießen vom Roten KsteuL ^rlrehen : Konrad Graulich, ftellv. Kolomrenrührer, Heeinrich R. r a us b a a r, Zugführer, Johannes Germer, Gruppenführer, Kaspar Becker, Behrend Behrens, Adolf Bourgeois/ Leonhard Decher t, Otto G(ifevius, Otto Hirz, Mrrl Jung, vermami Nagel, Heinrich Polratzky, Karl Wel- nsE r ' •WTTrtcr) Wo l f f. Dl ^-Auszeichnungen wurden bei einem ^bp^ll durch den Vorsitzenden nsit einer Ansprache überreicht.
c- ^ ^ uf. Im heutigen Blatte richtet der Stadtaus
schuß der Großherzog-Jubiläumsspende für die Stadt Gießen einen Aufruf zur reichlichen Spende für eine Jubiläums- strttung zur Schaffung von Einrichtungen, die der Erholung und Kräftigung unserer hessischen Krieger in einem Erholungsheim dienen soll. Jede, auch die kleinste Spende ist wilt- tonnnen. Es findet eine .Haussammlung statt. Gaben nehmen: entgegen: die Banken, die Bezirksspartässe und die Stadtkasse.
** Die beiden WohltLitigkeitsvorstellun- gen zugunsten der städttschen.Krregsfürsorge an Groß- herzvgs Geburtstag, 25. November 1916,. und aii Kaisers- Geburtstag, 27. Junuar 1917, erbrachten zusammen einen Reinertrag von 1428.05 Mk, welcher Betrag vom S>tndtthectter <rn die Stadtverwaltung äbgeliefevt wurde.
* Aus dem S t a d t t h e a t e r b u r e a u. Das altbewährte wkitglied unserer Bühne. Herr Regisseur Otto Conrad i, begeht im Lause des Februar sein f ü s z i g j ä h r i g e s Bühnen--
u b i l ä u nt. Aus diesem Anlaß loird eine besondere Vorstellung als Ehrenabend für den Jubilar anges'etzt werden und zwar soll der bekannte Schwank »Der Raub der Sabinerinnen- mit Herrn Conrad als Striese gegeben werden. Weiteres wird noch, bekannt gegeben.
Jungwehr: Mittwoch. 31. Januar. Antreten: 8Vi Uhr. Komp. 620: Realgymnasium, Komp. 621: 1. und 2. Abteilung: Oberrealschule.
** ZuckerauSgabe i m Monat Februar. Nach einer Mttterlung der Einkaufsgesellschaft für das Großberzogt»,m Hessen m. b. H. in Mainz gelangen für den Monat Februar wiederum 500 Gramm auf den Kooi der Bevölkerung zur Ausgabe. Es gellen die Zuckerinarken Nr. 6 und 7; mit dem 28. Februar 1917 verlieren die noch nicht eingelösten Marken, ihre Gültigkeit. Tie einzelnen Kommunalverbände werden noch bekannt geben, von welchem Tage an die Zuckermarken bei den KleinhandelsgeschLsten gegen Zllcker eingelost werden können.
** lleber Bezugsscheine für Schuhe befindet ficy i»n heutigen Anzeigenteile eine Bekanntmachung, auf die wir hiermit besonders Hinweisen.
Verordnung für Zink tritt am 1. Februar 191, in Kraft, in der für Zink je nach dem Feingehalt, mich für ungeschmolzenes Zink. Altzink und dergh. und siir Zink in Erzen Höchstpreise festgesetzt werden. Ueber die Anwendung der Hochstpreiie in verschiedenen Fällen, auch bei Weiterverarbeitung des Zmks, sind bestimmte Richtlinien gegeben. Ausnahmen von den Bestimmungen der Höchstpreisbekanntmachnng können insbesondere bei Einfuhr gestattet werden. Anträge und Anfragen sind an dick Metallmelde stelle der Kriegs-Rohstoff-Llbteilung des Kriegsamts des Königlich Preußischen Kriegsministeriums, Berlin W. 9. Potsdamer Sttatze 10/11 zu richten. Einzelheiten sind aus dem Wvrttant der Bekanntmachung zu ersehen, die in unserer heutigen'Nummer veröffentlicht und am Bürgermeistereigebäude angeschlagen ist..
* Im Lichtspiel Haus Bahnhofftt. '34 steht auf dem
Spierplan vom 31. Januar bis 2. Februar „De verschlossene Tür" Kriminalfilm in 4 --v- - Akten mit Maria Widal in
der Hauptrolle. Llußerdem das Lustspiel „Tie Bierleitung" in zwei Akten und ein gutes Beiprogramm.
Landkreis Gießen. '
^ 31. Jan. Man schreibt uns: Tie Konzerte in Schloß
Lich, die sich zu einer ständigen Einrichtung im Musikleben vom Oberhessen hevanzubirde» scheinen, sind ein Kulturfaktor von nicht zü unterschätzender Bedeutung und verdienen darum besondere Be- achwng. Die Programme bieten stets selten gehörte Kompost- 'ttonen, die Besetzung urw Bearbettting einzelner Werke war durchaus originell und interessirLt, und namhafte .Künstler, die Schönes und Reifes gaben, waren däbei vertreten. Das letzte Kvnzett am 21. d. Mts., war ein Kammerkonzert nrit geschmackvollem Pro- avamm und ausgezeichneter Medergabe. Es begann nrit dem A--dur Marinettenguitett von Mozart. Die Herren: Riechckrs (Klarinette) Frankfurter Opernhmü^, Ferdinand Kaufmann lerste Geige), Professor Walter«zweite Geige), G e r n ha rd kBratsche^ Hermann (Cello) Gießen, spüüten dieses entzückende Werk mit einem Tust, einer Zartheit, bestmders im Adagsti, so im Sttle Vtozarffcher Zeit, in klarer Hevcnv.^arbeitting und feiner Charallk- ristik, daß man schnc helle Freude darmr hatte. Herr RsecherS ist Meister auf seinem Jnftrumeatt. Seiner Klarinette entströmen klangschöne, tveiche Töne, seine Techäik ist von größter Leichtigkeit, überwindet spielend alle Schwieriitkeiten, imd hohes musikalisches sowie poetisches Emipstnden tvohhtt in seinem Vortrag. ^— Nach dem Quintett erschien Frl. Cha.ffotte Wolter- Berlin und sang Lieder von Schubert und Bvahnrö. Tie Sängerin besitzt eiye prachtvolle und ergiebige Altstimme, die in allen Registern glänzerch durchgebildet ist. Das Timbre dieser «Stimme ist von satter und edler Färbung, man wird schon dadurch gefesselt: hierzu kommt ein musikalisch vertiefter iind beseelter Bottttag, und eine ungemefttt sympathische und persönliche Gestaltungskraft. Es waren Gesangsleistungen von lwher Kulttir, die uneingeschränkten Beifall fanden Ganz besonders schöii in Ausdruck und .Stimme uxrmt Der Tod und das Mädchen" von Schubett, „Sapphische Ode" 'von Brahms und beint zweiten Auftreten „Im Traibbauc;" von Wagner Nach den Gesangsnummcrn kam die G-dur-Sonate von Grieg ftp Violine und Klavier, gespielt von Ferdinand K a n f m a n n mtt Herrn Stoll am Klavier. Herr Kaufmann entwickelte wieder alle Vorzüge seines schönen Spieles ; großen edlen To^n, perlende Technik und leidenschaftlichen kraftvollen Vorttag. RaH einer, nur auf dem Programm vermchrten, aber kautn eingehaltpiie^ Pause, spielt«


