Ausgabe 
25.1.1917 Erstes Blatt
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CHii Besuch de» Herzogs Adolf Friedrich zu Mecklen­burg in der Schweiz.

Bern. 23. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Ter Buttdespräsident Hat heute den Besuch des Herzogs Adolf Friedrich zu Mecklenburg enrpfangen, der zurzeit zum Besuche internierter Kolonial Deutschen aus Mecklenburg und Sachsen-Meiningen in der Schweiz weilt. In der Begleitung des Herzogs befindet sich Kobmetttchei Freiherr von Gebs-attel, sonne Botschaftsrat von Bethmann Hollweg. Anschließend stattete der Herzog auch dem Chef des politischen Departements Bnndesrat Hoffmann einen Besuch ab.

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Eine englandfeindliche Kundgebung in Irland.

Rotterdam, 24. Jan. (WTB.) Nach hier eingetrofsenen englischen Blättern kam es in einer politischen Versammlung in Limerick (Irland^ zu einer englandfeindlichen Kund­gebung, die die Polizei zum Entschreiten veranlagte.

Der Zeekrleg.

Das Seegefecht in der Nordsee.

B e r l in, 24 . Jan. MTB.) In Ergänzung der amtlichen Meldung über das 'Gefechtzwischen einem/Teil unserer Tor­pedoboote und englischen leichten Streitkräften am 23. Januar früh werden nachstehende Einzelheiten bekannt: Gleich zu Beginn des Gefechtes, das sich während der Dunkelheit ab spielte, erhielt das F ü h r er f a h r z e u g ,,V. 69" einen Volltreffer in die Kommandobrücke. Dieser Treffer tötete den Flottilenchef, Korvettenkapitän Max Schultz, der seine Flottille seit Beginn des Krreges stets mit Schneid und Erfolg geführt hatte, sowke wertere zwer Ofsiziere und einige Mannschaften, und verursachte eine Ruder Havarie, die zu einem Zusammenstoß mit einem an­deren Boot führte.V. 69" ist dann in schwer beschädigtem Zustande unbelästigt vom Feinde nach dem niederländischen Hafen Pnruiden eingelaufen. Das vonB. 69" gerammte Boot hat trotz seiner Beschädigung am Gefecht weiter teil­genommen und im Verlaufe desselben einen englischen Zerstörer durch Rammen schwer beschädigt. Der Zerstörer wurde später durch unsere Flngzengaufklärnng in sinken­dem Zustande sestgestellt. Dem deutschen Torpedoboot gelang es trotz seiner infolge des zweimaligen Rammens herab­gesetzten Geschwindigkeit, ungehindert vom Feinde einen deutschen Stützpunkt zu erreichen. Ein drittes Boot, das in der Dunkelheit während des Gefechtes die Fühlung mit den anderen verloren hatte, stieß auf zahlreiche starke Torpedobootszerstörer, griff sofort an und versenkte durch Torpedoschnß ans nächste Entfernung einen großen feindlichen Z e'r st ö r e r. Angesichts der ihm gegenüber- stehenden Uebermacht brach das Boot das Gefecht ab und erreichte unbehelligt durch den Gegner wohlbehalten den Hafen.

Der englische Bericht.

London, 23. Jon. (W.B.) Die Admiralität meldet: In t>er letzten Nacht traf eine Flottenpatrvuille mit einer Abteilung feindlicher Zerstörer in der Nähe der holländischen Küste zu­sammen. Ein kurzer Kampf folgte. Einer der feindlichen Zerstörer sank, die übrigen zerstreuten sich, nachdem sie beträchtlichen Schaden erlitten hatten. Die Dunkelheit verhinderte es, die vollen Ergebnisse des Kampfes zu beobachten.

Ein späteres Telegramm besagt: Heute nacht fand ein kurzes «scharfes Gefecht zwischen feindlichen Zerstörern und unseren Zer- Dorern in der Nähe der Schviuwvnbonk statt. Einer unserer/ ^Zerstörer wmde von einem Torpedo getroffen. Die Ex- Älofion tötete drei Offiziere und 44 Mann. Der Zerstörer wurde non unseren eigenen Schiffen versenkt. Unsere Schiffe haben keine wetteren Verluste erlitte«.

Holländische Meldungen.

Amsterdam, 23. Jan. (WDBZWaemeen Handels- Nlad" meldet aus Wruiden: Das hEindische SchiffEemS" wurde heute rnorgen von einem deutschen Dorpedo- jäger angehalten und ersucht, zehn Schwerverwun­dete aufzunehmen und an Land zu bringen. Der Ka­pitän desSems" entsprach dem Wunsche und fuhr sofort Mach Pmniden zurüch wo für die Verpflegung der Verwun­deten gesorgt wurde. Der deutsche Torpedojäger war schwer beschädigt, der Hintere Schornstein weggeschossen. Der Tor­pedojäger wurde von drei holländischen Schleppbooten in den Hafen gebracht. -

Außerdem wurde heute früh ein zweiter deutscher Tor­pedojäger gesichtet, der in voller Fahrt nach Norden fuhr, anscheinend aber nicht beschädigt war. Die Leutnants/ /Faust und Hannover werden als tot gemeldet.

Imuiden, 23. Jan. (WTB.) Das deutsche Tor­pedobootV. 69", das schwer beschädigt hier eingelaufen ist, hat acht Tote an Bord, darunter den Kommandanten und $vei Offiziere. Das Gefecht scheint um 4 Uhr nachts statt- gesunden zu haben Bon dem Schicksal der übrigen Schiffe ist hier nichts bekannt.V.69" scheint dreimal getroffen und außerdem mit einem anderen Schiff zusamwengestoßen zu sein.

Kristiania, 24. Jan. /WTB.) ,,MVvgenbladet" teilt Ami, daß von der gesamten norwegischen Handels­ton n ag e nur noch 3% bis 4 Prozent für Norwegen selbst verfügbar sind.Soefarts Tidend^' meldet, daß einschließ­lich der letzten norwegischen Schiffsversenknngen die nor­wegische Handelsmarine seit Kriegsbeginn Verluste von ins­gesamt 406 000 Tonnen erlitt, darunter 234 Dampfer mit 358000 Tonnen.

Stockholm, 24. Jan. (WTB.) LautStockholmsDag- blad" hatte die Versenkung der englischen Post mit dem schwedffchen DampferInge borg" durch ein deuffches Tauchboot zur Folge, daß der Paketverkehr von Eng­land nach Schweden aushSrt. Der Schwedische Lloyd, demJngeborg" gehörte und der mindestens drei Viertel der englischen Paketpost -nach Schweden befördert, teilt mit, daß er keine Post mehr anznrrehmen gedenke, von der man befürchten muffe, daß sie Bannware enthalte.

Bern, 23. Jan. (WTB.)Tenrps" berichtet, daß der spanische DampferArmands versenkt wurde. Die Be­satzung ist gerettet.

Bern, 23. Jan. (WTB.) Nach Pariser Blättern ist der DreimasterBrenn" vor Rochettes versenkt worden. Die Besatzung ist gerettet.

London, 24. Jan. (WTB.- Lloydsmeldung. Der nor­wegische DampferReinunga" ist versenkt worden;

die Besatzung ist gelandet.

Aus dem Reiche.

Berlin, 24. Jan. (WTB. Amttick.) Me Parla­mentspräsidenten der uns verbündeten Mächte sind in der vergangenen Nacht um 11.44 Uhr vom Bahnhof Friedrichstraße nach dem Großen Hauptquartier ab­gereist. Mchrere Parlamentarier und Mitglieder von den verschiedenen Botschaften bezw. Gesandtschaften waren bei der Abfahrt zugegen und mtfynttn herzlichen Abschied.

A«s Stadt und Land.

Gießen, 25. Januar 1917.

An die Leser des Gießener Anzeigers in der Provinz.

Infolge der sehr eingeengten Betriebsverhältnisse sowohl als auch durch Verzögerungen im Zugverkehr konnte in letzter Zeit der Gießener Anzeiger in einer Reihe von Orten nicht zu der üblichen Tageszeit zugestellt werden. Soweit es in unserer Macht liegt, werden wir alles aus­bieten, um derartige Verzögerungen zu vernreiden, oder doch auf Ausnähmefälle zu beschränken. Für diese Fälle bitten wir unsere Leser, die gegebenen ersckstverten Verhält­nisse zu berücksichtigen und Nachsicht zu üben.

Verlag des Gießener Anzeigers.

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* Beförderung. Unteroffizier Friedrich Fritz von hier im Infanterie-Regiment Nr. 418 wurde zum Vizeseldwebcl befördert.

* Achtung Glatteis. Auf zahlreichen Fußsteigen bilden sich in den Mittagsstunden durch von den Dächern herabträufelnde Wassertropfen Pfützen, die, wenn die Sonne an Krall verliert, ge- frieren und zu Glatteis werden. Wir machen darauf aufmerk­sam, daß es die Psticht der Hausbesitzer odet deren Vertreter ist, diese für den Fußgängerverkehr gefährlichen Stellen zu entfernen oder durch Bestreuen mit Asche oder ähnlichem Deckmaterial un­gefährlich zu machen. Für etiva entstehende Unglücksfälle haftet,, soweit nicht seitens der Stadt die Fußsteige gereinigt werden, der Hauseigentümer.

* Stallhasendiebstahl. In der Nacht zum 24. Jan. wurden aus einer Hofrette in der Plockstraße dahier zwei weibliche Stallhasen (Riesenschecks), weiß mit braunen Flecken ans dem Rücken, entwendet. Sachdienliche Mitteilungen erbittet die hiesige Kriminal­polizei.

** Neu e Feldpostadressen. Am 15. Februar 1917 treten folgende Bestimmungen über die Adressierung von Feld- Postsendungen in Kraft: 1. In den Auffchriften sind verboten alle Angaben über Kttegsschcmplätze, Zugehörigkeit z« Armeen, Armeegruppen, Armeekmps, Divisionen und Brigaden, die An­gabe eines höheren Stabes darf nur bei Adressen der Angehöri­gen dieser Stäbe erfolgen. 2. Me Feld Postadressen dürfen nur die Bezeichnung des Truppenteiles bis zum Regiment aufwärts enthalten. 3. a) Bei Truppenteilen, die einem Regimentsverband angehören, darf /außer der Angabe von /Regiment, Bataillon^ Kompagnie (Batterie, Eskadron) nichts hinzugesetzt werden, auch nicht die Feldpostnummer; b) bei Truppenteilen, die keinem Regimentsverband an gehören (selbständige Bataillone, höhere Stäbe, Flieger usw.) ist als Feldpo stad resse die dienstliche Be­zeichnung der betreffenden Formation erforderlich, jedoch mit dem Zusatz:Deutsche Feldpost, Nr. ...; die Nummer der zu­ständigen Feldpo stanstalt ist von dieser zu erfragen.. 4. Alle Feldpostämter werden für die Folge mitDeutsche Feldpost" und einer Nummer bezeichnet. 5. Me Feldpostadreffen haben hier­nach z. B. zu butten:An Unteroffizier Friedrich Müller, In­fanterie-Regiment 91, 1. Bataillon, 3. Kompagnie^ oder (da nicht im Regiments verband):An Trainsoldat Otto Schulz, Reserve- Fuhrpark-Kolonne Nr. 190, Deutsche Feldpost Nr. 180."

** Aus dem Stadtthea terb u re alu Tie WohLtätig- kettsvorstellung am kommenden Samstag aus Anlaß von Kaisers Gebuttstag bringt in dem SchauspielKönige" des Wiener Dichters Hans Müller eine Neuheit, die als Hohelied deutscher Treue besonders für den genannten Tag geeignet und von zahl­reichen größeren Bühnen für den 27. Januar vorgesehen ist. lieber das Schauspiel, das bereit am König!. Schauspielhaus in Berlin, an der Hofburg in Wien, am Frankfutter Schauspielhaus und an­deren Bühnen gegeben worden ist, dürfte vor der hiesigen Erstauf­führung ein kurzer Auszug aus der Besprechung eines Frcmk- futter Blattes interessieren. Gs heißt da:Der außerordentliche Erfolg, den Hans Müllers historisches Drama auf den deutschen Bühnen hat, wurzelt zum. guten Teil in dem gesunden Nährboden der gegenwärtigen Zettstumunng. Tie Mären von großen Taten der Voreltern finden ein andächtig aushovchendes Geschlecht in den Tagen., von denen jeder von neuem von uns fordert. daß wir der Ahnen wett seien, Und in der Zpit, da Könige wie ärmliche Schächer durch feilen Workbrnch ihren Purpur schändeten, llingt doppelt hell die alte Sage von dem gefrönten deutschen Ritter, der in die Haft zurückkam, weil er dafttt sesin Mott gegeben hatte/. Hans Müller hat aber auch die Kunst besessen, dir Linien der Hand­lung in den edlen, klaren und großen Zügen zu führen, die dem Gegenstände an^nvesstn sind; es ist ihm gegeben gewesen, für die Dichtung eil« Sprache zu finden, die voll edlen Schwunges und Feuers, doch zugleich ausweichend allem hohlen Pathos kttstallhell dahinstießt. Alles geht um die einfachsten Gefühle, die Charaktere stehen alle gegen den Hellen Schein des Handlungszweckes ohne Zwie­licht und Halbdunkel, nur von dieser einen Seite her empfängt ihr Wesen Licht und Schatten. Und desto klarer und erhabener steigen aus dem fast -nüchternen Gang der Ereignisse die Großtaten der beiden Könige hervor,' echter Könige von Gottes,'well von eignen Wittes Gnaden. So packt und fesselt uns das alte Heldenlied aus abgeklungenen Tagen, die der Dichter Mit dem Grundrecht des Pötten geschaffen aus dem Treiklang von geschichtlichem Urstoff, frommer Ueberlieferung der Sage und gestaltender Macht der eigenen Schöpferkraft."

** Ddr Blutfink. Vor einigen Tagen hatten wir eine Stimme vom Lande M Gehör kommen lassen, die daraus hinwies, daß der Blutfink ein schlimmer Feind der Baumknospen sei und daher nach Möglichkeit unschädlich gemacht werden müsse. Infolge dieser Notiz Mxb von zuständiger Stelle darauf aufmerksam ge­macht, daß nach dem Vogel schütz gesetz Vögeln, so lange Schnee liegt, nicht nachgeftellt werden darf und daß mich dem 1. März das Nachstellern und Viernichten von Vögeln überhaupt verboten ist. Der Mutffnk soll übrigens den ganzen Sommer hindurch durch Ver­nichten von Raupen uftv. reichlich w/ieder gutmachen, was er im Winter an den Dauncknospen sündigt.

* Von den Viehseuchen. Während am Ende des letzten Jahres in Hessen-Nassau die Maul- und Klauenseuche völlig er­loschen war, ist sie nach der Feststellung vom 1b. Januar im Re­gierungsbezirk Kassel wieder in 2 und im ReglerungSbezirk Wies­baden in 9 Gehüsten sestgestellt. Im Grobherzogtum Hessen, wo am Jahresende 2 Gehöste,als verseucht gemeldet waren, wurden diesmal 3 gemeldet. Die Schweineseuche ist im Regierungsbezirk Kassel von 50 aus 45 und im Regierungsbezirk Wiesbaden von 32 ans 22 gemeldete Fälle zurückgegangem Im Großherzogtum Hessen ist es, wie am Jahresschlüsse, bei 2 Fällen geblieben.

** Ueber Höchstpreise für Fahrradbereifun­gen (Nr. V. 1.1337/11. 16. K.. A.) ist am 25. Januar eine Be­kanntmachung in Kraft gttreten. Me in der Bekanntmachung be­stimmten Höchstpreise tteffen alle im Gebrauch befindlichen oder für den Gebrauch bestimmten gummihattigen Fahrraddecken und Fahr- vadschl Luche, die gemäß § 8 der Bekanntmachung betreffend Be­schlagnahme und Beftandserhebung der Fahrradbereifungen (Ein­schränkung des Fahrradvettel-rs) vom 12. Juli 1916 enteigntt wer­den. Da die in der eben bezerchneten Bekanntmachung gesetzte Frist zur freiwilligen Ablieferung der Fahrradbereifungen wiederholt ver­längert worden ist und noch bis zum 5. Februar läuft, so können die Besitzer der in Betracht kommenden Fahrradbereifungen nur nochmals dringend darauf hingewjiesen werden, ihre Bereifungen fteiwillig zur Ablieferung zu bringen. Der Wdttlyut der Bekannt­machung ist im heutigen Kreisblatt veröffentticht.

** Lumpen und neue Stvffab fälle. Am 25. 1. 1917 sind 3 neue Bekanntmachungen erschienen, die sich mit Lumpm (Hadern) und neuen Stoffabfällen aller Att beschäftigen. Zu der Bekanntmachung betreffend Beschlagnahme und Bestandsw- hebung von Lumpen Iu!nd neuen. 'Stoffabfällen aller Att (Nr. "W. IV. 900/4.16. K. R. A.) treten Nachttagsbfftimmungen in Kraft, durch die der § 1 der Bekanntmachung eine neue Faffung -whält, und durch die insbesondere die Meldepflicht, die bisl>er nur bei einem Vorrat von mindtttens 3000 Kilogramm bestand, auf alle Be­stände von 1000 Kilogramm an ausgedehnt wird. Eirre weitere NachtragsbttanNtmachnng ist zu jder Bekanntmachung betteffend .Höchstpreise für Lnntpen und neue Stoffabfälle aller Att (W. IV. 950/4. 16. K. R. A.) erschienen, durch die eine Wzahl neuer Be-

stinmürn^en in bQi PverslaHLn der aTflot Zk *uuihik STjmi#at ge­troffen werden. Ferner ist die Bekanntmachung betreffend Arbetts- zeit in Lum^nreißereren (IV. AI. 78/1. 16. K. R. A.) vvM

15. 1. 1916 aufgehoben und durch eine neue Bekanntmachung bttreffend das Reißen von Lumpen (Hadern) Nr. W. IV. 3078/11.

16. K. R. A. ersetzt worden. Nach den neuen Anordnungen ist die Verarbeitung von Lumpen (Hadern) oder neuen Stoffvbfälle», die der Beschlagnahme unterliegen, auf Reißmafchrnen (Reißwölfen), Troussiermafchinen, Drousetten oder ähnlichen Maschinen nur noch gestatttt, sofern sie für Heeres- oder Marinezwecke mit Erlaubnis der Kriegs-Rohstoff-Abtttlung des Kriegsamtes des Königlich Preußische Kriegsministeriums oder der Kttegswollbedarfs-Aktren- gesellschaft oder der Kriegs-Hadern-Aktiengesellschaft erfolgt. Für - andere Zwecke (Erfüllung von Zivilaufttägen) darf die JBct- arbeitung von Lumpen auf Rttßmafchrnen nicht mehr erfolgen. Ter Wortlaut der BekanTttmaichungen, der für die beteiligten Kreise von Wichttgkttt ist, ist bei den Polizeibehörden einzusehen.

** G r o ß h. Finanzamt. Wre aus dem amtlichen Teil er- sichllich, sind die Geschäftsräume des Großh. Finanzamts, an Kaffers Gebuttstag geschlossen. Ferner wird im allgemeinen Interesse daraus auftnerksam gemacht, daß die Fttst zur Ein- reichung der Erklärungen für den Warenumsatz st empek am 31. l. ^Mts. und für die Besitz- und Kttegsabgabe am 15. Februar abläuft.

** Gro ßh. Hauptsteueramt. Am Samstag, den 27. b. Mts., bleiben aus Antaß des Gebuttstages Sr. MtftELt des Deutschen Kaisers die Geschäftsräuine des Großh. Hauptsteuer­amtes geschlossen.

** Städtischer Eierverkauf. Freitag, Samstag und Dienstag werden für die verschiedenen Brotmarkenbezitte Eier abgegeben. Näheres Siehe Anzeige.

** Soldaten heim. Als Kaisersgebuttstagseier findtt Frei­tag, den 26. Januar, abends 79 Uhr, ein Konzert int Soldaten­heim (Burggraben 9) statt, an dem als Mitwirkerche Fräulein! Jda Stammler, Kvnzertsängerin, Gießen, und die Kapelle deS Ers.-Ball. Inf.-Regt. 116, unter peffönlicher Leitung des Herrn Bruno Herrmann beteiligt sind.

Landkreis Gießen.

LJ Lang-Göns, 25. Jan. Unteroffizier Wilhelm Müller, von der Eisenbahn-Kompagnie 57, erhielt die Heffffche Kttegsver- dienstauszeichnung am Kriegsbande und die Bulgarische Verdienst- Medaille. W. Müller ist'der Sohn des Hilfswttchenstellers Heinrich Karl Müller. Tie Hessische Tapferkeitsmedaille wurde dem Mus­ketier ,OLto Müller, beim Jnf.-Regt. 117, verliehen. Otto Müller ist der Sohn des Wilhelm Anton Müller I., Maurer. Dem Grenadier Wilhelm Ohly wurde das Eiserne Kreuz ver­liehen, Wilhelm Ohly ist der Sohn des Joh. Georg Ohly, Land- witt. Musketier Karl Schmidt, Inhaber der Hessischen Tapferkettsmedaille, beim Jnf.-Regt. 165, 5. Komp., wurde vor­gestern unter großen milttättschen Ehrungen mit der Regiments­musik und einer Abteilung Sowaten der 116er, mit Kttegerverein, Gesangverein Germania und Gemeindeglieder zur letzten Ruhe bestattet. Karl Schmidt kam ans dem Felde auf Weihnachten in Urlaub, wo er an einer Krankheit starb. Ter Ktteger verein, Ge­sangverein und seine Schulkameraden legten Kränze am Grab« nieder. Karl Schmidt ist der Sohn der Frau Johs. Schmidt Witwe. >Auf detn Friedhof ist ein besonderer Platz für die im Felde sterben­den Krieger reserviett worden.

b. S t e i n b a ch, 25. Jan. Unteroffizier der Landwehr II Ludwig Wald wurde an der Somme mit der Hessischen Tapser- keitsmedaille ausgezeichnet.

f. Billingen, 24. Jan. In vottger Woche starb der ä l t e - st e Einwohner unseres Dorfes, Heinttch Müller II.; er stand im 90. Lebensjahre und erfreute sich bis zuletzt körperlicher und gttstiger Rüstigkeit. Sein Enkel, der Kanonier Karl D i e h l, der im Westen bei einem Arttllette-Regiment steht, wurde zum Gefteiten beförbert und mit oem Eisernen Kreuze ausgezeichnet. Die gleiche Beförderung und Auszeichnung erhielt der Schütze Otto Klaus, sein zweiter Bruder, Wtthelm, wird fett September vorigen Jahres vermißt, er kämpfte zuletzt vor Verdun. Karl Ziegler erhielt zunl Eiserrten .Kreuze das Oesterreichische Tapferkeitskreuz. Als letzter unserer Gemeinde starb fürs Vaterlarrd Konrad'll; er erlag in Mitau ferner schweren Verwundung. Mtt ihm verliett die 72jährige Mutter, die Witwe fft. ihre einzige Stütze.

Kreis Büdingen.

Büdingen, 24. Jan. Geslern fand hier im Ge- »neindesaal der evangelischen Kirche als Vorbereitung und zur Einü'lhrung der Vertrauensmänner in die Werbearbeit für die 6. Kriegsanleihe eine Versammlung statt, die von etwa 150 Herren auS allen Teilen des Kreises sehr gut besucht war. Die Versamm­lung wurde mit warmen Wotten der Begrüßung von Geheimen Regierungsrat Böckm an n eröffnet und in begeisternder Weise aus die ungeheuer wichtige Arbeit der Vertrauensmänner hin- qeiviesen. Dann hielt Bankdirektor und Geheimrat Bastian- D a r nt st a d t aus 30jähr. fachmännischer und reicher Kriegsersahrung heraus einen etwa emsti'uldigen Vortrag überDie Finanz- und Wirtschaftskräfte Deutschlands". Der Redner gab in allgemein- verständlichen Ausführungen volle Aufklärung über die geldwirt- ' schastlichen Verhältnisse des Deutschen Reiches, legte die Gründe für die augenblickliche Unterwertigkeit des deutschen Geldes in dem neutralen Ausland dar, zeigte die Wege, auf denen alle inithelfen können durch Ablieferung von Gold und Goldsachen, durch An­schluß an den Scheckverkehr diese Unterwertigkeit zu verbessern, wie es unsütnig, unnötig und für die Allgemeinheit nachteilig sei, bares Geld zu Hause mehr als dringend nötig aufzuheben. Der Redner ging dann in längeren Ausführungen auf den Banknotenumlauf der feindlichen Völker ein, zeigte, wie schon dasreiche^ Frank­reich jetzt mit 16 Milliarden fast die doppelte Höhe unseres Um­laufes erreicht hat, wie demgegenüber das deutsche Kapital­vermögen und die Einnahmen des deutschen Volkes herite 330 bezw. 40 Milliarden betragen. Der Zweck des Vortrages wurde vollstäitdiq erreicht, auch der pessimistischste Teilnehmer der Ber- samntlung wurde durch die offene Darlegung tcnserer geldwirt- schastlichen Verhältnisse vollställdig davon überzeugt, daß das deutsche Volk von allen kriegführenden Völkern bei noch längerer Dauer des Krieges sich nicht nur militärisch, sondern auch geld­wirtschaftlich als das stärkste Volk zeigen wird, daö am längsten die Kraft haben wird, die nötigen Unterlagen für die Krieg­führung herbeizuschaffen, daß eS daher auch diesmal keine beffer« und sicherere Grundlage gibt, als die 6. deutsche Kriegsanleihe. Die Versammlung ging nach einer längeren Besprechung aus- einander mit der Ueberzengung, daß auch einer neuen Anleihe deS Deutschen Reiches deshalb wieder ein voller Erfolg sicher ist.

# Echzell, 24. Jan. Aus dem hiesigen B a h n h o f e, der starken Güterverkehr aufzilweisen hat, soll eine Bahn­wage errichtet werden. Mit ihrer Fertigstellung ist einem längst gesuhlten Bedürsniffe Rechnung getragen.

** L o n d o r f, 24. Jan. Der Dragoner Ludwig gang, Sohn des Heinrich Nahrgang von hier, der bei Kriegs­ausbruch bei dem Dragoner-Regiment Nr. 23 diente und die Hessische Tapserkeitsmedaille erhielt, wurde jetzt bei einer Sanitäts­kolonne zum Unteroffizier befördert. - Dem hiesigen Flurschütz. Landsturmmann Heinrich H a s s e l b a ch II. von hier, der schon an den Kämpfen im Osten teilnahm, wtlrde jetzt bei den Kämpfen in Rumänien für sein tapferes Verhalten das Eiserne Kreuz 2. Klaffe verliehen. Der Unteroifizier und Landwehrmann Johann Friedrich Schneider, hiesiger Fleischbeschauer, ist seit dem 16. Dezember vorigen Jahres vermißt und vermutlich in Gefangen­schaft geraten. Unserem Bürgermeister Au mann, Pfarrer H o f m a n n und Gemeinderechner Berlin wurde im No­vember v. Js. das Allgemeine KriegSehrenzeichen verliehen.

4 - Ortenberg, 24. Jan. Heute konnte der Ehrenbürger tmserer Stadt, Kttchienrat Ellenberger-Mrrmftadt, Heinttcb- straße, der 34 Jahre lang, von 18781912, Pfarrer tmserer Ge meinde war, in voller körperlicher und geistiger Frische seinen 80. Gebuttstag feiern. Kirche und Stadt sandten aus diesem Anlaß dem Gebuttstaakind ein herzliches Glücbvnnschtelegranrm. Tier­arzt Dr. Löffler von hier, Betettnär bei einem Feldattilleriex regiment des Westens, erhielt wegen feiner Teilicahme an den schweren Sommekämpsen das Eiserne Kreuz 2. Klasse. Im Besitz der Hessischen Tapferkeitsinedaillie ist er schon seit längerer Zett.

4- Aus dem Niddertal, 25. Jan. Mit aller Macht hat nun der Winter seinen Einzug gehalten. In der Nacht taff den