Der Zerleg.
Der erfolgreiche deutsche Kreuzer im atlantischen Ozean.
Berlin, 19. Jwr. (WTB. Anrllichj.) Mr 31. Dezember 1916 ist der englische Dampfer „Parrowdale" (4600 BrMwroMcrtmrnen) als Prise in den $><1 fen von orotue^ nründe eingebrachi't worden. Der Dampfte l-atte ein deutsches Prisenkommando in Stärke von 16 Mann und 4 69 Gefangene, nämlich die Besatznn «ren von ein-enr norwegischen und sieben eng lischerr Schiffen an Bord, die von einem unserer Hilft krenzer im Atlantische Ozean aufgebracht lvorden warcür. Tie Ladung der Mrsgebrachcheir.Schiffe bestand vorNTvegiend in Krie^-- tru^erias, das von Amerika kam und für unsere Feinde besli.in.mt )vat und aus Lebensnritteln, darunter 1>000 Tonnen Weizen und 2000 Tonnen MM, ferner 1900 Pferden. Der eingebrachte Dampfer ^,f)arrvwdalc" hatte 117 Lastcruto mobile nnd ein Per- ^•ticiurulouTiebil, 6300 Listen Gelvcklirpcttrvnen, 30 000 ^Rollert Stachel draiht und 3000 Tonnen Stahl in Knüppeln, außerdem viel Fleisch, Speck und Wurst an Bord. Von den tcrfanfltm Dampfern waren frcci englische unlxivaffnet. Unter den Besatzungen der aufgebrach.ten Scküffe befiirden sich insgesamt 103 lAngchörige neutraler Staaten, die ebeirso, wie die feindlichen 'Lckaalsangehörigen in Kriegsgeflangenfchgft abgeftihrt worden sind, soweit sie ans den bewaffneten feindlichen Dampfern Heuer genommen litten. Ter Führer des Vrisen.kommandoo war Offiziers^ ÜeUvertreter Badenntz. Tie Einbringlnim der Prise „Mrröwdale" tvurde biÄ^er aus militärischen Gründen geheim gehalten. Diese sind, nachdem die Erklärung der britischem Admiralität vom 17. Iamrar 1917 erschienen ist, fortgesallen. Bemerkenswert ist, dag die englische Admiralität sich erst dann entschloß, die bereits längere Zeit zurückliegenden Verluste dein englischen Publikum beTamitzu-geben, als diese durch das Einlauftn der japanischen Prise „Dudfon Marik^ in einen brasilianischen Hafen cnrtf> dem neutralen Ausland bekannt geworden waren.
Berlin, 19. Jan. (Priv.-Tel.) OffizierstellVertreter Badewitz, welcher den Dampfer „Yarrowdale" nach Swine- münde einbrachte, war, als er den Dampfer in Swinemünde ein- bvachte, noch Obermatrose, nnd ist in dieser Stellung zum Offiziershellvertreter ernannt worden. Bereits am 6. Januar wurde er zum Bootsrnannsmaat befördert, am nächsteir Tage zum Ober- Üootsmannsmaat und <tm 8. Januar zum Steuermann der Reserve. Nunmehr wurde Badewitz znm Reservelcutuant ^ernannt. Badewitz hat übrigens auch an der bekannten Fahrt der „Mövc" teilaenommcn. Er wurde dann in Spanien interniert; es gelang ihm aber seinerzeit, zn entkommen und die Heimat Ml erreichen.
Die Torpedierung der „CornwalliS".
Berlin, 19. Jan. (WTB. Amtlich.) Eines unserer Unterseeboote, Kommandant Kapitän leutnnnt Hartwig, versenkte am 9. Januar 60 Seemeilen südöstlich Malta das durch, seichte Streitkräfte gesicherte englische Linienschiff
o r n it> o 1I i 3" (14 200 Tonnen) durch Torpedoschuß.
Eine N-BooL»fatte.
Berlin, 19. Ion. (WTB.) Am 12.Januar sichtete eines nn- jleirer Unterseeboote im englischen Kanal einen Dampfer und forderte ihn durch Signal auf, zn stoppen, und ein Boot 5ta entsenden. Es wurden deutlich die dänischen Ncntrali- itätSabzeichen, die dänische Flagge und die in großen weißen Buchstaben aüsgemaltrn Worte „Kai, D a n m a r f" erkannt. Nach geraume! Zeit .wurde an dem Bug des Dampfers ein Ruderboot sichtbar. Der Unterscebvotskommandaitt glaubte nun- «efcc, einen harmlosen dänischen Dampfer vor sich zu haben nnd n äherte sich ihm. Plötzlich ließ der nur noch einige hundert Meter entfernte Dampfer seine Maskierung fallen. Du Planken voni achteren Ruderhaus fielen ljerckb und es wurde ein Geschütz von 10 bis 15 Htm. Kaliber sichtbar, über welchem die dänische Flagge wehen bl«b. Gleichzeitig fielen aus mehreren, bis dalfin »nsichtbar gebliebenen, an der Breitseite oder vorn aufgestellten Geschützen mehrere Schüsse, die in unmittelbarer Nähe des Unterseebootes einschlugen. Es gelang diesem, durch schnelles Tauchen sich der Gefahr zu entziehen. Inzwischen wurde ein- wandftei sestgestellt, daß der tatsächlich existierende Dampfer „Kai" bis -um 13. Januar (also erneu Tag nach dem Vorfall) in dem englischen Hasen Sunderland gelegen hat. Es kann also keinem Zweifel unterliegen. daß es sich hier wieder um einen jenet schamlosen Fälle handelte, in denen englische Dampfer als U-Bvots- Dallen neutrale Farben und Flaggen in gröbster Weise mißbrauchen, nm ihre Geschütze gefahrlos auf deutsche, in Ausübung des legitimen Handelskrieges begriffene Kriegsfahrzeuge zum SckHrß zu bringen. Daß dieser Dampfer es nicht einmal für notig gehalten hat, bei Eröffnung des Feuers die dänische Flagge Lernntepxuholen, sondern unter wehender dänischer Flagge geschossen hat, setzt der ganzen verbrecherischen Hairdlungsweis« d»e Krone auf.
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London, 19. Jan. (WTB.) Me britischen Dampfer Manchester" rmd ,^Fnventor" (7679 Brrrttvregister- tormen) und „Wragby?^ (3641 Brutboregistertomren) find versenkt worden.
HaaP, 19. Jan. (Zf.) Die ,^imes" meldet aus New ^ork: Me Schiffsversicherungen nach Südamerika und Westindien sind tarn 2 V 2 auf 10 Proz. Mstiegen In Mariueversicherungs kreisen nimmt man jedrxh nicht au, daß die amerikanische Ausfuhr nach Großbritannien ernsthaft bedroht sei. Man glaubt, daß das neue Kaperschiff die rogelmäHigen Wege vermeiden werde.
Am dem Reiche. ° '
Der vaterländische HilfSdrenft.
Berlin, 19.Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Der vom Reichstag aus Grund des Gesetzes über den vaterländischen Hilfsdienst eingesetzte fünfzehnglicdrige Ausschuß zur Mitwirkung an der Ausführung des Gesetzes ist heute zu seiner zweiten Sitzung zusammen ge treten. Gegenstand für die Beratung war die Amoeisnng für das Verfahren bei den auf Grund des Hilfsdienst- gesetzeS gebildeten Ausschüssen. Messe Anweisung war vom Kncgs- amt und mrfrt vom BundeSral vvrgelegt, und es wurde deshalb ffmsächft über die Zuständigkeit des Ausschusses beraten. Es wurde feftgestellt, daß der Ausschuß Abänderungen an den Vorlagen vcw- Nehmen und Bescl-lüffe fassen könne, die dem .^kriegsamt zur Berücksichtigung überroiesen werden. Dass .Kriegsamt wird nicht unter allen Umständen daran gebunden fein. Die Anweisung umfaßt 41 Paragraphen. Zu diesen sind mehrere Mänderungsanträge ein-- gebracht worden. Abgelehnt lonrde die Bestimrmmg, daß der Vorsitzende auch selbst Zeugen nnd Sachverständige vernehmen kann.,
wurde ferner beschlössen, daß, wenn nrit.Zweidrittelmehrheit' eine Verhandlung beschlossen ist, dar Vorsitzende sie anzusctzen hat.
Der Anschluß nahm auf Antrag deS Zentrums folgeiwenl neu einLusckmltenden Paragraphen an: Me Verhandlungen vor den SchKckOrmgsausschüssen und Einbernfmrgsausschüsscn sind öf- sentlickr. Der Ausschuß tarnt aus wichtigen Gründen die Oeffent- lichkeit ansfchtießen. Me Verhandlimgnt vor dem FeststeNungs- ausschuß find nicht öffentlich, jedoch kann der Vorsitzende einzeltren Personen den Zutritt zu den Verhandlungen .nstatten. Ferner ivucde ein Antrag angenommerk, daß der Schlichtimgsausschuß lauf Verlangen der militärischen Behörden festzustellen hat, welche gründe zu der Auflösung des Deschästigungsverhältnifies gcfülirt haben. Dabei kann der Vorsitzende bestimmen, daß der Wehrpflich- ltige einem anderen Betrieb überwiesen wird. Sodatm erfolgte die Annahme der Awmüfimg. Außerdem wurde ohne^ Erörterung eine Vorlage des Kriegsamks angenommen, die wesnttlich dem Schutzs der religiösen Interessen der Israeliten dienen soll. Zum Schluß der Sitzung mackste Ownevalleutnant Grüner Mitteilungen über die bisherigen Arbeiten des Kriegsamtes.
K rßo gÄvttwe n.
Berlin, 19. Jan. (WTB. Amtlich.) Me Wekwen, denen cknläMchj des gegewvärtiaen Krieges ein Kriegswitwen- g e l d gaoäprt worden ist, können im Falle der Wiederverherratung unter gewissen Voraussetzungen eine einmalige Abfindungssumme bis zur Höhe von 5 / e des dreifachen Betrages der KriegS- versorgung erhalten. Einträge sind an die örtlichen Fürsorgestellen oder Ortspolizeibehörde zu richten.
Aus Hessen.
Anfragen und ?1nträge in der Zweiten Kammer.
Die Zuckerrmg der 1916er Weißweine.
Der Llbg. Ko r e l l-Jngelheim hat in der Zweiten Kammer folgende Anfrage eingebrackft:
Ueber die Zuckerung der 1916 er Weißweine ist in Rheirchessen Unzufriedenheit entstanden, der gegenüber ich Klarstellung für erforderlich halte. Diesem Zwecke soll meine Anftage dienen. Bon allen Beteiligten wird die Betnül-ung der Großh. Regierung um bessere Maßnal)men anerkannt. Die Anftage ist also nicht einem Mißtrauen in die Absichten der ^Koßh. Regierimg entsprungen, sondern dem Wünsche, durch eine anrtlich Aufllärnng und eine Aussprache im Landtage Klarheit sowohl über sachliche Hinderuiffe einer anderen Regelung als auch über falsche Maßnahmen der zn- standigcn Reichsstellcn zu schaffen.
Ich frage:
1. wie kommt es, daß in einigen preußischen Bezirken Zucker für die Weißweine kurz nach der Lese 1916 zur Derfügimg gestellt wurde, während die hessischen Wprzer bis jetzt noch keinen Zucker erhalten l-aben?
2. »vie kommt es, daß die Hessen jetzt einen Preis von etwa 130 Mark ftir den Doppelzentner ,zahlen sollen, während die, die den Vorteil hatten, früher zuckern zu können, nur etwa 70 Mark M zahlen Chatten?
3. wie kommt es, daß für Hessen bei einer verhältnismäßig guten — was die Menge angeht — Ernte so wenig Zucker zur Verfügung steht (66 Kilogramm für 1200 Liter), so daß einer Verwertung der W'erne fich Schwierigkeiten entgegenstellen ?
Dir wiltkürlich-en Wzüm für geliefertes Getreide seitens der Mühienbesitzer.
^lbg. Dorsch stellt folgende dringliche Anfrage:
Ist Großh. Regierung bekannt, daß den Landwieteni in Aergernis erregender Art und Weise Llbzüge für geliefev- tes Getreide (hauptsächlich für Weizen) seitens der Mühlen gemacht werden, und was gedenkt die Regierung zum Schutz der Landwirte zu tun?
Der Namenszug des II. hessischen LeMragomrregiments
Nr. 24.
Die Kammer wolle beschließen, die Regierung zu ersuchen, bei Sr. Königl. Hob. denl Großherzog dahin vorstellig zu werden, daß der N a m e n s z u g des Kaisers Nikolaus von Rußland bei dem II. hessischen Leibdragonerregiment Nr. 24 beseitigt wird, r
Die Arbeiterorganisation für eine kräftige Fortführung des Krieges.
Berlin, 19. Jan. (WTB. Amtlich.) Reichskanzler Tr. von ethmann Hollweg ist bas nachstehende Schreiben zuge- gangen:
Berlin, den 16. Januar 1917. Euere Exzellenz haben am 12. Dezember 1916 im Deutschen Reichstage das Friedensangebot Deutschlands und seiner Verbündeten verkündet, das volle Zustimmung in den Kreisen der Arbeiter und Angestellten Teutsckf- tands gefunden hat. Das bewies die fteudige Aufnahme der Bekanntgabe des Friedensangebots in einer von 800 Vertreten! der Gewerkschaften und Angestellten-Organisationen besuchten Konferenz, dft am gleichen Tiag« in Berlin stati-fomd. Me Gegner Deutschlands l)ck!ben die dargebotene Friedenshand zurückgewiefen, auch die Friedensanreamrg des Pväsidenden Der Vereinigten Staaten von Amerika wurde von ihnen abaewiesen.
In der Antwort der Gnbente auf diese Friedensnote werden Kriegsziele ausgestellt, die nur nach einer völligen M-ederwerftnrg Deutschlands und seiner Verbündeten zu erreichen sind. Ihre Erfüllung nrüßtc den wirtschaftlichen Ruin Deutschlands und die Vernichtung der Existenz vieler Hnnderttansend Arbeiter und Angestellten und deren FamAien herbeifützrcn. Die unsinnigen Forderungen der Entente können nur unter der Annahme mifgcfteTCt sein, daß die nril'itä rische und wirtschaftliche Kraft Teutfchlartds bereits gebrockstn sei.
Daß die nnlitärische Kraft des deutschen Volkes nicht gebrochen ist, bedarf angesicksts der Kampfes fronten keiner Erörterung. Auch seine wirtschaftliche Kraft ist keinesfalls erschöpft. Wir verkennen nicht, daß die M>schließung> Deutschlands vom Weltmärkte und die nnznreickiende Regelung der Verteilung der in Deutschland vorhandenen Nalstnmgsnrittel weit« Schicksten der arbeitenden Bevölkerung in eine Notlage gebracht hat. Angesichts der Zukunft, die dem deutschen Volke rvach den Krieas^ielen der Entente droht, ist es dringend geboten, eine gerechte Verteilung der vorhandenen 9tahrungsmittel zu sichern. Dann wird die Not ertragen njetbcu, umso leichter, wenn das Bewußtsein vorhanden ist daß sie alle Schichten des deutschen Volkes in gleicher Weise trifft.
Di« Antwort der Entente behebt jeden Zweifel darüber, daß fick DierEchbrnd in einem Verteidigungskriege befindet. In der voller Erkenntnis, daß eS sich um die Existenz unseres Landesl nnd seiner Bevölkermvg handelt, werden wir alle Kräfte des arbeitenden Volkes zur äußersten Kvaft«ntfaltung anreg^r.
Am 12. Dezember 1916 ist von de:r Regierungen Deutschlands und seiner Verbündeten der Brwschlag gemacht ivorden, dem rm- igelMrren Blutvergießen durch Fniedeirsverl-andllmgen ein Ende zu bereiten. Sie haben erklärt, daß ihre eigenen Rechte nick begründeten Ansprüche in keinem Widers prmh zu den Rechten der anderen Nationen stchen. Dasein, Ehre und EntwickeLungsfreb, hüt der Völker sollen gesichert und dadrrrch die GdrrndLage ftdt einen dauernden Frieden geschaffen fverden. Di« Gegner Teutsck^ lands lehnen Frnedeusverhmrdlnn-gen auf dieser (taundlage ab. Sie zwingen die den Frieden lMrbeisehnienden Völker, die Verwüstung von Menschenleben und Kulturgütern fortzusetzen.
In dieser Lage erklären wir, daß eS die heiligste Verpflichtung! für un-S ist, in verstärktem Maße unsere Kräfte in dem Kampfe Um die Existenz unseres Landes exinzusetzen.
Die Genevalkommisfivn der Gewerkschaften Deutschlands, gez.: O. Legren..
Der GesaMtverbmid der Ehrifllichen Gerverkschäften. gez. : A. Stegerwald.
Der Verband der deutschen G^oerkv-erci-nie (H. D.). gez.: ßftrft. Hartmtann.
Tie Arbeitsgemeinschaften der taufmännisckieir Verbände, gez.: (äftesarer.
Die Arbeitsgemeinschaft für ecNheitlicknes AngesttLÜerrrocht. gez.: S. Aufhäuser.
Die Arbcits^ickinsthaft für die teckprffchen Verbände, gcz.: Dr. Höste.
Der Reichskanzler hat hierauf geantwortet:
Berlin,.18. Jan. Den Verbänden, die sich zu dem Schreiben vom 16. ds. Mts. oereiniift haben, danke ich> von Herzen für die kraftvolle Kundgebung khveS entschlossenen VcttierLändifih^r Willens. Ich, .weiß, daß in ihrem Schreiben die Gedanken von Millionen Ihrer Vollsgenossen Worte m-funden haben. Tie „Heimat", an der wir hüngerr, die Zukunft, an der wir bamm, sie wänm in Trümmer geschlagen, wenn der Feind sein Ziel erreielstc. Mit jedem Tag eirtlstMt er schamloser die Mflchwn, die auf die Vernich,tung Dentsckstmkds und seiner Bkundesgenioffen gehen. Ke i nem Eroberer aber, und mag er über alle Macht der Welt gebieten, ist eS bestimmt, das deutsche Volk in ein Sklavenjvch zu beugen. Mnig im Kampf für unsere Freiheit, die iriemals fremdes Recht mißachtet hat, haben) wir die neue Herausforderung uufgenpmnren. Daß in diesen:
schweren Stampft dft deutfthe AzbeLberschaft treu und feit zum Vaterlande steht, haben S« in Ihrem Schireiben in erhebenden Morten ausgesprvch,en. Das ist vür eine feste Bürgschaft für unseren endlichen Steg, für eine Zukunft Deutschlands, in der alle sein« Söhne ihr Glück finden follerr.
gez.: von Bethmann Hollwrg.
Bon den gleichen Verbänden ist dajs folgende gemein* s«me Schreiben an den Chef des Kriegsamts Generalleutnant Gröner gerichtet worden:
Berl in, 16. Januar. Die Antwort der Entente auf die FriedenSnote des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika stellt Kriegsziele auf, die nur nack, einer völligen Nieder^ werfung Deutsch,larrds und seiner Verbündeten erreicht werben können. Ihre Erfüllung müßte den wirtschafüichcn Ruin Deutschlands und die Vernichtung der Existenz von vielen Htmdcrl- tausend Arbeitern und AngestÄllen sowie deren Familien herbei- führen.
Euere Exzellenz haben in der Konferenz der Bertraniens'keute der Gewerkschaften intt> Angestelltenverbände am 12. Dezember 1916 gesagt, daß 6er Ausgang des gegenwärtigen Krieges von der Organisation der Arbeit abhängt. Diese Ovgmrisativn soll durch, das Gesetz^ betreffend den vaterländischen Hilfsdienst herbei geführt, werden. Sie dient dem Schutz« lunserer an den Fronten kämpfenden Söhne und Brüder. In dieser Erkenntnis haben die Arbeiter- und AngestellterVvgmrifatioinen ihre tatkräftigste Mitwirkung bei der Mirchssührung des Gesetzes nicht nur zugesagt, sondern auch betätigt.
Llngesichchs der rücksichtslosen Zurückveisiung des Friedensangebots Deutsckstands und seiner Verbündeten, sowie der Friadans- !m>te des Präsidenten der Bereinigten Staaten seitens der Entente fühlen wir uns verpffichchet. Euerer Exzellenz zu erklären, daß wir alles daran.setzen werden, einen vollen Erfolg des Sieges zu sichern und die Pläne der Gegner Deutschitands zn vereiteln.
GeneraNeutwmt Gröner hat darauf fiLgendeS erwidert :
Berlin, 17. Jan. Ihr Schreiben vom 6. Januar 1917 ist die bestje Antwort der deutschen Angestellten und Arbeiterschaft auf die schamlosen Kirndgebumgen unserer Feinde. Das deutsche Volk läßt sich nicht unterckrieigien? Der errglische Hochmut wird sich wohl oder übel davon überzeugen
Gröner.,
Hu» Stabt ttttö Land.
Dießen, 30. Januar 1917.
Ein Ausruf zum Hilfsdienst.
Das Stellv. Generalkornmaudo des XVIII. ArmeevorPÄ gibt bekannt, daß zum Austausch von Mrückgestellten kriegK- verweudungsfähigen Person-eu des Post- und Eisenbcchnx dieustes eine größere Anzahl Hilfsdien st pflichtiger benötigt werden. Ferner werden Hilfsdienstpflichtige gesucht zrrr Bildung von Abladekommandos, mit deren Hilfe das Entladen der Eisenbahnwagen zur Vermeidung von Verkehrs stocku.ngen beschleunigt werden soll. Auch in der Forstwirtschaft und im Fuhrgewerbe werden geeignete Arbeitskräfte dringend gesucht. Alles Nähere ergibt der Aufruf des Stellvertretenderi Generalkommandos iu den Amtsblättern des Korpsbezirkes.
Jede geeignete Kraft, auch weibliche, melda sich! Wer diesen Aufrufen Folge leistet, stellt seine Dienste au Stellen zur Verfügung, wo ein dringendes Bedürfnis! für die Kriegswirtschaft herrscht, dient dem Vaterland. DaS Vaterland brauch^ in dieser Zeit, da Hohn und Uebermutj des Feindes zur Fortsetzung des Kampfes zwingt, jede Kraft. Jeder prüfe sich, ob er in dieser schweren, aber großen Stunde mit seiner ganzen Kraft dem Vaterlande diente dterrßerste Pflichterfüllung und Kraftanstrengung des auf das große Zrel gerichteten einigen Volkes wird den Frieden erzwrngen.
Fleischkarteu.
Wir verweisen auf die heutige Bekanntmachung deÄ Oberbürgermeisters, wonach die Fleischmarken von der nächsten Woche ab mit den Nummern 1—10 versehen sind. Diese Neuregelung, die von Großherzoalichem Ministerium des Innern voogeschrieben worden ist, dient dazu, um eine Einheitlichkeit in der Verwertung der Fleischmarken herbei- zusühren. Es kaim künftig auf jede Fleischnvarke die zulässige Höchstmenge entnommen werden, nämlich entweder 25 Gramm Fleisch mit Knochen oder 20 Gvarnm Fleisch ohne Knochen und Dauerwurst, oder 50 Gramm Frischwurst und Wildbret. Da aber zrrmeit die zur Verfügung stehenden Fleischmengen mcht zur vollen Belieferung sämtlicher Marken ausreichen —1 es gibt ja bekanntllch nur 200 Gramm an Stelle der Höchstmenge von 250 Gramm —, kann nicht auf alle Fleischmarken Fleisch abgegeben werden. Es wirck durch Anschlag in den Metzgerläden in der bisher üblichen Werse bestimmt, cnrf welche Marken Fleisch entnommen lverden darf. Gibt es beispielsweise in der betreffenden Woche auf oen Kopf nur 200 ß-ramm, so gelten in den Metzgergeschäften nur die Marken Nr. 1—8. Gleichzeitig wird weiter bestimmt, auf welche Vtarken Wurst entnommen werden darf.
Diese Regelung ist deswegen erforderlich, um eine gleichmäßige Verteilung der vorhandenen Wurstmengen durchführen zu können. Eine Aenderung gegen den bisherigen! Zustand tritt sonst nicht ein.
Soweit aus einzelne Werschmarken in den Metzgern geschaften nichts entnommen werden kann, können diefe für Wild und Hühner, sowie im Mise- und Gafthausverkehv Verwendung finden.
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** Personalnachrichten. Der Großherzog hat am 17. Januar den ordentlichen Professor in der medizinischen Fakultät der Landesuniversitüt Dr. Wilhelm Tren delcn- biurg zu Gießen auf sein Nachsuchcn mit Wirkung vom 1. Apftil 1917 aus dem SlaatÄ)ienste entlassen. — Dep Großherzog hat am 17. Januar den Direktor an der Ludwigs--Ol«rrealschule zu Darmstadt, Geheimen Schulrat Dr. Otw Der sch, aus sein Nachsuchen unter Anerkent- nung seiner langführigen, mit Eifer und Treue geleisteten Dienste mit Wirkung vom 1. April 1917 an in den Ruhestand versetzt und ihm aus Anlaß seiner Versetzung in den Ruhestand das Ehrenkreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.
~ I u n q tu e h r. Sonntag, 21. Jan. Antreten : 2 , / A Uhr. Ecke Grünberger und Licher Straße. Beide Kompagnien.
"Aus d e in S t a d t t h e a t e r b u r e a u. sei ganz besonders auf die morgige Nachmittagsvorstellung hingewiesen, da sie die letzte Gelegenheit bietet, das Shakespearesche Lustspiel ..Was ihr wollt" zu sehen. Gerade diese Aufführung hat bei Publikum wie Presse lebhafteste und ungeteilte Anerkennung gefunden. — Für die morgige Abendvorstellung ist aus vielseitigen Wunsch die beliebte Gcsangsposse „Wie einst im ÜJlai* einstudiert worden.
"Der GießenerKonzert-Veretn veranstaltet Sonntag, 28. Januar, abends 5 Uhr, in der Neuen Aula sein fünftes Konzert unter Mitwirkung von Adolf Busch aus Wien (Violine) und Fritz Busch, Musikdirektor aus Aachen (Klavier). Nähere« siehe Anzeige.
** Die diesjährigen Gesellenprüfungen finden im Februar und März statt. Siebe Anzeigenteil.


