Ausgabe 
16.1.1917 Erstes Blatt
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Zwecken. Der PreÄ für 1 Üiter Wirb sich zirka auf 79 Mk. stellen. Für die Sammlung der Fichtenzapfen hat Tubeuf etwa iolgende Richtlinien ausgestellt: Bei ben Herbst- und Wintersüllun- qen sind die Zapfen fortlaufend (womöglich täglich) zu sammeln und zu bergen, d. h in Säcken oder Kisten unter Dach zu bringen. Wich­tig ist. daß nur gute, gesunde Zapfen gesammelt werden: unent- lvickelte. kranke (mürbe, ganz leichte), verkrümmte und mit Harz ganz übergossene, die offensichtlich stark von Jstsekten angebohrt sind, bleiben ausgeschlossen. Die Zapfen können auf luftigen, trocke­nen Speichern aufgeschüttet werden. Es ist gut, sie partienweise in ^offenen Kästen in geheiztten Räumten so lange zu trocknen, bis die Zainen ausfallen. Während die entsamten Zapfen als wertvolles .\v; material Verwendung finden, sind die Samen in Säcken oder Kisten zur Entflügelimg und Reinigung an die Klenganstalt zu senden, von der die gereinigten Samen gesammelt und an die Oel- wbrik wertergeleitet werden. Für die abgelieferte Samenmengd könnte erne dem Gewiclst entsprechende Entlohnung gegeben werden, sofern dre Dienste wicht frcrävillig geleistet werden. Diese Anregun­gen sind zweifellos ernster Beachtung wort; denn in dieser Zeit darf nicht das geringste, was zur Nahrung von Mensch und Vieh dienlich sein kann, ungenutzt bleib-em Hier öffnet sich ein neues Tätigkeitsgebiet für den Kriegsausschuß Ar Fette und Oele.

*

** Der Sternhimmel im Januar. Der leuchtende Stern, der bei Anbruch der Dunkelheit hoch im Süden steht, ist der Planet Jupiter. Saturn geht zu derselben Zeit erst auf und ist daher während des Januar die ganze Nacht zu sehen. Am Fixsternhimmel glänzen hoch im Süden die Sterne des Orion, links unter ihm strahlt Sirius, darüber der Kleine Hund, rechts über Orion der Stier. Nahe dem Scheitelpunkt funkelt Kapella, der helle gelbliche Stern tm Fuhrmann; ostwärts sieht man den Löwen, westwärts den Pegasus im Untergang, ihm folgend Andro- meda, Widder und PerseuS. Um den Nordstern ist der Himmels­wagen im Ausstieg, Kassiopeja im Niedergang. Der zunehmende Mond, der am 1. Januar, abends 19 Uhr, an Jupiter vorüber­ging, ist am 29. bereits einmal im Tierkreis um unseren Himmel gewandert und überholt Jupiter zum zweiten Male. Venus ist nur etwa eine halbe Stunde lang vor Sonnenaufgang tief am Südosthimmel zu sehen. Merkur kann Ende Januar kurz vor Sonnenaufgang tief im Südosten aufgefunden werden. Am 29. und 30. Jan. steht er nahe Venus, etwas nördlich von ihr. Eine teil­weise Sonnenfinsternis findet am 22. Januar statt. In der Linie AthenPetersburg beginnt sie bei Sonnenaufgang; im mittleren Deutschland geht die Sonne um 7 Uhr 59 Min. morgens zu drei­viertel verfinstert aus und in der Linie MadridBordeaurDover- Bergen endet die Finsternis bei Sonnenaufgang.

** Wohltätigkeitskonzert in Sch l Li ch. Unter dem Protektorat ber Fürstin zu Solms-Ach findet, wie in oer vergangenen KlMZertzell, auch dieses Jahr wieder ein Wohl­tätigkeit? kv n z ert in Schlo st Lich statt. Wir verweisen! auf die Anzeige in unserem heutig«: Blatte. Fräulein Charlotte Wolter, von der Kritiken ans Berlin, Köln, Wiesbaden, Stettin. Koblenz ufw. vorliegen, bat überall den grüßten Eindruck mit ihrer Gejangskunst hinterlassen. Man rühmt entmutig ihre vor­nehme Schulung, ihre pastose, warme Altstimme und die musi­kalische verinnerlichte Auffassung. Tie Klarinettenauin- tette von Mozart und Weber sind Perlen der Kvmmermusik- litevatur und werden selten gehört: sie verdienen im Program in !>esvndere Beachtung Das Konzert verspricht durch die Wahl des Programms und der Künstler einen hohen Genuß, zu dem noch die sfimmnngsvolle Umgebung des Sckstoß-Saales sein Uebri- aes mit berttagen roird.

Schulanfang. Mit heute morgen hat der Unterricht rmeder seinen Arllang genommen.

** Tie StenographengesellschaftGabelsberger" n. Tamenobttg.. Gießen, E. B., ftielt an: 13. Jan. in ihren: Vereins- lofol zumGambrimrs". Krrchstr. 11, ihre diesjährige ordentliche Hauptversammlung ab. Wie aus dem Jahresbericht zu ersehen war. entwickelte die (Gesellschaft im abgelaufeneu .Jahr, trotzdem über 100 ihrer Mitglieder zu den Fahnen einberufeu find, eine ganz außerordentlich rege Bereiustätigkeit. In den verschiedenen Kurs«: arrden rund *430 Damen und Herren unterrichtet. Der im Felde stehenden Mitglieder wurde etwa alle acht Wochen durch ilebersendung von Liebesgaben gedacht. Ten Heldentod Ar das Vaterland starben bereits 12 Mtglicher, darunter zwei frühere Vorfitzende. In den Vorstand wuÄen gewählt: 1. Vorsitzender 3o^ik.-Asp. Alex Karn buch, 1. Schriftführer Nniv.-Rentamts- aehLfe Karl Hergenröther, Rechner Handlungsgehilfe 2lug. Srebert, 2. Vorsitzender Untofiz. Georg Albold, 2. Schrift- Mrer Bureangehilfe Friedrich Ko pp. Zeitungswart Schreib- gehilfe Otto Gaß, Bücherwart Frl. Martha Beck, Beisitzer Kaufmann Ludwig Gravelius und Feldwebel Karl Schmidt.

** Im Lichtspiel-Haus, Bahnhofstr. 34, steht aus dem Programm vom 16. bis 10. Januar u. a. Tie Totenkopfuhr, sensationeller Kriminalroman in 3 Akten. Unsere deutsche Hoch soeflotte, aktuelles Flottenbild. Das Gift der Liebe, Drama auI dem Künstlerleben in zwei Akten.

Das Schwarz-Weiß-Theater bringt ab Diens­tag, 16. Jan., bis einschließlich Freitag, 19. Jan., als Hauptstück das große Schauspiel »Vera, der Roman einer Fra u*, in vier Akten, von beliebten nordischen Künstlern dargestellt, und noch als zweiten SchlagerIm Taumel des Hass es", spannendes Drama zweier Brüder, in drei Akten, sowie das gute Beiprogramm.

, ^ 9 Ausgabe von Süßstoff (Saccharin). In der

vom 16.31. Januar 1917 wird gegen den Lieserungs- ab schnitz 3 der SüßstoffkartenH" <blau^ undG" (gelb) ton den <oüßstoffabgabestellen Süßstoff abgegeben. Näheres siehe ^ekamrtmackiung.

** Das heutige Kreisblatt Nr. 7 enthält Bekannt- mtoynngen betreffend die Satzung des Oberh. Viehhandelsverbandes', Hcherablieferung. Kartoffelversorgimq, Karloffellxm 1917 und Aus- gäbe vor: Süßstoff.

Landkreis Gießen. .

** Birklar, 16. Jan. Der Gefreite Wilh. R ö h r i g wurde am 21. Dez. 1916 mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Die Hessische Tapferkeitsmedaille erhielt er schon Anfang? 1915 Rohrrg steht seit Anfang des Krieges ununterbrochen im Felde bei emem aktiven Infanterie-Regiment. Von seinem seit 30. Okt. 1915 vernähten Bruder Karl fehlt bis jetzt noch jede Spur.

r O Dorf-Gill, 16. Jan. Der Musketier Martin Geiß­ler, L«ihn des hiesigen Landwirts Konrad Geißler, war uarf; j*tnem Gefecht bei Hermannstadt in Siebenbürgen am 30. Septem Vals vermißt gemeldet worden. Der Vater wandte sich meserhalb an die Ermrttelungsstelle des Roten Kremes für Kriegs- gefm^ene in Genf. Von dort erhielt er mot am Samstag die freu­dige Nachricht, daß sein Sohn in rumänische E^efangenschuft geraten »er und sich nach einer privaten Mitteilung dieser Stelle aus Ru mämen am 9. Dezember v. Js. in Chidigen: in der Moldau bei Ottern dortigen Bauern als landwirtschaftllcher Arbeiter befand.

r\? ^ ^ ^ ' 15. Jan. In dem gestern abend, wie allsonn-

tagttch währenddes Krieges in der hiesigen evangelischen Kirche statttindenden Abendgottesdicnst sprach Missionar Probst vor 2"^: Zuhörerschaft über seiner: Aufenthalt und seine

Lnttgrell :n Indien, wo er bis zum Ausbruch des Krieges ini -r.icn !te der Mtffwn wellte. Er schilderte Land und Leute und «mvcrrf em lebhaftes Bild von den dortigen Verhältnissen. Ter neoner verstand es, die Zuhörer in einstündigem Vortrag in Spannung zu Hallen, so daß sie mit Interesse den Ausführungen! folgten Besonderes Interesse erweckten seine eigenen Erlebnisse wahr«rd fernes mehrjährigen Lllrfenthalles in den fernen, von der Kültur wemg berührten Gebieten, wo Clwleca, Pest u. dgl. peuchen m erschreckender Weise herrschten. Mllten aus seiner Tätig- tett hevau^ von den Eingeborenen geliebt und verehrt, wurde er 0^" gefangen genommen und nach 19mouatiger

Gefangenschaft Unoder auf freien Fuß gesetzt.

... , . Kreis Büdingen.

Wall - r * en 9 a * n ' 3>an. Das Eiserne Kreuz erhielt Lehrer

# Rohrbach, 15. Jan. erhielt der Musketier Stein.

Die Hessische Tapserkeitsmedaille

z. Cra die Eheleute Heinrich die Sachen nicht wenig ihrem Sohn Hooras bei oder ob die Aufklärung.

Kreis Lauters ach.

i n f e l d, 15 Jan. Kurz vor Weihnachten erhielten r^°£ r _? b Kuller die Nachricht, daß ihr Sohn der Verdun gefallen fei. Dieser Tage erhielten sie des Verstorbenen aus dem Feld zurück. Sie waren erstaunt, daß diese Bekleidungsstücke und Uhr nicht ^gehörten, sondern einem gleichnamigen Müller aus llulda. Ob eine Verwechslung mit drcsem erfolgt ist, beiden Mylll^r dort gefallen sind, bedarf noch der

Kreis Alsfeld.

i* Nieder-Ohmen, 16. Jan. Johannes Horst von hier, der zuletzt m Rumänien kämpfte, wurde das Eiserne Kreuz 2. Klasie verliehen. Wiederum hat der Tod ein Omer aus unserer Gemeinde gefordert. Im Westen starb in einem Inf.- Regt, den Heldentod fürs Vaterland der kaum 20jährige Musketier Wilhelm -L i ß. Der Gefallene war ein braver und steißiger Mensch, bie_ Stütze seiner Mutter, den jedermann gern hatte. s Hl? vermißt gellen aus unserem Dorf 6 Leute, darunter 2 seit -September 1914, 3 seit Frühjahr 1915 und einer seit September v. Js. In russischer Gefangenschaft befinden sich die Musketiere Ludwig Herr m a n u und Joses Stern. Die Hess. Tapfer- keitsmedaille erhielt der Gefreite Langstrosf vom nahen König­saasen. Er kämpite seit Krieqsbeqinn in der 7. Komp. Landw.. Jnf.-Reg. Nr. 116 und gehört jetzt zur Masch.-Gew.-Kömv. des genannten Regiments. Das Eiserne Kreuz 2. Kl. erhielt der Pionier Konrad Börger, z. Zt. einer Militär-Etsenbahn-Direktion im Westen zugeteilt. Die Auszeichnung wurde ihm von seiner früheren Truppe, dem Res.-Jnf.-Reg. Nr. 232, bei welcher er den Winter­feldzug in den Karpathen mitmachte und schwer verwundet wurde, nachgeschickt. Aon Börger stehen noch vier Brüder in: Felde. Einer fiel zu Kriegsbeginn als Vizefeldwebel im Jns.-Rgt. 168.

Kreis Schotten.

^ U l f a, 15. Jan. Tie Hessische Tapferkeitsmedaille, schon früher Eisernes Kreuz, erhielt der Unteroffizier R u h l. Er liegt zurzeit schwer verwundet in einem Feldlazarett in Rumänien.

Y. Aus dem oberen Vogelsberg, 15. Inn. Ter Winter, welcher bisher noch sehr gäinde war, scheint jetzt mit aller Wucht auszutreten Sckfon am vergangenen Donnerstag fegte ein gewalliger Schneestnrm über unsere Fluren, welcher bis gestern abend noch andauerte. Es wettert und tobt, es nustert und schneit fi: einem fort. Der Schnee liegt schon fast durchschnitt­lich 2530 Zentimeter hoch. Wege und Stege fiitb verschneit, dabei ist es jetzt empfindlich kalt geworden.

Kreis Friedberg.

nt. Friedberg, 16. Jan. Der Unteroffizier und Fahnen- sckmidd Friedrich HerFberger, im Feld-ArtlllerM-Regiment Nn 61, wurde nach 4^jähriger Dienstzeit zum Vizewachtmeister befördert. Er ist ein Sohn des Schneid<-rmeisters Herzberger vot: hier.

Kreis Wetzlar.

wa. Wetzlar, 16. Jan. Morgen wird das während des Krieges errichtete Empfangsgebäude auf dem hiesigen Bahühose in Betrieb genommen imd zwar werden Fahrkartenausgabe, Gepäckabfertigung, Warteräume und dklwvtanlage vom alten zum ueueu Gkbäud^ ver­legt. Die Eisenbahnverwaltung inacht schon im Voraus darauf auf­merksam, daß das Gebätwe noch nicht ganz fertiggestellt ist, dem: bei dem zurzeit herrschenden Arbeiter- und Materialmangel war es nicht möglich, einen völligen Abschluß aller Arbellen zu erreichen. Tie Eisenbahnvettvaltmu'f erwartet, daß die Reisenden sich den ge­schaffenen, durch höhere Gewalt bedfiuften VerhÄtnffseu anpassen werden. Denn trotz des unfertigen iimeren AnÄaues roird die ^iwettiebnahme des neuen Empsangsgebäudes eine wesentliche Ver- befserung des Verkehrs bedeuten. So eitthält das neue EmpfaAtgss- gebäude eine 220 Ouadratmeter große Halle, an der vier Fahr­kartenschalter, vier Bahnsteigsperren und eine reichlich groß be­messene Gepäckä^ertignng liegen. Der Wiartesaal l.und 2. Masse :st tcher 100 Quadratmeter groß, wozu noch ein besonderes Zimmer für Nrchttaucher kommt, der Wärtesaal 3. und 4. Klasse ist 140 ^uadwtmeter groß. Eine neuzeittiche Abortanlage, Waschräume imd öffentliche Fernsprechstelle sind an einem von der Haupthalle ausgehenden Nebenflur angeschlossen. Das Gebäude wird durch eine etgene Mederdruckdampfheizung erwärmt.

Hessen-Nassau.

^ Biedenkopf, 15. Jan. Durch vorzeitigvs Losgehen einer TvnamttPatrone wurdm in der Gisenfteinqrube am StcrU- berg bei 'IRüsen die drei Bergleute Klare, Menchels und Haak getötet. Eine Anzahl anderer Bergarbeiter konnte sich rechtzeitig in Sicherheit bringen.

Gelnhausen, 15. Jan. Eine Frau, die mit einem Kind auf dem Arm auf der Haltestelle Bruchköbel einen Zug be­steigen wollle, wurde, als sie ein anderes Gleis überschntt. von einein durchfahrenden Zuge überfahren und getötet. DaS Kind erlitt lebensgefährliche Verletzungen.

Wiesbaden, 15. Jan. Auf den: hiesigen Hauptbahn­hof wurde heute früh eine ältere Frau namens Heiliger von einem Zuge überfahren und getötet.

veemlschtes.

* Berlin, 14. Jan. (WTB. Amtlich.) In Kilometer 7,6 der Fernstrecke BerlinHalle ist heute, Sonntag, vormittag gegen 7.15 Uhr der Schnellzug D. 144 durch Ueberfahren des Blocksignäls bei Bcrhnhos Südende ans den am Einfahrt­signal B. I des Bahnhofes Großllchterfelde-Ost haltenden Güterzug 7810, der Verspätturg hatte, mäßig anf- gefahren. iMenschen sind glücklicherweise tricht verletzt. Vmn Güterzug sind fünf Wagen entgleist. Der Verkehr rauft Halle mußte nmgeleitet werden. Der Personenverkehr von Halle wird durch Umsteigen in Großlichterfelde cntfrecht- erhalten. Die Störung war um 3 Uhr nachmittags beendet. Die Untersuchung ist eingeleibet.

* Wien, 13. Jan. Am vergangenen Samstag und Sonntag vrach hier in überfüllten Versammlungen Reichstagsabgeordneter Dr. Werner-Gießen über die politische Lage unter besonderer Berücksichtigung des Verhältnisses Deutschlands zu Oesterreich und des Tauchbootkrieges.

* Ein Erdbeben in Japan. Der ,Berl. Lokalanz." meldet aus Kopenhagen: Einem Telegramm aus Tokio zufolge wurde Formosa von einem heftigen Erdbeben betroffen, lieber 1000 Häuser stürzten ein; etwa 300 Personen sind umgekommen.

Nniveefitäts-Nachkicbten.

Berlin, 12. Jan. Die ,Voff. Ztg." meldet aus Leipzig: ^eh. Hofrat Professor Rudolf Birch-Hirschseld. Ordinarius er romanischen Philologie und Direktor des Romanischen Semi- nars der Universität Leipzig, ist gestern an einem Gehirnschlage g e st o r b en.

Eingesandt.

(Für jjorm und Inhalt aller unter dieser Rubrik steheuden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Cs zeugt vou einem starken SelbM?wußtsein, wetm jemand sich theoretisch zum Verttcter der Gesetzlosigkeit aufwirst, wenn er das aber zum prakfischen Nachteil der Majorität seiner Mibernwobner tut, daun darf er sickf auf gehörige Zurmllveifimg gefaßt machen. Der Einsender von gestern wünscht, daß, gegen die Polizeiverord­nung. die Buben doch auf den Sttaßen rodeln sotten? Daß dtirch ein solches Eingesandt die Jugerw geradezu zu lleberttetungen ver­leitet wird, bat der Einsender wiöhl gar nicht überlegt!. Das Bo- nchmcn der Jungen auf der Sttaße wird hier in Gießen schon zur Kalamität, irtbem sie zu glauben scheinen, die Straße sei nur für die Herren Jungens da. Im Gegensatz zum Einsender gibt es viele Lettte, die der Jugend viel bessere Leibesübungei: empfehlen könnten und die das sstodeln ntchr nach der Seite des groben Unfugs benr- testen, wie so manchen bei uns importierten Sport.

Letzte Nachrichten.

Zusammentritt des BuuLesratsausschusses.

Berlin, 16. Jan. Zu einer Sitzung des Bn:rdes«tLS- ausschusses für oulslvärtüge iAngelegenhetten begibt sich wcon< tag abeill) dessen Vorsitzeicher, Ministerpräsident Gras Hert- lirrg, nach Berlin.

Die Türkei zur Snttntenote.

Koustantinopel, 15. Jan. (WTB. NichtamEck.) Dre Blätter besprechen fortges^t die Note der Entente und ftelleir eur- mutig fest, daß sie iusbesolwcre do-tc diente, die ErobcrtMgs- »nM Raubabsichten der Entente zu enthüllen und reden Gedanken an «n Frieden unmöglich zu machen.T a n i n" sagt: Die Entewr, murr' schrieb mit eigener Hand ihren Urtellsspruch vor der Gefchupte. Wenn es gllt, das Rechte- imd Nationalitätenprinzip ivarum müßte da die Türkei aus Europa vertrieben werden, d« seit 2V ? Jach en das reinste Blut icher Kinder zur erfolg renchn. Verteidigung ihrer Ehre und Zukunft vergießt, fvarmn nmßten o:e Türken vertrieben werden, die eine Geschichte von sieben v>ach chinderten und eine alle Zivilisation besitzca:, deren Denkmale fiar selbst im Zentntm Europas befitlden?Le Spir^' verweist w^r Bezug auf die 91ote des österreichisch^m.garischeu Ministers des Aeußern, Grafel: Czertttcn. insbesoichere darauf, daß sich das Ra- tiomrlilätenpriuzip besonders gegen England und R:ffstm:d kehr«r würde, die so viele Völker tyrannisieren. Im allgemeinen be­tonen die Blätter, daß die Autwvrttwte der Gshttcutc öeufeuern des Vierbinw-es zeige, lvarum sie kämpien und daß sie das Bunoms der Atittelnstichte stärken U7Ü> enger gestalleic loerde.

Die Pforte rickstet gleichfalls an die Nentralei: eine Noch, rn der die Bel-allptungen in der Anttvortnote der Entente zurückg>e- lviesen werden.

Der Vatikan und die Friedenserörterungen.

Lugano, 16. Jan. Der vatiLrnrsche ,/Osservatcwe fstolnawo erllärt zur Friedeiiserörterung: In diesem An-genblick ist folche Erörterung loemgstens eröffnet, was schon an sich ein Dorten, ist und zwar ist es ein Vorteil deshalb, well cs nicht nrögltch ist, daß zwei Parteien sich jemals verständigen, ehe sie fchh nicht aus demselben Bode:: befmbat. Es ist ferner ein Vorteil, wen bei öffeittlickem wie persönlichem Handeln die Ansprüche beider Parteien immer hernntergedrückt werden können. Vor allen: aber ist es ein Vortell, well es dazu dient, die Stimmung zu be-i beeinflussen und sie vom Standpunkt der llnversöh:llichkeit und Vermchtungswut auf den Boden einer möglichen Bellegimg hiirüberzickeiten.

Des Papstes Sekretär in der Schweiz.

Berlin, 15. Jan. Der Privatsekretär des Papstes tft lautDaily Mail"' in der Schweiz eingetroffen. Der Prälat ist angeblich mit einer wichtigen Mission in der Frio-^ densangelegerll)eit betraut Word«:.

Oberst Repington über die Kriegslage.

London, 15. (WTB. Nichbamtl^) Oberst Repington schreibt lli derTimes": Die Lage an der Westfront ist so, daß die Zahl der französischen, englischen unb belgischen Divisionen, selbst wenn nun: aus die lvechselnde Starke der 'Divisionen auf beiden Sellen Rücksicht nimmt, doch nicht so groß ist, daß fte in einem Offensivkampf eine Entscheidung verspricht. Vor dem Krüge nahmen wir an, daß für einen Angriff eine Uebermacht von zwei oder selbst drei gegen einen mcht zu groß sei und wir müssen immer von neuen: wiederholen, daß mir keineswegs über eine solche Ueberrnackü verfügen und daß doch der Sieg davon vbhängt, ob wll sie bekonnnen. Es ist außerdem für die Deutschen, jederzell möglich, im Westen die mvbllen strategischen Reservav' in die Wagschale zu fversen, die sie jetzt gegen Achmänien ver^' wenden. Wenn wir im Jahre 1917 :tur eine geringe Uebermacht gegen den Feind ins Feld bringen können, können wir bllligerweistt auch mcht inehr erwarten, als eit«: kleinen Erfolg. Der ($Vnnü*i satz Wilsons, daß die Zahl allein den Feftch" vernichten kann, . hat sich immer ivieder als richtig hevausgestellt und es muß inDolgedessen unser Hauptziel sein, diese Zahl, sowohl was Maaru- schäften als was Geschütze betrifft, aufzubringen. Oberst RepingtE, fährt fort, daß Politiker, die im übrigen tüchtig seien, die höchste einsaä>c Theorie nicht einschen wollten, daß Expeditionen an! verschiedenen Fronten und Kriegsschauplätzen die Kräfte zer-'- splittere. Erst sell der Konferenz in Rom könne man hoffen^, daß der Rat sachverständiger Soldaten wie Cadorna und Robertson befolgt werden mürbe.

Englands Nuhrurrgsmitteldiktator.

A,m> ft e r d a m , 16. Jan.Dallv Mall" meldet, daß Lord Devonport, Englands Nahrungsmllteldiktator, verschiedene Verfüg gnngen erlassen hat, die hatlpffächllch auf den Mehlverbrauch Be>-< zug haben. Hochzeitskuchen darf nur noch gegen besondere Erlaub­nis gebacken werden. Dabei ist aber der dicke Zuckeruberguß $u vermeiden. Für zahlreiche Bedarfsartikel, wie Kartoffeln, sollen demnächst Höchstpreise eingesührt werden.

Umbildung des französischen SanilatÄlienstes.

Bern, 15. Jan. (WTB. Nichtamtlich.» Der UtU^rstaatssekre- tär des französischen Sonllatsdienst«s, Codard, hat die chnmr- gische Organifatlln: des Heeres einer völligen Newdlldung unter­zogen. Jedem Chirurgen ist künftig geschulles Assistenzpersonal be^eordnet. Ferner werden mobile cknrurgrsckve Abteillmgen ge­bildet, die in Reserve gehalten und lln Bedarfsfälle cm bedroytö Frontstellen gesandt werden sollen.

Die Lebensmittelnot in Paris.

Bern, 16. Jan.Petit Parisien" schreibt zur Lebens- mittelrwt, es se: schfmeriger, sich in Paris Kartoffeln, Zucker und Mehl zu verschaffen, als von einem Minister empfangen, zu iverden.

Griechenland.

Paris, 15. Jan. (WTB. Nichtamtlich.)G-ciulois" er« klärt, es müsse innerhalb 14 Tagen festshchen, daß Griechen­land aufgehört habe, eine Drohrrng für die Sicherheit zu sein, oder daß es endgültig durch andave Mittel als divw- matisck^ außerstande gesetzt werde, zu schaden.

Die Brotkarte in Schweden.

Kopenhagen 15. Jan. (WTB. Nichtamtlich.)Ber- ttngske Trdende" ineldet aus Stockholm: .Heute tritt in SrÄkväUee das Brotmarkensystem in Kraft.

Die neue Tagrmg des sch,vedischen Reichstages wurde heute eröffnet. Wn verlautet, wird die stiegierung :m Reichs­tage e:ne Gesetzesvvrlage betreffend die Einführung einer Luxussteuer auf Zigarren und Wein einbringen.

Die Königin von SchnnDrn m Karlsruhe

Berlin, 16. Jan. Die Königin von Schwedeil dia gestern den Bestch der Kaiserin, sowie (den des -Reichskanzlers :n ihrem Hotel empfing, ist abends nach Karlsruhe abaereist Villa geschlagen?

dern ifi Jan Der mexikmch'che Gesagte in Madrid veröffentlicht erne Note, wonack) die Regierungstrmppen de>> Generals MurMtffa in-Vervollständigung chres Erfolges die Truppen Brllas ber Chrmenez Chihuahua enffcheideftd ge- jchlagen haben. Brlla selbst icnd fein Parteiaänaer s-ren flüchtig.

Bulgarisch. Kunstabrnd, in Berlin

. ^"lin^lb Jcm. (WTB. Nichlmntl.) I» der Sinq akademrr fand heute der erste der von der deutschdulqarischen Gesandtschaft veranstalteten bulgarischen Kun stabeiche stttt m Gegenwart Ihrer Majestät der Kaiserin, de-: 5-»erzoq.. unv der verzogni Ernst Günther zu Schleswig Holstein de-> h»i garyckxn Gesandten v. Rrtzow und Gemahlin und einer -aw reichen auserlesenen Gesellschaft. Der von der Singakldem ) unter Leitung von Prosessor Schummm mit Darbettungen machtvoll einqeleitete Abend aab den schen Gästen reiche Gelegenheit zu künstLKn DaLLu)

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