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3.1.1917 Erstes Blatt
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# ulrichstet »r, 80. Dez. Aus dem Felde der lehre starb infolge Bauchschusses der Wehrmann Mahr im Landw.-Jnf- Rgi. Nr. 3V.

X Mücke, 1. Jan. Unteroffizier B e n d e r, Artillerie-Rgt. 25, der seit Kriegsbeginn im Felde stand, gegenwärtig schwer verwundet in Berlin in einem Lazarett liegt, wurde das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. Bender ist schon Inhaber der Hessischen Tapferkeits- medaille.

M. Nieder-Ohmen, 1. Jair. Ten .Heldentod fürs Vater­land starb in Rumänien der Musketier Wilhelm Ho fmann. Dosinann, 2. Turuwart unseres jungen Turnvereins, ivar vor ferner Militärzeit Schrei bgehilse an Großh. Sttuerkonrmissariat nt Grünberg. Sein Kompagnieffihver gibt ihm in der Mitteilung an seine Eltern das Zeugnis eines tapferen Soldaten und eines guten Kameraden. Vor Verdun starb den Heldentod der Musketier Hemrüh Rahn. Der Musketier Heinrich Werner, der vor Verdun den Unten First durch? Granatschust verlor und auch am rechten Fuß erheblich verletzt wurde, erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse. Im LazarettKaufmännisches Vereinshaus" zu Gießen sieht er seiner Gäresung entgegen. Ter Res. Ioh. Bock, der seil Kriegsbeginn im Inf.-Regt 116 kämpfte, erhielt die Hessische Tapferkeilsmedaille. Bock wurde durch Granatsplitter am linken Unterkiefer verletzt und liegt in einem Lazarett zu Berlin. Auch der Gefteite Georg Herrmann rn einer Eflenbahn-Baukoulp. in Serbien erhielt die Hessische Tapferkeitsmedackle. Tie Zahl der Ausgezeichneten ist hier somit auf 48 und die der Gefallenen auf 20 gestiegen.

Kreis Schotten.

ch- Eichelsdorf, 30. Dez. Hier brannten zwei mit Heu und Stroh reichlich gefüllte Scheunen vollständig nieder.

Ober-Lais, 3. Jan. Nach einer schweren Verwundung starb in einem Feldlazarett der Musketier Otto Bach im Res.- Jnf.-Rgt. 397. Die Hessische Tapferkeitsmedaille erhielt der Musketier Friedrich König.

Kreis Friedberg.

== Fried berg. 1. Jan. Die Steigerung der Kohlenpreise machte hier eine Erhöhung der Verbrauchspreise für Leucht- und Kochgas erforderlich. Die Anschlüsse an das Netz des Elektrizitäts­werkes sind während des Krieges von 350 auf 700 gestiegew In­folgedessen must das Werk durch den Einbau neuer Umformstationen Betriebserrveiterungen vornehmen.

Q. B a d -N a uT) c i m , 2. Jan. Ter Kaufmann Hermann S torz, Feinkost-, Butter- und Käsehandlung, wurde vom hiesigen Schöffengericht wogen Ueberschreitung der H ö ch ft p r e i s e zn 50 Mark Geldstrafe verurteilt. Das Gastspiel des Giestener Stadt­theaters am Samstag erlitt durch Zugoerspätung eine erhebliche Verzögerung. Statt um 6,23 Uhr kam derKünstlerzug" erst hier an, als das Publikum bereits im Theater versammelt w^r. Die hübsche Wiedergabe des anschaulichen LustspielsDer Bursche des Herrn Oberst" ließ jedoch keine schlechte Laune bei den Besuchern auskommen und war die gut halbstündige Verspätung bald vergessen. Starkenburg und Rheinhessen.

Darmstadt, 1. Jan. In einem hiesigen Fabrikbiet riebe verunglückten zwei Arbeiter tödlich. Ein Arbeiter aus Griesheim geriet in ein Räderwerk, das ihn zu Tode drückte. Sodann wurde der Arbeiter Stork aus Arbeilgen von einem Rangierwagen ge­gen einen Leitungsmast gedrückt und lotgequetscht.

Kreis Wetzlar.

F. C. Wetzlar. 31. Dez. Hier werden in den nächsten Tagen Wärme st üben eröffnet für Leute, die kein behaglich erleuchtetes und geheiztes Zimmer besitzen.

ra. Wetzlar, 1. Jan. Mit dem Eisernen Kreuz erster Klasse wurden ausgezeichnet Leutnant (Amtsrichter) Henrich, Maschinengewehr-Kompagnie (Res.-Jnf.-Rgt. 81), ans Wetzlar, und Dizeteldwebel Friedrich H e d d e r i ch (Res.-Jisi.-Rgt. Nr. 81) aus Wetzlar-Niedergirmes.

ra. Krofdorf, 3. Jan. Oberförster Lieber, welcher 15 Jahre die hiesige Oberiörsterei verwaltete, ist am 1. November in bert Ruhestand getreten. Der in Forstkreisen wohlbekannte Hege­meister Schmitz steht jetzt im 90. Lebensjahr. Förster Echter­nacht wurde der Titel Hegemeister verliehen.

Hessen-dwssau.

X. Aus der Röhn, 31. Dez. Der Zigeuner Hermann Ebender, welcher sich in Fulda als Untersuchungsgefangener befin­det, hat gestanden, den Kgl. Förster Romanus aus Riesig am 45. Februar 1912 erschossen zu haben.

--Bad Homburg v. d. H., 2. Jan. Heute nachmittag brach im Dachstnbl des K u r h a u s e s e i n B r a n d aus, dem ein erheb­licher Teil deS Daches zum Opfer fiel. Die Feuerwehren konnten rn etwa halbstündiger Tätigkeit das Feuer ans seinen Herd beschrän­ken. Der Schaden ist trotzdem sehr bedenkend, da eine Decke ein- stürzte und sich die Wassermasscn die Treppen hinab in die Säle des Erdgeschosses ergossen. Besonders hat der unter dem Brand­herd belegene Prinzensaal mit seinen wertvollen Stückarbeiten undl Wandtäfelungen sehr gelitten. Tie Gemälde des Konzertsaales konnten rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden. Die Entstehungs- nrsache konnte bisher nicht ermittelt werden.

ta. Biedenkopf, 3. Jan. Kreistierarzt Staupe, welcher feit dem Jahre 1383 mit gutem Erfolge Hierselbst seine Praxis aus­geübt, ist in Ruhestand getreten.

--- Frankfurt aM., 3. Jan. Zwei jugendliche Wagen- Putzer wollten im .Hanptbahnhof aus dem Heimweg dkm näheren/ Weg über die Gleise benutzen. Hierbei wurden sie von einem Ran­gierzug überfahren. Eirrer war sofort tot. Dem anderen wurde das rechte Bein an der Hüfte abgefahren. Cr kam in lebensgefährlich verletztem Zustande ins Krankenhaus.

Frankfurt a. M., 1. Jan. Kommerzienrat Beit von Speyer überwies dem städtischen Fürsorgeamt für Frank­furter Kriegsbmterbltebene 25 000 Mark.

--- K c r ch h a i n, 31. Dez. Zwischen Kirchhain und Niederkleen wurde ein Schickknabe im Walde von einem Bären, der schon einige Tage zuvor einen Briefträger belästigt hatte, überfallen. Der Junge rettete sich vor dem Tier durch die Flucht nach dem nahen Glltshof Plausdorf. Anscheinend ist der Bär umherziehenden Bärenführern entsprungen.

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Hochwasser.

K. B i l l i n g e n , 3. Jan. Der Schluß des ^ Jahres brachte unserer Gemeinde noch eine unangeirehme Ueberraschung. Infolge der reichlichen Niederschläge der letzten Tage führte die Horloff so große Wassermassen nrit sich, daß sie am 30. Dezember über.die Ufer trat: das ganze Gelände zwischen Villingen und Ruppertsburg stand unter Wasser, desgleichen die Gärten im Osten, sowie im Unterdon 20 Gehöfte. Das Vieh konnte alles gerettet werden. Amn Teil allerdings nur unter großen SckMerigkeiten. Wie groß der Schaden ist, der in den Kellern an den Kartoffelvorräten an- gerichtet ftmebe, läßt sich noch nickst übersehen: auf jeden Fall werden die Kartoffeln noch mehr der Fäulnis ausgesetzt sein, ajlsl seither schon. Es war ein Glück, daß das Wlasser bei Tag kam, sonst wäre sicherlich iwch mehr Schaden zu beklagen.

m. Hungen, 31. Dez. Bon Hochwasser, wie es seit dielen Jahren hier nicht >nehr vor kam, wurde gesteru abend unser Städtchen heimgesucht. Die infolge des anhaltenden Regens der letzten Tage und der Schmeeschmelze der Gebirge des Bogklsbergs mächtig angeschwollene Horloff trat aus ihren Ufern und große Wassermassen drangen von zwei Seiten in drts Städtchen ein, Wiesen 'imb Gärten überflutend. Straßen, Hof­retten und Keller lvurden unter Wasser gesetzt, wodurch! beträcht­licher Schaden angerichtet wurde. Das Vieh mußte aus den be­troffenen Ställen geschafft imb in hoher gelegenen Stallungen junter gebracht werden. Sofort wurde mit dem Auspumpen dev Keller begonnen, welche Arbeit mich heute fortgesetzt werden mußte.

ie Ni eder-O ymen, 31. Dez. Schon in der Nacht von Freitag auf Samstag war die Ohm, wohl infolge der Sctzneo- sckmelze tm Vogelsberge, sehr groß geworden. Jni Lause des Tages stteg das Wasser immer höher, bis es am Spätnachmittag feinest Höhepunkt erreichte. Fast war das Olimtal nicht breit genug, um all die Wasserfluten an meinen zu kölmeu. Schlimm erging es den tiefgelegeneu Teilen nirseres Torfes. Hier wurden Gärten total vernichtet, siltarbenzäune iveggerisstn und fortgeschvennnt. Das Wasser drang in die Straßen, Höfe, Ställe, Keller usw. In letz­

teren schwammen KarrofteUr, ErruuachtSpfe und -gläser. Flaschen u.o. Munter umher. Das Vieh mußte aus den Ställen geflüchtet werden. In der Untergasse konnte das Vieh nicht mehr über die Straße heransgebracht und mußte nach rückwärts übckr den Bahn­damm befördert werden. ORanche Leute haben ernpfffwlichen Scha- den erlitten. Die an und für sich nicht im Ueberfluß vorhandenen Kartoffeln lverdeu durch, die Nässe gelitten Hadem Infolge Ueberschwetnnrung >der Straßen waren einzelne Dorfteile ganz abgeschnitten. Ter Werkelst mit ihnen ergab heitere Bilder. An der Neeb'schen Mühle z. B. wurden die Leute ganz einfach aus einen zweftädrigen Karren über die Fluten befördert. Tie Fuhrleute hatten sich natürlich nrit hohen Stiefeln beroafsnel. Daß die Fähre zum Ergötzen der Zuschauer ab und zu )nal mitten im Wasser stehen blieb, war nichts Seltenes. Andwe beluden sich einfach mit den Reffenden und trugen sieHuckepack" hinüber.

** Groß-Eichen, 2. Januar. Von einer Wassermenge wurde unser Ort heimgesucht, wie es seit Menschengedenken noch nicht der Fall war. Ter Regen begann um 10 Uhr morgens. Bis nachmittags 4 Uhr waren Ställe und Scheunen mit Wasser ange- süllt. Glücklicherweise ist kein Menschenleben zu beklagen. Kaum war das Wasser verlaufen, so trat ein trauriger Unglücksfall durchs Unvorsichtigkeit ein. Beim Landwirt Karl H o r st entlud sich ein Gewehr, welches ein Sohn von 12 Jahren so unglücklich traf, daß man für sein Leben fürchtet.

----- Frankfurt a. M., 2. Jan. Wenn auch seit 24 Stunden kein Regen mehr gefallen ist, so sind die Zuflüsse des MainS doch noch im lmrgsamcn Steigen begriffen. Fnfolgkchessen hat auch die Flut des Mains chren Höhepunkt noch nicht erreicht. Sie wird erst am Mittwoch in der hiesigen Gegend erwartet. Gewaltigen Schaden richteten vergangene Nacht die Wasser bei Krotzenburg. Kesselstadt und Mainkur an, wo sie die großen Wehvbauanlagen überfluteten, so daß die Arbeiten vorerst ruhen müssen. Von den überschwemmten Userrändern spülten die Fluten zahllose Holzvorräte weg:. Dev Tagebau der Braunkohlengrube Dettingenersoff". Gine Fraü Pfähl er von hier, die bei Deättngcn der Ueberschwemmung zu-- sah, wurde von den in die Tiefe rutschenden Erdmassen mit hinab- gezogen und erstickteindenSchlammassen. Eine Mainzer Dame konnte im letzten Augenblick gerettet werden.

AMarburg, 31. Dez. Infolge der anhaltenden Regen­güsse der letzten Tage führen Lahn und Ohm H och wasser. Das ganze Ohmtal von Schweinsberg bis Bürgeln bildet einen gewal­tigen See, aus dem Amöneburg wie eine Insel heransragt. Aus den Fluten tummelt sich zahlreiches Wassergeflügel. Bei der Ohm- talbahn reicht das Wässer bis an den Bahndamm. Auch südlich unserer Stadt ist das Lahntal stundenweit überflutet und einige Ortschaften, z. B. Roth, Wenkbach und Argenstein^sind völlig von Wasser umgeben. Die Flut zeigt am heutigen Tage nocki keine Abnahme. Auch aus den Seitentälern der Lahn wird Hochivasser gemeldet.

fy. Kassel, 1. Jan. Infolge tagelanger Regengüsse luib plötzlicher Schnecschmelze führen Fulda und Werra Hoch­wasser. Die Fulda ist umi 3 Meter gestiegen.^ ^In Rothenburg mußte die Hessischst Kunstmühle vorübergehend stülgelegt werden..

ch. Bingen, I.Jan. Tie hesttgen Regengüsse der letzten Tage, verbunden mit der Schnee schmelze in best Gebirgen, brachte weiteres starkes Steigen des Rheines und seiner Nebenflüsse. Vor- geftenr stand bett Rhein auf 4,00 Mewr, gestern 4,10 Meter und beute morgen 4,21 Meter. Weiteres Steigert ist in sicherer Aus­sicht. Viele Keller weisen bereits Wasser aps. Sie mußten ge­räumt werden. Die Nahe steigt immer mehr, zumal sie keinen? freien Ausfluß aus den: ebenfalls hochstehenden Rhein hat. _ In­folgedessen dürfte sie an der Eff'enbabnbrücke eine 5)ö'lst vost 5 bi»/ 6 Meter haben. Sie hat gelbe erdfarbige Fluten. Auch die Mosel steigt stark.

fz. Koblenz, 1. Jan. Ter Rhein ist hier jetzt aus 6,30 Meter gestiegen. Tie Rheinanlagen und das Rhein- und Moselweri sind überflutet. Die dort befind lickte n ^ Lager­schuppen mußten geräumt werden. Die Schiffbrücke ist^ wiederum verlängett worden. Tic Moseldampff'chissahrt ist eingestellt: auch ist auf der Moseltalbahu der Verkehr zwischen Zeltingen und 'Xndel unterbrochen. Von der oberen Mosel Nnrd Fal len des Wassers gemeldet. Bei Trier ist der Pegelstand heute früh 4,29 Meter. Das Regenwetter hält noch immer mr. Der amtlickst Nachrichten­dienst ist eingerichtet.

sz. Köln, 1. Jan. Die Kölner Pegelhöhe ist auf 7,25 Meter gestiegen. Die unteren Stadtteile sind überschlvemnrt. In den Rnhrhäfen verursacht das ^.Hochwasser empfindliche Verkehrsstörungen. Bei mrl'altend starkem Regenwetter wird wei­teres Steigen vom Oberrhein genieldet.

Spielplan der vereinigten Krantsitter Stadttheatek.

Gpernyaur.

Mittwoch, den 3. Januar, nachmittags 3'/, Uhr: .Max'und Lieselchens Weihnachtsreise." Abends 7 Uhr:Das DreimäderlhauS." Donnerstag, den 4. Januar, abends 7 Uhr: Der fliegende Holländer." Freitag, den 5. Januar, abends 7 Uhr: ^Mignon/ Samstag, den 6. Januar, nachmiklags 3'/, Uhr:Max' und Lieselchens Weih­nachtsreise/ Abends 7 Uhr: »Die Schneider von Schönau."

Sonntag, den 7. Januar, nachm. 3 Uhr:Max' und Lieselchens Wcihnachtsreise." ^lbends 7 Uhr:Don Inan." Montag, den 8. Januar, abends 7 Uhr:Das Dreimäderlhans."

Zchauspielhaus.

Mittwoch, den 3. Januar, abends 7 Uhr: ^Rausch." Donners­tag, den 4. Januar, abends 6 Uhr:Don Carlos." Freilag, den

5. Januar, abends 7'/, Uhr:Wienerinnen." Samstag, den

6. Januar, abends 7 1 /» Uhr:Der Biberpelz." Sonntag, den

7. Januar, nachmittags 3'/, Uhr:Alt-Franklmt." Abends 7'/, Uhr: ,Viel Lärm um Nichts." A/ontag, den 8. Januar, abends 7si, Uhr : Die Stützen der Gesellschaft."

* Ter unbeirrbare Apotheker.Die Division", so erzählt derFigaro", ivar in Ruhestellung gekommen, imd einer der Berbindungsradfahrer erschien gusgeruht. gereinigt und mit geölterr Maschine vor der Ofsiziersmesse, um sick> zu Diensten der Offiziere zu stellen, die aus dem nächsten Ort die neuesten Zeittmaeir hstrbeigeschafft wünschten. Er erhält eine von einem Offizier nieder- gesckstiebene Liste der gewümchten Zeitungen und fährt ab. In der Ortschaft angelamft, sucht der Radfahrer^ die^ Liste h.wvor und müht sich vergeblich ab, die unleserliche Schrift des -Offiziers ^tt entziffern. Welche Zeitungen soll er bringen? Da fällt sein Blick aus das Schild einer Apotheke, und sofort bnmtt ihm eine Idee.' Im nächsten Augenblick ist er in der Llpotheke, reicht dem Lkpvtheker die Liste und sagt:Bitte sehr, mein Herr, ftrmteti Sie das lesen?" Tenn ein ?lpotheker hat dochi die beruslrche Pflicht, jede Schrift lesen zu köirnen! Ohne Zögern nimmt denn auch i>?x Apo­theker das Papier. Er verschwindet in einem Hirrterraunt, einige Sekunden vergehen, und gleich! daraus tehrl er mit einem ge­füllten und sorgfältig etikettierten Medizinfläschckstn zurück. Er reicht es dem verblüfften Radfahrer und meint freundlich:Es hat'dock? nicht zu lange gedauert, wie? 1 Frs. 20, bitte!"

Meteorologische veodachtungen der Station Siehe,r

Jan.

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Regen

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Höchste Temperatur am 1. bis 2. Jan. 1917 + 10,7' C. Niedrigste 1. 2. , 1917+ 7,6 C.

Niederschlag 2,5 mm.

Briefkasten Ser Redaktion.

Mnouhme Anfragen bleiben nuberücksichtigt.l

st. p. st. b (J>. Ist eine Person, deren Hinterbliebenen auf Grund des Militär-Hnrterbliebenen-Geseyes Witwen- und Waisen- gcld oder Kriegsversorgung zustehen jöiirbe, oder bewilligt werden könnte, verschollen, so kann das Witwen- und Waisengeld ertvx die Kriegsversorgung den Hinterbliebenen and:! schon vor der Todes­erklärung gewährt werden, wenn das Ableben des Versckolleneit mit hoher Wahrsch-Rnlichkeit cm-nnehmen ist. Ob das Ableben mit hoher Wahrscheinlichkeit airgenommen rverden kann, bängt von dem Ermessen der Militärverivaltung ab. Den Tag, mit welchem die Zahlung des Witwerr- mrd Waisengeldes oi>er der Kricgsver- sorgung beginnt, bestimmt im vorliegeirden Falle die Vcrsorgnngs- abteilung des Kriegsministeriums.in Berlin.__

Amtlicher Teil.

Baterländifcher Hilfsdienst.

Aufforderung des Kriegsamts zur sreiivilligen Meldung gemäß § 7 Abs. 2 des Gesetzes, für den vaterländischen Hilfsdienst.

Hilfsdienstpslichtige iverden gesucht zur Verwen­dung im besetzten feindlichen Gebiet und zwar:

Für Schreiber- und Botendienst bei militärischen Kommando- und Vertraltungsbehörden,

Zur Beaufsichtigung fremdländischer Arbeiter,

Zur Beschäftigung in militärischen Drrtschaftsbetrieben jeder Art, in SoldakcnHeimen und Lazaretten.

Es wird zrmachst ein vorläufiger Avbeitsvertrag mit 14tägige7 Kündigung abgeschlossen. Die Hilfsdienstvflichttgen erhalten: freie Verpflegung und Unterkunft, freie Eisenbahnfa'hrt zum Bessimmungsort und zurück, freie Benutzung der Feldpost, freie ärztliche und Lazarett-Behaiwlung, militärische Bekleidungs- und Ausrüstungsstücke, falls die Art der Beschässigung es nötig crschei 2 rm läßt.

Die Höhe des Lohnes oder Gehalts wird nach Arbeits- art und -daner, sowie nach der Leistung festgesetzt: eine auskömm­liche Bezahlung wird zugesichert.

Im Fall des! Bedürfnisses werden außerdem Zulagen ge­währt für in der Heimat zu versorgende Familienangehörige.

Die Versorgung H i l s sd i en st psl i ch t i g e r , die eine Kriegsbeschädigung erleiden, und ibrer Hinterbliebenen wird noch besonders geregelt.

Tie aus Grund dieser Meldungen in Etappen- und Operasions- gebicten verwendeten Hilfsdienstpslichttgen i-echnen im allgemeines zum Heeresgesolgc und unterstehen insoweit den K'riegsge.seycn.

Meldungen niinmt die Unterzeichnete Kriegsamtsuelle in FrMiksurt a. At., Marienstraße 10 bis 10. Januar 1917 entgegen

Es sind beizubringen:

Polizeilicher Ausweis mit Photographie, etwaige Militürpapierc,

Beschästtgungsausweis oder Arbeitsvapime, erforderlichen­falls eine Bescheinigung gemäß § 9 Abs. 1 des Gesetzes über den vaterländischen Hilfsdienst lMkehrschein.', Angabe, wann der Bewerber die Beschlffsigimg antreten kann.

Frankfurt a.jM., den 2.Januar 1917.

lKriegsamtsftelle im Bezirk des stellv. Generalkommandos XVIII. Armeekorps.

ItnifcrfitabfHacbricbten«

Hk. Frankfurt a. M., 3. Jan. 2ln der Frankfurter Uni­versität erhielt Or meä. Willy Pfeiffer die veuia leg-eoäi für das Fach der Nasen- und HalSkrankheiten. Seine Habilitations­schrift trägt dsn Titel:Klinische Studien an Diphtheriebazillen­trägern und deren Behandlung".

Vermischte».

** Svnneberg (Thür.), 30. Dez. Unser 2. Bürgermeister Tr. jur. Pepp ler, z. Zt. Kriegsgerichtsrat bei Kgl. Gouverne- mentsgericht der Festung Köln, wurde zum ersten Bürgermeister in P a s e w a t f gewählt. Tr. Peppter entstammt einer Großen- Lindencr Familie.

* Die elegante Veneziaarerin im Umi'chlage- tuch. Der Kampf gegen die Eleganz der italienischen Frauen ninmtt immer energischere Formen mi. Mährend man sich bisher damft begnügte, ihnen allgemein Sparsamkeit zu predigen, will man jetzt mit einschneidende Vvnchlägei^beginnen, die möglicher­weise bald zu Derordmmgen wevden. So wird imGazettino"- angeregt, daß die Venezi-anerffrnen aus Sparsamkeitsgründen statt Mänteln und Jacken rarr ?uxh Umschlagetücher tragen sollten. Selbswerständlich wird in diesem Artikel der Eitelkeit der Frauen Rechnung getragen, indem der .Hauptton auf die ästhetischen Vor­züge der neuen Track)t gelegt wird, die überdies als echtes altvene- zianisches Kostüm verherrlicht nnrd. 'Frauen, die sich nicht an die neue .Kleidung gewöhnen können, wird geraten, sich .Kimono­ärmel ffr ihre Umschlagtücher annähen zlu lassen. Am Schluß des Aufsatzes Wßt es:Noch ein anderer Vorzug diesesMantels" ist der', daß er einen einfachen Hut fordert. Bänder, Mnmen, Federn würden die schöne Linie der Trägerin stören. Nur ganz! einfache Rundhüte aus Filz «Her Santt ft'igen sich dem Bilde gut ein."

* Das Grammophon im Straßenbahnwagen, Eine neue Einrichttkng, die man sozusagen als Sttnßenbahtvi schtaffner-Ersatz bezeickZne?: konnte, .wird gegenwärtig in Liver­pool eingefülirt. Unt die Schaffenerinnen von der Anstrengung des Ausrufens der Haltestellen zu. defveien, werden iränrlich' ffl die Betriedswagen der Stt'aßenlxflm Apparate in Gestallt llciner Gramnwplwne eingebaut, die automatisch/ beffn Ssillstellen an jeder Haltestelle in Betrieb gesetzt loerden und dann den ?iamau der betreffenden Haltestelle tm Wagen ansrufeu.

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KvhUS. j»vs. Nenn <23 I. alt! sucht,da esthw OnsonniM. Ge­legenheit fehli. M. diesemWege fretindschaftbchen Verkehr m. jimgerem od.«leichalierigem. gebildeten MäSchen. Unbe­dingte Verschi»ie,enh. selbst- verständlich. Schristl. AnKeb. erb, uni. 00027 a. fr. EiieÄ. Aur .