Ausgabe 
7.12.1916 Erstes Blatt
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imrtrrrßn« Freiherr» Corrrad von Hötzendorff Sr. Mas. dem Deutschen Kaiser seinen ersten Besuch als Herrscher der ver­bündet-'!,. Mmmrchäe im deutschen Großen Hauptquartier ab und berw.ilte dort bis zum Abend. Ter deutsche Kaiser, begleitet von seinem Generalsrabsches, Geiieralfeldmarsck>all von Beneken- d v r f r und von Hiudenburg, enviderte diesen Besuch beim Oesterreick >ck> Ungarischen Armee-Oberkonnnando. S. Aposwl. Mai. verlieh dem deutschen Kaiser das Militäroerdienickreuz erster Ztlasse mit Kriegsdekoration, dieser seinem hohen Verbündeten das Eichenlaub zum Pour le Mörite.

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Die rumänische Regierung in Jassy.

B er n , 6. Dez. (WTB.) Die PariserAgence Fournier" verbreitet die Meldung, I as s y sei das Zentrum der rumä­nischen Regierungs tätig keit geworden.; Mehrere Minister und die Präsidenten des Senats und der Abgeordnetenkammer seien dort eingetroffen. Das Parlament werde dem­nächst in Jassy seine erste L^riegssitzung abhalten.

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Der türkische Bericht.

Ko u st a n t i n o pe l, 6. Dez. (WTB.) Amtlicher Heeresbericht vom 5. Dezember. An der persischen und Kaukafussront kein ivichti- jges Ereignis. Ein -englischer Doppeldecker wurde durch unser Feuer an der syrischen Küste bei Eeml-e abgeschossen. Führer und Beobachter .wurden gefangen genommen. Wir ver­hinderten Landungsversuche des Feindes Lei Akaba, sowie deck von ihnr nnternomnrenen Versuch, an der Küste des Golfes von! Maba die französische Fahne zu hissen, die Fahne wurde von uns erfcfutct. Unser Vormarsch in der Richtung von Pemba aus Hed- schas schreitet fort.

Die Zahl der Gefangenen und die von unseren Truppen, die an der großen Schlacht am) A rgesul nördlich der Donau teil- nabrnen, gemachte Beute beläuft sich auf 60 Offiziere, 3600 Mann und drei vollkommen ausgerüstete Feldbatterien. Elf in unserem jgestrigen .Bericht gemeldete Kanonen sind in dieser Zahl nicht einbegriffen.

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Uabinettrroechft! in England.

Amsterdam, 6. Dez. 5.30 Uhr nachm. (WTB.) Reuter Meldet aus London: Der König hat sich Lloyd George konrmen lassen.

Am st e r d a m, 6. Dez. 5 Uhr nachm. (WTB.) Rach einer ! Reutenn eldung bestätigt eine autoritative Erklärung die Weigerung Sonar Laws, ein Kabinett zu bilden. Dies bedeutet nicht, daß Bonar Law seine Haltung geändert hat, denn er war die ganze Zeit über bereit, unter jedem Premierminister, der dem Lande genehm ist, zu dienen, aber nicht bereit, die Stellung eines Premierministers zu übernehmen. Es ist ganz leicht möglich, daß Lloyd George, wenn er sich einer entsprechenden Unterstützung durch das Unterhaus nicht versichern kann, sich zu einer ähnlichen Haltung wie Bonar Law gezwungen sehen wird. Müglicher- weise wird also Asguith eingeladen werden, wieder an die Spitze des Kabinetts zu treten.

Amsterdam 6. D^. (WTB. Nichtamtl.) Wie aus Lon­don gemeldet wird, hat dort am 2. Dezember eine Ver­sammlung in der City von Loirdon einen Beschluß an­genommen, daß die Admiralität sofort Maßregeln ergreifen müsse, .um.der Bedrohung des britischen Ueberseehandels durch U-Boote , und Minen entgegenzutretcn, daß ferner die britischen Handels­schiffe^ wirksam gegen seeräuberischc Angriffe bewaffnet und eine Effektiv-Blockade hergestellt werden müsse. Lord Beresford führte imter scharfen Angriffen auf die Negierung auS: Gegemvärtig verlieren wir wöchentlich an 70 000 Tonnen Schiffsraum, und deshalb steigen die Preise der Lebensmittel. Die Regierung kommt immer zu spät. Seit dem Beginn des Krieges seien 14 7 0 Schiffe versenkt worden und seit dem 3. No­vember 159 (mit Worten: einh-undertundneunundfünfzig). Reicht das nicht aus, um von der Regierung eine Erllärung zu verlangen, wie man in eine solche Lage gekommen sei, obgleich man die See beherrsche? Die Bedrohung durch die U-Boote sei schlimm und kömte noch schlimmer werden. Das hauptsächliche Ziel der britischen Operationen sei Zeebrügge. Ätan sollte tausend Flugzeuge dorthin dirigieren. Irgend etwas sei in Dover nicht in Ordnung. Ernsthafte Dinge würden dort enthüllt, die er nicht Nennen dürfe. Mer die, die orienttert wären, hätten der Admira­lität geschrieben und eine Untersuchung verlangt. Gib so n .Bowl cs sagte, die Verluste der englischen Handelsmarine be­deuteten, daß die englische Seeherrschaft bedroht sei. England könnte ebenso von Deutschland blockiert werden, wie Deutschland von England. Die Lage sei sehr ernst. Bowles schloß: Wir haben euren Lebensnrcktelkonttollcur eingesetzt, aber der wirkliche Lebens in ittelkontrvllenr ist jetzt das deutsche U-Boot.

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Fleischlose Tage in London.

London, 6. Dezember. (WTB.) Die Handelskammer erlich erne Verordnung, die die Mahlzeiten in dar Hotels, Restcui- rants und Pensionen regelt. Darnach darf kern Abendessen aus nrehr als drei Gängen bestehen und keine andere Mahlzeit aus mehr als zwei Gängen. Käse, Vorspeise, Nachtisch und Suppe werden w als halber Gang berechnet, sofern sie nicht konservierten oder wischen^ Fisch, Fleisch, Geflügel oder Wild enthalten. Es ist boabsrchttgl, rn kurzem weitere Verordnungen zu erlassen, durch die allgemeine fleisch Lose Tage angwttmet werden.

das auch jetzt noch besonders nötig ist, zu dreschen und ab- zuliefern.

Der Verbrauch von Kartoffeln.

Berlin, 6. Dez. (WTB. Amtlich.) Die Bekannt­machung über Kartoffeln vom 1. Dezember 1916 sieht in ß 1 vor, daß der Kommunalverband für Schwerarbeiter neben der allgemeinen Kopfmenge von einem Pfund Kar­toffeln für die Zeit bis 31. Dezember Zulagemengen von einem Pfund beziehungsweise l 1 / 4 Pfund anfordern kann. Diese Bestimmung wurde teils falsch äufgefaßt; sie gibt ledig­lich einen Verteilungsmaßstab für die Zuweisung der Ge­samtmenge von Kartoffeln an die Kommunalverbände. Bei der Verschiedenheit der örtlichen Verhältnisse muß die Be­stimmung, wie die verfügbare Zulagemenge auf die einzelnen Gruppen der zu Versorgenden zu verteilen ist, dem pflicht­gemäßen Ermessen der Kommunalverbände überlassen werden.

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Berlin, 6. Dez. (WTB. Amtlich.) Der Kaiser hat als preußische Auszeichnung das Verdien st kreuz für K r i e g s h i l f e gestiftet, das aus einem achtspitzigen Kreuz aus Kriegsmetau besteht und an Männer und Frauen ver­liehen werden soll, die sich im vaterländischen Hilfsdienst be­sonders auszeichnen.

Der Seekrieg.

Zum U-Bootangrifs im Funchal.

Bern, 6. Dez. (WTB. Nichtamtl.) Zu dem U - Boot- An g r i f s in F n n ch a l schreibtTe m p s":

In gewisser Hinsicht begrünt damit für die U-Boot-Schiff- Wrt eure neue Aera, t>cnn zum ersten ?Nale haben Tauchboote cme regelrechte Operation gegen eine Küste unternommen. Wenn brshsr alle Untern-ehnrungen nur alsj Zwischenfälle angesehen Weeden könnten, so müsse man heute mit Artillerieangriffen von Tauch- kwoten rechnen mrd liegen maßregeln treffen. Der Vorstoß gegen Frmchal beweise, daß die neuesten deutscher U-Boote viel

Geschütze führen, als die älteren. Tie Tauchboote ffrckhnrcn rmrnier mehr den Charakter von Kreuzern an, da sie rmmer häufiger ihre ^Geschütze verwenden, die ursprünglich aus 11-Bvoten nur ausnahmsweise gebraucht wurden.

Ans dem Aeiche.

Die Preise für Hafer und Futtcrgerste.

? e * r * * n ' ^ (WTB.) Das Kriegsernährungsamt tzlbt bekannt: Für Hafer u n d F u t t e r g e r st e wird zur­zeit 280 Mk., für Qnalitätsgerste von der Reichsgerften- gesellschast 340 Mk. für die Tonne im Höchstfälle bezahlt In den Satz von 280 Mk. für die Tonne ist neben dem end­gültig festzusetzenden Preise ein Zuschlag für die Frühliese- rung (Frnhdruschprämie) enthalten. Der endgültige Vrei* ist nunmehr festgesetzt. Er beträgt bei Fütterger'stc 250 Mk. für die Tonne. Für Öualitätsgerste zahlt die Reichs- a«*ftensesellschaft jetzt 320 Mk. für die Tonne. Für Hafer bl«Lt der Frühlieferungspreis von 280 Mk. noch bis zum 81. Januar 1917 einschließlich bestehen. Da für Brotgetreide die derzeitige Frühdr uschprämie von 10 Mk. für die Tonne nach der geltenden Bundesratsverordnung noch bis 15. De­rber 1916 bezahlt wird, liegt es im Interesse der Land­wirte, rn den nächsten 10 Tagen inö glichst viel Brotgetreide,

Hessischer Landtag.

Erste Kammer der Stände.

Tarmstadt, den 6. De-ember 1916.

Am Regierungstische: Staatsmimster Dr. v. Ewald, Fi- nanzmrnister Dr. Becker, Minister des Innern v. Hombergk und eine Anzahl Räte.

Erster Präsident FürstSolms-Hohensolms-Lich er­öffnet die Sitzung um IOV 2 Uhr mit geschäftlichem Mitteilungen, nachdem Staatsminister Dr. v. Ewald die Regierungskommissare Ministerialrat H e l w i g , Oberjustizrat Schwarz und Oberregie­rungsrat Wagner dem Hause vorgestellt hat. Ter Präsideitt teilt mit, daß Fürst Solms-Braunfels mit Vollendung seines 25. Lebens­jahres seinen Eintritt in die Erste Kammer angemeldet hat. Weiter ist Graf Eb«hard zU Erback>-Erbach für den verstorbenen Grasen Erbach-Erbach eingetreten und an Stelle des Fürsten zu Stollberg- Roßla hat der jetzige Vertreter, Fürst Christof Martin, den Grafen Kuno zu Stollberg-Roßla mit der Vertretung beauftragt. Ter Prä­sident gedenkt daraus des jungen Fürsten zu Stollberg-Roßla, der aus dem Schlachtfeld den Heldentod erlitt, uird widmet dem ver­storbenen Finanzminister Tr. Ernst Braun einen warmherzigen Nachrstf.

Das Haus ehrt das Andenken der Verewigten durch Erheben von den Sitzen imd tritt daraus in die Tagesordnung ein.

Zunächst erfolgt Beratung und Abstimmung über den Entwurf eines Gesetzes, bett. tue Berufungen und Wählen zum 37. Landtag. Nachdem Staatsminister Tr. v. Ewald die Vorlage kurz begrün­det, wird sie vom Hause ohne Debatte angenommen.

Ohne Debatte wird Wetter angenommen die Regierungsvorlage, betr. die Gewährung oon Bezügen an Beamte und ständig verwen­dete Bedienstete, die während des Krieges ihrer aktiven Dienstpflicht genügen, die Vorlagen, betr. die Nachweisungen über die Staats­einnahmen und -ausgaben im Rechnungsjahr 1911 und im Etats­jahr 1912, die Vorlage über die summarische Uebersicht der Ein­nahmen rrnd Ausgaben der Grvßh. Lanüeskcedilkasse für 1912, der Gese^entwurf über die Belastung von Grundstücken mit erwerblichen und veräußerlichen A b b a u r e ch t e n wird vom Staats mini st er kurz begründet und vom Ausschußberichterstatter, Geh. Rat. Prof. Dr. Leist befürwortet; er wird darauf ohne Debatte angenommen, desgleichen die Vorlage über die Neuordnung der Banver- waltung, für die Ministerialabteilung fi'rr Bauwesen, ferner die Vorlagen, betr. die Beteiligung des hessischen Staates an der Kär- tofselversorgmrg, G. m. b. H., mit dein Sitze im Bezirk des Königl. Amtsgerichts Berliir-Mitte, betr. die Verwalttingsübersickst der Großh. Staatsschuldenverwaltung im Rechnungsjahr 1912 und betr. den Verkauf eines Grundstücks des Großh. Landes ei gentums an den Gutsbesitzer E. Sekretan in Hohenau.

Dem Aittrag des Abg. Reh, betr. Enteignung und Ein­ziehung des Kiipserdaches auf der russischen Kapelle, dem die Zweite Kammer zugestimmt hat, nicht zuzustinrmen, sondern ihn abzulehnen, da die Gründe der Regierung gegen den Antrag über­zeugend seien. Das Haus beschließt demgemäß. Anglmommcn werden die Anträge Dr. Schmitt, v. Brentano und Gen., betr. die Reichsanleihe Calmon-Wünzer, betr^ die Ergänzung der Ver­ordnung vom 6. August 1914 über die Geschäftsaufsicht zur Abwendung des Konkursverfahrens und verschiedener Einzelvor- stellungen. Der Vorstellung der Gerichtsvollzieher, betr. Siche­rung ihres Diensteinkommens, hatte in der Zweiten Kammer zu einem Beschluß geführt, nach welchem eine Mehrauftverrdung von 85 000 Mark erforderlich werden würde. Da die Regie­rung erklärt hat, daß sie »oährend des Krieges bis jetzt bereits 33 000 Mark an Beihilfe beroilligt hat, glaubt der Ausschuß dem Antrag der Zweiten Kammer nicht beitreten, vielmehr die Re­gierung ersuchen zu sollen, die Beihilfen weiterhin mir so weit zu gewähren, daß diese die Höchstgehalte der Akttiariatsgehilfen er­reichen, bezw. nicht überstoigeir.

Staatsminister Dr. v. Ewald begrirndet den Standpunkt der Regierung, und nach, kurzer Begründung des Ausschußcmtrags durch Geh. Rat Dr. Strecker stimmt die Kammer diefem zu

Den Aussckwßanttägen entsprechend erledigt werden der dring­liche Antrag Hauck auf Mänderung der Verordnung über die einmaligen widerruftichen Zuwetidungen für die Hinterbliebenen von Kriegstcilnehrnern und den Antrag Henrich, betr. die Versorgung der Hinterbliel>enen von Kriegsteilnehmern.

Zu den Anträgen der Abgg. Köhler und Dr. Osann und Reh und Gen., betr. Notstandskredite für zurückkehrende Kriegs­teilnehmer, bemerkt Gewerberat Fal ck: Die Wiederaufrichtung der geroerblichen Betriebe sei ebenso wichttg, wie die möglicÄte Er­haltung ü>er selbständigen Eristenzen. Gerade nach dem Kriege werde ein leistungsfähiges, selbständiges Handwerk sehr von Nöten sem. Das weitere Durchhalten der Betriebe, besonders der jetzt durch die Frauen weiter geführten, sei schon deshalb dringend ge­boten, um den im Felde steheilden Männern die schweren Sorgen um ihre mühsan: errungene Existenz zu nehmen.

Minister des Innern p. Hombergk bemerkt, daß von der Regreruiig auf die Erhaltung des gewerblichen Mittelstandes der größte Wert gelegt werde, nws ja auch der Zweck dieser Anträge sei. Tie Regierung tverde den Wüuschen des Vorredners weit­gehendst . entgegenkommen.

Tie Kammer tritt daraus einstimmig den diesbezüglichen Be­schlüssen der Zwecken Kammer bei.

Ohne Debatte werden dann erledigt der Antrag Henrich und Genossen über die Schaffmrg von Heimstätten für Kriegsteil­nehmer: der Antrag von Brentmw, Tr. Schnntt u. Gen ' betr Einkommen der Kriegswckwen, und die Vorstellungen des Ver- baiides hessischer staatlicher Unterbeamten, bett. Teuerungszu­lagen wahrend des K'rieges bezw. Kriegsbttbilfe in Verbindung mit dem diesbezüglichen Antrag Henrich.

Zum Antrag Calman, betr. Volksernährung wen- bet ftck Fürst Isen bürg-Wächtersbach gegen die allzugroße Rucknchtna/hme am un,ere Valutaverhältnisse. Tie Zenttalein- kaiffsgenossenschaft habe sich allzusehr von der Rücksicht lecken! lassen, unsere Valuta nicht zu verschleckftern. Sie hätte in erstckr Linie für die bestnröglichste Versorgung unseres Volkes mck Lebens- Mitteln bedacht sein sollen. Minister des Innern v. Hombergk gibt eine kurze Erwiderung uird nimmt die Einkaufs zentrale gegew den Angriff des Vottedners in Schutz: sie habe durchaus ihre! Schuldigkeit getmi. Ter Antrag loird darnach dem Beschluß der Zweileu Klammer eutspreck-end für erledigt erklärt, da der Fett­verbrauch jetzt durch Einführung der Fettkarten geregelt ist.

Tie folgenden Anträge der Abgg. Wiegand, Korell-JngelheiiN Adelung, Calman, Henrich und die Vorstellung des Kriegsaus- sckwsses für Konsumenteninteressen in Mainz werden nach den Be­schlüssen der Zweiten Kammer erledigt.

Zu rem dringlichen Annag der Abgg. Lang mrd Kredel,

beir. vre .Hegezeit des Wckdes und die Anordnung von Volizeirreib- jagden aui Sckioarznnld im hinteren Odenwald, bemerkt

Minister v. Hombergk, die Regierung iverde die vom Uusschußreferenten Prinzen Leopold v. Isenburg gegebenen An­regungen bezüglich der Aenderung der Hegezeiten für das ^nächste Jahr berücksichtigeii. Weibliches Hock>wckd dürfe in der Setzzeck überhaupt nicht abgeschossen werden, außer in Notfällen. Tie DÜaßnahnien der Regierung hätten einen vollen Erfolg gebracht, wie auch Abg. Lang jetzt zugegeben habe. Im Odenwald sei wegen des Schadens der Wildschneinc ein Wachdienst eingerichtet worden Und es sollen auch Treibjagden veranstaltet werden, sobald die Schneedecke es zu läßt.

Ter folgende Ausschußanttag wird daraus angenommen:^

1. Großh. Regierung zu ersuchen, für die Kuiegsdauer die Hege­zeit a) für Rehböcke am 31. März und b) für Haseii und Fasanen am 30. September enden M lassen.

2. Großh.. Regierung zu ersuchen, nur so weck es örtliche Ver­hältnisse bedingen, die Schonzeit für weibliches Reh- und Damwild auszuheben. _

3. Großh. Regierung zu ersuchen, darauf hirrzuwirken, daß ge­eignete Maßnahmen, wie solche im Ausschußbericht dargelegt find, das Scküoarzwildwild möglichst ausgerottet werde.

Zu dein Antrag Ulrich-^Eißnert, betr. die Einschränkung der Arbeitszeit in den SchuhsabrrkÄr, erklärt sich Minister v. Hom- bc r gk mck dein Anrrag durchaus einverstanden, zumal die Arbeits- einschränkung infolge einer Bundesratsverordnung erfolqt sei, ähn­lich Wie in der Textilindustrie. Tie Erwerbslosigkeit sei in Hessen nicht sehr fühlbar geworden; erhebliche Aufwendungen würden des­halb nicht erforderlich sein und nach Durchführung des Zivildiensd- gesetzes ganz in Wegfall kommen.> Das Haus tritt daraus dem Antrag bei.

Tie übrigen aus der Tagesordnung stehendest 8 Punkte, Bor- stelluugen einzeürer Bittsteller, werden nach den Beschlüssen der Zweiten Kammer erledigt.

Nach einer längeren Pause kommt dann die zurückgestellte Re- gierimgsvorlage, betr. die Befreiung gemeinnütziger, aus die (Sr- rickstung von Wohnungen für Minderbemiltelw gerichteten Unter­nehmungen von Stempel und Gerichtsgebühren mix Beratung. Ter Ausschuß hat inehrere Arttkel des Gesetzentwurfes eine veränderte Fassung gegeben, über die Oberbürgermeister Dr. Göttelmann näheren Bericht erstattet. Tie Kammer stimmt den veränderten! Arttkeln zu.

Zum Schluß kommt noch eine neueingebrachtr Regierungsvor­lage über die Abänderung des Gesetzes bett. die Einrichttmg untt Befugnisse der Oberrechnungskammer zur Beratung. Das iGesetz bestimmt, daß Art. 4 Abs. 1 des Gesetzes auf bcu Präsiden­ten der Abrechnungsöammcr keine Anwendung finden soll. In der Begründung wird ausgeführt, daß sich infolge des Krieges die Zahl der Revisionsbeamten der Oberreckmungskaminer voriibmgel)end von 60 aus 22 veräiidert habe. Dadurch seien auch die Arbeiten des Kol­legiums der O.-K. nicht rrnwesentlich zurückgegangen, so daß die Möglichkeit besteht, die jetzt erledigte Stelle des Präl identen vor­erst durch den Präsidenten des BeNraltungsgerrcktsHofes mck ver­sehen zu lassen, der sich auch in danlensrverter Weise zur Uckber« nähme der Geschäfte für die Kriegsdauer bereit erklärt hat. Der Durchführung dieser Vereinfachung steht aber die oben erwähme Bestimmung entgegm, weshalb deren Abänderung in dem neuen Gesetz vorgeschlagen wird. Das Gesetz soll init der Verkündigung im Regierungsblatt in Kraft tteten.

Nachdem Geh. Kommerzienrat Tr. Strecker dem aus An­nahme des Gesetzes lafttendeir Ausschußbeschluß näher begründet hat, ivird das Gesetz einstämmig gerrehmägt.

Die Tagesordnung ist damit erledigt und der Präsrdeitt ver­tagt das Hans ans unbesttmmte Zeck.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 7. Dezember 1916.

KriegS-Weihnachtsbäume.

Ter Kriegswittsckiaftliche Ausschuß beim Rhein-Mainrschen Verband für Volksbildung sendet uns die folgende beherzigenswerte Mahnung:

Bei der herrschenden Knappheit an Fett, Seife und Achtern ist in diesem Jahre eine freiwillige ErnschÄnEmrg im Gebrauch von Weihnachtskerzen dringend ^geboten. Irr vielen Dörfern und kleinen Landstädten dos Reiches, tvelche nicht über Gas oder elekttisches Licht verfügen, sind die Bewohner gezwungen, aus Mängel an Be­leuchtungsmitteln sich mck Eintritt der Tunkelbeck zu Bett zu be­geben. Biele Handwerker, Gewerbetteibende uno Landleute müssen aus diesem Grunde notweordige Arbeiten zurückstelleir oder vernach­lässigen. Diese Kreise, ebenso aber auch alle wirklich gebildeten Teile der Bevölkerung, welche die wahre Lage des Vaterlandes be­griffen haben, würden es nicht verstehen können, wenn in diesem Jahre die gleiche Verschwendung und derselbe Luxus mit Weih- nachtskerzen getrieben würde, wie das in Friedenszeiten üblich und sicher auch bevechttgt ist. Am schönsten wäre es. wenn jedem Weih- nachtsbaum nur eine einzige Kerze aufgesteckt würde. Die Bedeutung und die Feievlichkeck des Vorganges würde dadurch in keiner Werse beeintüächttgt. Im Gogenteil, sie kairn bei den besseren Teilen des Volkes dadurch nur vettieft und verinnerlicht werden Denjenigen Volkstecken, aus welche diese Beschränkung eine der- arttge Wirkung nicht ausznüben vermag, wckd dadurch wenigstens der Ernst der Zeit in heilsame Erinnenmg gebracht. Den Kindern aber, für die ja die Weähnachtsbäumc hauptsächlich bestimmt sind, wird es eine wertvolle Erinnevung für ihr ganzes Leben bleiben, daß un Kriegsjähre 1916 itur eine einzige Kerze an ihrem Baum brennen durfte.

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~ . 1 u.; c vciiöiiuina^uaiien. 'Jcaajrrafli

wird bekannt gegeben, daß der Großherzoq zum 85. Noveml l. Is. auch dem Oberamtsrichter Friedrich hieran in Fürth d Charakter als .Geheimer Justizrät" verliehen hat. Das Ehre zeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde vc Groß Herzog verliehen an Anton Kreuder und Juli D 0 n - E i s f, beide von Grünberg.

** Flaggen heraus! Kein Haus darf unbeflag bleiben. Heut wehen die Fahnen in Deutschland, Oesterreü Ungarn, Bulgarien und in der Türkei. Gießen soll nicht z rückbleiben, wo es gilt, einen Sieg über rumänische Verr ter zu feiern. Die Hmiptstadt Bukarest ist in unserer Hai und damit ist, wie das Kaisertelegramm sagt: durch Gott Gnade em herrlicher Erfolg aus der Bahn zu einem vo len Siege erreicht. Flaggen heraus.

** Konzertverein. Morgen, am Freitag aber findet in der Stadtkirche das einzige in diesem Winter vo Chorkonzert statt. Es steht im Zeichnen Bach'sck. Mupk, Bach'scher Kantaten. Welch köstliches Erbe d deutsche Voll an diesen Kantaten besitzt, wie es eingedenk d Richard Wagner'schen Mahnung:Ehrt Eure deutschen Meister ,olch em Vermächtnis zu hegen und zu pflegen die heilige Psli, hat, wrrd dem Hörer erneut znm Benmßtsein kommen. Tie d r Kantaten, die den Abend sülleii, stellen nur einen geringen Brrn teil dar imd lassen üns die überivälttgende Größe des Ganz 'n«e)°erden. 9M der Auswahl hat Professor Trautnrau me Absichlt gelecket, das Programm in Einklang mit der Sttmmu' ui dieser bitterernsten Zeck und zugleich, mit weihnochtli.cher Zupe sichi imd Hoffnung zu bringen. Zn diesem Sinne soll die Ai suhrung nicht bloß eine künsckerische Veranstaltung bedeuteri. svnde ern Manna für unsere seelische Notdurft. Tie Bach'scheu Kttntat beeten ni ihren Chorsätzen, Chorälen. ?lrien und Rezitativen rei. munkalnche Mwechselung. Ter Meister läßt in ihnen seine u er,ch.opslche Erfindungsgabe Watten mrd die Gebundenst d Wottes m musikalischer Verklärung erstrchlen. Wie er nach Meiß Dürers Art derr heckigeii Text dom Orchester liebevoll m wmfett läßt, irne sem gläubiges Gemüt zärttich bei dem verwei was ihn rm tießken Innern belvegt, und,oie er fitf, mit der E wcckt uch ReÄrchk musikalischer Sprache gegeii die Widersack wehrt, das ist Back.is lernzige, nre wieder erreichte Kunst D^ ^klärt auch die Tatsche, daß wck unseren Bach, je mehr wir n zettlich von chm entfernw, länger, je mchr entdecke und lieb