lernen. 6Dte fritoer werden vfofxuDtifl fein tifcerbie Frtjiche dieser ehr- wurmigen ' äustk die in vielen Begebungen an die glLnzendften SckvVMngnl moderner fügender Geister erinnert. Die Besetzung der drei Mutaten erfordert euren starken Chor. Orchester und Solo- ü U ? V !u* - auf kollegialen Zusammenwirkens beider Vereine dco Äradenr lUicn Gesangvereins imb des Kirchen-
er Cüvr in fast derselben stxrttlichen Anzahl, wie in ,rn Wirksamkeit treten. Das Orchester stellt die
chv r s kann der Fried enszttten i
Kapelle des hiesigen Ersatz-Bataillons, die sich, wie die Vor- probe zeigte, der Vorbereitung mit großer Hingabe unterzogen hat.
Solisten, lugen umfangreiche und schwierige, ans alle Fälle dan.l'are Aufgaben ob. Es srnd dafür gewonnen worden Frl.
Walther aus Darmstadt (Sopran) und Frl. Adele Berlin (Alt), beides jugendliche, aus guter Schutz hervorgegangene, stunmbegabte Konzertsängerinnen, die sich m ähnlichen Ausgaben, bereits bewährt l)aben. Der Tenorist r vV" ^ u g e ist von früheren Aufführungen her vor
teilhaft bekannt. ^oerne Künstlerschaft mrd der echte Tenorklang ' fernes Organs liest ihn für die anspruchsvolle Partie besonders geeignet erscheinen Uebrigens wurde ihm vor einigen Wochen die nur wenigen Künstlern vergönnte Auszeichnung einer BerufiMg für ern Leipziger Geivandhaus-Konzert zuteil. Herr Ernst Everts ans Köln, der die ebenfalls bedeutende Baßpartie auszuführen! 3Ktt, tft den Gießenern auch kein Unbekannter mehr: er hat hier b^eits gesungQi — lmurn mich nicht im Konzertverein — und sich bei dieser Gelegenheit als ein ausgezeichneter Vertreter seines Faches erwiesen. Tie Leittmg des Gaiizen liegt buchstäblich in Pvosestor autmanns Händen, denn er führt gleichzeitig die Cembalo-Partie aus dem 'Flügel aus.
** Schlüsselwaren Verteilung. Wir verweisen auf die heutige Bekanntmachung des Oberbürgermeisters über die Verteilung von Schllüsselwaren und empfehlen genauestes Studium der Bestimmungen, da es sich um Einführung einer Einrichtung handelt, die seither in Gießen noch nicht bekannt war. Die Beftellisten liegen vom 7. bis 12. Dezember 1916 in den Geschäften znm Eintrag offen. Gleichzeitig sind die drei Marken für Schlüsselwaren, die die Nr. 2 tragen, abzugeben. Zum Ausweis erhält man eine BesckMnigung, die die Zahl der abgelieferten Marten und die Nunrmer des Eintrages in die Kundenlisten anzn- geben hat. Die gesammelten Marken sind von den Geschäftsleuten dem Lebensmittelamt als Grundlage für die Zuteilung der Schlüsselwaren an die Geschäfte einzureichen. Nach beendigter Zuteilung wird der Zeitpunkt des Beginns der Ausgabe der Waren besonders bekannt gemacht. Jeder Andrangift zwecklos, da nur so viel Marken zur Austeilung gelangen, als tatsächlich Waren vorhanden sind. Jeder ist daher sick)er, die ihm z-ustehende Menge zu erhalten. Die Geschäftsleute werden besonders darauf hingewiesen, daß die strengste Beachtung der Vorschriften geboten ist, da sie andernfalls wegen Unzuverlässigkeit bei künftigen Verteilungen ausgeschlossen werden. Wie wir hören, wurde es erforderlich, die Marke Nr. 1 für ungültig zu erklären, da eine Reihe von Geschäftsleuten entgegen den bekanntgegebenen Bestimmungen bereits p r i v a t e'L i st e n attsgestellt und die Marken zum Teil in Empfang genommen haben. Um zu vermeiden, daß durch diese unbefugten Maßnahmen eine Störung der Verteilung hervorgerufcn wird, wurde die Marke Nr. 2 in Geltung gesetzt.
** Hausschlachtungen. Durch eine Bekannt- anachung Großh. Kreisamts Gießen war vor etwa 4 Wochen rnitgetettt worden, daß bei Hausschla.chtu.ngen die im 'Felde stehenden Familienmitglieder bei Be- 'rechnnng der Zahl der HcnLshaltungsangehörigen bis auf weiteres berücksichtigt werden könnten. Inzwischen hat aber, soviel wir hören, Großh. Ministerium des Innern entschieden, daß dies nicht zulässig ist. Künftig dürfen daher bei Hausschlachtnilgen nur diejenigen Personen berücksichtigt werden, die auf der Brotmarkenausweiskarte eingetragen sind. Es empftehlt sich daher, bei Anträgen auf Hnusschlach- 'turvgen die Brotauswerskarten vorzulegen.
** Beurlaubungen. Wie wir hören, ist es bei Urlaubsgesuchen künftig erforderlich, daß angegeben wird, wie lange der Betreffende bereits eingezogeu ist, wie lange er im Felde steht, wann und wie lange er zuletzt beurlaubt war. W empfiehlt sich, diese Angaben möglichst genau in jedem Gesuch zu machen, um Rückfragen und dadurch entstehende Verzögerungen zu vermeiden.
** Stromversorgung in Hessen. Die „Franks. Ztg." schreibt: Auf derGeneralversammlung derVereini- gung der Elektrizitätswerke gab Direktor Dr. Klein-Offenbach a. M. auch einen Ueberblick über den gegenwärtigen Stand der gesamten Stromversorgung des Großherzogtums Hessen und über die wesentlichsten Gesichtspunkte für einen künftigen Z u s a m m e n s ch l u ß der dortigen Stromlieftrungen. Er kam zu nachstehendem Ergebnis: Die sechs größten vorhandenen hessischen Werke in Gießen, Wölfersheim, Mainz, Worms, Darmstadt und O f fe n b ach reichen nicht nur zur Stromversorgung der drei Provinzen des Großherzogtums aus, sondern
sind bei geeignetem die engeren Ettenzen
rsammenschlnß noch in der Lage, über £ Landes hinaus Strom abzugeben. Es besteht bereits ein Stromaustauschvertrag zwischen dem Darmstädter Werk und der Oberrheinischen Eisenbahn-Aktiengesellschaft Mannheim, und es schnoben zurzeit Verhandlungen zwischen der Stadt Offenbach und den im Bau befindlichen preußischen Mainwasserkräften, um auch mit diesen einen derartigen Stromaustauschvcrtrag abzuschließen. Die Mainwasserkraftwerke sollen außerdem mit den staatlichen Stromerzengnngswerken der Edertal- sj, er re verbunden werden, so dag der preußische Staat hier ern zusammenhängendes Stromversorgungsgebiet von Bremen bis hinunter znm Main schaffen wird. Die Oberrheinische Eisenbahn-Miengesellschaft ist ihrerseits wieder mit den großen Pfalzwerken verbunden, sowie mit den Leitungsnetzen des Elektrizitätswerkes Rheinhessen Aktiengesellschaft. Es wird ferner ein Zusammenschluß stattfinden zwischen der Oberrheinischen Gesellschaft in Mannheim und dem Badischen Mnrgkraftwerk, so daß auch hier weitgeherrde Strvm- austcruschnrvglichkeiten aus den bundesstaatlichen Landesgrenzen hinaus geschaffen werden.
**WarmeKleidungfürEisenbahnf ährten! Bei der jetzt eingetretenen Kälte macht die Eisenbahnverwalttmg iwch- mals die Ressenden daraus aufmerksam, daß es nicht immer inöglich ist, die Bahnabteile ansrttcheud zu erwärmen. Durch Abgabe vieler Lokomotiven und durch Einstellung zahlreicher Heizkesselwagen in die Lazarett- und Berwundetenzüge ist die Eisenbahnverwaltung nicht immer in der Lage, eine stets ausreichende Erwärmung, besonders in langen Zügen und bei strengerem Frost, zu gewährleisten. Die StaatseisenbahnveNvaltung rich.tet deshalb erneut an das reisende Publikum die Bitte, sich bei Eisenbahnfahrten mit warmer Schutzkleidung &u versehen.
** Die Zusätze v o u Butter, Eier und Brot, die «ms Grund ärztlicher Zeugnisse an Kranke gewährt wurden, kommen mit dem 9. Dez. die Zusätze von Milch, mit dem 15. Dez. an .Wogsall. Näheres siehe Bekannt nurchung.
** Den Verkehr mit Magermilch regelt eilte Bekanntmachung int Anzeigenteile unseres heutigen Blattes, auf deren Wichtigkeit wir auch an dieser Stelle Hinweisen.
** Fahrplanänderung. Vom 11. Dezember treten eine > Reihe Fahrplan änderungeu iit Kraft die int Anzeigenteile bekanntgegeben sind.
** Hessrsche O stpreutzenhilfe. Der Oberbürgermeister richtet in einem Aufruf im Anzeigenteile unseres heutigen Blattes eine dringende Bitte der Dankespflicht gegenüber der ostpreußischen Bevölkerung, die mich für uns gelitten, eingedenk zu sein. In der Zeit vom 9. bis 17. Dezember werden Sammel- listen in den Häusern lierumgettagen werden. Außerdem wird Sonntag, den 10. Dezember, vormittags von liy 2 bis 12Vs Uhr. auf der Süd-Anlage ein Promcnadenkonzcrt mit Büchsensammlung stattfinoen.
** Düngemittel. Diejenigen Garten» nnd Grundstücksbesitzer, welche Düttqemittel beziehen wollen, haben ihren Bedarf Donnerstng, den 7. Dezember 1916 auf dem Lebensmittelamt, Zimmer 4, anzugeben. Näheres ist daselbst zu erfahren. Landkreis Gießen.
"Großen-Buse ck, 7. Tez. Dr. Adler, prakt Arzt Kriegsgefangenen-Lazarett in Gießen, wurde mit dem Militär-Sanitätskreuz ausgezeichnet.
** Grüningen, 7. Dez. Die Hessische Tapferkeitsmedaille wurde am 25. Nov. dem Kanonier Jakob Fay, der seit März ds. Js. im Felde steht, verliehett.
U Grnningen, 7. Dez. Gefreiter Wilhelm Becker bei einem Infanterie - Regiment erhielt das Eiserne Kreuz. Sein Bruder Heinrich Becker befindet sich in rtlssischer Gefangenschaft.
r. Lang-Göns, 7. Dez. Gefreiter Karl B i n k beim Ins.- Rgt. 176 erhielt die Hessische Tapferkeitsmedaille. — Gestern abend fand eine Versammlung des hiesigen O b st b a u - V e r e i n s in dem hiesigen Rathaussaale statt, wozu auch Nichtmitglieder eingeladen waren Lehrer Hoffmann dahier sprach vor der zahlreich besiichten Versammlung über ben Obstbau.
g& La iit er. 6. Dez. Gefreiter Wilh. S p r a n k e l im Ins.- Rgt. 221 wurde zum Unteroffizier befördert.
g*. Qumba, 6. Tez.^ Der Gefreite August Henkel, in eiitem Infanterie-Regiment im Osten, wurde mit dem Eisernen Kretiz 2. Klasse atlsgezeichnet-
^ -w- Münster, 7. Tez. Dem Munitionsfahrer Karl Fach,
Sohn des Heinrich Fach II. von hier, wurde für tapferes Verhalten das Eisertie Kreriz verliehen; außerdem wurde er zuiii Gefreiten befördert. — Tie hiesige V o l k s z ä h l n ii g ergab 116 männliche und 168 tveibliche Personen. 90 Mann find bis jetzt zum Militär eingezogeit; davoii haben bereits 12 ben Heldentod erlitten.
i>2. Ober-Hörgern, 6. Dez. Der Unterosfizier Wilhelm Math ans bei einem Jnfanterie-Reginteiit im Westen, erhielt das Eiserlte Kreuz, nachdem er vorher schon die Hessische Tapferkeitsdenkmünze bekam
ga. Queckborn , 6. Tez. Unteroffizier Ra hii wilrde für erfolgreiche Ausführung eines Patrotiilleiirittes an der Somme mit dem Eisernen Kretiz 2. Klasse atlsgezeichttet.
** S a a s e n . 6. Dez. Dem Musketier Heinrich D i r l a m voin Jnf.-Regt. Nr. 168, 3. Komp., welcher sich zttrzeit im Res.- Lazarett II, Siechenaiistalt in Gießen, befindet, wurde das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen.
Kreis Büdingen.
# Büdingen, 6. Dez. T ie Hessische Tapserkeitsntedaitle erhielt der Unteroffizier Wilhelm Dietrich, dasselbe Ehren- Zeichen der Kaiwiiier Schön, das Eiserne Kretiz der Vizeseldtvebel Rull m a n lt.
Glauberg, 6. Dez. Das Eisertte Kreuz erhielt der Gefreite Friedrich N a u m n n ii.
ba G ein-Nid da, 6. Dez. Der 16jährige Wut. Schtvnit Nils Geiß-Nidda hat für sein ututigeS Verhalten bei Gefauqen- nahme zweier vott einem 2lrbeitskotitmc>ndo entwichener Franzosen vom Stellvertretenden Getteralkommanpo des 18. Armeekorps eine Ehrenurkmide erhalten.
^Ortenderg, 5. Dez. Fu einer erhebenden Trauerkundge- buiig, die in geradezu überwältigender Weisse die Dankbarkeit der Heimat an die gefallenen Helden zum Ausdruck braästc, gestaltete sich die gestrige Beerdigung des seiner schweren Verwunchmq im Festnngslazarett zu Posen ertecren'en Psarrassistenten und Leutnants d. R. Heinrich H e b b e l. Nachdem die Leiche schon am Freitag nachmittag eingetroffen und im Trauerzuge vom Pfarrer, dem Militärverein und einem gtroßen Teil der Gemeinde uilter dem Geläute der Glocken nach der .Heimatkirche überführt worden und nach einer stinimunasvollen Andacht des Ottsgeiftlichen vor dem mtt 'den letzten Herbstblumen geschmückten Altar aufgebährt worden war, fand gestern die eigentliche Gedächtnisfeier statt. Äe .Kirche konnte dm Menge derer lischt alle fassen, die von allen Seiten herbeigestromt waren, um dem Helden die letzte Ehre zu erweisen, ^er Larg, ans dem Helm und Säbel lagen, war überdeckt mit einer tfüüe kostbarcw Lorbeerkränze, die inznäschen vvii altert Seiten, u. a. auch von der hiesigen gräflichen Familie niedergelegt worden waren, Hundette anderer Kränze hatten außerdem im Altarraum Platz gesunden. Im Mittelpunkt des Gottesdienstes, der von einem Choral der MilnäNapelle des Ersatzbataillons Res.-Jstf.-Regt. Nr 116 und von einem Tranermarsch des Organisten einaeleitet wurde und von Chören der obersten Schulklasse und Gemeindegesängen umrahmt war, stand ine Gedächtnisrede des Orts geistlichen Für die hessische Landeskirche sprach Geheimrat D. F l ö r i n g - Darmstadt nnd Icntc derselbe ein prachtvolles Kreuz ans Lorbeer an der Bahre nieder Dem Datik der Gemeinde Rüsselsheim imb des Dekanates Groß- Gerau, denen der Verblichene vor dem Kriege angehött hatte, gaben der Betgeordntte, der stellv. Vorsitzende des Kirchenvorstandes und Pfarrer I). Fuchs nuter Niederlegung von Kränzen bewegten Aus- brvck Darauf setzte sich unter Vorantritt der Musik, des Militärs und beiJScyeinc der gewaltige Leichenzug, wie ihn Ortenberg in wlcher Große wohl noch nie gesehen lyat, nach dem heimatlichen Gottesacker in Bewegung, wo tmter einer schönen Cypresse, an-be- vvn der Stadt zdlr^NerwM« gestelltem WrenÄaP. di- sterbliche Hülle des Nmgen Helden unter beu Klängen von Jesus merne Zuversicht in die Gruft gesenkt wurde. Nach der littlrgischen kirchlichen Bestatttrng sprachen noch, Ebenfalls unter Niederlegung von Lorbeerkränz-en, ein .Houptmann für die Abordnung des Straßburger, Regimentes, dem der Gefallene seit Krieysbeginn, zuletzt über ein ^achr als Führer der 12. Kompagnie angehött hatte, itnd die fast aus lauter Mannschaften bestand, die mit ihrem Führer verwundet worden waretr, ferner die .KriegeKameradschaft Hassia, der Akademisch-Theologische Berein-Gießen und sein A. H.-Bund, me .Heimatgemeinde Ortenberg und der Turnverein; das Regiment erwies die^nitttärischen Ehren, feuerte den üblichen Drailersabit und Mit dem Segen schloß die allen Teilnehmern unvergeßliche Feier.
Kreis Schotten.
— L a n b a ch , 6. Dez. Naeh kurzer Krankheit verstarb in Darmstadt der langjährige Gräflich SolmS-Laubachsche Oberforst- meister a. D. Karl T h u m im Alter von 80 Jahren.
Kreis Friedberg.
oa. Friedberg, 6. Dez. LandsturmMarnl Richard Dobschall, ini Rastatter Landsturm-JUfanterie-Regimeitt Nr. 33 erhielt das Eiserne Kreuz. — Dem Unteroffizier Karl Hem back," Schwiegersohn des Sattlermeisters Jhleseld, wurde das Eiserne Kreuz verliehen. — Reallehrer Klee von der hiesigen Taubstummenanstalt, der als Gesretter treitrt Reserve-Jnsanterie-Regi- ment 254 seit Frühjahr dieses Jah'ves' im Felde steht, ist mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet worden.
nt. F r i e d b e r g - F a n e. r b a ch, 7. Dez. Der O ffiz re rs stell - Vertreter Robett Henkel, der älteste Sohn des Lehrers .Henkel, der in einem Garde-2lrtislette-Regiment in Ysalizien kämpft' wurde zum Leutnant befördert. Dem Gardist Heinrich Bolz' frül-er bei Steinmetzmeister TamUi, beim Leibgarde-Infanterie- Negimcnit 115, wurde am 1. Tezemiber wogen tapferen Verhallens vor dem Feinde die .Hessische Tapferkeitsmedaille vom' Grostherzog eigenhändig überreicht.
oa. N i e d e r - R o s b a ch , 6. Tez. Musketier Gg. Stengel erhielt das Eiserite Kretiz.
on. Staden, 6. Tez. Unteroffizier Heinrich Haas erhielt, nachdem er 1914 schoii das Eiserne Kreuz erhalten hatte, die Hessische Tapferkeitsmedaille. Dieselbe Auszeichnung erhielten sein Bruder Kanonier August H aa s und sein Schwager Ersahreservist Will). Kipper.
ko. Vilbel, 6. Dez. Bei der hier abgehalteueu landes- polizeillchen Abnahme der Umbauten ait der Eisenbahnbrücke erhob Beigeordneter H e r g e t in Wahrung der Interessen der Gemeinden wegen Ausführung des Pflasters Einspruch gegen die Abnahme.
oa. Weckesheim, 6. Dez. Dem Landstlwmmann H. L i n d t wurde das Eiserne Kreuz verliehen.
# Ails der Wetterau, 6. Dez. Die Feldtnäuse haben auf den Kleefeldern durch ihre Wühlarbeit schon erheblichen Schaden angerichtet. Vielfach sind die Wurzeln losgerisien und die Pflatize stirbt ab. Von guter Wirkung zur Vertilgung dieser Schädlinge hat sich der neu in den Handel gebrachte „Mäusebazillus' erwiesen.
Starkenburg und Rheinhessen.
ch. Bingen, 5. D^. In der ersten Hälfte des vergangenen Monats hat ein von auswütts gekommener Kaufmann in Bingen mtt einem Fleckenvertilgungsmittel Hmssierhandel getrieben. Es handelte sich um einen Mann mit Namen Loui^ Drüner. Er ließ sich für die Tube dieses Mittels 4,50 Mk. bezahlen. Tie hiesige Polireiverwaltung ließ das Mittel chemisch untersuchen. Es stellte sich 'l-eraus, daß es keinen Pfennig wert ist, daß es sich vielmehr bei dem Verkauf um regelrechten Betrug handelt. Da Man Mm gegen den Verkäufer Vorgehen will, werden alle diejenigen, die das Mittel erworben haben, von der Polizeiverwaltung ersucht, sich dort zu melden.
Hessen-Nassau.
ra. Biedenkopf, 6. Dez. Die hiesige Goldankaufsstelle hat bis jetzt für 3700 Mk. Goldgegenstände angekausl und an die Münzstellen abgeführt.
02. Kirchhain, 6. Dez. Der Ferkelaufkauf nimmt nach und nach einen bedrohlichen Umfang mt. Die Aufkäufer verkaufen^ diese jungen Tiere als Spaiiferke! 311 hohen Preisen in deii Großstädten itnd finden stets reichlich Abnehmer. Dtrrch diesen Vernichttmgskrieg gegen unsere Schtveinezucht wird der spätere Bedarf an schlachtreifen Tieren ganz und gar in Frage gestellt. Nur ein rasches nnb energisches Eingreifen kann diesem Gefahr steuern.
X Cassel, 5. Tez. Der Betrag, der von der Landesver- sicherungsairstalt Hessen-Nassau z'ur L i u b e r 11 n g b e r Kriegs- ln o t «ausgezahlten 4prozentigen Darlehen belief sich 1914 auf
1 038 600 Mark und in 1915 auf 2 467 000 Mark, znsammen bis Ende 1915 auf 3 505 500 Mk. Tie in 1915 ausgeliehenen Mark
2 467 000 verteilen sich auf folgende Einzelbettäge: 1. Landkreis Cassel 250 000 Mk., 2. Kreis Fulda 50 000 Mk., 3. Kreis Höchst a. M. 279 000 Mk., 4. Kreis der Eder 400 000 Mk., 5. Kreis Hüuseld 50 000 Mk., 6. Ob ettau uns kreis 5000 Mk., 7. Kreis Hofgeismar 20 000 Mk., 8. Kreis Hanau 300000 Mk., 9. Unterwesterwaldkreis 68 000 Mk., 10. Stadt Cassel 500000 Mk., 11. Stadt Fulda 35 000 Mk.. 12. Stadt Wiesbaden 300 000 Mk, 13. Stadt Eschwege 150 000 Mk., 14. Stadt Schmalkalden 30 000 Mk., 15. Stadt Eltville 30 000 Mk.: zusammen 2 467 000 Mk.
ra. Herborn, 7. De;. Der während derKriegSzeit gebildete Eisenbahn-Kleintierzuchtverein hielt am 2. und 3. Dezember hier seine erste A n s st e l l ii n g mit Preis- be Wertung ab. Die Ausstellilng war mit 175 lebenden Tieren beschickt, die im Saalbau Metzler aufs beste untergebracht waren. Der Besuch war an beiden Tagen äußerst rege. Es dürften wieder neue Freunde für die Kleintierzucht geivonnen sein.
ke E v p st e i n i. T., 6. Dez. Der Schweinebestand in der hiesigen Gemeinde hat sich bctnafjc um baS Dreifache vermehrt, was die letzte Viehzählung ergab.
kc. H e r s f e l d, 6. Dez. Mit Genehtnigung des Landrates ist die AiiSfiihr von wetblicheit Ziegen nnd Kohlrüben atls dem Kreist gestattet.
vermischter.
* W etter, das Geschichte mach!. Daß unaufhörliche Regengüsse revolutionäre Regungen im Keime ersticken können, daß Seegangs Nebel und andere Wettererscheiuungen auf dem Meere erttschieidend für die Geschicke ganzer Völker sein können, daß überhaupt das Wetter oft die Geschichte gemacht hat, führt P. Opfel Hl der , Revue Hebdomadairo" cm der Hand einiger schlagender Beispiele aus. Es braucht sich dabei durchaus nicht immer um ftiegerische Ereignisse zu handeln. So ist für den gewaltigen Aufsckwlmg des spanischen Reiches in der Zeit der großen Entdeckiingen ein Sttlrnr mit verantwortlich zu machen. Als im Jahre 1492 Kolumbus mit seinen winzigen Schiffen nach Westert segelte, rebelliette die Mannschaft gegen ihn und er war schon aus dem Punkte, den Kampf mtt seinen Untergebenen auftrrgeben, und, sich iifxcm Wunsche fügend, umzukehren, als ein Sturm aufkam, der seine Fahrzeuge bis an die Küsten trieb, deren Erreichimg ihm vorgeschivebt^ hatte. In kriegerische Ereignissen hat der Sturnt oft eine entscheidende Rolle gespielt: es sei an die „unüberwindliche Armada" Philipps II. erinnert, die gegen Menschen ausgeschickt war, aber^ gegen die Wiude unterlag. Napoleon I. wurde durch widrige Winde faram gehindert, seinen Plan einer Landnng an mr Küste Englands auszusühren, und von Bvnlogne aus schreibt er in einem Briese an den Wm-rral Latouche-Trövikle „Wenn wir nur sechs Stunden lang Herren der Meeresenge wären, wären wir Herren der Welt." Ein. Sttirm aber rettete England vor Napoleons Heer. Gewaltige Regengüsse können gegenwärtig die Tätigkeit der Artillerie wsie die ber Infanterie lähmen: noch stärker war ihre Wirkung eilt Jahrhundert früher, wofür die Schlacht an der Katzbach als Beispiel herangezogen werden mag, während derer fürchterlicher Regen die Gelvehre unbrauchbar ntachte: in früheren Jahrhunderten aber, als mail iwch andere Waffen verwandte, konnte Regen geradezu entsck>eidend wirken. Wählend der Schlacht bei Crecy waren die Bogenschützen Philipps dein Regen ausgesetzt: ihre Bogen wurden dadurch für längere Zeit vollkommen unbrauchbar, während die Bogenschützen des englischen Heeres im Schutze eines Waldes den Regen abwarte^i und dabei ihre Waffen ttocken halten komrten, so daß sie, wie die Clwoniken berichtett, die Franzosen derart mit Pfeilen überschütten konnten, daß es aussah wie ein Regenguß. Für die Schlacht bei Waterloo hat der Regen bei beiden Parteien eine bedeutende Rolle gespielt: große Teile der Truppen Napolvons ronrdeu in ihrem! Marsche durck, das versumpfte Gelände anfgehalten, zudem mußten ie im Schlainme biwakieren, man kormte nicht einmal Feuer au- wachen, und so waren sie nicht nur ausgehalten, sondern auch er- chöpft. Blücher konnte infolgedessen nock) rascher aus dem Schlacht- elde erscheinen als dieser Teil des napvleonischien Hderes. Große Kälte hat oftmals eine Rolle iit der Geschichte gespielt, wie sie es im Weltkriege bei den Gebttgskämpfen getan hat. Nicht immer aber handelt es sich dabei um eine Einwirkung der Kälte auf die kriegerischen Ereignisse unmittelbar. So wurde währetrd des spanischetl Erbfolgekrieges Frankreich im Winter 1709, als es an sich schon durch schwere Niederlagen erschöpft war, von einem so harten Winter heimgesucht, wie nie zuvor. Sein Heer war so gut wie aufgerieben, aber erstaunlicherwesse strömten wahrend des barten Winters die Bmlern in großen Scharen dem Heere zu. Ter Grund war, daß sie zu Hause sonst hätten verhungert! müssen, «oährend sie im Heere wenigstens ernährt wurden. Btt den drei großen Revo- luttonen Frankreichs, 1789, 1830 und 1840, ebenso btt dem Kom- muneaufstand während des deutsch-ftanzösischen Krieges hat die Kälte mit zu den Ursachen gehört. Genau so, wie der Regen den Revolutionären den Aufenthalt im Freien verlttdet, so ttttbt der harte Winter und die damit ttntretendc Nahrtmgsmittelnot aufrührerische Geister zur Revoluttou. Im Winter 1788/89 siel das Thermometer in Paris aus 22 Grad unter den Nullpunkt, ja, in dem viel südlick)eren Mcrrsttlle erreichte es 17 Grad unter Null, und so kann man sich denken, daß die armen Scksschtttn der Bevölkerung durch die Not zum Aeußersten getriebett wurden.
Nachrichten
Israelitische Reli-ionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Anlage).
Samstag, den 9. Dez. 191«: Vorabend:
Uhr. — Morg.: 9.00 Uhr. — AbdS: 4.40 uub 5.15 Uhr.
430
Gottesdienst der israelitischen Religionsgesellschaft.
Sabbatfeier den 9. Dez. 1916 Freitag abd. 4 00 Uhr. — Santstag vorm. 8.30 Uhr. — Nachm. 3.30 Uhr — Sabbatausgang 5.15 Uhr. — Wochengoltesdienst: morg. 7.00 Uhr abdS. 4.00 Uhr.


