Ausgabe 
2.11.1916 Zweites Blatt
Seite
4
 
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Bekanntmachung.

tc

Zwischenscheine für die 5"/g Schuldverschreibungen und 4Vs°/o Schntzanweisnngen der LV. Kriegsanleihe können vom

6. November d. Is. ab

in die endgültigen Stücke mit Zinsschemen umgetauscht werden.

Der Umtausch findet bei derUmtauschstelle für die Kriegsanleihen", Berlin W 8, Bchrenstrafie 22 , statt. Außerdem übernehmen sämtliche Reichsbankanstalten mit Kasseneinrichtung bis zum 17. April 1917 die kostenfreie Vermittlung des Umtausches. Nach diesem Zeitpunkt können die Zwischenscheine nur noch unmittelbar bei derllmtauschstelle für die Kriegsanleihen» in Berlin umgetauscht werden.

Die Zwischenscheine sind mit Verzeichnissen, in die sie nach den Beträgen und innerhalb dieser nach der Nummernfolge geordnet einzutragen sind, während der Vormittagsdienststunden bei den genannten Stellen einzureichen. Für die 5% Reichsanleihe und für die 4 y 2 o / 0 Reichsschatzanweisungen

sind besondere Nummernverzeichnisse auszufertigen; Formulare hierzu sind bei allen R-ichsbankanstalten erhältlich.

Firmen und Kassen haben die von ihnen eingereichten Zwischenscheine rechts oberhalb der Stücknummer mit ihrem Firmenstempel zu versehen.

Von den Zwischenscheinen für die I. und HI. Kriegsanleihe ist eine größere Anzahl noch immer nicht in die endgültigen Stücke mit den bereits seit 1. April 1915 und I. Oktober d. Is. fällig gewesenen Zinsscheinen umgetauscht worden. Die Inhaber werden aufgefordert, diese Zwischen­scheine in ihrem eigenen Interesse möglichst bald bei derUmtauschstelle für die Kriegsanleihen", Berlin W 8, Behreustraße 22, zum Umtausch einzureichen.

Berlin, im November 1916.

7879 D

Reichsdmck-Direirtorium.

Hav enstein.

v. Grimm.

Für die

siebenbürger Sachsen!

Nach italienischem Vorbild begründete Rumänien seinen Treubruch mit dem Wunsche, sich die von Rumänen bewohnten Gebietsteile des Habsburger- Reiches, besonders Siebenbürgen, einzuverleiben. Wie nichtig dieser Vorwand ljt, geht schon daraus hervor, daß dem heimtückischen Uebersalle in erster Linie die Sredelungsgebiete unserer deutschen Volksgenossen, der Siebenbürger Sachsen, zum Opfer fielen. Die Gespanschaftcn Hcrmannstadt und Kronstadt seil acht Jahrhunderten Pflanzstätten deutscher Arbeit und deutscher Sitte' mußten dem walachischen Eindringling prcisgegcben werden; die deutschen Bauern und Bürger, die jene herrlichen Täler bewohnen, mußten Haus und Hof verlassen, um mittellos hinauszuziehen, zum Teil unter volksfremde Mit- burger, die ihnen selbst beim besten Willen auch nicht einen Schatten dessen ersetzen konnten, was sie verloren hatten. Nicht nur der zukünftige Wieder­aufbau der von den Rnmänen verwüsteten Gebiete, nein, auch die augenblick­liche bittere Not der Flüchtlinge heischt rasches und tatkräftiges Eingreifen. In diese« Tagen, da die völkische Begeisterung in früher nie geahnter Stärke cmporlodert, wird jeder Splitter unseres Volkes zum kostbarsten Gut, das zu bewahren als heilige Pflicht erscheint. Wie wird cs die armen Vertriebenen starken und aufrichten, wenn man im Reiche ihrer gedenkt, wie wird jeder Pfennig, der von den Volksgenossen im Reiche kommt, schon durch den Geber Segen wirken und Früchte tragen I

Laßt uns darum in unserem kleinen Kreise den Anstoß geben, damit das werktätige Mitleid für die Not der Siebenbürger Sachsen in allen Kreisen unseres Vaterlandes geweckt werde, nicht als ob wir Gießener uns voidrängcn wollten, sondern wie der ausblitzende Funke, der 'die Flamme entfach, und dann in ihr aufgeht! Laßt uns mit diesem Rufe Zuerst unsre Mitbürger und dann durch diese im ganzen deutschen Reiche die Herzen gewinnen und die Hände öffnen zu einer Gabe für die unglücklichen "L-iebenbürgischen Deutschen!

Gaben werden unter dem StichwortSiebenbürgischer Notpfennig" von der Mitteldeutschen Creditbank, Filiale Gießen, von der Bank für Handel und Industrie, Niederlassung Gießen, von der Ferber'schen, Frees'schen und Ricker'schen Buchhandlung und von der Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers entgegengenommen.

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