Ausgabe 
17.11.1916 Erstes Blatt
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tzaw,üciierrcitt^Urigfirit beschworen sind, limb erftört ihn null tzrnb nichtig. Ich stelle fest, daß die Provinzen des Königreiches Pttcn nicht ans gehört haben, einen integrierenden Bestandteil des nrMschen Milche s zu bilden, und daß ihre Bewohner durch den Eid .Ler Tvem, den sie den: Kaiser, meinem erhabenen Herrn, geschworen Jja&et, gebmrdcn sind.

TranSporLfrage und Lebensmittelteuerung in England.

. London, 16. Nov. (W.T.B.) Unterhaus. Im Laufe einer Besprechung der hohen Lebensmittelpreise hob Run - eiman die .Wichtigkeit der Transportfrage hervor. Er Erwähnte, daß, wenn die Schiffswerften in doller Tätigkeit wären, England jährlich -wer Millionen Schiffstonnen Herstellen könne, während es seit Beginn des Krieges nur zwei und eine viertel Mil­lion verlor. Es seien Schritte unternommen, um oen Bau von Schiffen m beschleunigen, .und er rechne mit der Fertigstellung von Einer halben Million Tonnen während der letzten sechs Monate dieses Jahres. Rnnciman hob hervor, wie wichtig es sei, daß alle Sbttlen, die init Lebensmitteln zu tun hätten, Hand in Hand arbeiten, ,und kündigte die bevorstehende Ernennung eines Le­be nsmittelkontrolleurs an, der große Vollmachten be­sitzen solle. Er solle in den Stand gesetzt werden, Personen, drö Lebensrnittel verschwenden oder vernichten, zu verfolgen, ferner! vorMffchreiben, m Zwecken die Nahrungsmittel verwendet

weiven dürfen, die Herstellung ge-vifser Lebensmittel wie Mehl zu regeln, dev Handel und die Verteilung der Waren m beaufsichti­gen, die Vorgänge auf dem Ma-tkte m regeln und den Aufkauf Ol Spekulationszweckcn zu verhinderrr. Bis Ott Ernennung eines Lebens Mittelkontrolleurs würden diese Vollmachten dem Handels- amt Olftehcn.

Rotterdam, 16. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) TerNreuve Rotterdamsckre Courant" meldet aus London: Die Absicht Run- ttmans, eine Kontrolle über die Lebensmittelver- 's o r g u n g «effrzuführen, wird von der P r e s s e im ganzen güuitta ^ausgenommen, das einzige Bedenken, das dagegen zu äußern ist, sei, daß die Maßregel zu spät komme und nicht drastisch genug sei. Die Minister sollen auf Grund des Reichsverteidigungsgesetzes ermächtigt werden, gegen Personen, die Nahrungsmittel vergeuden, «nfzutreren und vorzuschireiben, wieviel einzelne Lebensmittel ver­wendet oder nicht verwendet werden dürfen. Ferner sollen sie die Vollmacht erhalten, die Erzeugung gewisser Lebensmittel, nament-, lichl von Mehl. zu regeln und, wenn es nötig ist, auch in den Ver- skauf und die Verteilung von Lebensntitteln, soloie in die Trans­aktionen der Märkte regelnd einzugreisen. Man erwarte ferner eine Verordnung über die Verwendung von Nahrungsmitteln, die auch für den rnenschlichen Gttwauch in Bettacht kommen und für die Viehmast. Tie Herstellung von Kartoffelmehl wird wahrscheinlich verboten werden. Es sollen noch im Laufe dieser Woche vorläufige '»Schritte unternonrmen werden, um einer inerteren Erhöhung des Mehl- und Kartoffelpreises vorzubeugen.

Das englische Oberhaus und die Unterseeboote.

London, 16. Nov. (WTB.) Oberhaus. In seiner Ant­wort auf die Bemängelung der Wirksamkeit der Maßnahmen der Admiralität gegen feindliche Unterseeboote sagte Marguis Greine: Die Admiralität hatte in der Zerstörung von Unterseebooten entschieden Erfolg, und ttotz der größeren Schwierigkeiten infolge der vermehrten Größe, schwereren Be­waffnung und stärkeren Wände der neuen Unterseeboote wäre, es -ein Irrtum, anzunehnren, daß er nicht auch diesen gegenüber erzielt worden wäre.

England und der Kohlenmangel in Frankreich.

- Bern, 16. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) In der gestttgen Sit­zung der französischen Kamwer wurde die Vorlage betrcffcrtb Koh- Denverteilung und Regelung der Preise behandelt. Aus den Aus- ftihrungen des Ministers der öffentlichen Arbeiten, Sembat, geht ^hervor, daß England monatlich nstr 2 Millionen Tonnen cinsühren fkcnm, während 4 MiMonen Tonnen verlangt werden. Für die .französischen Eisenbahnen besteht zurzeit ein Reservebestand von ^annähernd 800 000 Tonnen, was ungefähr den Monatsbedars Leckt. Ter Abgeordnete Augagneur steUte fest, daß 24 Milli- Een von Englmrd eingeführter Kohlen nicht genügen könnten, amd daß die Kohlenkrise vielmehr durch den Kohlen Mangel als Durch die Transpottkrise verursacht worden sei. Minister Sem- chat erwidette, die französische Regierung beschästtge sich, fort- srvähreiid mft der Frage. Allein in England sei die Kohlenförde- tQmg infolge der Einberufungen zurückgegmrgen. Augagneur /bemerkte darauf, daß infolge der ungenügenden Kohleneinfuhr ferne Rationierung der Kohlenabgabe an die Jndusttte nöttg werde. Im Anschluß an die Aussprache wurden die ersten sechs Attikel der Vorlage angenommen.

Bern, 16. Nov. (W.T.B. Nichtamtl.) Temps zufolge dehnen ftch die Schwierigkeiten der Kvhlenbeschaffung für die Pariser Beleuchtungsgesellschaften immer mehr j«us. So liegen seit vorgestern auch Otte in der weiteren Bann­meile von Patts, wie Versailles, Virefloy, Chesnay und St. Ehr -infolge Gasmangels im Dunkeln. Zur Beleuchtung oes Der- iailler Weftbahnhofes mrc> der wichtigsten Verkehrsstraßen wurde Lampenmaterial hervvrgeholt. Lastautonwbile wirroen nach Patts »entsandt, um Kohlen zu holen. Der Gemeinderat von Celle-St. Glmw hat den Präsekten benachttchtigt, daß die Gemeinde die -Schulen schließen müsse, da die Heizung der Schulräume unmög­lich sei. <

Englisch-norwegisches Emürhrabkommen.

Kristiania, 16. Nov. (WTB.) Tie Verhandlungen, die länger als einen Monat in England zwischen englischen maß­gebenden Persönlichkeiten und Verttetern der norwegischen Im­porteure des norwegischen Staats geführt wurden, sind jetzt ab­geschlossen.Morgenbladet" teilt mit: Nach Mitteilungen des Proviantterungsdirektors Pedersen sei ein Einfulirübereinkommen abgeschlossen worden für Getreide, Kolonialwaren, Fettwaren und 'Gitterstoffe. Außerdem sei die Frage der staatlichen Einfuhr ge­regelt worden. Die UeberttnkoMmen hätten Gülttgkttt für ein Jahr und stten vom 1. Okttber ab schon in Kraft gettetcn. Die Einfuhr finde jetzt regelmäßig statt. Der Proviantierungsdirektor Ntttnt, die Einfuhr für das kommende Jahr stt gesichert. Private Meldungen besagen, daß auch die Verhandlungen über die Frttgabe her beschlagnahmten Kaffeesendungen abgeschlossen stten, .teilen aber nichts über das Ergebnils mit.

Die Stellung der Frau in der niederländischen Verfassung.

Haag, 16. Nov. (WTB. Mchtamtlich.) Die Zweite Mammen nahm heute in der Debatte über die Verfas­sungsrevision den Artikel an, demzufolge Frauen in die General st aaten gewählt werden können. Aas aktive Frauenwahlrecht war gestern verworfen worden.

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DerSultan von Aegypten".

Beirut, 16. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Die hiesigen Matter veröffentlichen eine amtliche Mitteilung des Ober- Ecmmtandos der 4. Armee, wonach das Kriegsgericht in Aleppo Hussein Kernal Pascha, der sich zum Khediven und dann zum Sultan von Aegypten erklärte, in Anbetracht dessen, daß er einer: Bestandteil des türki­schen Kaiserreiches unter fremde Herrschaft stellte, in con­tumaciam zum Tode verurteilt und daß dieses Urteil bereits durch kaiserliches Jrade bestätigt wurde.

Ein erfolgreicher deutscher Flieger.

Berlin. 17. Nov. Der im} Januar 1915 als Kriegsfrtt- "wrlliger zur Front gekommene Flieger!eutnant Lefferc aus Wilhelmshaven erhielt lautBett. Lok.-Anz." für den Abschuß des

jiemtai ensltschcn Fliegers den Orden Pour le MSriite.

Zum Tode Tschirtys. ,

Wien, 16. Nov. (WTB.) Kaiser Wilhelm tele­graphierte an die Witwe des deutschen Botschafters von Ts ch irsch ky: . , ^ .

Die traurige Nachricht Von oem so plötzlichen Hinscherden Ihres Gatten hat mich ttef erschüttert. Ihnen und den Jhttgen spreche ich zu dem schweren Verluste mttne herzlichste Tttlnahme aus. Ich selbst verliere in dem Heimgegangenen einen treu^ er­gebenen Freund und Diener meines Hauses, der sich der ihm gestell­ten Aufgaben stets mit der größten Hingebung gewidmet hat, und dem ich ttn dankbares Andenken bewahren werde. Möge Ihnen! der Allmächtige in dieser schweren Zett mit sttnem Tröste ber- ftehen.

Die fünfte Kriegsanleihe in Oesterreich-Ungarn.

Wien, 16. 97ov. (WTB. Nichtamtlich.) Laut amtlichen Pro­spekt werden als fünfte österreichische Kriegsanleihe 40jähttge steuerfttte 5Vzpuozentige anrottisable Staatsanleihe und steuerfreie 5Hprozentige am 1. Juni 1922 rückzahlbare Staats- schatzsck>ttuc ausgegeben. Für ersten bettägt der Zttchnungsprers 92.50, für letzteren 96.50 Prozent. Tie Zeichnung begimrt am 20. November und endtt am 16. Dezember.

Budapest, 16. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Tie fünfte ungarische Kriegsanleihe gelangt nächste Woche zur Ausgabe. Ausgegeben werden 6prozentige Renten-Oblikationen zu einem 'Kurse von 97,13, sowie bV-Prozenttge vom Jahre 1922 in 20 gleichen Raten zu ttlgende Amottisations-Obligätionen zu ttnem Kurse von 95 Prozent. Die Anleihebedingungen sind die­selben, wie bei der vierten Kttegsanltthe. Der Zttchnungstermm ist auf vier Wochen festgesetzt.

Der Seekrieg.

U 41".

C London, 16. Nov. (WTB.) Das Reutersche Bureau meldet vom 15. Nov.: Auf die deutsche Darstellung über den sogenanntenzweiten B aralong fall" erließ die Admiralität eine weitere Erklärung.

Es sei ein für allemal vollkomNteu uwvahr, daß ein Be­fehl der Adnriralität bestehe, nach> dem xs nicht nötig stt, über­lebende Mannschaften deutscher Tauchboote zu retten. Zur Widerlegung der deutschien Veröffentlichungen in dieser Ange­legenheit gibt die Mmiralität eine lange amtliche Erklärung des Komniandanten des Schiffes bekannt, daßU 41" ver­senkte. Dieser sagte, es stt unwahr, daß er das Boot über-, raimt habe, in dem sick/ noch lleberlebende gefunden hätten. Sie seien über Pord nttvrungen, als das Schiff sich dem urr- beschädigten Boote genähert habe. Als sie ausgenommen werden stten, stten sie so behandelt worden, wie «es die Verhältnisse des Schiffes zugelassen hätten. Aus den Schifssbeständen seien sie mit trockener Kleidung verseherr worden. Ein Arzt sei nicht an Bord gewesen. Trotzdein seierr die Wunden der verwandeten Gefange- iren gewaschen und verbunden worden. Sie seien alle mit Ma­tratzen und Kopfkissen und genügend Bettdecken versehen worden. Aerztliche Hilfe sei den verwundeten Gefangenen zutttl geworden, als das Sckiff am folgende Tage im Hafen angekommen stt. Ter deutsche Osftzier gab zu, er habe keine Erinnerung daran, auf welche Weise er aus dem Tauchboot heransgekominien sei und was er dann getan habe. Ter unverwundete Offizier habe mit sttner Behandlung völlig zufrieden geschienen, habe inrmer gelächelt, wenn man ihn 'angeredet habe in gebvochervem englisch gesagt, nickst inehr käntpwn!

Hierzu bemerkt das Wolsfsche Bureau: Diese Darstel­lung von englischer Seite trägt den Steinpel der Unwahr­heit an der Stirn, denn, wäre sie wahr, so hätten die Eng­länder den Oberleutnant Crmnpton nach der Schweiz ent­lassen.

7 russische MunitionSdampser iu die Luft geflogen.

Berlin, 17. Nov. In Ar changelsk gingen am 15. No­vember abends sieben russische M ulti t i o nsdamP s e r, die am Morgen angekommen waren, in die Luft. Die Explosion war so gewalttg. haß Eistnteile 700 Meter weit geschleudert! wurden. 763 Schwerverletzte sollen in die Krankenhäuser emge- liefert worden sein.

London, 16. Nov. (WTB.) Der Parlanrentssekretär der Admiralität erklärte heute, von dem gesamten Tonnen­gehalt der britischen Hand els d amp fer von 1000 Tonnen und darüber zu Beginn des Krieges seien bis Ende September 1916 etwas über 2VZ Prozent verloren gegangen. Dies umfasse alle Verluste, sowohl durch Kriegs- als auch durch Seegefahr.

London, 16. Nov. (WTB. > Lloyds meldet: Der spa­nische DampferOiz Men di" ist versenkt worden: die Bemannung wurde gelandet.

Amsterdam, 16. Nov. (WTB. Nichtcmttlich.) Der DampferMidland", von Rotterdam nach London, wurde von einem Unterseeboot nach Zeebrügge ge­bracht.

London, 16. Nov. (WTB. Nichtcmttlich.) Lloyds­meldung. Der griechische DampferBarbara" (2831 Tonnen) und der norwegische DampferLek- k a n" wurden versenkt.

Bern, 16. Nov. (WTB.)Echo de Paris" meldet aus La Coruna: Der DampferLeo XIII." traf auf dem Meere den verlassenen brennenden norwegischen Dampfer Gamm a", der alsbald sank. Das Schicksal der Be­satzung ist unbekannt.

Bern, 16. Nov. (WTB. Nichtamtlich.)Petit Parisien" meldet: Die Goelette St. Nicolas wurde versenkt. Die Besatzung landete in Fecamp

Kopenhagen, 16. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Der Kapitän des dänischen DampfersRagnar" mel­dete seiner Reederei aus Vigo, daß der Dampfer am 11. November 100 Seemeilen nördlich Finisterre von einem deutschen Unterseeboot versenkt worden sei. Die Be­satzung sei gerettet und in Vigo gelandet worden. Der Dampfer war mit einer Kohlenladung auf der Reise von Cardiff nach Marseille.

Kristiania, 16. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Norrvegischen Telegramm-Bureaus. Der norwegische Vizekonsul in Le Havre meldet dem Minister des Aenßern: Der DampferÜllvane" von Hangesnnd wurde am 14. November versenkt. Die Besatzung ist in Rettungs­booten in Le Havre angekommen.

Aus dem Reiche.

Berlin, 16. lWTB. Nichtamttich.) In der Sitzung des Bundesrats vom 16. diovember 1916 gelangten zur Annahme: btr Entwurf, einer Bekanntmachung über die Bearbeitung der Volkszählung vom 1. Dezember 1916, der Entwurf einer Verord- imng über Saatkartoffeln, der Entwurf eurer Bekanntmachung über die Ertttlung von Anwartschaften aus der Krankenversicherung, sowie eine Ergänzung der zunr Gesetze Wer die Feststellung von! .Kriegsschäden erlassenen Ausfülnungsbestimmungen. ,

Berlin, 17. Nov. Der Reichskanzler hat aus die ttebersendung der Kündgebung führender Männer aus der Haupt- ünd Resioen'st idt Bodens geantwortet, er sehe in ihr ttn erfreuliches Zeichen für die sich siegreich durchsetzende Erkemttnis von dem obersten Gebot der Stunde, das von uns auch im Innern die Aufrechterhaltung einer geschlossenen Front ver­lange Nur int Besitze eines solchen Rückhaltes vermvgear die Führ-er des Reiches die volle Wucht des deutschen Volkswillerrs aus die Ents>ch,eidung des Krieges und die Beschleunigung eines

iregrercheu Frl.L^-c.Üv n: sic Wag schale zu wersen. sei 'mger! aller Pflicht, unseren Feindan die Augen zu ösftren und sie er-» kennen zu lassen, daß nur eitter Wahn aus eine angebliche^ Er­schütterung des einigen und starken deutschen Siegeswillens Hoff^ nungen bauen könne.

Berlin, 16. Nov. (Priv.-Tel.) DerBerl.Lok-Anz." mel­det: Ter Gesetzentwurf über die Einsührung der H i l f s d i e n st p s l i ch t ist -«inzwischcar den Bundesregierungen zu­gestellt worden, ob aber der Rttchstag bereits am 5. Dezember ttn- berufen nnrd, wird bezwttselt. Seitens der Regierung wird die Angelegenheit jedenfalls mit der größten Dringlichkeit behandelt, Wals schon daraus hervorgeht, daß von ihr ttn- gehende Beratungen mit den Partttführern über die Einführung der Hilssdienstpslicht gepflogen werden.

Die M^csttfattffMe

ist morgen von stt bis \ 2 % Uhr geöffnet!

Aus Stadt und (and.

Gießen, 17. November 1916.

Mitteilung der Landesobststelle.

Die Landesob-ststelle hat am 15. November für den Verkauf von ttnaelagertem Winterobst besondere Bestimmungen erlassen, von weüben die Aufhebung der Bezugsscheine das kaufende Publikum besonders berührt. Die Einrichtung dieser Be­zugsscheine hat sich in verschiedener Hinsicht nicht bewährt. Ein­mal führte sie dazu, daß die Verbraucher die auf ihren Namen bei der Bürgermttstertt ausgestellten Vezugsschttne einfach Händ­lern übergaben, welche damit ttn flottes Obstgeschäft betreibe^ konnten: sodamr ztttigten sie eine unerhörte Ueberschrtttung der Höchstplceise, indem beim Mangel jeglick,er Konttolle die Ver­braucher jeden verlangten Prtts bezahlten, auch srttwittig darüber» hinaus höhere Prttse bezahlten, in dem Bestrebmr, aus alle Fälle sich« mit Obst ttndecken zu können.

Nach den neuen Bestimmungen müssen sowohl alle Erzeuger und Einleger von Obst dieses durch die Kommissio­näre der Landesokststelle verkaufen und alle Verbraucher die ge­wünschten Obstmengen durch biefe Kommissionäre beziehen. Aus­genommen hiervon sind nur Obstkäufe unter 50 Pfund in Laden­geschäften und auf den Märkten. Es bleibt jedern Käufer von Obst unbenommen, einen Lagerhalter von Obst selbst zu ermitteln und die gewünschten Obstmengen mit diesem zu vereinbaren. Ter Kauf und Versand indessen kann nur durch den zuständigen Kommissio­när erfolgen, der einen V e r s a n d s ch e i n mit aufgedruckter Kausguittung iausstellt. In dieser Quittung haben Käufer und Verkäufer zu bescheinigen, daß sie die Höchstprttse, deren Höhe für jeden Monat sestgelegt und vorgedruckt ist, nicht überschtttten! haben. Jede Großh. Bürgermeisterei des Landes erhält ttn Ver­zeichnis der Kommissionäre und der Kommissionärbezirke, so daß leder Beteiligte sich, bei dieser Stelle unterrichten kann.

Jeder Lagerhalter von verkäuflichem Obst, cinerltt ob ser das Obst selbst erzeugt oder gekauft l-at, ist von heute ab ver­pflichtet, mittels ttnes Meldescheines, der auf allen Bürgermeistertten erhältlich ist, eine Meldung über die ttnge- lagerten Mengen Obst an die Gefchäftsabtttlung der Landesobst- stelle, Sandsttaße 36, zu erstatten. Wer diese Meldung unterläßt, erhält keine Käufer zugewiesen und darf, btt Vermeidung hoher . Strafen, das Obst auch nicht selbständig verkaufen. Tie Eiseu­ba Hube Hörden und GendarmeriestationEn sind angewiesen, sowohl bei Bahn- wie auch Fuhrwerksverkehr mrr solches Obst dnrchgel-cn zu lassen, für welches entweder ein von der Landesobststelle ge­stempelter Fracktbritt oder ttn ebenso gestempelter Bersandschein vorgelegt werden kann. Wer als Erzeuger von Obst von seinen^ Vorrat noch an Verwandte schenkungsweise abgeben will, bedarf, wenn diese in einer anderen Gemeinde wohnest, eincrltt ob innerhalb oder außerhalb des Gvoßherzogtums, hierzut eines Versandscheines der Landesobststelle Darmstadr, Ullee 6, der gegen Vorttnsendung ttner Gebührvon30Psen- n ig ausgestellt wird. Ter diesbezügliche Antrag muß Angaben über die zu verschickenden Obstmengen und des Verwandtschafts­verhältnisses zwischen Msender, der in diesem Falle^ stets auch Erzeuger sein muß, und denr Empfänger enthaften: diese Angaben müssen sodann von der zuständigen Gvoßh. Bürgermttsterei be­glaubigt sttn, insbesondere, daß der Wsender auch Erzeuger des Obstes ist.

Auszeichnung. Nachdem der Flieger Heinr. W o r ch vor einiger Zeit zum Gefreiten befördert wurde, ist ihm dieser Tage auch das Eiserne Kreu» 2. Klasse verliehen worden. Worch steht eit Februar 1915 bei einer sächsischen Feldfliegerabteilung im Felde.

** Tödlich verunglückt ist gestern vormittag eine hiesige Frau cin dem Ausladegeleise der Firma Bär L Wetter­hahn hier. Sie wurde von einem vorbeisahrenden Eisen^ bahnwagen gegen die Lagerrampe gedrückt und ist an den Folgen, die sie davonttmg, in der hiesigen chirurgischen Klinik, wohin sie verbracht worden war, verstorben.

**i2°(EeTfiu3 wiejs das Thermometer heute morgen um 7 Uhr auf. Mit der nun einsetzenden Kühle hat sich oer Himmel nach der starken Bewölkung der letzten Tage völlig aufgeklärt und uns einen frostigen, aber klaren Herbsttag beschert. Die Dächer waren stellenweise an der Schatten­seite bis gegen Mittag stark bereist. Möglich auch, daß vereinzelte Schneeflocken als Vorboten des Winters herab­getanzt waren. Die Straßen waren wie init einer dünnen Schicht von Daunenfederchen überstreut.

** K o n z e r t v e r e i n. Kaum hatte der Konzerwerttn seinen Kamrnermusikabend, für welchen das Dresdner Wille-Quar­tett gewonnen worden war, augekündigt, als wegen Erkrankung zweier Herren dieser Vereinigung eine Absage erfolgte. Es ist dem Vorstande gelungen, an Stelle der Dresdener das Stuttgarter Wendling-Quartett für den SonntcN zu verpMchten, so daß eine Verschiebung des Konzertes nicht in Erwägung gezogen zu U'erden brauchte. Tie Wendling'sche Körperschaft Pros. Earl Wendling, Hans Michaelis, Philipp Neeter und Alfted Saal bat sich in vergangeueur Winter cm anspruchsvollen dcuffchen vJcu* sikstätten glänzende Erfolge erspielt und steht auch btt^ uns von seinem erstnmligen Auftreten' in: letzten Winter durch die mtustei^ gültige Wiedergabe sttner Darbietungen in bester Erinnerung, ^as Programnl wird voraussichttich das gleiche blttben, so daß awa> bei diesem Quartett, das als ttnes der besten deuhscheir gut, env '.nusikalischer Hochgenuß iu Aussicht gtttellt werden kann. Bei dieser Gelegenheit sei ausdrücklich auf den nmhnehrigcn .'^uherew Beginn der Konzerte hingewiesen. Sie fangen letzt m Rück­sicht ans die zahlrttchei: auswärtigen Besucher und die veränderten Fahrpläne pünktlich um 5 Uhr an. Tie hrestgen MuftD freunde werden unfern Gästen diese Konzession ^ sicherlich gern macken. Es darf wohl damit gerechnet werden, daß sämtliche Be­sucher rechtzeitig erschttnen und auf ditte Werse den pimitlichen Anfang des Konzertes herbeiführen helfen.

** Kriegsvorlesung über Nahrungsmittel- Versorgung. Auf vielseitigen Wunsch werfen wir nochmals darauf hin, daß die Vorlesung des Herrn Professor Tr. Kle­be r g e i über Nahrungsmittclerzcugung und Nalirungsnnttelver- soroung in der Kttegszttt Montags von 67 Uhr im Agri­kultur-Chemischen Laboratorium, Frankfurterstt. 85, Hiauptgc- bäude, stattfindet. Btt dem außerordentlich großen Interesse, das von allen Gebildeten dieser z. Zt. wirklich brennenden Frage ent­gegen gebracht wird, nmß es als sehr dankenswert begrüßt werden, wenn von sachverständiger Seitq eine solche beLchvende und damit zugleich woyl auch aufklärende und beruhigende Uebersicht über die Verhältnisse auf denr Gebiete unserer Nahrungsmittelerzeuguue und Nahrungsmittelversorgung gewahrt wird.