Ausgabe 
4.11.1916 Erstes Blatt
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Italienischer Heeresbericht

vom 2. November.

Ml der Front der jütischen Alpen griffen gestern tagsüber Urffere Truppen starke feindliche Verteidigungsanlagen auf den When östlich voll Görz und neue Linien mehrfacher Gräben östlich Km Ballone an. Auf dem -Karst rissen vormittags Artillerie und Mimnwerff'r durch heftiges Vernichtunasfeuer große Lücken in die feindliche Linie. Um 11 Uhr wurde unsere Infanterie zum Sturm anaesetzt. ;)it der legend von Görz eroberten wir trotz großer Schwierigkeiten des Geländes, das durch den letzten Regen sumpfig gewvrden war, und trotz des hartnäckigen Widerstandes des Geg-- lrers anSgedehFlte Gräben auf den Westhängen des Tivoli und S. Marco icnd auf den Höhen im Osten des Sober. Auf dem Karst nahmen die tapferen Truppen des II. Armeekorps im Sturm die steilen und bewaldeten Höhen des Boliki Mri-Bach (Cote 343) und Cotc 376, im Osten des vorgenannten den Berg Pecina und die .Höhe 309 östlich von ihm. Sie gillgen bis etwa 1 Kilometer östlich Segeti, im Süden der Straße Oppascha sellaCastagreizza. Die starke fviudliche Linie »vurde an mehreren Stellen liberschritten und später gegen hartnäckige feindliche Gegenangriffe gehalten. Wäfaend des Tages nmchten wir 4731 Gefangene, darunter 132 Offiziere, erbeuteten 2 Batterien von 10.5 Zentimeter-Geschützen, jede aus 3 Geschützen bestcchnd, außerdem Maschürengeivchre, zahlreiche Tiere und .Kriegsmatcrial aller Art. Die feindlichen Flugzeuge warfen Bomben ans einige Orte am unseren Jjsonzo. Ji» Picris wurde ein Soldat getötet, ein Stabsarzt und vier Soldaten ver­wundet, alle gehörten dem Roten Kreuze an. Ein starkes Geschwader von 16 Caproui-Fluyzeugen, begleitet von Nienports, belegte feind­liche Lager in« Frigido-Tale mit Bomben. Es wurden hier zwei Tonnen Sprengstoffe abgeworfen. Trotz des Feuers zahlreicher Ab- wehrbatterien und der Angriffe feindlicher Flieger kehrten die kühnen Flieger alle unverletzt in ihre Lager zurlick.

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Aus Griechenland.

London, 3. Nov. (WTB. Nichtamtlich.)Daily Chronicle" meldet cmS Athen: Ettva 500 Veirizeliston besetzten Ekaterini, ohne auf Widerstand zar.stoßen. ?luf dem Wege dahin kau» es zu einem kurzen Kampf mit Evzonnr, die die Brücke von Hliacnum bewachten.

Bern, 3. N»w (WTB. Nickstamtlich.)Secolo" meldet aus Athen: Tie griechische Garnison von Ekatorini in Stärke von LlQ Mann, die mit de?« Revolutionären von dein Obersten Mitas befehligt wird, zog sich nach kurzem Gefecht auf die umliegenden. Höben zurück. Nach einer Rücksprache des Königs mit dem eng- lichen Gesandten Elliot wurden dem Obersten Mitas 1500 Soldaten mit Kanonen zur, Verstärkung geschickt.

Berlin, 4. Nov. Venftzelos bestellte, wie berichtet wird, für den Salorrikier Lokalverkehr Briefmarken mit den: Bild­nis Alexanders des Großen.

Aus dem rumänischen Königshaus.

Bern, 3. Nov. (WTB.) DasEcho de Paris" meldet aus Bukarest, daß der Zustand der an Typhus erkrankten Prin­zessin Mircca und des jüngsten Sohnes des Königs voll Rumänien verzweifelt zu sein scheine.

Der türkische Bericht.

Konstantinopel, 2. Nov. (WTB.) Amtlicher Bericht des Generalstabs:

Euphrat front: Unsere freiwilligen Krieger griffen eine Linie feindlicher Schützen an und nähmen eine große Menge Kriegs­material und 150 Stück Bich weg. Tigris-Front: Unsere Flugtzeuge warfen Bomben aus feindliche Stellungen. Unsere frei- willigen Krieger griffen xinen englischen Flugzeugschnppen in der Umgebung voll Äfaik Said an und zerstörten abermals ein feind­liches FlngAeng. Zilr Vergeltung warfen die Cmgläner Bomben im Rücken unserer Stellungen, sie warei» aber erfolglos. Persische Front: In der Richtung Send schall warsnr wir feindliche Kaval­lerie lmd Infanterie nordöstlich Bidschar zurück. Kaukasusfront: Im Zentrum und am linken Flügel für uns erfolgreiche Schar- Nlü tzel. Wir machten einige Gefangene.

Galizische Front: Die Russen mmfaen um 31. 10. und am 1. 11 abermals Angriffe, um die von icns am 31. 10. erbeuteten Stellmigen wiederz-ltnehmen. Diese Angriffe wicrden ebenso wie die vonmgosangeneil völlig abgeschlagen.

Auf dem mazedonischen Kriegsschauplatz schlugen wir einen Angriff ab, den der Feiird am. 31. 10. gegen unsern Truppnl all der Strumafront mackste.

Eine deutsch-holländische Auseinandersetzung.

Haag. 3. Nov. (WTB. Nichtamtlich.)-Dem Korrespvndenz- bnrea» wird vonr Ministerium des Aeußern yritgcteilt, daß der bevollmächtigte Geschäftsträger des Deutschen Reiches im Aufträge seiner Regiernng deren Bedauern und E n t s chul d igu n g ausgesprochen hat, daß ein deutsches Luftschift am 22. Ok­tober über niederländisches Gebiet geflogen ist. Der ötzschäftsträger teilte gleichmütig a»»f Ersuckien des deutschen i'Großen Hauptquartiers mit, daß die Gebietsverletzlung durchs einen. Zeppelin der Armee geschehen sein inüsse, der nach den bei dem Hauptquartier cingetroffellen. Berickften infolge Sfade»»s am Motor und der Stenereinrickülmg gezwnnge»» geweseil sei, zwei Bcnziiu- b eh älter auszutverfei». Der Kommandmtt des Luftschiffes, der offen­bar g»nrz falsch orientiert gelvesen sei, meldete, daß dieses über belgischem Gebiet geschehen sei. Das Große Hauptquartier würde sich sckwu früher entschuldigt habm, wenn es fick) bnvnßt gewesm Wäre, saß das Schiff über rnederländisches Gebiet geflogen sei. Tie deutsche Regierung behält sich vor, das durch den niederländischen. G^^i-eu hm zu bean.tworten, sobald ihr die

vollfiiälchig<gl Berichte über dm Vorfall zug»iga»»ge»r sind.

Der 5eekrieg.

DieDeutschland".

Berlin, 4. Nov. lieber die Seetüchtigkeit derDeutsch­land" teilt dergBerl. Lokalanz." mjit, das; auS New-Porker De­peschen, die in Paris vorliegeu, hervorgehc, daß das Handels-Unter­seebootDeutschland" trotz überaus schwerer See nicht den gering­sten. Schaden gmoinmen habe. An Bord sei alles wohl.

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London , 3. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyds meldet: Der e n g l i s ch e D a m pf e rG l e n l o g a n" ist wafascheinlich ver­senkt worden. Der Fisch da w» pf e rFlor ea l" wurde ver­senkt, die Besatzung ist in Sicherlfat.

K o p e n h n 9 e n , 3. Nov. (WTB. Nichtamtlich.)Ber- lingskc Tiden.de" veröffentlich ein Stockholmer Telegramm, wonach ein schwedische Geschäftsmann, der von einer Ge­schäftsreise nach Rußland und Finnland zurückgekehrt ist, berichtet, das; das LinienschiffSewastopol" vor acht Tagen vor HÄsingfors auf eine M i ne gcsto ßen und teil­weise zerstört worden ist. Deutsche Unterseeboote hätten sich am Hafeneingang von .Heil s i n g f orS gezeigt..Mitte Ilrti sei eine deutsche DorpedojägerflottiUe vor Utee, einer Aaland- insel, ersckftenen und habe die Bevölkerung gezlvnngen, die beim Hafenbau beschiftigt lv-ar, die Arbeit ernznstellen. In der Umgegend von Helsingfors arbeiteten 20 000 Chinesen beim Eisenbahnbau.

Haag, 3. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Das Korrespon- denzbuvea»» erfährt, daß gleichzeitig mit der Anhaltung des niederllindiscl-en DmnpsersOldmnbt^ durch die Deutschen auch die DampferRa n d w i j fB r u n s N" i j k" und Noordwijk" angehalten wurden.Randw-ijk" wurde sofort wieder sreigelasssn.Brnnslvijk" undNoordwijk" wurden nach Zeebrügge aufgebracht, finb aber inzwischeu vuch »weder frsigelassen. lieber den Borsall mit dem Dainp- f( iOldambt" mixt) eine amtliche Untersuchung ein geleitet werden.

London, 3. Nov. (WTB. Amtlich) Die Admiralität teilt mit: Der niederländische DampferOl dam bl" wurde in der Nacht vonr Mittwoch vonr Feinde nahe des Nvordhinder-Feuer- schiffes erbeutet. ES wrcrde eine Priscnbcsatzung an Bord gebracht und das Schiff sollte nach Zeebrügge geftrhrt werden, als es am Donnerstag gegen Tagesanbruch vmr einem unserer leichten Pa­trouillenfahrzen ge überliolt wurde. Die Prisenbesatzung versuchte das Schilf m die Luft zu sprengen rcnd giarg in die Boote, ebenso »oie die eigene Besatzurrg derÖkdambt"'. Die Prisenbesatzung, be­stehend aus einem Offizier und 9 Mann, wurde eingeholt und zu Gefangenen gemacht. Das Schiff wurde von einem unserer Fahr­zeuge ins Schlepptau genommen. Fünf deutsche Zerstörer, die hinzu kamen, vermutlich unc die Prise in den .Hafen zu geleiten, »mlrdeir angegriffen und sofort in die Flucht geschlagen.Oldambt" »mirde fünf Sdinder» lang bis 6 Meilen vor Hock van Holland geschleppt, tvo sie von holländischen Schleppern übernommen »ourde.

Kopenhagen, 3. Nov. (WTB.) Meldung des Ritzau- sche»» Bureaus. Der däuische SchonerProeven" von Narstal war am 12. April von einem deutscheir Tauchboot versenkt worden, »veil er cnrgeblich mit englischen Kriegs­schiffen Lichtfignale gewechselt hatte. Da indessen den Aus­sagen der Mannschaft gegenüber die Beweisführung nicht möglich war, erklärte sich die deutsche Regierung bereit, Schadenersatz zu leisten.

Bergen, 3. Nov. (WTB.) NachBergens Astenblad" wurde der englische DampferB r e n 1 y" aus Hüll 20 Seemeilen »oestlich der Mündung des Sognesords ver­senkt. Die Besatzung, bestehend aus 18 Manu, »vurde von einem norivegischer» Dainpfer aufgeno»»lmen und gelandet.

Christi au U, 3. Nov. (WTB.) Meldung des Norwegi- sckxm Telegranimburcaris. Nach eüreni Londoner Telegramm an das Ministerium des Aeu.ßeri». wurde der n o rwe g i s ch e D a »n p - f e rD c l t o" (3193 Tomren) versenkt, die Mannschaft ist gerettet.

Berlin, 3. Nov. (WTB.) Nach spanischien Zeiturrgsnach- richteri t er s en k t c t bt deirts ch es Unterseeboot am 28. Oktober sechs Ufa früh euren norwegi scheu Dampfer 28 Seemeilen von Cap St. Vitccent. Der Konlnrandant des Unter­seebootes soll dem nortvegistfan Kapitän erklärt haben, cr habe Befehl, alle Selftsfe. die er antreffe, olme Rücksicht auf die Natio­nalität, zu versenken und nur spainUie Schifße zu sckMrcrn. Die dein Äonnnandanlen zu geschriebene Aeicßerung ist so n »»sinnig, daß diese 9tacl»ricfa ciircr be)onderen Widerlegung »licht bedarf.

Athen, 3. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reiltersche»» Bureaus. Adiniral Foureut veröffentlicht einen Bericht, in dein er erklärt, die DampferA n g e l i k i" und Kili" seien torpediert »vorden oder auf Minen ge­laufen, die von deutsche oder anderen feindlichen Schiffen herrührten.

Athen, 2. Nov. (WTBl) Das Reutersche Bnrean mel­det : Wlihrend der letzten zwölf Ta§e »vlurden sieben grie­chische Dampfer versenkt.

Bern, 3. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Nach einem Tele- gramnr desTeinps" aus Lissabon sind an der portu­giesischen K ü st e verschiedene Dampfer von einem deutschen U-Boot angegriffen worden.

Gin zweitesvaralong"-verbrechcn Englands.

Berlin, 3. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Noch hat sich dig Empörung über die SckMßlichkeit des ,,B a r a l o»» g" -Mordes nicht gelegt, und scfan wieder nrus; dem deutschen Volke Nack)-richt von einein ähnlichen B erb r e che n gegeben »verben, dessen sickjl England und seine Scestreitckräfte stfaldig gemacht I>afau. Ein deutscher aus England in die Schn/eiz itbergeführtcr Ofsizicr hat folgendes bcrickstet:

Das deutsche U n te r seeb o o t ,,U 41" hat am 24. Sep­tember 1915 in der Näfa der Colly-Iiffeli» einen Dampfer unter ainerikanisckMr Flagge allgehalten. Wälirend der Dampfer stoppte u»rd anscheinend Anstalte»! traf, ein Boot zu Wasser zu lassen, lief das U-Boot bis auf eine (foitfcnumg von etwa 300 Meter an den Dampfer l>eran. In dieseln Augenblick klappte der Dampfer plötzlich an zwei Stellen die Reeling herunter, erösfnete aus zwei Schiffsgeschützeli das Feuer auf da s U-Boot uitib beschoß es airßerdeni aus zahlreichen Ge­wehren. Das alles geschah bei »vehender amerikanischer Flagge! Das U-Boot, das sch»ver gettoffchi worden nmr, ging Mnäclist unter, jedoch gelang es ihin nach kurzer Zeit »oieder an die Oberfläche zu kommeil. Durch ein jetzt geöfftietes Luk komrten ge­rade »loch der Oberleuttrant Crornptvn wld der Steuermann Godau aus dtiil Boot hcrauskvmmen, als es zum ziveiten Male und iiun für iininer in der See versank. Trotz schwerer Verwuiidlmg des ersterei», gelang es ihm »nie auch dein Sterlermann sich schivrm- inend zu halten, auch »lach einiger' Zeit eilt leer in der Näfa trei­bendes Boot zu erreichen uird zu besteigen. Der Dampfer, der dies bemerkt fatte, kehrte nun zurück und hielt mit voller Fah rL recht auf das Boot ^u, aber nicht etwa!, »nie man hätte annelrmen sollen, uni die beiden hilslosen Sclüffbrüchigeii zu retten, Vonderil um das Boot zu rammelt- Zu diesem Zioecke »var sogar vorn auf der Back ein Mann ausgestellt, der die nötigen An- »veisunaen für das Steuern zur Kvnnnmldobrücke biirauftief. Kurz bevor dcrs Boot getroffen wurde, sprangen die Schiffbrüchigen in die Bugwellen des rannnendeil Sckstffes und cs gelang ihnen, sich später an den Trümmern des Bootes festen halten. Erst nachdem sie »nieder über eine falbe Sttrnide int Wässer gelegnen hatten, kehrte der Dampfer in ihre Näfa zurück Und »lahm sie nuiM mehr auf. An Deck ließ sich aber kt'in Offizin blickm. Anstatt den verwruldeten Oberleutturut, dcw eineil dopfatteil Kieferbruch, einey Schuß an der linken Schläfe, eine firrgerbreite Mimde mit drei.Splittern in Nase und Backe sotvie ein zerschossenes Auge bei der Beschießung des U-Bootes davougetrageri hatte, Hilfe zu leisten, »n'urdeil die beiden Geretteten crbannrlngslos in einen D e ck v c 'r s ich l a a ei in g e ls p e r r 1, Iber etwa o t u Meter I) o ch und zlvei Meter lang rmd vorne nüt Eisenstäben abgeschlosserl »var. Hier »nußten sie verbleiben bis zu ihrer Ankunft in Falmouth a»n 25. September 1915. Erst dort »mirde den» Verwundeten die erste ärztliche Hilfe zu Teil.

Soweit zunächst der Deriäst.

Als seiirerzeit die e»rglisck)e Regierung dnrch Geyenmaßnafa nrett der deutschen Regierung gezivrnlgen nntr, den in englische Hände gefaUenen deutschen U-Bootsbesatzungen eine einigerinaßen menschliche Befa»»dliMg angefaüien zu lassen, »vnßten bald darauf die Zeitungen zu farichten, daß die englische Regierung, um diesem Zwang aus dem Wege zu gehetl, den Befehl gegeben hatte, keine denlsefam U-BovtsleuLe mehr zu retteil, soild.-Nl sic in ihrem ver­senkteil Boote so lailge ans dem Grund des Meeres zu lassen, bis mml annehmen könnte, dal» sie tot seien. Damals sträubte sich noch jedes mcilschliche Geft'lhl dagegei». an den Erlaß eines sol chen Befehls zu gl<«lben. Als dauil aber die englische Regiernng sic!» unter Ansflüchttnl schützend vor die ,,Baralong"-Mvrder stellte imd sich »veigerte, sie vor Gericht zu ziefan, »vurde nn»vill- kürlich der Gedanke an die Zeittmasrneldnngen u»ld den angeb­lichen englischeil. Befehl »nieder »oach. Mail fragte sich, »veigert sich die englische Regierrmg ettva desfalb, »veil dieDaralong"- Mörder mrr an? Befehl gehandelt fatten und daher auch nicht von der englische»» Regierung bestraft »oerden konnten? Aber aiw) danialö noch wies man diesen Verdacht txm sich, obgleich filme Ueberlegnng uns fatte sagen müsseil, daß solche Befehle von seiten eines Esrgl«Ä»s durchaus nicht nnn^lich sind, das im Buren kriege Zehntau sende von Fra» len und Kindern er- barmnilgslos zu Dode gehungert m»d das in diesem Kriege in unseren Kolonien den Schwarzcil Kopfpreise für de nt s ch e S t a a 1 s a n g e r i g e gezahlt fal. DerBaralong"- Mord und fas eben initgeteilte neue ^ttR'eäu'li lagen kaum einen Mvimt auseinander. Beide llnkrten glefHi^n einaichee sehr. Wie scküechl das Geioissen der englischen Regierung in dieseni Falle ist, geht daraus hertwr, faß sie fas Dckannttverheu dieser Scheuß- lickckeit auch mit den farilxrslichsten Mitteln zu verhindern sucht. Dies i»st 'ihr trotzdenl rcicht gclungcil.

Der Bericht des deutschen Offiziers sagt dann »veiter: Erst am! 29. September 1915 wurden die beiden Geretteten, bekleidet nur mit Hemd und Unterhose, und unter starker Bedeckung, an Land in ein Hospiz befördert, um am 6. Oktober nach Plymouth und am 10. Oktober dortselbst in ein Hospiz übergefülirt zu »oerden. Von Plymouth wieder wurden sie am 6. November nach Dork Castle ins dortige Militärgefängnis zusamnren in leinem Raum untergebracfa. Anr 13. Dezember 1915 wurde schließlich der verwundete Offizier mit noch offenen Wunden nach Dyffryn Alled übergesührt. Der dor­tige Lagerarzt schlug später vor, den Offizier wegen der Schtvcre seiner Verroundrmg (das andere Mge war in Gefahr) zur Aus­lieferung nach der Schweiz zu schicken. Vor: der ersten untcr- sucl)enden Schlveizer Aerztekonrmission wurde er auch angenommen, ebeiffo bei der Hauptuntersuchung von anderen Schweizer Aerzten. Trotzdem legte der englische Generalarzt ein Veto ein mrd der Verwundete mußte in England Zurückbleiben. Hrnzuzufügen ist noch, daß Oberleutnartt zur See C ro m pton verschiedentlich ver­sucht hat, über die amerikanische Botschaft in London an die deutsche Regierung zu berichten, daß seine Berichte aber bei der deutschen Regierung uicht eingelaufen sind.

Nachdem es also der englischen Regierung nicht gelungen ist, den verwundeten Oberleutnant an seinen Wunden sterben zu lassen, Um so de»l Hauptzeugen zu beseittgen, sucht sie ihn »venigstens für die Dauer des Krieges für die -Oeffentlichkeit ohne Rücksicht aus seinen Zustand unschädlich zu machen. In diesen Tatsack>en ist nicht nur das Eingeständnis der Wahrheit des Berichteten zu fin­den, sondern auch das schlechte Gennssen, der angeblich für Kultm und Menschlichkeit kämpfenden englischen Regierung.

Der Kommandant des Uitterseebootes11. 41" war Kapitän­leutnant Hansen, einer der tapfersten und bewährtesten Untere seebootskommandanten der deutschen Marine.

Aus den Reichstagsausschüssen.

Die Schutzhast.

Berlin, 3. Nov. (WTB. Nickstainitlich) Der Ausschuß des Reichstages beendete heute die Beratung des Jnitiativ- gesetzes betreffend die Schutz hast. Zu der heutigen Verhandlung lag ein. neuer, von allen Parteien eingebvackiiter Entwurf vor. in! den die gestern angerwmmenen fünf ersten Paragraphen übernom­men ivaren. Bon den folgenden Paragraphen 6 bis 13 bestinrmt! Paragraph 7, der Verhaftete kann jederzeit einen Verteidiger zu- ziehen, Paragraph 9, dem Verteidiger ist Einsicht in die über die Verhafttmy erivaäffenen Akten zu gestatten. Dem Verhafteten! ist ein schrrftlrcher und mündlicher Verkefa mit dem Verteidiger gestattet, Paragraph 13, Hebt das Reichsmilitärgericht die Haft oder die Aufentfaltsbeschränkinrg ans, well die Voraussetzungen^ ihrer Anordnmrg oder Aufrcchiterfaltung nicht gegeben ivaren, so fat es dem Eirttassenen einen Enffchiädigungsanspruch xuzuer­kennen. In der zweiten Lesung wurde der Entwurf gegen eim Sttnrme angenomglen.

A»?5 dem Reiche.

Dank des Reichskanzlers an die Presse.

Die Bedeutung der Presse für die Unterbringung unserer Kriegsanleihen ist »viederholt schon hervorgehoben und von beru­fener Stelle auch airerkannt »vorden. Um den Erfolg der letzten .Kriegsanleihe hat sich der Verein Deutscher Zeitungsverleger ganz besonders bemüht. Auf die Uckberseirdung des hierauf bezüglichen Materials hat der Reichskanzler unterm 28. Oktober an den Vor­sitzenden dos Vereins, Dr. R. Faber in Magdeburg, die nachstehende Zuschrift gerichtet:

Für die mir namens des Vereins der Deutschen Zeitungs- Verleger vor Abschluß der Kriegsanleihezeichnungen mitgetelltetv Belagstticke über seine umfassende W^rbetätigkell. sage ich Ihnen verbindlichsten Dank. Zurückblickend auf den jetzt feststehenden glän­zenden ftnanziellen Erfolg bin ich mir benmßt, in nne hohem Maße das Gelingen von der Mitarbeit der Preffe abhing. Deutschland kann auf diese ausgezeichnete Leistung seiner Prüsse, an der die hingebende Tättgkeit Ihres Vereins hervorragenden Antell besitzt, stolz sein. Mit der vorzi'lglrchsten Hocl>achtung bin ich Euer Hoch­wohlgeboren ergebenster Bethmann -t)ollweg."

Diese Anerkennung der berufensten Stelle bestätigt und er­gänzt in erfreulicher Weise die freundlichen Worte, mft denen der Reichsschatzsekretär Grcff Roedern bei der Einbringung des neuen Zwölfnrillrardenkredits im Reichslage und der Präsident des Reichs- bankdirektoriums, Dr. Havenstein, in der letzten Sitzung des Zen- tralausschusses der Rerchsbank der Verdienste der. Presse um den Erfolg der fünften Kiregsanleihe gedacht haben.

Höchstprcisc für Haftrnährmittel.

Berlin, 3. November. lÄantlich.) Durch Verordnung des Reichiskanzlers sind die Höchstpreise für Hafernähr­mittel rreu geregelt »vorden. «Gegenüber den bisherigeir Preisen bedeuten die neuen Höchstpreise eine erhebliche Verbilligung. Sie betragen iin Kl ei» rv erkaufe für Haferftocken, Hafergrütze und Haserinchl lose 44 Psg. für das Pffrrrd, für Haferftocken und Hafergrütze in Packungen 56 Psg. für die Einpfflnd-'-Packnng und für Hasennehl in Packungien 32 Psg. für die Eiillxllbpsund-Packung. Für die Hasernäfannttel, die sich beim Inkrafttreten der neuen Höchstpreise bereits im Kleinhairdel beftndcn, können die Landes­behörden für eine kurze UeberlMtgszeit die erforderlichen Aus-i nahmen 'zulassen.

Höchstpreis für Weizengrieß.

Berlin, 3. Novbr. (WTB.) Durch.! eine o$t 20. November in Kraft treteirde Verordnung des Reichskanzlers »vird der H öchft- p r e i s s i'i r W e i z e uar i c ß beim .-I>erfmtf cm Verbraucher aus 56 Pfennig für das Kilogramm festgesetzt.

Durch eine weitere Verordnung des Reichskanzlers »vird eine U e be r wa ch n n g s st-el l e für S e e »nu s che ln errichtet. Ihr obliegt die llebetivachung des Fanges uni) Handels mit Sve- nmschein, sowie die Herstellung von Secnruschelkonserven.

Das neue Kricgsamt.

Berlin, 3. Nov. (WTB. Amllich.) Durch allerhöchste Ka- binettsotder ist nunmehr bestimmt worden, daß zur Leiturrg aller mit der Gesamtknegftihruug zusammenhängenden Ange­legenheiten, der Beschaffung, Verwendung »md Er- n ü h r r» n n der Arbeite r, sotvie der Beschasftrng von Roh­st o f f e n, W a f f e n und M u n r t i o n im Kriegsininisterium ein Kriegsamt crricfact »vird. Diesem obliegt auch die Leitung der Crsatzangelcgenherten. Das Arbeitsamt, die Feldzeugmeifterei mit dem Waffen- und Muniti onsbescfa fsungsamt, die Kriegsrvhstoff- abteiluug, die Fabrikenabtcilrmg, sotvie die die Ersayangelegm- heiten bearbeitenden Stellen des Kriegsnrinisterimns, bie Abtei­lung für Volkscrn ährungsftagen und die Abteilung für Ein- und Ausfuhr »verden denr Kriegsamt unterstellt. Insbesondere »vird dem Kriegsamt auch die Versorgimg der Arbeiter mit Fleisch und Fett übertragen. Der königlich »vürttembergiscfa General- majvr Groener, ist zum Cfas 'des ^tzrrogsamteS im ^tniegs-- miiüftcrumt enutrutt und zum Vertreter des Kriegsministers bestellt »vovden. Generalleutnant von Schoeler, bisher im Kriegs- miuisterium. ist bis zu seiner anderen Verwendung zu den Offi- Aiercu von der Arnree versetzt.

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Berlin, 3. Novenrber. (WTB. Nichtamllich.) Tie Mit­glieder deS R^.' i ch s t a g e s , welche an der F a b rt nach V u l g a r i e u teil gc»wmurer» hatten, fatten zu Heute Aberrd zur Besichtigrmg der von dieser Reise ansgenommene»» Films in den großen Saal des Hotels Esplanade ungeladen. ^Lbgeordneter Tr. S1 re se m a n n begrüßte die Aruveserrden. Tie Eiilladenden hätttv die Filn»propaga»rda gc»vählt, um auck dem neutralerr AuÄrH»^ zu zeigen, daß das Bündnis mit Billgarien nickft »rnr ein Waffen- bündnis, k'.mderu muh eirr BimdniS der Seele»» ,re»»>vrden sei.

Breslau, 3. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) In Atüveseufait des Kommairdicrenderr Generals von Heincmann, deS OberprÜsi- detrten von Günther, des F-ürstbisckivs.s Dr. Bertra»n, des Ober- landeslferichtspräsidente»: Ex-ellenz Bierbmis, des St«^tf»rmi»a»»- dantcn, eines Vertreters der städtischen Behörden und der Stützen zahlreicher atrderrr Behörde»» »rmrdetr lierite die Fa ch h o ch schul - k u r s e für W i v t s ch a f t u n d V e r w a l t u n g . die erste derartige Einrichtung an einer deutschen Uni­versität, eröffnet.