Ausgabe 
26.10.1916 Zweites Blatt
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Nr. 252 Sroeltes Blatt

M. Jahrgang

Erscheint-lich rnit Ausnahme des Sonntag«.

Beilagen:Giehener Zamilienblätter" und Ureisblatl für den Ureis Sietzen".

Postscheckkonto: Frankfurt am Main Nr. 11686. Vankverkehr: Sewerbebank Sietzen.

Seneral-Anzeiger für Gberheffen

Donnerstag, 26 . Oktober MS

Zwillingsrunddruck und Verlag: Brühl'schelllnveriitäts-Btlch-u.Steindruckerer.

R. Lange, Gießeri.

Schriftteitung, Geschäftsstelle und Druckerei:

Schulstraße?. (Geschäftsstelle u. Verlag: 61,

Schriftleitung: 112.

Anschrift für Traht>:achrichten: Anzeiger (Steßen.

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Die Schlacht vor Verdun.

Zweiter Abschnitt.

3.

Die Dottiereittmgen für eine so gewaltige Unternehmung nahmen naturgemäß einen längerer: Zeitraum in Anspruch. Sie rtmtbnt dadurch wesentlich erschwert, daß sie während der ungün­stigsten Zeit des Jahres, in den strengsten Wintermonaten, zu be­wirten waren, und daß uns für ihre Durchführung nur drei grö­ßere Anmarschstraßen zu Gebote starrden, welche natürlich bei der starten Jnansprnckmalwrc und der Ungunst der Witterung alsbald in den denkbar schlechtesten Zustand gerieten und ständiger, hingc- bender Ausbesserungsarbeit bedurften. Nach, Abschluß der Vor­arbeiten rvar der Beginn des Angriffs auf den 12. Februar in Aussicht genommen. Die Witterung rvar indessen in dieser Zeit derartig ungünstig, daß der Angriff von Tag zu Tag hinausge­schoben wurde, Ins am 21. endlich die Mttterungslage, obwohl noch inuner recht fragwürdig, den Beginn der Kampshandlungerl ge­stattete. Diese wurden durch eine lebhafte Feuertätigkcit aus der ganzen Westfrorrt eingeleitet. Während der Feind alle seine Offen­siven durch ein mehrtägiges Trommelfeuer zu eröffnen pflegte, das an der Somme sogar sieben Tage lang unsere Stellung mit einem Eisenorkan übers Mittete, begirügten wir uns mit einer 24 stürrdigen Beschießrmg, die nur in den letzten Stunden sich zum zum Trommelfeuer steigerte. Am Nachmittag des 21. Februar erfolgte auf der ganzen in Aussicht genommenen Offensivfront von der Maas nördlich Consenvoye bis in die Gegend von Azannes der Angriff, der uns rroch am selben Abend in den Besitz der ge­samten feindlichen Stellungen erster Linie brachte.

So konnte der eigentliche Angriff am folgenden Tage schon von der vorderen feindlichen Linie aus erfolgen. Der 22. Februar brachte uns in den Besitz des stark ausgebauten Dorfes Hanmont des größten Teiles des Caures-Waldes und des Herbebois. Am 23. erreichte unser Angriff, der sich durch ein mit allen modernen Hilfsmitteln der Feldbefestigungstechnik ausgebautes System von Gräben und Stützpunkten, zudem durch die von unserer Artillerie wüst zerschossenen Wälder hindurcharbeiten mußte, bereits die Linie SarnogneuxBeaumontGremilly, Am 24. stieß der An­griff weit über die befohlenen Endziele vor und brachte uns wie­derum namhaften Geländegewinn. Der 25. Februar wurde von entscheidender Bedeutung. Die allgemeine Linie, welche wir er­reichten. wird durch die Dörfer Louvement und Bezonvaux gekenn­zeichnet. Ueber diese Linie hinaus stieß unser Angriff in der Mitte bis zur Panzerfeste Douaumont durch, welche von zwei Kompag­nien des Infanterieregiments 24 genommen wurde, während unser Anlauf vordem aufs stärkste befestigten und mit betonierten Unter­ständen und Zugangsstollen unterbauten Dorfe Douaumont zum Sieben kam. Nach mehrtägigen hefttgen Kämpfen wurde am 2. März auch Dorf Douaumont genommen. Auf dem lmken Flügel erreiäste der Angriff der nördlichen Gruppe am 8. März das Dorf Baux und die südlich gelegene Panzerfcste: dieser Gewinn konnte MettmrgS noch nicht dauernd gehalten werden.

4.

Während die oben besprochene Gruppe von Angriffshandlungen van der Linie Consenvoye Azannes aus die Linie Champ Douaumont gewann, richtete sich eine weitere selbständige Angriffs- Handlung von Etain, also von Nordoften her, aus die Höhe der Löte Lorraine in allgemeiner Richtung auf die nordöstliche Kante des Forlgürtels. Der aus der Wosvre-Ebene andringendcn Nord­ostgruppe Wm von den Höhen der C6te herab ein hefttges Ar- tmnitfaitt entgegen und suchte ihr Vordringen zu hemmen. Trotzdem gelang es ihr, am 7. März die Franzosen aus Fresnes hermrszuwerfen und anr 9. März den Feuilla-Wald und die Wein­bergshöhe 251 nordöstlich Damloup zu nehmen. Seitdem hält sie den Fuß der Chote bis Eparges fest in Händen und hat ihren Besitz ein Vierteljahr später noch durch die Eroberung von Dam­loup erweitern können.

5.

Der erste große Vorstoß der Deutschen war sonach bis un­mittelbar an den inneren Fortgürtel der Festung durchgedrungen utzd hatte die allgemeine Linie ChampDouaumontFeuilla- WaldBlanzeeCombres erreicht. Dieser große Erfolg rref eine seiner Bedeutung entsprechende sehr erhebliche Gegenanstrengung deS Feindes hervor. Etwa seit dem 26. Februar begann diese

Kunfi und Wissenschaft.

Die Uraufführung eines spanischen Dramas. Aus Frankfurt a.M. schreibt Uran uns: Aus Anlaß der Ta­gung von Vertretern der deutsch-spanischen Bereinigungen fand die deutsche Uraufführung einer spanischen BühnendichtungY o r t ck", von Dr M auuel Tomay cy Baus, in der Uebertragung von Johannes Fastenrath bei,ausverkauftem Haus einen glänzenden Erfolg. Die Tragödie führt in die Zeit WilliaM Shakespeares, der selbst austritt. Yorick ist der gefeierte Komiker seiner Truppe, den es danach verlangt, einmal eine ernste, tragische Rolle zu spielen. Shakespeare willigt nach einigem Zögern ein. Yorick soll die Pattie des getäuscksten greisen Ehemannes in einer Eifersuchtstragödie er­halten. Entsetzliches enthüllt sich ihm, während das Stück einstudiert wird. Balo rvrrd er gewaln, daß er selbst Grund habe, seinem jungen schönen Weiü zu mißtrauen, merkt, daß das Spiel, das er auf der Bühne wiedergeben soll, sein wirkliches Dasein widerspiegelt. Der Schauspieler Wal t on, der als tragrsclrer Darsteller eigentlich die Rolle des Betrogenen in dent neuen Drama spielen sollte und voll Neid gegen Yorick, der ihm die Partie weggenommen, erfüllt ist, spiett dem von tausend Seelenqualen gefolterten Yorick an Stelle einesTheaterbriefes" während der Erstaufführung der neuen Tra­gödie ein Blatt in die Hand, auf dem der jugendliche .Held der Shakespeare-Truppe, Edmund, den Yorick wie einen Sohn liebte, an Alice, Yoricks «Frau, die Einzelheiten eineA für den nächsten Morgen festgesetzten Fluchtplanes !mitteilt. Yorick bricht, da er er­fährt, daß Edrnjund seines Weibes Liebhaber ist, schier zusammen. Edmund ist auch!im Stück der Geliebte Alicens. So ist das Spiel das reine unverfälschte «Spiegelbild der Wirklichkeit. Es folgt ein Zweikampfauftritt zwischen Yorick und Edmund, in dem Yorick aus dem Spiel Ernst macht und Edmmrd mit dem Florett ersticht. Er reikßt auf der Bühne Bart und Perücke herunter, Shakespeare tritt vor das Publikum, um mitzuteilen, Yorick sei von der Dichtung Glut so Mächtig erfaßt worden, daß er das ^Theater" zum Schau­platz rvirklicher Vorgänge «gemacht habe . . . Die Tragödie des des Tomaycy Bans ist voll eclsten Temperaments. Die Liebesszenen sind voll poetischer Schönheit. Die gewaltige Steigerung der Hand­lung ist ihrer Wirkung sicher. Kurz, &n Dichterwerk von hoher Geltung:Yorick" ist des spanischen Dichters bestes DraMa. Es riß in unserem Neuen Theater in der ganz vorzüglichen Wiedergabe, die Direktor Hellmer herausbrachte und um die sich vor allein die Herren 'K l ö v.f e r und H e d r i n g und Frl. Leontine S a a a n verdient machten, die große Gemeinde der Erschienen gewaltig mit und löste nach allen Akten stürmischen, zum Schluß enthusiasttschen Beifall aus. In diesem fanden zugleich die Sympathien unserer Stadt und Deutschlands für Spanien ihren Ausdruck.

Die erfolgreiche Uraufführung eines deut­schen Lustspiels. Aus Hannover wird uns geschrieben: Caius, derLeibfuchs", ein Lustspiel in vier Aufzügen von Johannes Wiegand, dem Direktor der Bremer Schauspielhäuser,

sich geltend zu machen. Während aber unser Angriff sich bis dahin auf das Ostufer der Maas beschränkt hatte, nahm die feindliche Gegenwirkung von vornherein ihren Ausgangspunkt von beiden Maasufern und nrachte sich ganz besonders in Gestalt einer Ar­tillerieflankierung von dem bisher nicht in Mitleidenschaft gezo­genen linken Maasufer aus geltend. Wollten wir die Errungen­schaften auf dem rechten Maasufer behaupten, so ergab sich die Notwendigkeit, unseren Angriff auch auf das westliche Maasufer binüberzuttagen. Demnach beschränkten wir uns östlich der Maas für die nächste Zeit aus die Festhattung und den Ausbau der gewon­nenen Linie, und so rrahm hier der Kampf zunächst wieder die alte Form des Stellungskrieges an. Auf dem linken Maasufer dagegen haben wir während der nächsten Monate bis gegen Ende Mai un­seren Angriff in zähem Vorwärtsdringen sMittweise, doch un­unterbrochen vorwärts getragen. Im Nachfolgenden sollen zu­nächst die Kämpfe des linken Maasufers im Zusammenhang bc4< trachtet werden.

Das Gelände stellt hier eine von den Argomren her sich langsam zum Maastale absenkende Hochfläche dar, deren Erhebungen zum Teil von weiten Wäldern bedeckt, zum Teil völlig kahl und waffen­los sind. In den flachen Senkungen sind eine Anzahl Dörfer mit im wesentlichen soliden Steinhäusern eingebettet. Die Wälder, die Höhen, die Dörfer boten der Verteidigung Stützpunkte, die mit allen Mitteln verstärkt worden waren und immer noch weiter verstärkt wurden. Der Kanipf um diese Punkte bildet den eigent­lichen Inhalt d-es nrörderischen Ringens, das sich hier fast ohne Unterbrechung in den Monaten März, April und Mai abspielte. Ihre Wegrrahme durch« die Angreifer bringt indessen in die Kampf­handlung zwar gewisse Abschnitte, aber doch keine sehr deutlich fick) abheben.de Gliederung, da jeder Geländegewinn die Franzosen zu sofortigen wütenden Gegenangriffen veranlaßte, so daß Erfolg und Verlust hin und her schwankten. Mit diesem Vorbehalt seien im Nachstehenderr die Hauptmonate unseres Fortschreitens hervor­gehoben.

Zunächst gelang am 6. März der Maasüüergang und die Einnahme der Dörfer Forges und Regrriöville. Dann warfen sich unsere Truppen mit einer Reckstsschwenklmg in die zusammen­hängenden, hartnäckig verteidigten Dickichte des Cumiöres- und Nabenwaldes hinein. Beide wurden bis zunr 10. März gesäubert und gegen stürmisch anrenirende Gegenangriffe gehalten. Schon vier Tage später rvurde die ganze, der: Wäldern westlich vorgelagerte Mort-Homme-Stellung" genommen und trotz wütender Rücker- obcrungsversuche behauptet.

Und nun griff unser Vordringen noch weiter westlich uni jene zusammenhängende Gruppe fester Stellungen herum, welche die Dörfer Böthincourt, Malancourt und Hancourt zu Stütz­punkten und hinter ihrer Mitte die Höhe 304 zum Rückhalt hatten. Aus dem Gehölz von Malancourt, das schon seit Herbst 1914 in unserer Haud war, drangen unsere Truppen in den südlich vorgelagerten Wald von Avocourt ein urrd brachten ihn am 20. März fest in ihre Hand.

Durch die Erstürmung dieses Waldes war die vielberufene Sackstellung" errtstanden, indem zwischen dessen Ostspitze und dem Nordwestzipfel der Toten-Mann-Stellung noch ein weit in die deutschen Stellungen vorspringendes Geländestück in Händen hes Feindes geblieben war. Von diesem wurde ihm nun während des April in rastosein Vordringen ein Fetzen nach« dem andern ent­rissen. Am 30. März ftcl der westliche Stt'ltzpunkt, das Dorf Ma- lancourl, in unsere Hände. Am 5. April nahmen wir das einen südöstlichen Ausläufer von Malancourt bildende Dorf Haucourt und am 9. auch den rechten Flügelstützpunkt, das Dorf Böthin- court. Am gleichen Tage brachte ein Angriff bei derMort- Homme-Stellung" auch die südöstliche Kuppe des auf der fran­zösischen Karte alsMott-Homme" bezeichneten Höhenrückens in unsere «Hände und berettete damit dem französischen Presse­gezänk über die Frage, ob wir oder die Franzosen den Mo-rt-Homme besäßen, ein Ende.

Alle gewonnenen Geländestücke mußten gegen heftige Gegen- angriffe gehalten «und im stärksten feindlichen Feuer ausgebaut werden.

Auch währerrd des ganzen Monats Mai nahm das wech­selvolle Ringen auf dem linken Maasufer ohne Ermatten seinen Fottgang. Die Ausräumung derSackstellung" wurde in schritt­weisem, durch kleinere Rückschläge nur vorübergehend unterbro­chenem Vordringen zu End egeführt. Den Mittelpunkt des furcht­

hatte bei seiner Uraufführung am Königl. Hoftheater zu Hairnover einen großen Erfolg. Tre Zuschauersckiaft gab sich willig und entzückt den Mannigfachen Reizen dieser wohlgelungenen Arbeit hin, die reich an unterhaltender Handlung, an guten Worten, an lustigen Geschehnissen, an liebenswürdigen Stimmungen und dichte­rischer! Werten ist. Man bereitete dem Verfasser Huldigungen, wie sie in Hairnover nur selten gesehen wurden. Cams, der im gewöhn­lichen 'Leben Erich Kropholler heißt, ist Gymnasiallehrer in einer- kleinen Stadt. Er hat sich ganz in seine geschichtlicher: Studien ein­gekapselt und ist darüber, ttotz seiner Jugend, zum Sonderling und Ebgenbrödler geworden. Er gibt wenig aus Lein Aeußeres^ und ist übermäßig besovgt um seine Gesundheit. Ta er sich als besonderes Thema seiner Arbeiten die Frauensrage in der Geschichte gewählt hat, verdirbt er es mit der holden Weiblichkeit, mit der Presse und mit seinen «Vorgesetzten. Ihm komntt nun plötzlich die Tockster eiue3 nach Amerika ausgewandertcn uird dort reich gewordenen Stief­bruders ins Haus geschneit, ein Madel, das Kopf und Herz auf dem rechten Fleck hat, den lieben Onkel sich wieder seiner Jngend er­innern läßt, ihn hinauÄockt in das große, fteie Leben und ihn schließlich, als er in der ersten Unbeholfenheit des wiedererwachenden Frohseins und Freiseins sich an einen: Abend gleich nach §wei Seiten hin verlohen »will. einfach rntsübrt in die stille Häuslich­keit einer gemeinsamen uralten Tante. Dort finden sich dann die beiden in einer ganz wunderlreben Szene zum Bunde fürs Leben. Diese Himrdlurrg ist umspouneir von inanchierlei sehr gut ersonnenem fern urrd sauber durchgesühttem Nebenwerk, das andauernd die Zu­schauer und Zuhörer irr Anregung hält. Das ganze hat Stil und Gestaltting und erhebt sich Wett über das übliche Lirstspielniveau. Tie Spielleitung S che fr an cks^var hervorragend: sie verhielt und beschleunigte das Zeitmaß der Sttmmung entsprechend, sie tönte feinsinnig die ttebergänge von: Lustiger: zum Ernsteren ab rrnd schuf zumal im letzten Atte ein Bühnenbild von köstlicher Reinheit. Tie Mitglieder des Mnigl. Theaters Ivaren mit Lust und Laurre bei der Sache, allen voran Herr F a y -a r t, Fräulein K r o e ck und die un- vettoüstliche Frau S ch o 1 z, die durch ihr prächttges Spiel in einer ganz kleinen Szene einen minutenlangen Beifallssturm entfeffelte.

Tie Uraufführung einer Biedermeierope­rette. Aus Magdeburg «lvird uns geschrieben: Ter Gedanke, eine Operette ijn Biedermeiergewarrd zu verfassen, lag so nahe, daß er nur in die Tat umgesetzt zu werden brauchte, um bei einer einigernraßen! geschicktes Stoff- und Mnsikbehandlung Erfolg zu versprechen. Es muß den Verfassern und Vertonern der neuen OperetteI m W e i n liegt Wahrheitt', Eugenie Hertha v. Rohden und Carl Wilczynski-Mnsik von Jobannes, Ernst und Max Schulz- B e r g e r, die am Montag am Magdeburger Wilhelm theater aus der Taufe gehoben wurde, zugestandeir werden, daß iyre Absicht wohlgelujrgen ist. Das Stt'ick spielt im Mai des Jahres 1835 in der Residenz evres Duodez-Fürsten und behandelt die List einer erfahre­ner: Urgroßtante, die ihrer Nichte Christine, der Tochter des Han­delsherrn Gudmund, zunr Schein ein Zauber Pulver in die Hand

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baren Ringens in diesem Monat bildet die berühmte Höhe 304. Abschnittsweise wurden zunächst ihre nördlichen, dann ihre west­lichen, zuletzt am 21. Mai ihre östlichen Ausläufer gestürmt. Oestlich desToten Mannes" ist anr 23. Mai die Trrrmmerstätte, die einstinals das Dorf Cumiöres !var, gestürmt worden. Die an diesem Tage noch« gescheiterte Eroberung der Emiretttzs-Höhe und des ganzen Gelärrdes vorr der Südkuppe desToten Mannes" bis zur Südspitze von Cunriöres konnte bis Ende Mai erzwungen^ werden.

Mit der Eroberung der Linie Wald von Avocourt304To­ter MannCumiöres hat unser Fortschreiten auf dem linken Maasufer zunächst sein Ende erreicht. Häuftge ^ Gegenstöße des Feindes, um hier Teile des verlorenen Geländes imederzugewrnnen, sürd srilchtlos geblieben. Das strategische Ziel der Kämpfe des lin­ken Maasusers war erreicht. Die Flankierung urtserer auf dem rechten Ufer erkämpften Stellungen war beseitigt und unser An­griff auch hier in einer einheitlichen Linie mt dem Vorwärts­dringen rechts- des Flusses bis an den unmittelbaren Bereich der permanenten Befestigungen vorwättsgettagen worden.

Urlegshrrese ans dem Vesten.

Telegramm unseres Kriegsberichterstatters.

(Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.^

Ein Somme-Großkampftag lrochster Ordnung.

Großes Hauptquartier, 24. Oktober.

Ms ob unsere Feinde den Gedanken nicht fassen könnten, daß so viel Anfwand und Mechchenopfer im Angriff an btt Somme nutzlos vertan sein sollen, ehe der Winter beginnt, steigerten sie gestern ihre Massenangrifse in einem Muße, welches r;ran früher für unmöglich gehalten hätte. Nach entsprechender Artillerievorbereitung warfen sie Sturm­welle auf Stnrmwelle in dicht geschlossenen Massen und unübersehbarer Zahl gegen unsere Linien. Zwischen Eau- eourt-L'Abüaye und Lesboeufs mähte schon unser Artillerie­feuer diese Stnrnrmassen nieder, ehe sie überhaupt mit unseren Grabenverteidigern in Fühlung kamen. An anderen Abschnitten kam es zu erbitterten Nahkämpsen, die be­sonders heftig bei Gueudecourt.ausgefochten wurden. Die Angriffe der Franzosen erreichten den Gipfel der 5)estig- keit bei Sailly. Südlich der Somme faßte unsere Artillerie den dort auf breiterer Front zum Sturm massierten Feind, ehe er seine Stellungen verlassen konnte. Das Gesamt­ergebnis dieses selbst für die Sommeschlacht ausnehmend heißen Großkarupftages war ein voller Erfolg. Alle feind­lichen Angriffe wurden durch unsere Infanterie völlig ab­geschlagen. Jrn Gegenstoß wurde ein Englandernest nord­östlich Lesboeufs nach verzweifelter Gegerrwehr der Insassen gesäubert, und ein Franzosennest bei Sailly ausgeräumt, welches sich noch von früheren Kämpfen her erhalten hatte. Entsprechend der gesteigerten Heftigkeit seiner erfolglosen Angriffe gingen diesnral auch die Verluste des Feindes über alles dagewesene Maß. Die Hauptangriffsabschnitte ferov zeichnen Wälle von toten Feinden, die bei jedem naxtax Ansturm höher übereinander geschichtet wurden. In zahl­reichen Luftkämpfen längs der ganzen Westfront behaup­teten unsere Flieger weiter ihre meisterliche tteberlegeuhert. Der Feind richtete mit einem Bombenangmff auf St. Quen­tin keinen militärischen Schaden an, verwundete aber vier Einwohner, darunter zwei Kinder. Ein Beispiel mannhafter Treue und Selbstbezwingung bis in den Tod gab einer unserer tüchtigen Flugzeugführer, der bei einem erfolg­reichen Luftangriff über den feindlichen Linien durch Bauch­schuß tödlich verwundet wurde, trotzdem aber sein Flugzeug bis in den deutschen Heimathafen zurücksteuerte, wo er heute früh verschieden ist.

W. Scheuermann, KriegsberichtersjxrttDr.

spielt, um ihr über die wahren Gesinnungen zweier Freier Klarheit zir verschaffen. Christttre iwill dieses angebliche Zauberpulver, das in Wirklichkeit Zucker ist, bei einem großen Wohltätigkeilsfest in die Weingläser ihrer Verehrer tun, um sie z-ur Aussprache zu bringen, aber ihre Mutter h)mwt ihr zuvor, nrdem sie den Zucker in die ganze Bowle schüttet. Nun {fageat sie alle die Wahrheit, wie die weise Ur- großtante es voranssah, yvorcnr freilich nicht das Zauberpulver^ sondern die starke Bowle schuld ist. Die beiden Liebhaber, die sich nur zum Schein lum Christine bewerben, gestehen ihren Auserwähil- terr ihre Liebe, während Christine in denk bis dahin unbeachteten Robert Schellrng, der rechten Hand ihres Vaters, Pen Geliebten! findet. Um diese 'Haridlnng haben nun die Verfasser allerhand Ran­kenwerk von Mondscheinzauber Und Bowlenseligkeit, romanttsche Liebesseligkeit und Biedermeierftvhsinn gewurrden, das vom ersten Wort an fesselt. Tie Musik zeichnet sich durch überaus feinsinnige Jnstrumeirtation, flüssige Melodik und namentlich in derr Märschen durch hinreißerrden Schwung aus. Die Aufführung selbst war ein durchschlagerrder Erfolg, «an dem vor allem Direktor Norberts Inszenierung und Ausstattung den Hauptanteil hatte. Das über­füllte Haus überschüttete Darsteller und Autoren mtt Beifall und Blumen.

Die UrauFührung dreier Einakter vvn Ludwig T h o m a. Aus M ü rr ch c n wird uns geschrieben: Im Königl. Residenztheater z-u München erlebten drei neue Komödien von Ludwig Tho ma ihre Uraufführung. Eirres der Stücke spielte im bürgerlichen Alltag.Tic kleinen Ver­wandten" tteffen zur ungelegenen Stunde im Lmufe des den künftigen Schwiögersohir erwarterrden brüderlichen Regierungsrats ein. Allerlei nraliziöse Bemerkungen fallen, aber es kvmwt doch alles zum ersehnten Effekte.Dichters Ehrentag" gestaltet eine Theaterseier zu Ehren eines fünfzigjähttgen Dramatikers. Allerlei Leute finden sich zusammen, und es ist von symbolischer Bedeutung, daß bei der photographischen Mrsnabvne am Schlüsse der Dichter hinter seinem Direktor urrd all! dem Volke versteckt bleibt. Diese beiden Stücke präsentieren sich als reizvolle satirische Lebens- ausschrritte. Mer ihr künstlerisMs Niveau tvird durch die kari­katuristische Anlage der Figuren ein wenig beeinttächtigt. Sie sttrd äußerst unterhaltsam rmd reich an witzigen Bemerkungen. . Echter in seiner Eigenschaft als Kunstwerk erscheint der dritte Einakter, die Bauernckvmödie r a u t s ch a U", die in ihrer Art ein Kulturbild von kräftigem Realismus gibt: Der Bauerssohn: Simmerl soll heiraten, um alsdarm den väterlichen Hof zu über­nehmen. Mutter Und Vater haben hettnlich je einenSchmuser" mit den: von ,ihin cinpsohlenen Vdädck>en bestellt. Die Herren raufen sich die Haare, bis sie erfahren, daß SimMerl, ohne Wissen der Eltern, selbst «seine Wahl getroffen habe. Und nun richtet sich ihre Wüt gegerr ihre Ltuftraggeber. Die Aufführung der Stücke war größtentetts vortrefflich. Glanzleistungen schufen Frau Conrad- R a m l o, Herr U l m e r , Herr B o r i l, Herr Waldau. Der Beifall war sehr freundlich und vief. nach jedem Stücke den Dichter.