ttn vorigen Jahre. Der Präsident des KriegSernahrungs- mntes v. Batocki wies darauf hin, daß der Anbau von Roggen nicht zurückgegangLN ist, sondern sogar zugenommen hat. Er teilte mit, daß das Gerstenkontingent der Brauereien auf 25 vom Hundert herabgesetzt wurde, wozu der Beirat bereits die Zustimmung gegeben habe. Bayern müsse im Hinblick auf seine anders gearteten Ernährungsverhältnisse dieselbe Menge Bier für die Bevölkerung erhalten; aber auch die bayerischen Brauereien müßten die Ausfuhr einschränken.
In der weiteren Beratung der Brot- und Mehlversorgung beantragte ein fortschrittlicher Redner eine Erhöhung der Brot- und Mehkration auf Grund des günstigen Ernteausfalles. Er wünschte außerdem eine Herabsetzung des Gerstenkontingents der Bräuereien im Interesse der Verwendung der barste zu anderer: Zwecken. Auf eine Bemängelung der Frühdruschprämien erwiderte der Präsident des .Kriegsernährungsamts v. Batocki, die Frühdruschprämie für alte Getreidearten habe sich ztvar als ein Nebel erwiesen, sie sei aber im.Hinblick auf den Getreidebedarf und zwecks einer schnellen Anlieferung gewährt worden. Unterstaatssekretär Michaelis erklärte, die Frage einer Erhöhung der Brotration um 50 Gramm könne erst nach der am 1. Dezember stattfindenden Volkszählung in Erwägung gezogen werden.
Aus dsm Reiche.
Kleine Anfraaen im Reichstag.
Beim Reichstag sind die folgenden beiden Anfragen eingelaufen i Eine Anfrage des Abg. Bassermann (ntl.):
In Portugal ist deutsches Eigentum mit Beschlag belegt worden. Ist der Herr Reichskanzler in der Lage und bereit, nähere Mitteilung hierüber zu machen? Welche Gegenmaßnahmen hat der Herr Reichskanzler getroffen?
Ferner eine Anfrage des Abg. Schisser- Magdeburg (ntl.):
In Spanien ist wegen der Versenkung von Früchtschiffen durch deutsche U-Boote eine gewisse Erregung entstanden, obgleich diese Maßnahme sich durchaus im Rahmen 6er völkerrechtlichen Bestimmungen hält. Ist der Herr Reichskanzler in der Lage, darüber Mitteilung zu machen, ob die königlich spanische Regierung wegen dieser Vorgänge vorstellig geworden ist und wenn dies der Fall gewesen ist, welche Antwort ihrg eqeben wurde?
Berlin, 24. Okt. (WTB.) Die Kaiserin hat aus ihrem Besitz der Goldschmucksammlung eine große Anzahl Schmucksachen von hohem Wert, dämmter schwere Ketten, Armbänder, Broschen und Ringe, überwiesen.
Berlin, 24. Okt. (WTB.) Die Bezugsvereinigung der deutschen Landwirte, Strohabteilung, Berlin, Genthiner Straße 38, weist anläßlich wiederholter Umgehungen ihres Strvhverkaussrechtes nachdrücklich daraus hin, daß der Verkehr mit Stroh und Häcksel nach wie vor den bestehenden besonderen Verordnungen unterliegt. Wer Stroh ab- .lsetzen will, hat es nach Maßgabe der Verordnung vom <8 November 1915 zunächst der Bezugsvereinigung anzu- ckieten Daß die in der Futtermittelverordnuna vom 5. Oktober 1916 enthaltenen Ausnahmen sich lediglich auf diese Verordnung beziehen, ist so klar, daß bei einer Umgehung der Angebotpflicht von einer gutgläubigen irrtümlichen Ge- letzesauffafsung nicht die Rede sein kann. Zuwiderhandlungen werden daher grundsätzlich zur strafrechtlichen Verfolgung gebracht.
Air- Stabt nnb €anb ♦
Gießen, 25. Oktober 1916.
S.U Bon der Landesuniversität Gießen. Mn neuer Anfangerkursus für Türkisch wird in chem kommenden Winter-Semester am Dienstag und Freitag Don 6—8 Uhr von Professor Kahle zusammen mit dem Lektor Mehmed Ali Bey abgehalten. Die Teilnahme ist auch Nichtstudierenden gestattet. Beginn 31. Oktober.
•* Beförderung. Vizewachtmeister Schuchard in der Ersatz-Abteilung des Feld-Art.-Rgts. Nr. 40 ist zum Leutnant der Landw.-Feld-Art. 1. Aufgebots befördert worden.
** Kartoffelversorgung. Wir verweisen aus eine ^Bekanntmachung des Kreisamtes und Oberbürgermeisters un heutigen Blatte. Da ein größerer Teil der auslvärtigen Lieferung erledigt ist, ist den Inhabern von Bezugsscheinen, die bisher vielleicht von Landwirten zurückgeschickt worden sind, anzuraten, sich von neuem bei diesen zu erkundigen, ob der Bezugsschein jetzt eingelost werden kann. Sollte dies sich nicht ermöglichen lassen, so ist in dieser kritischen Zeit die Stadt, die mit Kartoffeln ständig beliefert wird, verpflichtet, wenigstens abschläglich, bis einige Zentner vorerst auf den Bezugsschein hin zu verabfolgen. Ein entsprechendes Gesuch ist bei dem Oberbürgermeister, dem die Versorgung der städtischen Bevölkerung obliegt, anzubringen. — Gleichzeitig wird bekannt gegeben, daß auf den Kopf und Tag höchstens 1 Pfund Kartoffeln verbraucht werden dürfen. Auf die Kartoffelmarken der Stadt Gießen dürfen nicht mehr als 7 Pfund Kartoffeln abgegeben werden. Die Kartoffelhändler sind angewiesen, auf Kartosfetbezugs- scheine nicht mehr als drei Zentner Kartoffeln aus den Kops für die auf dem Bezugsschein angegebene Personenzahl abzugeben. Die eigene Kartoffelernte ist von dieser Menge in Abzug zu bringen. Noch nicht cingelöste Kartoffelbezugsscheine sind, falls mehr als 3 Zentner Kartoffeln für die Zeit vom 21. 10. 1916 bis 15. 8. 1917 in Ansatz gebracht sind, auf dem städtischen Lebensmittelamt, Ost-Anlage 39, zur Aenderung vorzulegen. Kartoffelerzeuger dürfen von ihrer eigenen Ernte höchstens IV2 Pfund Kartoffeln für den Kopf und Tag verbrauchen. An Schwerarbei- ter kann eine tägliche Zulage bis zu 1 Pfund Kartoffeln gewährt werden. Diejenigen, die bereits fünfZentner Kartoffeln auf den Kopf bezogen haben, dürfen gleichfalls nichtmehr alseinPfund für den Kopf und Tag verbrauchen. Die Einziehung der überschießenden Menge bleibt Vorbehalten. Kartoffeln, die zu Speisezwecken verwendbar sind, dürfen nicht verfüttert werden. Der Handel und Verkehr mit Saatkartoffeln ist verboten.
**KartoffelaussuhrgegenBezugsscheine. Die Bekanntmachung des Kreisamts vom 19. Oktober 1916 (betreffend Einlösung der Kartoffelbezugsscheine scheint aus ' dem Lande noch n»cht genügend bekannt zu sein. Es sei deshalb an dieser Stelle daraus hingewiesen, daß die Bürgermeistereien nicht berechtigt sind, die Aussilhr von Kartoffeln ous ihrer Gemeinde zu verbieten. Es ist jedem L a n d - ßvirt gestattet, Kartoffeln gegen Bezilgs- i w er ne zu verkaufen.
F e t t. Um eine gleichmäßigere Verteilung des in den Metzgergeschäftcn bei den Schlachtungen gewonneneil Fetts durchführen zu können, werden von Mittwoch, den 25. Oktober 1916, in den Metzgergescbäften rohes Fett, ausgelassenes Fett (Schmalz), W u r st f e t t und Speck nicht mehr verkauft werden. Die Verteilung erfolgt künftig zusammen, mit den sonstigen Fetten (Margarine und Feintalg) bezirksweise in den Filialen der Molkerei Grieb. Jede ^Fettausgabe wird besonders, bekannt gemacht.
** Jungwehr. Mittwoch, 81/4 Uhr, Komp. 621 (2.): Turnhalle deS Realgymnafrums. Komp. 620 (1.): 1. Abtei- lung: Oberrealschule; 2. Abteilung Gymnasium.
** Der Konzertverein beginnt seine musikalischien Veranstaltungen ' am nächsten Sonntag. Es sind 7 Konzerte vorgesehen anstatt der vorjährigen sechs. Maßgebend für die Erioeite- vung war der Zudrang zu der: letzten Konzerten, die teilweise vor ausverkaustem Saale stattfanden. Das Programm berücksichtigt alle wesentlichen Musikgrattungen und umfaßt: Orchestermu- siik, Chor-Werke, Kammermusik sowie Svlovor- träge Hervorrageicker Gesangs- und Instrumental- Künstler. Folgende Künstler und Künstler-Vereinigungen sind für die Konzerte gewoimen ivovden: der wohlbekannte Tenorist und Konzertsänger Ludwig Heß aus Berlin, Arnold Földesy aus Berlin, ein neuer Meister des Cellospieles, der Baritonist Adrian van der Stap aus Frankfurt, Musikdirektor Fritz Büsch aus Aachen (Klavier) und Adolf Busch aus Wien (Geige). Adolf Busch spielte hier im Jahve 1912 und errang sich damals außerordentlich starken Erfolg. Er wird dieses mal zusammen mit seinem Bruder mehrere Sonaten zum Vorttag bringen und außerdem solistisch wirken. Seit vielen Jahren ist kern Vokal-Quartett in unserem Konzertsaale erklungen. Die Stuttgarter Solisten der vorjährigen Aufführung von Beethovens Missa 1 Frau Kammersängerin T e ste r, Fräulein D i e st c l und die Herren Ackermann und Feuerlein iverden diese Lücke mit dem Vortrage weltlicher, mehrstimmiger Gesänge (Brahms und Schumann) ausfüllen. Weiterhiu kommt das Willequartett aus Dresden, von dessen Mitglickern: Hofkonzertmeister Paul Wille, Alfred Wille, Bernhard Unken st ein und Professor Georg Wille, der letztere sich durch seine Glanzleistungen als Eellovirtuos von einem früheren Konzerte her ein gutes Andenken gesichert hat. Wilhelm Backhaus will sein durch die Eile der Uebersiedeluirg nach Berlin unterbliebenes Abschiedskonzert- nachhvlen und hat sich dem Kouzertverein zugunsten 'der Kriegsfürsorge, der übrigens der Ertrag sämtlicher Konzerte zugute kommen soll, zur Verfügung gestellt. Er wird als Herrscher auf seinem Instrumente nicht nnr allein, sorckern nach seinem Wunsche auch mit Professor Trautmann zusammen auf zwei Klavieren spielen. Die W eihnachtsaufführu n g m der Stadlkirche gruppiert sich um Bach' s che Chor w/. r k e für Orchester, Soli und 'Chor. Professor Trautmann hat Maus dem schier unerschöpflichen Born Ba -ch' scher Kantaten drei ausgewählt, die textlich! und musikalisch der Weihnachtssttmmung und dem Ernste unserer Zeit Rechnung tragen. Sie sind ebenso schön wie unbekannt. Den Beschluß der Spielzeit soll das Konzert des verstärkten Frankfurter Palm en ga r t e n 0 r che - sters unter Professor Trautmanns Leitung im Stadttheater machen. Ern derartiges Konzert hat sett drei Jahren leider nicht mehr stattfinden können; seine Aufnahme in das Programm wird sicherlich dankbar begrüßt werden. Jede sonst gewünschte Auskunft über die Konzerte, Zuteilung der Plätze, Verkauf der Eintrittskarten u. a. vermittelt die Musikalienhandlüng von Ernst Challier, Neuenweg 9, Telephon 671.
*• D e in S ch w a r z - W e i ß - Tj) c n t e v ist es gelungen, für diese Woche das große Filnrwerk »Der Radiumraub", mit Leo- poldine Konstantin vom Deutschen Theater in Berlin in der Hauptrolle, zu gewinnen. Ein besonderes Interesse erhält dieses Film- werk dadurch, daß die in dem Drama verwendeten Instrumente zur Radiumbehandlung von der Radiogen A.-G. Berlin zur Verfügung gestellt wurden. Ferner bringt der Spielplan das Drama in 3 Akten „Irrfahrten der Liebe" und ein vorzügliches Bei- programm.
** Das heutige KreiZblatt Nr. 135 enthält Bekanntmachungen über die Abänderung der Preise für Knochenmehl; über Futtermittel: über deu Verkehr mit Web-, Wirk- und Strickwaren und über Kartoffelverforgung.
** Der Städtische S e e f i s ch m a r k t, der am Donnerstag nachmittag 3 Uhr in den Marktlauben beginnt, bringt außer besten Seefischen auch Miesmuscheln zum Verkauf, ivorauf wir besonders Hinweisen. Von allen zum Verkauf stehenden Waren ist genügend Vorrat vorhanden.
Landkreis Gießen.
-k* Großen-Lin den, 25. Okt. Der Unteroffizier Landwirt Ludwig Luh X, wurde in den schweren Kämpfen an der Somme durch Granatsplitter am Kopse verwundet. Im Frühjahr 1915 wurde er zum Gefreiteu und Unteroffizier befördert und mit der Hessischen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet.
ü. Lollar, 23. Okt. Dcm Großh. Gendarmerie-Wachtmeister Brück wurde vom Großherzog das Kriegs-Ehrenzeichen verliehen.
pf. Londorf, 24. Okt. Wieder hat der Krieg ein Opfer und zwar nät ihm das 19., aus unserer Gemeinde gefordert. Gestern erhielt die Familie Johanns Wa gner durch ihren Sohn Philipp und dessen Beutnant die traurige Mitteilung, daß ihr Sohn Johannes, der bei Kriegsausbruch aktiv diente, arn! Morgen des 16. Oktober durch Kopfschuß den Heldentod fürs Vaterland m Galizien gefallen sei. Er und sein Bruder standen in einer Kompagnie, der dritte Bruder kämpft ebenfalls in Galizien. Don den beiden als vernvißr geineldeten Johannes A u m a 11 u und Salli Ka res haben die Eltern ttotz aller Bemühungen noch keinerlei Nachricht erhalten.
Kreis Büdingen.
— Büdingen, 25. Okt. Vom 1. November ab führt die Mehrzahl der hiesigen Geschäftshäuser den Achtuhr-Laden- s ch l n ß ein.
Fc. Büdingen, 24. Okt. Ter diesseitige Metzgerverband verteilt in diesen Tagen Fett an die Landgemeinden. Das Fett wird nur an solche Haushaltungen verteilt, die weder durch. Hausschlachttmgen, noch mit Butter oder Margarine selbst versorgt sind. Landwirte, die Milchkühe besitzen, sind von der Verteilung ausgeschlossen, ebensolche Haushaltungen, die bereits Antrag auf Genehmigung einer Hausschlachtimg gestellt haben. — Die hiesige städtische Volksküche erfreut sich eines großen Zuspruchs. Ende voriger Woche wurden täglich bereits 350 Portionen, pro Portion acht Pfennig, ausgegeben. Die Küche ist jetzt eine Woche im Betrieb.
44 Calbach, 25. Okt. Die Hessische TapserkeitSmedaille erhielt Füsilier A l t e n b u r g.
# Nieder-Mockstadt, 25. Oft, Die Musketiere Wilh. 6 cf) a u b a cf) und Karl Neitz erlitten am 20. Sevtember den Heldentod. Beide standen im 21. Lebensjahre. — Das Eiserne Kreuz erhielt der Gefreite Adolf Kern.
Kreis Alsfeld.
— Alsfeld, 25. Okt. Die Aufkäufer und Zwischenhändler aus Westfalen kaufen gegenwärtig in den Kreisgenwinden alle nur irgendwie erreichbaren Lebensmittel zu jedem Preise auf, durchweg weit höher als die festgesetzten Höchstpreise. Die Polizeibeamten des Kreises ivurden zu unnachsichtlichem Einschreiten gegen die Leute angewiesen.
Kreis Lauterblich.
z. Bermuthshain, 24. 0fr. Bei der am vorigen Samstag hier abgehaltenen großen Treibjagd, welche der hiesigen Gemeinde zusteht, wurden 8 Rehe und 20 Hasen erlegt. Die m den Feldjagden der Nachbargeureinde gemachte Beute hatte ein fast gleiches Ergebnis. — Die seinerzeit gegen den hiesigen Bei- geordireten Rausch wegeir Urkundenfälschung von der Großh. Strafkammer Gießen erkannte Gefängnisstrafe von 6 Wochen ist auf dein Gnadenwege in eine ansehirliche Geldstrafe rrmgewandelt worden.
Kreis Schotten.
— Schotten, 25. Okt. Das Kreisamt wies die Kreisbewohner an, die gesamte Kartoffelernte bis zum 28. Oktober restlos zu bergen. Die Nrchtbeiolgmrg dieser Anordnung bedroht es mit empfindlichen Strafen. Wo es an Arbeitskräften mangell, vermittelt das KreiSamt sofortige militärische Hilfeleistung-
S ch 0 t t e n , 25. Oft. Die Hessische Tavierkeits- Medaille erhielt der Musketier W e i tz im Res.-Jirf.-Regt. 80, daß Eifer »re Kreuz Musketier Wehl er im Reserve-Jnf.- Regt. 222.
# Glashütten, 25. Okt. Das Eiserne Kreuz erhielt der Gardist Ritzel im Jns.-Regt. 115.
Ober-Seemen, 24. Okt. Wegen Vergehens gegen die Kriegsgesetze wurde ein hiesiger Larrdwirt mit der Geldstrafe von
200 Mk. belegt. Er hatte iin Frühjahr seine Kartoffeln, Getreideernte, Dauerwaren unrichtig angegeben.
Kreis Friedberg.
Q. Bad-Nauheim, 25. Okt. Ein ftüher im hiesigen Sprudel-Hotel tättg gewesener Hausbursche stahl seinem Brotgeber in verschiedenen Nächten über 2000 Eier. All^ er heute nacht! das dritte 1000 holen wollte, tvurde er von einem Schutzmann ertappt. Bei seiner Berhasttmg leistete der Bursche heftigen Widerstand und verletzte den Schutzmann durch Messerschnitte und -Stiche an Kopf und Händen in gefährlicher Weise. Am Schluß des Ringens «gelang es dem Spitzbuben zu entkommen. Er wurde heute ftüh in Friedberg verhaftet und unter sicherer Bedeckung ins hiesige Amtsgerichts-Gefängnis überführt.
Starkenburg und Rhcinhessen.
— B e n 8 h e i m a. d. B., 24. Okt. In den Porphyrwerker bet S ch r i e s h e i in wurde ein italienischer Arbeiter drrrch a b - st ü r z e n d e F e l s m a s s e n erschlagen; zwei andere Arbeiter trugen Verletzungen davon.
— Worms, 24. Okt. Zur Erinnerung au die erste Wiederkehr des Todestages seiner Gemahlin stellte Reiichstagsabgeordne- ter Freiherr Hehl zu Herrnsheim der Stadt zur Beschaffung von Kohlen für die Armen 10 000 Mark zur Verfügung: eine gleiche Summe erhielt der Wormser Frauenvereiu zur Verabfolgung von unentgeltlichem Mittagessen an arme Frauen und Kinder. Außer- bem stellte er die Mittel für die unentgelttiche tägliche Speisung von 300 Kindern: und 100 schwangeren oder nährenden Frauen während des Winters bereit.
Hessen-Nassau.
Die Milchpreiserhöhung.
--- Frankfurt a. M., 24. Okt. Tie Vermittelungsversuche der zuständigen Regierimgen des Frankfurter Wirtschaftsgebietes zwischen den Stadtverwaltungen und den Landwirten unr Vermeidung einer Milchpreiserhöhnng sind an dem Widerstand der Landwirte gescheitert. Diese beharren unter allen Umständen auf der Erhöhung des Preises für das Liter von 24 auf 30 Pfennig frei Empfangsstation. Dadurch würde sich der Verkaufspreis auf '36 Pfg. erhöhen. Gleichzeitig fordern aber nun die Händler auch eine Erhöhung ihres Gewinnes von 6 auf 8 Pfg. für das Liter, so daß sich dieses fortan auf 38 Pfg. stellen würde. Da ein Nachgeben der Landwirte ausgeschlossen gilt, sieht sich das Lebens- mittelamt gezwungen, den Verkaufspreis auf 36 Pfg. zu steigern. Ueber die Forderung der Händler wird die nächste Sitzung des» Amtes Beschluß fassen.
= Frankfurt a. M., 25. Okt. In der Schaukwirtfchaft des Gastwirts Fritz Lähncmanu, Kölner Straße 62, trug sich gestern nachmittag eine folgenschwere Bluttat zu. Tie Ehchrau des Wirts wurde kurz nach 3 Uhr, loährend sie sich allein im Lokal aufhielt, vorr einem Burschen niedergestochen und getötet. Der unbekannte Täter entfloh und konnte bisher nicht ermittelt rverdcn. Geraubt wurde, den bisherigen Ermittelungen zufolge, nichts.
X. Fulda, 24. Okt. Von der Behörde des Kreises Fulda jtTtb einschneidende Maßnahmen gegen das Zurückhalten der entbehrlichen Kartoffeln angekündigt worden. Vom 15, November d. I. ab werden die Kartoffeln, welch? bis dahin nicht geliefert oder zur Llblieferung gemeldet sind, zum Preise von 2,50 Mk. ftir den Zentner enteignet. Dieser Enteignungspceis ist um 1,50 Mk. niedriger als der -übliche Preis. Außerdem n>?rden diese Produzenten denr Staatsanwalt cnrgezeigt und ihre Namen in den Zeitungen ver-- öffentlicht.
ke. Fulda, 24. Okt Für U n t e r st ü jungen der Frauei und Kinder der Kriegsteilirehmer bewilligten die Stadtverordneter einen weiteren Kriegskredit von 100 000 Mark einstiinmig.
Universitäts-Nachrichten.
— Frankfurt a. M., 24. Okt. An der hiesigen Universität h a b i l i t i e r t e sich für das Gesanrtgebiet der Hygiene und Bakteriologie Professor vr. meä B 0 e h m k e. — In der rechtswissenschaftlichen Fakilltät wird im Winterhalbjahr vertretungsiveise Professor Dr. A. Mendelssohn-Bart Holdy aus Würzbirrg überZivil- prozes; nrrd bürgerliches Niecht lesen.
Gent, 24. Okt. WTB. Nichtamtlich.) Heilte vormittag fand die feierliche Eröffnung der v l a m i s ch e n Universität in Gent statt Etwa 1000 Persoiren aus allen Teilen Belgiens wohnten dem feierlichen Akte in der Aula bei.
Vrieskasten Ser Redaktkon.
(Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigte Mehrere Bürger. Aiionyme Eingesandts können ivir nicht be* rücksichtigerr. Wir bitten um deu Namen des Einsenders.
Letzte Nachrichten.
Der Kampf gegen Rumänien.
Ein TageÄrefehl des Königs von Rumänien.
Genf, 25.Okt. König Ferdinand erließ an das rumänische Heer folgenden Tagesbefehl:
Keine Einheit darf zurückgehen. Jede Truppe müß ihve Stellungen um jeden Preis behaupten. Jede verlorene Stellung muß unverzüglich wiedergmommen lverden. Tie Berge, die seit Tausenden von Jahren Schild unserer Rasse sind, müssen eine unüberfteig- bare Mauer bilden. Ehre und Heil des Vaterlandes stehen aus dem Spiel. Mit Gottes Hilfe wird der Sieg uns gehören.
Stockholm, 25. Ott. Der Fall Constantzas wird der Buka- rester Oeffentlichkeit überrasärend kommen. Nach Mitteilungen Pariser Meldungen hatten bei Beginn der deutsck^en Offensive in der Tobrudscha die rumänischen Berichterstatter ein Ableugnungsshstenr begonnen. Noch zwei Tage vor dem Fall Constantzas schreibt der offiziöse „Vittorul": Die neue rumänische Verteidigungstaktik kann gute Ergebnisse verzeickmeu. Nach Vollendung der Umgruppierung werden unr erneut offensiv Vorgehen. Dagegen hat die russische Prelle die naherrdeir deutschen Ä,iege geahnt. Der englische Botschafter Buchanan reiste laut „Noivoje Wäemtja" in das russische Haupt guarti er ab.
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Zur Nedr Greys.
i. Kölu, 25. Ott. Laut der „Köln. Ztg." dürfte der Reichskanzler aus die Rede Lord Greys eine gebührende Llnllvort geben. Grey stelle allgeineine Ziele auf, nachdem er nur nebenbei betont hecke, worauf es England allein ankomme, daß. die Bmrdesgenossen nach Friederrsschluß bei der Stange bleiben und daß sie über die Opfer Englands möglichst hoch denken, wozu Rußlmrd und Frank reich schwerlich mehr zu bewegen sein werden. Bei den Neutralen wird Grey die Erfahrrrngen, die sie mit England gemacht baben. durch schöne Worte nicht me ln verwischen können.
Die Stimmung in Spanien.
i. Köln, 25. Ott. Die „Köln. Ztg." meldet aus Madrid: Die S timni u n g s irr a che in der T a u chb 0 0 t f r a g e wird fortgesetzt. Bemerkenswert 'sind die Aeußerungen des Mattes der spanischen Kolonie in Havanna „Drario Mariua", welche ausführen,. Frankreich sei immer zu Lande und England zu Wasser ein Feind Spaniens gewesen.
Forman
gegen
Schnupft?
iDose öOA,


