Äctnb auriktf; er ftecffce das Tori Brustorasa im Uzul-Tat in Brcnw.
ich ln gen alle Angriffe des Feindes, der aus der Uzulichtung vorzubrechen versuchte, ab. Im Oitus- und Slanice-Tal wurde der -rZ-enrd blutig zu rückgeM lagen. An der Grenze mar die Nacht verhältnismäßig nibig. Dies mar fast seit dreizehn Tagen die erste NaM, daß dort kein Kampf stattsand. An der Grenze beim Brau ces-Berge Rübe. Im Brrzeu-Tale, bei Dablabnzi, Bratocea nnd Predelu: Artilleriekamps. Die Lage ist dort nnverairdert. Bei P r c - deal inurde ein sehr heftiger feindlicher Angriff zirrückgesächagen. In der Gegend von Dr»ßoslawle nahmen wir den Berg Prisma zunick nnd erbeiitet^n Osesangene nnd drei Maschinengeioelxre. Au dem linken Flügel zahlreich« Angriffe und Gegenangriffe. Wir behaupteten Unsere Stellungen nnd schlugen eine feindliche Abteilung zurück, die von Scara ans durch das Topolog-Tal vorgegangen mar. Wir machten 122 Gefangene und nahnren drei Maschinen- gemehre. Int Jiül-Tal ist die Lage unverändert. Bei Orsova schlugen mir einen feindlichen Angriff ab, der sich gegen das Dor Berfa richtete.
Süd front: Längs der ganzen Donan gegenseitige Feuer- tätigkeit. In der Dobrudscha dauert der heftige Kampf an. Unsere Truppen zogen sich bis nnnrittelbar der Eisenbahn! Cernavoda—Conftantzazurück.
Konftantinopel im Flaggenschmuck.
K o n ft a n t i n o P e l, 23. Okt. (WTB. Nichtamtl.) Die Nachricht von der E i n n a h m e C o n st a n tz a s wurde heute tnorgeu in der breiten Oesfentlichkeit bekannt und rief lebhafte Freude hervor, die umso größer ist, als die türkischen Truppen zu diesem raschen Erfolge erheblich beigetragen haben. Die ganze Stadt trägt reichen Flaggenschrnuck.
Line Rede Greys.
London, 23. Okt. (WTB.) Meldung des Reuter- scheu Bureaus: Grey hielt heute auf dem Bankett der Bereinigung der fremdländischen Presse eine Rede, in der er sagte:
Wir haben seit Herbstanfang zwei oder drei bemerkenswerte Reden gehört. Die erste war eine große Rede B r i a n d § in der französischen Kammer, die nächste das Interview Llond Georges und dann AsquitHs Rede im Unterhaus. Kürzlich vernahmen wir eine ebenso kräftige Sprache in Petersburg in einer wohl unter den Auspizien des Ministers des Innern erlassenen amtlichen Verlautbarung. Diese Aeußerungen haben der Well Ton nnd Stimmung der Alliierten bekanntgegcven. In diesem 'Augenblick bestätige ich alles, was in ihnen gesagt worden ist. Aber ich möchte setzt nicht über die gegenwärtigen Friedensbedingungen sprechen, die mir von allen Alliierten gleichzeitig mitgeteilt und festgesetzt werden können, nnd nicht von dem einen allem, sondern über die Hauptsachen, welche die Alliierten in diesem „Kriege sicherstellen müssen. Ich möchte sie bitten, sich zu erinnern, daß wir niemals vergessen dürfen, wie es zum Krieg gekommen ist. Wenn wir uns dein Frieden in einem richtigen Geisteszustand nähern sollen, so kann dies nur dadurch geschehen, daß wir uns des wirklichen Kriegsgrundes entsinnen und diesen keinen Augenblick vergessen. Einige Leute sagen: „Ach, wir brauchen nicht auf diese alten Dinge zurückzukommen, die jetzt jeder kennt!" Sie können aber nicht oft genug daraus zurückkomm en. Es berühtt die FriedenSbedingnngen.
Deutschland spricht vom Frieden und seine Staatsmänner sprechen von^dem Frieden. Welcher Art ist dieser Friede, von dem sie reden? Sie sagen: „Deutschland muß die Gewähr haben, daß es nicht wieder angegriffen wird." Das würde eine logische Aeußerung sein, wenn der Krieg über Deutschland heraufbescluvoren worden wäre. Mer gerade weil er nicht über Deutschland, sondern von Deutschland über Europa heraufbeschworen wurde, sind es die Alliierten, die für den künfttgen Frieden Bürgschaften erhalten müssen. (Beifall. Im Juli 1914 dachte kein Mensch daran, Deutschland anzugreifen. (Zs :vird gesagt, Rußland habe als erster mobil gemacht. Das ist es, was i« Deutschland als Rechtfertigung der Ansicht angeführt wird, daß dieser Krieg von Deutschland nicht als Angriffskrieg geführt werde, sondern ihm aufgezwungen sei. RnUmch ordnete seine Mobilisierung, über die sich Deutschland beklagte, erst dann an, als Deutschland die Konferenz abgelehnt hatte und auch dann erst, als in Deutschland die Nachricht veröffentlicht Word«: war, daß Deutschland die Mobilmachung ungeordnet habe und als diese Nachricht nach Petersburg telegraphiert worden war (Beifall., Es war die Geschichte von 1870 in neuer Auflage. Die Kriegsoorbereitungen, nicht nur eine Vorberei- hmg des Materials, sondern auch die vorbereitenden Maßnahmen seien in Berlin weiter vorgeschritten gewesen, als in irgend einem anderen Lande. Dann, als der gewählte Augenblick eintrat, wurde ein Manöver gemacht, um eines der anderen Länder dazu zu bringen, «Schritte zur Verteidigung zu tun: und als dann die Verteidigungsmaßregel ergriffen worden war, wurde sie mit einem Ultimatum beantwortet, das den Krieg unvermeidlich machte. Ich hätte nichts lieber-, als daß diese Behauptungen, daß die russische Mobilisierung zum^ Angriff.und nicht zur Verteidigung bestimmt gewesen sei, und daß mchere Mächte oder irgend eine andere Macht als Deutschland über die Neutralität Belgiens Handel getrieben habe oder den Plan gefaßt hätte, durch Belgien anzugreistm, vor einen unabhängigen undunparteitschen Gerichtshof gebracht würden. (Beifall.) Wenn die vier Mächte eine Konferenz an- ' boten und eine Mach! sie zurückwies. sind es dann die Mächte, die die Konferenz anbieten, oder ist es die eine Macht, die sie verweigert, die den Krieg erzwingt? Ter Kaiser von Rußland schlug das Haager Schiedsgericht vor. Wenn ein Herrscher das Haager Schiedsgericht vorschLgyt und ein anderer dies nicht beachtet, ist es dann der Herrscher, der die Verweisung nach dem Haag Vorschlag!, der den .Krieg erzwingt?
Unmittelbar am Vorabend des Krieges gab Frankreich das ^Lersprschen, die belgische Neutralität zu achten, wenn Deutschland sie nicht verletzen würde. Wir verlangten ein ebensolches Mersprech-en. War es die Macht, die dieses Versprechen verlangte tmd die Macht, die es gab, die für die Verletzung der Neutralität Belgiens verantwortlich ist, oder war es die Macht, die sich weigerte, die Bürgschaft zu geben? Erst kürzlich hatderKronprinz- durch einen amerikanischen Korrespondenten den Verlust an Menschenleben bedauert, den der Krieg verursachte. Ja, es war gerade, weil w ir wußten, welches Leiden ein Krieg bringen mußte, wie fonchrtbar ein Krieg in Europa sein würde, daß wir 1914 versuchten, ihn fir vermeiden. Und weil wir diese furchtbare Erfahrung darüber, was ein Krieg bedeute, machten, haben wir beschlossen, daß er nicht enden soll, bis wir sicher sein können, daß Generationen und Völker der Zukunft nicht wieder einer so furchtbaren Prüfung ausgesetzt werden sollen. Deutschlands Plan war, Frankreich nnd Rußland zu schlagen und England zu isolieren nnd ins Unglück zu stürzen. Air dürfen niemals, vergessen, daß uns angeboten wurde, deni Krieg fern zu bleiben. Uns wurde durch den deutschen Geschäftsträger angeboten, unter bestimmten Bedingungen neutral zu bleiben. Man verlangte, nur möchten von der belgischen Neutralität ckbsehen und Deutschland freie Hand lassen und dafür von den französischen Kolonien irehmen, was wir wollten. Das wjar der Plan, ims nicht nur zu isolieren, sondern in Verruf zu bringen. Ich frage irgend einen Nruttalen, was die Zukunft unseres Lande? gewest» wäre.^venn die britische Regierung ein solches AneMeten angenommen hätte? »Wir hätten die Verachtung! der ganzen IflbCt «tu* uns gezogen. Glücklicherweise war diese grobe Taktik rddft erfsbgreich.
Was mm die Politik anbetrifft, die befolgt werden muß, so b«t ei* trmifim: bentscher Professor O st l e r diese einem Amerikaner g^g-nü^r im Jahre 1-14 dahin bezeichnet, daß Deutschland dem übugen Eurvp« den Frieden diktieren nnd das Prinzip dtzr absoluten Sclbistständmkeit der einzelnen aufgvgeben tverden müsse. Das war der Geist, in dem der .Krieg begönnert wurde, welches ist d-r Gckst, in dem der K'cieg heute fortgeführt wird? Ich wieder- fafl* d«..' Wort des Premierministers: „Wir werden fechten, bis wir die Vi» rherrschast und das Recht auf freie Entwiklung rmtee gleichen Bedingungen erreicht l>aben, wobei alle Staaten, owv wie kleine, in Uebereinstimmung mit ihrer Veran
lagung Uch als eine Familie der zivilisierten Menschheit auf- bauen
In diesem Kampfe setzen wir alle unsere Hüssmut-el au Reich- tum und Material jdivie unsere ganze Arbeit eut. Wir hatten setzt Zeit, eine große Armee auszurüsten und auszubilden. ^Wir setzen, das beste Lebensblut der Nation ein und vergießen es Seite an Seite mit unseren Alliierten, angefeuert durch die Tatkraft, die sie bei der Verteidigung ihres Lande? zeigen. Wir vergießen es, weil lvir wissen, unsere Sache ist die ihrige, und in der Zukunft stehen und fallen wir zusammen, ohne daß sich einer von denr anderen trennt, in dem Bewußtsein, daß die Einigkeit wesentlich ist, nicht allein für den Sieg, sondern auch für unsere Zukunft nnd unser Leben. Deutschland sucht einen vom andern zu trennen, um sein Ziel zu erreichen. Keine Woche vergeht, die nicht unseren Entschluß bekräftigt, mit den Alliierten bis ans Ende zu gehen, und ich hege die Zuversicht, daß nach dem Kriege das Andenken an den gemeinsamen Mut, der uns durch halten läßt, ein dauerndes Sympathieband zwischen unserer Regierung und unseren Verbündeten sein wird.
Ich möchte hierbei noch ein Wort über einen anderen Gegenstand sagen. Wenn ich meinen Blick auf die Zeit nach dem Kriege richte, kommt mir der Gedanke, was können die Neutralen tun. Ich schrieb einem Korrespondenten, der mich über diesen Gegenstand befragte: „Ich glaube, das beste, was die Neutralen im gegenwärtigen Augenblick tun können, ist, nach Möglichkeit zu v e r h ü t e n ch laß ein Krieg, wie dieser, sich wieder ereignet. Wenn die Nationen, in einem solchen Abkommen geeinigt, wie im Juli 1914, bereit und entschlossen gewesen wären, daß der Sttcit einer Konferenz oder dem Haager Schiedsgericht unterbreitet, und daß der belgische Berttag beobachtet werden müßte, würde es jetzt keinen Krieg geben! Von den Kriegführenden kann nicht erwartet werden, daß sie viel Zeit verwenden, nachzudcnken, lvas nach denr Siege geschehen könnte, aber die Neutralen können dies tun. Ich sehe, daß reicht Wilson, sondern auch Hughes, die sich um die Präsidcntsckprst der Vereinigten Staaten bewerben, einen Bund unterstützen, der gegründet würde, nicht zu dem Zwecke, den Teilnehmern dieses Krieges in den Arm zu fallen, sondern zu dem Zwecke, eine internationale Pereinigung für die Zeit nach dem Kriege zu schaffen, die das ihrige tun soll, den Frieden in Zukunft zu sichern. Das ist das Werl' der neutralen Länder, auf das wir alle mit Wohlwollen und Hoffnung blicken sollten. Nur nnissen wir im Auge behalten, daß, wenn die Nationen nach dem Kriege imstande sein sollen, etwas Wirksames zu tun dadurch. daß sie sich selbst binden zu dem gemeinsamen Zweck, den Frieden aufrechtzuerhalten, sie auch bereit sein müssen, nicht mehr zu unternehmen, als sie selbst imstande sind, mit Geioalt ansrechtzuerhalten, und darauf zu sehen, daß. wenn eine Krisis kommt, ihr mit Gewalt entgegengetreten wird. Wir müssen sie fragen, wenn die Zeit kommt: Wollt Ihr Eure Rolle auf Euch nehmen.? Die Ausgabe dieses Bundes ist es, darauf zu sehen, daß die Verttäge gehalten werden, und daß (jedes weitere Aushilfsmittel versucht wird, bevor der Krieg zum Ausbruch kommt. 1914 bestand ein solcher Bund nicht. Miemi man sich vorstcllt, daß die Verhältnisse, wie sie 1914 bestanden, ustederkehren, nnd daß dann ein solcher Bund vorhanden ist, wird alles davon ah hängen, ob das nationale Gefühl, das hinter ihnr steht, von den Lehren dieses Krieges so durchdrungen: ist, daß es jede dcation gezwungenermaßen als ihr Lebensinteresfe ansieht, den Frieden anders als durch Gewalt auftechtzuerhalten. Aber man muß mehr als dies haben, man muß nach dem Kriege ein Abkommen über die Methoden haben, nach denen: der Krieg geführt werden darf.,
Grey verurteilt in seinen weiteren Msführungen die d e u t s ch e Art der K r i e g f ü h r u n g und wies dabei aus das wahllose Ausstreven von Minen, auf den Gasverbrauch, ans das Versenken von .Handelsschifsen mit Mannschaft nnd Passagieren und aus die Greuel in den besetzten Gebieten 'hin. Tie Neutralen hätten ein Interesse daran, zu sehen, daß etwas getan werde, um sie künftig zu sichern. Es müßten Bestimmungen niedergelegt nnd gestützt werden, wvdnrch klar wird, daß jede Nation, die von ihnen, abwiche, in der ganzen Welt als gemeinsamer Feind der menschlichen Rasse betrachtet würde. Grey schl-oß: Jahrelang vor dem .Kriege lebten wir unter dem riesen Sch-rtten des preußischen Militaris- mn s. Es darf keinen Frieden geben mit Ausnahme eines Friedens, der daraus abzielt, sicherzustellen, daß die Nationen Europas zukünftig frei leben. Sie wollerc leben in freier Luft, im Lichte der Freiheit: dafür kämpfen wir.
Die schwierige Lage Englands.
Kopenhagen, 24. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Das hiesige Handels- nnd Schiffahrtsblatt „Börsen" schreibt: Die schwierige Lage, in der sich Großbritannien infolge der schweren Verluste der englischen Handelsflotte befindet und die sich sicherlich rcvch verschlimmern wird, ist gegenwärtig in der englischen Presse Gegenstand ausführlicher und leibhafter Erörterungen. Von allen Seiten >wird darauf hin gewiesen, daß die englische Handelslotte verhältnismäßig schwerere Verluste erlitten bat, als irgend eine andere, da sich diese in den zfvei Jahren des Krieges aus ungefähr vier Millionen Tonnen oder rund 20 Prozent der Gesamttonnage belcuifen. Gleichtzeittg fverden heute Magen darüber erhoben »daß die Regierung nichts zur Verbesserung der Zustände unternähnce. Das Blatt führt dann englische Blätterftimmen an, in denen es heißt: Ein Mngreifen des Staates ist eine Notwendigkeit, wmrn die Interessen des Schifssbanes und der Reedereien Englands wvr dem langjährigen Wettbewerb weit besser vorbereiteter Länder geschützt werden sollen, wenn die Handelsflotte, die Lin Haupt- äktor des industriellen Wohlstandes des britisck^en Reick>es ist, ihr Ansehen wieder gewinnen will, wenn lvir unsere .Kriegsschulden 'ollen ertragen können, ohne niedergedrückt zu werden und rventt wir nicht zu einenr ungünstigenFriedensschlnß gezwungen werden sollen: denn eine Verlängerung der Feindseligkeiten' erstickt unsere Zufuhren. Es müssen schnell Maßnahmen ergriffen werden, um unsere gegeuwärtige Lage zu verbessern. Die Frage eines Eingreifens .des Maates ist von größerer Wichtigkeit^ als die Ereignisse auf irgendeinem der Kriegsschauplätze.
Eine Aeußerung der „Times".
Amsterdam, 24. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Wie einem' hiesigen Bstzltte aus London gerneldet wird, gibt der militärische Mitarbeiter der „Times" zu, daß der Fall von Conftantza ein schwerer Schlag für die Alliierten ist. Er glaubt, daß die Wiederaufnahine der Offensive durch Mackensen auf die Ankunft,von Verstärkungen, die zumeist aus Türken bestände::, zurückzuführen sei und hofft, daß die Rumänen alles ausbieten' werden, um Hindenburgs Plan zu vereiteln, während die Alliierten Mi der Westfront und in Mazedonien dafür sorgen, daß die Feinde keine Truppen von diesen Fronten wegnehmen könktten.
Bern, 24. Okt. (WTB. Nichtamtlich) In einem Londoiwr Telegramm des „Secolo" über deir Fall von Conftantza beißt es: Die Nachricht von der Besetzung Conftcmtzas wird in politischen nnd militärischen Kreisen als die schlimmste Nachricht betrachtet, die seit Monaten ein getroffen fft. Man habe erwartet, daß die Rumäne:: doch länger Widerstand! leisten würden.
Die Gährung in Irland.
Berlin, 24. Okt. Wie die „Vossische Zeitung" aris dem Haag meldet, wurde in der irischen Stadt B o y l e das Standbild König Wilhelms 3. von Englmrd von der Menge umgeworsen. Auf den Sockel schrieb man: Hoch Sinn Fein! Nieder mit England! In einer Kirche Südenglands sagten die Geistlichen von der Kanzel herab, die in Dublin erschossenen irischen Rebellen seien christliche Märtyrer, die von den englischen Soldaten wie tolle Hunde erschossen worden seien. Von den Kanzelrednern wurde auch Sir Roger Cassement als Märtyrer verherrlicht. — Im ganzen Süden nick» Westen Irlands herrscht der „Liverpooler Post" zufolge unter dem englandfreundlichen Teil der Bevölkenmg eine Parrik.
* * *
Der Kampf mit englischen Fliegern.
Amsterdam, 24. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Eine Mitteilung der englischen Admiralität besagt: Ein feindliches Wasserflugzeug wurde nachmittags durch eines unserer Flugzeuge abgeschossen und zerstört. Es ist in die See gefallen. Nach der Zeit zu urteilen, ist es
wahrscheinlich das Wasserflugzeug, das Sheernetz orueit Gesuch abgestaltet hat.
Anmerkung der Red.: Wie wir von zuständiger Stelle erfahren, ist die Nachricht von den: Abschießen eines deutschen Wasserflugzeuges unzutreffend. '
Eine neue russische Kriegsanleihe.
Kopenhagen, 24. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Hiesige Blätter melden aus Petersburg, daß eine neue russische Kriegsanleihe in: Betrage von 3 Milliarden Rubel am 1. November alten Stils zur Zeichnung aufgelegt wird. Die Zeichnungsfrist läuft am 21. Dezember, für die Sparkassen jedoch erst an: 1. Februar 1917 ab.
Der Kohlcnmangel in Italien.
Berlin, 23. Okt. Im italienischen Wintersahrplan «ollen laut „Berliner Tageblatt" wegen der Kohlennot 2000 Züge ausgefallen sein.
Deutschland und Norwegen.
Kopenhagen, 24. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) „Politiken" berichtet aus Kristiania: Wie mitgeteilt wird, wird die deutsche Note noch nicht veröffentlicht werden, es sei denn, daß die deutsche Regierrrng die Veröffentlichung wünscht. Die Antwort der norwegischen Regierung wird in einigen Tagen erwartet.
König Konstantins 2intwort.
Berlin, 25. Okt. Ueber König Konstantins Antwort auf die neueste Zumutung der Entente heißt es in verschiedenen Blättern, der König habe die Forderungen mit der größten Entrüstung empfangen und er soll gesagt haben, daß er den Alliierten den Oelzweig anbieten wollte, aber wenn dies die Art sei mit welcher die Anerbietungen ausgenommen würden, so nehme er die Vorschläge zurück, die er gemacht habe.
Der Seekrieg.
Kopenhagen, 24. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) >,Na- tionaltidende" erfährt aus Kristimna: „Verde:^gang" hat von mehreren Seiten Meldungen erhalten, daß deutsche: Unter fee boote außerhalb des Kristtaniafjords gesehen worden seien. Das Verteidigungsministerium bestätigte auf eine Anfrage diese Meldungen mit dem Hinzufügen, daß eine Verletzung des norwegischen Seegebiets nicht erfolgt sei.
Kopenhagen, 24. Okt. (WTB.) Die Stavangerer Bark „At he nie::" mit Grubenholz nach Hartlepool unterwegs, traf in Egersund ein. Ms sich die Bark gestern nachmittag 5 Uhr 40 Seemeilen vor Ryvingen befand, sah man. daß eines der vier anderen Schiffe, in deren Gesellschaft die Bark fuhr, brannte. Gleichzeitig lvuche ein Unterseeboot in der Nähe des be-> treffenden Schiffes gesichtet. , Athenien" steuerte mit allen Segeln nach.Nordnordostcn mrt Winde. Dreißig Minuten später brannte das zweite Schiff, nach abermals einer l-alben Stunde das! dritte, vier Stunden später das vierte. Das letzte Schiisf, lvahrscheinlich die „G u n n", versuchte am Wind gleichen Kr:rs wie „Athenien" zu halten, segelte aber schlecht. Unter den anderen! Schissen war, soweit bekannt, die „Cevera". „?lthenien" löschte die Lichter und erreichte Egersund, wo sie vorläufig liegen bleibt, da sie die Ausfahrt nicht wagt. „Gunn" !var eine Bark aus Kristiania von 483 Tonnen, „Cevera" ein Porsgrunder Schm:er von 439 Tonnen. .
Kopenhagen, 24. Okt. lWTB. Nichtamtlich.) Meldung des Ritzauschm: Dirroaus. Nach einem Telegramn: an die hiesige Dampfschiffali'rtsgesellsckiaft Heimdal ist der Dampfer „Helgo" von einem deutschen U-Boot torpediert worden. Die Besatzung ist in Brest gelandet worden. Die „Heliw" war mit Korkabfällen von Lissabon nach Dundee in Schottland unterwegs.
Kristiania, 25. Okt. (WTB. NichtanEich.) Die heutig«: Abendblätter bringen an erster Stelle u:tter großen Ueberschriften di^ heute eingelansencn zahlreichen Telegramme über die- die neue Versenkung von sieben rrorwegi schon Schiff«:, fünf Dampfeim und zwei Segelschiffen, sowie über die Ausbringung zweier weiterer Schiffe durch deutsche Seestreitkräfte, wodirrch die norwegische Kriegsvcrsicherung >einei: Gesamt Verlust von 3 755000 Kronen auf einmal erleidet. Ties verfehlt nattirlich gerade bei der gege:rwärtigei: Lage nicht, nicht nur in den zunächst beteiligteir Reederkreisen, sonder:: auch in allen Schichten der Bevölkerung besonderes Au flehen zu erregen.
Kristiania, 24. Okt. (WTB. Mchtamtlich.) Die Morgenblätter melden aus Verdoe, daß gestern früh der Dampfer „R e h s i j e l l" (783 Tonnen) fünf Meiler: vor Vardoe versenkt wurde. Die Besatzung wurde gerettet. Der Darnpfer war mit 580000 Kronen versichert und in Kwistiansund beheimatet.
In dem Drontheimer Seeverhör anläßlich der Versenkung des rumänischen Dampfers „Bystritza" berichtete dessen Kapitän, ein U-Boot-Kommandant habe ihm erklärt, es befänden sich 10 deutsche U-Boote in: Eismeer.
Kristiania, 23. Oktober. (WTB.) Meldung des Ritzauschen Buroaus. Einem Tclegranün' zufolge ist der nottvogische Dampfer „R a f f s u n d", von Narvik nach E::gländ mit Erz imterwvgS, gester:: 130 Seemeilen südwestlich von Marstenen versenkt worden. Die Besatzung wurde in Haugesund eingebracht.
Der Dampfer „Secunda" von Haugesund (1512 Brutto- registertonnen) ist versenkt worden.
Der Dampfer „E d a m" ans Kristiania wurde nach Emden aufgebracht. Ebenso rvurde der Dampfer „Fjaldli" aus Bergen nach einem deutschen Hafen gebracht.
Der Dampfer „Groenhaug" (667 Brnttoregistertonnen) wurde 100 Meile:: vm: der «lglischen Küste versenkt. Das Schiss war von Goeteborg nach Hüll mit einer Ladung Eisen unterwegs und wurde bei Tagesanbruch von einem Unterseeboot angehalte::. Die Mannschaft erhielt zlve: Minuten Zeit z::m Verlassen des Schisses. Sie wurde später von dem norwegischen Dampfer „Losna" ausgenommen.
Kristiania, 24. Oktober. (WTB.) Während des Monats Oktober betrug der Gesamt Verlust an .Dampfern bisher 18 Schisse mit insgesamt 22 375 Brnttoregistertonnen und einer Versicherungssumme voir 15 035 000 Kronen.
„Llsl-onposteu" erfährt auf Anftag.' bei den Kriegs Vers ichenrngs - gescllschasten, daß die Schiflsversenkungen zweifellos eine Erhöhung der Prämie:: zur Folge haben werden. Eine Bestimmung lßettiber sei jedock: noch nickit getroffen.
London, 24. Oktober. (WTB.) Lloyds Agentur meldet: Der Tvottvegische Dampfer „Drasn" ist verstnkh worden.
Tie dänische Owelette „Fritz Emil" und die rwrwegischen Dampfer „Rabbi" und „Risoy", sowie der dänische Segler „Le kn a" wurden versenkt. Der grieckxische Dampfer „George M. E m b i r i c v s" ist am Saimstag versenkt worden. Zwölf Mann der Besatzung werden vermißt.
Bern, 24. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) „Temps" zufolge ist der englische Dampfer „M o m b a s s a" versenkt lvorden. Die Besatzung, 101 Näann und 21 Passagiere, wufldc gerettet.
Amsterdam, 24. Okt. (WTB. Nichtamtlich ! Wie Lloyds meldet sind die britischen Dampfer „Cluden" und „W. Har- s ogesunken. _
Aus dem hauptausschuß des Reichstags.
Berlin, 24. Okt. (WTB.) In der heutigen Sitzm:g des Hauptausschusses des Reichstages, in der die auf Brotgetreide, Mebl, Hülsenftüchte usw. sich beziehenden Fragen beraten wurden, stellte der Berichterstatter Graf Westarp fest, daß die Schätzungen des Ernteausfalls ein um 4^j Millionen Tonnen höheres Ergebnis hatten, als!


