Parlament einberufen werden. Ein nationales Ministerium
;fci in Bildung begriffen. «
Der bulgarische Bericht.
Svfia, 15. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Bericht des Generalstabes vom 14. September.
^ Rumänische Front: An der TvnMfront beschoß der Feind wirkungslos Kladeve und das Dorr Davidoven. Scl>wache feindliche Abteilungen versuchten zweimal bei den Dörfern Kostol, Mxukavarvitza und Goemavarbitza auf Las rechte Ufer zu gelangen, wurden jedoch verjagt. In der Dobrudscha wird der Bormarich fortgesetzt. Der Kampf, der sich an der Linie Oltina- ^ee-Pattcmy-Aptast-Mussabey-Tschifutkeup an der früheren rumänischen Grenze entsponnen hat, entwickelt sich zu unseren Gunsten. Wir erbeuteten bis jetzt 24 Schnellfeuergeschütze. Der Femo wurde zurückgewvrfen und erlitt dabei große Verluste. Die Kanu^Handlungen dauern fort.
An .der Schwarzen-Meer-Küste Ruhe.
Mazedonische Front: Am Ostropo-See Jnsanterie- tattgksrt von geringer Stätte. Im Moglenitza-Tal lebhaftere Tätigkeit. Ter Feind griff wiederholt, aber ohne Erfolg, den Bahovo- Zugel und die Höhen Kovil und Buyuktasch an. Me Angriffe des jGegners wurden unter schwere Verlusten für ihn znrückgetviesen. Mldersarts des Mrrdar und an der Struma-Front lebhaftes ^Artülerrefeuer.
j.. j ber Aegäischen Küste die üblichen Kreuzfahrten der feind- Archen Flotte.
Das neue griechische Kabinett.
Berlin, 16. Sept. Ans Athen meldet der „Lokalanz.", ^rmitrakopnlos habe den Auftrag der Kabinettsbildung abgelehnt.
Die militärischen Kundgebungen für König Konstantin und gegen Venizelos haben sich, verschiedenen Blättern zufolge, in Larissa, Korinth und Patras «erneuert. Me Offiziere beteiligten sich an den Kundgebungen der Mannschaften und gaben ihrer KÄnigstrene be- gersterten Ausdruck.
Landwirten möglichst entgegenzukvmmen. Ter Redner tritt schließlich Wenfalls für die Aufhebung des Schlachtverbots ein.
, - ä? g ' Adelung (Svtz.) wendet sich gegen die Llusführungen des Abg. Bauer, besonders gegen dessen Bemerkungen über Mißstimmungen in der Landwittschaft. Durch eine zu lockere Hand- baauug des Hausschlachtmrgsverbots würde die Lebenshaltung der 't^ttschen Bevölkerung noch mehr erschwett werden. Die Vorwurfes c^9* d. Brentano gegen den Kriegsausschuß seien ungerecht-' fertigt, Redner schlägt vor, den Abgeordneten selber in den Ausschuß fcäi wählen. (Heiterkeit)
. Adg. Tor sch (Bbd.) behandelt das Thema über die Hausschlachtungen und bemerkt, daß durch das Verbot der Hausschlach- tungen besonders die kleinen Landwirte schwer betroffen werden^ ^amm (Fottschr. Vvlksp.) spricht sich gegen jetzige Höhe der, Zwetschenprerse ans.
■ a Minister des Iünern v. HoMbergk: Die jetzige Aussprache
Dt wohl Mehr mit Temperament, als mit statten Gründen geführt worden ttWfrwfvw.? 40- _C XL _fc-L-’ <. .r •
Der neue Chef des stellvertretenden Generalstabes.
Berlin, 15. Sept. (WTB. Nichtanttlich.) Der bisherige Generalgtlarttermeister Generalleutnant Frhr. v. Frey- tag-Lorringhove'n ist durch allerhöchste Kabinettsordre vom 12. September zum Chef des stellvertretenden G-eneralstabes ernannt wordnr.
Anr bm Reiche.
Der Reichskanzler unö Graf Zeppelin.
Berlin, 15. Sept. (WTB.) Die „Nordd. Mg. Ztg." schrerüt an der Spitze des Blattes: Es wird noch immer unter Berufung atif den Grafen Zeppelin die Behauptung <wf- g«s«llt und verbreitet, datz unsere Zeppeline aUs RLck- s i ch t a u f E n g l a n d und auf Betreiben des Reichskanzlers' t mit ganzer Kraft eingesetzt werden. Dies hat, wie wir erfahren, den Grafen Zeppelin veranlaßt, unter dem 5. September d. I. nachstehendes Schreiben an den Herrn Reichskanzler zu richten:
Hochgeehrter Herr Reichskanzler?
Wre ich höre, wird bei der von den Gegnern Eurer Exzellenz betriebenen Agttatton immer wieder darauf hingew-iesen, es sei wich meme Anfickst, daß aus Schonung für England oder aus dem Wunjche, eme Z^rstmidigmrg mtt England nicht m erschweren, also Es irgend welchen polittschen Mpttven von den Zeppelinen nickst der Möglichst wirksame und rüch'ichtslose Gebrauch gemacht wird ^ch habe nrrch uberzeugt, daß die Verwendung der Zeppeline durch rrgend welche potttische oder andere Rücksichten in keiner Weise pehMdett wuL Ich brau che . Eurer Exzellenz nicht zu sagen, daß icha» Mrßbrau ch memes Namens gänzlich unbeteiligt bin
und ihn aufrichtig bedauere.
Ich s^lle Eurer ExzÄlenz ergebenst anheim, von dieser Erklärung jeden gewünschten Gebrauch zu machen ^ .Genehmigen Cure Exzellenz den Ausdruck der vollkommensten Hochachtung, mtt der ich zu verharren die Ehre habe als Eurer Exzellenz gehorsamst ergebener
m- Graf v. Zeppelin, General der Kavallerie.
Besonders ist der Vorwurf nicht berechtigt, daß die Regierung dre Fühlung mit der Landwirtschaft verloren habe. Kein VovivUrs kann weniger -Uttessen, als dieser. Wir haben vor Mslß der Maßnahmen nicht allettr die Sachverständigen innerhalb der Neuerung, sondern auch die berufsständische Vertretung, me Landwrrtschafts'kamMer Und anch einzelne Landwitte zu Rate gezogen. Man hat Uns gemahnt, mehr mit dem Landtag zu regieren das haben wirtaber doch gerade getan und iwir haben es mit Freuden begrüßt, daß der Wirtschaftliche Ausschuß ins Leben gerufen wurde, mtt dem wir auch alle wirtschaftlichen Maßnahmen beraten haben. Wrr smd bemüht, die Vorschriften des Reiches möglichst unseren Landes Verhältnissen cmzupassen.
Abg Ko rell-Ingelheim (F. Vp.) bespricht als Mitglied Landespbitstelle zunächst die verschiedenartigen Gesichtspunkte für die Preisbildung. Wenn die Apselwernpreise nicht den Keller- Prerjen für Aepfel angemessen seien, so ;verde nian dazu schreiten müssen, Höchstpreise für Apfelwein seftzusetzen. In der Kttegszeit sei eben em freies Gdwährenlassen von Produktion und Preisbildung nrcht möglich.
^ckrd die Berattmg abgebrochen und es tritt eine Früh- smckspau,e em. Nach Wiederausnahme der Sitzung wird zunächst die Regierungsvorlage, betr. den Entwurf eines Gesetzes über
dre Berufungen und Wahlen zum 37. Landtag
beraten.
SM-wsmimster Dr. v. Ewald begründet die Vorlage mit kur- zen Sorten. Es handelt sich darum, die Dauer derjenigen Landtagsmandate, dre bererts im Herbst 1914 abgelaufen und im De- zenrber 1914 und Herbst 1915 um je ein Iphr verlängert wordcir warm, jetzt abermals um ein Jahr, also bis Herbst 1917, zu verlängern Ferner wird in dem Gesetzentwurf bestimmt, daß für dre andere Halste der Kammermrtglieder, deren Mandat im Herbst iq^ flaust, das Mandat um drei Jahre, also bis zum Herbst - veAlingett wird. Die letzte Bestimmung sei erfolgt, weil ge- setzlrch lestgelegt ser, daß eine Totalerneuerung der Zweiten Kammer nur rm Falle emer Kammerauflüsung erfolgen solle.
Abg Dr. Fulda (Soz.) erksätt namens seiner Vatteisreunde, mct der abermaligen Verschrebnng der Wahlen für die eine Hälfte ^rf?^bordneten, derm Mandat bereits 1914 erledigt war, einverstanden. Ahm nrcht sef er mit seinen Freunden einverstanden, der «LaM Mste der Kammermitglieder (deren Mandat rm Herbst 1917 ablauft) brs zuur Jahre 1920 ver- laugert werde. Dre Bestimmuug der hälfttgen Erneuerrrng der Kammer fei nur infolge der früheren langen Budgetperioden ge
ttoitcn worden. (>inin4cin.an Ol Ji-■
Hessischer Landtag.
Zweite Kammer der Stände.
Am Regrerungsttsche: Staatsmrnrster Dr. v. Ewald, Minister des Innern v Hho m b e r g k, Finanzminister Dr. Becker, .Icrnrsterialrat L> chlrephake. Geh. Landesökonomierat Mü l- I er - Präsident Köhler eröffnet die Sitzung um 9^ Uhr. Das Haus rst wieder schwach besetzt, die Tribünen sind leer. m>-s^^^Eung gelangt zuerst der Antrag Calman, bett. Mttchversorgung usw. Der Antragsteller begründet seinen Anttag echgehend Eme Prersregulimung würde bei der Milchversorgung, eure verkehtte Maßnahme sein, wett sie den Anreiz zur erhöhten Mttchproduktton unterbinden lvürde. Da die Mttch für die ganze Ernährung des heranwachstnden Geschlechts von ganz besonderer Wrajttgkert rst so wurde eru Rückgang in der Milchprodukttongeradezu verhängnisvolle Fwlgen nach sich ziehen können. Aus diesem Grunde verlangt der Redner, daß eveut. vom Staat und den Gemeinden zur Beschaffung von Milch Zuschüsse gegeben
werden.
Abg. Schott (nat) bespricht die mannigfachen Ursack>en der jetzigen allgemeinen Mrlchknapphett, den Mangel an Futtermitteln Imv e < re der Kuhgespanne, die Stillegung ganzer
Mrlcywrttschatten usw. Infolge des Verbots der Hausschlachtungen wurde dre ländliche Bevötterung gezwungen, die übrigen Produkte, Mttch, Butter Erer zurilttzuhalten. Wenn dieses Schlachtverbot auwehoben lvürde, so würde sich die Zufuhr der übrigen dZAukte zweifellos wieder erheblich steigmn.
Abg B r a u e r (Bbd.) bespricht zunächst die allgemeine Lage und ubt dann erne scharfe Krrttk au der Regrenmg, weil sie bisher noch immer gezögert hat, das Verbot der Hausschlachtungen wieder zu beseitigen. In der Provinz Hessen-Nassau sei das Verbot schon langst wceder ausgehoben. Es herrsche in den Kreisen der Landwirte eme starke Misüttmmung und er wolle nur hoffen dab sich diese nicht bei der Zeickprung auf die Kriegsanleihe be^ merkbar machen weiche. Der Redner betont weiter, es sei sehr bedaiierlich, dLs; dre Regierung es abgelehnt habe, für besonders gut gemästetes Vreh Fettprämren zu gewähren, obwohl ihr durch die preußische Regierung darin ein Beispiel gegeben" loorden ist Von
der Regierung wurde durch ihre Maßregeln die landwirtschaftliche Produktion nicht gesordett, sondern eher geschädigt.
Ä 9 - o l ^.r e r rt (So«") whrt aus, datz nach seiner Meinung ftaatttche Zuschüsse mcr zu werteren Preissteigerungen führen wurden Durch dre Aucheöungen des Verbots der Hansschlackstmrgen konnte dre r5leischpersorgung rn den Städten nur noch schwieriger werden. H
Abg. v. Brentano (Ztr.) wendet sich mtt krttischen Be- mcttungen gegen dre Regierung, Ml sie bei der Frage dev Lebensmittelversorgung keine Landwitte, sondern nur Beamte gehört haben. Man wünsche im Lande keine agrarische Regierung, aber auch keine anttagrarische. Es mangle der Regienmg an Energie gegen eine — ich wollte sagen: andere Behörden^ Tre große Mehrheit des Hauses werde hie ganze Haltung den vAtchM.. Auch der von der Kammer ^bildete wircschastttck>e Ausschuß besitze m ferner jetzigen Zusammensetzung k-mm noch das (iante Vertrauen des Hauses ninrruemrng
Abg. Brei den b a^ch Bbd.) bemerkt, der Kttegsausschuß 'habe
im Allgemeinen seine Schuldigkeit Man'. Ter Redner geht dann
ein, besonders die Obst-,
' ' ' Unne«g?7«btt^ie R.'gunuüg w-r,ücht M
&tobt Frankfurt beim Einstetten von Milchkitheil bei l)essischeiij
troffen worden jetzt bei den einjährigen Etats falle diese Rücksicht * JL. r lAbseittge Erneuerung der Kammer erfolge nur noch in Mlen, sonst werde für den Landtag überall die ganze Kammer Wimn die Regierung die gleichzeitige ganze ^Eoaöl der Kammer vermviden wolle, so schlage er vor, die.zweite HEe, deren DNandat 1917 abläuft, im Jahre 1918 auf 5 Jahre zu
v Ewald entgegnet dem Vorredner, die vEttge Erneuerung der Kammser sei in der Verfassung festgelegt undhabe sich seit über 40 wahren bewähtt. Auch bei Beratung der re p ^v-cuckage halie sich die große Mehrheit der Kammer WR es bn dieser Besttmürnng zu belassen. Man habe also ^ E-armnter dre Ueberzeugung gewonnen, daß diese Art
oer Kamw^^Erneuerimg für das Land die angemessenste sei.
*. Ä?;. Stephan (Natl.) gibt darauf nameris seiner Partei ^ daß sre einsttntmig für die Regierungsvorlaae» enttreten- Mde. Er bedmrere nur, daß es nach Lage der Verhält- 1111 C oiy 1 ^ s^i, Ersatzwahlen stattftnden zu lassen.
. Mg. Brentano (Zentr.) gibt eine ähnliche Erklärung für seine Partei ab.
Mz Reh (freis. Dp.) erklärt das Gleiche für seine Partei, bemerkt aber, ^daß Ire trotzdem Anhänger einer Gesamterneuerung! -der KiamiM'er Aerbe. Wenn sie jetzt der von der^ Negierung vorgeschlagenen Regelung der Sache zustimlmen, so geschehe es aus dem Grunde iverl nach dem Friedensschluß sofott auch Reickjs- tagswahlen, Kommuiialwahlen usw. stattzufttideii hätten und durch
Zusammentreffen so vieler verschiedener Wahlen eine große Beunruhigung rn der Wählerschaft wachgehalten werden würde, r- 5-^6-. B r a u c r (Bbd.) erklärt auch namens seiner Partei, daß sie. sich einstimmig für die Annahme der Regierungsvorlage entschieden habe.
Bei der Abstimmung wird alsdann zuerst das Gesetz im einzelnen und darauf im ganzen mit allen gegen die sieben
r.?orY 'J r it 1 angenommen.
Xarmif erliest Wg. Dr. Osann den folgenden, von sämtlichen Kanmiermitguedern Unterzeichneten
Aufruf an die Bevölkerung (s.d.).
, Finanzmlnister Dr. Becker spricht namens der Großh. Re- gierung den Abgeordneten für ihre vaterlästdischen Worte herzlichen Dank aus. 1 s
4 ,^? U olY 2ßun J cf) bes.Abg .Ulrich kam dann noch der Antrag? dieses Abgeordneten, betreffend die Einschränkung der Arbeitszeit rn den Schuhfabriken, zur Verhandlung. Der Antmg gelcmgle nach unwesentlicher Aussprache zur Annahme.
der Tagesordnung ist der Antrag des Abg. Reh (fortschr. Volkvp.) bett. Enteignung und Einziehung des K u p f e r - bad L e r § russischen Kapelle in Darmstadt.
R e h begrundtt seinen !Anttag unter Hinweis auf die russischen Greuel und Gewalttaten in Ostpreußen. Es sei unverständlich, weshalb man bei uns noch intim so große Rücksichten
einen Anschaffnngsloert von 350 000 Mmk. Es handle sich also hier unt eine recht erhebliche Mipsermenge und da man auch bei Pttvatleuten das Kupfer ein- ziche, w liege kein Anlaß vor, das Dach der Kapelle zu belassen. Wenn sich dre Regierung auf die bestehenden Verträge berufe, so habe doch wohl jeder gesehen, was Rußland auf solche Verträge gibt.
Abg. Münch (Natt.) spricht sich gegen den Antrag aus, die Beschlagnahme würde tzioecklos sein, da zurzeit gar kein Kupfer- mangel vorhanden sei.
Minister des Innern v. H ombergk bttont, die Großh Re- gienrng habe schon früher erklärt, daß zwischeii Deutschland' und ein Vertrag bestehe, wonach das gegenseitige Besitztum gewährleistet worden sei. Dieser Vertrag sichere zu, daß die rnssi- W K§mung Ech ihrerseits die Unverletzbarkeit aller deutscknm Grmidstucke m Rußland gewährleiste. Das Auswärtige AMt in Berlin habe deshalb auch ausdrücklich ersucht, von allen Mäß- nahmm rm Sinne oes Antrags Reh Mstand zu nehmen. Damit sei auch, für Me Großh. Regierung der Standpunkt gegeben. Wenn vorhin ausgeiuhtt wurde daß von andern Dächern bereits das JJWJ«^den sei, so müsse festqestellt werden, daß dies mchl zwangsweise sondern freiwillig geschehen sei. Das ,Kupfer, Betracht komme, habe einen Mgt voll ca. 7800 Mark. ^r^ 9 C) nrÄ^- l ein Kostenaufwand von K§fermangel^^ entstehen. Es bestehe auch zurzeit kein so großer
keiner Weise überein stimme. Es scheine, daß die Wusschußmitgliedtzr, die die Amrahme des Aiitrages beschlossen haben, noch statt unter dem Eindruck der russischen Greuel und' Verwüstungen ständen. Gottesdienstliche Gebäude pflegten doch in allen Kulturstaaten einen besonderen Schutz zu genießen. Es fehle nach den Erklärungen aber auch die Berechtigung zur Enteignung des Kupser- daches. Mg. Hartmann (Soz.) wendet sich gegen den Anttag Reh. Abg. v. Brentano (Zentt.) ettlätt, er stimme dem Anttag zu, wenn er auch lieber gesehen hätte, daß derselbe überhaupt nicht emgebracht worden wäre. -
Rach einigen weiteren Msführungen des Ministers v. Hombergs und der Mgg. Ulrich und Tr. Schmitt wird der Antrag gegen die Sttmmen der Sozialdem'okraden und der Abgg. Munch und Stephan angenommen.
Behufs Erledigung einiger weiterer Berattmgsgegenstünde beraumt der Präsident noch eine wettere Sitzung für Mittwoch, den 20. September, an..
Schluß der Sitzung iy 2 Uhr.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 16. September 1916.
Sonntagsgedanken.
Die Schrecken der Schlacht an der Somme kann niemand ©Wbcrung, die uns mündliche Kunde oder schrtftttcher Bericht zu bieten suchen, versagt vor dieser furchtbaren Wirklichkeit. Dtttthalb Monate nnn schon rast der Sturm, mit ganz kurzen Atempausen, über Wälder und Felder Gehoste und Dörfer, Hügel und FlNhebenen hin. Verderben und Tod trägt er mit sich für alles menschliche Leben, das sich in engem Raum, im Durchschnitt von vierzig Kuometerm, auf die Oberfläche wagt, anch darunter fort- wahrend von Einschlag, Verschüttung und Ersttckung bedroht. Zn Höhlenbewohnern, wie in tängstentschwcundenLn Jahrtausenden, find unsere Feldgrauen geworden, die dort stand- halten. Dre Menschen, die einst so hausten, hatten es mit den wilden Ungetümen einer vorgeschichtlichen Urzeit zu tun. Heute sind dre Tapfern an all die tausend Mittel des Lebens- 'und der Lebens fördern ng einer höchstkultivierten Gesellschaft gewohnt. Sie wehren sich gegen den unerhörten Aufwand an Zerstörungs- und Bernichtungs4verkzengen, die ern ralsinrerter Verstand, geschult durch die Denkarbett aller Jahrtausende der Kriegsgeschichte und die Wunderleistunaen neuzeltllcher Wissenschaft, zu- erfinden vermochte. Kein heißestes Wort des Dankes, des Ruhmes und der staunenden Bewunderung kann genügen, das auszudrücken, was wir ur diese Helden enipfinden. Wie fühlen wir uns durch sie stark und sicher. Die beiden Städte, die das nächste Kampf- ziel der Gegner bilden, BapaUme urrd Peronne/ fmt> trotz alles wildesten Ansturms und Ungeheuersten Aufgebots an Er?en Und Feuer bis auf diesen Tag fest in unserer Hand. Und an emon wirklichen Durchbruch durch diese lebendigen Mauern denkt unter uns niemand. Anch die Neutral« lchon fangen an. von sinnlosem Blutvergießen an der Liomme zu reden. Beispielloser ftanzösischer Kampftswille und kühlrechnende englische Zähigkeit richten es an. Wer Frankreich verblutet langsam und sicher, England erfährt zum ersten N s/'E neueren Geschichte, daß ein Krieg wirklich , U-k, viel Blut kostet, daß es Mit den silberiieu Kugelac wahrhaftig nicht getan ist. Wozu'kämpfen sie in diesep grauenhaften Erbitterung weiter? In der Tat, fitr die ^ farbigen Feinden, bk dort auf die Schlachtbank geführt werden, wäre es sinnlos, nach einem Sinn ihres Mordens überhaupt zu fragen. Sie haben kein Vaterland zu verteidigen, keine Heimat mit ihren Aeckern und ihrer Industrie zu schützen, fiir keinen Weltverkehr zn orgen Mordlust allein kann den Willen dieser blinden Sklaven erfüllen, wenn von einem Wiüen bei ihnen überhaupt soll geredet werden dürfen. Aber die Weißen doch nnssen, wofür sie kämpfen, welches der Siegespreis' ^ur.das grausige Ringen sein soll. Wissen sie es wirklich noch? WE find die unmittelbaren Kampfziele ihnen Schritt für Schritt verkürzt worden! .Hört man die Losung „Berlin" noch m feindlicher Presse, von den feindlichen Schützengräben !^Mbigen? Vom Elsaß und vom Rhein ist immer noch die Rede, ^rf) meine, sie müßten allgemach inne werden, dW auch dies Ziel für sie unerreichbar ist. Und auch mit der Aushungerung ist es wirklich vorbei. Wir richten uns ein und suhlen uns nachgerade beinahe wohl dabei: So bleibe nur eins: beim Gedanken an das entsetzliche Blutvergießen dre Friedenssehnsucht endlich unserer Nerven und un- ftres Willens Herr werden! Sie sollen sich getäuscht haben. Wenn unsere Helden aushalten in der Tat, Hir daheim sollten es Nicht im Gedanken? Nichts verheimlichen wir uns von dem Grauen dieser Tage und Wochen an der Somme. Aber zum (Schwachwerden ist Heuer keine Zeit. Dies Blut soll wie Feuer durch Unsere Adern rotteil, alle Schlacke feiger Verzagtheit in uns verbremren, das reine Gold der Treire gegen die, die für uns starberi, zurücklassen. Je sinnloser und wahnwitziger dies Anstürmen der Feinde erscheint, um o fester nur soll es auch daheim uns finden, llm den Mntj bever draußen sorgen wir nicht. Sie stehen noch immer in Gottes Hand.
T ^fördern ng. Der Gefreite Sehrt (aus Gießen) von der 2 . Maschmenqemehr-Kompagnie des Res.-Jnf.-Rats. 87 wurde wegen wiederholter Tapferkeit vor dem Feinde -um'Unteroffizier befördert, nachdem er sich erst kürzlich in den Kämpfen um Verdun bei dem Fort Souville das Eiserne Kreuz 2. Klasse erworben hatte. ° "
** Jun g weh r. Samstag: Antreten 8 Uhr (Gabelung
Licher-Gttlnberger Straße), Mmarsch_8i/ 4 Uhr.
rf) ^bb.) spricht sich mit großer Lebhaffigkeit für ^'s. Es liege gar kein Grund vor, hier irgendwelche Rücksichten m nehmen.
w S& Schwitz (Zentr ) wlderspttcht den Ausführungen r«s Mg. Munch und erklärt sich fltt den Antrag. Abg. Ulrich (Soz) lucnbet sich gegen den Antmg
Stephan (Natl.) erklärt, er schließe sich in diesem Fall der Anschauung des Abg. Ulrich an, inst dem er ja sonst in
^ a r51 UI J 9! ?I n früherer Wärter der Heil- und Pfiegeanstalt Gießen, Konrad Becker aus Garbenteich, der tvegen grober Unredlichkeit sich entfernte, hat mehrfach An- gehorige voll Kranken oder Wartpersonen ausgesucht Und ^K^^^isches Borgeben, er sei von den Patienten usw geschickt, Kleidungsstücke, Geld u. a. für diese zu holen, derartiges erlangt, aber für sich vettvendet. Durch eine Schuß- Verletzung am Arm, die längst verheilt ist, weiß er Mitleid M erregen und hat meist Erfolg. Wer Angehörige in der Anstalt hat, sei vor dem Schwindler gewiarnt ^ st^h l. Am 13. September 1916 sind in hiesiger
Aadt 5 Sacke Zwiebeln zu 50 Kilo gestohlen worden. Sachdienliche Mitteilungen nimmt hie hiesige Kriminalpolizei
II l ch n e r n a u f d i e f ü n f t e K r i e g s a n l e i b e
gewahrt die hlefige, nn Reichsbankgebäude befindliche Darlehils- kasse Darlehen, welche zur Einzahlung auf gezeichnete fünfte Kriegsanleihe gewünscht werden, gegen Verpfändung } von Wer- papieren und Schuldbuchsorderungen zu einem V o rz u a 8, i n s s a N " S"rzet b' 4 %. SMucb die Reichsbanknebenstellen in Fried- berg, Marburg und Wetzlar nehmen Darlehnsanträge, sowie die zu verpfändenden Wertpapiere zur kostenlosen Weilergnbe an die
^?/.'be.DarlehnSkasst entgegen und stellen alle erforderlichen Formu
lare im Geschäftsraum oder auf dem Postwege zur Berfüamw
. ** «i«k«n-r Fr-il tcht-Bü h ne. Ln'wriÄ Tm^rö-
tag war die Wiederholung von Grillparzers „D c s Meere s u n d 1 m C ü ^ e geplant; leiber mußte sie wegen des
schlechten.Wetters verschoben mtbm. Als Tag für die mute Am- uhmng ist M ittwoch .20. Sept.) ins Auge gefasst; die gttK Inserat natürlich ihre Gültigkeit. Näheres im heutigen!


