Nr. M Zweites
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Blatt 166. Jahrgang
euer
General-Anzeiger
Dienstag. 22. August IM
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fcheir llniversitäts - Buch- und Steindrnckereu R. Lange, Gießen.
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Die Schlacht an der Somme im Monat Juli.
Erster T e i l.
Aus dem G r o ß en Hauptquartier wird uns geschrieben:
I- >
5n§ nach dem ersten stürmischen Anprall der deutschen Heere unsere Front im Westen ans strategischen Gründen an die Aisne zurückverlegt war, entstand in ben .Herbstmonaten 1914 jene Linie, die, bei Novon in den belannten scharfen Winkel umbiegend, sich bis zum Meere erstreckt. Indem sie sich von Punkt zu Punkt verknorpelte, ging der Bewegungskrieg allmählich in die Form des Stellungskrieges über. Beide Gegner „bauten ihre Stellung aus", verwandelten sie in ein genau den örtlichen Verhältnissen angepasztes, kunstvolles, nach der Diese gegliedertes System von Schützengrä ben mit vorgelegten Drahthindernissen, nach rückwärts mit den erforderlichen Verbindungs- nnd i Annäyerungs-gräben.
Der Abschnitt, welchen unsere Gegner für ihre neuen Und gewaltigen Anstrengungen auserwählt hatten, ist in der Luftlinie etwa 40 Km breit: er erstreckt sich in der Picardie zwischen den Dörfern Goinmeoourt, westnordwestlich von Bapaume, und Vernrandcwillers, südwestlich von Pöronne. Die beiden genannten Städte bildeten das Angriffsziel.
Das Gelände ist eine teilweise leicht, teilweise kräftig gewellte Ebene, fruchtbar und gut angebaut, mit vielen wohlhabenden Dörfern und wenigen kleinen Waldparzellen onrck> setzt. Zwei Wasserläufe bilden starke Einschnitte. Zunächst der Sommesluß. Er läuft in kanalisiertem Zustande durch eine versumpfte Niederung von Süden her bis an die Stadt Peronne heran, dann mit st-arken Windungen in Hauptfach lich, westlicher Richtung. Zwischen den Dörfern Eurln und Eclusier unterbrechen seine Windungen mit beit von ihnen umschlossenen Sumpfwiesen aus eine Breite von 4 Km senkrecht das beiderseitige Grabensystem, an dessen Stelle hier nur Drahthindernisse vorlwnden waren.
Einen ähnlichen, allerdings nicht ganz so bedeutungsvollen Einschnitt bildet der Ancrc-Bach, welcher von Nord- often nach Südwesten durch die Stadt Albert hindurch der Somme zuströmt, die er hinter der feindlichen Front westlich Corbie erreicht. Seine Niederung durchschneidet zwischen den Dörfern Thiepval und Hantel die hier etwas nach Südwesten zurückgebogenen beiderseitigen Ausgangsstellungen.
So gliedert sich das Gebiet der Sonune-Schlacht in drei Abschnitte: den Nordabschnitt von Gommecouct bis Hamel, den mittleren Abschnitt von Thiepval bis Eurln und den Südabschnitt vonr Südrand von Frise bis Vermandomllers, der altert Hauptstadt der Viromanduer. Die Dörfer und Waldstücke des Schlachtfeldes wurden zu Stütz- und Brennpunkten des gewaltigen Ringens.
-Die feindliche Stellung war 1V 2 Jahre lang ganz von Franzosen besetzt gewesen, bis die Engländer einen Teil übernahmen. Der Punkt, an welchem sich die englische und die französische Front berührten, liegt aus einer Stelle, welche man etwa findet, wenn man eine gerade Linie vom Nordrande von Eombles nach dem Südrande von Carnov Sicht.
II.
Ter Angriff auf eine derartige befestigte Feldstellung bedarf erheblicher. Vorbereitungen. Anzeichen wurden von unseren Truppen schon etwa Mitte Mai beobachtet. Von Ende Mai an wurde erhöhte Ertunoungstätigkeit angeord^ net, der gegenüber der Feind sehr ivachsam war. Verschiedene Patronillenunternchmungen mißglückten daher. Bei anderen, erfolgreichen Aufklärungsversuchen wurden Gefangene eingebracht, wobei man feststellen konnte, daß der Gegner seine Grabenbesatznngen zusammenschob und verstärkte. Unsere Flieger erkannten hinter der feindlichen Front erhöhte Tätigkeit, eine Menge neuer Feldbahnen und Unter- knnftsanlagen. Das alles gestattete aber noch keinen sicheren Schluß auf Stärke und Umfang des bevorstehenden Angriffs. Denn der Feind entfaltete zugleich auch ans der übrigen Front eine lebhafte Tätigkeit, um seine Absichten zu verschleiern. Volle Klarheit kaim erst der tatsächlich einsetzende Angriff liefern.
Das erste bestimmte Anzeichen der feindlichen Absichten war das Einsetzen einer starken,'Artillerievorbereitung, welche vom 22. Juni ab sich zu immer größerer Heftigkeit steigerte. Es wurde nun erkennbar, daß der Feind ans schmalem' Raum sehr viele Geschütze, darunter auch schwere Schiffsgeschütze, angehäuft hatte. Der taktische Zweck einer solchen Beschießung ist, die ansgebauten Stellungen, insbesondere die deckenden Unterstände und Stützpunkte sowie die vorgelagerten Drahthindernisse, endlich auch die Ruhestellungen: hinter der Front und die Annäherungswege so vollständig wie möglich zu zerstören und die Widerstandskraft der Verteidiger gründlich zu erschüttern. Dieses Wirkungsfeuer wurde dadurch unterstützt, daß der Feind auch vielfach Gasgranaten verwandte und in den Pausen seines Sperrfeuers bei geeigneter Luftströmung Gas über unsere Stellung kunstreichen ließ. Den Verteidigern, deren Nerven durch das vieltägige Trommelfeuer ohnehin einer starken Belastungsprobe ausgesetzt waren, brachte das den weiteren Nachteil, daß sie während des erschöpfenden Wartens ans den Angriff auch noch beständig die Gasmaske tragen mitßten. Vom 25. bis 30. Juni steigerte sich die Beschießung zu einem ununterbrochenen Trommelfeuer. Es richtete sich gegen die ersten und zweiten Stellungen und die Artilleriestellungen, sowie gegen die Sommebrücken. Nach diesent siebentägigen Trommelfeuer hatten die Gräben der gesamten AngrZfs- front stark gewlitten.
III.
Am 1. Juli morgens 5 Uhr schwoll auf der ganzen Front von Gommeeourt bis Vermandovillers, am meisten aber unmittelbar nördlich und südlich der Somme das Trommelfeuer zu unerhörter Heftigkeit an. Verderbendrohend wälzten sich Gaslvotten ihni nach. Bon 9 Uhr an ward es deutlich, daß der Sturm unmittelbar bevorstand: Das Feuer prasselte hauptsächlich auf die vorderen Gräben. Um 10 llhr 30 Minuten verlegte der Feind es auf unsere zweite Stellung, und gleich daraus erfolgte aus der ganzen Linie der allgemeine Sturm.
In einem Teil der berannten Stellungen sielen dem Feind Gefangene anheim; zerschossene Maschinengewehre
und eingebaute Geschütze älterer Art wurden seine leichte Beute — diese selbstverständlich im letzten Augenblick von den Verteidigern gesprengt. Das Feuer der französischen Artillerie wurde durch Flieger gelenkt, welche aus geringer Höhe Bomben ans unsere Schützengräben warfen. Unsere Divisionen auf dem rechten Flügel der Südabschnittes hatten am Abend des ersten Schlachttages einen starken Ausfall an Arttllerie.
Trotzdem bedeutete für die Angreifer der exste Kampftag eine Enttäuschung. Ans allen Gefangenenaussagen geht hervor, daß Engländer wie Franzosen des festen Glaubens gewesen waren, der siebentägige Eisenhagel müsse die Widerstandskraft der Verteidiger bis ans den letzten Rest zertrümmert haben. Sie waren auf einen „Sparziergang" gefaßt gewesen und fanden trotzigen, hartnäckigen Widerstand, nmßten sehen, wie der vernichtet geglaubte Feind schwere blutige Verluste in ihre Reihen riß. Unsterblich wird der Ruhm der Männer bleiben, die nach solcher Tage Höllengraus noch unverzagt dem Feind die Stirn geböten, seine Pläne gleich im Beginn zerschlagen haben. In der Dankbarkeit des Volkes leben die ihrem Posten bis zum Tod Getreuen fort, denen der einstürzende Graben das Ehrengrab geworden ist.
An diesem ersten Tage des großen Angriffs haben die deutschen Truppen den nördlichen Abschnitt bis zur großen Straße Albert—Bapaume in seinem ganzen Umfange gehalten. Südlich der Straße gelang es den Engländern, an vielen Stellen in unsere vordersten Gräben einzudringen, während die Franzosen gar bis zu den äußersten Rändern der Dörfer Hardecourt uno Curlu vorstießen und wähernd der folgenden Nacht letzteres Dorf'ganz in ihren Besitz brachten. In dem Abschnitt südlich der Somme fielen den Franzosen unsere vordersten Stellungen in der ganzen Breite des Abschnittes zwischeil Somme und der Römerstraße in die Hand, ünd auch der Ortschaften Dompierre, Becqninconrt, Bussus und Fay konnte sich der Feind bemächtigen. Wie wenig aber der Gewinn des Tages den Hoffnungen der Engländer entsprach, geht am deutlichsten daraus' hervor, daß nach einem Angriffsbefehl, der sich bei einem gefangenen Enbländer gefunden hat, schon ant ersten Tage die Pinie Pntsieux—Miräumöilt—Martinpu ich erreicht werden sollte, eine Linie, die heute, nach sieben Wochen, an keinem Punkt ein feindlicher Soldat — es sei denn als Gefangener — betreten hat.
Während der Nacht vom 1. zum 2. Juli wurde auf deutscher Seite die Artillerie soweit angängig verstärkt. Viele außer Gefecht gesetzte GeschüPe holte die hin gebende Arbeit ihrer Bedienungsmannschaften noch im Lause der Nacht aus beit verlassenen Batteriestellungen zurück. Auch gelang es ohne Kämpfe und ohne nennenswerten Vertust, Jnfaitterie- vcrstärtungen in die gehaltene Zwischenstellung einzubringen.
Die Zeuertause der Grohhcrzoglich hessischen 25. Infanterie - Division im Gefecht bei Maissin.
(22. SCuffuil 1914.)
Am 18. August 1914 trat das 18. Armeekorps im Verbände der 4. Armee den Vormarsch durch dein Südzipfel von Belgien in westlicher Richtung an. Die beiden ersten Marschtage verliefen ohne Berührung mit dem Feinde. Erst am 20. August stieß die 21. Infanterie-Division nordöstlich Neufchatean aus zwei durch Infanterie verstärkte französische Kavallerie-Divisionen und zwang sie zum Rückzug in westlicher und südwestlicher Richtung.
Ter Vormarsch wurde am 21. fortgesetzt. Starke feindliche Kavallerie erschwerte dem Dragoner-Regiment Nr. 6 die Aufttärung in dein Waldgelände ivestsich und südlich von Ochamps. Für die Nacht zum 22. August nahm das Generalkommando, bei dem sich Seine Königliche Hoheit der Großherzog von Hessen befand, Unterkunft in Libramont inmitten des llnrerkunftsbezirks des 18. Armeekorps, von dem die Grostherzoglich Hessische 25. Infanterie-Division in Libin, Glairense, Ochamps und Recogne Ortsbiwaks bezog.
Am 22. August sollten die Flügelkorps der 4. Armee die Flanken der Nachbararmeen decken, die beide an greifen wollten, während die in der Mitte befitidliche-n Korps am Lesse-Abschnitt shier das 18. Armeekorps) und bei Neufchäteou eine Bereitstellung cinzu- nebmen hatten. Der Korpsbefehil wies die 21. Insanterie-Division auf die Höhen westlich Recogne. Von der 25. Division rückten die 50. Jnsantcrie-Brigade und das Feldartillerie-Regiment Nr. 25 nach Billance, der Divisionsstab mit der 49. Juso nie rie-Brrg ade, dem Frldattillerie-Regiment Nr. 61, zwei Kompagnien des Pionier- Bataillons Nr. 21 und der ^anitätskompagirrc nach Glairense. Sicherungs- nick» Aufklärungsabteilungen wurden vorgeschoben; das zunächst unsichtige Wetter und feindlick)e Kavallerie, die in dem Waldgelände gute Deckung fand, behinderten ihre Tätigkeit.
llm Klarheit über den Feind und dansit erhöhte Sicherheit zu versätaffen. erhielt die 50. Infanterie-Brigade um 10 Uhr vormittags vont Divisions-Kommandeur, Generalleutnant Kühne, den Befehl, das Tors Maissin zu besetzen. Das 1. Bataillon mrd die Maschinen geioehr-Kompagnie des Infanterie-Regiments 'Ihr. 118 wurden mit der Erfüllung dieser Ausgabe beauftragt. Ms sie sich gegen 1 Uhr nachmittags dein Torfe näherten, erhielten sie aus dem Ort, von den Höhen nördlich und aus den Wäldern südöstlich davon so starkes Infanterie-Feuer, daß noch das 3. und später auch das 2. Bataillon rechts, zwei Bataillone des Jnfanterie-Leibregimenls Nr. 117 links vom 1. Bataillon des Regiments 118 eingesetzt werden mußten.
Tie zweite Abteilung des Feldarttllerie-Regiments Nr. 25 unterstützte das Vorgehen der 118er und 117er aus Stellungen westlich Billance, ivährend die erste Abteilung zunächst zwei .Kilometer nordöstlich dieses Dorfes anfgefahren war. Da die Batterien von hier ans nicht wirksam in das Gefecht eingwisen konnten, machten die 1. und 3. Batterie Stellungswechsel nach dem Höhenrücken westliche Billance. Die 2. Batterie fuhr sogar ttotz heftigsten Jnfanteriefeuers auf der Höhe 372 nordöstlich Mäkssin auf, um das Gehölz Haut Mont unter Feuer zu nehmen, das von starker fran- zösischer 'Infanterie besetzt war. Auch die 5. Batterie ging später aus dieser Höhe in Stellung
Dank der wirksamen Unterstützung durch das Großherzogliche Artilleriekorps gelang es, das brennende Dorf Maissin zu stürmen. Nach mehrstündigem blusigen Hänserkanrpf war es gegen 5 Uhr nachmittags völlig rm Besitz der 50. Infanterie-Brigade. Auch die Höhe nördlich des Dorfes wurde genommen. Dann aber kam der Kampf zum Stehen. Dauerndes Flankenfeuer aus den Waldstücken Bolet und Chenet zivang dazu, das 1. Bataillon des Infanterien Leib-Regiment Nr. 117 auf dem rechten Flü-gal der 50. Brigade ein- zusctzen. Ter Südteil des Waldes Bolet ivurde vom Feinde gesäubert. Der Angriff sollte mm gegen das Waldstück Le Ho drei vor' getragen werden. Die 1. Batterie Felda rtillerie- Regiments Nr. 25 erhielt Befehl, zur Unterstützung dieses Angriffs einen Stellungswechsel von westlich Billance nach vorwärts vorzunehmen. Die
Batterie fuhr dicht hinter der Infanterie am Südrand des Waldes Bolet auf und wies zwischen 6 und 7 Uhr abends zwei französische Infanterie-Angriffe gegen den Nordflügel der Division ab.
Inzwischen waren auch die übrigen Teile der 25. Infanterie-Division ins Gefecht getreten. Aus die Nachricht von einem schweren Kamps des linken Fsiigelkorps der vierten Armee und vom Vormarsch starker feindlicher Truppen aus Gegend Bouillon und östlich davon in nördlicher Richtung, hatten das 18. Armeekorps und das 18. Reservekorps den Befehl erhalten, zur Deckung der rechten Flanke des im Anschluß an die fünfte Armee kämpfenden linken Flügelkorps dem Feinde entgegenziirücken, und zwar wurde die 21. Infanterie-Division nach der Gegend von Bettrir, die 25. nach Jehonville gewiesen. Die 25. Infanterie-Division erhielt diesen Befehl, als ihre 50 Brigade bereits im Wäldgelände beiderseits Maissin und um das Dorf kämpfte. Wenn man auch bisher immer noch glaubte, sich gegenüber nur feindliche Heercskavallerie zu haben, iüe tomf) Infanterie und Artillerie verstärkt war, so mußte doch dieser Feind beseitigt werden, ehe der befohlene Marsch nach Jehonville langetreten werden konnte. Tie 49. Infanterie-Brigade erhielt desl-alb den Befehl, sich inr Anschluß an den linken Flügel der 50. Infanterie-Brigade in den Besitz der Höhen westlich Antoy zu setzen. Das Felda rtillerie-Regiment Nr. 61 sollte sie hierbei aus Stellungen beiderseits Antoy unterstützen, ebenso wie das Feldartillerie-Regiment Wr. 25 auch weiterhin den Angriff der 50. Bri- gade begleiten sollte, die angewiesen wurde, die Höhen südlich Maissin zu nehmen.
Die 49. Brigade führte ihre beiden Reginrenter von Glairense nebeneinander vor. Der Lesse-Bach wurde überschritten und in seinem Grunde die Gliederung znm Gefecht vorgenommen. Vom Leib- ^?.^s.'2nfanterie-Regiment Nr. 115 gingen in der erffeit Linie die füsiliere und das 1. Bataillon vor: das 2. Bataillon und die Ma- schinengcwehrkompagnie folgten hinter dem rechten Flügel. Als die vorderen Bataillone den Höhenrücken nordwestlich Antoy überschritten, schlug ihnen ans den Wäldern westlich des Torfes heftiges Infanterie- und Maschinengewehrfeuer entgegen. Es entwickelte sich nun ein stundenlanges Feuergefecht, in dessen Verlaus es den Gardisten gelingt, schrittweise nach vorwärts Boden zu gewinnen und in die Wälder einzudringen. Schon bald sieht sich der Regimentskommandeur gezwungen, das 2. Bataillon rechts vom Füsilier-Bataillon einzusetzcir. uni im Gehölz Burnonbois die Lücke zwischen diesem und dem Jnsanterie-Leibregimewt Nr. 117 zu schließen.
Links vom Leibgarde-Jnsanterie-Regiment Nr. 115 gingen das 2. und 3. Bataillon des Regimeitrs Kaiser Wilhelm -Nr'116 vor Auch ste stießen sehr bald ans den Feind. 'Beim 2. Bataillon ttat gegen 4 Uhr nachmittags infolge unvermuteten heftigen Flankenfeuers ein ll einer Rückschlag ein. Da war es der Bataillons-Adjutant, Leumant Brendel, der in einem Hohlweg etwa 100 Mann zu- sammenrasfte und durch eineii Gegenangrifi die Franzosen zurückwarf. Das Bataillon drang dann weiter in den Wald ein und ge- wami hier Anschluß an das l. Bataillon des Regiments 115, das mittlerweile zusammen mit dem Lcib-Füsttier Bataillon den Bach- grund j'udöitlich Maissin überschritten und den Feind aus dem Walde Derrisre Horimont vertriebert hatte. Auch die Maschinengewehr- Kompagnie des Leibgarde-Jnfanterie-Regiments Nr. 115 war hier eingesetzt worden, sehr zur rechten Zett, um eine im Westteil des Waldes stehende französische Batterie, deren Feuer dem 1. Bataillon schweren Scki.rden zusügte, so niederzuhalten, daß sie durch die 4. Kompagnie des Regiments 115 unter Führung des Hauptnranns Pabst v. Ohain, gestürmt werden konnre. Durch das Waldgefecht wareii die Verbände stark vermischt: so kam es. daß Mannschaften aller drei Bataillone des Leibgarde-Jnsanterie-Regrments und solche des 2. Bataillons Jnfanlerie-Rcgiments Nr. 116 sich diesem Sturme anschlonen. In der erobetten Batterie entbrannte ein heftiger .Kamps, da französische Infanterie Gegenangriffe mtternahm, um die verlorenen Geschütze wieder zu gewinnen Hier starb der .Kommandeur des Leibgarde-Infanterie Regiments, Obentleutnant p : den Heldentod, als er hoch zu Roß feine Gardisten zu
zähem^ Widerstand anieuerte. Die iranzöstschen Angriffe scheiterten. Der Feind wurde geworfen und die Regimenter 11.5 und 116 drangen bis znm Westrand des Waldes östlich der Chaussee Mainin —Vallsenl durch. Rechts anschließend erreichte das Regiment 117 den Westrand des Gehölzes Haut-Mont
Naturgemäß hatre es das Feldartillerie-Regiment Nr. 61, das ben Angriff der 49. Infanterie Brigade unterstützen sollte, in dem Waldgelände nicht leicht, zur Wirkung zu kommen. Seine 2 Abteilung wa^ nördlich, die 1. Abteilung südlich Anton in Stellung gegangen. £>ie beschossen von dort feindliche Infanterie, die sich am den Wichdblöß«i ^tnd auf freiem Felde zeigte, und brachten auch tranzöwche Artillerie zum Schweigen. Die 1. Abteilung, und besonders die 3. Batterie nahmen hervorragenden Anteil an der Abwehr eines aus südlicher Richtung gegen Auron erfolgenden Flan- kenangtuffs eines französischen Infanterie-Regiments gegen das 1. Bataillon und die Maichineirgewehrkompagnie des Jnfantette- Regiments Nr. 116.
Hier ^ bei Anton beteiligten sich auch Landeseinwohner am Kamptz In den Getreidefeldern versteckte Heckenschützen ichojien aus die Erkunder der Artillerie und in die auffahrenden Bai- terien: mt Torf selbst beschossen Belgier die Aerzre mW den Ver- bandplatz des Regiment 116. Auch in Maissin hatte die Zivilbevölkerung am Kainpfe teilgenommen. und in Billance hatte am Vormittag beim Einrücken der vordersten Teile der 25 Infanterie- Division der Pfarrer hie Glocken geläutet und eine Fahne zum Kirchturm heraus gesteckt, wie denn nud; zur selben Zeit auf dem Kirchturm von Antoy eine Fahne erschien, um den Franzmen die Richtung des diwtschen Vormarsck'es anzuzeigen
Mlmäblich kam der Kämpf aus der ganzen Front der 25 Ti- mnon zum Stehen. Es wurde llar, daß man es nicht nur mit .veereskävalleric zu tun hatte, sondern daß die Division auf weit überlegene ferNdliche Kräfte gestoßen ivar. die sich dauernd ver- ltärkten. später ,teilte sich heraus, daß der Augrifi der 25 In- santerie-Division zwei französische Armeekorps ‘ getroffen hatte Besonders bedroht durch Uirffassung erschien der rechte ß^iigel der 50. Infanterie-Brigade nördlich Maissin. Er wurde deshalb nad) Dillanee zurückgenommen. Diesem Znrückgehen mußteii sich zunächst die andereii Teile der Briggs anschließen. Maissin wurde geräumt, nicht öhne daß es im Dorf nochmals zu blutigen Kämpfen gelommen wäre, da mehrere lmndert Franzosen aus der Kirck>e mrd den Hä»- fern heroorkameil, in denen sie sich bisher versteckt gehalten hatten Auch die südlich Maissin käinpfenden Teile des Infanterie Leid- reginrents Nr. 117 gingen zurück, um den Anschluß nicht zu mt* lieren. So sah sich auch die 49. Fnsanterie-Brigade geznmngen. ihr. stark duvcheinairder gekommenen Truppen auf Antoy'zurückznfubreu
Ler Feind driiugte nirgends nach. Er stand noch völlig unter dem ETindimck der wüchsigen Angriffe d<-r loschen Division Außer- dem lyhiberten ihn die Feldartillene Regimenter 25 und 61 die während der Nackt in Stellung blieben,' sowie die gegen Abend nordöstlich Villaus ausgefghrenen schivcren Feldhau Hitzen da tterten des 8. Reservekorps durch ihr Feuer am Vorgehen
Eine Uinsaisimg von dLorden war nicht mehr zu befürchten, ba die 15. Reserve Division bei Libin cingetrvffen war: sie braudäe nicht mehr ins Gefecht M treten. Dagegen nar es der übe, Wen. reufe unter Führung des Generalleut na,Mootz anmarschierendm 16. ReservS-Divifron vergönnt, noch i:> den Kamps einzugreifen Auf die Nackrickst. daß der r lue Flügel de,- 21 Jnfantmie- Dwisrvn bei Ockvrmps und der linkt stlügel der liesssschen Divijwn südlich Anton in schwerem Kampfe ständen, eittschloß sstch der Divisionskommandeur, in die Üücke ztmschen den beiden Divisionen zu marschieren Das Regiment der Vorhut traf rvcht^etsig


