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10.8.1916 Zweites Blatt
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SWettes Blatt

|66. Jahrgang

Erscheint täglich mit Ausnahme des SovmtagS.

DieGLetzener FamttiendlStter" werden dem

.Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das

Krcisblatt für den Kreis Sichen" zweimal wöchentlich. Die ..Lan-wirtschaftÜchek, seit- kragen" erscheinen monatlich zweimal.

r Anzeiger

General-Anzeiger für Gberheffen

Donnerstag. p. August M6

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'jchea Universitäts-Buch- und Steindruckecei.

R. Lange, Gießen.

Schriftleitung, Geschäftsstelle u.Druckerei: Schul- straße 7. Geschäftsstelle u.Verlag:^qK51,Schrift» leitung: d^112. Adresse für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen.

Die feindlichen Berichte.

Der französische Bericht.

Paris, 8. Aug., 3 Uhr nachmittags. Nördlich ber Somme verwirklichte die französische Infanterie, indem! sie <mf 6er Rechten 6cr britischen Truppen operierte, tnti Laufe des Angriffs dieser letzteren aus Gui l lenron t ein Vorrüct'eu östlich von Punkt 130 nördlich'! von Hardeooutt, tooüei sie etwa 40 Gefangene machte. Oesttich des Gehöftes Monacu versuchten die Teuffcksen vormittags zweimal die gestern von den Franzosen eroberten Graben wieder zu nehmen. Abgewiesen durch das Jnfantcriefeuer, zogen sich die Deutschen unter Zurücklassung zahlreicher Toten zurück. Die Zahl der von den Franzosen gestern in dieser Gegend gemachten rampsfälTigen Gefangenen betrugt 230, darunter zwei Offiziere. Auf dem rechten Maasufer begMin heute nachmittag witt>er eine Beschießung von äußerster Intensität. Tie Deutschen unter­nahmen um 5 lisch früh eine Reihe nichtiger Angriffe mit großen Trupvenbeständen gegen unsere Stellungen von Fleury bis nördlich des Werkes Thiarmwut, indem sie gleichtzeifig eilt Sperrfeuer mit 210-MiMnleter-Grcmaten hinter der französischen Linie ausführ­ten. Maschinen gelvehrfeuer hielt alle Angriffe längst der Straße Fleury uud in der Ortschaft auf. Llber es' gelang den Deut­schen nach einem 1 erbitterten Kampf, der fortdauert, im Wer? Thiaumont F u ß z u fass e n. (Der deutsche Tagesbericht vom 8. Mgust sprach von gesckieiterten feindlichen Angriffennord­westlich, westlich und südwestlich deS früheren Werkes Thiaumont".) In den Vogesen versuchiten feindliche Abteilungen an die franzö­sischen Gräben bei Senones heranzukommen. Sie wurden glatt durch Gewehrseuer verstreut.

Abends 11 VLXyt: Mrdlich der Somme erweiterten wir unseren gestrigen Gewinn, indein wir uns eines kleinen Waldes Md eines vom Feinde stark besetzten Grabens, nördlich des Hem- Waldes, den wir ganz halten, bemüchtigten. In diesen beiden Tagen eroberten wir nördlich der Somme endgültig die ganzu Grabenlinie aus einer Front von 6 Kilometer und einer Tiefe von mehr als 300 bis 500 Meter. In der Champagne wurden gestern am Ende des Tages nach einem heftigen Bombardement statte feindliche Abteilungen, die unsere Stellungen nordwestlich von Tahure und unsere kleinen Posten auf Punkt 195 angrifsen, unter Feuer genonrmen und zerstreut. Auf denn rechten Maas­ufer dauert der Kampf mit Erbitterung «ruf der ganzen Front von ThiaumontFleury an. Mit einer bemerkenswerten Kühnheit hielten unsere Truppen den Gegner auf intb wiesen ihn zurück. Der Gegner hatte versucht, durch seine Gegenangriffe uns von dem in den letzten Tagen nordwestlich und südlich des Thiaumontwerkes eroberten Gelände zu vertreiben. Unsere Truppeil, die hierauf ihrerseits zur Offensive übergingen, besetzten alle Grabenteile wieder, in denen der Feind im Laufe des' Kampfes ltttte Fuß fassen können, und drangen neuerdings in das Thiaumontwerk ein. An der Front VauxChäpitteLe Chenvis eroberten wir eine Grabenlinie und an gewissen Punkten zwei Linien der feindlich,en Gräben. Ter eine von ihnen wies etwa 100 tote oder verletzte Deutschst auf. Bei diesen verschiedenen Aktionen machten rvir imgefähr 200 krregsttichfige Gefangene, darunter 6 Offfziere, und erbeuteten 6 Maschinengewehre.

Flugwesen: Einer unserer Flieger schoß in? Laufe einer Ettündung einen deuffchen Apparat ab, der in Flammen in die feindlrche Linie, nördlich von Auberive, weder ging. Gestern gegen 9 Uhr warf ein deutsches Flugzeug vier Bomben auf Longwy. Fünf Personen der Zivilbevölkerung wurden verletzt, darunter drer schwer.

Der englische Bericht.

London, 8. Augiust, nachmittags 1 Uhr: Ter Feind ging nach seinen gestrigen fünf fruchtlosen Versuchen nördlich und östlich von Pozieres zu keinem neuen Fnsanterieangriff über: er beschoß jedoch mit seiner Artillerie diese Front und die anderen Abschnitte der Schlachtzone stark. In der letzten Nacht stießen unsere Truppen an gewissem Stellen des Drones-Waldes vor. Der Kampf dauert in der nächsten Umgebung von G n il l e m on t beim Bahnhof an. Im Südteile des Vorsprungs vonLeipzig" unter- imhnr der Feind einen. Angriffs versuch mittels Handgranaten auf unsere Lime. Cr wurde jedoch leicht abgewiesen. Nördlich von, Roclincoutt gelang es zwei imserer Sturmabteilungen, in die

U«ust, Wissenschaft und Leben.

Amerikanische Luftkriegmärchen. Keine an­dere Waffe wahrt in diesem Kriege so gewissenhaft und ehrlich die altüberlieferten Regeln des Zweikampfes, das ungeschriebene Ge­setz der Ritterlichkeit, wie die Flieger. Bon diesem Satz ausgehend, erzählen amerikanische Blätter nach englischen Quellen die fol­gende Geschichte, deren Held unser unvergeßlicher I m mel ma n rfl ist, und die verbreitet öder erfunden wurde, als er noch der Schrecken der britischen Piloten war. Sie stammt von einem englischen Flic- gevofiizier, dem Captain B. I. Slade, der seine Erzählung mit den damals in den britischen Flugparks oft zu hörenden Worten! begann: ^,Von Jmmelmann gefaßt und abgeschossen zu werden, ist keine Schande." Wie Slade berichtet, flog er mit seinem Lenker, Captain Darley, gegen die deutschen Stellungen, als sich Jmmel- mann plötzlich aus der Höhe auf sie stürzte, sein Maschinen gewahr in voller Tättgkeit. Ms den englischen Fliegern die drohende Ge­fahr zum Bewußtsein kam, war ihr Benzintank auch schon von einem Hagel von Geschossen durchlöchert. Sie konnten nicht weiter fliegen; es galt nur, schnell Tiefensteuer zu geben und der sicheren Erde zmustteben. Dabei war der deutsche Flieger ihnen immer dicht auf den Fersen und überschüttete ihr Flugzeug mit rasendem Feuer. Eine Kugel zerichmettette den Daumen' des englischen Pi­loten, und während die Gezagten und der Verfolger in wilder Fahrt durch die Luft glitten, wahrend Jnrmelmanns Maschinen­gewehr ununterbrockzen knatterte, mußte Captain Slade seinem Kameraden mit einem Taschenmesser den Finger amputieren,' Trotz der Verwundung gelang es dem Engländer, sein Flugzeug sicher zur Erde zu bringen. Als Jimn-elmann erkannte, daß die feindlichen Flieger am Leben waren, ging er auch nieder, landete, kam auf fie zu, uim ihnen in höflicher Form Hilfe anzubieteu: Er trenahnl fich sehr liebenswürdig," schreibt Captain Slade. Er ist ein Gentleman, und ich hoffe, wenn er einmal in unsere .Hand gerät, wird er als solcher behandelt werden . . So deut­lich diese Geschichte zeigt, welck-eu Ansehens und Respektes sich Held Jminelmann unter den englischen Fliegern erfreute, so trägt sie doch so offenkundig den Stempel der Legende, daß man sich nmtt- - dort, fie von der amerikanischen Presse ohne ein Wort des Kom­mentars rchernommen zu sehen. Wie kritiklos freilich in Amerika jedes Märchen hingenonrmen wird, wenn es nur ein bischen roman­tisch ausgeputzt ist, beweist auch die folgende kleine Fliegergeschichte, die gleichzeitig mit dem Jmmclmann-Abenteuer durch die ame- rilänfiche Pres>e geht, und die das ist auch bemerkenswert aus dem sonst einigermaßen verständigenManchester Guardian" stammt. Sw lchffderteine gänzlich neue Methode, der Gefangen­schaft zu entgel-eu" für die ein junger englischer Offizier angeblich ausgezeichnet wurde, folgendermaßen: Der englische Flieger war P-ztvungen, in den deutscl>en Linien nioderzugehen und wurde dort von einem deuNchen Offizier gefangen genommen. Mit bem Re­volver in der Hand zioang nun der Deutsche seinen Gefangenen, ihn an Bord des Flugzeuges zu einem Beobachtungsslug über die cngNschen Stellungen zu bringen. Nachdem er sich genügend umge­

ben tschen Linien emMidringen und dort einige Unterstände in die Luft zu sprengen. Ein feindliches Geschwader von zehn Flugzeugen versuchte gestern Unsere Linien ziu überfliegen, um eine Bombar- dierungSfahrt vorzuuehmen. Eine unserer Asngriffspattouillen, die aus vier Apparateii UffaMmengesetzt war, schnitt ihm' den Rückzug ab. Die feiulidchen Flugzeuge zerstreuten sich hierauf und zogen sich eiligst zurück, verfolgt von Unserer Patrouille. Zwei der deuffchen Flugzeuge wurden hinter ihren Linien zum Landen gezwungen.

Abends 11 Uhr: Wir erzielten südwestlich von Gnillemout wo der Kcnwps in der Nähe des Bahnhofs fortdauert, einen Fort­schritt von ungefähr 400 Vteder. Der Feind führte gegen unsere Gräben nordwestlich von Pozidres vier Angriffe aus, im Laufe derer er neuerdings Gebrauch von brennender Flüssiglstiteu machte. Tie drei ersten Angriffe scheiterten völlig, der vierte zedoch erlaubte ihm ungefähr 50 Meter unseres Grabens zu besetzen. Tie Deuffchen beschossen Longusval, den Foreux-Wald, Poziores und die Umgebung von Mametz. Auf dem Rest der Front ruhiger Tag, der Nur durch eine gewisse Asttilterietättgkeit im Vorsprung von Loos Und in der legend von Givenchy gekennzeichnet war.

Der russische Bericht.

Petersburg, 9. Aus. (WTB.) Amtlicher Bericht Vom 8. August nachmittags.

Westfront: Am S e r e t h befestigten unsere Truppen mit Erfolg das eroberte Gelände. In dieser Gegend wurden im Lause der Kämpfe vom 4. bis 6. August im ganzen an Gefangenen ein- gebracht: 166 Offiziere, 8415 Soldaten, ferner wurden vier Ge­schütze, 19 Maschinengewehre, 11 Bomben- und Minenwerser, sowie eine sehr beträchtliche Menge andeoen Kriegsmaterials erbeutet, An der StvchMdfront, in der Gegend von Swbyhwa kam ein Teil der Oesterreülker im Laufe der Nacht mit hock)gehobenem Händen in den Bereich eines ümserer Regimenter. Der Bataillons­kommandeur, Oberst Stevaneko, der sich den Oesderreichern näherte. Wurde verräteriMerweise getötet. Unsere Sckfll1>en erschossen die ganze österreichrwhe Wteilung. Südlich des D n j e st r griffen un^re Truppen auf einer Front von 25 Werst in Richtung Tys- mienica an und eroberten einen feindlichen Graben. Sie verfolgten den .Gegner überall kämpfend. Durch den unwiderstehlichen Druck unserer tapferen Truppen wurde der Gegner au der ganzeu Front geworfen. Wir besetzten die Stadt Thumäcz, die ganze Gegend östlich der^Stadt bis zum Dnfestt und eine Reihe von Höhen südöst­lich der Stadt bis zur Eiseiwahn Kolomea-Stanislau. Unser An­griff wurde durch Artillerie vorbereitet, welche die feindlichen Bat­terien mit Gasgeschossen beschoß. Sie wurden durch unser Gas vernichtet, Hütten auf zu feuern und verließen die Geschütze. Unsere Kavallerie verfolgte den Feind, der sich in Unordmmg znrückzog. In diesen Kämpfen machte eine unserer tapferen Divffionen etwa 3000 Deutsche zu Gefangenen und nahm mehrere schwere Geschütze, sowie eine große Zahl Maschinengewehre. Die Zahl der Ge­fangenen wächst. Die Gesamffumme steht noch nicht fest. Ebenso hatten die hek»«chaften Trwapen des Generals Letschitzky noch einen recht btträchtttchen Erfolg.

lAmtsicher Bericht 8. August abends.

Westfront: Südach des D n j e st r wird der bisher erzielte Erfolg von unseren Truppen weiter ausgebaut. Bei der ^rfol- gung des WndeS nahmen unsere Truppen die Stadt Niznion. im Sturm, ferner die Dörfer Bratysoow, Patabirze, Nadorozna, Czarnolocze und Orzywokuty, fmer den Flecken Ottynia, indem sie einen Teil des türken FV^e^ des besetzten Raumes an den Fluß Worvna, an welchem das Dorf TySmienica liegt, heranschoben. Vor dem Rückzug des Gegners wurden an verschiedMN Stellet Explosionen gehört; es scheint, daß der Feind Brücke» und Depots sprengte. Gefangene und Hftegsbeute sind gezählt. Die Zahl wird mitgeteilt, wenn sie abgeschlossen ist. Das von uns eroberte Ge­biet hat eine Fläche von ungefähr 166 Q-nadratwerft.

Der italienische Bericht.

Nom, 8. Aug. (WTB3 Nnürcher Bericht, wl danett die starke ArttkleEMgSch an. Auf der Hochfläche von gen wurde ein heftiger femMsier Eingriff im Gebiet des Monte Zebio zurückgeschlagen. IM Hochoordevole erneuerte der Gegner natt; heftiger Beschwhung seine Anst-vengungen gee/m unsere Stellungen am Monte Sief; er wurde mit schweren Bettnsben

schaut hatte, befahl der deuffche Offizier dem englischen Flieger, zu wenoeu und nach den deutschen Stellungen zurückzu fliegen. Der funge Engländer befolgte scheinbar den Befehl; er stieg höher und plötzlich schlug er in der Lust einen wunderbaren Saltomortale. Als er seine Maschine wieder ansttchtete, war er allein; der deutsche r / 't T Ml er hattt sich auf dem Sitz nicht festgeschnallt, und so war er ^pfuber in die Tiefe gestürzt. So schnell als möglich kehtte der Engländer zu den Seinen zurück. . . Wer der filhne Held und Dichter war, uud welcher Att seine Auszeichnung, das verschweigt der englisch-amettkanische Bericht. Mindestens ist der phairtasie- begabte Jüngling zum Ehrenmitglied derGuardran"-Redaktion ernannt worden, loenn nicht überhaupt die ganze tolle Geschichte auf ernenk Redaktionssessel in Manchester in aller Ruhe das Licht der Welt erblickt hat.

Symphonie-Konzerte in Brüssel. Aus Bttffsel wird uns geschrieben: Unter den vielsackien Knlturbesttebungen, me unter den: Pattonat des Generalgouverneurs von Bisfing fich weitgehendster Förderung erfreuen, nimmt die Pflege dcuffcher Mufik einen breiten Raum ein. So hat sich: jetzt ein gvoßes deutsches Symphonieorchester gebildet, das unter dcui feldgrauen Taktstock, wenn man so sagen darf, des Tübinger Uni- versitätsmufikdirektors Prof. Dr. Fritz Volbach steht. Ein Teil der Orchestervereinigimg soll die Unterhaltungsmusik be- stretten, die Hauptmrfgabe aber besteht darin, die großen Meister der deuffchen Tonkunst in würdiger Weise zu Gehör zu bringen. Es sind zunächst fünf derartige Konzette in Aussicht genommen, die nach der Zusammenstellung der Progvanmie und der Wahl bester Solisten einen durchaus fesUichen Charakter zu tragen versprechen. Der erste Abend ist nur Beethoven gewidmet und bringt Eugen d' Albert als Solisten. In einem Romantikerabeiid wird Paul Bender, München, singen, DaS dritte Konzert

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timmer wieder Mrückgedrärngt Am unteren Jsonzo dmiett der erbrttette Kampf gegenüber G ö r z unaufhörliche sott. Der Monte Sabottno und der Monte San Michele, die .Hauptpunkte, des feindlichen Widerstandes, sind von uns ganz erobett. Der Görzer Brückenkopf ftel ebenfalls in uiffere Hände. Unsere Geichütze beschießen die Stadt, um den Feind, der zwischen t>pi Häusern Deckung nimmt, daraus ^u vertreiben. Zu denz Tagen des 6. und 7. August machten wir über 6000 Ge- ßtugene, darunter mehr als 200 Offiziere, unter denen fich etwa 20 höhere Offiziere und ein Regimentskommandeur mit seinem Stabe befinden. Die Zahl der Gefangenen wächst andauernd. Wir erbeuteten außerdem elf Geschütze und etwa 100 Maschinengewehre und machten eine reiche Beute an Waffen, Munition und .Kriegs- Fetzten Nacht beschoß eines unserer lenkbaren Luttschisfe dem Eisenbahnknotenpunkt Opcima ünd warf auf ihn starker Explosivmittel, die, wie beobachtet wurde, große Zerstörungen hervorttesen. Das Lenklustschiff war dem Feuer zahl­reicher Abwehrbatterien ausgesetzt und wurde von zwei Flugzeugen ^6^riffen. deren Angriff es durch heftiges wirksames Feuer seiner Gffchütze abschlug. Es kehrte unbeschädigt in unsere Linien zurück. _ (gez.) Cadorna.

Kriegsbriefe aus dem Osten.

Telegramm unseres zum Ostheer enffandlen Kriegsberichterstatters, (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.)

Die Kämpfe bei Zarecze am Stochod.

Armee Linsingen, den 8. August.

In dem Gewirr der Stochod-Arme, die sich bei Arvecze Qusbreiten, hatten die Russen eine Anzahl Sanddünen westlich der Stochvd-Arme rm Sumpfgebiet besetzt. Bei dem allgemeinen russischen Angriff am 29. Juli gelang es ihnen, den Brückenkopf auszubreiten. Am 30. Juli warf sie ein Gegenangriff zurück, etwa 200 Gefangene wurden genracht. Am 1. August wurden zwei weitere Sanddünen gestürmt, 1 Stabsoffizier, 3 Offiziere, 73 Mann gefangen. Am 5. Aug. im Morgengrauen^ wurde die letzte Sanddüne südlich von Zarecze nach vierstündiger Artillerievorbereitung genom­men, 4 Offiziere, 300 Mann fielen dabei den Stürmern in die Hand, die Zähl der Maschinengewehre, die geborgen wurden, erhöhte sich auf 11. Zn der Nacht vom 6. zum 7. August suchten die Russen die Düne wi^erzunehmen. Es gelang ihnen, um 3 Uhr nachts einzudringen. Ein sofort einsetzender Gegenstoß warf die russischen Abteilungen wieder heraus, 1 Offizier, 60 Mann wurden gefangen. Zwei russische Gegenangriffe am 7. mittags und in der Nacht Vvm 7. zum 18 . brachen im deutschen Artilleriesperrfeuer zu­sammen. Die trockene Zusammenstellung der Kämpfe um die Dünen von Zarecze zeigt die Erbitterung, mit der an vielen Stellen der wolhynischen Front gefochten wird, zeigt aber auch, wie sich die russische Massentakttk selbst im Kleinen dem harten deutschen Willen beugen muß.

Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter.

Mitwirken imd im Schlußkonzert endlich wird unser gewattigstes symphonisches Werk seinen Glanz mlsstmtzlen: BetthovenS

Neunte Shmphvnie.

, DerZi^emnerba-vDn" in Lille. Aus Lille wird uns geschrieben: The neue Spielzeit beaann am 5. August mit einem Operetten-GaUpiel einer Berliner Gesellscliaft, und zmir mit Johann StraußZ iyeu n er ba ro n". Die überaus flotte Darstellung inl Verein nnt einer buichaus annehmbaren Milsi- rallscheu Wiedergabe sicherte dem eivig jimgen Werke bei der scldgrcnien Zuhürerschar eine gute Aiihnchrme. Deii Bar.mkay sang Hans Horsten; sein blühender Tenor überwältigte spielend alle Scbwiengkeiten der Rolle. Phlla Wolfs «war ihm sowohl stimnilich, itric auch im Tenipevament, eine alsichrvertige Sasfi Dem Schweinezüchtt-r Zsupmi verlieh Franz Groß zu den alten bewohrten Zügen einige neue von wirkimgsvoller Zvomik. Hugo Bryk leitete das feldgraue Orchester, das Wieden im fich brav bewahrte, mit Umsicht und Energie. F. U

Sericht»faal.

X. Vünav. 8. A«g. Bor batt Schöffengericht hatte sah fjasie der Kellner Hermann Mahre aus.Leipzig zu verantworten, der sich! in den großen Städten den Kellner-ArbeitÄiachweisen zvr Verfügung stellt und sich! von diesen als Aushilfskellner an Sonn- mtb Feiettagen an Gastwitte verschicken läßt, welche Arbeitskräfte üötig haben. Diese Gastwitte prellt er dann in raffinierter Weist. Zuerst läßt er sich für Wechselgeld Vorschuß geben, dann arbeitet er einige Stunden, unt dann kurz vor LokalschLuß, wenn er von den Gästen das Geld für Speisen und Getränke erhallen hat, zu verschwinden. Auf diese Werse hat er in Magdeburg, Lübeck und Hanau /,gearbeitet". Die in Lübeck verübte Straftat wurde in Hanau mit abgeutteilt und in Bettrcksichtigung der an den Tag gelegten Gemringefahrlichkeiten auf 10 Monate Gefängnis er- kanM. Slüch wurde er in Haft behalten.

Ein neues Schauspiel von Anton Oborn. Uns wird geschrieben: Der erfolgreiche Verfasser derBrüder von St. Bernhard" hat ein neues phantasttsches SchauspielDie drer Ruhelosen", in dem der ewige Jude, der fliegendä Holländer und der wilde Jäger auftreten und das mit einem Triumphe der Muttettiebe schließt, soeben settiggestellt. Das neue Schauspiel ist im Manuskript vom Stadttheater in Halle zur Uraufführung erworben worden. Wie wir hören, beabsichtigt Direk ^r Sa ch se, das Werk in altdeuffcher Holzschnittmanier zur Darstellung zu brmgen. H

.. .^Cervantes als Schlüsselautor. Eine Entdeckung die in ltteraruchen Kreisen das größte Interesse verdiente, falls fie sich tat,ächlich bewahrhettet, soll, nach den Angaben des Journal des Debats der bekannte spanisck>e Schttststeller Rivero in Madnd gemacht haben. Auf Grund lanqjähttger Forsching stellte er nämlick> fest, daß es sich bei allen Werken Cervantes mit Aus­nahme desGalatheo" um Schlüffelarbeiteu l-andelte, die, wenn fie von einem besffmntten Standpunkt aus gÄesen würden, auf leder Sette reict>es Material über die bekmmtestcn Zeit genossen des Cervantes lrefetten. Die Methode, um den Doppelstwi in den Werken des großen spanischen Dichters l)erauszufinden, wurde bisher allerdings noch nicht durch Rivero verüffenllickst B . ^ Museum für indianische AvciKiolv gie

in New York. Tie bisherigen Ergebnffst der arMoloaischeu amerikanijchen Forschungen in den früheren Äckianergebieten sollen nunnrehr in New Bork in einem 1 besonderen Aiuseum vereinigt werden, das als das erste seiner Gattung anzusehen ist. Die fffiamd- lammlung wird durch, die bereits 400 000 wimmern zählende Kollektion des Forschers George G. Heyes gebildet, der wie der Cicerone in seinem Bericht über dieses Rtuseum cmssühtt,' im Ver­laufe von 20 Jahren mehr als 30 Erptt>ikionen durch Nord- und Südamerika sandte, um! aus diese Weist das Material für da^ schon damals von ihw geplante Museum l-crbeizuschassen Znm Direktor des neiren Museums ist der bishcttge Leiter der Sanrm- Universitätsprofessor- il)Üarsl>all H. Saville, ausersehen Besonders Norden Frurdstücke aus Gold und Marmor qerübnrt, die hohen Krcnsffinn verrateii, solvie das Fragnrent einer indianischen Vase nnt Relieffiguren. Der Baugrund wurde von privater zur Verfügimg gestelll.

^ Air ^^ocr Casemcnts Schriften in beut - cmi C i r ^ ^ a schriftstellerische Erbe des ittfchen

Iltärtyr ers^R oger Casemeitt, das den Geist imd die Ansämunngen des VerseMers der irischen Freiheit voll und ganz wietz^'t, ist nunmehr in deutsckwr Ausgabe (im von Jös. SnSSr,

Gwßeu vor Münä-eu) erschienen Die vorläufig nngenannten Herausgeber haben die Schttfien Cafinnents in einem Bande ge­sammelt, dessen Jnlsalt für die dcutsclren Leser von dopoeliem Jntercfie erscheint, da er sowohl ein Bild des Menschen Ca sein ent gibt, wie auch Duvcl> das streng fnd)lid>c unb ansklännide ^nt trtelmnnmtenül die Anklage gegen die englisck»eii Madstluber und Ausbeuter des irischen Volkes -um erltenmal in moßgiMmdei und zusammenfassender Darstellung chrinuliert.