Ausgabe 
19.8.1916 Erstes Blatt
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Lord EreweS Beha«ptu«g über die deutsche U-Bootstaktik.

Werls«, 18. Aug (WTB.) Von unterrichtet« Seite wird wrsgeschnÄben: Hn- Crewe soll auf eine anscheinend bestellte Anfvagc im englischen Oberhaufe behauptet haben, dvedeutschen Unterseeboote häym Neamdmgs in süderi Fällen ohne Ä?^^i?E 5 ls,chchfe versenkt. Er lässt dabei durcbblicken, «N; vmrden Unterseebooten auf Rettungsboote mit Ueberlebenden der Schiffe gcreucrt worden sei. Tamil behauptet er, daß die Urrter- .seeboote mehrfach das Beispreeben gebrochen, da-, die deutsche Re- tzrerurlg rn der letzten Unterseeboots-^tote der amerikanischen Re- &at._ teilte Absicht ist durchsichtig. Er will erneut vre -L^Kieyungen zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten perguten um ftir England weitere Deckung hinter Amerika zu gi noen. J scaic Behanchtungen sind unwahr. Seine gewundene sKmavei^cjetgt chon, daß es ihm unmöglich ist, den Beweis für }?EL ' i v^ c ringen.. Besonders hingewiesen sei aber auf die nrchwwurdtgc Behauptung, deutsche Untersoebooie lstuten auf Flücht- trngc rn Lrcylftsvootcn geschossen. Diese Behauptung patzt zu einer ^Regterun^ dre stch schützend vor dieBaralong"- undÄinq Stephen -Mörder stellt und dasHeldenmädchen von Loos" für ernen gemerrven Mord mit einem' Orden ausgezeichnet hat.

Englische Ausfuhrverbote gegen Schweden.

^ 0 n ' (WTB.) Das Reutersche Bureau mal

chet: Wre inan erfährt, steht die Veröffentlichung ein« königlichen ««tron bevor, die eine VerhirLerung d« Ausfuhr 'war allen Gegenständen des täglichen Bedarfs Eommodittes, nach 'Lochweven zum Gegenstand hat, deren Ausfuhr gegenwärtig, ^wch nicht verboten war. Gleichzeitig wsird eine Kriegs- und Han- oetsamtsgencrallizenz für die Erlaubnis der Aussul)r von Gc- ^^^anden^s täglichen Bedarfs gegen Vorlage einer Garantie ^EielskvMTnission in Vorgeschrieoen« Form bei den Zoll- bekannt gegeberc. Die Beweggründe für den Erlas; dies« keml sollende: Unter der Ä^riegszollakte ha! die t Befugnis, von dem Exporteur die Beibringung d« pcachuxru zu l^rlangen, daß « alle denkbaren Vorsichtsmaßregeln chychen^ die von ihm ausgeführten Waren, gemäß den v-o,c iynl der der B«srach1ung abgegebenen Erklärungen verwandt frverden. Bon drei« Befugnis wird für die Waren, deren Ausfuhr i Verboten ist, reichlicher Gebrauch gernacht, weil d«en Be- Handlung vor d« Verfrachtung nicht derselben genauer: Prüfung -nrterworfen ist, wie bei den verboten«: Waren. Die schwedischen Bestrmrrnu-gen von: 17. April 1916 lassen für der: schwedischen Jm- wr^rr nicht zu, dem britischen Exporteur Mitteilung üb« die Beno enduu g der Gist« zu rnachen. D« britische Exporteur muß frei d« Forderung der btttisäien Zollbe- nast, d« Bekanntgabe der Verwendung d« Gut« oft zu gebm, datz « zur Beibringung der von ihm verlangten Beweis mcht rrn ftartbc ist. D« englische Exporteur setzte sich da- «mrrch vhneseme Schuld nur durch die Wirkung des schwedischen »G^etzeS schweren Strafen aus. Die englische Regierung könne :d^h« mcht, zugeben, daß die ihr gemäß d« Zollkriegsakte zu- . stehende BcguMns^zu toten Buchstabe:: gemacht wird, ohne daß sie ^ durchwandere Magiwhmen die Verwendung der Llusfulwgüter in ^geschrieben« Weise sicherst. Es sei dah« notwendig gewesen, d« geianste Mlsxuhr nach Schweden, von einigen ui:bedeutenden Ausnahmen abgesehen, von der Vorlegung ein« Garantie ab- ^än&ig zu machen, die von dem Inrporteur zu unterzeichnen und von der zuständigen Abteilung d« schwedischen Regierimg zu be- nach der lowohl an Wann: wie die aus ihnen herge- IteUber: Erzeugnisse aus Schweden nicht wieder ccusgeführt :o«d«:.

England und Holland.

, ^rnfterbam, 18. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Di- holländischen Dampfer mit Regierungsgetreide >tmrrden mul, rncmrr tn England zuruckgehalten .Das geschieht nun schon seit sechs bis acht Wochen An zwei Darnpsern hat das Getreide zu keimen begonnen

eisenbahn noch durch 25 MeiLm offene Steppe getrennt. Me wichtige Araberstadt und militärisch wichtige Station Baga- mojv, 35 Meilen nördlich Tar-es-Salam, wurde «obert.

Der Seekrieg.

Der Geburtstag de» Kaiser» Kranz Josef.

Wien 18. Aug. (WDB.) Der Geburtstag des un^Se in d« ganz«: Monarchie mit mchsvrdentstch« ,^ckichS«t durch Tagesreveille, Festgottesdirnste ^ mWnigtal^e Vev-n)talttngen für die Kriegssürsorge be«an- gemD^ffEchmund ubevcrus zahlreichen Privatgebäude all« Rm-es sind stvit Fahnen in den Reicks- und L«chessarbM, nebM welchen Fahnen d« Verbündeten slatt«n, ge-

^ Parteirichtnng, fci«n HersönlichLcrt ein «n^cr:des Band um ferne Unterünum schlm.^, dw nrrt unvermindert« Zuversicht u:ü> Treue «n stegrerch^ Ende des dem friedliebendsten aller barrscher auf- ^^^^^Epses unt« heiß«: Segenswünsche:: für .datz es ihm vergönnt sein den dem. Kriege folgenden Zeitabschnitt des Ausschoungs ^nl«chie zu erleben. Der Kai ser ioolmte mor- Lub^«^ß em^ sEen Messe bei und nahm vor-

bcs Ztv:s«l>auses entgeg«:. s^currrlientafel bei dem Röonarchen statt.

Pisfl zelebrierten Fesrgvttesdienst mrStt^i^dom wolprten alle Mrmst«, holien Staatswürd«: träger, b« "?tonom.«i Behörde:: und, Körp«fchaftcn und ein

bie Garnison«: fand«: in Ä^sdgottesd:«:sde statt, ebenso für die Schul- U1!b ^tteShünsem aller Riten wohnte eine ^ MensckMMienge den Gottesdiensten bei, die überall

7Mt d« Mmgung der Bolkshymne schlossen.

Aus Rumäuien.

tuna^^L n® 3 ? ® Kta5eil « d« "Bossischm Z-i

nal ^ ^ch ^Eegenhest, imt entern rumanrschen Staa ts- ^5un tü,« die augenblickliche Lage in Bukarest m

gut informiert angesel)«: w«den darf Staatsnkann erklärte u. a.: Am 16 . August sei d« n«:e V«-

u:L Runränien über beträchtliche UHi) 'Br-Dlgerste eudgüttsg! Mn: Abschluß gelangt -lprilcMomnren nnt Rum amen über (Rtreidelies«ungcn sei ^urchmstülwt. Zu den Gerüchten üb« eine a n - geblrch ern sie Verwarnung der Mittelmächte an

OTTuillül er P^ rtc d« Staatsmann, eine solche sei seines v^i^ffknswed« erfolgt noch^ habe eine Veranlassung dMu vorae- ^ Earc1 " t ^ wvhl, daß die Mittelmächte emen ruM^er als Preisgabe der Neuttalstät^^

sehen wurd-n und hob- muerlmlb der ruiuanischcn Remer>ma dar mu- dre erfoiLerlrchen Schlüsse gezogen. Wmudaher ein ftljgen- der^ Gackwnustauich seinen ungehinderten Fortgang nehme so ichernc kern Mister Grund zur Beunruhig,mg vorzuüegen 'Der gegensemgc WmMverkchr und di- daran sich kniwsend^n srna^

"ch m Rekordziffern. Am Vornbend emlchncrdender Erergnrffe Nnrrde sich Rumänien Nwhl weder s^ner L-ben-mittelvorrate «ttledrgen, noch in grotzem Unrf.nnge JndrffZ" erzeugnrssc omr den Mrttelmächten einffrhren können

Die Wahle« in Griechenland.

- , Bern, 18 Aug. (WTB. Nichtamtlich.)Temps" zu. folge finden die grtechischSn Wahlen am 27 Sen. tember statt. ' v

Die amerikanischen Kriegslieserungen.

Berlin, 18. Aug (Priv.-Tcl.) DasBcrl. Tagebl" meldet aus dem Haag: Nach demEvenrng Standard'' be- trügt der Gesamtwert der K r i e g s l i e f c r u u g e n , die dutch bte Entente m Amerika bestellt wurden und deren Liefirung bis ,n das FruhfHr 1918 hincinreicht, etwa 600 Millionen Pfund Sterling. Kaum die Hälfte dieser Bestelluir- gen wurde ausgefichrt.

Die Kämpfe in Oftafrika.

London, 18 . August. (WTB.) Meldung des Renlerschen ^ivaus. Bericht des Generals Smuts: Unsere Truiw«^ die vo« den Nguru-Bergen vortwangen, sind jetzt von d« Zentral-

Berlin, 18. Aug. (WTB.) Wie wir hören, hat der K a i i c r dem Kaprtänlentnant Walter F o r st m a n n, Kom­mandanten eines Unterseebootes, in Aiierkennung seiner her- vorragerrden Erfolge im Unterseebootskriege den Orden Pvur le merite verliehen.

Berlin, 18. August. (WM8.) Zu d« V«leihung des Or­dens pvur le m6rite au Kapitänleuttrai:t Fv rstmann in Airer­kennung ragend« Erfolge im UntersoLwvtskrieg «fahren

wrr, datz ,>7orsyiwnn bisher nicht weniger als 100 feind- Hl e Sch isfe mit 260000 Tonnen, barunt« mehrere Kriegs- Ichrsse, Beivachungsdamps«, Kr:egsmat«ialdampf« und bewaff­nete HMdelsfahrzeuge versenkt hat. Er hatte in vielen FälDm Gefechte mrt feindl:cl)en bewaffneten Dandelsdanipfern und erwehrte Nch errolgreiff) den listenreichen engUscl-en U-Bootsallen. Der Wert d« von Forstmann versenkten .Kriegslxmdelsschiffe samt ihr«: La­dung«: betaust sich auf rund 600 Millionen Mark.

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L oTtbon, 18. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Nach ein« Lloyd­meldung :st d« spanische DampferPagassari" (3287 sonnen) zum Sinken gebracht worden.

London 18. Aug. MTB. Nichtamtlich.) Der russische Kampfe rK o v d a" und dieitalienischenSeglerLo- ren zo ,D onato" unbS an Antonio" sind gesunken.

M§ dem Reiche.

Eine Berichtigung Dernburgs.

owr ^ Erl in, 19. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) MeNordd. AUg Ztg." hat fvlgeirde Zuschrift erhalten: Bestlin-Grunc- wald, 18. Airgnst 1916. In alldeutschen Blättern wird eine Erzählung verbreitet, wimrach ich kürzlich bei einer Reise :rach der Nordvstftoitt in Li bau einen 23 ot- trcig gel)alten habe, in den: ich eine Anlehnnna an Eng­land empfohlen hatte. Dieser Vortrag sei einer allgemeinen Ablehnung begegn-et. Diese^Geschichte ist von Anfang bis zu Ende erfunden. Hochachtungsvoll Dr. Dernburg, Staats­sekretär a. D.

Berlin, 18. Äug. (WTB. Nichtamtlich.) Der Reichs­kanzler macht im ,,Reichsanzeiger" bekannt, daß für die bei der Entrichttmg der au ß eror dentli ch en Krirg s- abgabe an Zahlungsstatt anzunehmenden 4V»proZentigen Schatzarllveisungen der Kriegsanleihen des Deutsche:: Reiches ein Kurs von 96.50 Prozent zugrunde gelegt wird.

Berlin, 18. Aug. (WTB. Nichtamttich.) Tie Reichs- sackstelle gibt imReichsanzeigett' bekannt: Der Verkauf leerer Säcke durch Sackhändler und an Sackhändler ist durch besondere, 2Zerfügung geregelt. Die Genehmigung der Reichssackstelle ist nicht erforderlich, ivenn leere Säcke von dem Verbraucher an einen anderen 2Zerbraucher in Mengen bis zu 100 Stück ab gesetzt werden.

Berlin, 18. Aug. (WTB. NichiarnMch.) Zum Waren­umsatzstempel schreibt dieNordd. Mg. Ztg.", daß der Mgabe ersttnalig alle Zahlungen unterliegen, die der Inhaber eines stehenden Gewerbes in der Zeit vom 1. Ok­tober bis 31. Dezember 1916 fstr die aus seiner inländische:: Niederlassung gelieferten Ware:: erhält, g<n:z gleichgültig, ob Zahlungen für Waren geleistet werden, die vor oder nach dein 1. Oktober geliefert worden sind. Entscheidend für die Mgabepflicht ist allein der Umstand, daß die Zahlung unter der Herrschaft des Warenunftatzstempelgesetzes, also nack) dem 1. Oktober 1916, geleistet wird. Auf Bestellung und Lieferung kommt es nicht an.

Aus Stadt rrttd Land,

Gießen, 19. August 1916.

Sonntagsgedanken.

Zwei Jahre Krieg haben uns an vieles gewohnt. Wir ind reich geworden an ft:rchtbarer Erfahrung. Unsere Kin­der reden von Dingen, die wir Alten in langem Leben nicht gekannt haben. Sie wissen 2Zescheid in SckMtzengräben und Unterständen, erm Horchposten und in der Televhonzelle des Stabsguartiers. Sie haben ^aus Wort und Bild^ sich eine 2Zorstellung von Fliegerbomben und Luftkampf gebildet. Sie können erzählen vom Trommelfeuer und dem Zischen, Pfei fei:, Sausen der verschiedenarttgen Geschosse, von Gasbom­ben und Gasmasken, von Minen und Torpedos. Sie haben mtt zrtternder Spannung unsere U-Boote begleitet, sich ge fragt und gesagt, wie es sich da leben läßt in der Meeres- ttefe, haben des Augenblicks gewartet und ihn nnt erlebt, als wären sie dabei gewesen, an dem der kecke Angriff er­folgte. Die Liste ließe sich noch weit verlängern. Das alles ist nun z-u alltäglicher Kunde geworden'. Kaum sagen wir ums einmal, daß wir von dem allen vor einer gar lange:: Zeit nichts gewußt, zum nnrwesten rrur wie von erttfernte:: Mög­lichkeiten davon vernmnmen hätten. Haben wir uns dann nicht an den Krieg selbst gewöhnt? leben nun in ihm, rich­ten uns auf ihn ein, als könnte es gar nicht -anders sein? Die Zeiten ur:serer mancherlei Altvvrderen auf Bergen und im Bärenfell könnten darm wiedergekehrt zu sein scheinen und der Krieg wäre nicht das unerhörte Erlebnis, das die lange Friedenszeit der vierzig Jcchre jäh abbrach, er wäre der Zustand, in dem wir nun eimnal leben im$> sterben müßten wir und unsere Kirüier!? '

Eier es gehört doch wenig Besinnung dazu, diese Frage zu verneinen. Mehr als anderthalb Monate nun schon tobt d:e Schlot an der Sonrme. Ebenso lange die arrdere im Osten. Das sind Schlachten, wie sie kein Kriegsvolk ver­gangener Zeiten erlebt hat, wie keines sie m:ch nur für möglich gehalten hätte. Es ist eine Steigerung des Kriegs erlebn:sfes über alle frühere Kriegserfahrung, ja auch nock: über alle bisherige Erfahrung dieses Krieges hinaus Ke:ne ^ahne daheim hat den Rrchm dieser Taten veEndet' ke:n Glockeirgeläut hat den Dank für diese Verteidigunas- s:ege über alles Land hin erschallen lassen. Der Kaiser l at an der Westfront de:: Truppen seinen Dank gesagt In vielen Herzen, hoff ich, haben Millione:: dähern: es mit ihm getan. W:r staunen, wie es mir nützlich ist, rvie diese Mensch- he:t, tue man noch vor kurzem für nervenschwach oder nerven überreizt hielt, das aus^uhalten vermna. Wir staunen und ernpfind-e:: es wie eine Befreiung vor: schwerem Druck daß all das Gerede von einer erschlafften, in der Stickluft e:nes Klllturüberflusses entmannteu Jugend sich als eilles OKrede erwiesen hat. Wir können rwch ertragen und ent­behren, noch das Unerhörte leisteii, wenn die Pflicht es fordert, noch Leib und Leben fröhlich wogen, wie nur ie ein Üarkes, ftisches Geschlecht zuvor es' vermochte.

Und demwch: das spüren wir Wohl, zu einem Mtäa- l:chen, einem gewohnten Lebenszustand kann uns das nie­mals werden. Gerade die furchtbare Steigerung träat die Gewähr dieser Unmöglichkeit in sich. Es mag nvch dauern,

so lang es soll und mag. Wir wissen heute, daß wir es! aushalten werden, daß die Kraft des Willens uns nicht erlahmen roird. Aber solch einen üüieg führen wft nicht uin des Krieges willen, nieniäls aus Freude an Kampf imb Gs i ft merklMrdig, und es ist doch lvirklich so: denn Krieg, gerabe in seiner Unerbittlickcheit, in seinen rnierhörtLn Anforderungen an das ganze Volk, d«fer Volkskrieg darunr i)t der untrügliche Beweis für die hohe Schädigung der Güter des Friedens. Für sie geben wir 2Ant und Leben, zum Sck)ich delitscher Arbett und deutschen Wesens. Im Bewußtsein dieses Zieles macht Friedensfehnsucht uns stark :m Kamps. Eck.

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Gerftenpreise.

Der Höchstpreis für die Tonne inländischer Gerstx ist E'ch d:e Verordnung des 2kundesrats vom 24. Juli -1916 >Reichs <^>esetzbl. S. 824) für 2^erkäufe durct) den Erzeuger b« Lieferung bis zum 31. August einsästießlich auf 300, Mark, für die Zeit vom 1. bis 15. September auf 280,, Mar: festgesetzt. Für die Zeit nach dem 15. September werden niedrigere Preise festgesetzt werben, die rnrch bei vorher abgeschlossenen Erträgen Anwendung finden sollen, 1 orve:t sie bis zum 15. September noch nicht erfüllt sind.

Höhere Gerstenprerse als die vorstehend bezeichneten sind! zugelassen für Wintersaalgerste, soweit die besonders erlasse­nen Besttmmungen über den Verkehr mit Saatgerste auf Saatkarte innegehalten werden, sowie für Gerste, die ans Bezugsscheine abgegeben wird. Besttmmungen über den Handel mit Scnttsomnrergerstx werden später erlassen wer­den. Vorläufig ist der Haüdel hiermit zu Ueberpreisen ver­boten. Der Bezugsscheinankauf dient vorzugsweise zur Versorgung der (Graupenmühlen sowie der Betriebe, die Gersten- oder Malzkaffee, Preßhefe -oder Malz-ertE Her­stellen, der Brauereien und Brennereien. Sämtliche Gersten- Dezugsscheine werden der Reichs-Gerstengesellschast m b. AEElin W 8 Wilhelmstr. 69a, zur 2Zerfügung gestellt, an d:e such alle contingmtterten Betriebe zum Zwecke ihrer Ver­sorgung mit Gerste zu wenden habeu Der Reichs-Gerste::^ gesellschaft sind lvegen der Höhe der Zuschläge, dre sie beim Erwerb von Gerste aus Grund von 2)ezugsscheinen bezahlen darf, binde:che Anweisungen von dem Präsidenten des Kriegsernährungsamts erteill worden. Nach diesen An­weisungen ist d:e Reichs-Gerstengesellschast ermächttgt, für gute, wockene, reine Qualitätsgerste aus Bezugssck-eine einen Mrrchschnittspreis von 320 Mark für die Töune zu zahi-

Fm Interesse der Herbeiführung einer beschleunigten Abluferung von Gerste ist die Reichs-Gerstengesellschaft außerdem ermächttgt, bis auf weiteres, allerdings voraus- ftSEck) mix für kurze Zeit, eine Fr::hdrusck>Präntte von 20 Mark für dre Tonne zu zahlen, so daß zunächst ein Gerstenprers von 340 Mark für die Tonne zur Zahlung ge­langt. Für Gerste, welche während dieser Zeit rncht zur Äb- lreserung gelangt, wftd dann zunächst der Durchscksuittspreis von 320 Mark gezahlt werden. Zum Ausgleich für die an- fanbliche Preiserhöhung infolge der 0>ewährung einer Früh- drusch-Pramie ist beabsichtigt, für tum letzten Dell der von den Landwrrter: abgelieferten Gerste einen entsprechenden Prersabschlag eintreten zu lassen, so daß für die Tonne zu­letzt 300 lNark gezahlt werden. Sofern die Gerste oen vor­stehenden Anforderungen an Qualttätsgerste nicht voll ent- spricht, aber doch über Futtergersterusualrtät hinausgeht, xoll «m entsprechend geringerer Zuschlag zum gesetzlichen Höchstpreis gezahlt werden. Für Oberste, dre nur für Futter­zwecke geeignet ist, darf der gesetzliche Höchfwreis nicht über- schrrtten werderr Etwa rwch aus früheren Erntejachren vor­handene Gerste ist gemäß der Bekanntmachung vom 17. Ja­nuar 1916 (Reichs-Gesetzbl. S. 40) zu enteignen und der Uebernahmepreis um 60 Mark für die Tonne zu kürzen. Das Vorhandensein solcher Gerste lZaben die Aufkäufer der Reichs-Gerstengesellschast der zuständigen 8)ehörde zwecks Einleitung und Durchführung der E::teignung anzuzeigen.

Im vorigen Jahre betrug der Höchstpreis für Futter­gerste 300 bis 360 Mark, der Preis für Oualitätsgerste bis zu 400 Mark. Mit Rücksicht auf die bessere Ernte sind diese Preise, wie oben angegeben, wesentlich herabgesetzt worden. D:e rm Vorjahre eingetretene nachträgliche Preis­erhöhung hat in weiten Kreisen der Landwirtschaft zu ttef- gehender Erbitterung aeführt. Es ist datier beabsichtigt, an den angegebenen, im Laufe der Zeit sinkenden Preisen für das laufende Erntejahr unter allen Umstäniden festzuhalten. Den Landwirten kann daher in ihrem eigenen Interesse nur empfohlen werden, ihre Qualitätsgerste sobald als möglich an die Aufkäufer der Reichs-Gerstengesellschast m. b. H. zur Ablieferung zu bringen, damit ans diese ZAeise der vorüber­gehend vorgesehene Preis von 340 Mark für sie nutzbar genracht wird.

2Imtl:che Personalnachrichten. D« Charakte, als Rektor wurde erteilt zum 4. August dem Hauptlehrer an de: Volksschule zu Wornrs Georg Rieß.

** Auszeichnung. Dem Unteroffizier Karl Weller aut Gießen, im Feld-Art.-Rgt. Nr. 8, wurde die Hessische TapserkeitS- Medaille verliehen.

^^Nachmusterung. Wie mir erfahren, ist eine Nach. Musterung der bei früheren Kriegs:nusttrungen nur gar nison- bezw. arbeitsvenvendungsfähig oder zeitig gar- nison- bezw. arbeitsverwendungsunfähig erklärten Wehr- pflichttgen (einschließlich der auf Reklamattvn usw. Zarrück­gestellten) in Aussicht genommen. Ob die bei früherer Kriegsmusterungon für dauernd gcrrnisorr- und arbetts- verwendungsunfähig erklävten Wehrpflrchttgen (sogenanntt D. U.) nachgemustert werden, ist noch unentschieden.

** Jungwehr. Samstag, 19. August: Abmarsch 8Uhr Oswaldsgarten nach d-r Hardt. Sonntag, 20. l. M., 10 Uhr Untersuchung Turnhalle der Ober-Realschule. Mittwoch. 23. l. M., wie letzten Mittwoch.

** JungWettkämpfe. Am kommenden Sams­tag, 26. l. Mts., 4 Uhr, finden auf der Hardt die Wettkämpfe der Schulen unserer Stadt nnt denHin den. burg - Schild" statt. Alle Schulen beteiligen sich mit Gruppen aller Altersstufen. DerHindenbUrg-Schild" wurde im letzten Fahre von der Mittelstufe des Realgym- nas:ums gcitHmnen und ist jetzt von dieser zu verteidigen. Anr darauffolgenden Sonntag, 2 7. l. Mts., finden ebenfalls auf der Hardt die ersten Aussche: dungs- kämpfe zwischen Jungmannen des Kreises Greßen statt. Der Abmarsch erfolgt um 1 Uhr von Oswaldsgarten. Am folgende:: Sonntag, 3. Septbr find ebendort die Ausscheidungskämp fe für Inn a- mannen der Provinz Oberhessen. Der Abmarsch findet um 1 Uhr ebenfalls .von Oswalds garten statt Das Gau turnen ist vormittags, so daß Jungmannen, die daran tellnehnren, dam: nachmittags sich an den Ausschei­dungskämpfen bet«l:gen können. Die Endwettkamp fe für Jungnrannen :m Bezirk des 18. Armeekorps finden Sonntag, 10. September, in Frankfurt a. M statt.

.. Opfcrwilligkeit unserer Feldgrauen I Kon eumtt unserer üefer wird uns mitgetellt: 'Anläßlich