Unruhen in Irland.
Berlin, 9. August. (Priv.-Tel.) Die „Bvssische Zeitung" meldet aus Amsterdam: Nach einen: Bericht aus London ist in England in der ganzen vorigen Woche keine Po st aus Irland ein getroffen. Auch der Reiseverkehr mar an mehreren Tagen nngestellt. In c^üdirland sollen Strastenunruhen und Zu- sammenstöße mit dem Militär stattgefunden haben. Die Aufständischen halten überall Protestversamnttungen gegen die Hinrichtung Casements ab und fordern das irische Volk zur Rache auf.
Die Kämpfe in Aegypten.
London, 9. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des 'Reuterschen Bureaus. Amtliche Mitteilung aus Aegypten. Die Verfolgung des Feindes im Katia-Bezirk dauert fort. Es sind noch mehr Gefangene gemacht morden. Die Nachhut des Feindes hat sich jetzt auf eine Linie zurückgezogen, die in nordsirdlicher ' Richtung auf Birelabd, 15 Kilometer östlich von Katia verläuft.
Bon den französischen Sozialisten.
Bern, 9. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) „Hunrcmite" veröffentlicht die gestern vmn der französischen Zensur urrter- drückte Resolution der Minderheit des Landes aus schusses der sozialistischen Partei Frankreichs. Sie spricht davon, daß die Völker den Frieden herbeisehrrten, die für den Krieg verantwortlichen Regierenden diesen aber fortsetzten und über die Kriegsziele beharrlich nur allgemeine Worte und doppelsinnige Redensarten hätten. Sie gibt der berechtigten Unruhe über die herausfordernde Rede Poincares in Nancy und über die Ansprüche des russischen Imperialismus Ausdruck und verlangt, die französische Regierung solle unverzüglich ihre und ihrer Verbündeten Kriegsziele bekanutgeben und jeden Ver- mittelungs- oder Schiedsgerichtsvorschlag günstig anf- 'ehmen.
Ein holländisches Hetzblatt.
Amsterdam, 9. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Das hiesige Propagcrndablatt der Entente hat ein neues Feld für seine Hetzereien gegen Deutschland gefunden, es eifert nämlich gegen die deutschen Minder, die nach Holland kommen, i^m hier ihre Ferien zu verbringen. Schon seit einiger Zeit hat „Telegraaf" durch tendenziös gefärbte Berichte über die Ankunft deutscher Kinder in den holländischen Grenzstattonen und durch Veröffentlichung übertriebener Zahlen das Publikum auf diese neueste Propaganda vorbereitet Nun zieht er in einem Leitartikel gegen die Kinder zu Felde, und da er sich anscheinend dieser Heldentat doch etwas schämt, sucht er seine Hetze damit zu entschuldigen, daß die deutschen Kinder zwar wegen ihrer Entbehrungen in Deutschland zu bemitleiden seien,
1 aber Tausenden von unterernährten holländischen Kindern ibr Brot Wegnahmen. Um dem Kinderfcldzug einen hochpolitischen Stempel anfzudrücken, vergißt das Blatt nicht, daraus hinzuweisen, daß England es den Holländern an: Ende verübeln könnte, daß sie deutschen .Kindern Gastfreundschaft gewährten und damit der engliscl/en Ans- hungerungspolittk entgegenwirkten. Die Leiden der deutschen Kinder, schreibt „Telegraaf". sind sicher sehr zu bedauern, aber die wirksamste Hilfe, die man ihnen bieten kann, ist, den Krieg di:rch eine möglichst rasche Aushungerung Deutschlands zu verkürzen.
Znrnckgekehrte AnsLarrschgefangcne.
Aachen, 8. August. (WTB. Nichtamtlich.) 62 deutsche A u st a u sch verwUn det e trafen heute nachmittag 7 Uhr 37 Min. auf dem Bahnhof Aachen-West über Hcxck van Holland ein. Sie wurden von den Spitzen der Militär- und Zivilbehörden und dem Borstande des Roten Kreuzes in herzlicher Weise empfangen und bewirtet. Vorher hielt Generalmajor Biug ge eines tiefergreifende Ansprache, die in ein Hock) aus dm Kaiser ausktang. Alsdann verlas der Vertreter des .Kriegsministeriums, Hauptmann John von Freyend Begrüßungsielegramme der K a i s e r i n , des Königs von Bayern sowie des Großherzogs von Hessen. Unter den Heimgekehrten befinden sich fünf Sanitätsoffiziere von der Schutzttuvpe in Südwestafrika bezw. von der Schutztruppe in Kamerun sowie vier Sanitätsmannschaften aus .Südwestafrika. Im übrige:: sind die Heinrgekehrten in der Hauptsache Verwundete aus der S v m in e s ch l a ch t; unter ihnen befinden sich viele Bein- und Armamputtette. Nach der Bewirtung wurden die Heimgekehrten im Lochnerhause untergebracht, wo sie während der nächsten Tage verbleiben werden.
Die Stimmung im bulgarischen Heere.
Sofia, 8. Aug. Tie Zeitung „Kambana" veröffentlicht eine UnterredungmitSchekow, in der der Generalissimus seine Zuversicht ausdrückt und die Fortschritte hervothebt, welche das bulgarische Heer gemacht habe. Er sagt: Artillerie und Munition haben wir im Ueberfluß. Die Zahl der Soldaten ist erhöht worden. Ter GesuMsettstznstand ist tadellos. Uebnng und Erfahrung haben den kriegerischen Wert gehoben, aber über allem steht die unbegrenzte Kampfes freudigkeit An der Front denkt jeder Soldat nur an die vaterländische Pflicht. Wenn ich ausruhei: will, gehe ich an die Front unter die Soldaten. Tort zeigt alles Mut und Frische und Zuversicht. Ich kehre von meinen Besichtigungen immer mit dem unerschütterlichen Vertrauen zrwück. daß wir mit solchen Soldaten die ganze Welt besiegen konnten. Das Pflichtgefühl, die Liebe zum Vaterlande und der Glaube an die Größe Bulgariens wurzeln ttef bei Soldaten und Offizieren. Ich kann nur sagen: Wehe dem, der wagt, unser Land zu betreten! Sie kämpften tapfer gegen Serben. Engländer und Franzosen für die Befreiung Mazedoniens. Sie werden aber mit Erbitterimg und Wut kämpfen, sollte jemand versuchen, uns die Früchte unseres Sieges zu rauben, welche wir so sorgsam hüten weil sie Teile unseres Körpers und Blutes sind. Wir dürfen auch nicht vergessen, daß wir das Glück haben, Schulter an Schulter mit den ritterlichen Deutschen, Oesterreichern. Ungarn und Türken zur Wahrung unserer Rechte, für die Freiheit und den Triumph der Zrvckffati-ou zu kämpfen. Ms Grund des' Bündnisses, imd der wvhlversta::denen Interessen sind die Feinde unserer Verbündeten (ukö unsere Feinde. Ms zuM letzten Augenblick, bis zirm letzten Blutstropfen tverden wir treue und aufrichtige Verbündete bleiben. Wie ich. so erkennt jeder bulgarische Soldat die Bedeutung des Mstvrpchen Augenblicks. Er ist sich der Verantwortung vor den gegenwärtigen und zukünftigen Generationen bewußt, weil alle wissen, daß heute od§r nientals Bulgarien triumphieren kanw Deshalb beha:cpte ich voll :merschütterlicher Zuversicht, daß kein Bulgare der heiligen Vaterlandspflicht untre::, und jeder gegen t^n Femd schießen wird, wer er buch sei, woher er auch komme Ter billqarische Soldat ist die feste Bürgschaft endgültigen und vollen Lneges, welchem eine Epoche dauernden Friedens und der kulturelle:: Entwicklung, sowie des wirtschaftlichen Fortschritts und natwnalen Aufschwungs folgen wird.
Die Haltung Rumäniens.
Bukarest, 9. Aug. (WTB.) Meldung des K. K. Telegraphen- und Korrespondenz-Bureaus. Zwischen dem rumänischen Hauptausfuhr-Ausschuß unter dem Vorsitz des Ackerbauministers Constantinecu und den Vertretern der .Mittelmächte ist über den Ankauf von Braugerste und Erbsen der diesjährigen Ernte eine Einigung zustande gekommen. Zur Verfügung stehen annähernd 2000 Eisern bahnwagen Braugerste. Der Preis für die Erbsen wird auf «5600 Lei für die Eiseubahnwagenladuug, der für Braugerste auf 4500 Lei festgesetzt.
Explosion in einer rumanrftyen puivcijaova.
Bukarest, 9. August. (WTB. Nichtamtlich.) Heute mittag ereignete sich eine große Explosion in der Pulver- und Waffensabrik von D u d e ft bei Bukarest. Nach noch unbestätigten Meldungen sind mehrere Offiziere uni) Soldaten tot und viele verwundet. Der König und der Krieasmttüster begaben sich sofort an den Schauplatz des Unglücks, dessen Ursache noch unbekannt ist.
Aus Griechenland.
K o n sta n t in o p e l, 9. August. (WTB.) Zn nnterrch- teten Kreisen wird eine Meldung aus Saloniki verbreitet, nach der Ankunft des serbischen Kronprinzen habe der Merverband Griechenland die Wahl gestellt, es möge entweder eingreifen oder das griechische Maze- donien werde bis zur Befreiung Altserbiens König Peter als Herrschaftsgebiet zuerkannt. Zaimis'habe die Antwort bis nach den Wahlen verschoben.
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Bitlfs und Musch von den Türken besetzt.
Konstantinopel, 9. August. (WTB.) Bericht des Hauptquartiers.
Kaukasus-Front: Die russische Streitmacht, die sich infolge der Ungunst der Wege und Verbindungen, sowie oer durch die Witterung geschaffenen Schwierigkeiten seit einiger Zeit in der Gegend von Bitlis und Musch einrichten konnte, wurde nach und nach zum Rückzug gezwungen. Sie ließ Kanonen, Gewehre und Gefangene in unseren Händen Zurück. Der Rückzug ist eine Folge der heftigen Angriffe und des Druckes, den die ans unseren rechten Flüge! kämpfenden Truppen seit einer Woche mit Erfolg auf die außerordentlich steile Hügellette ausübten.. Tie Bergkette südlich von Bitlis und Musch, die der Feind -bereits vollkommen befestigt hatte und die er jetzt hartnäckig verteidigte, wurde gleichfalls vorgestern von uns vollständig eingenommen. In der Nacht vom 7. zum 8. August ergriffen unsere Truppen von der Ortschaft Bitlis, am Morgen des 8. August von Musch Besitz. Im Nahkamps ergaben sich am 7. August morgens südlich von Musch zwei .Kompagnien feindlicher Infanterie mit Waffen. Unsere Truppen verfolgen den Feind, der in Richtung auf den Fluß Murad flieht. Im Zentrum und aus dem linken Flügel keine wichtige Kampfhandlung. Von den anderes Fronten liegen keine Berichte vor.
Bom Roten Halbmond.
Konstantinopel, 9. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Der Rote Halbmond veranstaltet im November und Dezember eine Ausstellung. Der Präsident Exzellenz Dr. Bessim Omer Pascha reist am Samstag nach den drei verbündeten Hauptstädten um ihre Beteiligung zu verabreden.
Der Seefrieg.
London, 9. August. (WTB.) Lloyds meldet aus Cette: Der griechische Dampfer „Achilleus" ist am 5. August 1 Uhr nachmittags auf der Höhe von Kap Bagur von einem Unterseeboot versenkt worden.
-Berlin, 9. August. (WTB. Amtlich.) In der Zeit vom 31. Juli bis 5. August hat eines unserer Unterseeboote in der Nordsee dreizehn englische Fischdampfer und einen englischen Negierungs-Kohlendampfer versenkt.
Aus dem Reiche.
Tagung des Bundesratsausschusses für auswärtige Angelegenheiten.
München, 9. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Die „Bayerische Staatszeitung" schreibt über die Tagung des Bundesratsausschusses für auswärtige Angelegenheiten: Wie wir erfahren, tagte im Reichskanzlerpalais in Berlin gestern nachmittag und heute vormittag unter den: Vorsitz des bayerischen Staatsministers Grafen Hertling der 'Bundesratsausschuß für auswärtige Angelegenheiten, der während des Ktteges schon wiederholt zusammengetteten ist. um von Zeit zu Zeit Mitteilungen des Reichskanzlers über die allgemeine politische Lage entgegenzunehmen. Der Reichskanzler gab auch diesmal eine eingehendeTarstellung der gesamten politischen Lage, wobei alle schlvebenden Fragen zur Sprache kämm. Der Bnndesratsansschuß begegnete sich mit dem Reichskanzler in unerschütterlicher Siegeszuversicht und gab seiner vertrauensvollen Zusttmmung zu der von dem Reichskanzler vertretenen Politik einmütigen Ausdruck.
Aus Stadt un6 Land.
Gießen, 10. August 1916.
** Amtliche Personalnachricht en. In den Ruhestand versetzt wurde ant 2. August der Lehrer Arthur Wolfs zu Balkhausen, Kreis Bensheim, auf sein Nachsuchen, wegen geschwächter Gesundheit, mit Wirkung vom 16. August 1916 an. — Aus Grund der Vereinbarung mit den Landständen ist dem Schulamts- aspiranten Johann Raab aug' Nieder-Olnt einstweilig eine Lehrerstelle mit Wirkung vom 1. August 1916 ab übertragen worden. — Ter Gvoßhe^og hat am! 9. August 1916 den Amtsrichter bei dem! Amtsgericht Ober-Iwgellieim, Anttsgerichtsrat Tr. August Ostern, zum Amtsrichter bei dem Amtsgerickst Mainz und den Gerichtsassessvr Franz- Sausen aus Mzey, zuweit im Heeresdienste,. zUm Amtsrichter bei dem Aintsgericht Ober-Ingelheim, beide mit Wirkung vom 10. August ds. Js. ernannt.
** Kreisalntspersonalien. Für besondere Verdienste in durch den Krieg bedingten Alngelegenheiten wurde vom Groß- herzvg das K r i e g s e h r e n z e i ch e n verliehen dem Großh. Kreisamtsbureauvorsteher Kanzleirat Schiffnic, dem Grvßh. Kreisamtsgehilfen Ewald, den Kreisamtsbureaugehilfen H e b e l e r und Schüllermiann und dem Kreisamtsschreibgehilfen Registrator Hasen zahl. Tie gleiche Auszeichnung erhielt der Provinzial- und Kreiskasserechiner Kauß.
** Auszeichnungen. Mit der Hessischen Tapferkeitsmedaille wurde der Vizefeldwebel Karl Rühl, Sohn des hiesigen Oberpostschaffners Heinrich Rühl, zurzeit Maschinengewehr-Kompagnie Inf.-Rgt. 88, ausgezeichnet. — Abteilungsveterinär Dr. Hugo Docter, Hamburg, Inhaber des Eisernen Kreuzes, und der Hessischen Tapferkeitsmedaille, erhielt als weitere Auszeichnung das Hamburgische .Hanseatenkreuz". — Dem Kriegsfreiwilligen Gefreiten Karl Heck, 4. Kompagnie Jnf.-Regt. Kaiser Wilhelm, wurde für freiwillige erfolgreiche Patrouillenunternehmungen das Eiserne Kreuz verliehen.
** Auszeichnungen für Polizeibeamten. Se. Kgl. Hoh. der Gr o ß h e r z o g haben dem Polizeisekretär Pfeffer, dem Polizeiwachtmeister K i m m e I, dem Kriminalwachtmeister Zink, dem Gewerbeschutzmann Krause und dem Schutzmann Schmidt I. das Kriegs-Ehrenzeichen verliehen.
** Gi>eßener Volksküche. Mit dem heutigen Tage sind zwei Jkhre verflossen, seitdem die Gießener Volksküche, eine Abteilung des Allgemeinen Vereins für Armen- und Krankenpflege, ihre Wirsiamkeit begann. Dank vielseittger Unterstützungen konnte die Volksküche allen Anforderungen genügen, imd diese waren wahrlich nicht gering, mußten doch oft bis zu 800 .Portionen Essen am Tage geliefert; werden. Die Ausgabe geschah bis jetzt nur mittags und wird von nächsten Montag an auch abends stuttfinden. Das Essen kann ab geholt oder im Hause verzehrt werden. Die Portion kostet 10 Pfennig. Für die Abfertigung der Gäste und Beaufsichtigung der vielen Kinder, welche im großen Saale des Hauses gespeist werden, hat sich eine Anzahl Damen zur Verfügung gestellt. Es soll, nachdem
reicyttchere Mittel an Hauo gegeben wuroen, va itmöc*.- fürsorge für die Folge in erhöhtem Maße Rechnung ge- tragen werden, um die Jagend nach, Möglichkeit zu kräftigem Es wird das Arbeitsfeld der Volksküche am Jahrestage ihres Entstehens erweitert, und ihr die Möglichkeit gegeben, ihre Aufgabe zu noch.größerem Segen der Allgemeinheit durchzuführen.
** Leder kar ten für die Verteilung des freigegebenen Bodenleders können auf dem Stadthaus, Zimmer Nr. 16, während der Geschäftsstunden in Empfang genommen werden. Auf Grund der Karten müssen die Schuhmacher sich bis zum 12. August 1916 bei einem Lederhäudler oder einer Rohstoffgenossenschaft des Kommissionsbezirks einschireiben lassen. Leder kann künftig nur bei dem Lederhändler, bezw. bei der RoWoffgenossenschast bezogen werden, bei denen die Einschreibung erfolgt ist. Bezugsberechtigt sind nur Schuhmacher, die das Gewerbe als Hauptberuf betreiben.
** Vorzügliche Kapitalanlage als Vorbereitung für die nächste Kriegsanleihe. Die Reichsbarrk verkauft durch ihre Anstalten Reichsschatzanweisungen mit Fällige keitsterminen zurzeit bis 20. Oktober in Beträgen von 1000 Mark und höher unter Vergütung von 43/t Prozent vom Tage der Einzahlung äb. — Auf am 30. September fällige Schatzenweisungen/ die zur Einzahlung auf die KU erwartende fünfte Kriegsanleihe verwendet werden und in Verwahrung der Reichsbank bä erben > wird ein VorzUgssatz von 41/3 Prozent gewährt.
** Die Zahl der Postscheckkunden ist Ende Juli 1916 im Reichspvstgebiet auf 129 583 gestiegen. (Zugang im Monat Juli 6 308). Auf den Postscheckrechnungen wurden im Juli gebucht 2 637 Millionen Mark Gutschriften und 2 612 Millionen Diark Lastschriften. Bargeldlos wurden 3 064 Millionen Mark des Umsatzes beglichen. Das. Gesamtguthaben der Postsch-eck- kundcn bettug im Juli durchschnittlich 340 Mllionen Mark. Im Ueberwe:sungsverkehr mit dem Auslande wurden 5,4 Millionen; Mark umg-esetzt.
** I n russische Gefangenschaft geriet der Landsturrn- mann Schulverwalter Heinrich Hahn aus Gießen.
**GegenBrand boMben. In der letzten Zeit ist wiederholt in der Presse aujs die Gefahren hingewiesen worden, dre unserer Ernte durch feindliche Flie gerbombe n droh en. Wenn diese Gefahr für den hiesigen Bezirk auch nicht beßonderss groß ist, wegen der großen Entfernung voM Kriegsschauplatz und weil ein großer Teil der Ernte bereits eingebracht ist, so wollen wir doch mittcilen, daß nach Auskunft von sachverständiger Seite die einzig zuverlässige Maßnahme zum Löschen von Brandbomben das Bewerfen mit Sand, Erde oder dergleichen ist.
** Städtischer Eierverkauf. Freitag, den 11. August 1916, werden für die Bvotmarkenbezirke V—VIII Eier abgegeben. Näheres siehe Anzeige.
** Städtischer Speise kartvffelverkauf. Der von der Stadt Gießen in der Hosreite Asterweg 25 eingerichtet« Kleinverkans von Speisekartoffeln wird am Freitag, den 11. August, nachmittags 6 Uhr, geschlossen.
** I m Lichtspielhaus, Bahnhvfftraße 34, wird bis zirm 11. August ein großes Sensationsdroma in 5 Akten, „Sata n Opium" gegeben, das' die Verderblichkeit dieses Lasters vor Augen fühtt. Ein malerisches Naturbild „Von der östlichen Riviera"' leitet zu emem entzückenden Lustfviel in 2 Akten, „Der Entführer", über. Ein ergreise:ü)es Lebensbild „Durch die Flammen",' eine Ki:werhumoreske, Hänschen als Schiedsrichter und die neuesten Kriegsberichte der Eiko-Woch-e bilderr den Schluß der sehenswerten Spielsolge. Von Smnstag den 12. Llugust ab wird ein großes Drama in 4 Akten, Der Lautenmacher 'von Mittenwald vorgesühtt.
** Knochen, Rindersüße und Hornschläu che. Auf Verlangen des Kriegsansschusses für Oele und Fette in Berlin hat jeder, der gewerbsmäßig Rinder, Schafe und Schweine schlachtet, die anfallenden frischen Knochen und Rindersüße, soweit sie nicht dein Verkauf als Fleischbeilage im Schlächterl<ü>en an das Prrblikirm dienen, dem Kriegsausschuß für pflanzliche und^trerische Oele und Fette, G. m. b. H., Abt. Knochcnverwerttmg, ptft. A . Knochen- stelle, Berlin NW. 7, Dorotheensttaße 35, täglich anzarmeldcn, bis im Einzelfalle eine besondere Vereinbarung mit dem Kriegsansschuß über fortlaufende Zuteilung des Gefälles an bestimmte Betriebe getroffen ist. Die weitere Veräußerung solcher frisck>er Knochen und Rinderfüße in der bisherigen A,tt ist bis zum Eintreffen der Ainreisungen des Kriegsansschusses gestattet.
** Das h e u ti ge Kr e i s bl a tt enthält mehrere Bekanntmachungen über Säcke, ferner eine Bekanntmachung betreffend Zulassung von Motorbooten zum Verkehr, eine solche die Selbstversorger mit Brot und Mehl betreffend und verschiedene Bekanntmachungen, die sich mit Metallen und metallischen Produkten beschäftigen.
Landkreis Bietzen.
Wa. Allend 0 r f, 10. Aug. Mit dem Eisernen Halbmond wurde ausgezeichnet Gefteiter WitlftTied Petry. Er hat früher in Frankreich gekämpft uird befindet sich seit September v. I. als Freiwilliger in der Türkei. Er war auch bei Sedd-ül- Bahr und auf Gallipoli.
" Beltershain, 10. Aug. DaS Eiserne Kreuz 3. Klaffe erhielt der Garde-Füsilier, jetzt Richtschütze Karl fiaun-' v a ch in einer Maschinengewehr-Kompagnie. Er hat den Winter über in Galizien und seit Frühjahr in Frankreich gekämpft.
# Seuetn, 10. Aug. Aus dem Felde der Ehre starb am 3. Juli durch Kopfschuß, nachdem er 18 Monate im Felde stand, der Leutnant der Res. Karl Rauch, früher Lehrer an hiesiger Schule. Er war am 11. September 1893 zu Lützel-WiebelSbach i. O. geboren und verließ 1913 das Seminar in Friedberg.
Grüningen, 9. Aiug. Unserem Gemeindere-chner Wilhelm Arnold wurde vom Großhntzog das Kriegsehren-eichen verliehen. Arnold hat sich bereitwilligst bei kriegÄvirtschaftlicheir Arbeiten an zuständiger Stelle dienstbar gemacht und ist auch als Vorsitzender des Kreisrechnerverbandes und Inhaber sonstiger 'Äemter eine in Fachkreisen und ackch sonst bei der Bevölkerung wegen seiner Fähigkeiten geschätzte Persönlichkeit.
**AuS dem Kreise Gießen, 9. Aug. Dem Bürgermeister R a n l t zu Grünberg und einigen anderen Bürgermeistern des Kreises Gießen wurde vom Grobherzog das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift ^Für Kriegsverdienste" verliehen.
Kreis Büdingen.
ab. Düdelsheim, 10. Aug. Unteroffizier Hermann S ch n i e r l e im Reserve-Pionier-Bataillon Nr. 32 erhielt die Hessische TapierkeitSmedaille. DaS Eiserne Kreuz erhielt er bereits schon früher.
A Kohden, 10 Aug. Richard Lind von hier, der als aktiver Unteroffizier bei Kriegsbeginn mit dem Feld - Artillerie- Reginwnt Nr. 61, 5. Batterie, ins Feld zog undEschon vor längerer Zeit das Eiserne Kreuz erhielt, ist zum etatmäßigen Wachtmeister befördert worden.
A Nidda. 10. Aug. Lehrer Fritz Geiger von hier, Unteroffizier bei einen: Infanterie-Regiment im Westen, wird seit dem 20. v. Mts. vermißt, ebenso Metzgergeselle Heinrich Orth von hier seit 16. Juli. Beide nahmen an der Somme an den schweren Kämpfen teil.
# Bonhausen, 10. Aug. Auf dem Felde der Ehre starb der Gardefüsilier Wilhelm Heß.
# Wolf. 10. Aug- Den Heldentod stccrb im Westen der Gefreite Henrich.
Kreis Alsfeld.
oz. Alsfeld. 10. August. Dem Bizefeldwebel Karl Du- chard wurde Idas Eiseanre Kreuz zweiter Klasse verliehen. — Pionier Kaspar Rinninsland, Pionier-Regiment Nr. 25, wurde mit der Hessischen TäpferkeitsmeHaille ausgezeichnet. — Dem Ersatzreservisten (Finanzamtsgehilfen) Hermann Bender, der seit dNobilmachung unter der Fahne steht, wurde für tapferes Verhalten vor dem Feinde das Eiserne Kreuz zweiter Klasse verliehen.
oz. Ermenrod, 10. Aug. Der Infanterist Karl Erbes von hier wurde mit dein Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Früher schon wurde ihm die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehe«


