GAube d«S Armjeekomnulndos imd befuckfte dann ben beulfrfmt Ko-nful Heinze. Itirt 1 Uhr nachmittags reifte bei» Generalfeld- Warschau weiter.
Große Truppeirvcrschieburrgen in Snd-Beffarabieu.
Berlin, 8. Aug. (Priv-Tel.) Die „B. Z. a .M." meldet aus Bukarest: Nach hier einge§angenen Meldungen sind in Süd-Be ssa r a b i en wieder große Tr upperisch iebungen bemerkbar. Zahlreiche Truppen befinden sich ebenfalls längs der befestigten Linie Reni—Bender— Mermann. In Süd-Bessaräbien sollen über 300 000 Soldaten zusamnien gezogen sein. Die Schwarze-Meer-Flotte erhielt Befehl, sich mit größerem Kohlerworrat auf verschiedene Punkte zwischen den Donauhäfen Wilkow und Akkernnrnn zu konzentrieren. Der Zweck dieser militärischen Maßnahme ist vorläufig unbekannt.
Ein Besuch des englischen Handelsministers in Italien.
Rom, 8. Aug. (WTB.) Nach einer Meldung der „Agen- zia Stefani" trifft der englische Handelsmiuister Runci- man heute in Italien ein, um im Namen seiner Regierung über wichtige, im Interesse der beiden verbündeten Völker liegende wirtschaftliche Fragen zu verhandeln. Der Handelsminister Denava und der Minister für Seetransporte Arlotta sind von der italienisck)en Regierung beaufragt, die Beratungen mit Runciman zu führen.
Der türkische Bericht.
Koustantinopel,8. ?lug. (WTB.) Anttlicher Bericht vom 25. Juli 1332 (türkischer Zeitrechnung):
AnderJrakfront keine Veränderung.
In Persien wurde ein.« vom rechten Flügel unserer Armee am 23. Juli in drei Kolonnen angesetzte Unternehmung gegen zu- samrnengezogene russische Kräfte östlich von Kermanschah mit Erfolg fortgesetzt. Ms zum 24.Juli abends waren die Russen endgültig gegen Kankaver, in Richtung auf Hämadan zurück- geworfen. Diese zweitägigen Unternehmungen haben sich folgendermaßen abgespielt: Unsere gegen Säßna im Zentrum vor- gchende Kolonne nahm! im Sturm die feindlichen Verschanz-ungen, die sich in der Umgebung von Hcrdfiabar und Nadirabad befanden. Ter Feind versuchte sich in seinen Stellungen westlich des Dorfes Bisotoni zu behaupten, mußte sich aber infolge unserer scharfen Verfolgung und des von uns gegen seine iFront und seine Flanken aus- jgeübten Druckes in der Richtung auf Sakna zurückziehen. Am 24. Juli wurde die Verfolgtutg bei Morgengrauen wieder ausgenommen, ohne daß dein «Feinde, der an verschiedenen Stellen Widerstand zu leisten sich beintühte, Zeit gelassen wurde, wieder zu Kräften zu kommen. Schließlich vermochte der iFeind sich ttt der Ortschaft Sakna (50 Kilometer östlich von Kermanschah) nicht zu behaupten und ging nachmittags in der Richtung Kankaver zurück. Während dieser Zeit befand sich unsere südlich der Straße Kermanscha — Ö«mabßn vorgehende Abteilung in 'Fühlung mit russischen Kräften bei Maroß (19 Kilometer südöstlich Sakna). Unsere Abteilung am linken Flügel ging nördlich in der gleichen Richtung vor und rvarf den Feind zurück, der sich nach Songour (60 Kilometer nordöstlich Kermanschah) zurückzog und sich dort festsetzte, wogegen unsere Abteilung am rechten Flügel sich Maroß' bemächtigte. Unsere Truppen im Zentrum befanden sich gestern abend 15 Kilometer östlich von Sakna. Unsere Kräfte warfen östlich Sakna zusammengezogene feindliche Truppen gegen Osten weiter zurück.
Kauka su s front: In den Abschnitten von Bitlis, Musch und Oguot hat sich die von uns eingeleitete Offensive zu unseren Gunsten weiterentwickelt. Durch unsere gegen Bitlis' an- igesetzten Angriffe fielen alle feindlichen, rM Süden den Ort beherrschenden Stellungen in unsere Hände. Ein gleichfalls gegen! den Feind, der sich aus den uutzugänglichen Bergketten, acht Kilo- nteter südlich von Musch befand, angesetzter Angriff war erfolgreich. Der Feind winde gegen Musch zurückgewvrfen. Unsere östlich Musch gegen Norden angesetzten Truppen erreichten Muoradsou. Bei dem gestrigen Angriff füboriltcfc von Ogn-ott wurden 200 Soldaten gefangen genommen und abermals eine Kanone und vier Munltions'kästen ^erbeutet. Im Zentrum verlangsamte sich die vom! Feinde gegen verschiedene Stellen unserer Front östlich Erzin djan-Kilkitt gerichteten Angriffe, denen unsere Truppen stcmdhielten und bei welchen der Feind schwere Verluste erlitt.
In den Gewässern von Smyrna näherte sich! ein seind- . licher Monitor Fotza, mußte sich aber infolge unseres Feuers entfernen. Einige feindliche aus der Höhe den Tscheshme on- gckkommene Schiffe, von welchen ein Kugzeug aüfstieg, das erfolglos einige Geschosse auf die Küste warf, zogen sich schließlich sämtlich in Richtung Kios zurück.
Aegyptische Front. Unsere in Richtung Roumani angesetzt- Ettundigimgsabteilung erreichte die feindliche Linie, richtete trotz heftiger Beschießung von vier .Kriegsschiffen an der Küste E von MouhaMedie einen kühnen ErkUndigungsan- griff gegen starke feindliche, aus verschiedenen Beständen zusammengesetzte Truppen und kehrte dann in ihre Stellungen bei Katia zurück. Hierdurch ermutigt, versuchte der Feind unsere in der Umgebung von Katta zusammengezogenen Truppen an- zugreifen, wurde aber mit schweren Verlusten zurückgeworfen.- Einer unserer Flieger zwang am 24. Juli ein feindliches Flugzeug in der Umgebung von Monhamedie zum Niedergehen und zerstörte es. Unsere Flieger belegten erfolgreich den Hasen von JsMailie und dort befindliche Gichäude mit Bomben. Feindliche Reiterei, die aut 22. Juli im DeftlßeAboudierg östlich Suez angriff, wurde nach achtstündigem Kampfe zurückgeschlagen. Gewehre imb Bajonette wurdär erbeutet.
Konstantinopel, 8. August. (WTB.) Türkische Truppen besetzten, über Kermanschah hinaus vorrückend, gestern Sahna rrnd arrdere auf der Straße nach Hamadan gelegene Ortschaften.
Ei« englischer Bericht über die türkischen Angriffe in Aegypten.
London, 8. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Anttlicher Bericht aus Aegypten. Britische Truppen sind in Fühlung mit der türkischen Nachhut sechs Meilen östlich von Katia. Luftüberfälle cai\' Port Said und Suez haben nur wenig Schaden und geringe Verluste an Menschenleben verursacht.
Die russisch-englische Politik in Persien.
Kopenhagen. 8. August. (WTB.) Nach einer Meldung der Petersburger Telegraphen-Ägentur haben die Gesandten Rußlands und Großbritanniens in Teheran und die persische Regre- ^uug am 6. August Noten ausgetauscht, durch die zwischen den drei Ländern ein Einvernehmen erzielt ist, das die freundschaftlichen BeziehunAen von England, Rußland und Persien endgültig befestigt und verschiedene Fragen der finanziellen und militärischen Organiatsionen Peftiens für alle Teile günstig löst. Was letztere betrifft, so »vird sie in Nordpersien durch die Entlvicklung einer persischen Brigade mit Hilfe russischer Instruktoren und in Südpersien durch Bildung genügend starker Kontingente mit Hilfe englischer Instruktoren verwirklicht werden.
Eine türkische Anleihe.
K »-riskant inopel, 8. Aug. (WTB.) Im Amtsblatt wird eine Gesetzesverordnung veröffentlicht, durch welche das Fi n an zm iniftenium ermächtigt wird, bei der deutschen Regierung einen Vorschuß von 25 Millionen Pfund aufzuuehmen. Hiervon sollen 20479 000 Pfund in in Gold rückzahlbaren deutschen Schatzscheinen flüssig .gemacht und der Verwaltung der türkischen öffentlichen Schuld übergeben werden, wpgegen Kassenscheine im gleichen Betrage ausgegeben werden sollen. Das Finanzministerium wird weiter ermächtigt, von diesen Kassenscheinen 5 Millionen Pfund der deutschen Regierung in Konftantinopet als Darlehen zur Verfügung zu stellen.
Der Seekrieg.
Kopenhagen, 7. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Die „National Tidende" mekdet aus Kri stian'ia: Gestern nacht wurde vor Arendal ein norwegisches Schiff aus Kttsttania von einem deutschen Unterseeboot angehalten. Da gleichzeittg «in englischer Dampfer au stauchte, gab das Unterseeboot das norwegische Schiff ftei, brachte den englischen Dampfer auf imb fuhr mit ihm südwärts davon.
London, 8. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reu- terschen Bureaus. Der norwegische Dampfer „Spiral" (1378 Bruttotonnen) ist torpediert worden.
London, 8. Äug. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyds meldet aus Stockholm vom 7., daß bei dem Feuerschiff Sinngrundet eine dänische Brigg von einem deutschen U-Boot versenkt worden sei.
London, 8. Aug._ (WTB. Nichtamtlich,) Lloyds berichtet, man glaube, daß der britische Dampfer „Drindet" versenkt worden sei.
Ymuiden, 8. August. (WTB.) Der Fffcherlogger „K.W. 125", von dem vor einiger Zeit die Meldung kam, daß 18 englische Fi scherda m p f e r durch deutfche Tauchboote in G r um b gebohrt wurden, berichtet, daß zuerst vier Trawler von einem Tauchboot angegriffen wurden. Ein bewaffneter Trawler nahm den Kampf an, Umi dcör drei anderen Gelegenheit zu geben, ich westlicher Richtung zu entkommen. Der bewaffnete Trawler „Nelly Multens A. D. 69" wurde, nachdem noch zwei deutsche Tauchboote au stauchten, rasch zum Sinken gebracht. Elf Mann wurden von dem Logger „Doggersbank Sch. 197" ausgenommen. Diese Geretteten erzählen daß tags vorher 14 englische Trawler von denselben Tauchbooten versenkt iourdeu. Die drei Tauchboote, die „Nelly Mullens" zum Sinken brachten, verfolgten hierauf die drei flüchtenden Trawler. Man hörte schweres Feuer, so daß man glaubt, daß auch diese drei Schiffe versenkt wurden.
Arr» Stadt «r»S Land.
Gießen, 9. August 1916.
L. U. Von d er Landes Universität. Der Groß- herzog hat verliehen: Das allgemeine Ehrenzeichen für Kriegsverdienste dem Univ.--Prof. Dr. Schmidt, das Militärsanitätskreuz dem Univ.-Prof. Geh. Medizinalrat Dr. Bossius, Geh. Medizinalrat Dr. Poppert, Dr. B o i t, Dr. Iesionek und Dr. Soetbeer, das Kriegsehlren- zeichen den Univ.-Professvren Geh. Kirchenrat Dr. Krüger und Dr. Gisevius.
** Volksspende für die deutschen Kriegsund Zivilgefangenen. Die mit dem 31. Juli abgeschlossene Sammlung für die Volksspende in der Stadt Gießen hatte ein sehr günsttges Ergebnis. Es gingen ein 12 574.52 Mk., also etwa 2000 Mk. mehr, als bei dem im Oktober v. I. veranstalteten Opfertage für die in rnssischer Kriegsgefangenschaft befindlichen Deutschen.
** Von der Gold ankaufs stelle wird mitgeteilt, daß am vergangenen Samstag ein Einlieferer von Goldgegenständen den gesamten Erlös zugunsten des Roten Krenzes zur Verfügung stellte und diesen Betrag durch Zuzählung auf 100 Mk. abrundete. Die Abflih-rnng der Spende an den Zweigverein Gießen vom Roten Kreuz ist erfolgt.
** I u n g w e h r. Arttveten &/ 2 Uhr. 1. Konrp.: Kaserne, 2. Kvinp.: Turnhalle.
** Fleischfreie Tage. Es ist bei manchen Gastwirten die Auffassung hervorgetreten, daß nach Einführung der Fleischkarten die Einhaltung der fleischfi7eien Tage nicht mehr notwerrdig sei. Diese Ansicht ist irrig. Die Einhaltung der fleischfteien Tqgie ist durch Bundesrats Verordnung vom 28. Oktober 1915 vorgeschrieben. Mit Rücksicht auf die strengen auf die Uebertvernng der Verordnung gesetzten Strafen — es ist auch die Schließung des Betriebs ulässig — wird aus die igenaue Einhaltung der Vorschriften er erwähnten Bundesratsverordnnng Hingewiesen.
**Reichskartoffelentschädiguing. Nach neuerdings gefaßten Entschließungen nb'erninrmt das Reich ein Drittel des Schadens, der den Genreinden entsteht, wenn Kartoffeln im Kleinhandel zu folgenden Preisen verkauft werden: 16. Juli bis 10. August 9 Pfennig,
11. August bis 20. August 8 Pfennig, 21. August bis 15. September 7 Pfennig, 16. September bis 30. Septeinber 6 Pfennig. — Borausse^nng für den Reichszuschuß ist, daß die restlichen zwei Drittel von anderer Seite getragen werden. Der Zuschuß wttd gewälfttt für die in den einzelnen Zeitabschnitten im Kleinhandel nachweislich ab gefetzten Mengen, jedoch höchstens für eine Menge von iy 2 Pfund auf den Dag und Kopf der ortsanwesenden Bevölkerung. Bon einer Beschränkung auf Minderdenrittelte und Kriegsangehörige wtto abgesehen.
** Seifenverbrauchsregelung. Die Ausfüh- rungsbestinrmungen des Reichskanzlers zur Verordnung! über den Verkehr mit Seife und Seifenpulver vom 21. Juli 1916 haben gegen den bisherigen Zustand einige Aenderungein gebracht. Es ist eine einheitliche für das ganze Deutsche Reich gültige Seifenkarte vorgeschrieben worden, die spätestens am 1. Oktober eingefnhrt werd^en muß. Ferner ist die Mr den Kopf und Monat zu verabfolgende Seißen- menge auf die Hälfte herabgesetzt worden, nämlich für Feinseife auf 50 Gramm und für Seifenpulver auf 250 Gramm; für Kinder im Alter b.is zu 18 Monaten kann je eine Zusatz seifenkarte gegeben werden. Besonders hervorzuheben ist, daß der Begriff der Feinseife eine Aenderung erfahren hat; es fallen jetzt nicht nur Toilettenseife und Rasierfeife hierunter, sondern auch die Kernseife, während diese früher zu den „anderen Waschmittel^ gerechnet wurde. Die Kernseife gilt jetzt also als Feinseife. Es ist zu hoffen, daß die hier von Reichs wegen lgetroffene Regelung — Einführung einheitliche Karten für das ganze Deutsche Reich und einhieitliche Festsetzung der Verbrauchsmengen für die gesamte. Bevölkerung — auch bald beiden Lebensmitteln zur Einführung gelangt; damit würden viele Schwierigkeiten und Unzuttäglichkeiten aus dem Wege geräumt.
** Ferienkind er. Gestern kamen ungefähr dreißig Mädchen und Knaben hierher zurück, die während ihrer Ferien auf Veranlassung des Pfarrers und Lehrers in den Dörfern Ober-Bessingen und Münster in liebevoller Weise in dortigen Familien ohne Entgelt ausgenommen worden waren. Alle Kinder haben sich sichtbar' erholt und frische Farbe bekormnen. Einigen Knaben und Atädchen hat die Beschäftigung in der Landwirtschaft und die herzliche Behandlung so gut gefallen, daß sie bis zum Ende der Ernte dort zu bleiben gedenken.
** Stützt die Obst b a n m e. Die mit Früchten überreich behangenen vZwetschenbänme, desgleichen Mirabellen und Reineclauden, zum Teil auch Aepfel- und Mrnbänme senken ihre Aeste mit jedem Tage mehr und mehr zur Erde. Deshalb schaue man seine Frncht'bämne unverzüglich« nach mrd gebe ihnen alsbald die gehörigen Stützen. Es ist tief- bedauerlich, namentlich in Zeiten wie den gegenwärtigen, wenn die vom Segen gebogenen Aeshe schließlich, abbrechen und die Obsternte auf diese Weist geschmälert wird.
Vortrag. ES sei anch> an frieret Stel\e nochmals ans den morgen 5\\ VLfyc nachmittags im Hotel „Großh-erzog von Hessen" stattftndenden Vortrag über „B esi^ stener - und Kriegsstene rg esetz in ihrer praktischen .''Anwendung" hingewiesen. Ter Vortrag wird gewiß vielen eine will- 'konmrenc Gelegenheit bieten, sich von einem Sdeuerfachpumn über einen so wichttgen Gegenstand, dessen Verständnis durch das Jn- cinaudergreifen von Kriegssteue^-, Besitzsteuer-, Wehrbeitrags- und Rücklagegesetz, sowie durch die mancherlei neuen Grundsätze aus steuerreck'llühem Gebiet ohnehin nicht leicht ist, unterrichten zu lassen. 3lls Vorsitzender einer Steuerveranlagungskommission wird Regierungsrat Buck vor allem! in der Lage sein, über alle im. Mittelpunkte des allgemeinen Interesses .stehenden Fragen wie z. B. über die Frage der^ stillen Reserven und Abschreibungen, der Behandlung der Wertpapiere, des^ Grundbesitzes, der Luxus- gegenstände, der Auskunftspflicht der Banken und Sparkassen, der Rücklagen für die Ueberleitung in die Friedensnürrschast, der Vilauzberichligung usw. aus den Erfahrungen einer langjährigen Praxis heraus Auskunft zu erteilen.
** Die An siedln ng von Kriegsbeschädigten: und Krieaerwitwen ist durch das Kapitälabftndimgsgesetz v»m 3. Juli r916 erheblich gefördert worden. Danach kann eine Kapitalabftnduug gewährt wilden, wenn die Versorgimgsberech- ttgten das 21. Lebensjahr vollendet und das 55. Lebensjahr noch nicht zurückgelegt haben, sie ist an die Borwussetzung gebunden^ daß das .(ttrpidal ^zum Erwerb oder zur wittschaftlichen Stärkung eigenen Grundbesitzes dienen soll. Die Abfindung kann umfassen die Krie-szukage, die Verstümmelungszillage und die Tropenzulage, sowie ««.en Teil der Renten der Witwen von Personen des Unterofffzierstsudes oder von Gemeinen- Sie wird abgestuft nach dem/ Lebensalter^ des Berechtigten und bettägt z. B. bei einem 30jährrgeu für die Kriegszulage 2925 Mk., für die einfache Ver- stmnme^ungszulage 5265 Mk., für die Wftwe eines Gemeinen (ka- pitalifterter Rentenartteil 200 Mk.) 3250 Mk. Es kann auch nur ein Teil dieser Bezüge kapitalffiett werden. Verheiratet sich eine abgefundene Witwe wieder, so hat sie die Abftndung zurückzu- zahlen, äbzstglrch deftenigeu Beträge, die sie bis dahin als Rente zu beansprucheu gehabt hätte, außerdem wird ihr das dreifache des kapitalisietten Rententeils (also 3X200 -- 600 Mk., oder wenn ein geringerer Teil kapitalffiett wurde, das 3fache desselben) belassen. Die Kapitalbeschaffung, für den Erwerb eines Eigenheims ist hiernach wesentlich erleichtett, dagegen Mibt noch die Frage der Grundsmcksbeschaffung zu lösen. Die Gemeinden solkben sich bereit finden, gerade für diesen Zweck Grundstücke zu billigem Preffe zur Verfügung M stellen. Der von dem Hessis chen Z entral wo hnun gsverein in Darmstadt, Wilhelminen- straße 3, eingesetzte Ausschuß ist dieserhalb bereits mit einer Anzahl Gemttnden, aus denen Anmeldungen zum Erwerb einer Heimstätte vorkiegen. in Verbindung getreten. Er hat bisher auch überall Entgegenkommen gefunden.
** ErMhun g der Preise für Son nenblume n- s a m e n. An allen Orten, wo, veranlaßt durch den Ausruf des Kriegsausschuss es für Oele und Fette der Anbau von Sonnenblumen auf zum Ackerbau nicht geeignetem Gelände erfolgt ist, dürfte die Besttmmung der Bundesratsverordnung vom 26. Juni 1916, durch welche der Preis von 100 Kilogramm Son- nenblumensamen auf 4 5 Mark erhöht worden ist, mit Freude begrüßt werden. Auf Grund der Verordnung werden den Ablieferern von den Eisenb ahnstationen nicht 40 Pfennig wickim Vorjahre, sondern 45 Pfennig für das Kilogramm Sonnen- blumenramen vergütet rverden. Als Annahmestellen von Sonnenblumenkernen kommt jede Station aller deutschen Eisenbahnverwaltungen in Bettacht (zumeist die Eilgüter- und Güterabfertigungsstellen). Die EisnrbahnMinisterien machen darauf aufmerksam, fraß die Kerne von den Verkäuftrn in einem reinen, m ö gl i ch st .ftaubfrei cn Zustand, ohne Verunreini- gung mit Blüten- oder Blätterteilen und unvew- mengt mit anderen Samen abgeliefert wenden müffen. — Die Reifezeit der Sonnenblumen fft je nach Aussaat und Art verschieden und reicht von Ende August biSin den Okto- ber (Im Weiten früher, im Osten später.) Der Kriegsausschuß für Oele und Fette macht darauf aufmerksam, daß em großer Teil der vorjährigen Sonnenblunrenerntze zu früh geerntet wurde, was zur Folge hatte, daß bei einem Teil der zur Abttefermrg gelangten Mengen etwa die HÄffte unreif und da^ her für die Oelgewinmmg beziehungsweffe für die neue Aussaat unbrauchbar war. Die Bevölkerung wird deshalb dittn- gend ersucht, in diesem Jahre den im Sommer 1915 gemachten Fehler vermeiden und sich streng an die Vorschriften des vom Kriegsausschuß kostenlos jedermann zur Verfügung gesteMen Merkblattes halten zu wöKen. Der große Erfolg, den der Auftuf des Krregsausschusses in der gesamten deutschen Bevölkerung gefunden hat — war doch binnen kurzer Frist das gesamte zur Berfügimg stehende Saatgut von rund 58 000 Kilogramm voMändig vergriffen — und das gute Gedeihen der Pfiauzen in diesem Jahre, das allerorts beobachtet werden kann, läßt es dringend wünschenswert erscheinen, fraß nicht durch ein M frühes Abernten das in Aussicht stehende übevius günstige Ernteergebnis geschmalett wird, sondern unserer Oelbffanz unter Völker Ausnutzung aÄer -günstigen Bedingungen zugefühtt werden kann.
** Hessischer Verbrau che raus schuß. Auf Einladung des Mainzer Kttegsausschusses für Konsumentnünteressen fand am 6. August in Mainz eine Tagung statt, zu der Vertreter der in Hessen bestehenden lokalen Konsumentenausschüffe erschienen waren. In der allgemeinen Aussprache wurde die Notwendiaksit festgestellt, den Verbrauchern einen einheitlichen organffatoristhen Mittelpunkt für das Gvoßherzogtnm Hessen zu schaffen, um bei der hessischen Regierung und den ihr rutterstellten Zdriegswittschafts- organen — den Kommunalverbandsausschüffen, Viehhandelssyndikaten, Preisprüftmgsstellen usw. — die Interessen der hessischen Verbraucher einheitlich zu vertreten. Die Vorortschaft wurde dem Darmftädter Kriegsausschuß übertragen, der einen geschäftsführen- den Ausschuß von drei Mitgliedern zu bestimmen hat: dem er- toeiterten Vorstand gehöreir je ein Vertreter der übrigen 4 größeren hessischen Städte und der weiteren hessischen Konsumerttenausschüsse an: auch nttt anderen hessischen Verbraucherorganisationen sollen engere.Beziehungen ang^knüpft werden.
** Die Internationale Kriegsgefangenen- agcutur in Genf teilt inft: Gine sehr große Zahl der Brieft, die uns aus Teuffchland zugeschickt werden, fft immer noch vom Absender frankiert. Wir weisen von neuem darauf hin, daß die Internationale Kriegsgesangeirenagentur in allen Ländern Porto- fr ei heit genießt, <sowohl für die Briese, die ihr geschickt werden, wie die, welche sie abschickt.
** Die Selbstversorger mit Brotgetreide und Mehl betrifft eine Bekanntmachung des KreiSamteL im heutiger». Blatte, auf die wir besonders Hinweisen.
Landkreis Gießen.
Grün berg, 9. Aug. Den Heldentod fürs Vaterland erlitt bei einem Sturmangriff der Zweitälteste Sohn unseres Mitbürgers Heinrich Schenk, Musketier Otto Schenk, im Ins.-Rgt. Nr. 168. — Feldwebel Otto Wild back wurde in Rußland am 23. Juli mit dem Eisernen Kreuz 2. Klaffe ausgezeichnet.
^-Hungen, 6. Aug. Der Schütze Friedrich E b e r s o h n von hier wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Er steht bei der Maschinengewehr-Kompagnie Ins.-Rgt. 117. Die gleiche Auszeichnung erhielt der Unteroffizier Will). Schnitze von hier.
Sb Lich, 9. August. Das Hessische Mil i t ärsanitäts- kreuz am Bande der Tapferkeitsmeda ille erhielt der Ass-Arzt d. Res. Atthnr Dietz von hier, nachdem er vor einiger Zeit bereits durch -das Eiserne Kreuz ausg^eichntt lvorden ist.
— Rodheim an der Horloff, 8. Aug. Dein Gefreiten Heinrich Kroll von hier bei dem Feld-Art.-Regt. Nr. 19 wurde die Hessische Tapse rkeitS Medaille verliehen. Er ist auch bereits Inhaber des Eisernen Kreuzes.
6:a. R ü d d i n g s h a u s e n, 9. Aug. Musketier Karl Dietz mt Ins.-Rgt. 140 erhielt die Hessische Tapferkeitsmedaille.
— Trais-Horloff, 9. Aug. Leutnant der Landwehr und Kompagnieführer Oskar Oehriug erhielt ani dein östlichen Kriegsfchguplatz das Eiseri^e Kreuz 1. Klasse. Oehring war bi» des Krieges auf der Gewerkschaft »Friedrichs als Obersteiger tätig.


