Ausgabe 
9.8.1916 Erstes Blatt
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SMß BöSMAM.

--- Büdingen. 8. Aug. Das Kreisamt ordnete für die Tomirttalwaldun gen deS Kreises einen verstärkten Abschuß der Eichhörncl>en und Eichelhäher an. Dadurch sott die zu er- ivartende reiche V u ch e l m a ft u^n d Walnußernte in wettem Ilmfange erhalteil bleiben. Das Schutzgeld für die Eichhörnchen und Eichelhäher wurde auf 30 Pfg. das Stück erhöht. Auch für die Gemeindewaldungen ordnete das Ankt den Ah schlitz an mit der Maßgabe, daß jede zuverlässige Person, die des Waffen gebrauche kundig ist, eine kostenlose Mschußerlaubniskarte vom Kreisamt erhalten kann. Das Kreisamt weift daraus hin, datz Eichhörnchen und Eichelhäher eßbar sind und datz geeichtes Eichhörnchenfleisch ein sehr gutes Hrtttersuttcr gibt.

ua. Nidda, 9. Aug. Pionier der Landwehr II Karl Eckhardt der Eisenbahnbetriebskomp. 24 ans Nidda erhielt das Hessische K r i e g s e h r e n z e i ch e n.

)( Ortenberg, 8. August-. Stadtvorftel>er Friedrich Lenz wurde wegen seiner Tätigkeit in der Kriegsfürsorge des Kveis- ausschusses Büdingen nrit dem Ehrenzeichen für Kriegsfürsorge ausgezeickmet. Wegen hervorragender Betätigung des Zweig­vereins Ortenberg vom! Roben Kreuz auf allen Gebieten der Kriegs- sürsorge. erhielt dessen Vorsitzender, Pfarrer Hermann Kahn, das Ehren zeick)en für Kriegs Verdienste am, Bande der Tapferkeits- med-arlle.

4- S chw ickartshausen, 8. August. Altbürgermeister SeUM, der bei Kriegsausbruch, trotz semes' hohen Alters noch einntal das im Kriege doppelt arbeitsreiche Amt des Bürgermeisters übernahm und bisher segensreich verwaltete, wurde vom Grotzherzog das Ehreuzeicheu für Kriegs Verdienste verliehen.

Kreis Alsfeld.

oz. Alsseld, 9. Aug. Das Eiserne Kreuz 2. Klasse wurde verliehen dem Leutnant Heinrichs aus Alsfeld.

Kreis Lauterbach.

la. Lauterbach, 9. August. Tie öfter.-nug. Tapferkeits- medaille erhielt Gefreiter Hans B ö nsel aus Blitzcnrod. Tie Hessische TapferÄntsmiedaille erhielt Musketier Karl K i m p e l, Heblvs (inzwischen gefallen). .

Kreis Schotten.

8k. B o b e n h a u f c n II, 8. Aug. Dem Gefreiten Gustav S ch u ch a r d im Landsturm-Rgt. Nr. 20 wurde das Eiserne Kreuz 2. Klaffe verliehen.

ga. La ubach, 9. Aug. Nachdem drei Söhne des Zimmer, mannes Otto Schmidt, die seit der Mobilmachung im Felde sind, bereits das Eiserne Kreuz, die beiden ältesten auch die Hessische Tapferkeitsmedaille erhalten haben, wurde nun auch der jüngste Sohn, der seit Februar 1915 unter der Fahne ist, mit dem Eisernen Kreuz 2. Klaffe ausgezeichnet.

sk. U l r i ch st e i n , 8. Aug. Veterinär Otto M e i s k i hat zum Eisernen Kreta die Hessische Tapferkeitsmedaille erhalten. Georg Meis ki, der, kaum 18jährig, als Kriegsfreiwilliger in einein Dragoner-Regiment eintrat, erhielt die Hessische Tapserkeits- medaille und wurde zum Leutnant befördert.

Kreis Friedberg.

nt Friedberg. 9. Aug. Oberleutnant Schröder, Rechtsanwalt zu Friedberg, ist durch A.-K.-O. vom 2£. 7. 16 zum Hauptmann befördert worden.

oa. Friedberg, 9. Aug. Dem Lazarett-Oberinspektor Noack vom Reservelazarett hier wurde das Großherzoglich Hessische Kriegsehrenzeichen verliehen.

F, C. Bad-Nauheim, 9. Aug. Mehrere junge Mädchen sind auf dem hiesigen Postamt als Briefträger eingestellt.

bz. Butzbach, 8. Aug. Der Vizeieldwebel Mar H erz- b e r g e r , ein Sohn von Johs. Herzberger hier, der als Kriegs­freiwilliger seit 1914 im Felde war und im Februar ds. Js. ver­wundet wurde, erhielt das Eiserne Kreuz.

bz. Butzbach, 9. Aug. Der Ersatz-Reservist Heinr. Z ö v b aus Nieder-Weisel, dem im Mai ds. Js. die Hessische Tapferkeirs- denkmünze verliehen wurde, erhielt nun auch das Eiserne Kreuz.

oa. B e: e n h e i m, 9. Aug. Dem Krankenträger Heinrich Braun, der seit Anfang des Krieges im Felde steht, wurde das Hessische Sanitätskreuz verlieben.

oa. Holzhaufen, 9. Aug. Dem Sohn von Pfarrer Elotz, Leutnant der Reserve Oberlehrer A. Elotz, wurde das Eiserne Kreuz er st er Klasse verliehen.

at. Ro-dheim v. d. H., 9. Aug. Julius Wehrheim. Sohn des Landwirts Balth. Karl. Wehrheim, welcher vor Verdun bei einem Landwehr-Jnfanterie-Regiment kämpft, erhielt auf seinen Geburtstag vom Großherzog die Hessische Tapserkeits- Medaille.

Aus der Wetterau, 9. August. Die neue Ernte an Korn ist ein gebracht. Soweit nicht allzu große Ängstlichkeit wegen wieder eintretender nasser Witterung ein verfrühtes Einfahren veranlaßte, Ufas nur in sehr vereinzelten Fällen geschah, so nruß als Ergebnis der Kornernte in unsrer gesegneten Wetterau gesagt werden, datz sie in jeder Beziehung als gut bezeichnet werden kann. Man befürchtete, daß infolge des langen Regens der Kern _ sehrs wasserhaltig sein werde und infolgedessen erst nach längerem Liegen ein Vennahlen vorgenommen werden könnte, doch hat es sich als Irrtum erwiesen, denn der Kern ist gut ausgereist, hart und mahl- fäHig, ein Nachtrvcknen in den Mühlen, was in manchen Jahren geschehen mußte, ist also unnötig. Auch dürste die Qualität det Körner durch das heiße Wetter noch bedeutend gewonnen haben. Es liegen bereits Druschergebnisse vor, denn schon seit einer Woche sind die Dreschmaschinen an der Arbeit. So wurden ausgedroschen von einem Morgen Roggen 7 1 / 2 Malter Frucht, was einen Mehrertrag gegnmber der Ernte 1914 von 20% bedeutet, ganz zu schweigen von der knappen Ernte des vergangenen Jahres. Der Stvohertrag ist doppelt so groß als der von 1915. Was vom Roggen gesagt^wurde, gilt auch von der Gerste, die ja bereits auch zum größter: Teile in den Scheunen sitzt, angenommen die Klee- gerstc, die längere Zeit im Freren sitzen rnuß. Sowohl Stroh- als auch Kenwrttäge nbertreffen die vorjährige Ernte um 1 / 5 bis V*. Der zwischen die Gerste gesäte Klee ist infolge der nassen Witterung sehr gewachsen und zeigt hier und da die Knöpfe, was den Futter­wett des Strohes sehr erhöht. Gegenwärtig ist man am Schnitt des Weizens. Hiervon näheres über den Ertrag zu berichten, ist nicht gut möglich, da Probedrusche noch nicht stattgesunden haben. Soviel aber kann mit Bestimmtheit festgestellt lverden, daß die Weizenernte der vorjährigen mindestens gleichkonrmt, wenn sie diese nicht um ein Wesentliches Übettrifft. Don der Haferernte kann man mit Bestimmtheit behaupten, daß sic d»n doppelten Ertrag sowohl an Stroh wie auch an Körnern ergeben wird. Nur noch 23 Wochen gutes Ernte Wetter, dann wird eine Ernte geborgen sein, die die wieder aufgelebte Hoffnung unserer Feinde, uns aus­zuhungern, für das 3. Kriegsjahr zu schänden werden läßt.

Starkenburg und Rheinhessen.

--- Darmstadt, 8. Aug. Zur Abgabe an die Bevölkerung kaufte die Stadtverwaltung 8 0 000 E i u in a ch g u r k e u an.

M. O f fe nb ach a. M.^7. fAug. Das hübsche alte Seligen­stadt war heute früh der Scki.au platz eines verheerenden Bran­des. Das Feuer, dessen Entstehunasursache noch nicht festgestellt werden konnte, erstreckte sich auf 4 Scheunen und 2 Wohn­häuser, die vollständig ein Raub der Flammen wurden. Leider wurden auch erhebliche Mengen der kaum geborgenen Frucht ver­nichtet. Bei der mächtigen Ausdehnung des Feuers erscheint es unbegreiflich, daß man erst ugr 1 / 2 IO Uhr die Offenback-er Feuer­wehr alarmierte, zumal mau iah, datz sich die Ortswehr vergeblich abinühte, des Feuers Herr zu werden. Der Offenbacher Motor­löschzug, der in raseiwer Erle nach der Brandstelle eilte, nahm sofort den durch die ivinklige enge Bauatt deL alten Städtchens! äußerst erschwerten Katnps gegen das verheercnme Element crfolg- rettfi auf, und in 3h,. ständiger mühevoller Arbeit war dem Umsich­greifen des Feuers Einhalt getan. Um dem Brand wirksam be­gegnen Au können, hatte man 600 Meter Schlauchlinie und vier Strahlrohre in Tätigkeit gesetzt. Es kann ruhig behauptet werden, daß bei sofortiger Alarmierung der Offenbacher Wehr ein großer Teil der kostbaren Roggen- und Gerstenfrucht hätte gerettet werden können. Der Schaden ist beträchtlich.

Kveis Wetzlar.

' Wa. Wetzlar, 8. August. Für das Vaterland sind gestorben: Leutnant der Reserve, Gettchtsassessor Wilhelm Petry, Inf.-- Reg. Nr. 49, Leutnant der Landwehr, Diplmw-Jngenienr und Prokurist, Hngio Brackebusch und Musketier Friedrich Dietrich, Jnf.-Regt Nr. 49, 12. Komp, aus Tiefenbach. Mit dem Eisernen Kteaz II. .Äasse wurden ausgezeichnet: Gefr. Oehl, Jnf.-Regt. Nr. 183, Gesr. Wilhelm L 0 t h, Res.-Jnf.- Regt. Nr. 81 und Gesr. August Schmidt, Feld-Art.-Regt. 248, aus Burgsolms. Mit der Hess. Tapserkeitsmedaille wurden aus­gezeichnet: Unteroffizier der Reserve Albert S chuch bein: Fuße Art.-Regt. Nr. 3. Das Eiserne Kteuz besitzt cr schon. In seinem bürgerlichen Beruf ist er Beamter der Mitteldeutschen Creditbank in Wetzlar, Reservist Johs. Diehl, Jnf.-Regt. Nr. 99, aus Schwalbach, Fahrer Wilhelm Ebert, bei einer Fußi-Art.-Müni- tionskolonne, aus Oberquembach und Fritz P f a f f, Jnf.-Regt. Nr. 262, 3. Komp., aus Lsun. Das von der Stadt erbetene und von der Militärverwaltung zngesagte Beutegeschütz ist am letzten Samstag Hierselbst emgettoffen. Es ist eine belgische Zwöls- zentimeter-Kanone aus der be: der Eroberung Antwerpens gemach­ten Beute. Das Geschütz hat einstweilen auf dem Buttermarkt vor der Hauptwache Ausstellung gesunden.

Wa. Wetzlar, 9. 9lug. Für das Vaterland ist gestorben Musk. Heinrich Erb, Jnf.-Regt. Nr. 116, aus Niederbiel.

Wa. EhringShausen, 9. Aug. Dem Dtzeseldwebel Karl S t r ö h m a n n von der 10. Kompagnie des Res.-Jnf.-Rgts. Nr. 81 wurde das Eiserne Kreuz 1. Klasse verliehen. Er ist ein Sohn des Gastwirts Ströhmann aus Ehrinqshausen.

ra. Waldgirmes, 8. Aug. Am Sonntag wurde unter großer Beteiligung Küster A:tt>reas Schmidt beerdigt, welcher mit vorbildlicher Treue volle 27 Jahre unserer Kirchen gemeinde gedient hat.

Hessen-Nassau.

ra. Frohnhausen (Till), 8. Aug. Der Gefreite Eduard K a s p a r i int Jnf.-Regt. Nr. 221, Sohn des Bergmanns Heinrich Kaspari, wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet.

ra. Nenderoth, 8. Aug. Bürgermeister a. T. Schneider wurde das Verdienstkreuz in Gold verltchen.

][ Marburg, 9. Aug. Die Tatsache, daß kürzlich auf dem städtischen Viehmarktplatz eine größere Menge verdorbener Frü h kar t 0 ff el n, 'die einen unangenehmen Geruch verbreite­ten, gereinigt )vurden, hatte zu allerhand Gerüchten Veranlassung gegeben. In der gestern abend abgehaltenen Stadtverord­netensitzung tont es deshalb zu einer längeren Aussprache. Es wurde fest ge stel lt, datz die Stadt bemüht gervesen war, dem fühlbaren Mangel an Kartoffeln Ende des vorigen Monats ahzu- helsen und der Reichskactoffelstelle in Berlin Mitteilung gemacht hatte. Die Folge war, daß ohne Bestellung vierzehn Waggons Frühkartoffeln ankamen, wovon zwei in. der oben geschilderten Ver­fassung waren. Infolge nicht vorauszuiehender Umstände, die viel­leicht in der durch die Ferien- und Reisezeit bedingten Verminde­rung der 'Einwohnerzahl und dadurch, daß viele Bürger selbst Früh­kartoffeln gezogen haben, ihre Erklärung finden, ließ, die Nach­frage nach Kartoffeln nach und so bestand die Gesalxr, daß auch von den übrigen zwölf Waggons Kartoffeln noch viele dem Ver­derben geweiht seien. Wie der Vertreter des Magistrats mitteilte, sind jedoch auswärtige Absatzgnellcn für die .Kartoffeln, die hier nicht abgenommen werden, erschlossen. Es wurde zugleich mitgeteilt, ßaß vorläufig seitens der Stadt keine Kartoffeln mehr bezogen werde::.

da. B i e d e n k 0 v s, 9. Aug. Reservist Ludwig F i s ch b a ch aus Eckelshausen im Jnf.-Regt. 167 wurde mit dein Eisernen K r e u z ausgezeichnet. - Auf dein UnterseedampferD e n' t s ch - l a n d" befinde: sich anch ein Sohn unseres Kreises, der Dachdecker Wilh. Müller aus Hatsteld.

Frankfurt a. M., 9. Aug. Die Versorgung Frankfurts mit Kartoffeln bis zum 15. Avril 1917. dem Ende der ersten Versorgungsveriode, ist gesichert, indem die Reichskartoffelstelle den von der Stadt angeineldeten Bedarf voll 1 600 000 Zentnern zur Lieferung voll zugestaild. 'Als Lieserungsgebiet imrrde der Stadt die Provinz Heffeu-dtassnu zugeivieseil.

rm. Frankfurt a. M., 9. Äug. Der Lehrgang, welchen der Rhein-Mainische Verband für Volksbildung am 6. August in Frankfurt a. M. überErkennung und Verwertung der nu tzbareu Pilze" abhielt, war sehr gut besucht. Der Ver­band hat ein von dem Hauptredner der Tagung, Stadtschulmspektor Heuze, verfaßtes Flugblatc liberDie Erkennung und Unter­scheidung eßbarer Pilze" oit die Teilnehmer des Lehrganges ver­teilt. Dieses Flugblatt wird von der Gesckiästsstelle des Verbandes, Frankffirt a. M., Paulsplatz 10, auch an Nichtteilnehmer des Lehrganges, aus Anforderung in je einem Exemplar kostenlos versandt.

Fc. Wiesbaden, 7. August. 14 000 Bände sind hier bei der letzten Reichsbuch Woche für die Feldgrauen ge- sanrmelt und zur Weiterbeförderung dem Rhein-Mainischeu- Verband firr Volksbildung in Frankfurt a. M. überwiesen worden.

Wt. Weilburg, 9. Aug. Generalarzt Dr. E b e r tz bei der 33. Reserve-Division ivllrde mit dem Eisernen Kreuz erster Klasse allsgezeichnet. Hauptmann W i 11 c m e t vom Jnf.- Regt. Nr. 57 wurde zum Kominandeur der hiesigen Königs. Ullter- offizier-Vorschllle erilaintt. Der bisherige Kommandeur Major Hassel findet wieder im Felde Verwendung.

Fc. Herborn, 7. Aug. Der Stadt wurde ein Beute­geschütz, eine belgische 12 Zentimeter-Kanone, überwiesen. Sie finbet am Kriegerdenkmal Aufstellung.

ul. Limburg, 9. Aug. In eiuern Hallse im Eschhöferweg drangen nachts Diebe ein und stahlen dort in: unteren Stock­werk li. a. 50 Eier, einige Pflind Fleisch, Flaschen Wein und sonstiges. Die Täter wurden noch nicht ermittelt.

--- Kassel, 7. Aug. Ernep Diebstahl, zu dem eine geradezu halsbrechettsche Arbeit erforderlich war, verübten Diebe in einer Fabrik der Leipziger Straße. Sie deckten in einer Nacht von sieben hohen Fabrikdächern die schweren Bleiplattenbeläge; der Dachfirste ab und entwendtten sie. Höher gehts nimmer.

Kirchditmold, 8. Aug. Beereusuchende Frauen fanden im Walde ein frisch zugeschaufeltes Loch, in dein die Leiche eines Mannes vergraben lag. In der Nähe des Fundortes lagen blutbefleckte Handschuhe und Stiefel zerstreut umher. Vermutlich handelt es sich um einen Mord.

Melsungen. 9. Aug. Im nahen Röhrenfurth stehen sechs Söhne und ein Schwiegersohn des Straßenarbeiters Schanze im Felde. Der siebente lind jüngste Sohn rückt in den ilächsten Tagen ein. Von den sechs Söhnen wurde einer zum Leutnant, zwei wurden zu Unteroffizterei: und zwei zll Gefreiten befördert. Zwei Söhne sind Inhaber des Eiserlieu Kreuzes.

ra. Aus Nassau, 9. Alig. Die Landwirtschafts­kammer hat beschlossen, die von der 63eneralkommtssion in Kassel als Beihilfenempfänger in Vorschlag gebrachten Gemeinden auch von der Kammer zur Beihilkengewährung vorzuschlagen. Danach sollen gewährt werde::: der Gemeinde Neunkirchen 1000 Mk., Roß­bach 500 Mk., Oberweidbach 800 Alk., Kruinbach 500 A!k., Hahn- stätten und Neesbach je 700 Mk. und Niederbrecheu 800 Mk.

Fc. Aus bcm Mainthal, 9. August. Wiesen- und Klee- felber lieferten Heuer einen sehr reichlichen Heuerttag'. ber in der Häuvffache auch gut geborgen werden konnte. Hie und da hat er durch Verre'gtrung an Güte gelitten. Wintergerste ergab sehr gute Erträge. Der Winterrogger: ist überall geschnitten und teiliveise bereits gedroschen. Sein Erttag ist sehr gut Und nur vereinzelt w'urbe er. ein bis zwei Prozent, von ber Sanbwicke übettvuchert.

,Winter- imb Sommerweizen stehen gut. Sie haben sich von ber längere:: Regenperiobe rasch erholt. Gerste unb Hafer versprechen eine ausgez>eichnete Ernte, die bas Doppelte bis Dreifach' gegen das Vorjahr beträgt. Die Gerste ist schon größtenteils geschnitten und ihr Drusch erfolgt. Auch die Ernte des Hafers hat begonnen. Frühkartoffeln gibt es sehr reichlich, die dlussichte:: für bie Ernte der späteren Sorben sind günstige. Futter- und Zuckerrüben stehen hervorragend schön imb versprechen sehr gute Erttäge.

ic. V 0 :n Rhein, 8. Aug. Der Kreis St. Goar hat ver­ordnet, daß der Kreis seinen Butterbedarf selbst deckt, indem er alle Landwirte verpflichtet, von jeder Kuh, die wöchentlich

15 Liter Milch gibt, ein Pfund Butter abzuführen. Nach der vor- genommeuen Statistik ist der Butterbedarf dadurch im Kreise St. Goar völlig gedeckt.

ra. Aus dem südlichen Hinterlandkreis, 6. Aug. Von den: breiten Lahnbecken der Gemeinden Waldgirmes und Naun­heim bis zu dem herrlich gm Fuß des Dsünsbergs gekegenen Fel­lingshausen ist die Ernte flott im Gang. Ueißltge Schnitter und Schnitterinnen brechen immer größere Lücken in die überreifen Aehrenfelder. War schon der Konffchnitt recht befriedigend, «irm so mehr versprechen Weizen und Hafer hohe Erttäge. selbst aus ge­ringeren Bodenarten zeigen sich kräftige Halme mit vollbesetzten Aehren und Rispen; die vielen Niederschläge haben Wunder ge­wirkt. 'FalV das günstige Erntewetter noch weiter fortbesteht, füllen sich bald wieder Scheunen und Speicher und der Aushungerungs­plan unserer Feinde wird vollends zunichte.

--- Aus dem Spessart, 7. Aug. Der augenblicklich bei seiner ^Familie auf Urlaub weileude Schlosser Joses König aus Boffbrunn ffel bei der Vornahme von Ausbesserungsarbeiten in einen 23 Meter tiefen Brunne:: und erttmtk. Der Verunglückte hinterläßt eine Witwe mit fünf Kindern. Er hatte monatelang vor Verdun mitgekämpff.

Mchenü. Aeberficht derTodesfülle l -.Stadt Siche«

29. Woche. Vom 16. bis 22. Juli 1916. Einwohnerzahl: angenommen zu 33 100 (inkl. 1600 Mann Militär)

SterblichkeitSjlffer 25,13 °/ 0 v Nach Abzug von 8 Ortsfremden: 12,56 °/ ort .

ES starben an

Zus.

Er­

wachsene

Kmder

tm l.LebrnS- vom 2. bil 1abr Kahr

Angeborener Lebensschwäche 1

1

Altersschwache

2

2

Wundstarrkrampf

itt)

1(1)

Tuberkulose

3(3)

2(2)

1 (1)

Herzkrankheiten

8(2)

2(1)

1(1

Darmverschluß

1(1)

KD

Nierenleiden

1

1

Krebs

1

1

Verunglückung

2

2

Mittelohreiterung

1(1)

KD

Summa:

16 (8)

12(5)

1

3(3)

Anm.: Tie in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.

Veröffentlichung des Großb. Kreisgesundheitsaints Gießen. I. V.: Dr. Scheu ck.

Amtlicher Wetterbericht.

Oesfentlicher Wetterdien ft, Gießen.' Wetteraussichten in Hessen am Donnerstag, den 10. Aug. 1916 Heiter, trocken, tagsüber warm.

Letzte Nachrichten.

Deutschlands Ucbergewicht an Kriegsmaterial.

Basel, 9. Aug. Der Pattser 5borrcspvndent derBaslek Nachrcchten" komm: auf die Rück- und Ausblicke der französischen Presse anläßlich des Absckstusses der z-wei Kriegsjahre zu sprechen und schreibt, der Rückbltck sc: für die Entente und besouders für Frankreich nicht so erfreulich !vie für Deuffchland und seine Ver­bündeten. Kaiser Wühelm habe :n seinem Schreibe:: an den Reichs­kanzler davon gesprochen, daß die Hoffnung der F-eindc, Deutschland in der Herstellung der Kriegsmittel zu überflügeln, zu schänden werde. Damit sei das große Geheimnis der deutsche:: Erfolge und zugleich der vorjährigen französischen und dann der russischen Niederlagen von berufenster Sette ausgesprochen. Deutschland habe ein unerhörtes Ucbergewicht an Kricgsmitteln. Die hauptsäch­lichsten Kriegsziele Deutschlands seien erreicht. Es werde keinen unentschiedenen Krieg geben. Das Gegenteil zu erwarten, sei eine Illusion, die man sich dem Kopfe schlagen müsse, wenn man nicht schveren Enttäuschungen cntgegengehen wolle. Ein Ende ohne E::tscheidung sei nicht möglich und die Entscheidung iverde große Veränderungen in Europa bttngen.

Englands Herrschaft in Norwegen.

Kristiania, 9. August. Tie Engländer verlangen, wie säwn gemeldet, strengste Garantien bei der Lieferung von Kohlen und F i s ch e r e i g e r ä t e n , daß diese nicht an Deulsch- land weiterverkauft werden. Jetzt nrüssen sich die Besitzer von Fisch­dampfer::. die au dem Jslandscutg teilnetzmen, verpflichten, den gesamten Fang an England zu den: unglaublich niedrigen Höchst­preis von 45 Kronen pro Tonne zu verkanten. Ter erste norwegische Fischdampser ist heute aus Island in Bergen mit 600 Tonnen angekonnnen. Er erhielt von dem dottigen Vertteter der britischen Regierung den Bescheid, 45 Kronen sei ein zu hoher Preis: er weigere sich die Ladung abzuuehme::, verbiete dem E:gca:tümer jedoch, sie anderweitig zu verkaufen. Die Fischer lvandten sich nun­mehr an die englische Regierung mit der Erklärung, daß die jetztgen Zustände unhaltbar seien.

Die Aufnahnre der Heeresberichte in Petersburg.

Stockholm, 9. Aug. Für die ittltzerst gedrückte Stimmung in der Hauptstadt ist eine Verfügung des Petersburger Kommandanten charakteristisch, der pattiottsche Manifestatio­nen organisiert und vorschreibt, daß die Berichte der Heeresleitu:^ sofort nach Erscheinen in alle:: Kaffees deutlich sichtbar aufgelßrngt und in den späteren Abendstunden in den Theatern durch die Schau­spieler vorgelcffen werden, ,cha:n:t die allzu vergnügungssüchttgen Bürger sich über die Großtaten unserer Armee klar iverden unb sich die Teilnahme in den gegenwättig durchlebten Er­eignissen vertiefe". Die Blätter benchten, datz anschließend an die Bekanntgabe des Heeresbettchtes Kundgebungen spon­taner Begeisterung folgen, jedoch zum Schvecken aller Kaffve- hausbesitzer, da die Gäste meist ohne Beznhlung fortstürzen; eine echt russische Aeußerung des Patttotismus. Die offiziösen Kommentare der Blätter zu den^ kttegerischen Ope- rattone:: der letzten Zeit sind äußettt knapp. Sie besagen, daß die Verbündeten am Stochod dauernd ttäfttge Angriffe vornehmen. Die Offensive wechsele auf der ganzen, Front südlich des Pripiet mit ungewöhnlicher Geschwindigkeit. Sic zwinge die Russen, über­all auf 'ihrer langer: Front starke .Kräfte bereit zu halten. Dev Sonderberichterstatter derRjetfch" meldet vom Stochod: Die Deutschen befolge:: unbeirrt ihre taktische Vttthode auch be: der russischen Offensive, die dahin gelst, der: Gfc&m- in der Flanke zu fassen und dadurch seine Offensivkvaft zu lähmen. Die Deutscher: lehrer: die neue Takttk der aktiven Defensive. Jnsolgedesser: er­halten die Russen niemals ein klares Utteil über die strategffche Stellung. _