AM-acz. erbittert Der Feind setzte seine Angriffe
-LLg und Nacht über fort. Alle seine Angriffe scheiterten unter den schwersten Verlusten. Ebenso brachten ihm die zwischen Bereitrczko und Stobpchwa am Ltochod angesetzten Angriff trotz größten Menschenverbranchs keinerlei Erfolg. Meist gebot den gegnerischen Sturmkolonnen schon das Artillerie- und Jnfanteriefeuer der Verteidiger §>alt. Wo es den Russen, wie westlich von L u cf bei der Armee des Generalobersten von Tersztyanszky. vorübergehend gelang, in unsere Gräben einzudringcn, wurden sie im Gegenangriff geworfen. Dri Kaszomiea am Stochod wurde die Verteidigung nach Alnvehr mehrerer russischer Stöße in die Sehne des weit vorspringknden Stnchod'Bogens verlegt.
Italienischer Kriegsschauplatz.
Auf deu .Höhen südwestlich von Pancveggio wurde der .Angriff eines italienischen Bataillons abgewiesen.
Sonst in einzelnen Frontabschnitten lebhaftere Geschütz-
kämpft.
Südöstlicher Kriegsschauplatz. Unverändert.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant.
* . *
Deutsche rLrieazstakistik.
Berlin- 29. Juli. <WTB. Amtliche Zmn Abschluß des Zweiten Kriegsjahres sollen einige Zahlenangaben über bas bisherige Ergebnis des Krieges gemacht werden.
1. Die Mitteln ächte haben jetzt auf dem europäischen Boden vom feindlichen Gebiete besetzt: Belgien rund 29-000 Quadratkilometer, Frankreich 21 000 Quadratkilometer, Rußland 280 000 Quadratkilometer, Serbien 87 000 Quadratkilo- Nwter und Montenegro 14 000 Quadratkilometer, im ganzen rund 431 000 Quadratkilometer. Der 'Feind hat besetzt: Elfiast rund 1000 Quadratkilometer, Galizien und Bukowina 21000 Quadratkilometer, im ganzen 22 000 Quadratkilometer. Am. Ende das ersten Kriegsjahres war das Zahlenverhältnis gewesen: 180 000 zu 11000 Quadratkilometer.
2. Die Gesamtzahl der Kriegsgefangenen betrug gegen Ende des zweiten Kriegsjahres: in Deutsäsland 1663 794, in Oesterreich-Ungarn 942 439, in Bulgarien rund 38000, in der Türkei 14 000, im ganzen 2 658 283. Bor einem Jahr hatte die Gesamtzahl der Kriegsgefangenen in Deutschland und Oesterreich- Ungarn betragen: 1695 400. Von den russischen Kriegsgesange- nen befinden sich in Deutschlcntd 9 019 Offiziere und 1 202 872"
. Mann, in Oesterreich-Ungcrrn 4 242 Offiziere und 777 324 Mann, i in Bulgarien und der Türkei 33 Offiziere und 1 435 Mann, im , Ernzen 13 294 Offiziere und 1981 631 Mann. In deutsche Kriegsgefangenschaft sind bisher geraten: Franzosen 5 947 Offiziere und 348 731 Mann, ^Russen 9 019 Offiziere und 1202 872 Mann, Belgier 656 Offiziere und 41 752 Mann, Engländer 947 Offiziere und 29 956 Närrin, Serben 23 914 Mann, im ganzen 16 509 Offiziere und 1 647 225 Mann.
3. In Deutschland ist folgende Kriegsbeute bisher fest- gestellt worden: 11 036 Geschütze mit 174Z038 Geschossen, 9096 Munitions- und andere Fahrzeuge, 1 556 132 Gewehre und Karabiner, 4460 Pistolen und Revolver und 3450 Maschinengewehre. Hierbei muß bemerkt werden, daß die nur nach Deutschland zurück- gesuhrte Beute angegeben ist, wahrend eine nicht annähernd zu bestimmende Anzahl von Geschützen. Maschinengewehren und Gewehren nrit Munition im Felde sogleich in Gebrauch genommen worden ist.
4. Von den in den Lazaretten des gesamten deutschen Hermatgebictes behandelten Angehörigen des deutschen Feld Heeres wurden nach der letzten vorliegenden Statistik 90,2 vom Hundert wieder dienstfähig, 1,4 v. H. starben mrd 8,4 v. H. blieben dienst- unbrauchbar oder wurden beurlaubt. Infolge der hygienischen Maßnahmen, besonders infolge der streng durchgcführten Schutzimpfungen ist die Zahl der Erkranktmgen an Seuchen im Heere verschwindend gering geblieben. Stets hat es sich nur um EinzelerkrankungeN gehandelt und niemals sind die militärischen Maßnahmen durch Seuchen gestört worden.
Der Luftangriff auf die englische Ostküfte.
1 London, 29. Juli. (WTB.) Das Reutersche Bureau m-eldet amtlich: Deutsche Luftschiffe unternahmen 'frühmorgens eineu Ueberfall auf die Ostküste. Ihre Zahl ist noch unbekannt. In den Berichten, die aus Dorkshire und «Lincoln eingelaufen sind, lvird mitgeteilt, daß sie Bomben , ab geworfen haben.
London, 29 .Juli. (WTB.) Meldung des Reuterschen Baveans. Amtlich. Einzelheiten über den Luftangriff von beute morgen zwischen Mitternacht und 1 Uhr 30 Min. au der Ostküste. Es nahmen drei Luftschiffe daran teil. 32 Bomben wurden abgeworfen. Kein Sachschaden, niemand verwundet oder getötet. Außerdem sollen zahlreiche Bomben ins Meer gefallen sein. An einer Stelle waren die Abwehrkanonen in Tätigkeit und es gelang ihnen, die.Luftschiffe von der Erreichung ihres Zieles abzuhalten. Die'Luftschiffe scheinen durch Nebel ernstlich behindert worden zu sein.
Berlin, 31. Juli. Zu dem neuen Luftangriff auf die englische Ostküste schreibt die „Deutsche Kriegszeitung", daß es besser als die kräftigsten Worte die Behauptung widerlege, daß der Luftkampf gegen England von dem Programm der deutschen Marine abgesetzt sei. Wenn eine längere Pause in der Anwendung dieser Waffe eingetreten sei, so habe das lediglich militärische und technische Gründe gehabt, und es sei auch unsinnig, zu behaupten, daß es irgend eine maßgebende Person in Deutschland gebe, die wünsche, daß der Krieg gegen England in schonender Weise geführt werde. Wenn wir von unseren Unterseebooten eine Zeitlang keinen so rücksichtslosen Gebrauch geinacht Härten, wie von vielen erwartet worden sei, so habe das triftige politische Gründe gehabt. In ihrer Note an die Vereinigten Staaten habe sich die deutsche Regierung für die Wiederaufnahme des Unterseebootkrieges, wie das auch ganz selbstverständlich gewesen sei, vollkommen freie Hand bewahrt, und wenn die Umstände, die zur Beschränkung des Unterseebootkrieges die Veranlassung gegeben hätten, gegenstandslos geworden sein würden, dann werde er wieder ausgenommen werden.
Der türkische Bericht.
Konstantinopel, 28. Juli, 7 Uhr abends. (WTB.) Bericht des Hauptquartiers.
An der Jrakfront im Abschnitt von Fllahie keine Kampfhandlung.
Im E u p h r a t-Abschnitt bei Korna eroberten unsere Krieger einige feindliche Schiffe mit Lebensmitteln, töteten neun und vcr- wmrdeten vier Engländer von der Bftatzung.
Von der persischen Front keine neue Nachricht.
An der Kaukasus-Front trieb der Feind auf dem rechten Flügel nach Artillerie- und Jnfanteriefeuer mehrere Aufklärungsabteilungen vor, die sich unseren Schützengräben zu nähern versuchten und überall durch unser Feuer vertrieben wurden. In diesem Abschnitt nntrbe eine feindliche Kavallerie-Abteilung durch unser heftiges Artitleriefener zerstreut. Vom Zerrtrum und vom linken Flügel keine trächtige Nachricht.
Am 26. Juli lvarf ein englischer, von einem Flugzeugmutterschiff und van französischen Torpedobooten beschützt aufgestiegener Flieger Bomben aus H a i f f a und Umgebung, wodurch , einige Kinder und eine Frau verwurrdet wurden.
; An der ägyptischen Front dauern in der Gegend von ftatia dre Patron illenzusamvrenftvße zu unseren Gunsten an.
Ko n st a n r i n o pe l, 28. Juli, 8 Uhr abends. (WTBü Bericht des Hauptquartiers. Infolge russisä)er Angriffe, die in Rick>- tung auf Baiburt — Mamachatun gegen unsere Stellungen unternommen wurden, führten unsere Truppen, indem sie sich in hintereinanderlügertdcrc Linien behaupteten. Gegenangriffe durch und machten einen geordneten Rückzug. Unsere Truppen auf dem linken Flügel, nördlich des Tschoruk und in der Küstengegend zogen die auf unseren Befehl freiwillig zurück, indem sie der Beilegung des Zentrums folgten. Jnfolg3>essen sind die Ortschaften B a i - b u r t, G ü m ü s ch k h ä m 'e und E r z i n d j a n in die Hände des Feindes gefallen. Die Forffchritte, welche die Russen nur unter blutigen Verlusten erreichten, können unsere allgenreine Lage an dieser Front nicht beeintt'ächtigen. Der allzusehr übertriebene Inhalt der russischen amtlichen Berichte über unseren Rückzug, der nur eine Notwendigkeit der Lage gewesen ist, sind ohne Begründung. Tie Russen versuchen unsere Bewegung als' Flucht darzustellcn, aber es' ist hervorzuheben, daß unsere Armee außer zwei Mantelli- Geschützen, die durch das feindliche Feuer zerstört worden waren, nichts im Sticke gelassen fiat. Die Mitnahme der gesamten Artillerie und des übrigen Materials beweisen die vollkommene Ordnung des Rückzuges, den unsere Armee aus bestimmten Er- wägrmgen ausgenommen hat. Während dieser Operationen machten wir bei mehreren Gegenangriffen in verschiedenen Mschnitten eine große Anzcchl Gefangener. Ter Verlust Erzindjans ist bedauerlich, aber da es eure offene Stadt ist, wird er keinen Einfluß auf unsere allgemeinen Operationen haben. Auf denk rechten Flügel in deu Abschnitten von Musch und Bitlis ist die Lage unverändert. Die von Zeit zu Zeit vom Feinde entwickelte Tätigkeit wird durch unsere Gegenbewegungen angehrlten. Tie russischen Strcitkräfte, denen es gelungen war, den Abschnitt von R e v a n d u z zu erreichen, wurden infolge mehrerer, für uns glücklicher Kämpfe von der Grenze verjagt. Bon den drei Armeen, die wir ans einer von Südpersien bis zum Schwarzen Meer sich erstreckenden Front aufgestellt haben, ist die des linken Flügels ein wenig znrückgebogen worden. Ties wurde von den Russen als ein großer Erfolg gemeldet. Dennoch rückt unsere Armee des rechten Flügels in Südpersien beständig vor, und die des Zentrums beherrscht vollkommen den Mschnitt von Asserbeidjan imd die westlichen Gegenden der genannten Landschaft. Tie nächsten Operationen, die in kurzer Zeit stattfinden-werden, werden beweisen, wie sehr die Russen sich mit der Verbreitung dieser Nachrichten von angeblich großen Erfolgen übereilt, und wie sehr sie sich in ihren Mitteilungen getäuscht haben.
Der russische Bericht.
Petersburg, 30. Juli. (WTB.) Amtlicher Bericht vom 29. Juli, nachmittags.
Westfront: Am 28. Juli überflog ein Flugzeuggeschwader, bestehend ans 10 Flugzeugen, Barakowitsch und warf Bernden auf Bahnhofsanlagen und das rollende Material, wodurch mehrere Brände verursacht wurden. Ein feindlicher Albatros, der den Flecken Bndalaw (41 Kilometer östlich des Narocz-Sees) überflog, wurde nördlich des Niadziol-Sees von Leutnant Tomson, der einen Newport-Avparat steuerte, angegriffen und bis über den Flecken Kobylnik (8 Kilometer westlich des Niadziol-Sees) verfolgt, wo er in nordwestlicher Richtting verschwand. Tomson beschoß das Lager in der Nähe des feindlichen Flughafens Kobylnik mit Maschinen- gewehrfcuer und kehrte unversehrt in rmsere Linien zurück. Die Armee des G e n e r a l s B r n s s i l o w griff den Feind an und warf ihn auf der ganzen Linie von der Eisenbahn Kowel—Rozyszoze bis Brodv. Die Stadt B ro dy wurde genommen. Die Truppen des Generals L eslchitzki warfen in energischem Angriff den ~cini> in Richtung Sta.nis.ati südlich desDnj-estrs zurück: sie brachten efangene und Beute ein, die jedoch noch nicW gezählt ist. Eine, tapfere Division eingeborener kaukasischer Truppen eroberte Je- zierzany (10 Kilometer südöstlich von Tlumacz) an der Straße nach Tlumacz. Nach ergänzenden Meldungen stieg die Gesamtzahl der seit dem^28. Juli .gemachten Gefangenen auf 400 Offiziere und
20 000 Soldaten. Es wurden 55 Geschütze genommen, außerdem Maschinengewehre und größere Mengen Kriegsmaterial, die sich noch nicht übersehen lassen.
K aufa sns: Unser Vorgehen ans Sivas und Charput dauert an. Wir machten einige Gefangene. Am 27.) Juli unternahmen die Türken ans der Richtung von Mossul einen Angriff gegen den rechten Flügels unserer Abteilung. Durch Gegenangriff unserer tapferen georgischen Schützen wurde der Feind geworfen. Er ging, Waffen und Munition im Stich lassend, in Unordnung zurück.
_ Petersburg. 30. Juli. (WTB st Amtlicher Bericht vom 29. Juli abends.
Westfront: Bei Hnlawiaze (4 Kilometer südlich der Bahn Darny—Kowel) am Stochod gingen unsere Truppen auf Floßbrücken mlf^das linke Ufer über und richteten sich dort sofort ein. Feindliche Flieger überflogen den Raum Logischin-Bahnhof Manie- wicze J26 Kilometer nordwestlich Ezartorysk) und warfen Bomben ab. Längs der Eisenbahn Kowel—Itozyszcse dauert das Borgeheir unserer Truppen an. Der Feind ist über den Stochodslnß zurück- geworsen. Im Raume südwestlich Luck überflogen zahlreiche feindliche Flugzeuge unsere Linien, warfen Bomben ab und beschossen unsere Truppen mit Maschinengewehren. Südlich des Tnjestr. sucht der von unseren Truppen in der Richtung ans Stanislau verfolgte Feind in vorher ausgebauten Stellnwpm .Halt zu machen. Die von unseren Truppen eingehenden Meldungen sind jedoch^ so spärlich, daß man nur ein annäherndes Brld gewinnen kann. Bis jetzt find an, von den Truppen des Generals Brnssilow vont 28. bis 29. Juli eingebrachten Geflurgenen gezählt: Zwei Generäle, mehr als 651 Offiziere, 32 000 Soldaten, darunter eine große Anzahl Deutsche, an Beute: 114 Geschütze, darunter schwere. Von dieser Zahl erbettteten die Trtippen des Generals Leschitzki
21 detitsche schwere Geschütze und 85 Maschntengewehre. Bei der Geiamtzahl der Gefangenen tmd der Beute ist ein Teil der von den Truppen des Generals Sackxrroiv wälirend der dreitägigen Kämpfe bei Brody gemachten Gefangenen und Beute eingerechnet: .dies sind 126 Ofiziere, 13 569 Soldaten, 9 Geschütze, 40 Maschinengewehre und an 15 000 Gewehre. Die Gesatntzahl der von den Truppen des Generals Sacharyto seit dem 16. Juli bis 28. Juli eingebrachten Gefangenen unb der Beute beträgt: 940 Offiziere, 39 152 Soldaten, 49 Geschütze, davon 17 schwere, 100 Maschinengewehre, 49 Bomben- und Minenwerser, 30 Bombenwagen und Artilleriemnnitionswagen, 58 Mascknnengewehrwagen und sechs Depots mit Artillerie- und Pioniermaterial.
Kämpfe an der mazedonischen Front.
'Sofia, 29. Jüli. lWTB. Nichtamtlich!.) Meldung der bulgarischen Telegraphen-Agentur. Der bulgarische G^ueralstab teilt unter dem 27. Jicki mit: Längs der ganzett mazedonischen Front tägliches schwaches Geschützseuer und Patrouillengesechte, die für uns günstitz verlaufen. Mit Maschinengewehrnt ausgerüstete fernd- lick?e Bataillone versuchten, von einer Gebirgs^e.ibitzenbatterie unterstützt,- am 25. Juli unsere vorgeschobenen Ällckeilungen an der Front Bahovo-Sborfko (ungefähr 25 Kilometer nördlich Vodena! anzugreifcn. Mle Angriffe wurden mit großen Verluste für die feindlichen Bataillone abgeschlagen. Unsere Trttppen schritten sodann z'mn Gegenangriff und bemächtigten sich der feindlichen Schützengräben. Am 26. und 27. Juli versuchten mehrere Kompagnien der serbischen Schnmadia-Diviffon die Höhen nötvlich des Dorfes Pozar (ungefähr 25 Kilometer nordwestlich Bvdena) zu gewinnen und festznsetzen. Sie wurden jedoch dtrrch unseren vorzcitigett Gegenangriff in die Ebene z-urückgeworsen, nachdem sie bedeutende Verluste erlitten hatten. Unsere Trnppen haben 84 feindliche Leichen aufgelesen, darunter ein Hauptmatm. 3 Mann wurden gefangen genommen. Unsere Verluste sind ganz gering.
zur Erschießung des englifcheu Kapitäns Fryatt.
London, 30. Juli. lWTB. Mchtamtlich) Lord Grey richtete in einem Schreiben an den aMeriLmffchm Botschafter in London die Ansmerksamkeit des Botschafters auf Reuters Telegramm über die deutsche Meldung v»on der Erschießung des Kapitäns F r y a t t. Die englische Regierung könne nur schnwr glauben, daß — nactzdetn die deutsche Unterseebootflotte die Praxis angenommen habe, ^Vauffahrteischiffe ohne Warnung utrd ohne Rücksicht aus das Leben von Paffagrerm und zu ver
senken — der Kapitän eines Handelsschiffes, der die Maßregel crgriften har. ivelche die einzige Aussicht zu bieten sck>üne, nicht nitr das Schiss, sondern auch das )Leben aller an Bvrd^ zu retten, wegen dieser Tat mit Ueberlegung und kalMütig erschossen worden sein könnte. Wenn die deutsche Regierttng in der Tat im Falle eines britischen Untertanen, der sich m ihrer Gefangenschaft befand, ein derartiges Verbrechen begangen haben sollte, so sei es augenscheinlich, daß damit eine äußerst ernste Lage entstanden sei. Er, Lord Grey, sei daher im Namen 'der britischen Regierung zu der Bitte getrötigt, durch die Botschaft der Vereinigten Staatert in Berlin möchte eine dringliche Unteffuchitng darüber knwanstaltet werden, ob der Bericht in der Presse über die Erschießung des Kapitäns Fryatt wahr sei. Als Antwort 'daraitf sandte der amerikanische Botsckwfter in London eine Abschrift des Telegramms des amerikanischen Botschafters in Berlin, das Einzelhei^n be< züglich seiner Intervention in dieser Angelegenheit cntl)alle.
Tie „Heldin von LooS^.
London, 29. Juli. (WTB. Nichtanrtl.) „Daily Mail" meldet aus Paris: Die .Heroine von Loos, Emilie ne Moreau, die fünf Deutsche mit Bomben und Revolverschüssen erntordet hat, ist mit einem englischen urtd französischen Orden dekoriert worden.
Die neueti Hnndelsunterseeboote.
Berlin, 31. Juli. Wie die „Bossische Zeitung" mittetlk, liegt es nicht in der Absicht der Deutschen Ozean-Reederei G. m. b. H. für die neuen H a nd el su n t e r s e.e bo v t e Wären, Pakete oder Briese zur Beförderung anzunehmen.
Der Seekrieg.
L o n d o n , 28. Juli. (WTB.') Meldung des Reuterschei'r Bureaus. Die Mannschaften von acht durch ein deutsches Unterseeboot versenkten .Heringsfischerbooten wurden in Tynemouth gelandet.
Berlin, 29. Juli. (Priv.-Tek.) Die „B. Z." nreldet aus Rotterdam: Die englische Regierung gab einen großen schwedischen Dampfer,' der mit Rohstoffen für die schwedische Margarinefabrikation beladen war. cnrf das kräftige Drängen der schwedischen Regierung frei.
Kopenhagen, 29. Juli. (WTB.) Der dänische Dampfer „V i d a r", auf der Reise von Kopenhagen nach Husi mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen, ist in der Nordsee von einem deutschen Kriegsschiff aufgebracht und zur Untersuchung nach Kuxhaven geführft worden.
Aus dem Rüche.
Berlin, 29. Juli. (WTB.) Wie der „Staatsanzeiger" mitteilt, ist dem Oberpräsidenten z. D., Präsidenten des Kriegsernährungsamtes Tortilowicz v. Batocki-Friebe in Berlin der Charakter als Wirklicher Geheimer Rat mit dem Prädikat Exzellenz verliehen worden.
Aus Stakt unk £an$.
Gießen, 31. Juli 1916.
Briefmarken und Postkartengeber ab 1. August.
Mit der Einfiihrung der neuen Postgebühren rnüssen auch die B r i e f m a r k e n - ll n d d i e P o st k a r t e n- Geber ben neuen Martenwerten angepaßt werden. Dies ist insofern schwierig, als den neuett Werten von 15 und 7l /2 Pfg. keine Einheitsnrünzen gegerrüberstehen und bei der Kürze der Zeit seit Festsetzung der neuen Gebühren urrd bei dem etnpsindlichen Mangel an Facharbeitern eine Aende- rung der Geber in der Richtung, daß sie auf den Eirrwurf je eines 10-Pfg.- und 5-Pfg.-Stückes Marken oder Karten verabfolgen, nicht angängig ist. Die Postvertoaltung Hai daher daran fasthalten müssen, daß die Geber auf ein 10-Pfg.-Stück ansprechen, und hat die Einrichtung so getroffen, daß aus den Einwurf eines 10 Pfg.-Stückes durch die bisherigen 5-Pfg.-Briestnarken-Geber je eine Freimarke zu 71/2 und zu 2y 2 Pfg. und durch die Postkarten-Geber eine Postkarte zu 71/2 Pfg. mit einer lose aufgeklebten 2i/r-Pfg- Brieftnarke verabfolgt werdett. Die auf der Postkarte aufgeklebte 21/2-Psg.-Briefmarke läßt sich leicht ab lösen: zu ihrer Verwendung bietet sich immer Gelegenheit. Die Aendernng der in Betracht kommenden Geber lvird mit tunlichster Beschleunigung dnrchgeführt. Die lO-Psg.-Äriefmartew-Geber werden nftverändert beibehalten, da 10-Pfg.-Marken auch künftig zum Freimachen von Warenproben, Gesclfttftspapie- ren und Drucksachen, deren Gebührensätze unverändert bleiben, sowie fiir über 20 Gramm schwere ^Briefe und für den Auslandsverkehr gebraucht werden.
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** Amtliche Personalnachrichten. Der Großherzog hat «m 29. Juli den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Darmstadl I, Amtsgerichts rat Fritz Schade, zurzeit im Felde, zunt Landgerichtsrat bei dem Landgericht der Provinz Oberhessew ernannt. — Ernannt wurde: am 29. Juli 1916 der Aktuariats- assistent bei dem Amtsgericht Lampertheim, .Hermann Krebs, zum Aktuartatsassistenten bei dem Amtsg-ericht Remheim mft Wirkung vom 1. Oktober ds. Js.
" Auszeichnung. Dem Rittmeister Dr. Walloth, sonst Vorstand des Gr. Eisenbahnbetriebsamts Gießen I, wurde durch atlerböchsle Kabinettsordre vom 10. Juli das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen.
** Ein Gießener Flieger in der Türkei. Siegfried Meuser, Wasserflugmaat, hat vor einigen Tagen sein erstes Flugzeug abgeschoffen. Meuser war lvenige Zeit zuvor als dritter deutscher '-Flieger über Lemnos' und hat dort mit Erfolg Bomben abgeworfen, ivofür er zum Eisernen Kreuz 1. Masse vor geschlagen war.
** Kartoffeln aus der Ernte 1915 werden bis auf weiteres in der alten Gewerbeschule, Asterweg 25, Dienstags, Mittwochs, Freitags und Scnnstags zum Preise von 7 Pfg. für das Pfund gegen Ltbliefernng der Kartoffelmarken an Einwohner der Stadt Gießen, die weniger als 2600 Mk. Einkommen haben, abgegeben. Mheres siehe Anzeige.
** Bei der Goldankaufs stelle wurden heute von zwei Einlieserern die Erlöse für die eingelösren Goldsachen im Werte von zusatnmen 27.25 Mk. zugunsten des Roten Kreuzes in dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt.
** Diebstahl. Vor etwa zwei Monaten tvurden aus einer hiesigen Maschinenfabrik zwei Leder-Treibriemen, wovon der eine 95 mm breit, 2,50 m lang, im Werte von 14 Mark und der andere 100 mm breit und 8,10 m lang äst, rm Werte von 48J Mk., entwendete Am beiden Riemen ist an verschiedenen Stellen die Firma „Chas. A. Schieren Company" eingepreßt. Sachdienliche Mitteilungeit nimmt die hiesige Kriutinalpolizei entgegen.
** Aehrenlese durch Schulkinder. Nach einer Mft- teilung des preußischen Unterrickfls Ministers hat die Aekrenlese durch SchuMuder rm Anschluß an die letzte Ernte, soweit zahlenmäßige Festttcllungen ersolgt sind, einen Geldwert vott 230 000 Mark ergeben, der zu einem großen Teil dent Bwtett Kpeuz und anderett tm'vltätigen Zwecken zugrsührt worden ist. Angesichts der volVwirtsckmsckichen und erzieplichen Bedeutung der Ächran- lese verdient sie, wie der Minister betont, auch iveiterhin Förderung. Aa£ Königlichen Regierungen sind daher cnvgewre,en ivor- den, auch für die neue Ernte das Erßvrdexliche zu peMgerr.


