»W* ftswnts
Lrscheml mit Ausnahme deS Soantags.
Dv ^«etzener frrnmtKimtr' werden dem
. Anzeiger ^ vierm«rl wöchentlich beiqelegt. baä „Kl tfsblttt für den Xreir Siegen- zroennal wöchentlich. Die ,.Land«jrtjchaft1iche, Seit- fr«-e»^" erscheinen monatlich zrvermst.
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l66. Zahrgang
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhejfen
Zreitag. 2,. ZuN M«
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'jchen Unrverfnäts - Buch- und Stemdruckeret.
R. Lang e, Gießen.
Schriftleitung,Geschäftsstelle „.Druckerei: Schul» straße?. Geschäftsst-lleu.Berlag: ^^51,Schrift» leitung. ^ü*112. Adresse für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen.
Deutsch-italienische Rechtsbeziehungen.
,JL C .-N-Exuttsche Mlgcmcmc Zcituug" ^ de- Emilchm Prcsk iwxb seit einigen Ligen iii «rchMW« MsE der^rwch betrieben, die öffcntli^ Mei- nung Italiens durch unrichtige oder entstellte Behauvttmaen über
r Cbic l C b - CS Privat^chtsirreznsührrn. b f Xmbemm einfachen Tatbestand.
“■ Mni I91Ä,«Sfonittmite&ai vovdem Abbruch her biplo- 'M äStiien Begehung«, Änischr» bem Staats sckrckärj
lÄfw» do^ckaftcr Ballati eme Bc'chgnbn
g!wg wegen der Dehmchlnng bcr beide richtigen Staatsangehörigen ”*/>*? Elsentnms für bm Fall eines Krieges getroffen, Tic l'f!^^>e>^beiber,<ntigeii Staatsangehörigen dc„>
** ~ bi alle -^ankreuh imb Rußland in völker- ^ech^owrcher setvoffe« hoben, wie dre Internieruna von>
^^.^^^iratron oder Lchuidation von Privateigen- tum, dre BeerutrarÄrMmg von Patentrec^en sonne das Verbot der Erfüllung vrivatrechklrcher Forderungen, zivischen Deutschland und E S g f}^ . Darüber Älffi Äk ßST 1 ^ibi?E^^Echs>--nten beren Fortbrzug gewahr- m ? at HEen der beiden Länder liegenden ^a„s- 'ahrtoschche des anbenen Teiles sollten bie Regeln bcs Serk-,ste„ Monimlens Wer bie Bchandlimg ber feindlichen tau sahrterschchc beim Ausbruch bcr Feindseligkeiten Anwandnna chiden ^2a d-rKnegsÄtflEb Mischen Deutschland Ä "Ä d^.«em^,g,r,,g ihrem Wortlaut nach
ihrem Sinn und Zweck kein r^S*. ^E rer^ aqtajai, daß die beiderseitigen Privatrechte vor ^intrrtt «nes Kr«Ezru^ndes nicht ungünstiger behandelt wei'deu öl.? es für den Krre^sall vorgesehen war. Reben der Ber-
Wffllfie der KriegsWstand nicht b estan d auch ^ Bestrmmrnugen des deutsch-italienischen
^ ** mtülhmg ber rcchtl'chen mtb lurchen Bezch^nsen der beiden Länder zu beobachten. ^ E^che Reg^rung hat srck fedoch sowohl den Verpflichtungen Uche^^se^t^^ ^ ^ot en der 9R>aiverstänchgung in willkür-
nrh ® cc!fs % im * des Handelsverttags machte,
Ä Drucke Englands schuldig,
dre m ckickiennchen .Häsen liegenden reauMrte. obwobl riach Artikel 4 ?ch- ^ Deichschen in Italien von allen ^vf 5 ***^* und Leistungen betreu sind, und vb-
vol^^rchen Gruudsäyen neutr.le Kauf- ReguisUwn unterliegen. Den näch sten <-^ ltt brldete tne am 10. Februar 19W — dem Tage
^ ^^rnlterp^äfrdentrri Bsund in Rom
iSLkLL'^Z?' -»»«-» t« Strafe te «...
AehMlich mie tnfit dem .HandeGvertrag verfuhr die itMenrsche
Zunächst gingA
s Behörden zLamniästrg darauf aus, die Ein?nebuna Fm^ermrgen, nanlercklick der Abhebung von Bankgut^ DvstzLnsnr und durch entsvrechende .,^Zrnke M die Grotzbankeu m verhindern. Im März 1916 wurde 'odamr^de n schwei zerischer Basken von ihren itaLsrifchen Geschäfts rrQwdea nvtgebeckt, daß Mch^ge amtlicher L1nord«uNv JSk D w^arscherne nach ItÄ«n mcht bepörd^ch^est^rfUm wmn sie nicht von emer eS>edftaatlrchsr -Beriicheamg begleitet wonach ‘ber Eigentümer weder einam IEnfeinZi^ Hwate noch den Verbündeten eines feindlichen Staates angehörte I-^rü N«r also dte Einlösmig von Zins- und Dividenden'^inen aus deutschem Besitze förmlich verboten.
^ weiterer Versetz gegen bie Serst-mbigung bestaub barin . d«e, Ualrenriche Regrerung sich grnnbstchlich rneigerte für AMMertes dentlches Eigentum, insbesondere für bie fegurliertm Schiffe nnb i^reil Labnngcii, währenb bes Krieges Entsrdäbiguiqm P a Wcn '. o bwohl sie hrerru nach dem burch die Venbinbiqunb mr annumbbar erklären Äichiten Haager Abkommen verpflMet war. Fern« itellten che lÄenaralchrektionen ber .Handelsmarine nr che zwangsweise gelaichten deutschen Waren Beskirnrnungen auf
die dm Eigentümern nur die Wahl zwischen Zwangsventeigerung oder Verlaut zu ^chleuderpretfen ließen.
Bei allen diesen Maßnahmen hat die italienische Regierung d«r deutfchen Reklamationen gegenüber mit halllosen Gründen ^ Standpunkt zu v^tveten gesucht, daß eine .Vertragsverletzung . dorliege. Am! 30. lApril 1916 aber — der Besuch de^t sranzonfcheii Ministers Clememcl stand vor der Tür — änderte ste diese Haltung ünd erließ eine Verordnung, ivelchc die Einziehung deut,cl>er Forderungen aus Wechseln und anderen Wertpapieren durch ein formlick>es Verbot der Einfuhr solcher Papiere nach < 5 t<s.ien unl^band und den Deutschen durch ei ne ^onderbel tiMMMg über das Verbot kaufmännischen Briefwechsels überhaupt jede private Wahrung ihrer grschästlirhen Interessen in Italien un- ntogllch machte.
-pie Deutsche Regieriurg hat gegen diese fortwährenden Ver- rragsverteyungen nachdrücklich Einspruch erhoben. Solange aber noch Aussicht vorhanden schien, die Verständigung ausrecht zu er- holt^i, hat sre in jeder Weife für deren Einhaltung gesorgt, ins- teKmbere den Banken von der Sperrung italienischer Guthaben abgerateii und eme Reche von Berufsgenossenschaften, die ange- frchts des italienischen Verhaltens die Rentenzahlungen ein,teilen wollten, zur Weiterzahlung bewogen. Darüber hinaus sind sogar m den m üeutfche Zunlverwccktung geriommenen feindlichen ol^en.' . wo vor dem Kriege zahlreiche Italiener als Arbeiter befch^utigt waren, die L-ohnwrderungefi dieser Leute durch die deutichen Bel-örden im Verwaltungsweg eingezogen und an die Beteiligten abgesührt worden.
Trotz dieser loyalen Haltung der Deutschen Regierurrg erklärte dre ^talieiwche Regierung im Mai 1916, daß sie sich gegeiiüber der..Verftandigung volle Freiheit der Entschließung Vorbehalte Begründet war diese Erklärung mit Beschwerden darüber, daß dre deuticheti Militärbehörden der Ausreise von Italienern cnl- gegen der Verständigung ^wierigkeiten bereiteten. Ruii sicht zwar dre Verftandigung vor, daß die beiderseittgen Staatsangehörigen die Erlaubnis erhalten, das Land des anderen Teiles zu verlafsen, fugt aber cmsdrücklich hinzu, daß die Zlusreise „inncr- halb der Fristen und auf Wegen, die von den zuständigen Behörden nach ihrem Ermessen be- 't^nimt wewd-en, erchlgen solle". Tanack) war es den Deutschen Behörden nacht verwehrt, die Erlaubnis zur Ausreise aus triftigen ^runden zeitweste hintanzuhallen, Uebrigens har die Deutsche Regi erung stets dahin gewirkt, daß Verzögerungen, die rucht aus zwängenden nnlUarifchen Gründeii geboten waren, vermieden wurden, und noch rm Maa 1916 dre Oberste Heeresleitung z,i nnem Eingreifen zwecks sckleumger Erledigung aller sckiwebenden Aus- veranlaßt. Sie hatte dadurck) den italienischen Be- scvverdm ieden Boden entzogen, erhielt aber die Antwort, daß sich, dre ^talreni,che Regierung nicht mehr an die Verständigung für gebunden halte und deshalb iete weitere Erörterung für über- sluffig erachte.
Verhallen der Italienischen Regwrung tonnte die Deutfche Regierung den Banken, die seit einem Jahre an der Guthaben in Italien gehindert waren, die entfpvechende Behandluirg ilclliemfcher Guthaben nicht länger ver **&**!- E^^ewg ließ sich den BeruKeuosseuschastLn gegQi- uLeroec^atiache ^ver,chwÄgen, datz dre in der Verständigufig enthaltene besondere Verpflichtung zur sZortzahlung der Veriicherungs- ^ b <?- a rp5?l?^ Deutschlands lebenden Ilallener^egg^ fallen fer ^ie Entfchliestungen, dre daraufhin Banken und Beruss- g^ffenschatten ^gefaßt l>aben, beruhten aus ihrem freien Ermessen !^ren urtter gleick-^en IlrustLuden zweifellos jedem Laude nortxn. Ein ZMwngÄ^Äor. wie es uibn italienischen Presse erwähnt wurde, ist hiernach nicht erlassen
^ Näht Deutschland, sondern
^ beutsch^italienifchen .Haudelsvertrag und diecheutsch-
^ Deutschland, sondem ^ a L' l jLj? n ^ en t>i£Dcf> drefe Verträge ausertegten völkerrechtlichen ÄerEichtungen ausdrücklich losgesach. Wenn die italil-
"'xllL'lr ^cv ^^^"ders darfteM, so ist dies eine gröbliche und «böswillige Irreführung der öchenckichen Meinung Italiens.
—--- ■ »! §
Bcchhold und mit einer Antrittsvorlesutig über „Die Entwick- lmrg der palhologisckf-anatomischcn Mbildung Dr. med. Edgar Gold sch mid, beide in der meoiziniichen Fakultät. — 2>gn Vorsitzeiiden des Mssichtsrats der Höchster Farbwerke Walter vom Rath (Frankfurt' wirrde wegen seiner Verdienste um die Entwicklung der chemischen und elektrotechnischen Itidustrie sow-ic die Förderung von Wissensck>ast und Volkswirtschaft vom Rektor und Senat der Technisckien Hochschule zu Berlin-Charlotten- ourg die Würde-eines Doktoringenieurs ehrenhalber verliehen.
Mr-ehLiche Sac^ri^fen«
Israelitische Religionsgemeinde.
Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Aulsg^.
Samstag, d e ii 2 2. Juli 1916:
Vorabend: 8.30 Uhr — Morgens: 8.30 Uhr. — Abends: 9.40 und 10.15 Uhr.
3rra«kitische Religionz-esellschast.
Sab b ati eier n in 2 2. Ijuli 19 16 Freitag abend 8.25 Uhr. — Samstag vorm. 8.30 Uhr. — — Nachm. 4.00 Uhr. — Sabbatansgang 10.15 Uhr. — Wochen- goltesdienst morgens 6.30, abends 8.30 Uhr. — Tienstae ' morgens 6.30, abends 8.30 Uhr.
UttiVevfitäts-Nochrickten.
= F raukfüir t a M., 20. Juli. An der Universität habili- t^rten fuy mit einer Antritts Vorlesung über „Die Desinfektion vom Standpunkte der Phvsiko^ie"Prof. phillH^ch
Wittcrungsbericht.
(Oeffentlicher Wetterdienst.)
.. 'Gießen, den 17. Juli 1^6.
Du Befferung der Wrtteruiig, die am Ende der vorigen Be- richtswvche eintrat, war leider nicht Von langer Dauer Das im We,ten anstauchende Hochdruckgebiet verstärkte sich zwar noch im Anfang dieser BerichLswochc — 11. bis 18. Juli — und drairg ostwärts vor Von Nordwesten zo^ jedoch verhältnismäßig schnell eui neues Tiefdruckgebiet heran, )>o daß Wir auf der Nordseite Ixsi Hochdruckgebiets bei Winden aus westlichetr Richtungen tvieder mit Zunahme der Bewölkuirg und zeittoeisen Regenfällen zu tmr hatten. Die Wetterlage veränderte sich nunme/hr nur'wenig; wir bliebew^ stets aus der Grenze zlvi,chen einem südlichen lwhen Druck i«di cinein ini Norden von uns von Westen nach Osten twriiberziehenden Tiefdruckgebiet. Das veränderliche Wetter der vorigen Woche hielt demnach auch rn dieser Woche an. Am Samstag, den 15., begann ttch zwar^ hoher Druck von Südwesten nach Deutschland tnn-ausM- breiten; fern Einfluß war jedoch in unserem Bezirk nur sehr gering. Wirbel des uordivestlichen, Tiefdruckgebiets zogen viÄmehr sudost- warts über Deutschland und unseren Bezirk hinüber, die uns bei wechelnder Bewölkmrg zeittveisc Regeusälle brachten. Die Temperaturen haben sich während dieser Berichtswoche mir wenig geändert. was Temperaturmaxiuium lag in Gießen um — 20 ° herum unb war nur am Samstag und Sonntag bis auf -f- 17° umb 1 .16 0 gesunken; das Temperattrrminimum bewegte sich von Z- 11° auf ch 13 o und das Temperarurtagcsmittel sank von Z- 16 5° am Anfang der Woche auf,Z- 13 ° am Somitüq, den 16., um am Mos- tag rmeber etivas anzusteigen. Unter dem Einfluß eines über West- deutfchland lagernden Hochdruckgebiets dürsten wir wohl mit einer allmählichen Besserung der Witterung rechnen. Zwar erscheint im Nordwesten eine neue DepresKom, die aber ohne besondevOi (Sa* fluß auf untere Wetterllrge fein dürste, da sie im Norden von uns nach Osten abzuziehen ichemt.
Meieorolsgische Srobachtungen der Stativ« «ietzr»
Juli
1916
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Nebel
Line Gaststielreise nach 8t. chuentin.
iste Temperatur am 19. bis 20. Juli 1916: ENgsk . , 19. . 30. . 1916:
Niederschlag 1,3 mm.
+ 17,4*6. R 9,6*0.
Dem Briefe einer Teiltiehmercn an einer Gastspielreise naw ^t, Queiittn enruehmeu wir dre nachstehende Schllderunq der ietzt "E bei, Franzosen so liebevoll mit Bmubenmürsen bcbachtcn Stadt: „Mein allMmcmer Enibruck ber Stabt ist, baß, sic ichmuviq >s aussicht, Ivenu auch die hygreuisch qerabczu un- möglichen Einrichtungen ichou teilweise von unseren Behörden verbessert werden konnten. Auch habe ich mir sagen lassen, daß das ^Innere auch der besseren Häuser staunrnÄverte Zeicheii von Geschmacklosigkeit bieteii soll. Das Theatergebäude von St Qstentrn liegt, erngebaut in die allgemeine Häuserfront, auf einem großen viereckigen Platz, an dessen anderer Seite das schöne alte Ratbrus uoerragt.^Das Theater hat eine Freitreppe und allerhand Frssaden- schmuck. Es ist nn ehrwürdiges altes Gebäude, das übrigens dwi
Königlichen Lchauspielhause zu Potsdam stark Ähnlich sieht Es
mag gegen 1000 Personen fassen, hat 3 Ränge, Proszeniumslogen, ^ogen auf der Buhne, ern Foyer mit einem Rmrdsosa, gekrönt von einer Grpsslatue, auch ein Foyer d'artistes etc. Begueme Zugänge voni Zuschauerraum zur Bühne sind aiick da, was für französische Begriffe sehr wichtig ist. Besonders lustig aber nimmt ev sich aus. daß die Parkettlogen die Besucher bis zur Halshphe
decken, und man daher wir eine Gallerie von Köpfen über der
- sehen kamr. Drei dlbende nun dauerte unser Gast-
spiel, drei Abende war dieses Haus bis zum letzten Platz gefüllt. Auch zwei taiserliche Prinzen und ein General waren anwesend. ^Lelig wßen sie da, unsere Soldaten! Es soaren nur heitere »stticke gewünscht worden, und heiter ging es auch im Zuschauerralim zu. „Morgen^ Ach, n>er denkt an morgen," sagte mir ein Zand- sturnrmaml. freuten sich wirklich und lachten so herzbefreiend irnd ehrlich, daß auch wir Orr und Zeit veriAlßen und Freude fanden m dem Erkennen, ^r-eude zu bereiten. — Sechs französische Feuerwehrmänner gmgeii schweigend hinter den Kulissen auf und ab. ^ 5 yr Hauptmann sag unentwegt in der Nähe der Herzung Er war alt. llein, mager, eine Maske ä la Naooleon III. Sein Gesicht war von undurchdringlichem Ernst, aber ivenn n,an ih,i anredete, war er sofort liebenswürdiger, zuvorkonttnender Kavalier. Ich sprach einmal mit ihm und er sagte mir: „Ich habe drei Söhne im' K'rleg.,Nre habe ich Nachricht von ihnen bekonrmen können. Vielleicht weck sre schon tot sind Und ich:? Ich hier und tue meine Pflicht, indem ickf -me alle vor Gefahren beschütze. Sv ein ?llter habe ich mir nicht träumen lassen.'". . . Sturm fegte über die Felder aber wir kämpften uns durch und erreichten den neu angelegtem Fnedyof von St. Quenttn, der von unseren Behörden allein für MilitarzwecL besttmmt wurde. Eine schöne Säulenhalle bildet den Mittelounkt au der Haupttvaud, zwei prachtvolle Bronzestattten, von L>e. Majestctt selbst entworfen, schmückten sie, uird Wandtafelu tragen rn Gotdffuchstaben die Namen der Begrabenen: rechts die deutschen, lmkS die feinde. Auch eine Gärtnerei ist da und ein besonderer Pfleger der Gräber. Liebevolle, verstehende Hände
SwÄÄ- ^ V^ a L tlie 9an5e Zulage, Solbateu ftoabcu in Rech imd-Glled. Sechs Mann vom Garde du Corps wurden be- graben. eLie einfachen Särge svaren schon versenkt, jeder mit ErttZEv^s^ der ^ trug. Der chotLtische
Geistliche hatte bereits gesprochen, nun trat der katholische Psarc- herr vor. Eme hünenhafte Erscheinung in den gelben Leder- gamascken, der grauen Uniform, dem großeii ausgeschlageneu 5oüt, so stand er und sprach von den Toten, wofür sie gestorben waren! und wofür alle die Kameraden, die sie herausbegleitet Ixiben, zu sterben bereit sind. Dre Gesichter der Leute waren starr aus den geist- lntsen öerrrt gerichtet, Hingabe lag in diesem Lauschen, ilnd man sah e* den ernsten Männern Mi. wie es Ruhe gibt da draußen, ivenn maii den Glavben der Kindheit wiederzufinden vermag und das eigene Schicksal ganz brc göttlichen Barmherzigkeit anvertraut .
Wir wurden gebeten, zumickzuttelen. Die Musik setzte ein, und dann donnerte dre Ehrensalve über die Gräber. Später ttat ich heran Nie werde ich diese Stunde vereisen. Zuweilen überleuchtete ein Sonnenstrahl die Sarge m der Gruft, uwweit fuhr die Eisenbahn yn- velmat vorüber — Weit, weit da drüben schluchze wohl jetzt manches Menschenkind um diese Tötens Ob wohl der Wind auch einmal ein Stäubchen Heimaterde aus die Gräber hier tragen wrrd? . Und nun noch eine Erinnerung! Es frftrd etwas ganz lurzes fluchtiges, in ein paar Worten beschriebenes Erlebnis und hat sich mir doch, als etwas unerhört Gewaltiges eingeprägt Wir lsatten eben aus der Kommandantur unsere .Heintatpässe bekommen und — seren-wir ehrlich — wir fteuten rms wieder auf die Heimkehr Gern waren wir gekommen, gern würden wir jeden Tag ivieder- tommen, aber gerade hier iit Feindesland unter all dem Ernsten Neuen, das aus einen einstürmt, lernt man die Hemmt doppelt lieben. Mit solchen Enrpftndungen treten wir aus der Kvmnmn- danttu: heraus. Da standen in Rerh und Glied wohl .50 Mann auf der Straße. Blutbefleckt, staubig, müde sahen sie uns erstaunt aii und sehen die ivohlbekannten Paßbücher in inneren Händen Sie kamen ans einem Gefecht, wurde uns gesagt, und ivarteten- Ord^ ab, wohin es jetzt gehen sollte. Sie hatten erwste, wetterharte Gesichter, ob iung, ob alt. So also sehen Menschen ans, die Weltgeschichte schaffen! Sie kamen auS dem Bereich des Todes _ sie
Gingen weiter dorthin. Ruhig, gelassen standen sie da. Und da eben war es mir, als wachse etwas Gigantisches aus dieser Ruhe hoch über den Mänitern empor . . Wenn wir uns auf die Reife in dre Hemmt, auf unser wohlgeordnetes Heim freuen konnte,!, wem anders verdankten wir es als diesen Hkeldou
— Die cuglisS«n Uiriversr-tStc« im Krieqe. Enren interessanten GesamtiSberblick über die Einwirkung des Krieges auf die englischen Universitäten vermttg man aus einem diesbezüglichen Arttkel rm „Journal des Debats" zu entnehmen^. Dre Universität Oxpvrd, die vor dem Kriege von 2000—3000 Hörern besucht war, zäZll heute überhaupt keine nennenswerte Zahl
^% ent p\ mC l r - den Studeltten der Trmity- und Pem- broke-Colleges der Eambrigde-Umverfität ist die Mehrzahl ^wllen -1 oder sie wird noch m Milttärlagern ausgebildet, so daß die sSr her Hörer des ^rinity-Collegs von 539 auf 66 herabstnik impber foorer heg Pembroke-Collegs von 267 auf 27 w
Sg” Umvcrsitatcn hauptsächlich als ^ ffizicrssck^, jirrs genMmt-m Uuwcrsitäicn hervorqkgaua-meu -OM-
ZMALMMEZZ
eiiigcrichtet?^ Umversitätsgichaude Murbc als Fffcgcrschukk
arSTÄSia-ÄssÄrÄ
ÄSÄSSi#
wrrtichaft, msbcsoudcre Kochkunst, saiche mit ^
zichuug in Verbindung stchcii Auffä^'bnnil^ ^ mtb -er- Zeituugcn vicliach. ja ciuc bcr ättafteji
DWMNEßMM
lungen besuchen und über sie berichten Verstumn,
Park yi der hie >! onmengeieinaxm im .Hiviya-
ZLLWWLNLL
?en T “ i Ü ,Tit Erziehung, Wohltätigkeit und ande-
scher^Berickterstw^'.chlserwäbltc, geringe Anzahl jarxmi- ^5^.^^rstatterrnnen schlletzlich beschäftigt sich auch mit Iwber Polittk. ste machen im Auswärtigen Amte, Ri den führenden littkern, bei ^n Berühmtheiten der Universitäten, bei den Rar- Jf™ und Gesandten, sowie bei deren Okittimieu Besuche über hir [\ e dann berichten, und die unter ihnen, die das Englische
^nnen auch über Umerhaltungeu mft auaesebe!^ Fremden berichten, die sie ber ihrer Ankunft in Yokohama mrsf^chen


