Ausgabe 
7.7.1916 Zweites Blatt
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fielen 16000 Schuß- Nach der Artilleriewirkiurg ssrng überall im Morgengrauen die Infanterie zum Angriff vor. Zum Teil wirrden me in dichten Kolonnen vorwärts- geh-enven Jnfanteriemass-en schon im Artilleriefeuer zu- imnnven-geschossen. An einigen Stellen nordöstlich Smorgon ^.cnn die Welle bis an das Drahthindernis. Hier brach sie im Maschinengewehr- und Jnfanteriefeuer blutig zusammen. Man hatte den russischen Soldaten gesagt, es genügte, nur vorwärts zu gehen, den Deutschen ginge es an allen Fron- ten schlecht, ob man die Linie durchbreche oder nicht, sei gleichgültig, es gelte nur überall, anzuvcuken, dann breche schließlich bei den Deutschen Panik aus/ Dia es also gleich­gültig war, ob die Linien erreicht wurden, ließen sich die stürmenden nicht erst recht auf den Versuch ein, und in die zurürkflutenden Massen schlugen die Artillerie und die Maschinengewehre furchtbare Linken. Die Panik war durch­aus auf seiten des neuen russischen Ersatzes, der, ungeübt im Angriff, zusammen geschossen wurde.

Das starke russische Artilleriefeuer dauert noch fast un­unterbrochen an, da die Russen sehr große Munitions- mengen schon seit Monaten an der Hindenburg-Front ange­häuft hatten, aber der große Anlauf aller feindlichen An­strengungen findet auch bei den Hindenburg-Arnreen ruhige Zuversicht. Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter.

ebenfalls anzunehmen, oder ob sie die unmittelbare Ver­handlung vor^ testen. Die Note enthalt keine besondere Ant­wort auf die Frage Lansings, ob Carranza aus seiner Weisung an Trevino beharre, die amerikanischen Truppen anzugreifen, falls sie eine andere Bewegung als nachNorden vollsühven. Nichtsdestoweniger geht die allgemeine Meinung dahin, daß die Note für die Vereinigten Staaten aunestm- bar ist und daß die Kriegsgefahr für den Augenblick ab­gewendet erscheint.

Unegrbriefe aurdem westen.

Telegramm unseres Kriegsberichterstatters.

(Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.)

Der vierte Tag der feindlichen Offensive.

Großes Hauptquartier, am 5. Juli 1916.

or ?uch der vierte Tag des großen englisch-französischen Angriffs hat kerne nennenswerte Aenderung der Schlacht iinie ergeben. Völlig vergeblich waren die wiederholten eng- mchen Angriffe südlich des Ancrebaches auf deu Abschnitt Liepval-La Boiselle. Die Franzosen versuchten südlich der nomine in der ausgesprochenen Richtung auf Peronnc vor­zukommen, wobei jedoch zwei starke Angriffe von Flaucourt aur Barleux gänzlich scheiterten. Soweit hat also auch der vierte Tag der großen Offensive unseren Feinden keine Fort- ichrltte gebracht und sic ihrem Ziele, dem Durchbruch der deutschen Westfront, nirgends näher geführt. Von den ihnen oerm ersten Anprall überlassenen Stellungen haben sie im Gegenteil einige wieder räunien müssen, wobei die Englän­der eine sehr erhebliche Zahl von Gefangenen an uns ver­loren haben. Die Kämpfe dauern unvermindert heftig an.

W. Scheuermann, Kriegsberichterstatter.

Amertta und Mexiko.

Mel-

Washington, 5. Juli (WTB. Nichtamtlich duna des Reuterschen Bureaus. Die heute dem Staatssekre- nZ.überreichte Note Carranzas ist kurz und ver^tMlrch. Sie versichert den Vereinigten Staaten den Airrym, zu einer freundlichen Beilegung der Schwierig- E* ft>mme , n ' und verspricht, in der'Zwischenzeit alle

verwnoern. daß sich schnüre Zwilchensalle ereiqnen. Cai-ranza nimmt rm Grundiak die <«ermrwmig durch dm vorgcschlagcnen Vertreter gewisser . lalemtichmmertkanrscher Länder an und erwartet die Mit- ^llr^g^ob^w^Bereinigten Staaten geneigt sind, diese

Au§ dem Rerchr.

Ein Natwualausschuß für Fmgen der Kriegsziele.

Berlin, 7. Juli. Unter dem Vorsitz des Fürsten We­del hat sich, wie dieKölnische Zeitung" aus Berlin mel­det, eine große Zahl von M ä n ner n d e r W i sse ns ch a-ft, der Industrie, des Handels und der Ländliche« Berufe zu einem deutschen Nationalaus­schuß zusammengefunden, der sich zur Aufgabe stellte, unter Fernhaltung von Einseitigkeiten ein e i n h e i t l i ch e s Verständnis des deutschen Volkes für einen ehrenvollen, die gesicherte Zukunft des Rei­ches verbürgenden Friedensschluß zu wecken.

Nach einer Bekanntmachung des Bundes rats vom 6. Juli darf Rübensaft (Rübenkraut und Rübenkreude) nur mit Genehmigung der Kriegs-Rüben ge sellschast m.b.H. Berlin ab gesetzt werden. Durch Anordnung der Landeszen- tralbehörden oder der von ihnen bestimmten Behörden können die Hersteller von Rübenkraut, deren Jahres­erzeugnis nicht mehr als 100 Doppelzentner beträgt, von der Bindung an diese Genehmigung befreit werden. Der Reichskanzler kann Ausnahmen von den Vorschriften der Verordnung, deren Uebertretuna mit Geld- oder Gefängnis­strafe bedroht ist, znlassen. Tie Verordnung tritt am 20. Juli 1916 in Kraft. Die Syndizierung des Absatzes von Rübensaft ist notwendig geworden, weil der freie Verkehr zu ungebührlichen Preissteigerungen führte, die auch für die Rübenzuckerindustric gewisse Störungen nrit sich brachten. Der Beitritt zur Rübensaftgeseltschaft m. b. H. steht sämt­lichen Rübensastfabrikanten offen. Die Gesellschaft ist hin­sichtlich des Bezugs und des MsatzeS von Rübensaft sowie hinsichtlich der Preisgestaltung an die Weisungen des vom Reichskanzler zu ernennenden Kommissars gebunden.

Berlin, 6. Juli. (WTB.) Eine Bekannünachnng des Bun desrats vom 6. Juli verbietet die Beförde­rung von Gütern zwischen den Häfen des Aus­landes durch deutsche Kauffahrteischiffe. Schiffe, die be­reits mit dem Laden begonnen haben, dürfen die Reise vollenden. Zuwiderhandlung gegen das Verbot wird mit Gefängnis bis zu 3 Jahren und (Geldstrafe bis zu 50000 Mark oder mit einer dieser Strafen bedroht, sofern nicht nach ^anderen Strafgesetzen eine höhere Strafe verwirkt ist. Strafbar ist im Zuwiderhandlungssalle der Reeder, der Vertreter des Reeders oder auch derjenige, der ein ihm nicht gehöriges deutsches Schiff zilm' Erwerbe durch die Seefahrt für feine ^Rechnung verwendet. Die Strafbarkeit bleibt bestehen, wenn die Zuwiderhandlung von einem Deutschere im Auslande begangen wird. Der Versuch rst strafbar. Die Verordrrung tritt'mit dem 12. Juli 1916 in Kraft.

Berlin, 6. Juli. (WTB Nichtamtlich.' Die Stadt­verordnetenversammlung hat 2 Millionen Mark für

Einrichtung einer städtischen Volks speisu n g be­willigt und gleichzeitig die Magistratsvorlage irber eine besondere KriegshinterbliebenenfürWrge der Stadl Berlin unbenommen. ^ie stimmte. ferner einer Aenderung der Beftirumungen über die Krregszulage für Arbeiter, An­gestellte und Beamte der Stadt Berlin zu.

Berlin, 6 .Juli. (WTB. Nichtamtlich.) In dem Hoch­verratsprozeß gegen den Abgeordneten Rechts­anwalt Liebknecht haben der Gerichtsherr und der Angeklagte Berufung erngelegt. Die Verhandlung zweiter^ Instanz findet voraussichtlich Anfang August vor dem Ober-- kriegsgericht des Berliner Gouvernements, Lehrter Straße, statt.

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