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18.7.1916 Erstes Blatt
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1916 tactbe noch rärcu größeren Ausfall auftveisen, als du des Vvrj^chres. Infolge der nnzurerckwnden Fütte­rung sei die Mästung des B iehes ungenügend. Die larww-rtschaftiiche Erzeugung Frankreichs zeige also einen Tiefstand, der durch den Mangel an Arbeitskräften begrün­det sei. Hilfsmaßnahmen, wie die Beschaffung von Italie­nern im ^üdosten, worüber noch verhandelt werde, dürften unzureichend sein. Man tue also ein sehr nützliches Werk, wenn man den Franzosen empfehle, .sich freiwilligeinzu schränken, und wenn man mit größter Gewissenhaftigkeit iede Vergeudung von Nahrungsmitteln überwache. Mehr Einfachheit, mehr Sparsamkeit und mehr Ordnung seien zu verlangen.

Die Spavsamteirswoche in England.

London, 17. Juli. (WTB.) Das Reuterfche Bureau meldet, daß gestern die Kr i e gs fp ar sa m kei t sw oche begonnen hat..Im grrnzen Lande wiesen die Prediger in der: Kirchen auf die dringende Notwendigkeit für jedermann hin, soarsain zu sein und Kriegsanleihe zjn zeichnen. Schatz sekre- tar Mac Kenna richtete an den Vorsitzenden des War Sa- viugs Committee, von dem die Bewegung ausgeht, ein Sclpreiden, in dem er erklärt, daß die Gedanken der ganzen Nation bei der Offensive der Alliierten weilen würden. Es handle sich nicht rrm eine Schlacht von ein paar Tagen, sondern um den Beginn eines langwierigen, Geduld und Hartnäckigkeit erfordernden Kampfes. Der Schatz kanzler forderte die Zivilbevölkerung auf, sich auf die größte finanzielle Anspannung in der Geschichte Englands gefaßt zu machen und Selbstverleugnung zu üben.

England und Holland.

London, 17. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Unterhaus. Der Unionist Hunt fragte, ob Greys Aufmerksamkeit auf den Schmuggel von Fett und anderer Konter­bande von Holland nach Deutschland durch eine zu diesem Zwecke organisierte Gesellschaft gelenkt worden sei und ob bei der holländischen Negierung Vorstellungerl erhoben worden seien, uni die Fortsetzung des Schmuggels zu verhindern. Lord Robert Ce eil antwortete, die eng­lische Regierung wisse, daß trotz der strengen Maßnahmen, die die holländische Regierung ergriffen habe, noch immer einiger Schmuggel nach Deutschland existiere, die nieder- ländrschen Behörden aber eifrig anr Werke seien, das zu verhindern.

Der türkische Bericht.

Ko nstant i nopel, 17. .Juli. (WTB.) Bericht des Haupt- anattiers.

An den Fronten am Irak und in Persien keine Ver­änderung.

2ln der Kaukasus front eröffnet en unsere vorgeschobenen Tnrpven an einigen Abschnitte nächst dem Zentrum Kämpfe, die für irns glücklich verliefen. Im Zentrunc nahm die ' Schlacht die Form eines zeüwerlig aussetzenden Artillerreg efech^tes' an. Oettliche .Kämpfe dauern hier und da fort. Nördlich von Tschornk wurden auf dem linken Flügel alle in dichten Massen unternommenen feindlichen Angriffe zum Scheitern gebracht. Tie Russen erlitten beträchtliche Verluste. Ein feindliches Bataillon wurde bei einem dieser Gegenangriffe unrzingelt und vollständig --ernichket. Sonst ist nichts zu melden.

Deutsche Ritte in der türkischen Regierung.

Ko n st an tino p^l, 17. Juli. (WTB. Nichtamtlrch.) Wie die Blätter melden, sind die zu Räten im Justizmini­sterium bezw. im Ministerium für Handel und Ackerbau ernannten Reichsdeutschen Dr. Heinze und Rahl in Komtantinopel erngetroffen Sie haben gestern! ihr Amt angetreten. Der zirm Generaldirektor der Landwirtschaft­lichen Bank ernannte Geheime Ober ft r nrnz rat Kautz kommt morgen an.

Ans Griechenland.

Bern, 17. Juli. (WTB.)Petit Journal" berichtet aus Athen: Zwischen General Sarrail und den griechischen Militärbehörden ist ein Einvernehmen getroffen worden, uad) dem die wegen ihres Angriffes auf einen Redakteur in Saloniki verpesteten griechischen Offiziere in dm Ruhestand versetzt und disziplinarisch bestraft werden sollen.

Amsterdam, 17. Juli. <WTB. Einem hiesigen Blatt zuiolge erfahren dieTimes" aus Athen, daß Truppen dsw Brand im Walde von Datvi gelöscht haben. 3 Offiziere! und 8 Soldaten sind umqekvmimen: außerdem sind noch 20 Men­schen verbrannt. Auch in Kep h i ss ia ist ein F-eu er ausgebrochm, das eine Panik zur Folge hatte- es wurde rasch gelöscht.

Der Seekrieg.

London, 17. Juli. (WTB.) Die Admiralität gibt be­kannt, daß die in dem Bericht des deutschen Ad­miral st a b e s vom 15. Juli enthaltene Behauptung, nach der ein englischer Hilfskreuzer am 11. Juli in der Nordsee versenkt wurde, jeder Begründung entbehre. Die Wachtschiffe, die nach dem Bericht versenkt worden wären, waren be­waffnete Fischdampfer.

Stockholm, 17. Juli. ^WTB. Nichtamtlich.) Nach einer Mitteilung, die heute in später Nacht an die ZeitungSkellestea- bladet" gelangte, hat am Sonntag abend ein russisches oder englisches Unterseeboot vor BjuvEubb, innerhalb der schwedischen Seegrenzen, den südwärts gehenden deutschen DampferCyria" torpediert. Der Damp­fersank nach ein paar Minuten. Dick Besatzung wurde gerettet und an Bord des schwedischen TorpedobootesCapella" gebracht, das sich in nächster Nähe befand. Die Besatzung, insgesamt 28 Dttmn, wurde im Hafen von Skelleftea gelandet. DieCytta" sank auf 21 Meter Wassertiese, der Schornstein und die Masten sind sichtbar. Don dem Torpedoboot aus sah inan drei Torpedos aoieuern, aber weder von dem Torpedoboot noch von derCyria" aus war das Unterseeboot sichtbar. Nach einer weiteren Meldung scheint die Torpedierung an demselben Orte statt gefunden zu haben, wo die DampferLissabon" undWorms" weggenvmmen worden sind, also auf schwedischem Seegebiet.

Mchungen der deutschen Heeresberichte.

Berlin, 17. Juli. lWTB. Anttlrch.) Bekanntlich haben un­sere Feinde allesamt nicht den Mut, die deutschen Heeres­berichte regelmäßig unverkürzt und unverändert zu veröffent­lichen, so wie wär es mit den feindlichen Berichten machen. Irr Frankreich dürfen unsere Berichte irberhaupt nicht gedruckt werden, in England und Rußend untcrligen sie der Zeniür, einer Zensur, von der sie nach Beda cs verstümmelt oder zucechtgestutzt werden. Ein besonders drafttfches Beispiel dieses Verfahrens sei lfier einmal festgenagelt Wir stellen hintereinander den ersten Teil des deutschen H-rresberichws vom 3. Juli und den Wottlaut, den er imsÜußkoje Slowo" vom 6. Juli erhielt.

In dem amtH'-lvm deutschen Bericht tvird gesagt:Die Fort­setzung der euglisch iranzösischen Angriffe beiderseits der Somme errmigen sich nördlicb. 0^3 Flulsses im allgemeinen keine Vorteile Der Fttno erlitt hier außerordentlich hohe blutige Verluste Südlich d^s Flusses bogen ioir nachts die gestern in die Riegelstellung zu- ruckg nnmmrup Tivinon in eine Zweite Stellustg zurück. Die ltze- ^chtS'atlgknr aut den nicht angegriffenen Armcesronten ist die glei- we g.wlr-ben Westlich oer Maas führte;: Versuche der Franzosen, ulk- (ne an ocr Höhe 304 genommenen Grabenstücke wieder zu ent­

reißen, zu kleineren Jnsaltlerieranipien Letztto, oct ers: op:te ;

sich der Feind wstter rn verglichen Augttjfen gegen das Werk, Thiaunwnr und die HöheKalte Erde" Bei einen: derselbe!: drang e.r oottibergetiend in einen unserer vordersten. Graben ,etwa 600 Meter südwestlich des Werkes ein., wurde aber sofort roieder ge­worfen. Südöstlich der Feste Bau: ist dieHohe Batterie von Darn- loup" seit heute "Nacht in unserer Hand. Dort ivurden 100 Gefan­gene und mehrere Maschiuengemchre eingedracht."

Im ^,R u ß k o j e Slowo" verändert der Berickst sich folgen­dermaßen :Tie Offensive der Verbündeten dauert fort. Der Feind hatte nördlich der Somme Erfolge. Südlich der Sornme gingen unsere Divisionen, die in eine Riegelstellung zwischen der ersten und zweiten Linie zurückgegangen waren, noch riefer zurück. Das.hölli­sche Feuer der seindliÄMi Artillerie zwang uns, zeitweise neue Stellungen zu beziehen. Westlich der Maas griffen die Franzosen die Höhen 304 undKalte Erde" an, durchbrachen unsere vordere Stellung in eirrer Tiefe von 600 VLetern arrd befestigten sich irr ihr."

Man sieht, wie die Russen den Barrcht nicht etwa nur gekürzt, sondern zielbewußt gefälscht haben. Alles, rvas für die deutschen Truppen günstig ist. Verluste des Feindes, Wiedcrgewin- rrung eines Grabenstückes, Eroberung der Batterie von Damloup ftnrö unterschlagen, das- ungünstige aber durch frei erfundene Zu­sätze verstärkt. Aus einer zurückgenornmenerr deutschen Division werden mehrere gemacht. Französische Schlappen werden in Er­folge umgedichtet. So verkehren die stiusfen den wichtigsten Inhalt völlig in sein Gegenteil. Das; sie dabei die weltbekannt geworden^ HöheKalte Erde" ans das linke Maasuser verlegen, ist offenbar eine zatte Höflichkeit für ihre französischen Bundesgenossen. Diese haben ja bekanntlich vor einiger Zeit mit ihrer Behandlung des Toten Mannes" gezeigt, de/; nicht nur der Glaube, sondern auch der Schwindel Berge versetzen kann. csie werden sich durch den gelehrigen Eifer ihrer russischen Schüler zweifellos sehr ge­schmeichelt fühlen. Wir haben keinerlei Grund, über das Verfahren unserer Feinde ärgerlich zu sem, sondern können es im Gegenteil mit um so größerer Genugttumg begrüßen, als es aufs Neue alle Welt in stcmd setzt, mit Hülse öffentlich zilgäuglicher Belegstücke nachzuprüfen, was von der Kriegsberichterstattung der Eirtente zu halten ist. Je nach Geschmack und GeschiMchkeit berurtzen die Ver­bündeten ja zivar verschiedene Mittel, - mn die Tatsachen zu ent­stellen, ihr Handelt; geht jedoch, gleichviel, ob sie mit französischer List oder russischer Plumpheit lügen, doch^ stets von ganz denr - selben Bewcgungsgrundc aus: b : r Angst vor der Wahrheit

ist im Ost und West genau die gleiche.

Kriegsbriefe aus dem Osten.

Telegramm unseres zum Ostheer entsandten Kriegsberichterstatters.

(Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.)

Russische Gegenangriffe nordöstlich Barnnowitschi.

Ba-rano-wirschi, 16. Juli.

Auf die wiedergenornmenen Grabenteile östlich Goro- dischtsche haben die Russen gestern wieder ein starkes, vier­stündiges Feuer gelegt. Auf die sehr heftige Artillerievor­bereitung folgte dann bei beginne^rder Dunkelheit ein nvatter Jnfanterieanjgriff, der nicht über die russischen Leicheu-- setder vom vorhergehenden Tage vorwärts kcnn und schon im Sperrfeuer zusammen brach, trotzdem vor . der wioder- eroberten Stellung die .Draythrndernisse natürlich nicht aus- gebaut waren. Beim Durchsuchen der Unterstände und Fuchs-, löcher fielen unseren Truppen iroch sechs russische Offiziere, die zum Teil verschüttet waren, und zehn Maschinengewehre in die Hand. Stundenlanger heftiger Gewitterregen nnrer- bindet augenblicklich iede Ualnpftätigkeit.

Rolf Brandt, Kri-egsberrchterstatter.

Am dem Mche.

^Die Parteifirhrer deim Reichskanzler.

Berlin, 18. Juli. Die BeivrechungenderPar- t e i f ü h r e r des Reichstages beim Reichskanzler dauer­ten, wke derBerliner Lotalanzeiger" meldet, etwa 5 Sttrn- deu. lieber den Inhalt der Besprechungen wurde G-e Heim- Haltung bestimmt. Einem längeren Vortrag des Reichs­kanzlers über die allgemeine Lage, sowohl als auch über Son- derftagen folgten eingehende Erörterungen, in denen die Parteiführer mit vollem Freimut ihren Anschaunngen Aus­druck gaben. Teilgerwmmen haben für die Konservativen Graf Westarp, für die Frerkonservativen Freiherr von Gamp-M assaunen, für das Zentrum Abgeordneter Spahn, für die Nationalliberalen B a s s e r m a n n, für die Freisinrrigen von Peyer, und für die Sozialdemokra­ten Scheidemann. Der lirrke Flügel der Sozialdemokra­ten war nicht vertreten.

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Be-rlin, 18. Juli. Die Morgenbllätter bringen eine Rode des Mitgliedes des .Kriegsernährirngsamtes General­sekretärs GteigErwald, der in Köln icher die Verwal­tung der LebenÄnättelversorgung sprach. Danach wäre eine durchgreifende Regelung der M i l chicer sorgungim Sep­tember in allen Dörfern und SaurmelstMien zur Verbutte­rung vorgesehen. Das beschLagnähmefteä-e Mehl solle ver- schwinden. Nach der Eiusü'hrung der ^Reichsfleischkarte werde der Preis geringer, die Mwfmenge höher werden, etwa .350 dis 400 (tzramm wöchentlich. Die Haup ffchwierigkeiten seien üb-erwarnden. Heute sei die Fle ischversor gung so gut organisiert, daß der Krieg jahrelang dauern könnte, um uns wieder vor solche Schwierigkeiten zu stellen, wie rvir sie hinter uns haben. Die Brotration werde im Herbst erhöht werden. Grieß, Graupen und Grützen sollen billiger werden. Zucker werde es rm Oktober genügend geöen.

Berlin, 17. Juli. (Priv-Tel.) DenrBerl. Lokalan^." Kufölge hat die Universität Kiel Admiral Scheer zum Ehrendoktor der Rechts- und Staatswissenschaf­ten, ferner die Herren Dr. Krupp von Bohlen und Hat dach irrtfc Alfred Lc>h.mann W Ehrendoktoren der Staatswffsenschaften ernannt.

Be r l i n, 18. Juli. Die Blätter veröffentlichen ein Stirnnmngsbild über einen Be such des Kaisers im Frühling bei den Feldgei stlicheu Der Kaffer hielt dabei, wie Felddivifionspfarrer Dr. Ott mrtteilt, eine An­sprache, in der er sagte: Wir bwuchen praktisches Christentum. Mit Spazierengehen in die Kirche alle acht Tage einrnat ist es nicht getan. Man muß sich täglich mit denr Herrn beschäftigen. Der .Kaiser sprach auch von den;, was das deutsche Volk um den inneren Gewinn des Krieges bringen könnte, von der Paffion zum Nörgeln und Kriti­sieren. Er habe den Eindruck, daß die Menschen, die jetzt im Schützengraben liegen, zu Hause anders sein werden. Die Geistlichen sollten ihnen ernpragen, sie sollten das, was ihnen jetzt durch. Kopf und Herz gegangen ist, in die Zukunft mitnehmen.

A«s Stadt ttttfc Land.

Gießen, 18. Juli 1916.

Die neuen Postwertzeichen.

Die in der dcacht vorn 31. Iuli^zu.m 1. August mn 12 Uhr 1 Minute und später eingelieferten Lvendungen nsw. unterliegen der R e ich S a b g a de." So hat unbarmherzig der Staatssekretär des Retchspofttmus in seinem Ausfü!>vungserlaß zum Gesetz über

^ ! ! 1. . ( 0ilH11 il M" . iVU«JuUv wti>n' ^ ~LX-iX^ c-

v;.Lnfii::.:.'. deutschen Bruefschreiber ist, so schreibt

dieVossstche Z>.ttuil.g", aiw keine Zeit gelassen, sich im Lause des 1. August in die Notivendigkcit, die Pöstkartt mit 7^ch Psg- WM den Brief mit 7stz Pfg. oder 15 Pfg. sreizu-inacheu, zu finden s mit dem Glocken schlage 12 Uhr,^ der den 1. August 1916 cinlertetz muß er sich, auf die Ha lbe-Pfennig-Wirt schuft einstellen... Ilm jeinem Dekret n>och besonderen Nachdruck zi: verleihen, l)at der Reichspoftsekretär serncr bestimmt, daß alle HntSbriefkasten der Postanstalterl und die Briefkasten der Bahnposten, soweit Unter­beamte in Dienst sirrd, um 12 Uhr nachts allster gewöhnlich zu leeren find. Wer also bis dahin seinen Brief nicht in den Kasten, gesteckt und seine Sendung nicht Ircuch der neuen Ordirung^ srei- gemaclch hat, der vertraue seinen Briet nicht den Hansbrieskasten eines Postamts oder der Bahnpost an: es must sonst die Strafe, für ll.rzureichende Frankierung gezahlt werden, die allerdings itt den Moriaten August rrrrd September iin Freimachen nach den alten Sätzen irur das fehlerrde^ Porto unter Wrundung etwaiger Bruchpfennige nach oben umfaßt.

Da jedoch lricht alle Briefkasten des Reiches am 31. Juli unk 12 Uhr nachts geleert tverden können, so sind Sendungen aus! Briefkasten, ans denen um Mitternacht die Briefe und Karten nickjt genommen sind, bei der ersten Leerung am 1. August liicht alsk unzureichend frei gemacht arczusehen, wemr das der Reick)sabgabe entsprechend erhöhte Porto auf ihnen sich nicht befindet. _

Die nenen Po st Wertzeichen werden, wie schon knr^ mitgeteilt wurde, vom 28. .Juli ab an den Schaltern z^rnr Verkauf berei. gestellt Von diesem Tage an kann man somü die grane 2h?-Pfennig-Marke, die rotgetbe 71^-Pfennig-Marke und -Katts und die gelbgraue 15-Pfennig^Marke ermatten. Auch die im Verkehr gut erngefühtten Freimarkenhestchen werden für die neuen! Wertzeichen heransgsgeben werden; das für die 214-Psennig-Marke,, das emen grauen Umschlag! fjat, ist alsbald für 75 Pfennig zu haben: di? für die beiden anderen Werte werden später hergestellt werden. Inzwischen iverden die bisherigen 2-Mark-Heftchen aus^ gebraucht. Um den Bestand an Katterlbttefen und Postkatten aufzn- brauchen, ist bestrmntt tvorden, daß die jetzigen Muster unter Nach- klebnng einer 5- oder N/L-Psennig-Marke werter verbraucht werden können.

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'* Amtliche Personalnachrichten. Der Groß- Herzog hat am 21. Juni dem Bürgermeister Philipp Z i m m et* man n zu Schwabenheim a. S. aus Anlaß seiner 25jährigen Tätigkeit als Bi'irgermeister das Silberne Kreuz des Verdienst­ordens Philipp des Großmütigen verliehen. DaS Ehrenzeichen sür Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde vom Großherzog Peter Anton Gabel zu Bretzenheim verliehen.

** Kri e gsWahrzeichen der Stadt Gießen. Das Preisgericht, bestehend aus Geh. Oberbanrat Professor Hofmann, Geh Bcncrat Professor Walbe in Darmstadt, Bau- rat Becker. Professor Rauch, Stadtverordneter Winn, be­schäftigte sich in seiner am 10. d. Mts. unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters ab gehaltenen Sitzung mit den ein­gereichten Entwürfen. Es M>urde besch'kosschr, 2 Entwürfe ttt Gestatt von Ehrenurkunden auszUzeichfnem un-d zwar in erster Linie den Entwurf des Bauirffpektors Kn hlman n und in zweiter Linie den Entwurf des Architekten Hans Metzer, beide in Gießen. Die von dem Preisgericht mit eiTvem Preis ausgezeichneten Entwürfe können am Mittwoch, den 19. und Donnerstag, den 20. Juli im Stadthaus, Zimmer Nr. 11 von 8 bis 12 Uhr vormittags besichttgt werden.

** Verkauf von Marrparine unä Rvchfett. Die der Stgdt zugewiesenen Wengen an Margarine rmt> Rvtzfett sollen bezirksweise in den Verkaufsstellen der Molkerei Gebr. Grieb zum Verkauf gelangen. Aus jede Fettmarke wer- den je nach Vorrat 1/4 Pfmtd Margarine oder Roh-fett ab­gegeben. Die Preise sind in den Verkaufsstellen angeschla­gen. Es stehen genügende Mengen Fett zur Vewüguna. so daß ein Andrang gänzlich zwecklos ist. Die Abgabe geschieht nach Brotmartenbezirken. Die Reihenfolge ist im Anzeigen­teile ersichttich.

** Ein Liustfchiff hat heute morgen 4.40 Uhr unsere Stadt in schnellem Muge in der Richtung nach Marburg überftogen.

** Betreffend Beschlag na hm e und Bestandser­hebung der deutschen Schafschur und des Wall­st e f ä l 1 e s ist am 18. Juli 1916 eine neue Bekanntmachung bei den deutschen Gerbereien (W. I. 1640/6. 16. K. R. A.) erschienen, die an Stelle der früheren Bekanntmachung W. I. 3808/8. 15. K. R. A. tritt. Durch diese neue Beckanntmachurrg wird ebenfalls der g e- s a m te W 0 l 1 er t r a g der deuffchen Schaffchururrd das gesamte W 0 l l g e fäll e bei den deuffchen Gerbereien (auch das Wollgefälle von ausländischen Fällen), gleichviel, vb die Wolle sich am den Schafen, bei den Schafhaltern oder an sonstigen Stellen befindet, beschlagnahmt. Trotz der Beschlagnahme bleibt ievvch das^ Scheren der Schafe erlaubt, sofern es nicht zu einer früheren als der in den Jahren üblichen Zeit geschieht. Ebenso bleibt das Einliesern der Wolle zum Was chen und dos Waschen selbst ge­stattet, sofern die Ablieferimg der Wolle zum Waschen inner­halb 12 Wochen nach dom Scheven oder Fallen «erfolgt. Während aber bisher das Waschen der beschlagnahmten Wolle in einer großen Anzahl von Wäschereien zulässig war, wird nach den neuen Anordnungen die Einkieserung der Wolle zum Waschen nur noch bei vier Wollkämmereien statthaft sein. Im einzelnen bleiben die für das Waschen früher gegebenen Vorschriften fast dis gleichen. Die Veräußerung der befchlagtrahmten Wolle ist vor ihrer Einlieferung zum^ Waschen oder innerhalb 10 Wochen rrach ihrer Einlieferimg allgemein erlaubt, mit Ausnahme der Veräußerung oder Lieferimg an Verarbeiter der Wolle. Auch die bisher von der Kttegswollbedarf-Aktiengesellschaft in Berlin bezalsttrn Uebe-rnahme preise, die auf dem Höchst­preise für Wolle mrd Wollwaren vom 22. 12. 1914 ruhen, bleiben die gleiche;: wie bisher. Die Kttegswvllbedarf-Akttengesellschaft wird auf die zu gewährenden Preise bereits vor endgültiger Regelung Abs chlagszahlungen gew'ähren. Sowftt die Wollen jedoch innerhalb der festgesetzten Frist nicht zum Wascheneingeliefert oderandie Zftüegswollbedarf-Atticn- gesellschaft veräußert worden sind, werden sie enteignet werden. Zu diesem Zwecke ist eine besondere Meldepflicht eingefühtt worden. Eine Freigabe von Wolle kann auf Anttag nur erfolgen, wenn es sich um genüge Wengen aus eigenem Be­sitz von Schafhaltern bis zum Höchstgewicht bis zu 5 Kilogramm Röhgewicht handelt und die Wolle im eigenen Haushalt des Schaf­halters bearbeitet, versponnen und vestivendtt werden soll, oder wenn es sich rm: Wollnvengen hai:dett, deren Ankauf durch die KttegswoUbedarf-Aktiengesellschaft abgelehnt worden ist. Es ist die wichtige Uebergarrgsbestimmüng getroffen worden, daß die bei Inkrafttreten der Bekanntmachung v 0 r h a n d e n e n Wollvorräte ohne Rücksicht auf die im übttgen für die Einlieferung zum Waschen oder für die Beräußerring bestimmte Fttst innerhalb eines Monats nach Jnkraftttelen der Bekanntmachung in ;edem Falle zum Waschen abgeliefett und veräußert werden dürfen. Hierdurch ist es Besitzern vor: Woll- vorräten, die itjrc Wolle nicht innerhalb der in der früheren Be- kanrrtmochrmg festgesetzten Fttst veräußert haben, möglich, dies jetzt noch innerhalb eines Monats zu tun, ohne daß 'die Wolle enteignet wird. Der Wottlacck der Bekanntnmchnng. die ttlje An­zahl von Einzelbestimmungen enthält, ist im heutigen Anzeiger abgedrnckt und an dem Bürgenneitterttgebäude anqejckstagen.

** Die hessische Lazarett-Zeitung Nr 24 hat folgenden Inhalt: Nächtlicki-e Wache, ein kleines Stimmungsbild von Armiernngssoldat H. Bnrck. Ist der Verww:deten-Unterttchr den Kttegsbeschüdigten von Nutzen? Ansiedlung von Kttegs- inrmliden und Kriegerwitweu, von Landeswolwnngs Inspektor Gretzschel-Darmftadl Vom Soldatengesang von Unteroffizier Katt Werner. Tie Kttegshilfskassen für '.Kriegsteilnehmer de- Mittel­standes. Lazarett-Beratnn^r Vom deutschen Geiste. Rätsel-Ecke. Die G i r e > e r Beilage enthäl W n einst der letztSchuß kt* hallt Gedicht von Grcn. Werner Fischlcr. Geduld von R Streiter. Sprichwörter aus der Wetterau von Oberattuar Stein-Friedberg^ Ar bei t smattl. Verwundeten- Uuterttcht.