Der deutsche Besuch in Bulgarien.
Sofia, 28. Juni. (WTB.) Das Abendessen, das die Soli ran je den deutschen Gästen gab, verlies überaus glänzend. Kamunwpräsrdent Dr. Watsche w bewillkommnete die Gäste. Namens des Reichstages dankte Abgeordneter Bassernrann für den glanzenden Enrpfaug und führte lueiter mrs: „Heute wares uns stergörmt, Teile der tapferen bulgarischen Armee zu sehen. Unser Herz mar erfreut über die kernigen Gestalten, die in glanzendem P-arademarscb vorüberzogen. Unser Herz mar erfreut, als wir hier ans bulgarischem RLunde deutsche Soldatenlieder horten. Basseriuann ging sodann auf die Begrüßung ein, die die Bevolre- rimg den Alxnmrdneten imtermegs und in Sofia zuteil werden netz, und sagte: Dieser jubelnde Empfang, den die Jugend Bulgariens uns bereitete, ist ims eine Gewißheit, daß diese Sympathie nicht ver- gekm kairn, sondern den kommenden Generationen erhalten vlewr. Wenn einst dieser fürchterliche Krieg zu Ende g ega n ge nie m lvrrd, werden wir wissen, daß wir znsammengehören. Dreier 'öuno wirv enng dauerri, wenn wir den Frieden genießen werden, wrrd das ganze deutsche Volk und das bulgarische Volk, das Kernvolk des Balkans, zusanrnrenarbeiten für die Freiheit, dre Gesittung und den Fortschritt unserer Länder." ^ „
Beide Reden wurden nrit stürmischem Beifall ausgenommen. Nach dem Essen zog die Schuljugend Mit Musik und Fahnen im Fackelzuge vorüber. Mit brausenden Hurras begrüßte sie die ^Abgeordneten, in die auch die ungezählte Menge, welche dre breite Straße füllte, einstimmte. lieber eine Stunde nmbrandete dre begeisterte Menschenmenge das Haus, immer neue jubelnde Zurufe au^stoßend Namens der Bürgerschaft, sowie der mazedonrfchen Brüderschaften hielt Dr. Tsch'erven Iwanow eine ttesempsundene Ansprache, worauf dlbgeordneter Dr. M a y er em Mit grenzenloser Freude ausgenommeires Hurra aus die bulgarriche Armee und das bulgarische Bol? ausbrachte. Unendliche Begeisterung weckte auch das Hoch auf das befreite Mazedonien aus dem Munde des greisen Radoslawow. In später Nachtstunde erst ebbte dre riesenhafte .Kuridgebung ab, welche den tiefsten, unauvlofchlrchsten Eindruck hinterließ. __ v _ . ai . ...
Sofia, 28. Juni. (WTB.) Am Dienstag nachmittag besichtigten die Abgeordneten das Rote Krenzsprtal, wo sie von dem Präsidenten des bulgarischen Roten Kreuzes, dem früheren Minister Geschow, herzlich bewillkommnet wurden. Geschow dankte fiir die Spende, die die Abgeordneten für das bulgarische Rote .Kreuz gewährten, sowae überhaupt für die Unterstützung, die Deutschland dem Sanitatswesen Bulgariens habe zukommen lassen. Er trank auf das deutsche Rote Kreuz und das Deutsche Reich. Abg. v. Heydebrand betonte in einer Dmtkrede, daß die Unterstützung seitens Deutschlands zur Bekämpfung der Kriegswunden nur Menschenpflicht sei. Bei der Besichtigung des Spitals hielt ein verwundeter bulgarischer Offizier eine Ansprache an die 'Abgeordneten, in der er bat, den verwundeten deutschen Kameraden die Grüße der verwundeten Bulgaren zn Überbringer. Bassermann dankte im Namen der deutschen Armee. — Nach kurzer Besichtigung des Minkowlazaretts, wo eine deutsche Mission Kriegsverstümmelte mit Prothesen ausrüstet, begaben sich die deiltschen Gäste zum Tee bei den mazedonischen Landsmannschaften, wo sie längere Zeit in zwanglosem Gespräch mit politischen Kreisen aller Parteien verweilten.
Sofia, 28. Juni. (WTB. Nichtanitlich.) Die deutschen Reichstagsabgeordneten mit Ausnahme des Abg. Erzberger, der unmittelbar nach Deutschland zurückkehrt, traten heute vormittag die Reise in die Provinz, an. Sie werden die wichtigsten Provinzialstädte besuchen. Bor der Abreise sprachen sie vor dem Minifterpräsidenten Radoslawow vor, um ihm warmen Dank für den herzlichen Empfang auszudrücken, der ihnen in Sofia bereitet wurde.
DaS Präsidium des deutschen Reichstags in Wilna.
Wilna, 28. Jmri. lWTB.l Das Präsidium des deutschen Reichstages weilt zrrrzeit in Wilna, um persönlich kennen zu lernen, was von deutscher Verwaltung im besetzten Gebiet an lebendiger Kulturarbeit geleistet worden ist. Am gestrigen Vormittag wurde, wie die „Wilnaer Zeitung" berichtet, die Ausstellung der Wilnaer Arbeitsstuben, deven Eröffnung für das Publikum am kommenden Freitag ftattfindet, durch die Geheimrate Exzellenz Kämpf, Dave und Paasche besucht.
Die holländische KartoffelauSsuhr.
Amsterdam, 28. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Ein hiesiges Blatt meldet, daß die Regierung versprochen habe, vom Donnerstag, den 29. an die Kart o f s e laus fuhr wieder zu gestatten. Die Grenze soll für schottische Kartoffeln, die großer als 60 Millimeter sind, geöffnet werden. 50 Prozent dürfen ausgeführt werden. Der 3^st muß für den inländischen Verbrauch zur Verfügung gestellt werden.
Berlin, 29. Juni. In der „Vossischen Zeitung" liest man: Nachdem durch englische Ränke und mit Hilfe englischen Goldes die Schließung der holländischen Grenze für die Kartoffelausfuhr vorläufig erzwungeck ist, veröffentlicht die „Times" einen Artikel, der die Kartosfelnot in England beklagt. Dieser Mangel könne durch Ankauf von Vi der ganzen neuen holländischen Kartoffelernte behoben werden, England könne beauem 10000 Tonnen Kartoffeln pro Tag aus Holland beziehen.
Englands Willkür zur See.
Rotterdam, 28. Jrrni iWTB.) Das Korrespondenzbureau meldet, daß die holländischen Dampfer „Oostviik", „Meerdijk" und „Parkhaven", mit amerikanischen Getreideladungen für die niederländische Regierung, seit dem j.8. Juni von den Engländern in den Downs festgehalten werden.
Zum Untergang des „Hampshire".
London, 28. Juni. (WTB.) Der „Morning Post" zufolge haben 28 Abgeordnete, darunter neun liberale, einen Antrag eingebracht, daß eine öffentliche Untersuchung über den Untergang des „Hampshire" stattfinde.
Der Seekrieg.
Flugkämpfe im Rigaischen Meerbusen.
Berlin, 28.Juni. (WTB. Amtlich.) Am 26. Juni zwang eines unserer M a r i n e f l u g z e u g e am westlichen Eingang zum Rigaischen Meerbusen im Kampfe mit fünf russischen Flugzeugen eines derselben zur Landung.
Im Verlaufe eines weiteren Lustkampfes, der sich zwischen fünf deutschen und ebensoviel russischen Flugzeugen in derselben Gegend abspielte, mußten zwei feindliche Flugzeuge schwerbeschädigt landen. Eines unserer Flugzeuge ging infolge Treffers in den Propeller auf das Wasser nieder und wurde versenkt. Die Besatzung wurde von anderen deutschen Flugzeugen ausgenommen und nach ihrem heimatlichen Stützpunkt gebracht.
Obwohl die «Flugzeuge heftig von Zerstörern beschossen wurden,
sind sämtliche Fliege rund Beobachter unversehrt
zurückgekehrt.
Berlin , 28 Juni. (WTB. Amtlich.) Die immer ivieder- ffhrende englische Behauptung, auch von offizieller Seit-', daß eine größere Anzahl von deutschen U-Booten während der Seeschlacht vor dem Skagerrak vernichtet worden sei, ist völlig aus der Luft gegriffen. Ed hat kein einziges deutsches
U-Boot an der Seeschlacht teilgenourmen und es konnte daher während der Seeschlacht auch keines verloren gehen. Auch sind sämtliche zur Zeit der Seeschlacht in See geioesenen U-Boote wohlbehalten zurückgekehtt.
Amerika und Mexiko.
London, 28. Juni. (WTB.1 „Daily Telegraph" meldet aus Washington vom 26. Juni: Während der Vertreter Mexikos erklärt, daß Carranza grundsätzlich bereit sei, die Vermittelung der spanisch-amerikanischen Republiken anzunehmen, war bezeich- nendenveise bei der gestrigen Besprechung Wilsons mit den Führern des Kongresses und hem Vorsitzenden der Kommission für Auswärtiges von einer Vermittelung keine Rü>e. Man weiß, daß Lansing bk Ansicht vertritt, daß es nichts zu vermitteln gebe.
Tie „Morning Post" meldet aus Washington vom 26. Juni: Bor Ende dieser Woche dürfte die Frage entschieden sein, ob es Krieg mit Mexiko gibt. Das Ergebnis der Besprechung Wilsons mit den MüglieDern des Kongresses war, daß ein Einmarsch in Mexiko nur dann nicht stattfinden wird, wenn Carranza die amerikanischen Forderungen annimmt, seine Gefangenen sreigibt und erklärt, daß er keine weiteren feindseligen Handlungen begehen werde.
Der Wahlkampf in Amerika.
Amsterdam, 28. Juni. (WTB.) Die „Times" erfährt ans New Pott, daß das Komitee der Fortschrittspartei mit 32 gegen 15 Stimmen beschlossen hat, den Rat Roosevelts zu befolgen und Hughes seine Unterstützung zu gewähren. Hughes dankte in einem Telegramm, irtbem' er sein politisches Programm andeutete. Er wirft darin Wilson eine schlappe Haltung gegen Deutschland vor, und daß es ihm nicht geglückt sei, den Ränken von Ausländern, die die Vereinigten Staaten als Schauplatz für ihr Treiben wählten, ein Ende zu machen, ferner, daß er nicht für eine entsprechende müitärische Vorbereitung Sorge getragen habe. Hughes macht Wilson für die mexikanische Tragödie verantwortlich. Wilson habe auch nicht eingesehen, daß Schutzzölle für den Handel notwendig seien. Dre demokratische Pattei ser nicht imstande, die Interessen der Nation zu fördern.
Am örm Reiche.
Eine Kundgebung für den Reichskanzler.
Le io zig, 28. Juni. (WTB.) Eine große Anzahl hiesiger hochangesehener Persönlichkeiten und berufener Vertreter der Juristenwelt, von Kunst, Wissenschaft, Handel und Industrie fanden sich zusammen, um dem Reichskanzler in folgender, ihm heute überreichter Adresse ihr Vertrauen und ihre Verehrung auszübrücken:
„Tie Unterzeichneten Bürger Leipzigs haben den Wunsch, dem Reichskanzler in dieser verantwortungsvollen Zeit ihr Bettrauen auszusprechen. Sie blicken mit Zuversicht auf den Reichskanzler, als auf den berufenen Führer des deutschen Volkes."
Die Adresse, die im ganzen 212 Unterschriften trägt, haben n. a. unterzeichnet 25 Mitglieder des Reichsgerichts, darunter der Präsident, 34 Universitätsvrofessoren, der Reichstagsabgeordnete Junck und der frühere Vizepräsident des Reichstages, Kammerherr v. Frege-Neltzien, sowie Clemens Thieme, der Vorsitzende des Patriotenbundes.
Aus Heften.
rb. D a r m st a d t, 28. Juni. Der erweiterte Ausschuß der Zweiten Kammer setzte heute vormittag seiire gemeinsamen Beratungen mit der Regierung fort. Er beschäftigte sich mit der Vorstellung des Landesverbandes der H a u s be s i tz e r vereine im Großherzogtum Hessen, Sitz in Mainz, betr. Hausbesitzerkammer, der Vorstellung des Offenback>er Haus- und Grundbesitzervereins in gleichem Betreff und dem Antrag des Mg. Dr. Osann, den Hausund Grundbesitz betr. und beschloß, dem Plenum der Zweiten Kammer folgenden Antrag zu unterbreiten:
1. die Kammer wolle Großh. Regierung ersuchen,
a) die Frage der Errichtung einer Hausbesitz<wkammer im Hinblick auf die zutage getretenen gewichtigen Bedenken als noch nicht spruchreif zu vertagen und zunächst das Vorgehen anderer Bundesstaaten auf diesem Gebitte abznwatten;
b) dem Landtag alsbald Vorschläge zu unterbreiten, welche die Sicherung zweiter Hypotheken durch Gewährung von hypothekarischen Darlehen aus Mitteln der Landeshypotheken- bank unter Garantie der Gemeinden und unter Mitwirkung der Treuhaudgesellschasten ermöglicht:
6) auch fernerhin in geeigneten Fällen dem notleidenden Hausbesitz in steuerlicher Hinsicht entgeyenzukommen.
2. Die Anträge des Abg. Dr. Osann, sowie die Vorstellungen des Landesverbands der Hausbesitzervereine und des Offenbacher Haus- und Grundbefttz-erverems damit für erledigt zu erklären.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 29. Juni 19l6.
** Auszeichnung. Bureauvorsteher Martin Jung aus Gießen wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet.
** Schont die Getreidefelder! Gefährlicher als Hagelschlag wird mancherorts den jungen Saaten die Sucht von Kindern und Sonntagsansflüglern, nrit Blumen aus den Getreidefeldern ihr Schöuheitsbedürfnis zu stillen. Die Klagen über so verursachte Schäden am Saatenstand ertönen immer wieder von neuem. Die Ausflügler sollten doch Rücksicht nehmen auf die ungeheuren Mühen, die die Feldbestellung den Landwirten, sehr oft Frauen, auf denen die ganze Last der Arbeit ruht, bereitet, und sollten bedenken, daß das Niedertreten von Halmen unseren Feinden zugute kommt. Alle Schönheitswerte gepflückter Blumen sollten für jeden weniger wiegen als vaterländisches und soziales Pflichtgefühl, das die Saaten schont, weil ihre Schonung ein lebenswichtiges Interesse für uns alle ist.
** Die Obstauslagen in den Schaufenstern sind seit Montag wie durch Zauber verschwunden. Auch auf deni letzten Wochenmarkt war rein gar nichts an reifen Früchten angefahren. Trotzdem aber .haben unsere Hausfrauen, die Erdbeeren, Stachelbeeren und Himbeeren zum Einkochen erhalten haben, sich über die vernünftigerweise eingeführten Höchstpreise gefreut. In den letzten 3 Tagen haben unsere Gärtner von .Klein-Linden, von .Heuchelheim usw., sowie die Gartenbesitzer, tvelche Beerenobst abzugeben haben, zu den nun geltenden Preisen erhebliche Mengen schöner Früchte an die Kundschaft auf Bestellung abgeliesert. Der Handel hofft, daß bis Samstag wieder Obst zu den nun geltenden Höstpreisen in größerer Menge in unsere Stadt kommt. Die Triebkieschen wurden übrigens gestern von der Lagerverwaltung teilweise abgenommen und durch eine Handelsftau das Pfund mit .30 Pfg. in der Nähe des Lagers in Keinen Mengen an Vorübergehende vertäust.
** Ein glücklich verlaufener Zusammen- st o ß eines Milchfuhrwerks mit der Straßenbahn verursachte gestern vormittag am Seltersweg einen Auflauf. Aus der Wolkengasse stürmte mit rasender Eile ein Milchfuhrwerk, dessen Pferd vergeblich von dem jungen Fahrer gezügelt wurde, auf die Erkerscheibeu des Hoflieferanten Schreiner zu. Im gleichen Augenblick kam auch die Straßenbahn vom Sclterstor üeran, packte, obgleich der Fahrer mit aller Macht
bremste, den die Schienen kreuzenden Wagen und klemmte ihn zwischen dem Hauspseiler und der Laterne fest, während das davor gespannte Pferd mit zerrissenem Zaumzeug quer vor dem Laden zum Stillstand kam. Es ist ein merkwürdiger Zufall, daß bei dieser Situation nichts weiter beschädigt wurde als di? Laterne der Elektrischen. Der Fahrer des Fuhrwerks wurde allerdings aus den Bürgersteig geschleudert, kam aber außer unbedeutenden Hautabschürfungen mit dem Schrecken davon. Die leeren Milchkannen waren teilweise auf die Straße geflogen. Ein alter ehemaliger Fahrer von der Artillerie ließ den Straßeub ahmvagen einen Meter rückwärts fahren. Hilfsbereite Männer brachten den Milchkarren vom Bürgersteig herunter, und so löste sich der-Knäuel wieder auf.
** Dieb stäh le. In der Nacht zum 25. Juni wurden in hiesiger Stadt mittelst Einbruchs 9 große und 6 kleine Flaschen Schnaps — Spanisch Bittern —. entwendet. Ferner am 27. Juni ans dem Hofe eines Hauses in der Marbnrger Sttaße ein Fahrrad mit der Polizeinummer blaues G. 4011 und auf der Glocke die Worte „Gleiberg". Marke und Fabriknummer sind nicht bekannt. Sachdienliche Mitteilungen nimmt die hiesige Kriminalpolizei entgegen.
**Lebensmittelbetcug. Es ist festgestellt worden, daß Einwohner die von der städtischen Verkaufsstelle auf die Brotaus- weistärten gemachten amtlichen Einträge ausradiett haben, um Waren doppelt zu erhalten. Wer sich solcher, die Gesamtheit benachteiligenden Handlungen schuldig macht, hat Sttafanzeige und den Ausschluß von dem Bezug städtischer Lebensmittel zu gewärtigen.
** Butterschmalz, Margarine, Speisefette >
S ch w e i n e s ch m a l z n n d S pe i s e ö l e dürfen vom 1. Juli ds. Js. ab bis zur endgültigen Regelung der 'Fettversorgung durch Einführung des Lebensmittelbuches in der Stadt Gießen nur gegen -Vorzeigen der Brotmarkenausweiskatte abgegeben werden. Die auf die einzelne Person entfallende H ö ch st Me n ge v o n Streichfett wird bis auf weiteres auf insgesamt 90 Gramm für die Woche festgesetzt. Die Abgabe ist von dem Verkäufer auf der Rückseite der Karte zu vermerken. Bezüglich der Butter bleibt die bisherige Regelung bestehen. Anträge auf Ausstellung von Bezugsscheinen für Butter sind auf dein Stadthaus, Zimmer 9, zu stellen. Siehe Bekanntmachung.
** Eie r -V e r ka u f. Der Verkauf der der Stadt zugewiesenen Ger ffndet dieses Mal durch den Eierhändler Süeinrttch, Lin- ^ denplatz 2, statt und zwar für Brot karten bezirk 3 Freitag, den' 30. Juni 1916, Bcolkatteubezirk 4 Samstag, den 1. Juli 1916. Der Verkauf erfolgt gegen 'Vorzeigen der Brotmarkenausweiskatte. Es werden ans die .Karte drei Eier abgegeben. Die Abgabe wird durch einen Stempel auf der rechten Vorderseite der Brotmarken- anMveiskarte vermerti. Der Preis betragt für drei Stück 68 Pfg.
** L i ch t s p i e l h a u s. Der bunte K ü nstlerabend ffndet bestimmt heute, Donnerstag, statt. Die Kasse ist hierzu von 3 Uhr ab geöffnet. Da alle Plätze numeriert sind und ein größerer 2ln- drang zu erwartcm sein wird, ist es ratsam, zettig für gute Plätze Sorge zu tragen. Nähert siehe Anzeige.
Landkreis Gießen.
-U-. H e u ch L l b e i in , 23. Juni. Landwebrmann Wilhelm H e n k e l m a n it, Unteroffizier im Infanterie-Regiment 221, fiel am 13. Juni. Die Musketiere und Landwehrmänner Ludwig H a i n e r. Hermann B-e über und Otto Piaff, Schnlverwalter, sämtlich von hier, iverden als vermißt geineldet.
e. Weilers ha in, 29. Juni. Dem früheren Gardesüsilier Heinrich Reichert von hier wurde das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen.
Kreis Büdingen.
^ Bellnrutb, 29. Juni. An einer schweren Verwundung starb im Feldlazarett zn Weimar der Landsturmmann Carl.
K Echzell, 29. Juni. Die Goldankanisstellen sind seit gestern im Betrieb. ES zeigt sich schon das lebhafte Interesse der Bevölkerung in allen Sehlchken. Goldene Uhr- und Halsketten, Arinbn'nder, Ringe, Nadeln, Uhren werden abgeliefert. Montags sind die Abnahmetage, TienZlags ,vird an die Reichsbankneben- stetle nach Friedberg abgelieiert und die folgende Woche ist bereits das Geld daiür bei der Ankaussstelle.
r. Fauerbach, 29. Juni. Gestern wurde in unserer Gegend der „H a g e l s e i e r t a a" gefeiert. Der Tag hat seinen Ursprung in einem großen Unwetter, das am 27. Juni 1^67 über unsere Gegend niedergtng und die AuSsaar zerstörte.
H N i d d a, 29. Juni. Emdlich ist die F l e i s ch k a rt e auch bei uns eingekehrt und hat recht befttedigend gewirkt. Aüf den 5^ops' kam 1 / i Pfund Fleisch; jeder bekam sein Teil, ohne von einem Laden pn andern kaufen, ohne sich stundenlang stoßen und drängen! lassen zu müssen. Wtts hier allein au Zeit und damit an Geld gespart wird, macht ein kleines Vermögen aus. Viel wichtiger aber ist der Einfluß, den das Bewußtsein auf die Gemüter ausübt, daß jeder dem andern gleichgestellt ist, daß nicht der, der viel Geld uiad gute Beziehungen besitzt, Fleisch haben kann, soviel er will. Daß es bei der ersten Verteilung nicht ganz ohne Fehler abging, ist bei der Sck)wierigkeit der Sache nicht zu vermeide.
chtz R i e d e r - B! o ck st a d t. 29. Juui. 2hif dem Felde der Ehre starb der Musketier Wilheliu B a garten.
Kreis Alsfeld.
Up. O b e r - 0 h m e n , 27. Juui. Heute erschoß sich hier in einem Augenblick geistiger Uiunarhtunq ein hiesiger Landwirt. Er befand sieb im 50. Lebensjahre und stand in guten Verhältinssen.
up. Aus dem Ohmtal, 29. Juni. Zu verwundern bleibt es bei diesem kälten Juni, da an den meisten Tagen Feuer in den Zimmerösen gebrannt werden muß. daß es zum Verdruß der Imker so viele Bienenschwärme gibt. Völker, die dreimal schwärmen, gehören nicht zur Seltenheit. Ausflüge nach 5)onig sind bei dem Charakter der Witteraing nur selten. Gut war es, daß der Rapi vorher eine reiche Tracht geboten.
Kreis Laittcrbach.
rr. Schlitz, 26. Juui. Die hiesiaeu Laudsturmmänner B l u m, März und Eckhardt werden seit einem schweren Gefecht vermißt und sind nach Mitteilung der Kompagnie vermutlieh in rilssische Gefangenschaft geraten. In Galzien ist Musketier Fritz Baumgärtner von hier gefallen. In ihm beklagt man das 40. Kriegsopfer unserer Gemeinde.
Kreis Schotten.
r. Glashütten, 29. Juni. Unteroffizier Hch. R e i n c m c t im Feld-Lazarett Nr 10 erhielt die Hessische TapferkeilsmedaiNe, ebenso Musketier D r a v p im Jnf.-Rgt. 176.
r. Gedern, 29. Juni. Hier wurde eine Goldankauitz- Hilfsstelle errichtet. Sammelstelle ist der Vorschuß- und Kreditverein. Im Kreise Schotten befinden sich außerdem noch AnkaufL- stellen in Schotten, Laribach und Ulrichstein.
r. O b e r - L a i s, 29. Juni. Dem Wehrmann Adolf S i m o n im Jns.-Rgt. 14 wurde nach siegreichen Kämpfen die Hessische Tapfer- keitsmedaille verliehen. Damit ist in unserer Gemeinde der sechste Krieger ausgezeichnet worden.
Kreis Friedberg.
nt. Friedberg, 29. Juni. Gefreiter Willi Janke, bei einem Scheinwerserzug im Westen, ist Mit dem Giserrren Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet worden.
nt. Friedberg - Fa u c r b a ch, 29. Juni. Kriegsfrei-' tmlliger Jäger August Billa sch, in einem Reserve-Jäger-Ba-, taillvn, erhielt das Eiserrre Kreuz.
nt. R e i chel shei mj i. d. W., 29. Juni. Theodor Fleischhaue r, in einem Regimentsstab eines Feldartillerie-Regiments, welcher schon ffüher die Hessische Tapferkeitsmedaille erhielt, wurde znm Unteroffizier befördert.
nt. Rodheim v. b. H., 29. Juni. Dem Landwehrmami! Georg Köppel aus Rodheim v. d. H., welcher im Oktober 1914 verivuudtt wurde, wurde die Hessische Tapferteitsmedaille oerlielpen.
v-o. B i l b e l, 29. Jiwn. Hier fand die Der st eine r u n g des Heugrases der genwinheitlickteir Wiesen statt Bei sehr starker Nachfrage, wurden für den Morgen Heit.durch nittlich 80 bis 90 Mark gelüst, ein Zeichlm, w-ie gut das Heu svinobl in Quantität wie der Qualität nach geraten ist, und welche Steigerung im Wert die landwirtsck-aftlichen Produkte irr den lebten Jahren


