Ausgabe 
22.5.1916 Erstes Blatt
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Artillerie auf dem wirksames Feuer. Patrouillen in der

Der italienische Ministerrat.

Bern, 21. Mai. (WTB.) T«er gestrige italienisch Min ist errat, hem alle Minister beillwhnten, beschäftigte sch insbesondere mit den jüngsten militärischen Ereignissen und der Lage im Treuttno. Obwohl die amtliche Mitteilung an die Presse darüber nichts verlauten läßt, sondern nur von gefaßten admini­strativen Beschlüssen sprich,t, vertreten alle Blätter diese Ansicht

DerCorriere della Sera" schreibt, es sei klar, daß eine Prüfung der Lage an der ichlienischen Front Hauptgegenstand der Be sprechung des Ministerrats war. Kriegsminister Marone habe ausführliche Erfklärungen über die militärische Lage seit Beginn der österreichischen Offensive gegeben. DerSecolo" schreibt, daß nach den Ausführungen Mavones der bereits gefaßte Beschluß rückgängig gemacht worden sei, zum Jahrestage der italienischen Kriegserklärung eine Gedenkrede zu halten. Kein Minister werde Rom verlassen. . I

Bern, 21. Mai. (28TB. Nichtamtlich.) In einem Artikel führtherCorriere della Sera" aus, jetzt sei die Stunde des gemeinsamen Handelns gekommen.. Die Heftigkeit, mit der die österreichische Offensive losg-eb rochen sei, bestätige neuerdings den Vorteil, der den großrm feindlichen Mächten aus ihrer zentralen Stellung erwachse. Dieser Standpunkt sei. nun­mehr allgemein anerkannt. Die Berbandsmächte würden einen Kreis um die Mittelmächte bilden. Sie müßten Manövrieren, sich ~ verschieben und um die äußeren Linien kämpfen, während- ihre Feinde für die inneren Linien kämpfen würden, was ihnen den Vorteil gebe, ihre Kräfte schneller konzentrieren zu können, so wohl für hie Defensive, als für die Offensive. Das Bkrtt schreibt weiter, es gebe nur ein Gegengift gegen das ölterreichisch- deutsche Vorgehen: Solidarität und Zusammenarbeit zur Wahrnehmung der höchsten Interessen aller Al­liierten. 'Für den Endsieg erflehen wir das Gesetz der Solidarität und Zusammenarbeit. Es bewirh, daß die mit vermehrter Kraft und erneut besseren Zusammenwirken von dem Verband in Paris vorbereitete ^gemeinsame Aktion auf der geüirigten Front wieder aufflamMe.

Wien, 20. Mai (WTB.) Das KriegspvessegUartier gibt be­kannt: Der italienische Bericht vom 17. Mai meldet, daß die Angriffe ans die Zugna Tvrka zurückgeschlagen seien Und unsere Truppen gewaltige Verluste erlitten hätten. Zahlreiche Tote feieri in der Etsch abgeschwemutt worden. Hierzu wird berich­tigt, daß die Gsch keine Leichen sorttragen konnte, da nur Patrouil­len entlang des Flusses vorgingen und ivestlich der Linie Lizz-anella- Lizzana-Bostaviolina keine ernsthafteren Kämpfe stattfanden. Uebri- gens iwurde die Zugna Torka von uns genommen und ist trotz meh­rere feindlicher Gegenangriffe, die alte glatt abgewiesen wurden, Fest in unserer Hand.

Der italienische Bericht vom 18. Mai sagt: Im Abschnitt von Monfalkone eroberten die italienischen Truppen durch glän­zenden Gegenangriff einen Teil des im Verlaufe des Kampfes vom 1b. Mai dem Feind überlassenen Schützengrabens zurück. Dieser itakierrffche Erfolg ist vollkommen erfunden. Es handelt sich hier offenbar um einen Versuch die italienische Oeffentlichkeit für die Mißerfolge in Südtirol durch erdichtete Siegesnachrichten von anders: AbschpittLN zu trösten.

Der türkische Bericht.

Konstantinopel, 20. Mai. (WTB.) Hauptquartiersbe richt:

Än der A r a kf r »n t nichts Neues.

An der Kaukasusfront nahm unsere rechten Flügel dos feindliche Lager unter ein Oertliche Feuerkämpfe und Scharmützel von Mitte und aus best linken Flügel.

Zwei feindliche Flugzeuge, die von Tenedos kommend die Meerenge überflogen, wurden durch unser Feuer ver­trieben. Jv den Gewässern Smyrnas schossen zwei feindliche .Kriegsschiffe einige Granaten auf gewisse Oertlichkeiten und zogen sich dann zurück. Im übrigen nichts von Bedeutung.

Kon staritti.no pel, 21. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Amt­licher Bericht.

Aon ferner Front ist Wichtiges zu mÄd-en. !

Zwei feindliche Flieger überflogen Sedd-n l - B a hr, wurden aber durch unser AttÄleriefeuer nach der Richtung nach J«boos xu ve rtrie b en. Am 18. Mai beschossen drei feindliche Kriegsschiffe zwei Stunden hindurch die Ortschaft Al Ari s ch. Gleichzeitig erschienen dort sechs feindliche Flieger und warfen 100 Bomben ab. Eine Person wurde getötet, fünf leicht verletzt.

Englische Angriffe aus die Küste zwischen Syrien und Aegypten.

Lond«n, 19. Mai. (28TB.) Amtliche Meldung :

Am Morgen des 18. Mai bombardierten britische Kriegsschiffe, Flugzeuge und Wasserflugzeuge El Arisch, den wichtigen Posten der Verbindungslinie zwischen Syrien und Aegypten. Die Kriegsschiffe beschossen das Fort südwestlich der Stadt. Man glaubt, daß es in einen Trümmerhaufen verwan- delt worden ist. Der Luftangriff zerftel in zwei Abschnitte. Wasser­flugzeuge eröffneten das Bombardement, später folgten Flugzeuge, die den Auftrag hatten, die feindlichen Maschinen in Gefechte zu verwickeln und dem Lagerplatz der feindlichen Truppen besondere Aufmerksamkeit zuzuwenden. Eine 1000 Mann starke Truppen­kolonne wurde südlich der Stadt auf den Marsch gesandt. Drei Bomben explodierten zwischen den Truppen. Auch die Lagerplätze wurden erfolgreich mit Bomben belegt. Me Schiffe und Flugzeuge smd wohlbehalten zurückgekehrt.

General Bryan M a ho n übernahm das Kommando der Trup­pen an der ägyptischen Westgrenze, General M'ilner erhielt das Kommando in Saloniki.

Türkischer Besuch in Deutschland

Konstantinopel, 21.Mai. (WTB.) Unter Führung des Vizepräsidenten der Kammer, Hussein Dschavid Be Und sechs türkische Abgeordnete, darunter der PrasLent des Ausschusses für die nationale Verteidigung, SMmrt Betz, mit dem Balkan^uge nach Deutschland ab gereist, um den Besuch der deutschen Abgeordneten zu er­widern. Bei der Abreise waren der deutsche Botschaftsrat Freiherr von Neurath, der türkische Minister des Innern Talat Bey, der Kammerpräsident Hadschi Adil u. a. an wesend.

Aus Saloniki.

Amsterdam, 20. Mai. (WTB.) Ein hiesiges Blatt meldet aus London: In Saloniki sind neue Trup Pen gelandet worden.

Der Transport der serbischen Armee.

London, 20. Mai. (WTB.) Das Reutersche erfährt, daß die Streitfrage zwischen den Alliierten griechischen Regierung wegen des Transportes serbischen Armee befriedigend erledigt wurde.

Serben werden auf dem Seewege transportiert werden.

Die vierte Kriegsanleihe Oesterreich-Nngarns.

Wien, 21. Mai. (WTB.) Die Bllitter erfahren, daß das Ergebnis der vierten Kriegsanleihe bereits vier Milliarden und mit Ungarn zusammen nah^ru sechs Milliarden erreichte. Sie heben nrit großer Ge­nugtuung hervor, daß dieser glänzende Sieg des Hinter­landes in dem Augenblick bekannt wird, in dem die tapferen Truppen der Monarchie in Sjüdtttrol glänzende Erfolge gegen

Bureau und der der Die

die Italiener erringen.

Ein Handschreiben des Zaren.

Berlin, 22. Mai. Verschiedenen Blättern wird ge­meldet, daß ein .Kurier des Zaren in das fran­zösische Hauptquartier abgereist sei, um dem Prä- fiocnten Porncarß und dem Generalissimus, je ein Hand-

s ch ve i b-mi be&, ätacx*« achMLicheu,

Grey an die Adreffe russischer Parlamentarier.

London, 20. Mai. (WTB.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Bei dem Bankett Ehren der russischen Parlamentarier im Mansionhouse sagte Staatssekre tär Sir Wxward, Grey in einem Trinkspruch auf die Gäste:

Es ist ein beliebter Kunstgriff des Feindes, zu versuchen dadurch Mißtrauen Unter den Verbündeten zu säen, daß zu verstehen gegeben wird, die Verbündeten seien tatsächlich uneins über die Ziele. Jeder verfolge seine eigenen ^»vnoerinteressen und werde, wenn die Zeit gekommen sei, sich wenig um die Jute ressen der anderen kümmern. Das ist absolut unwahr (Beifall.) Gemeisamc Gefahr, die gemeinsame Sache und die gemeinsame Anstrengung werden uns bei per Aufstellung der Friedensbedin guugen ebenso eng vereinigt finden, wie bei der Durchführung des Kampfes. (Lauter Bisall.) Wenn -der Tag kommt, werden wir es als selbstverständlich betrachten, daß die besonderen Interessen Rußlands und anderer Verbündeter ebenso sorgfältig in vollem Umfange in Betracht gezogen, beachjtet und beftiedigt werden müssen, wie unsere eigenen. (Beifall.) Ich hoffe, unsere russischen Freunde haben genug gesehen, um zu der Ueberzeugung gelangt zu sein, daß wir in diesem Laude alles, was wir besitzen, in den Kamps geworfen haben: 9Nenschen, Schiffe, Geld und Material. Wir wünschen zu tragen, >oas irgend in der Macht des Landes liegt, wir wünschen so beizutragen, wie es den Verbündeten und der gemeinsamen Sache am meisten dient und hilft. (Beifall.) Während Ihres Besuches hat das Parlament etwas erledigt was wir die M i l i t ä r d i e n st b i l l nennen. Für unsere Feinde ist es vielleicht eine kleine Sache, für uns mit unseren verschiedenen Problemen ist ef eilte wahrhaft große Sache, da sie von unseren üheren Traditionen und Ideen abweicht. Es wäre mir lieb, wenn es von den Verbündeten als ein Zeichen des Beweises ge­nommen würde, wie tief dieses Land aufgerüttelt ist, das hinter keinem Verbündeten zurückstehen wird, wenn es gilt, das Aeußerste irr -den Krieg zu tun, ob es sich darum handelt, Männer für die Armee und Flotte zu beschaffen oder für die materiellen Mittel und für die gent-einsame Sache zu sorgen.

Indiskretionen des Generals Towshend.

Berlin, 19. Mai. (WTB. Nichtamtl.) Me dieNord­deutsche Allgemeine Zeitung" schreibt, war imTag" vom 16. Mai in einem Artikel ,^nd iskr-etionen des Ge­nerals Townshend" ein Gespräch wieder gegeben, das dieser General vor mehreren Jahren auf der Fahrt nach Süd-Afrika mit einem deutschen Mitreisenden hatte, den er für einen Bnren hielt. Der Vorfall sei damals auch an die deutschen Konsnlarb-ehörden berichtet worden.Diese soll es aber," heißt es in dem Artikel desTag",abgelehnt Haben, der Sache irgendwelche Bedeutung beizumessen." Diese Behauptung ist unrichtig. Das Kaiserliche Konsulat in Johannisburg in Süd-Afrika berichtete im Jahve 1911 über den Vorfall an den Reichskanzler u. a.:

Auf dem englischen Posidampser, der von Southampton in Kapstadt ankam, ereignete sich folgende ergötzliche Geschichte. Mit dein Dampfer fuhren unter anderen der Brigadegeneral Towns­hend. Infolge eines Versehens hielt er Herrn V. H. für einen Tr. V. und erkundigte sich zunächst vorsichtig, ob England jetzt auf die Politische Treue der Buren rechnen könne. Nachdem H. ihn über diesen Punkt beruhigt und dadurch sein Verttauen gewonnen hatte, erzählte der General, er sei wenige Tage vor seiner Abreise bei Lord Roberts gewesen. Dieser habe versichert, es werde be­st i m m t dieses oder spätestens n ä ch st e s Jahr Krieg zwischen Frankreich und Deutschland geben, in dem England sich auf die.Seite Frankreichs stel­len werde. Der ganze Kriegsplan sei zwischen England und Frankreich bis ins einzelne abgekartet.

Nach der ganzen Persönlichkeit des mir gut bekannten Herrn V. H. und meines Gewährsmannes kaim an der Wahrheit der Ge- sckftchte kein Zweifel obwalten, umso weniger, als ein anderer deutscher Passagier desselben Dampfers mir erzählte, der General, offenbar >ern non plus ultra von Naivität, habe im klagenden; Tones den ganzen Vorfall mitgeteitt, nackHem er seinen Irrtum erkairnt hatte. Dieser Beruht ist entsprechend der Bedeutung des Vorfalles und den Aeußerungen des Generals Toumshend ge­würdigt und verwertet worden.

Französische Kabinettskrise.

Bern, 20. Mai. (WTB.) ImHomme Enchaine" wird eine Schilderung des Wiederzusammentritts der Kam­mer gegeben, der folgendes entnommen sei:

Br iand machte gestern eine schlimme Viertelstunde durch. Er fühlte Todeswind um seine Regierung wehen. Einmal entging er ihm noch, denn es gab weder eine Ab­stimmung noch eigentlich eine Erörterung, aber der Verlaus der Sitzung war bedeutsam. Die Tage d e s M i n i ste - riums sind gezählt. Es lag etwas wie Sprengstoff in der Luft. Briand saß aus der Regierungsbank, flankiert von seinen Gehauen Malvy und Dalimier, links aus der Greifend an k Ribot und Mel ine. Man fühlte allgemein die Entkräftung. Ribot liest mit bebender Stimme aus einem Papier vor, das in seinen Händen zittert."

Am Schluß stellt das Blatt fest, daß Briand in der Zensurbedatte seine Rede unter eisigem Schweigen der Kam­mer hielt, von keinen Beifallsäußerungen ermuntert; nur Msline drückte ihm die Hand. Das imt alles. Der Minister­präsident werde aus dieser Sitzung die Lehren ziehen, die sie ihm erteilt habe.

Bern, 20. Mai. (WTB.)Temps" teilt als Ergebnis der Sitzung der H ee re s kvm missio n, der die Minister Briand und Roques beiwohnten, mit, daß zwei Anträge angenommen wurden, die einmal Verbesserungen in der Handha­bung der Zensurfragen, damit Vorfälle, nüe gewisse Presse-Aeußerungeu über den Beginn der Schlacht bet Ver­dun, welche die Bevölkerung sehr beunruhigten, zukünftig ver­mieden werden. Zweitens erklärte die Heereskominission es' für empfehlenswert, ohne eine Einmischung in die Presse und die Ausführung der mflitärischen Operationen darüber zu wachen daß mit Rücksicht auf die Operationen an allen Punkten der Front der Geländebesitz, die Eisenbahillinien, der Schießbedarf mit Sorg- salt, Eifer und Bvraussickit zweckmäßig behandelt werden, wie es dem Heldenmut der zu den höchsten Opfern bereit«! .Soldaten ent­spricht. Darum will die Kommission besondere Abord- ^uugen in die Heereszone schicken, um sich über die Bedürfntsse und die Leistung der Truppen an Ort und Stelle selbst zu unterrichten.

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die kriegs- und zivilgefangenen Franzosen in Deutschland aufgvH hoben und eine weitere Ausgestaltung gestattet.

Tie in letzter Zeit in der Oeffentlichkeit häufig geäußette Be­sorgnis, unsere gefangenen Landsleute in Frankreich könnten durch ungenügende Ernährung gesundheitlich geschädigt werden, ist glück­licherweise hinfällig ge-.norden. Selbstverständlich wachen die zu-, ständigen Stellen darüber, daß die in den franz-ösischen Lagern angevrdnete Aufbesserung der Kost wirklich überall durchgesülM und beibehalten wird.

Die Verwendung deutscher Kriegsgefangener.

Rotterdam, 20. Mai. (WTB.) DerRotterdamsche Coü^ rant" meldet aus London: In Beantworttmg' einer Anfrage

erllärte Lord Nsvton gestern im Oberhause, daß zwischen 2 0 00 und 3000 deutsche Gefangene unter englischer Aufsicht verwendet tverden, der Stauung von Waren in den französi­schen Häfen abzuhelfen. Tie Kriegsgefangenen werden auch be­nutzt, in Schottland Holzarbeiten zu verrichten. Bürgerliche Inter­nierte würden mir dann zu Arbeiten verwendet werden, wenn sie selbst damit einverstanden seien. Ein Teil von ihnen werde in Steinbrüchen zur Anlegung von Wegen und aus Farmsen zum Dorf­stechen, sowie zur Herstellung von Bürsten und Posffäcken verwen­det. Es würden sowohl von den Gewerkschaften, als auch von den Arbeitgebern bn Einstellung von Gefangenen Schwierigkeiten in den.Weg gelegt.

Wilson und der Friede.

London, 21. Mai. (WTB.)Mormng Post" meldet auZ Washington vom 18. Mai: Obwohl dementiett wird, daß Präsident Wilson irgend eilten Schritt in der Richtung auf den Frieden tun wolle, wird doch von einer eingSveihten Pe-rsönlichkeit ver­sichert, daß Wilson auf die Friedensanregung eingehen werde, und »mit in die Zukunft zu sehen suche, um sich zu vergewissern, ob ein Angebot zur Vermittelung oder von guten Diensten oder, wie man es sonst nennen will, syntpathisch aufgenommen würde. Der Fricdensbund, dessen Präsident Taft ist dessen Ziel übrigens! nicht ist, diesem Krieg ein End-e zu machen, sondern künftige Kriege zu verhindein, wird bald in LVaflstugton eine 2Zersammlnng haben, wobei Wilson sprechen wird. Wlilson wird sich vermutlich aus Allgemeinheiten beschränken, aber man erwartet, daß die 2ki>, jammlung und Wilsons Rede die Fricdenspropagända stärken wer- den, die in Amerika jetzt vielleicht stärker ist als zuvor. Inner-,' polttpche Frageii spielen hier hinein. Der Präsident wird erbar­mungslos beitürint, seine wirkliche Neutralität dadurch zu be­wegen, daß er England gegenüber dieselbe Festigkeit zeigt, wie gegen Deutschland, und daß er den britischen Eingriffen m den neutralen H an bcI alsbald ein Ende macht. Es ist mcht ohne Bedeutung, daß das einflußreichste Blatt in den New England-L-taatenSprrngfield-Republiean", das bisher energisch, fiir die Alliierten und ebenso für den Präsidenten einttat, jetzt erklärt, daß nur die Heritellung des Friedens einen diplomatischen. Konflikt mit England verhindern könne. Mcht nur die Demokraten, sondern auch die Reprblik-aner würden eine große Erleichterung- ernpfinden, wenn diese mtbequeme Frage noch vor Beginn der Cl>ampagne für die Präsidentemvahl aus der Welt geschafft rverden könne, damit der Wahlkamp-f auf der Basis rein innerpolitischer Fragen ausgekochten werden kann.

Die amerikanische Wehrmacht.

Washington, 21. Mai. (WTB.) Meldmrg des Reu­terschen Bureaus. Das Re pr äse n t an t en haus hat die S ch i f f a h r tsbill zur Begründung einer staatlichen Han­delsflotte für den Verkehr mit dem Auslände angeirommen. Die Bill hat den Senat noch nicht passiert. Das Repräseit-^ Lantenhaus -hat auch den jBerrcht der Konferenz beider Häuser über die Armeevorlage angenommen, durch dre die reguläre Armee auf 210000 Mann gebracht wird, die Streit- krafte der Einzelstaaten, die zn Bundeskriegsdienstan ver­pflichtet sind, vom Präsidenten anfgerufen werden können und die gesarnte Höchststärke der Arniee auf 680000 Mann gebracht wird. Diese zweite Bill hat den Seirat bereits passiert.

Der 5eekr!eg.

Eine Attseinandersctznng mit Norwegen.

K r i st i a n i a , 21. Mai. (WTB.) In Beantwortung des norwegischen Gesandtschaft in Verlustes der norwegischen Schiffe undSilius" hat das deutsche Amt der Gesandtschaft folgende Note

Schrittes der Berlin wegen des Baus",Kannik

Re-

Ernährung der Kriegs- und zivilgefangencn Deutschen in Frankreich.

. Berlin, 20. Mai. (WTB. Amtlich.) Die ftanzösische gterung setzte bei der Jahreswende die Fleisch- und Brotportion der krre-s- und zimlgefangenen Deutschen in Frankreich herab Sie begründete willkürliche Llnordnung mit dem Hinweis daß die kriegs- und zivilgesangenru Fransen in Deutschland' dieselbe Portion erhalten ohne zu bernckstchttgen, daß Dnttschland infolge der völkerrechtswidrigen Mockade seiner Feinde zu einer Vermiw- derung des Verbrauches von Brot und Fleisch gezwungen war, wahrend Frankreich mne ftere Einfuhr hat. Die deutsche Reaicruna erhob sofort den schärfsten Einspruch und ordnete Geqen- maßregeln an. Der erste Erfolg ttxtr, daß die französischen Lager­kommandanten angewtessl wurden, als Ersatz für die fortsattenden Mengen von Brot und Fleisch reichlich Germ'ise zu liefern Die Derhand^ngen haben (wie wir schon kirrz berichtet haben. Tn Red.) zu dem Ergebnis geführt, daß die Bvotmenge aller kriegs- und zivilgefangelten Teutsckfen in französischer Hand auf 6 00 Gramm t a g l i ch, annähernd aus den früheren ^Satz, erhöbt Daftir hat die deutsche RsqüruUg die als (^egenmaßreM verfugte Sperre der BwtsammelseMmgen. ays Frankreich für

Auswärtige zngestellt:

. W die in dem französischen .Kriegshcffen Le Havre liegen- den Krt-egssthlffc und Hilfsschiffe, die den mit Deutschland krieg­führenden. Machte,: gehörten, sind mehrntals von deutsck>eu U-Boo-

Angriffe gerichtet worden. Deutsche Seestreitkräste hatten auch dte Aufgabe, durch Minen die Verbindung mit diesem Kriegs- hasen zu sperren. Den ^deutschen Behörden war es nicht möglich, ms Aare zu bringen, ob die genannten Schiffe infolge dieser Maß- regeln versenkt worden find. Aber selbst wenn neuttale Scknffe, bl L nd U n r nn V n sranzösischen Kriegshafen befanden, durch der- Maßregeln beschädigt sein sollten, Umrde man daraus keine Anspruckie gegen das Deutsche Reich l^erleften können, da dieser Schaden als me unmittelbare Folge einer berechttgten mili- tanschen .Kri-egshandlung ersännen würde, deshalb also als eine unabwendbare, notwendige Folge des Krieges erduldet werden mußte.

Die norwegische Gesandtschaft erwiderte im trage des uorwegischeir Ministeriums des Aeußern:

Die norwegische Regierimg glatckt nicht, die deutsche Regie­rung verantwortlich machst zu dürfen für einen Schaden, welcher norNkegtfchen Schffen zugefügt wurde, als immittelbare Folge einer berechtigten, imlttärischen Kriegshandlung, sei es, daß diese m einem deutschen U-Boot-2lngriff auf die Seestreitkräfte des' Gegners oder in Auslegung von mit den Völkerrechtsmaf-regekn übereinstimmenden Minen bestände. Aber die norwechsche Regie-

Mf-

staatsangehörigen Rechte

rung behält sich vor, ihre und ihrer

Mltend zu machen, Irarn es sich zeigen sollte, daß die genannten! Schiffe durch emeu direkten Aitgrisf deutscher Seestreitkräfte ver- Uichtet wurden, welche sie trotz der sichtbaren Neuttalitätszeichen für feindliche hielten. Die norwegische Regierung bittet desl>alb die deutsche Regierung nm Mitteilung, sofern weitere Auskünfte über den Verlust der drei Schiffe eingchott werden können.

* .

Toulon, 21. Mai. (WTB.) Meldung der Ltzenoe Ha- vas. Ein g riech i sche rKo h le n d am p fe r ist am 18 . Mai von einem österreichisch-ungarischen Untersee- bootversenkt worden. Der Kommandant ließ den Damp­fer halten und schickte einen Mann an Bord, der ihn in die Lust sprengte, nachdem die Bemannung in die Boote ge­gangen war. 27 Mann wurden von einem Torpedoboot auf­genommen und nach Toulon gebracht.

London, 19. Mai. (WTB.) Nach einer Meldung von Lloyds Agentur aus Grimsby ist das Motorsischerbovt Hüll" von einem Unterseeboot versenkt worden. Besatzung ist gerettet.

Aus Stadt «nd Land.

Eietzrn, 22. Mai 1916.

Freiwillige Krankenpflege und Heeres-Sanitätswesen.

Man schreibt uns:

Zu den von der freiwilligen Krankenpflege schon in Friedenszerten übernommenen Aufgaben zur Unterstützuno des Miliwir-Sanitätswesens im Kriege aeliört auch die Ausl bllmrug von männlichem und weMiü>e,n Pfleae-. prrs.vit-al. J f