Ausgabe 
16.5.1916 Erstes Blatt
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ttu» Gesundheitsrücksichten habe zurücktreten müssen, kein verarttw örtlicher Mann der Regierung in der Kommission amoe,end der Rede und Antwort stehen könnte. Die sozial- Qenwtratnche Fraktion und die Nationalliberalen schlossen Uch diesem Antrag an. Die konservative Partei regte an, oo c\ Nicht richtig Ware, doch schon heute zu einigeil Einzeb- srcrgen..Stellung zu nehmen. Das Zentrum glaubte, daß man doa- heute )a>oit das Material der Regierung über getroffene Anordnungen und ihre Auskunft über den Bestand usw. usw. entgegennehmen kömtte. Der U n ter st a a t s se k r e t ä r Re i chsamts des Innern erklärte, das; er im Augen- ^ *** Lage sei, irgendwelche Auskunft über die beabsichtigte Neuorganisation zu geben, es schwebten Ver­handlungen, die noch nicht abgeschlossen seien. Darauf bittet das Zentrum um Auskunft, wann denn wohl diese Mit­teilungen gemacht werden könnten. Es sei zu befürchten, daß auch der neue verantwortliche Leiter des Reichsamts des Innern nicht sofort in der Lage sein werde, das tun zu können. Ein anderer Vertreter des Zentrums erklärt es für wünschenswert, die Neuorganisation und mindestens das Programm der Regierung zu kennen, bevor weiterberaten werde.

Es wrrrden Klagen darüber geäußert, daß über diese Neuorganisatioii schon in der Presse atterHand Mitteilun­gen gemacht werden, die doch nicht ohne Zustimmung der Mgierirng erschienen seien, daß aber der Reichstag voll­kommen im unklaren gelassen werde und keinerlei 2lns- iunst erhalte. Der Unterstaatssekretär erwiderte, keine Auskunft darüber geben zu können, wie die Erörte- rungerr in die Presse gelangt seien. Das, was die Presse über die Gestaltung der Neuorgani­sation und über die Personerrfragen bisher mitgeteilt hat, erklärt der -Unterstaats- seckretär durchaus für Kombinationen.

Inzwischen ist ein Antrag des Zentrums eingegau- geni Der Ausschuß wolle die Erwartung aussprechen, daß dem Ausschuß vor der Aeuderung der Organisation der Lebensmrttelversorgung Gelegenheit zur Aeußerung ge­geben werde. Die Fortschr. Volks Partei erklärt sich für diesen Antrag. Wenn der Unterstaatssekretär erklärt habe, daß der Beirat so gewürdigt sei, wie es ihm zukomme, so stimnie das doch eigentlich nur formell, denn in der Sache habe man sich darüber beklagt, daß die Vorschläge, die im Beirat gemacht wurden, keine Befolgung fanden.

Eine Entschließung D r. P fl e ge r (Z e n t r.) - Ebert (Soz.) will die verbündeten Regierungen ersuchen, dem Ausschuß möglichst bald genaue Aufstellungen über . Größe und Deckung des Bedarfs in den einzelnen Lebens­mitteln für Heer und Marine in den einzelnen Monaten seit Kriegsbeginn, über Resultate der verschiedenen Erhebun­gen über Jnlandsvorräte, über geschäftliche Ergebnisse der verschiedenen Kriegsgesellschaften, Umsätze, Vergütungen der Direktoren und Auffichtsratsmitglieder Auskunst zu geben, weiter über die in einzelnen Kreisen, Bezirken und Bundes­staaten bestehenden Ausffchrverbote, über die in den ein- zelrren Bundesstaaten getroffenen Maßnahmen zur Fleisch- versorgung, über die Zahlen der Einfuhr und Ausfuhr nach Monaten, Ländern und Gegenständerl.

Die Anträge des Zentrums, inbegriffen die Resolution Pfleger-Eberl und ebenso der fortschrittliche Bertagungs- arrtrag werden angenommen. Der Ausschuß vertagt sich aus Mtttwoch vormittag: Petitionen zur Zensurfrage und, wenn der Reichsschatzsekretär sich damit einverstanden er­klärt, ztvette Lesung des Kriegsgewinnsteuergesetzes.

197 Metern, erne Breite von 22 ?37dient und erzielt bei einer Kraftentwicklung von 21000 Pferdestärken eine Geschwindigküt von 1 8 Seenverlen in her Stunde. Ter Donnengehalt beträgt 21500 Bruttoregrjtertonnen. Einschließlich einer 460 Mann starken Be­ladung können reichlich 2000 Personen Unterkunst finden.

r 1 ?; M^i. (MTB. Nichtamtlich.) Tie heute im yiejig. n Gewerksck)aftshau,e abgehalteno Reichskonferenz des De u t -- ^uarbeiterverbandes stimmte einstimmig den Belchluslen der auf Wrregung des Reich'samts des Innern am u ^ - Msammengetretenen Konferenz des Deutschen Arbcttgeber- vundles für das Baugewerbe und der im Baugewerbe bestehenden Arbeiterorganisationen, bettefsend die Fortdauer des Reichstarif­vertrages kns ZI. März 1917 und auf ein weiteres Jahr, wenn 5K zum 31. ^>ezember 1916 mit einer der feindlichen europäffchen Großmächte ein Friede noch; nichtt abgeschlossen ist, und den verein­barten Teue run gs zu lagen zu. Ferner wurde beschlossen, an die Familien der an Felde stehenden Viitglieder zum Pfingstfest eine unter)tutzung zu zahlen, die etwa leindreiviertel Millionen Mark erfordert.

./uw andern: Ihr fehlt das Gefühl der KriegskameB r a dlcha f t. Im Wirtschaftskrieg sind auch wir hinter der Front,

> :: i alt ttrnu und Kind, Krieger. Wir haben Selbstzucht zu üben alMiich wie die an der Front, denn davon hängt der Ausgang Übrigens ist das Gefühl: jeder für alle und alle für jeden, und Frau Hamster: denen, die's haben.

SlT Ihr. fehlt' das Gefühl für Größe. Denke dir,

wlp o ? nmn i. W Sterben auf den Inhalt deines Lebens zu- pubem Große >ten, das dir vom Schicksal widerfahren ist, rechnen, daß du einmal die Sorgen um dein ein- urri ferne Sicherheit und Zukunft, abwerfen d u r f t e st, ^w^hreii konntest, da); da dein Geschick restlos mit dem deines verbunden war: was mein Volk leidet, will ich auch leiden. $L T ' a v7 babei, jetzt zu entbehren? Wer sich nicht

nicht wach, der verschläft das Heute, der lebt Mt nicht. . r m ]

Stcrdt und Land.

Gieß en, 16. Mai 1916.

Aus dem Reichs.

Der Füll Liebknecht und die Fortschrittliche Volkspartei.

Im Preußischen Abgeordnetenhause wollen die Sozial­demokraten zugamsten Liebknechts ebenso Vorgehen, wie im Reichs­tag, und seine Entlassung aus der Hast bewirken. TieF r e i- k!12Ll2 c Leitung" sagt: Die Ablehnung der Hastentlassung ^redkuechts durch den Reichstag ist, von verschwindeichen Ausnah­men abgesehen, ton dem gesamten deutschen Volke mit der größten Hreude begrüßt worden. i Werm behauptet wurde, daß die Fort­schrittliche Volkspattei gegenüber Liebknecht so bttätiguugSfroh in den Vordergrund getreten ifei, daß der Abgeordnete Müller-Mei im^en wgar gehauen habe, so ist das .durchaus unzutreffend Richtig, ist nur, .daß die Fraktion der Fottschrittlichen Bvlkspatter am meisten imtcr dem Betragen Liebknechts zu leiden gehabt hat da sich der Platz des letzteren unmittelbar neben ihren Bänken beuchet und ihre Mitglieder in der wenig beneidenswerten Lage waren, die Rüveleien Liebknechts aus erster Hand zu genießen.

^ Der bulgarische Besuch.

Hamburg, 14. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Die bul- garrichenAbgeordneten benutzten den heutigen Tag, um Friedrichsruh einen Besuch abzustatten und abends der Mignon-Ausführung beizuwohnen. Sie verließen abends Hamburg und fahren zunächst nach Oberhansen, wo die '^werkschaft Deuffcher Kaiser besichtigt wird, dann nach <rnn und auf einem Rheindampfer nach Mainz: daran an­schließend nach Wiesbaden, Frankfurt a. M. und München von wo die Rückfahrt nach Sofia im Balkanzuge erfolgt ' Schloß Landsberg (Hamborch, 15. Mai. (WTB. Nicht- amtluh.) ^re Mitglieder der buIgarischen'Sobranie unter Führung des Asseffiors Dr. Rüdiger vom Answärtigen Antte ttafm heiite nachmittag um fr/ 2 Uhr im Svnderzuge vor Schloß Landsberg tm. Bei dem Festmahle sagte Herr August Tbv ssen herzliche Worte des Willkommens an die Anwesenden nnd gab inner Überzeugung Ausdruck, daß die gemeinsame Arbeit und das gememiame Borgehen mit der besteundeten Natton reiche und bmimtbc Fruchte tragen werde. Darauf widmete der Stellver tretende .KommauLrerende General Freiherr von Gayt den Sol- dattn der verbündeten Armeen herzhafte Wotte der Anerkennung amd brachte ein dreifaches Hoch aus den Dimtschen Kaiser aus Der Di;epcä»ident der -sobranje Dr. Montschiboft dankte in s,err liehen Worten. 0

Köln, 15. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Bon Kettwig kom- trafen che bulgari'chen Abgeordneten heute abend 11 Uhr 1 o Minuten auf dem Hauptbahrchos ein und begaben sich in Auto- jiwfritai nach dem Dom-Hotel.

B e r l i n, 16. Mai. Die Beratungen der F i n a n z m i n i st e r d e tb eut) chen Bu n be s st aa t en, die unter dein Vorsitz ^es Staats,ekretärs Helsferich gestern im Bundesratssaale des Reichstagsgebäudes stattfanden und erst in der neunten Abend- Nunde endeten, sind,- derLokatanzeiger" hött, noch nicht ab- ge,chlos,en. ,ollen jedoch heute noch so west gefördert werden daß man mit den Führern der Reichstagssraktionen die Besprech­ungen eröffnen kann.

Der ,,Bsssischen Zestung" zufolge galt die Konferenz einer ganzen Anzahl von wichttgen Fragen, die'sich zum Teil unter- emander eng berühren, die man aber trotzdem scharf auseinander halten muß Das Hauvtthema bilden die S t e u er fr a g e n. Hamburg. 15. Mai. (WTB. Nictstamtlich., Mitten im für die Hamburg-Südamerika-Dampf- igefelllchaft auf der Werst Blohm^ & Boß ein ischrguden - Schnelldampfer,Eav Polo- -llt, der enreut Zeugnis ablcgt für den halben Stand ^chrifsbauindusttie. Der mit vornehmer Eleganz Tampser ist ein Lchrvesterschisf des im September Istche der brasiliamschen Küste als deutscher Hilfs­kreuzer wr-ergegangenenEap Trafalgar", hcst eine Länge von

Krieffe wurt s ö^Ji ssahrt nene r T r *iw", sertrggi her deutsch 1 Lusgestorr-' ? 0914 in der

2»ic Bedeutung dev militärischen Vorbereitung der Fugend.

Nach Ausbruch des Krieges hat das Kriegsininisteriuin rm Zu,ammenarbleiten mit den Landesbehörden eine Or- wnrsatwn ftir die rnilitavische Vorbereitung der Jugend ge- 5^- Auch im Großherzogttun Hessen konnte diese Ein- so erstarken, daß ungefähr 1/4 Jahr nach Gründung oer ersten Jugendkonrpagnie im Großherzogttrm über 24 000 innge Leute in den Jugendkompagirien vereinigt touren. Diese Zahl hat rnr Laufe des Krieges beträchtlich nachae- lasjen. Die Grürrde sind verschiedenartig: Biele Angehörrae .^^N^nbkompagnien sind in das Heer eingestellt worden, viele Führer wurden durch die nnlitärische Emberitfuna der hausig mit ihrer Person eng verknüpften Tätigkeit in der militärischen Jngeiidausbildung entzogen, der Mangel an erwachsenen Arbeitern stellte an die Arbeitskraft der jugendlichen ganz besondere Anfordernirgen, und endlich nnc- vicht^ zuletzt hat die anfangs helle Begeisterung der jUgendlia-en firr die militärische Vorbereitung der Jugend nachgetaffeii. Gerade dieser letzte Umstand rechtfertigt es, mn Mahnwort aii die Jugend und an die Eltern zu richten. dn der militärischen Vorbereitung der Jugend wird jetzt über 11/2 Jahre gearbeitet. Eine große Anzahl junger Leute, die diese Ausbildung durchgemacht haben, sind, wie bereits erwähnt, in das Heer eingestellt wordeii. Die militärischen stellen haben sich also ein Urteil über den Wert, dieser Ausvilvung.bilden können, und wenn man heute an Eltern und junge Leute die Mahnung richtet, sich der nnlitärischen Vorbereitung anzuschließen, so kann man dies tun, gestützt aus die Erfolge, die von der Heeresleitting beobachtet wnr- ^ handelt sich liicht, wie oft gesagt wird, um eine Soldatenspielerei oder irm ein inhaltloses Nachähmeu mili­tari, cher^ Aeußerlichkeit, sondern um eine sowohl für das Ho^ tE für den betreffenden jungeii Mann hochernste Sache. Die Musterung der Jahresklasse .1917, die außer- o^uttich günstige Ergebnisse hatte, hat gezeigt, daß die militärische Voroerertung der Jugend den jungen Mairn körperlich ertüchtigt. Vielfache Anerkenniliig aus dem Feld und von den Ersatztruppenteilen beweisen, daß die durch die militärische Vorbereitung gegangenen jungen Leute den Aufgaben, die das Heer aii sie stellt, garrz besonders ae- wachsen sind. Die körperliche Ertüchtigung, die dem jungen ^^uu^d-er Jugendkompagnie wird, schützt ihn gegen die der Witterung, macht ihn zlrher beim Ertragen all der körperlichen und geisttgeri Anstrengung des Feldes, Widerstandsstchiger gegeir Krankheiten und verniittelt seinem jugendlichen und gerade deshalb so einpsanglichen Gemüt /io hlchtrge Einschätzung des Zusammenarbeitens aller für ein Ziel. Er wird durch die militärische Vorbereituiig er­zogen zu raschen Enffchlüsseii, zur Verwendung aller voii der Natur gegebenen Hrlfsniittel, zur Ausnutzung des Geländes und zur verständnisvolle,i Ausführung erhaltener Befehle Das ,ind Eigenschaften, die inr Kmnpfe tstinfig zu wert­vollem Schutz, aber auch im späteren bürgerlichen Qeben stets von Vorteil sein werden. Von vielen Eltern wird diese weitgeheiide Bedeutung der militärischen Ausbildung nicht richtig erkannt. Wie der Schüler in der Schule nicht für die Schule, sondern für das Leben lernt, so wird der junge Mann m der Jugendkompagnie nicht nur für das Heer |oübern auch für das ganze Leben zu eineni körperlich tüch­tigen und geistig regsamen Mann erzogen. Wenn sich Eltern von Söhnen im. Alter von 16 bis 20 Jahren diese Bedeu­tung der Militärischen Vorbereitung richtig überlegen, müssen fte zu dem Gedanken komnren, daß sie ein Unrecht gegen ihr Kind begehen, wenn sie es von der Jugendkompagnie fern- halten, wenn fte es nicht dazu veranlassen, sich ihr anzu­schließen. Der Beginn der besseren Jahreszeit, welche Turn- ubungen im Freien und Geländeübungen begünstigt, möge deshalb für Eltern und runge Leute der Anlaß sein, die mili.- tarische Vorbereitung so zu bewerten, wie sie es verdient und wie sie bewertet werden muß im Interesse des einen Zieles das wir heute alle haben: der Größe und Stärke unseres Vaterlandes.

Hamsternot.

Ans dem ersten Maihest des Deutschen Willms (Kimftwart) Becm Kriegsausbruch streifte Frau Hamster voii Leiden zii ^adein Lmrstr hier ein paar Pfund dies und dort ein paar Pftmd das, stapelte alles in Keller und Speisekammer auf und legte sich am Abend behaglich schlafen mit dem Gedanken: unsertwegen kann s mm noch lange gehn. Sie glaubte wirklich mit Lebens- Mittetil für zwei, drei Wochen im Haus gegen Weltschicksale ge- Nchett" zu sein.

Aber der Krieg dauert länger als Fvau imd Herr Hamster annahm. Ta nunmehr von Mäusen, Mchlwürniern und Maden mehr Gefahr drohte, als von Engländern und Russen, so entschloß man sich allmählich, denProviant" aufzuzehrm. Ach, da kommen mit einemmalBeschlagiiahmungen"! Was ist das: der Zucker wirdbeschlagnahmt"?. Zwar geschieht das, wie's heißt, darum daß alle, einschließlich Hamstxws, dauernd mit genügendem Zucker versorgt seien, aber was kann 'Mail voü 'Staat und Gemetzide, die einem doch Steuern abschmorgen, Gutes erwarten?! 5Ler Kluge verläßt sich allein auf das, was er ha t. Wehe. ,etzt kommt's Schlag auf Schlag: Kaffee, Tee, Spiritus. Alle Mitglieder der aufgescheuchtcn Familie schlüpfen durch sämtliche Lädeii der Stadt zum Brösel,'ucheii. Und gar dieFleischkarte" drolst! Entsetzliclie Schrecken des Krieges"! Papa und Mamaopfern" ihr Mit- tagschläfchen, um standhaft in de,i Wurstläden auszuharren, bis sie drankommen. Und dann: Rasch in den Kleiderschrank mit den Würsten ^dorthin, wo er am dunkelsten ist.

Ach, daß kein Kin-omatograph durch die Mauern schaut, iim letzt Bilder aus dem Fainilienleben aufzunehmeu!

Aber warum beläck-elu wir die Familie Hamster mitleidig? Weil es ihr zwar nicht an Kaffee imd Wurst, wohl ober an einigem andern fehlt, was das Leben lebenswett macht.

Erstlich: Ihr fehlt die soziale Scham vor den anderii Familien, die slch wegen ihres schmalen Geldbeutels nichtver­proviantieren" können. Und doch haben a l le ihre Väter und Brü- \ki im Felde, die auch für Familie Hamster und deren gesicherten Proviant ihr Leben einsichen.

^ e d ^ r f o n a l n a chrichten. Ter Elektromon-

.^auts hat am 21. Januar 1916 des Erttmrens gerettet. 2l!s Anettennung 1)1 ft 00111 Großherzog die Rettungsmedaille verliehen worden. Uebertragen wurde am 10. Mar der Sck)ulamtsaspiran- Es Mainz eine Lehrerinstelle an der Volks,chule zu Nidda, Kreis Büdingen. Der Gr 0 ßherzo a hat am 13. Mai ä I. den Kultur Inspektor bei der Kulturinspektion «j *25?-' Vru.no v. B 0 e h m e r zu Bad-Nauheim, zum

Ba^edirektor und Vorstand des Tiesbauamtes Bad-Nauheim vom 1. Jum 1916 an ernannt.

. ^ ^..Kriegsministerium und Damenkleiber. Daß oav König I. preußr,che KttegsMinisterium unseren Damen einmal vorschreiben würde, wie viel Stoff sie für ihre Kleider verwend-cn curfen, das hätte auch niemand für möglich gehalten. Und doch ist es so Der Verband der Blusenkonfektionäre hat nun die Höchst­maße, die vorher dem Kriegs Ministerium zur Bewilligung vor-i gelegen haben, zum Beschluß erhoben. Die Höchstnraße sind fol­ge rrderm aßen festgesetzt:

Für garnierte Kleider bei 110 em' Stoffbreite 5,75 hl

Für Blusen bei 110 cm Stoffbreite 1,80 m

mir Morgenröcke bei 110 cm Stoffbreite 4,50 m.

Für Kostümröcke bei 130 cm Stoffbreite 2 75 m.

Für Kinderlleider bei 110 cm Stoffbreite, 4760 cm f

te. i 11 /*5 Lahre) 1,35 m.

Für Mädchen lleider bei 110 cm Stoffbreite:

für 6 Jahre Größe 65 2 20 rn

für 8 Jahre Größe 75 2^50 rn.^

für 10 Jahre Größe 85 2,80 m.

Tür 12 Jahre Größe 95 3 20 m

^ Fahre Größe 105 3,60 m.

0 ur Backstschlleüer bei 110 cm Stoffbreite, für 15 bis

21 Jahre, Größe 110125 5,25 m.

Für jebc 10 cm, welche der Stoff schmäler liogt, erhöht 1 sich das Maß um 10 v. H.

... . die genaue Einhaltung dieser Höchstmaße zu getoahrleisten,

stab ffir jeden , 5 all der Zuwiderhandlungen Konventionalstrafen in Hohe von 300 bis 1000 Mark festgesetzt worden.

** O b e r h e s s i s ch e r K u n st v e r e i n. Die ausgestell- ten Samrnlnng-en von Cucuel, Jung nnd Scheiben bleiben voraussichtlich nur bis znm 24. b. M. ansgestellt. Es sei des­halb darauf hingewiesen, daß die Ausstellung täglich mit Ausnahme Samstags von 11 bis 1 Uhr und crm Mittwoch nachmittag auch noch von 3 bis 5 Uhr geöffnet ist.

** Viehzählung. Auf Anordnung Großh. Ministeriums des Innern sollen Pie Ergebnisse der Viehzählung vom 15. April 1916 abgesehen .von Pferden und Zuchtschweinen aus'den Bestand vom 15. Mai berichtigt werden. Zn diesem Zwecke findtt eine Neuaufnahme statt. >Tie -Zähler werden in den nächsten Tagen die nötige Aufnahme machen. Näheres sieheBekannttnachung.

und neue Stoffabfälle. Am 16. Mai 1915 ist eine Bekanntmachung betteffend Beschlagnahme und Bc- standserHebung von Lumpen und neuen Sboffabfällen aller Att in Kraft getreten. Durch sie sind sämtliche vorhandenen und weiter ; ansallenden Lumpen (auch karbonisierte) und neue Stvffabfalle,

, die ans tierischen oder pflanzlichen Spinnstoffen oder deren Mische ! ungen bestehen beschlagnahmt. 2 lusgenommen sind lediglich die Lumpen und Stofsabfälle in Privathaushaltungen und die nach dem 1 . Mai 1916 ans dem Auslande eingesühtten. Trotz der Be­schlagnahme ist fedoch die Veräußerung und Lieferung der beschlagnahmten Gegenstände erlaubt, sofern sie nicht an einen Verarbeiter der Gegenstände geschieht. Erreichen die beschlagnahm­ten Vorräte eines Eigentümers eine Menge ton 10 000 Kg., so ist die Veräußerung nur noch an einen der ton der Kriegs-Rohstoff-- Abteilnng beausttagten Sottierbetttebe zulässig, deren Namen in den amtlichen Blättern veröffentlicht sind. Erreichen die beschlag­nahmten Vorräte jedoch die Menge von 30 000 Kg., so ist der Verkauf nur noch an die Krieg swvllbedarf-9lktteii gesell schuft oder an die Aktiengesellschaft zur Verwertung von Stoffabfällen zulässig. Beide Gesellschaften haben zur Bewittschastung der Lumpen eine Lumpenverwerttnigszenttale gebildet. An Verarbeiter dürfen die beschlagnahmten Gegenstände ausschließlich von der Kriegswoll- bedarf-Aktiengesellschast, Berlin, oder der Aktiengesellschaft zur Verwertung von Stvffabfällen, Berlin, veräußert oder geliefert werden. Eine wettere Verarbeitung der beschlagnahmten Gegenstände ist im allgemeinen nur insowett zulässig, als sie sich bereits bei Jnkrafttttten der Bekanntmachimg im Äirbereittlngs-

> verfahren befanden'. Im übrigen ist die Verarbeitung in bestimm-

1 ten einzelnen Fällen erlmibt. So dürfen Betriebe, die Lumpen ' oder Stoffabfälle zu Spinnstoffen verarbeiten, 10 vom Hundert

der bei Inkrafttreten der Bekanntmachimg vorhandenen Bestände, in keinem Falle jedoch mehr als 10 000 Kg., Seilereien ,md Seil- fabnken, die bei der Seilerwarenherstellung mifallenden Absall- stücke verarbeiten: cnrch die übrigen Lumpen oder Stoffabfalle verarbeitenden Betttebe, Papier-, Pappensabttken uftv. dürfen be­stimmte Mengen verwenden. Em-e monatliche Meldepflicht der beschlagnahmten Gegenstände und die Berpflichttmg zu einer Lager bu ch hrun g ist für alle Personen usw. angeordnet, die eine Gesamtmenge ton mindestens 3000 Kg. der betroffenen, Gegenstände besitzen. Zu beachten ist insbesondere, daß trotz bev Beschlagnahme das Sor t ieren der Lumpen uird Stoffabfälle erlaubt und erwünscht ist. Gleichzettig ist am 16. Mai 1916 eine zweite Vekanntniachung erschienen, durch die Höchstpreise für L u mpen und neue Stoffabfälle aller Att festgesetzt werden. Hiernach dürfen die .Kttegswollbedarf-Aktttngeselljchast, Berlin, und die ?lcktiengesellschaft zur Verwertung ton Stofs­abfällen, Berlin, keine höheren Preise zahklen, als die in der der Be- kanntmaclmng beig-eftigten Preistafel für die einzelnen Sorten von Lumpen und Stoffabfällen bestimmten sind. Da die festgesetzten

> Höchstpreise diejenigen Preise sind, die ton dm beiden Gesell­schaften höchstens bezahlt werden dürfen, so muß beachtet werden, daß die übrigen erlaubten Veräußerungsgeschäfte über Lumpen und neue Stoffabfälle zu einem entsprechend nicdttgeren Preise vor­genommen werden müssen. Ebenso gelten die festgesetzten Preise lediglich für die in der Preistafel hezeichntten S-orttmente bester Qualität, so daß ftir minderwertige Sortimente ein entsprechend niedrigerer Preis in Ansatz^ znl bringen ist. Beide Bekannttnachungen enthalten eine größere Anzahl von E i n z e l b e st i m m u n g e n, die für Interessenten von Wichtigkeit sind: die Bekanntmachung über die Höchstp eise cnth'fft ivsbi oudereeine lumfaN'g'rl.Lchle P r e i s- tafel. Der Wortlaut dieser Bekanntmachung wird an einem der nächsten Tage im Anzeigenteile dieses Blattes einzusehen sein und ist an der Bürgermeisterei angeschlagen.

** Spargelbezug. Unter der Voraussetzung, daß regel­mäßige Lieferung erfolgt, ^werden Spavgeln abgegeben gegen Vor­zeigung der AusweiSkarte.in gelber Farbe am 18. und 27. Mai. weißer Farbe am 20. und 25. Mai. grüner Farbe am 16. und 23. Mai. Die .Ausgabe erfolgt jedesmal nachinittags zwischen

2 und 6 Uhr im Hanse Neustadt 61. Näheres siehe in unserem

Anzeigenteile. -

** Der n ä ck, st e st n d t i s ch e S e e \ t [ c 6 m a x f t findet am Donnerstag, den 18. Mai 1916. vormittags 8 Uhr, in den Markt­lauben statt. Zum Verkant kommen Schellfische, Kabliau, See» lachs und Rauchfisch als Ersatz für Rauchfleisch.