Ausgabe 
16.5.1916 Erstes Blatt
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Nr. W

Erster Matt

M. Jahrgang

Der Kieheuer Auzei-er

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Dienstag, 15 . Mal M 6

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(WTB.) Trotzes Hauptquartier, 15. Mai. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

In vielen Wschnitteü der Front war die beiderseitige Artillerie- und Patrouillentätigkeit lebhaft.

Versuche des Gegners, unsere neugewonnene Stellung bei Hüll u ch wiederzunehmcn, wurden, soweit sie nicht schon in unserem Artilleriefeuer zusannnenbrachen, im Nahkamps erledigt.

Im Kampfgebiet der Maas wurden Angriffe der Franzosen am Westhange desToten Mann" und beim C a i l l e t t e - W a l d e mühelos abgeschlagen.

O e st l i ch e r und Balkan-Kriegsschauplatz.

Keine besonderen Ereignisse.

Oberste Heeresleitung.

* * *

Wie mittelmäßig und fade klingt alles, was die Staats­männer der Entente über die Ergebnisse des Krieges oder seinen Ausgang reden oder schreiben! Und wohin ist der kühle Rechner Sir Edward Grey gekommen, daß er, statt neue Wege und Erkenntnisse zu eröffnen, die dem Wclt- geschehen der letzten beiden Jahre Rechnung tragen, immer wieder an der kalten Suppe des Streiten über die Schuldigen herumlöfseln muß! Was er einem Vertreter desDaily News" in langen Ausführungen, die wir im Beiblatt wiedergeben, über den Krieg neuerdings gesagt hat, ist so eilfertig ans deur großen Blechgeldkastcu des Jnselvolkes herausgcschöpft, entbehrt so offensichtlich der historischen Tiefe, daß man nur ungern die alten Phrasen von englischer Humanität und deutscher Barbarei widerlegt. Denn daraus läuft das Gerede wieder hinaus, uns als die Barbaren, England aber und seinen Anhang als die auserwühlten Vertreter göttlicher Moral auszuposaunen. Wir wollen darum vorwegnehmen, was in der Greyschen Aeußerung an knöchernen Wünschen oder an Willen noch vorhanden ist, während wir das schwammige Fleisch seiner Phrasen, mit ein paar Salzkörnern beworfen, ruhig beiseite legen können. Es paßt in die englische Stim- murrgspcedigt für Europa und die neue Welt, daß erlln-- redjt gesühnt", dasRecht" wiederhergestellt wissen will. Also fordert er die Wiederherstellung Belgiens, Serbiens und Montenegros und weitere Entschädigungen. Von Ruß­land spricht er lein Wort. Das ist in einer so langen Bch trachtung, die ernst genommen sein möchte, doch eine arge und auffallende Lücke. Und Grey spricht vom sicheren Port seines Ministersessels aus auch einige Gewaltworte über den Frieden und seine etwaige Vermittlung, selbstverständlich vom Herrenstandpunkt aus, von der Höhe des Siegers herab. Wenn Neutrale mit Friedensvorschlägen kommen, sagt er, somüssen sie mich wissen lassen, auf welcher Seit« sie stehen" In, das ist der alte Friedenskon ferenz- standpüukt dieses echt englischen Gtaatsrnannes! Er hebt ihn ja auch bei seinen Beschnllxvglnngen gegen Deutschland sehr sein aufs Neue heraus. Wrr haben bei Beginn des Krieges seine Konferenzv orschlLge ab gelohnt, also'sind wir am Kriege schuldig. War es uns nicht auch erlaubt, wenig­stens einmal darüber nach-zndenken, ob die Käufer em auf unserer Seite gestanden hatte oder nicht? Der schalkhafte WeltHtteidenshäitdler dreht in seinen zarten Fingern noch mehr von solch duftigern Zeug. Blumenreiche. Hoffnungen für die Freiheit und Unabhängigkeit der Nationen Euro­pas!Wir haben Vertrauen in internationale Konferen­zen.^ Fa, wir dürfen es anerkennen, England war ein ge- nächtiger Kaufmann in der Welt geworden, dessen Wort und Stimme im Rat der Völler etwas galt und noch heute, wenn auch schon in abgeschwächtem Maße, gilt, well es Länder- interessen zu verschachern, seine Macht brutal zu nutzen ver­steht. So ist es ganz natürlich, daß Grey aus der Ein- rrechunaskette des "Königs Eduard, die er selbst um manches kunstvolle Glied bereichert hat, einen Rosenkranz der Men­schen- und Völkerliebe macht. Die Stacheln sitzen nach sei­ner Behauptung nur im preußischen Militarismus, gegen den er das große Heer der Nichtgläubigen mobil macht. Die deutsche Demo^atie, auf die er geioisse Hoffnungen setzt, wird ihm jedoch schwerlich bei der Erreichung seiner ; Kriegszielc helfen. Wenigstens haben wir in derFranks. 'Ztg." bereits eine ablehnende Bemerkung gelesen. Der gnadeiwolle Ton Oveys, mit dem er das deutsche Volk selbst befreien zu wollen vorgibt, erinnert uns an alte, vergangene Zeiten, da Albion uns noch wohlgeneigt war. Wir haben von Heinrich .Heine, dem Nählrer demokratischer Ideale, ein Wort, das von scharfer Beobachtungsgabe zeugt. Er erkannte die Wölfe auch im Schafspelz. In feinen Briefen ans Barsges in den Pyrenäen vom August 1840 schildert ^ uns mit feinem Humor auch einige englische Badc- besucher,rotgesunde, beefsteakgemästete Gesichter, die mit der bleichen Gemeinde der Büdegäste schier beleidigend kon­trastierten". Der bedeutendste dieser Engländer war ein enorm reiches, bekanntes torystisches Parlamentsmitglied, dasbesonders unsere Redlichkeit und Treue rühmte". Und in einem späteren Briefe kommt .Heine auf diesen Herrn zurück, von dem er wieder schreibt:

Er zollt noch immer die gerechteste Aneckcirirung unsere H a u s t u g e n d e n und s i t t l i ch e n ,V>v r ft ii a c n. Doch will es mich bedünken, als liebe er uns weniger enthusiastisch, seitdem ich in im fern Gesprächen die Aeußerung fallen ließ, daß die Deut­schen jetzt ein o r >o ße s Ge [ di st e c m pfä n d e n nach dein Besitz einer M a r i n e, daß.wir zu allen Schissen unserer f ü u ft i n e n Flotte schon die Rainen ersonnen, daß die Patrioten in Iden Zwangsprytaueen statt der bisherigen Wolle jetzt nur Linnen zu Segeltüchern spinnen wollen, und daß die Eichen int Teutoburger Walde, die seit der Niederlage.

des Varus geschlafen, endlich erwacht feien und sich zu freiwilligen Maftbäumett erboten haben. , Dem edlen Briten mißfiel sehr diese Mitteilung, nnd er meinte: wir Deutschen täten besser, wenn wir den Ausbau des ^Kölner Toms, des großen Glaubenswerks unsrer Väter, mit unftersplitterten Kräften betrieben.

Jedesmal, tvenn ich mit Engländern über meirte Heimat rede, bemerke ich mit tiefster Beschämung, daß der Haß, den sie gegen die Franzosen I-egen, für dieses Volk weit el-ren voller ist als die impertinente Liebe, die sie uns Deutschen crngedeihen lassen, und die wir immer irgend einer Lakune nnserer weltlichen Mack)t oder unserer Intelligenz verdanken^: He lieben uns wegen unserer mari­timen Ultnchcht, wobei siebte .Handelskonkurrenz zu besorgen steht: sie lieben uns.wegen unserer politischen Naivetöt, die sie im Fall eines Krieges mit »Frankreich in alter Weise auszubeuten hoffen."

Wir wollen diese weise Festnagelung eines demokrati­schen Beurteilers nicht vergessen, denn die Zeilen ändern sich, abernur die Methode, nicht der Charakter der Völker ändert sich mit ihnen. Heute sind die Franzosen nnd die übrigen unter der sattsten Obhut Englands stehenden Volker dre ungefährlichen Hausfreunde, die das große Ueberseegeschäst nicht stören, sondern treulich am Ofen jitzen nnd knurren, wenn dasGleichgewicht" erschüttert erscheint. Wir Deutsche aber haben die spöttische Ankündigung Heines wahr gemacht, und durum lobt John Bull nicht mehr unsere Haustugenden, sondern er wirft uns unter die Bölrerbedrücker nnd Weltfriedensfeinde.Rotgesnnd und beessteakgeinästet".

* . *

Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.

Wien. 15. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 15. Mai 1916.

Russischer und s ü d ö st l i ch c r Kriegsschauplatz.

Unperäudert.

Italienischer Kriegsschauplatz.

ßsi'steru nachmittag entwickelten sich in mehreren Ab­schnitten lebhafte Artilleriekämpfe, die auch heute forwauern.

Nachts belegten unsere Flieger die Adriawerke von M o ii f a l c o it e , den Huhntzof von Eervignano und sonstige militärische Anlagen uusgiedig mit Bovlben. Alle Flugzeuge kehrten unversehrt zurück.

Westlich von San Martina warf unsere Infanterie den Feind aus seinen vorgeschobenen Gräben und schlug mehrere^.Angriffe ab. Vorstöße der Italiener mirdlich des Monte San Michele brachen zusammen. Die Stadt G ö r z stand alrends unter Feuer. Auch nördlich des Tolm einer Brückenkopfes drangen unsere Truppen mehrfach in die italienischen Gräben ein.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Hofer, Fekdmarschallcutnant.

*

EreignissezurSee.

Am 13. nachmittags hat ein Geschwader von Seeflug­zeugen militärische Anlagen Volonas und der Insel S a s c n o erfolgreich mit Bomben belegt und ist trotz sehr heftigem Abwehrfeuer wohlbelwlten eingcrückr.

Flottenkommando.

Die Handelsverträge Rumäniens mit den Mittelmächten.

Petersburg, lo. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Alle Petersburger Zeitntigett haben eilte Mitteilung ans dem Pressebnrean des Mittisteriuins des Answä-rtigen veröffent­licht, itt welcher es heißt: Die Handelsverträge Ru°> m ä niens überschreiten, indem sie ihnen den Markt zur Beschaffung notwendiger Naturerzengnisse eröffnen, ossen- sichtlich den Rahmen rein kvmnterzielter Mkommen. Viel­mehr hat das Abkommeit ^ümnärtiens mit Deutschland nnd Oesterreich-Ungarit nach Mfsnssung unserer leitenden Kreise große politische Bedetllung, obwohl die rutnäTllsche Regie­rung den Verbandsmächten zu versichern sich bertÄht, daß der Älbschlnß dieser Abkommeit tticht als Zeichen für eine Aenderurrg der politischeit Richtung der rumänischen Re­gierung angesehen werdet! darf. Dalj-er haben die V er­bau d smä ch te Sdjvitte für nötig gehalten, um die Umstände, welche zum ^Abschluß des rümärtischen Han­delsabkommens zuerst mit Deutschland nnd damn uuch init Oesterreich-Urtgartt geführt haben, genau zu ersa.hren.

Eine Kricgsrede Porncar^s.

Basel, 15.Mai. (zf.) Präsident Poitrcars hat bei seinem Besuche in Nancy vor dem Gemeinderat nnd den Flüchtlingen aus Lothringen eine Rede gehalten, aus der die Agence Havas folgende Stelle verbreitet:

Ich werde nicht t u he n vor der Erreichung eines völli­gen Sieges. Im Namen der Helden der Mmme, der Dstr und Verduns beteure ich, daß alles Unrecht, das der deutsche Einfall über die französischen Städte und Landschaften gebracht hat, ge­rächt werden wird. Die Z e n t r a l m ä ch t e, die nun Gewissens­bissen gepeinigt werden, weil sie diesen schrecklichen Krieg ent­fesselt lfaben, und die sich von der Entrüstimg und dem Haß des Men schien ges chl-echts betroffen sül-len, versuchen heute, die Welt glauben zu m-adjim, daß die Alliierten allein für die Verlängerung der Feindseligkeiten vermrtwarllich feiert. Ties ist etrtc arge Ironie, <bie niemanden tihrfdrt. 3Veder direkt noch indirekt haben unsere Feinde den Frieden Angeboten. Aber wir uwllen gar nickst, daß sie ihn uns anbieten, wir wollen, daß sie ihn von uns verlangen. Wrr wollen uns nicht ilnen Be­dingungen mllerioerfetr, mi r w olle n i hnen die rt n s r i g e n unser legen. Wir wollen keinen Frieden, der das deulsckte Kaiserreich in der Lage lassen wird, den Käieg ttiieder zu begmuen, mrd der über Europa eine ewige Kriegsdrol-ung verhängen würde. Wir wollett Zeinen 'Frieden, der aus dem Wiederhergestell­

t e n Recht ernsthafte Garantiert des Gleichgew ichts und der Stabilität erhält. Solange uns ein solcher Friede nicht sichergestellt ist, solange sich unsere Feinde nicht als geschla­gen bekennen, tverden wir nicht aufhöreir, zu kämpfen.

Die Finanztvnfcrenz in Paris.

Kopenhagen, 15. Mai. lWTB.)Nationaltidcndc" meldet aus Petersburg, daß der Finanzminister Bark diese Woche nach Paris reist, wo er mit dem französischen Mi ­nister R i b o t zusammentrifft. Beide werden sich darauf nach London begeben, wo sie mit Mac Kenna und Lloyd George Besprechungen abhalten. Wie es heißt, sollen auch ameri­kanische Finanzleute daran teilnehmen. Anr 21. Mai reisen die Abgesandten der russischen Regierung nach Paris zur Teilnahme an der F i n a n z k o n s e r e n z der Ä l l i i c r ten. An der Spitze der russischen Abordnung, der auch meh­rere Minister augehören, steht Rcichskontrollcur Pochrowskp.

Die vierte österreichische KriegSanleihe.

Wien, 15. Mai. lWTB.« Den Blättern zufolge ist das Er­gebnis der heute mittag geschlossenen Z e i chn u n g ans die viert: ö sterreichischeKriegsan leihe, lvenn auch noch nicht voll­ständig übersehbar, jedenfalls wieder außerordentlich g ü n ft i er.

W i e n, 15. Mai. -WTB. Nichtamtlich.) Nach einer vorläu­figen Zusammenstellung erreichte die bisher gemeldeten Zeitig- nungen auf die vierte Kriegsanleihe ungefähr den gleichen Betrae. wie bei der ersten Zählung der Zeichmtng auf die dritte Kriegs­anleihe. Zahlreich? Meldungen, besonders aus der Provinz, sind noch ausständig. Da noch ununterbrochett Zeichtrungen bet allen Zeichnungsstellen einlcmfen, viele Zeichnungen auf Grund von Hypoi.helardarl'ehen schweben und andere Zeichttungen erst in d^-' Abwickcluttg begriffen sind, hat das Futauzministerinnt gestattet, daß die Zeichnungen mtf die vierte Kriegsanleihe noch bis einschließ­lich, Dienstag, den 23. Mai 1916, angenommen werden dürfen

Der türkische Bericht.

K o n st a n t i n o p e l, 15. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Da' Hauptgmrrtier teilt mit:

An der I r a k f r o n t keine Vercnrdermtg.

An der Kaukasusfront unbedeutender Feuerkampf ir einigen Abschnitten.

Keine wichtigen Nachrichten von den übrigen Fronten.

Die Serbentransporte.

Athen, 11. Mai. (WTB.) Meldung des Nettterschen Bu­reaus. Tie^ Gesandten der Ententemächte empfingen keine Verständigung, daß ihre Regierungen die Frage der t er­bt [ cf) e n Truppentransporte als abgeschlossen betrachter

Amerika und England.

New V^rk. 15. Mai. (WTB.) Funkspruch von dem Ver» tptter des Wolffschen Btwemrs. DieNew Bork Sun" sagt in einer Tepeswe aus Mafhingttm, die anscheiiteud amtliche Ankün­digung von Wilsons Llbsicht. an England über das Sta­dium seiner B lochade v ol iti k eine s)l>ote zu sendet!, wird hier für bedeutungsvoll gehalten. Abgesehen von ihrem offen'ickülick menschenfreundlichen Beweggrund, wird der Micht des Präsiden- ten, die diplomatisch? Erörterung mit England, welche währen: des kritischen Stadiums des Unterseelwotstreires zivisckten dett Ber­einigten Staateil und Deuffchlaird zeitweilig rultte. wieder aufzn- ttehmen, in diplomatisckZnt Kreisen Bcdeuttmg beigemesscn.

New Dort,'15. Mai. lWTB.) Funkspruch von dem V>",' tretet des Wolfs-Bureaus. WashingtvTter Depeschen melden: Negierung bereite einen Protest a u England gegen dessen Politik vor, Verschiffungett von Hilfsmitteln des Amerikanistmu. Roten Kreuzes, die für die Mittelmächte bestimmt sind, ausz:: halten. L ans itt g hat einen Brief von dem srüheren Präsidenten Taft erhalten, der jetzt Vorsitzender des Zentralkontitees des Roten Kreuzes ist, in dem dieser solckie Ddaßnahmen dringend for­dort. Tafts Briet liat es zttnt erstenmal an deir Tag geßrocht daß England es wrinell abgelehnt hat, die Erlmtbnis für die Ver­schiffung von Hilfsmitteln an die Nrittelmäcküe zu geben, außer wenn sie für amerikanische Hospitäler itnd sonstige Anstalten be­st int mt sind. Diese Ausnahme, schrieb Tast, sei wertlos, weil in­folge des Mangels an Mtteln das Note Kreuz seit Oktober ver- gangerrcm Jahres in den kriegsichrenden Ländern keinerlei Anstalten unterhalten hat. Taft sagt in dem Briefe:

Die Behörden des amenkanischien fftoten Kreuzes sind der An­sicht, daß gemäß der Genfer Konvention, welche die Bereinigten Staaten uird alle kriegführenden Mächte unterzeickmet haben, die Bereinigten Staaten eilt vertragliches Recht l.xrben, darauf zu be­stehen, daß Artikel, die ausschließlich Kranken uird Verwundeten dienen, in Form von Medizinalartikeln von dem atnerlkanisckZen Roten Kreitz an das Rote >ßreuz der Mittelmächte verschickt nnd nicht als Banltware erklärt lnerden, sondern ihnerr die sichere Ueberführmlg an ihren Bestimmungsort gestattet wird.

Aus China.

Berlin, 15. Väai. (MTB.) Die chinesische Gesandtsck>att teilt über die Lage in China tnit: Trotzdem fünf Provinzen sich für unabbängig erklärt lwben, sdeht fest, daß die Kämpfe nickit fortdauerit. Der Militärgouvcrneur von Nanking, General- feldmarschäll Fona Küvchang utrd der Milltärgonverneur von Anhui, General Ni Shch-Chung, sotvie der Getreralinspetor der Streitkräfte int Nangtsetal, Chang Hsueit, baten gemeinsam den Präsidenten Puan Schikai telegraphisch, auf seinem Posten zr verbleibett. Sie 'haben die Provittzen aufgesordert, vor dem 15. Ma Bertteter zur N a 1 i o n a l k o n f e r e n z nach Nanking zu ent sendet. Es steht außer Frage, daß die politischen Schwierigkeiten aiä friedlichem Wege überivundett tverdett.

Der Rei6)tag§au8ichnß nnd die Ernlihrungsfragen.

Berti n, 16. Mai.

Der R c i ch s ha u s h a l t s a u s s ch n ß des R e i ch s - tage.s trat heute vormittag zusammen, um mit der Pe> ratnng der Fragen der Volksernährung zp beginnen.

Von der F o r t s ch r i t t l i ch e n Volk s Partei wurdi Vertagung beantragt, rveil die Beratung doch nicht den vollen Nutzen haben könne, den sic eigentlich haben müßte, da im Augenblick, nachdem Staatssekretär Tr. Delbrück leider