Ausgabe 
16.5.1916 Erstes Blatt
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^ Die Friedhöf e sind in der Zeit ocmt 16. Mai bis . August von 6 Uhr morgens bis 9 Uhr abends geöffnet.

* liebet öie Todeserklärung Kriegsver­schollener findet sich eine Bnndesratsverordnung im heutigen Kreisblatt.

** Zahlungen an Postkassen mit Scheck und Platzanweisung. Zur Förderung der bargeldlosen Zahlungen ivcrden bei den an Reichsbankplätzen befindlichen Kassen der Reichs- Postverwaltung außer Reichsbankschecken und Postschecken and) Schecke auf Banken, Anstalten, Genossenschaften und Sparkassen sonne Platzanwesiungen in Zahlung genommen, wenn die im Scheck oder in der Platzattwesiung als Bezogene genannte Bank usw. ihre Geschäftsstelle im Orte hat und ein Girokonto bei der Reichsbankstelle des Ortes unterhält. Im Bedürfnisfalle kanu die Annahme von Schecken und Platzmrweisungen auch auf die in der näheren Umgebung der Reichsbankplätze liegenden Orte ausgedehnt werden. Derartige Schecke ufw. können u. a. in Zahlung gegeben werden bei Einzahlungen auf Postanweisungen und Zählkarten, beim Einkäufe von Wertzeichen in: Betrage von mindestens 20 Mk., bei Entrichtung von Fernsprechgebühren, gestundeten Porto betragen, Telegramm gebühren, Zeitungsgeld, Schließfach gebühren. Tie mit Sck»eck eingelieferten Postanweisungen und Zahlkarten werden von den Postanstalten abgesandt, sobald die Reick>sbank den Betrag der Postkasse gutgefchrieben hat. Es ist dafür gesorgt, daß diese Gutschrift möglichst rasch erfolgen kann. Eine vorzeitige Abfindung der Postanweisungen und Zählkarten vor der Gutschrift tritt jedoch ein, wenn die Teilnehmer an dem Verfahren für die von ihnen ausgehenden Postanweisungen und Zahlkarten beim Post- antt bis gatr Höhe der Einzahllrngen Sicherheit geleistet haben. Die von öffentlichen Behörden, Kassen und 2lnstalten sowie von Sparkassen der Kreise, Stadt- und Landgemeinden aufgelieferten, mit Schecken beglichenen Postanweisungen und ZahlkMen werden ohne Sicherheitsleistung vor der Gutschrift der Scheäv abgesandt, wenn sich die Behörde usw. mit der Postanstalt über das ein für allemal zu beobachtende Ernliefirungsverfahven verständigt hat.

** Bienenzucht verein. Die vorgestrige Frühjahrsver- santmlung des Bienenziuchtvereins für Gießen und Umgegend war über Erwarten stark besucht. Es wurde u. a. bekannt gegeben, daß der Preis für Bienenhonig einheitlich pro Pfund auf 1,40 Mark (ohne Glas) für Oberhessen festgesetzt sei. Zum Schlüsse folgten die Besucher einer Einladung des neu gebildeten Eisenbahn-Iwker- vererns und besichtigten dessen herrlich, gelegenen Vereinsbienen­stand.

** Mohns aat. Die große Wichtigkeit, die alle maßgeben­den Stellen, um der Fettnot zu steuern, dem Anbau von Mohn zumeffen, veranlaßt die Nachrichtenstelle der Landwirtschasts- kammer iür die Provinz Brandenburg nochmals und zwar in letzter Stunde, darauf hinzuweisen, daß der Kriegsausschuß für pflanzliche und tierische Oele und Fette in Berlin SW. 7, Unter den Linden 68», Mohnsaat zum Preise von 1 Mark je 1 Kilo­gramm gegen Nachnahme liefert. Da der Mohn möglichst früh­zeitig ausgesäet werden soll, ist nunmehr allerschnellste Bestellung erforderlich.

Landkreis Gießen.

s Bersrod, 16. Mai. Ter Vorsitzende unseres Krieger­vereins, Schreinermeister Philipp Kutscher, starb am 12. Mai den Heldentod. Mit ihm bringt unser Torf sein 12. Kriegsopfer. Gefreiter Jakob Hofmann im Fuß-Art.-Regt. Nr. 18 er- lstelt die Hessische Tapferkeitsmedaille, Musketier Philipp Schnei- der im Inf.-Regt. 81 ein Photographiealbumfür eifrigen Fleiß und reiches Tienstinteresse". Unsere Schüler sammelten 200 Eier für die Lazarette in Gießen.

e. Holzheim, 15. Mai. Ludwig Müller, der den Krieg von Anfang mitgemacht bat, erhielt das Eiserne Kreuz und wurde zum Gefreiten befördert.

--- Hungen, 15. Mai. Vergangene Woche weilte Prinz OsMan Fuad, der Neffe des Sultans, als Gast im hiesigen! Schlöffe. Der Prinz traf mit seinem Adjutanten am Freitag mittag au Automobil hier ein. Nach der Tafel fand zu seinen Ehren ein kleines Konzert statt und später begab sich Prinz Ernst August mit deni Gast -auf die Jagd. Tie Abreise erfolgte am Samstag morgen und« zwar begab sich der türkische Prinz nach Braunfels.

Kreis Büdingen.

Fc. Büdingen, 15. Mai. In Zukrmft dürfen keine Br ot- kar t en oder Marken von nichthessischen Kommunalverbänden oder Gemeinden in Wirtsckiaften oder Bäckereien angenommen werden/ ausgenommen diejenigen des Magistrats Frankfurt a. M. Die Freizügigkeit fremder Brotmarken kann nicht fortbestehen, weil die betreffenden Komnrunalverbände z. Zt. auch hessische Landes-Brot- marken nicht anerkennen.

Kreis Alsfeld.

e. Dannenrod, 15. Mai. Sanitäts-Unteroffizier K ü st e r, »elcher seit Beginn des Krieges im Felde steht, wurde mit dem Hessischen Sanitätskreuz ausgezeichnet.

A Vom vorderen Bvgelsberg, 16. Mär.Mai kühl und naß, füllt dem Bauer Scheuer und Faß" sagt eine altä Bauernregel,kühl aber nicht Ealt, feucht, aber nicht naß", so wünscht sich der Bauer den Mai, so sst er auch heuer, Nachtfrost trat nur einmal ein, ohne Schaden zu tun, deshalb steht es in Feld, Wiesen und Gärten bis jetzt ausgezeichnet. Das Korn hät schone Achten und dürfte noch Ende dieses Monats zur Blüte üomrnen. der erste Klee ist vorzüglich geraten und wftd schon eifrig zur Grünfütterung benutzt, auch der zweite Klee hat durch das feuchte Wetter gute Aussichten genau so wie das .Heu, die Sommerfrucht steht bis jetzt gut, das Kartoffel stecken ist beendet und die Tickwurz zeigen bereits die ersten Blättchen. ylber lvenn dije guten Aussichten nicht verdorben werden sollen, muß bald warmes Wetter eintreten, denn der We^en ist infolge der . kühlen Witterung in einzelnen Gemarkungen eher zurück als vor­wärts gegangen, das Unkraut, besonders die Disteln, treten stellen­weise zahlreich auf, daß Schulkinder zum Ausstechen herangezogen werden müssen, und erst recht die Kartoffeln wollen jetzt warm haben, auch die Erdbeeren in den Gärten, die in selten schönest Blüte stehen, verlangen nach Sonnenschein. Tie Obstaussichten lassen sich allmählich ein wenig genauer übersehen, im allgemeinen dürfte die Steinobsternte mäßig ausfallen, da zur Zeit der Blüte meist kaltes, regnerisches Wetter herrschte, die Kupfer­kessel werden zum Latwergkochen kaum vermißt werden, dagegen haben Frühäpfel gut angesetzt, weniger die Birnen, über die Spät­äpfel läßt sich noch kein abschließeiches Urteil fällen, doch dürfen wir wohl auch hier mit einer Mittelernte rechnen, besonders auch deshalb, weil trotz des Krieges im Herbst fast überall der Frost­spanner durch Anlegen von KlebgürteOt energisch und mit gutem Erfolg bekämpft wurde.

Kreis Lauterbach.

M. Lauterbach, 15. Mai. In der Nacht vom Samstag aus Sonntag wurden dem Müller Krümm elbein auf der Steinmühle an der Alsfelder Straße über einen Z e n t n e r g e -- räucherten Schinken und Wurstwaren aus derFleischkammer gestohlen Dem Täter ist die Polizei auf der Spur, die nach Maar führt und durch einen Polizeihund verfolgt wurde.

Kreis Friedberg.

Bl. Fried borg, 15. Mai. Oberpostschaffner Adolf Schauer mann von hier tritt am 1. Juni nach 40 jähriger Dienstzeit in den wohlverdienten Ruhestand. Karl Haustein, Sohn des Mechanikers Christian Haustein, seit Beginn des Krieges nn Feld, wurde die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen, ebenso Heinrich Mehring, Sohn des Gastwirts Heiärich Mehring, im Ulanen-Regiment Nr. 6.

LI. Friedberg-Fauerbach, 15. Mai. Den Heldentod starb int 22. Lebensjahre Karl Sang, Sohn des Rangiermeisters Sang von hier, Gefreiter im Feld-Art.-Regt. 61.

A Bad-Nauhei nt, 16. Mai. Auf Befehl des Groß- herzogs erging an die österreichisch-ungarischen, türkffchen und bulgarischen Offiziere, die als Gäste des Deutscheit Genesungs­heims in Wiesbaden und Bad-Nauheim weilen, eine Ein ladung auf Somttag abend zu einer Festvorstellung im Großh. Hof- theater zu Darmstadt. Es ivurdeCarmen" gegeben. Bor Be­ginn der Vorstellung wurden die Gäste durch Oberkammerherr Ex­zellenz Port Riede fiel und Generalmtertoant .Tsr. Eger im

grünen Foyer empfangen. 9Lach dem ersten Akt liehen sich die Großh. Herrschaften, die unter Führung von Oberst von Friede- burg und Beigeordneten Borgmann aus Wiesbaden, und Oberftnanzral Bal s e r und Badedirektor Baurat von B o e h - m e r aus Bad-Nauheim erschienenen Gäste vorstellen, woraus im Prinzen-Fv)er ein Imbiß gereicht wurde. Es herrschte unter den Geladenen einstimmige Anerkemiung und Freude über die muster­gültige Vorstellung und den überaus freundlichen Empfang. Vor ihrer Abreise durfte Oberst von Friedeburg für die aus Wies­baden und Baurat von Boehmer für die aus Bad-Nauheim er­schienenen Offiziere dem Großherzog den Dank aussprechen.

LI. N i e d e r - W ö l l st a d t, 16. Mai. Dem Leutnant Georg P f l rr g vorr hier, Inhaber der Hessischen Tapferkeitsmedaille, wurde das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen.

Bl. Nieder-Weisel, 16. Mai. Dem Unteroffizier Löwen- st e i n wurde das Eiserne Kreuz 2. Klaffe verliehen. Die Hessische Tapferkeitsmedaille erhielt er schon vor längerer Zeit.

LI. Ockstadt, 16. Mai. Der Gefreite Nikolaus Klein II. von hier erhielt das Eiserne Krei>z 2. Klasse.

Bl. Ossenheim, 16. Mai. Der Oberförster Maul von hier, Sohn des' Bürgermeisters Maul, Leutnant und Kompaanie- führer im Reserve Infanterie-Regiment Nr. 40, wurde zum Ober­leutnant befördert. Ter Pionier Karl Heller, der vor einigen Wochen mit dem Eisernen Kteuz ausgezeichnet wurde, erhielt jetzt noch die Hessische Tapferkeitsmedaille.

LI Vilbel, 16. Mai. Wilhelm Lehr wurde das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen.

Bl. Wohnbach, 16. Mai. Ter Ersatz-Reservist Rudolf Wolf, Prokurist der Landwirtschaftl. Bezugs-Absatz-Zentrale zu Friedberg, erhielt das Eiserne Kreuz 2. Kt. Er steht seit September 1914 im Felde.

Kreis Wetzlar.

rru Wetzlar, 14. Mai. Der Stadt Wetzlar sind für diese Woche durch den Kreisviehverband zugewiesen: 9 Rinder, 19 Schweine und 20 Kälber.

Wetzlar, 16. Mai. Im Dom wurde unter starker Be­teiligung der evangelischen Gemeinde die feierliche Einführung des neuen Stadtpfarrers Schmidt aus Jselburg vollzogen.

r». Holz Hausen, 15. Mai. Unteroffizier Karl S ch nt i d t (Res.-Artitlerie-Regt. Nr.33, wurde mit dent Eisernen Krenz ausgezeichnet.

r». H e r nt a n n st e i n , 1b. Mai. Ersatz-Reservist Wilhelnt Zehner, Res-Jnf.-Regt. Nr. 251, starb den Ehrentod.

Starkenburg und Nheinhessen.

D a r m ft a d t, 15. Mai. Der Darmstädter Hausbesitzer- Verein hielt dieser Tage seine diesjährige Hauptversammlung ab, in welcher der Vorsitzende, Stadtv. v. Hessart, ausführlichen Bericht über die Lage des Haus- und Grundbesitzes in Darmstadt erstattete und u. a. feststellte, daß nach der vom Verein veranstal­teten Erhebung über die Mietsgeldverluste festgeftellt wurde. daß in Darmstadt während des ersten Kriegsjahres in rund 1400 Häu- sern die Besitzer einen Mietsausfall von rund 625 000 Mark erlitten haben. Der Hausbesitz konnte aber trotz dieser schweren Einbußen bisher seine Ab gäbe pflichten erfüllen und auch bei Hypothekschwierigkeiten Zwangsmaßnahmen gegen Vereinsmit­glieder verhüten. Im Laufe der weiteren Beratung wurde von alten Rednern die Errichtung einer H a u s b e s i tz e r k a m m e r , ähnlich der Landwirtschaftskammer, für dringend notwendig erklärt. Da der Vorstand sich bereit fand, sein Amt bis zum nächsten Jahr beizubehalteu, konnte von einer Vorstands-Neuwahl Abstand ge­nommen werden.

^ ch. C"rb a ch im Rheingau, 15. Mai. Mit dem heutigen Tage nahmen hier die diesjährigen Weinver st eige­rungen der dem Verbände deutscher Naturwein-Verstei- ever angeschlossenen Bevernigung Rheinaauer Weinguts- esitzer ihren Anfang. Im vergangenen Jahre hatte die Ver­einigung keine Weinversteigerungen. Den Anfang machten die Ausgebote wie fast immer mit der Weinversteigerung der Administration des Prinzen Friedrich Heinrich von Preußen zu Schloß Reinhartshausen in Erbach. Ausgeboten wurden 50 Nummern 1908er, 1911er, 1913er, 1914er und 1915er Schloß Reinhartshansener, Erbacher und Hattenheimer Weine. Sämtliche Nummern wurden bei flottem Geschäfts­gang zu hohen Preisen zugeschlagen. Die höchsten für das Stück erzielten Preise beliefen sich für 1908er auf 29 200, 1911er auf 5780 , 8240, 10 000, 10 020, 10 060, 1913er 4220 1914er 4120, 1915er 7000, 7200, 7600, 8280, 8800, 9800, 10020, 10060, 12100, 12 240, 13 000, 13 260, 13600 und 16 820 Mk. Bon dem 1908er kostete also das Liter Wein rund 25 Mk.

Hessen-Nassau.

Eine achtzigjährige Fürstin.

--- Frankfurt a. M., 16. Mai. Das älteste Mitglied des preußischen Königshauses/ die Landgräfin Anna von Hes­sen, geb. Prinzessin von Preußen, vollendet morgen bei großer geistiger Frische und körperlicher Rüstigkeit das 80. Lebensjahr. Sie ist die Witwe des' am 14. Oktober 1884 verstorbenen Landgrafen Friedrich von Hessen, mit dem sie sich am 26. Mai 1853 zu Char­lottenburg vermählte. Der Ehe entsproß der am 1. Mai 1868 auf Schloß Panker geborene Prinz Friedrich Karl von Hessen, der Ge­mahl der Prinzessin Margarete von Preußen, der Schwester des Kaisers. Die Tochter der greisen Fürstin, Prinzessin Sybille, ist mit dem Freiherrn Friedrich von Vincke auf Haus Retters bei >Fischbach i. T. vermäblt. Zwischen der Landgräsin und ihren Kin­dern besteht ein sehr herzliches Verhältnis. Vor mehreren Jahren trat die Landgräfin zur katholischen Kirche über, ein Schritt, der damals großes Auffeliten erregte und zu einer Entfremdung mit dem Berliner Hofe führte. Noch heute unterhält die Landgräsin in ihrem schönen Frankfurter Heint rege Beziehungen zu der Frank­furter Gesellschaft. Den Sommer verbringt sie meistens auf Schloß Adolfeck bei !Fulda, der ehemaligen Sommerrefidenz der Fuldaer Fürstbischöfe.

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1> Marburg, 16. Mai. In der gestrigen Stadtver- o rdneten s i tz un g gaben die Stadtverordneten einem Tausch­vertrag mit Exzellenz von Behring die Zustimmung, der dahin geht, -daß erfterem zur Anlegung einer dem öffentlichen Verkehr dienenden Fahrstraße von der Schutzhütte Annablich nach Marbach städtisches Gelände gegen solches, welches an den Dantmelsberg grenzt «und Exzellenz v. Behring gehört, zur Verfügung gestellt wird. Das der Stadt gehörige Waldgrundstück wird besonders ver­gütet. Der Erwerb der Geländeflächett am Dammelsberg ist ein aller Wunsch der Stadt.

r». Biedenkopf, 15. Aiai. Leutnant d. Res. Fritz Funk, Unteroffizier Karl Funk und Gefreiter Wehrmann L. Vogt »vurden mit dent Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Vizefeldwebel Karl Werner aus Homertshaujeu (Jnf.-Regt. 88) wtwde mit dent Eisernen Kreuz erster Klaffe ausgezeichnet.

r». O b e r s ch e l d , 15. Mai. Der hiesige Bahnhof erhält jetzt dem Bedürfnis entsprechend ein Entpfangsgebäude mit an- geballtem Güterschuppen.

A Frankfurt. 16. Mai. Ueberrascheudc Wirkung hat, wie dieFrankfurter Nachrichten" schreiben, die Anorduung des Kvmntandierendett Generals, die in der Stadtverordnetensitzung veröffeirtlicht wurde, und hie in Aussicht stehende Bestandsauf- nahnle von Fleisch und Wurstwaren. Plötzlich' sind wieder alle mög- lichett Wurstsorten zmn Borschiein gekommen Gestern war von der bisherigen Knappheit an Würsten. Schinken, Speckseiten, Kvnserven- sleisch usw'. nichts mehr zu merkst, nur hatte die Wäre den Nachteil, daß sie sehr teuer tvar, weil sie weist aus dem Ausland stantmte. T!och korrnte man gestern nachmittag ivieder ein Stück Wurst ohne Vermittlung der Stadt nrrd. e!*ne Fett karte bekommen, und diese angenehnve .Wirkmtg ist zweifellos das Verdienst des Kommandierenden Gienerals sowie des Oberbürgermeisters, die mit ihrem Vorgehen eine dankbar zu begrüßende Besserung der Nahrungsmittelversorgnng herheiseführt haben.

= Frankfurt a. M, 16. Mai. Lctndgevichtsdirektor Dr. Komorowski, der heute den Vorsitz in der Straf­kammer geftchrt hatte, neigte sich, als er eben das letzte Urteil verkünden wollte, plötzlich nach vorn über und war tot. Ein Herzschlag hatte ihn getroffen. Der als Jurist und Mensch sehr geschätzte Herr hat ein Alter von 54 Jahren erreicht.

X Hanau, 15. Mai. Bei der behördlich an geordneten Kar- toffelbestandsaufnahme im Herbst v. I. hattet: eine Anzahl Lattd- wtrte des Dorfes Aufenau ihre Vorräte zu gering angegebett, so daß bei der Nachprlffung sich ein Akehrvorrat von 547 Zentner er­gab. Die Folge war, ^daß 32 Landwirte Geldstrafen von 25100 Mark erhielten. 16 Lmtdwirte bean-ttagten gerichtliche (Ättschei- dung und erzielten vor dem Sckwffengericht Bad Orb Freisprechwng. Durch die vom Staatsanwalt eingelegte Berttfung gelangte die Sache vor die Strafkammer Hanau, die 14 der Angellagten zu ins­gesamt 2175 Mark Geldstrafe verurteilte und zwei der Ange­klagten fveisprach.

Bl. Wink-ecken, 16. Mai. Den Heldentod starb am 3. Aprst der Schulverwalter und Leutnant der Reserve Friedrich St oll, Sohn des Käufinanns Jakob Stall van hier. Ter so früh aus dem iLeben Geschiedene war an verschiedenen Orten Hessens, zuletzt in Graßen-Buseck, Kreis Gießen, als Lehrer tätig. Er war beliebt ber allen die ihn kannten.

r . ob. K a m p a. Rh., 16. Mai. Die ersten reifen Kirsche n ftnb hier jetzt schon geerntet worden. Es dürfte nicht länger als zehn bis vierzehlt Tage bis ztutt Begittit der Frühkirschenernte dauern. L,ie Spätkitschen sollen mit der Blüte in die kalte, nasse Witterunc geraten und bei dem darauf folgenden heißen, trocketten Wettet durchgefallett sein.

Lohr, 16. Mai. Auf der Bahnstrecke Lohr-Neuendorf ge­riet während der Fahrt ein mit Torf beladeiter Eisenbahn­wag e it i lt Brand. Der brennende Wagen wurde in die hiesige Station -gebracht, wo es itach stundenlattgett Bemühungen gelang des Brandes Herr zu werdett.

cd. Vom Mittelrheitt, 16. Mai. Wieder sind vier Schraubenboote, welche die NameitKarl^,Minna", Otto I." undAlma" trägen, auf der ersten Vergreise beit Rhein bergauf gefahren, um durch den Maitt und beit Ludwigskanal die Donau zu gewinnen, wo sie die dortige Flotte verstärken sollen.

Univerfiiäts-Nachrlchten.

0 Marburg, 15. Mai. Das So m mersemestet an der hiesigen Uuiversität ist im Gegensatz zu den vorhergegangeneu drei Kriegssentestern, gut besucht. Für das Jahr 1916/17 sind die beidett Kommissionen für die Vor- und Hcruptprüfnng der Nah­rungsmittel-Chemiker für Hessen-Nassau late folgt bestimmt worden: Vorsitzender der beiden Kommissionen ist der Kurator der hiesigen Universität, Geh. Ober-Reg.-Rat Hassenpflug, Mitglieder der ersteren die Geh. Reg.-Räte Professoren Dr. E. Schmidt, Dr. A. Meyer, Dr. v. Auvers, Dr. Richarz, Mitglieder der letz­terst die beiden erstgenannten Herren und Privatdozent Dr. Keller. Dem an die Universität zu Konftantinopel be­rufenen hiesigen Privatdozenten der philosophischen Fakultät, Tr Obst, wurde der Professorentitel verliehen.

Märkte.

io. Frankfurt a. M., 15. Mai. Frucht- und Fntter- m i t t e I m a r k t. Geschäft sehr still, Besuch schrvach, Preise werden nicht geitannt. Ditrch den günstigen Weidestand sind Futterartikel vollständig vernachlässigt. In Saatkartoffeln ruht das Geschäft ebenfalls.

ko. Frankfurt a. M., 15. Mai. Kartoffelmarkt. Kartoffeln iit loser Ladtutg per 100 Kilograntm ab Versandstation 10,60 Mk. 'bet Abnahme von mindestens 500 Kilogramm.

Amtlicher Wetterbericht.

Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Mittwoch, den 17. Mai 1916 Wechselnd bewölkt, meist trocken, tagsüber etwas wärmer.

Letzte Nachrichten.

Denizelos gegen die Dynastie.

Athen, 16. Mai. Venizelos veröffentlicht heute in seinem OrganKyrix" einen Artikel, in dem er noch einen Schritt weiter geht und das tut, was^er bisher nicht wagte, näm­lich seine anttdynostischen Gefühle selbst öffentlich zu betätigen. Er sagt unter anderem: Griechenland mtt seiner historischen Ver­gangenheit könne sein Schicksal nicht durch die Ideen eines Men­schen, der das Glstck habe, zum König geboren zu sein, und dessen Umgebung nicht gut sei, bestimmen lassen. Die Presse stellt in bezug auf diese Auslassungen fest: Venizelos gibt hiermtt offen­kundig zu, den Weg der revvlutioktären Umtrrebe, den er schon früher in Kreta befchritten habe, wieder betreten zu haben.Esvc- rini" erfährt, Venizelos werde wegen seiner )leußerung sich vor Gericht zu verantworten haben. Wie bekanrtt, schtvebt gegen die Redaktion des ,Kyrix" beretts ein gerichtliches Verfahren wegen Beleidigung und Verleumdung der griechischen Armee. Die Entrüstung gegen dies'es unvaterländische Vor­gehen Venizelos in allen Kreisen ist allgemein und stark.

Die Nachricksten aus Saloniki über das unerttägliche Verhalten d>er serbischen Armee, besonders der Offiziere, werden bestätigt. Bei jcter Gelegenheit äußern serbische Offiziere, aus zynische Weise, sie betrachten Saloniki als zukünftige Hauptstadt Serbiens. Die Erbitterung in griechischen militärischen und zivileit Kreisen, die sich bewußt sind, Serbien soweit wie möglich Gastfteundschast und Erleichtermrgent gewährt zu haben, und die als Dank nur .Flecktychhus, Cholera und jetzt,obendrein llnverschümt- heiten bekamen, ist groß. Die hiesige ftanzössiche Propaganda hat wieder mit großer Kraft emgesetzt.

Die amerikanisch-englischen Verhandlungen.

Amsterdam, 16. Mai. DieTimes" lassen sich aus Washsitgton kabeln, daß mit einem neuen Protest Wilsons gegen die englische Blockade nicht zu rechnen sei. DieTimes'" erwarten vielmehr, daß die amerikanisch-englffchen Verhandlungengänzlich auf die lange Bank geschoben werden". Später werde dann eine gemischte Kommission entsprechend dem mit Bryan geschlossenen Verttage von 1914 die Meinungsverschie- denhetten regeln.

Eine neue Anleihe in Amerika.

Bern, 16. Mai. (WTB.) DieNeue Zürcher Zeitung" zufolge wurde eine neue französische Anlerh-e mit der amerikanischen Bankfirma I. P. Morgan u. Co. unter­zeichnet. Frankreich erhalte 100 Millioneit Dollars aus 3 bis 5 Jahre gegen 6 Proz. Zinsen einschließlich Bank­provision und gegen Hinterlegung eines Faustpfandes an neutralen Börsenwerten.

Berichte von lieberlebenden derChmric".

Amsterdam16. Mai., Tie gerettete Besatzung des angeblich torpedierten Dampfers der White Star LineCymric", dte vorgestern in Liverpool ^ankam, gibt folgende Darstellung der Katastrophe:DieCymrie" sank 160 Mmlen westlich Liverpool infolge einer Explosion im Maschinenrarmt. 107 Mann der Be- satztntg ginget: in die Boote imd hielten sich mehrere Stunden! lang neben dem langsam sinkenden Schiff. Ein holländischer Tamp'fer empfing die drahtlvseit Hilferufe derCymrie" und eilte zu Hilst. Die See ging sehr hoch und die Mannschafi konntti aus den Booten nicht übernommen werden. Die Versuche, die noch immer schwintmendeCnmric" in den Hafen von Bvutry Lu schleppen, mißglückten. DieCymrie" jft gesunken.