Ausgabe 
11.5.1916 Erstes Blatt
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Erstes Malt <66. Jahrgang

Donnerstag, « Mai <9<6

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Ohechchm

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Die «Manische Antwort und ihre Mfnch« in DeutWm:

(WTB.) Grobes Hauptquartier. 10. Mai. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

In den Argon neu versuchte der Feind im Anschluß an eine Sprengung in unsere Gräben einzudringen. Er wurde zurückgeschlagcn.

Südwestlich der Höhe 30 4 wurden feindliche Vor­truppen weiter zurückgedrückt und eine Feldwache aufgehoben. Unsere neuen Stellungen auf der Höhe wurden weiter aus-

gebaut.

Deutsche Flieger belegten die Fabrikanlagen von D o m b a S l e uild R a o n l'E t a p e ausgiebig mit Bomben.

OestlicherKriegsschauplatz.

Südlich von Garbunowka (wesllich von Dünaburg) wurde ein russischer Vorstoß auf schmaler Frontbreite unter schweren Verlusten für den Gegner abgewiesen.

Balkan-Kriegsschauplatz.

Keine besonderen Ereignisse.

Oberste Heeresleitung.

Die deutsche Regierung hat sich noch nicht darüber ge­äußert, ob der von Reuter veröffentlichte Wortlaut der ameri­kanischen Note in allen Einzelheiten richtig ist, aber die deut­sche Presse beschäftigt sich mit Wilsons Antwort als etwas Gegebenem. Zumeist wird dabei der überlegene, höhnische Ton kritisiert, in dem Herr Wilson nach Berlin zurückgeschrieben hat. DiePost" spricht von einerwEselstritt", derDeutsche Kurier", dieNationalzeitung" vcrrnerken ebenfalls denun­holden Ton", der uns aus Washington kommt, und auch Matter wie dasBerliner Tagebl." finden die Lage, in die unser Reichskanzleramt durch die Wilsonsche Antwort versetzt wird, etwas ungemütlich. Sachlich wird zu­meist daraus hingewiesen, daß die Auseinandersetzung sich auf den zweiten Teil der deutschen Note vom 4 . Mai zugespitzt hat, wonach wir von Amerika erwarten", daß es auch Eirgland zur Befolgung der völker­rechtlichen Grundsätze nötigt. Was der amerikanische Präsident darauf gesagt hat, ist für uns die Hauptsache. Wir haben gestern dcwgetan, daß er uns, nachdem Wortlaut seiner Note, ausgewichen ist, daß Herr v. Bethmann Hollweg zwar nicht gezwungen ist, Amerika zu bestätigen, daß er keine Bedingun­gen gestellt habe, daß es aber ein wenig tröstlicher Zustand ist, bei Wilsons höchst zweifelhafter Geneigtheit. die deutschen Er­wartungen zu erfüllen, sich wartend zu begnügen. Einige Blätter trösten sich damit, daß eines Tages der deutschen Ne­gierung nach ihren eigenen Worten nwglicherweise die Ent­schluß freche it wiederkehren iverde und daß Wilson diesen Standpunkt mit stinenFeststellungen nicht aus derWelt schaffe. TieKreuz z ei tun q" und dieDeutsche Tageszeitung" halben an ihren, alten Standpunkte fest; dieTägliche Rundschau" verweist Wilson auf den Wortlaut im 2. Teil der deutschen Note und ermuntert den Reichskanzler mit folgendem Satz: Das ist ein goldenes Wort, uns ein Besitztum von ernst­hafter Zuversicht. Das Wort, sie sollen lassen stah'u". In der Tat, darum wird es sich drehen: das Wort sie sollen lassen stäh'n; Deutschland erwartet von Amerika energische Schritte, es nötigt Herrn Wilson nicht zu einer entsprechenden sofortigen Zusage, aber es ist bereit, später­hin nach seinen Worte,; auch zu verfahren. Jede Ab- schwächung dieses Willens der deutschen Regierung wäre unerfreulich, und darum hat derDeutsche Kurier" nicht unrecht, wem, er schreibt:

Was mir aber nicht begreifen, boS ist die Haltung eines Teiles der deutschen Presse. Daß der Schlußpassus der deutschen Note, der von dem eben berührten Thema handelt, drüben nicht be­sonders angenehm empfunden werden würde, war unschwer voraus zusehn,. War es aber aus diesem Grunde nötig, daß eine Reihe deutscher Blätter, allen voran wieder diejeni­gen urit den, offiziösen Gesichtswinkel, sich beeilte, dem deut-» scheu. Volke zu versichern, in den SchluMtzen der deutschen Note, in denen sich die Deutsche Regier,mg die Freiheit ihrer Entschließungen für den ,Fall der Ergebuislosigkät der ame­rikanischen Verhaudttrngen mit der Entente Vorbehalt, sei auch nicht -einmal der Schatten einer Bedingung zu entdecken? War es wirklich erforderlich, daß man foent In- und Aus lande dieses wenig erbauliche Zeichen der plötzlichen Angst vor dem eigenen Vttfte gab? Tie Zuversicht, daß die Deutsche Regierung nach ihrem geäußerten Grundsatz verfahren wird, bildete den letzten Trost für alle diejeni­gen, die sich schweren Herzens in das Unabänderliche geschickt ha­ben. Diese Zuversicht wollen wir uns auch jetzt nicht raubest lassen. Weder gestern durch dieFrankfurter", noch heust durch die genialen Darlegungen in derUeber-Norddeutschen", dem Welt-Lokalanzeiger Scherlschen Angedenkens.

TieK-ölursche Zeitung" führt aus:

Trotz seiner Weigerung, 'die Dinge iM Zusammenhang zu sehen, wird Präsident Wilson nicht umhin können, auf die nunmehr ein halbes Jahr hinausgeschobene Antwort Englands und auf seine große Beschwerdenote zmrückEinkommen. Jedenfalls än­dert Wilsons dlntwort nichts an der deutschen Erklärung, mich der für uns ein ganz enger Zusammenhang zwischen Englands völker­rechtswidriger Mokadepolitik und unserem Tauch-Boot-K rieg be­steht.

TieKölnische V o l k s ze i t u n g" schreibt:

Das tüchtigste ist folgendes: Präsident Wilson lehnt es ab, zu sagen, daß er jetzt in den, verlangten Sinne an England heran- jltftfcn, wird und erklärt, daß das deutsche Zugeständnis aufrecht-

crhalten werden müsse, ganz gleichgültig, ob er Verhandlungen mit England anknüpfe und wie breie verlaufen, oder zu welchem Ergebnis sie führen. Damit ist gewiß Noch nicht gesagt, daß Wilson die verlangte Einwirkung auf England nicht versuchen werde. Er lehnt nur eine Zusage, ab, indem >er die Pflicht eines solchen Vor­gehens nicht anerkennen will. Wenn es Wilson nicht gelingt, ein Ergebnis zu erzielen, so wird eS dabei sein Bewenden haben. So dürfte sich die Sachlage zukünftig gestalten. Es wird uns nichts übrig bleiben, als sich mit ihr abzusinden, so gut es uns gelingt. Für Wilson kommt jetzt nicht nur in Betracht, daß er einen großen diplomatischen Erfolg erzielt, den er nach straften für seine innere Politik ausnutzen wird, sondern daß jetzt auch seine Wiederwahl als Präsident gesichert erscheint, so daß er jedenfalls bis zum Ende des Krieges Präsident per Vereinigten Staaten bleibt und wir wäh­rend des ganzen, noch kommenden Kriegsverlaufes mit ihm rechnen müssen.

Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.

Wien, 10. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 10. Mai 1916.

RussischerKriegsschauplatz.'

In Ostgalizien und Wolhynien andauernd erhöhte Tätigkeit bei den Srcherungstruppen.

Keine besonderen Ereignisse.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Nachdem der Feind schon gestern einzelne Teile des Görzer Brückenkopfes und der Hochfläche von Doberdo leb­haft beschossen hatte, setzte er heute ftüh mehrere Angriffe gegen San Martina an. die alle abgewiesen wurden.

Auch an der Kärntner und Osttiroler Front kam es stellenweise zu einer erhöhten Artillerietätigkeit.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Unverändert ruhig.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs i / J ü! v. Höfer, Feldmarschalleutnant.

.» * *

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Der französische Bericht.

Paris, 10. Mai. Französische Berichte vom 9. Mai. 3 Uhr nachm.: Zwischen der Oise und der Aisne schlugen wir einen auf eines unserer Werke südöstlich von Autröches gerichteten Handstreich zurück. In den Argonnen, in der Gegend von Bolande nahmen tvir zwei kleine Posten, bereit, Verteidiger getötet wurden, und wir besetzten vor diesem Vosstu mehrere Trichter. Auf dem linken User der Maas bombardierte der Feind wälzend der ganzen Nacht heftig die Schützengraben von Punkt 304. Der heute morgen gegen drei Uhr angesetzte deutsche Angriff wurde vollständig zurück- geschlagen. Aus dem rechten Ufer ermöglichten uns nächtliche Gegenangriffe, den Feind ans einigen Teil stücken erster Linie, die er nordwestlich des Gehöftes von Thiaumvnt nvch besetzt hielt, zu vertreiben. Anhaltende Beschießung unserer Linie zwischen Donau- mvnt lmb Vcrux und in den Abschnitten von Gix mtb» von Chatillon- en-Woevre. Handgra Notenaustausch im Walde von Aprömcmt so­wie im Tale der Fecht. Während der Nacht war verhältnismäßige Ruhe aus dem Reste der Front.

11 Uhr abends. In der Champagne beschoß unsere Artillerie die deutschen Schützengräben Und Batterien nördlich von Bitte sur Tourbe und die Verbindungen des Feindes in der Gegend von! Svmmepy. Ans dem linken User der Maas ivar das Bombarde­ment weniger lebhaft im Lause des Tages. Ein gegen einen Gra­ben westlich von Punkt 304 gerichteter Llngriffsversuch des Feindes wurde durch unser Sperrfeuer glatt aufgehalten und konnst nicht debouchieren. Auf dem rechten Ufer und in der Woevrc zeitweilig aussetzender Artillcrielampf. Aus letzten Nachrichten er­gibt sich, daß die Deutschen in der Nacht vom 8. zunr 9. Mai in der Gegend von Punkt 304 drei sehr heftige Angriffe unternahmen, die mit großen Truppenbeständen geführt wurden, den einen, der im Eommunigue von heute vormittag gemeldet wurde, auf unsere Stellung von Punkt 287, den anderen aus unsere Gräben im Nordosstn von Puntt 304 und endlich den letzten auf den Wald westlich des genannten Punktes. Me diese Angriffe wurden ge­brochen durch unser Feuer und kosteten dem Gegner sehr ernstliche Verluste. Unsere Batterien nahmen Verpflegungskvlonnen und feindliche Abteilungen auf der Straße von Essey nach Bahonville (nordwestlich von Pont-K-Mousson) unter Feuer.

Der türkische Bericht.

Konstantinopel, 10. Mai. (WTB.) Bericht des Haupt­quartiers: An der Jrakfront keine Veränderung.

An der Kaukafusfront machten wir in örtlichen Kämpfen, die sich auf dem rechten Flügel und im Zentrum abspielten, eine An­zahl Gefangene und Beute. Im Zentrum wurde der Angriff einer feindlichen Kompagnie mit für sie großen Verlusten zurückgeschlagen. Im Abschnitt von Bitlis keine Veränderung. Infolge eines über- rascl?enden Angriffs, den wir im Abschnitt von Kirvaz, ungefähr 40 Kilomieter Nordwestlich dm, Mouche, auf eine feindliche Abteilung unternahmen, wurde der Feind in Richtung auf Kirvaz zurückge­worfen. Er verlor dabei an 50 Mann und ließ auch eitrige Beute in unseren Händen. Im Zentrum mußte eine Streftnmcht von 2 Kom­pagnien, die auf den Abhängen des Berges Bathli, fünf Kilometer rrordöstlich des Berges Kope bemerkt worden war, den Rückzug an- treten, nachdem sie schwere Verluste erlitten hatte. Wir machten hier eine Anzahl Gefangener. Auf dem linken Flügel beschäftigt sich der Feind in der Küstengegend in einzelnen Abschnitten mrt Be­festigungslagen.

Als Vergeltungsmaßregel gegenüber der russischen Flotte, die offene Städte und Dörfer an der anatolischen Küste beschießt und harmlose Segler und Fisck rboote zerstört, vernich, etc t Kreunr Midilli" zwischen (Betai;., I u-cb Eupaxoria 6jn *>u:

4000 Tonnen und eine Anzahl Segelschiffe.

Am 25. April begann ein feindlicher Monitor, unterstützt durch die Beobachrung zweier Flugzeuge, unmittelbar ösllich der Insel Jmbros die Umgegend von Sedd-ül-Bahr zu beschießen. Aber eines unserer Kampfflugzeuge zwang ihn, nachdem es die feindlichen Flugzeuge in die Flucht geschlagen hatte, sein Feuer emzustelleu, nachdem er zehtt Geschosse ohne Ergebnis gefeuert hatte. (£in feind- lichesEWachlschiff, das westlich Keuch- Ada in den Gewässern von Sinyrua erschien, wurde von unserer Artillerie unter Feuer genom­men. Ein Geschoß traf, wie beobachtet wurde, das Schiff, explodierte an dessen Bord uird zerstörte dabei die Laufbrücke des Kommau- bantnt. Es zog sich dam, in Richtung auf Samos zurück. ^

Zwei unserer Flugzeuge warfen mit Erfolg am 25. April morgens auf Lager, Llusbesserungsdock und das feindliche Petro- leumlager Bomben und kehrten unbeschädigt zurück.

Die letzten englischen Berichte vor der Uebergabe von Kut-el-Amara.

London, 10. Mai. (WTB.) Der Korrespmrdent des Reuter- schen Bureaus bei den britischen Stteitkräften in Mesopotamien meldet folgende Einzelheften über die Uebergabe von Kut-el- Amara: Die letzten Berichte, die von General Tvwnshend am Morgen des 29. dlpril eiiürafeit, lauteten folgendermaßen:

1. Bericht: Ich habe meine Kanonen zerstört. Ter größte Teil der Munition ist unbrauchbar gemacht worden. Tie Offiziere haben sich zu Halft begeben, um ihm zu sagen, daß ich bereit bin, mich zrt ergeben, daß ich Lebensmittel haben müsse und daß ich mich nicht lange würde halten können. Ties wurde Halil Pascha mitgeteilt. Eine Offiziersdepüftatton fuhr mit einer Barkasse aus, un, Lebensmittel von dem Schiffe zu holeu, das am 24. April ausgesandt wurde, um der Besatzung von Kut-el-Amara Lebens­mittel zu bringen.

2. Bericht: Ich habe die weiße Flagge auf dem Fort utrd der Stadt Kut-el-Amara gehißt. Die Wache wird von einem türkischen Regiment, das unterwegs ist, bezogen. Ich werde binnen kurzem den Apparat für drahtlose Telegraphie. zerstören. Tie Trirppen begeben sich irachmittags 2 Uhr nach dem Lager bei Shamram. General .Halit hat die Parlamentäre empfangen. Er sagte, er wünsche, daß die Besatzung gut mit Lebens­mitteln versorgt werde und daß vor allem Townshend, von dem er mit der größten Bewunderung sprach, es nach allen Entbehrungen so gut wie möglich haben solle. Er nahm den Vor­schlag an, den britischen Gefangenen Lebensmittel zu schicken, und drückte sein Leidwesen darüber aus, daß die Vorräte nicht größer seien. Gestern schickten wir zwei Leichterschiffe mit Lebensmitteln ab. Gemäß der Vereinbarung, die Kriegsgefangenen auszu wachse ln, sind jetzt 777 imrserer Kranken und Verwundeten in Schiffen ndch unserem Lager unterwegs, die anderen 700 werden binnen kurzem erwartet, (sin anderer Punkt der von unseren Unterhändlern zur Sprache gebracht wurde, war, zu ersuchen, die bürgerliche Be­völkerung von Kut-el-Amara, die durch die vis majore gezwungen war, dort zu bleiben, nicht zu besttafen. Halil Pascha sagte, daß er das nicht beabsichttge. Tie Behandlung der Bevölkertmg würde von ihrem Verhalten äbhchrgen. Er könne sich zu nichts ver­pflichten, habe aber nicht die Wsicht, jemanden zu verfolgen oder hängen zu lassen.

Kut-el-Amara hielt sich bis zur äußersten Grenze der Aus­hungerung. Vom 16. ^April an war die Garnison auf eine Ration von vier Unzen Mehl und Pferdefteifch angewiesen. Während des ersten Monats der Belagerung kämvfte die Garnison um ihr Leben und ftirchtete nur, daß die Mimition zu Eude gehen würde, ehe eine Eiftsatzkolonne käme. Die Belagerten erwarteten, daß die Verstärkungen, die in Basrah zusainmengezogen wurden, irn- stande sein würden, die Türken zu vertreiben. Diese ganze Zeit über erhielten die Soldaten volle Rattonen. Sobald die Enlsa?.- truppen von Aligarbi anttickten, nahm der Truck ab, den der Feind auf Kut-el-Amara ausübte. Von da an brauchte man nicht mehr zu befürchten, daß die Munitton ausgehen würde. Nach der Schlappe von Orai, entstand Besorgnis wegen der Lebensmittel. Die bürgerliche Bevölkerung blieb in Kut-el-Amara. Diejenigen, die die Stadt beim Beginn der Einschließung verließen, waren von den Türken anfgekirüpft oder erschossen worden. Die Türken ließen uns wissen, daß sie jeden hinrichten wirrden, der trachte, aus der Stadt zu entkommen. So kanwn zur Garnison noch 6000 Personen, die ernährt werden mußten. Am 24. Januar wirrden aber große Getreidevor^ate meist in den Kelürn der Häuser entdeckt, requiriett und bezahlt. Hierauf vermochte die Garnison drei Monate lang von etwas vermmdertett Rationen zu leben. Die arabische Bevölkerung, die sich friiher selbst ver­sorgte, erhielt dieselben Rattonen wie die brittschen Soldaten und Sep-oys. Die Geschichte der Belagerung zerfällt also in zwei Ab­schnitte. Im ersten vetteidige die Garnison sich mit großenr Mut .gegen die Angreifer und hielt im zweiten entschlossenen Hunger und Entbehrung ans. so daß das Verhalten der Garnison den ruhmreichsten brittschen Ueberlieferungen würdig ist.

Die Kämpfe bei Balona.

Athen, 9. Mai. iWTB. Nichtamtlich.) Aus Tepolano wird gemeldet, daß hefttge Käntpfe au, der Straße Fieri Balona stattfinden, wo die O e st e r r e i ch e r mit großer Wucht die i t a l i e n i s ch e n V e r s ch a u z u n g e n a n q r i f f e n. Aut beiden Seiten trat die schwere Artftlerie in Tätigkeit. Tie Ueberführung der serbischen Truppen von Korff, nach Saloniki ans dem Seeweg dauert an.

Die Notlage Griechenlands.

Athen, 6. Mai. (WTB. Nichtmntlich.) Verspätet ein­getroffen. Es verkantet, die griechische Regierung werde durch Verinittlnng der Nationalbank eine größere An­leihe aufnehmen. Ans Argostoti wird gemeldet, daß d,e Franzosen und Engländer dort die Küste befestigen. Die Alliierten behaupten, diese Maßnahme getroffen zu haben, um sich gegen feindliche Fliegerangriffe zu verteidigen. Die griechische Regierung hat bei den Mächten der Entente gegen die festgesetzte Beschlagnahme der griechi­schen Jnlandpvst einen sehr energischen Ein­spruch erhoben. Sie n,achte die Entente auf die Erbitte- rung der öffentlichen Meinung in Griechenland aufmerksam. Me-, ist in Griechenland der Ansicht, daß solche Maßt,atmen

,U.st zwecklos und für die Entente von ke.neur Nutzen

' sind.