Ausgabe 
1.4.1916 Drittes Blatt
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Nr. ZS Drittes

Erscheint tagUch Ausnahme deS Sonntags.

DieKtetzenrr ^amillenblütter" werden dem

Anzeiger" viermal wöchentlich bcigelegt. das

..UrelrblaLt für den Kreis Siehcn" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Zett- fragen" erscheinen monatlich zweimal.

Blatt l66. Jahrgang

General-Anzeiger für Gbechejfen

5am§tag, I April \%b

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts - Blich- und Sreindruckerei.

R. Lange, Gießen.

Schriitleitung,Geschäftsstelle u.Drucke^i: Schul» straße 7. Geschäftsstelle u.Berlaq:^4S51, Schrift» leitung: e=&$ll2. Adresse für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen.

Ariegsbriese aus dem Westen.

Telegramm unseres Kriegsberichterstatters.

(Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten^

Der erfolglose französische Gegenstoß bei Avocourt.

Großes Hauptquartier, 80 .März.

Während ich die Beutesamuielstelle der bei Verdun kämpfenden Truppen besuchte, wo fortwährend lauge Güter- 5Üge mit Material aller Art einlausen, vernahm ich von der Kampffront am westlichen Maasufer ein überaus starkes, ununterbrochenes Trommelfeller, das durch feine Heftigkeit selbst über das Maß der täglichen Verdun-Kanonade hinans- gzng. Bald wurde bekannt, daß die Franzosen mit großem Einsätze und sehr blutigen Opfern die ihnen entrissene Wald­stellung nördlich von Avocourt zurückzugewinnen versuchten. In einem Teil der Gräben in der Südostecke des Waldes, die ihre mühsam gehaltenen Stellungen bei Malancourt Bethineourt flankiert, gelang es ihnen einzudringen. Bis in die Nacht dauerten in dem dichten Unterholze des Waldes die erbittert Mann gegen Mann geführten, teilweise mit dem Bajonett ausgetragenen Nahkämpfe an, aber sie endeten mit der völligen Vertreibung des Feindes, dessen Gegenstoß hier also vergeblich Luft zu schaffen und die Umklammerung zu lockern versucht hat.

W. S ch e u c r m a n u , Krie g Sb erichterstatter.

Kmgs&riefe aus dem Osten.

Telegramm unseres zum Ostheer entsandten Kriegsberichterstatters.

(Unberechtigter- Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.)

Der geschkitrZtc russische Angrifssplan.

OMvefehls Haber Ost, den 29. März.

(5f läßt sich deutlich beobachten, daß der mächtigen russischen Angriffsbeivegnng gegen die Front der Hindenburgschen Armeen ein einheitlicher Plan zugrunde lag. Südlich Dün-aburg wurden «nordwestlich Poseawy und zwischeri Narssz- und Wiszniewsee zwei t Stoßkeile mit rücksichtslosem Einsatz angesetzt. Wilna war das fnächsbe Ziel, das man von beiden Seiten erringen wollte. Die ferfolgreickie deutscheZange von Przasnysz" schwebte vor. Etwas später setzte der Angriff gegen die Dünafront ein, der die Linie fast in der Mitte bei Jakobstadt eindrücken nollte. Die Entwicklung ging hier langsanrei'. Mit dem für die Russen unerhört blutiges »Ansturm am 26., nordwestlich Jakobstadt. scheint hier ein vor­läufiger Höhepunkt gewesen zu sein Nordöstlich Postamt, grenzten 'die Russen den Angrifssraum feit den! 22. ein. Bei Wileity folgten stich zwar nächtliche Feuerüberfälle, aber die Infanterie ko uzen-, 'triertc ihre Angriffe südlich Wileity um Muljarshc herum.

! Am 27. März ist hier ein geradezu verzweifeltes Anstürmen der Russen, neue sibirische Truppen griffen ein, ztvei russische Divisionen stürmen in dichten Wellen, bekommen ein kleines Wald- sttüch ^werdeir -«hämmert unter deutschem Trommelfeuer. Tie deutsche Infanterie stößt wieder in den Wald. Mittags bal'en die Russen keinen Metzer Stellung mehr. Ihre Verluste sind furcht­bar, ihre Leiden beim Angriff durch Felder, die halbmeterhoch linrter Wasser stehen, die ein Eingraben unmöglich maä>en, entsetz- lich. Es ist ein deutliches Ermatten des Gegners, ioen.r nccht Zermürbung an dieser Stelle vom 27. an zu beobachten. Von 'dem großzügige:^ Plan ist zunächst nichts mehr geblieben ein Erfol g, aus den. die Helden von Postamt), wie sich auch die wed .teren Angriffe entwickeln, stolz sein können. Tag für Tag,

1 Nacht für Nacht im Artilleriefener. oft bis zum Leib im Eiswaffer, l täglich fast im Jnfairterieangriffe und Gegenangriffe haben sie schwere, eiserne Wacht gehalten. Zwischen Narosz- und Wisznicw- ,see wurden die Höhen bei Mokrzyce im Morgengrauen des 27. ^wiedergenommen, um die Artilleciebeovachtung sicher zu stellen. Im Sturmlanf wurde dmGranathngcl" mit dem Bajonett er­obert. Die sofort an gesetzten russischen Gegenangriffe brachen blutig xiffammen. Am 28. versuchten dann die Russen wenigstens hier örtlichen Erfolg zul erringen, um aus den allerdings wohl tan in ertragbaren, unter Wasser stehenden Stellungen, die hier besonders ungünstig liegen, heransznkommen. Sieben Angriffe wurden ange-

Giefzener StaStthcater.

. Der Gatte des Fräuleins.

Lustspiel von Gabriel Dröge ly.

Es gibt nichts, was inehr mit Vorsicht zu genießen wäre, als lvie ein modernes Lustspiel. Sein Zivillingsbruder auf musikali­schem Gebiete, die Operette, hat ihm die vorhandenen Motive bis zur Fadenscheinig keit aufgetragen und unter den noch nicht be­nützten einen solchen Raubbau gettieben, daß für einen modernen Lustspieldichter eine originelle Idee schwieriger zu finden ist, als die Quadratur des Zirkels. Wenn man das einmal erkannt hat, so gitt es leine begreifliche Scheu zu überwinden, sobald ein neues Lustspiel vorgesetzt wird. Man wittert Kriegskückie, das Aufge­wärmte vom vergangenen Tage mit einem neuen Beiguß, oder eine gedrängte Woclstnübcrsicht der in den verflossenen Spielzeiten ab­getragenen Lusffpielgerichte.

Daher kann man >es nicht laut genug sage,!:Der Gatte des Fräuleins" das ist inal leine originelle Idee, soweit eine Idee aus diesem Gebiete überhaupt originell sein kann. Der gefoppte Adam, der in die Ehe hineingelMet wird, ist auch schon daaewesen. Alles schon dagewesen, siehe Ben Akiba. Mer so geschickt ist die Ehesatte nicht immer ausgestellt, daßtaußer dem Opfer, das nun einmal blind sein muß, auch der Zuschauer nicht gleich errät, wo das Speckbröck- leffr hängt wrd wie die Falte zullappen wird. Alle Achtung vor einem Lnsffpieldichter, der seine Fäden so geschickt zu spannen weiß. Es ist noch nicht einmal leicht, sie nachträglich zu entwirren und aufzuspulen.

Der Abgeordnete Dr. Feli-x Tauner wird mitten in den schönsten Freuden seines Jlmg gesellende sein s vor eine ganz aben­teuerliche Tatsache gestellt. Ein verhürateter Freund Karsten er­öffnet ihm, daß er seine eheliche Untreue bis zu dem Grade ge­trieben habe, mit einem juttgcn Mädchen unter des Llbgeordneten Namen eine zweite Ehe einzugehm. Nachher habe er seiner jungen Frau sein Verbrechen eingestanden, und diese dringe jetzt auf Scheidung. Ter Abgeordnete Tauner müßte folglich als Kavalier die höchst zweifelhafte Rolle übernehmen, deS Fräuleins Gatte zu spielen, bis die Ehescheidung eingeleitet ist. Er spielt die Nolle, verliebt sich, wie cs nicht anders kommen kann, in die ihn: so plötzlich genwrdene Frau, trotz der fürchterlichen Eifersucht des Mannes, der sie eigentlich geheiratet hat, und Tauners Liebe i,t so ehrlich gemeint, daß er durch eine ziveite, kirchliche Trauung endgültig in den Besitz seiner Frau gelangen will. Eine halbe Stunde vor der Hochzeit ist diese aber verschiounden und init den! Manne, der sie unter falschen! Namen geheiratet hat. dnrch- gegangen, weil dessen rechtmäßige Frau sic als Erzieherin ihres Kindes verpflichtete. Ms der jählings zu einer Frau und uni eine Frau gekommene, dos Gut seines doppelt verheirateten Freuir- des amsucht, um aus Rache dessen Nichte zu heiraten, da muß er nach weiteren Verwicklungen eirdlich einsehen. daß ihm eine großangelegte Komödie vorgespielt lvurde und daß seine Frau gar nicht seines Freundes Frau ist, sondern eben jene Nichte, die er heiraten mußte und mm auch endlich zu seiner Frau mach'n kann. Adam ist ins Netz gegangen.

Ob diese Darlegung den Vorzug der Klarheit hat, mag dahin-

setzt, bis Erschöpfung eintrat. Gefangene Offiziere sagten aus, daß die Truppen immer schwerer vorwärts zu bringen seien; die Ueber- läuser, die über die entsetzlich,en Nöte durch das Wasser in den rus­sischen Stellungen klagen, mehren sich. Tie Russen wagen es nicht mehr, den Zeitpunkt eines Angriffes längere Zeit vorher bekannt- zu geben, da sonst sofort neue Spreu in Ueberläufern davvnstiebt. Vernichtend soll nach den Aussagen von russischen Offizieren beim Angriffe das Feuer der deutschen Maschinengewehre sein, die in erstaunlicher Anzahl überall ständen und zu Tode sichelten. Im Tagesgrauen des 29. setzten bei Mokrzyce wieder neue russi­sche Angriffe ein. aber diesmal wurde schon der dritte Angriffsver­such im Artitteriefeuer erstickt. Feuerwellen gehen in den Nächten von Artillerie zu Artillerie. Die Planmäßigkeit scheint bei den Russen dabei aufgegeben zu sein, ttotzdem die Angriffe weiter zu gehen scheinen. RolfBrandt, Kriegsberichterstatter.

Straßenbahnunfall in Wien.

Wien, 31. März. (WTB. Nichtamtlich.) In der Linzer Straße stießen zwei Straßenbastnzüge in voller Fahrt zu­sammen. Da die Züge vollbesetzt waren, mürben zahlreiche Personen verletzt Man spricht von 5 0 Verletzten, dar­unter einige Schwerverletzte. Bisher ist kein Todesopfer gemeldet. Der schuld tragende Motorfühver konnte noch nicht vernommen w er den, da er sich unter d en Verletzten befindet .

kirchliche Nachrichten.

Lvaugelijche Hemerude.

Sonntag, Don 2. u r 1 1, a ä t a r c:

Gottesdienst.

2 n der Ltadtkirche.

Vormittags 9/ ? Uhr: Pwrrer 9)1 a y r.

Vornnttags 11 Uhr: Kinderkirche iür die Matthänsgemeinde.

Pwrrer Mahr.

Abends 6 Uhr: Plärrer Schwabe.

Vorstellung und Prüfung der .Konfirmanden aus der Markus- und Milnärgeineinde. Die Konfirmation findet am Sonntag Iudica. den 9. April, im Hauptgollesdienst statt; in Verbindung damit Feier des heil. Abendmahls. Die Beichte dazu wird am Samstag, den 8. "April, nachmittags 2 Uhr, gehalten werdnn.

Montag, den 3. Avril, abends 8 Uhr: Vereinigung der kon­firmierten weiblichen Jugend der MalthänSgemeinde.

Dienstag, den 4. April, abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der äst arkusgemeinde.

B'iilwoch, den 5. April, abends 8 Uhr: Krtegsbelstunde.

Pfarrer S ch iv a b c.

In der Johanncslirche.

Vormittags 9'/, Uhr: Piarrer B e ch l o l s h e i m e r.

Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde.

Pfarrer B e ch t o l S h e i m c r.

Abends 6 Uhr: Pfarrer Anstel d.

Abends 8 Uhr: Versammlung und Vibelbefprechung.

Wartburg, evangel. Jünglingr- und Männer-Verein.

lDrezstraße ln.)

Sonntag, den 2. April, abends 8 Uhr: Vortrag. - Diens­tag. den 4. April, abends 8'tz Uhr: Bibelstunde. Donnerstag, den 6. April, abends 8 1 /, Uhr: Lescabend. - Samstag, den

8. April, abends 8'/, Uhr: Lleltere Abteilung. - Gäste stets rvillkommen.

Vibelkränzchen für Zchüler höherer Lehranstalten.

Für die jüngere Abteilung jeden Alittwoch von 6 bis 7 Uhr, st"ir die ältere Abteilung jetzen Samstag von 6 bis 7 Uhr in! Iohannessgal.

vibelkränzchen für Mädchen aus der Iohannesgemeinde.

Jeden Dlensiag von 67 Uhr im Joyaunesfaal.

Evangelischer Gottes- lenst.

Kirchbcrg: Sonntag, den 2. dlpril, vormittags 10 Uhr.

Mainzlar: Sonntag, den 2. April, nachmittags 1'/, Uhr.

Lollar: Üstiltivoch, den 5. April, abends 8 Uhr: Kriegs-

betftunde. Dekan G u ß m a n n.

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gestellt sein,' aber darüber kann nun einmal nicht hinweggeholsen' werden, die Entwicklung des Lustspiels ist so. Und wenn man den Boden berücksichtigt, aus dem sie gewachsen ist, so ist die ganze Geschichte gar nicht so unwahrscheinlich, tvic sie llingt. Aber nicht allein der Stofs ist affchickt erfunden, auch das Stück ist äußerst geistreich und mit Theaterblut geschrieben. Straffer Bau, nicht einen Augenblick ein dLachlassen der Spannung, immer neue, unerwartete Wendungen. Mit einem Wort: endlich einmal eine glückliche Bereicherung des Lustspielrepertvires, dessentwillcn man sich den Namen Drögely merken muß.

Den schmffpieleriichen Mittelpimkt bUdete Karl Rotteck als Abgeordneter Dr. Felix Tauner. Wie man Hort, will der Künstler, der schon seit längerer Zeit nicht ui ehr ausgetreten ist. unk dieser Rolle seinen Abschied von der Bühne nehmen. Dreimal schade. Wer diese Abschieds Vorstellung fach, der konnte keinen sehnlicheren Wunsch haben, als daß dieser Abend für den Künstler ein Engage­mentsspiel für die näckffte Spielzeit sei. Dreimal schade, daß dies nicht der Fall ist. Unsere Bühne erleidet einen schmerzlichen Verlust. Die reife und baxfr so springlebendige Gestaltungskraft Rottecks, der ein gewieicher Rvue ist und depnoch mit der zupacken- den Frische eines von jeglicher Schablone unberührten Selbstgestalters sicki zwanglos den Eingebungen des Augen­blickes hingibt, zeigte sich ber ihm in einer nur selten anzutteffenden glücklichen Bereinigung. Eine sabelhafte Bühnensicherheit, selbstverständlich Hand in .Hand damit eine Parkettsicherheit die leider nickst all unseren hiesigen Kräften in dem Maße eigen ist, die feinsinnige, ungezwungene Charakteri­sierung mit völlig natürlick>en Mitteln, ein gewinnendes Organ, das ttug alles dazu bei, eine Glanzleistimg zu schaffen, die so leicht nicht überbvtcn werden kann. Neben ihm tpat Anny Rubens eine gewandte, zielsichere und gesckxmeidige Lilly, so wie ebenTie Letzte der Ren Niger" sein inuß, jenes Mädchenschlags, der den Mann bekommt, den er haben wall. Ernst T h e i I i n g gab der Rolle des doppelt verheirateten Ehemanns ein überzeugendes Ge­sicht. 'Erstaunlich gut fand sich Martlm Schild mit ihrer Lustspiel­rotte ab. Iht Spiel war frisch und elastisch. Arthur Eugensi konnte der Versuchung nicht widerstehen zugestanden, daß die Versuchung gerade für chn sehr groß sein mußte, mit den über­treibenden Mitteln der Posse zu wirken. Abgeselien davon bot er 'ne sehr beachtenswette Leistung. Zu erwähnen sind noch Alwine eldermann als niedliches Ladenmädchen, Albert Stett- n e r als Schwiegervater, Toni Schänke und Hermann Stichel. Auch die Rolle eines kleinen Mädchens wurde recht gut ausgefiillt.

Die Leitung der Vorstellung hatte Direktor Hermann Stein- go etter selbst in der Hand. Er hatte das Spiel der Einzelnen gut aufeinander abgesttnuitt und sorgte für eine glatte, im Tempo klug berechnete Abwicklung. zz

*

GberheMcher Uunstvereiv.

Die schon nu dieser Stelle besprochene Ausstellung dentsch- österreichisck>er Künstler iin Ausstellungsgebäude am Brand ist zum Teil erneuert toorden. Tie neu hinzu gewonnenen Bilder verdienen in ihrer ausgesprochenen Eigenart eine ergänzende Besprechung.

Uathollsche Gemeinde.

Goltesdienst.

Samstag, den 1. Avril:

Nacknnittags 5 Uhr und abends 8 Uhr: Gelegenheit zur heiliaen Beichte.

Sonntag, den 2. April, 4. Fasten-Sonntag: Vornlittags 6'/, Uhr: Gelegenheit zur heiligen Beichte.

7 Hl. Messe.

8 Austeilung der hl. Kommunion.

9 Hochamt mit Predigt.

11 Hl. Mesie mit Predigt.

Nachmittags 4 1 /, Junqirauenkongregation

Nachmittags 6 Uhr: Christenlehre; daraus Passions-Andacht Dienstag und Freitaa, abends 8 Uhr, ist Fc.sienandacht. Donnerstag nachmittags und abends ist Beichtgekgenheit. Freitaa vormittags 7 Uhr ist Segensmesse.

Dsaspora-Gottesdienst.

Sonntag, den 2. Llpril:

In Laubach 10 Uhr. >

In Lrch 9'/z Uhr.

V/; 1! kommensic Liebesgabe!

Preis M 4 5 6 8 10

3544 5 6 810 PfdSiock.

SO Siädk,feldposimäßi§ verpackt porfofrei? SöStück-feldposriraßig verpackt MJPfPorüo!

Orient.Tabßk-aQäardienfabryenid2^Dpe3<tei Jnhiiu^o Ziefe.Hoiliefermf SJidifeiösvSadisen.

a <fär,, ..

Ta ist vor allem die Porträtmalerin Olga Hasselmann-, Kurtz, Wiesbaden, die uns eine Reche von Typen aus unsernt Gefangenenlagern > vorführt, wm rassigen Kopfe des Südsranzosen: bis zur stumpf finnig tackelnden Beschränktheit des Negers. Ver^ dient diese Musterkollektion der Zioilisat io ns borden unserer Gegner schon allein gegenständlich unsere vollste Beachtung, so gilt diese noch mehr der außerordentlichen Darstellungskraft der Künstlerin. Die verschiedenen Köpfe treten in starker Plastik aus der Bildfläch« hervor, sind in ihrer Eigenart scharf erfaßt und von einer über­zeugenden Frische und Lebendigkeit. Ties gilt zumal von dem Pastellen, loahrend die Oelkreidobilder, bei denen nur die Lichter mit Pastell aufgesetzt sind, etwas! matter stärken. Den stark farbigen Eindruck verdanken diese Köpfe dem immer wieder angcivendetent Gegeneinandersctzen der Tertiärfarbenharmonie Violett, Oramge und kaltes Grün, der wirkungsvollsten und doch einheitlichste!, Farbenzusammeiistellung. Ms bestes Beispiel bierffir sei der Turlv mit dem votvioletten Fez, den ebensolchen Lippen, den! scharf an-, gesetzten Grün und den orange Lichtern im Hintergründe erwähnt: jenen Lichtern, die jeweils mit einer Beigabe von Gelb oder Blau von der Künstlerin hcmptsäichllich. verwendet werden, um den Kopf von der Fläche loszureißen. Nicht weniger lehrreich für die Mittrl der Künstlerin ist der Südfranzose mit der grünen Kopfbedeckung. Es ist dies selbstverständlich nur eine rein technische Stärke der Künftlerm, durch eine Oekonomie der Mittel die Wirkung zu ver­größern. Wichtiger ist immer noch die psychologische Feinheit in der Wiedergabe der einzelnen Typen. Man beachte die ranbtier-^ artige Spanmcng in den! Kopfe des Gnrka, der das Messer zwischar den Zähnen hält, die feminine Weichheit des Mannes mit den Perlen im Ohr, das Tartarongesicht des Mannes nrit der Ziga­rette irnd den verschiedenartigen Ausdruck der Schicksalsergebung bei den asiatischen und affikanischen .Killttnträgern.

Eine weitere Kollektion umfaßt Aquarelle von E. Zetsche, Wien, die hanpffächlich liebevoll behandelte Landschaften wieder­geben, manchmal mit einer allzugrvßen Glätte, die an Aquarell- drucke erinnert. Als besonders gute Arbeiten kann manBauem- Hof",Josessvrunnen" undWaldrand" .hervorheben. Noch besser ist die in!pressio7nstffchi wirkende RaffaelistrstarbeitLandschaft am Gardase^. Eigenartig sind zwei Pflanzenstilleben mit Tuscht und Aquarell gearbeitet;Kapnttnerkreffe" undFriMonuner". die in der Farbgebung Berwandtschaft mit modernen Oelvorsatz- papieren haben, aber an siick) äußerst reizvoll sind.

Das Tafelbild von O. Laskc;Die BerfuchkuNg des Hei­ligen Antonius ist dirrch ein neues TafelbildChristus heilt die Kranken" abgelöst. Dieses Bild gestattet besser, wie das vorher­gehende, in die nicht bücht zu erfassenden Absichten des Künstlers einzudringen. Es scheint hier eine Atoirnmentalwikkung durch Addition tteffendst, aber großen Limen untergeordneter Einzej- siguren angcsttebt zu werden. Das Hinstreben der so erzilltay Kurven zu dem cxzenttüschen Mittelpunkt scheint das Haupt­problem 31 , sein, das sich der Künstler gestellt hat. Eine rein; ästhetische Lösung hat aber dieses Problem noch nicht gesunder^

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