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»e ^MrHenvr .^EendMttr" werden dem .Anzeiger« viermal wöchentlich beigelegt, das JlnHbUtti für dev Kreis Hjctzen" zweimal wocheEch. Die ..racktzNirffcgafttichen 5eit- ^M-O" erscheinen monatlich zweimal.
;bö. Jahrgang
General-AnzeWr fftr Oberheßen
Dienstag. 25. April MS
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schea Universitäts - Buch- und Steindruekerei.
R. Lange, Gießen.
Schriltleitung,Geschäftsstelle u.Druckerei: Schul« straße?. Geschäftsstelle u.Verlag:^^51,Schrift- leitung: «^^112. Adresse für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen.
Das Ultimatum Amerikas.
Bar?in, 22. April. ,(WTB.) Die ant 20. April abends von dem- uiefigeii amerikanischen Bots chafter überreichte Note besagt unter anderem! i Durch die jetzt im Besitz der Regie- ^^uigten Staaten befindlichen Nachrickstcn nürd der Tatbestmrd im Falle der „Sussex" vollkommen festgestellt, und für dre Folgerungen, die meine Regierung ans diesen Nachrichten ^zogen hat. findet sie eine Bestätigung in Umständen, die in Enrer Exzeller^ Note vvm 10. ds. Mts. dargelegt sind.
- sorgfältige, eingehende und gewissenhaft unparteiische Un- tersnchmm durch Offiziere der Flotte und der Armee der Verewigten Staaten hat schlüssig die Tatsache ergeben, daß die „Sussex" ohne Warnung oder Aufforderung zur Uebergabe t o r p e - o r e r t worden ist und daß der Torpedo, durch den sie getroffen wurde, deutscher Herstellung war.
Nach sorgfältiger Prüftmg der Note der Kaiserlichen Regierung vom 10. April bcDauert die Regierung der Vereinigten Staaten fag**** müssen, daß sie den Eindruck erhalten hat, daß die Kaiser- lrche Regrernng verfehlte, den Ernst der Situation zu würdigen. E ftch nichtz nur durch dein Attgftff gns die „Sussex" ergeben hat, sondern durch die ganze Methode und den Charakter des Unter- seckooEieges während eines Zeitraumes von mehr als • * "cortö-ten. Wenn die, VerscwkuTrg der „Sussex" ein verein- zelt er F all gewesen wäre, so- würde das der Regierung der Der- -einigveu Staaten dft Hoffnung ermöglichen, daß der für die Tat verantwortliche Offizier seinen BefeU eigenmächtig überschritten hatte und daß der Gerechtigkeit durch seine entsprechende Bestra- M Verbindung mit einer förmlichen Mißbilligung seiner und Bezahlung einer angemessenen Entschädigung durch me mnserlicbe Regierurrg Genüge geschehea könnte. Die Regierung Der Vereinigten Staaten ist aber durch Ereignisse der neuesten Zeit ßu d em S chluß genötigt, daß es nur ein Fall, wenn auch einer der schwoften und betrübendsten, ist für die vorbedachte M e - luti) mit dem unterschiedslos Handets-
schisft ^aller Art, Nationalität und Bestimmung zerstört wurden.
Dre Kaiserliche Regierung wird sich erinnern, daß, als sie im F wruar 1 *915 ihre Absicht ankündigte, die Gewässer um Groß- korrtoMvM und Irland als Kriegsgebiet zu behandeln, die Regie- irung der Vereinigten Staaten ernstlich protestiert hat. Sie grstn- Dete chren Protest daraus, daß Personen nenttaler Nationalität E d ^Sch lffe neutraler Eigentümer äußersten und unerträglichen, ^Gefahren anSgesetzt sein würden, und daß unter den damals ob- walteuderr Umständen die Kaiserliche Regierung keinen rechtmäßigen Anspruch dafür geltend machen könnte, einen Dell der hohen See 'zu schließen.
' . ^Die Kaiserliche Regierung bestand trotzdem darauf, die ange- ."knnmgte Polttik durchzusühren, indem' sie die Hoffnung ausdrückte,- Mb d«! beuchenden Gefahren jedenfalls für ireutrale Schisse durch loie ^ftrftrukttonen ans ein Mindestmaß beschränkt würden, die sie' den Kommandanten ihrer Unterseeboote gegeben hatte, und ver- .ftchertt die Regierung der Bereinigten Staaten, daß sie jede mögliche BorftchbstmLßregel ammibcn würde, um die Rechte der Neu- trcklen zu achten und die .Leben der Nicht-Konibattanten zu schützen.
In Verfolg dieser Politik des Unterseeboots krieges haben die U n ter seeb-o ot-Kommandanten ein Verfahren solcher stückfichtsboseit Zerstörrmg geübt, die mehr und mehr deutlich wer- ^ deir l ieß, daß die kaiserliche Regierung keinen Weg gefunden hat, chuen eine solche Beschränkung aNffuerlegen, wie sie gehofft Und verU^sch«! hatte. Jnrmer wieder hat die kaiserliche Regierung .Ler FL^nng der Z^verrügttn Staaten feierlich ver-sichert, daß MW mrudesüm Pass^l-siersch-ffffe nicht in dieser Weise be- J“ r&ttxn wurden, und gttvchwohl hat sie wiederholt zug-e- ckaffen. daß rhre Untersecbvot-Kornmmchanten diese Aersicherwigen Mhne jÄ>e Ahndung mißachteten. Noch im Februar dieses Jahves wrachte s^ davon Mitteilung, daß sie alle bewaffneten Hcmdels- rm semdlrchen Eigentum als Teil der bnvasfmdm Seeftreit- ckraste ihrer Gegner betrachten imb als Kriegsschiffe behandeln .'werde, indem sie sich so wenigstens inrplirite verpflichtete, nicht vavaffnete Schiffe zu warnen irnd das Leben ihrer Passagiere .mÄ. Besatzungen zu gewährleisten Aber sogar diese Besckpänknng haben rhre Unterseeboot-Kommandartten unbekümmert außer acht gelassen. Dre Liste der Amerikaner, die aus so angegriffenen und zerstörten Schrffen ihr Leben verloren haben, ist von Monat zu Monat gewachsen, bis die verhängnisvolle Zahl der Opfer bis Ln die Hunderte gestiegen ist.
Die Regierung der Vereinigten Staate hat eine sehr geduldig e Haltung eingenonunen. Ans jeder Stufe dÄer schmerzlichen Erfahrung von Tragödie zu Tragödie war sie be-
'strebt, durch Wohl überlegte Berücksichtigung der außergewöhnlichen Umstände eines Krieges olsne Beispiel sich lenken und durch Gefühle echtester Freundschaft für Volk und Regierung Deutschlands sich leiten zu lassen. Sie hat nercen BerhAtnissen, für die es keine Präzedenzfälle gibt, jedes Zngeshftrdms' gemacht und war willens zu tvarten, lns die Tatsachen rrnmißverständlich und nur einer Auslegung fähig waren.
Sie ist es rtam einer gerechten Würdigung ihrer eigenen Rechte schluldig, der Kaiserlicher Regierung zu erklären, daß dieser Zeit- pmrkt gekommen ist. Es ist ihr zu ihrem Schmerze klar gttvorden, daß der Gebrauch von Unterseebooten zur Zerstörung des feindlichen Handels notwendigerweise gänzlich unvereinbar ist mit den Grundsätzen der Menschlichkeit, deir seit langem bestehenden und wrbestrittenen Rechten der Neutralen und dem helligen Vorrecht der Nicht-Kombattanten.
Wenn es noch die Msicht der Kaiserlichen Regiertmg ist, unbarnrherzig und unterschiedslos werter gegen Handelsschiffe mit Unterseebooten Krieg zu Uhren ohne Rücksicht auf das, was die Regierrmg der Vereinigten Staaten als die heiligen und unbestreitbaren Gesetze des internationalen Rochites und die allgemein anerkannten Gebote der Menschlichkeit an selben muß., so wird die Regierung der Vereinigten Staaten schließlich zu der Folgerung gezwungen, daß es nur einen Wieg gibt, den sie -gehen kann. S o - fern die Kaiserliche Regierung nicht jetzt unverzüglich ein Aus geben ihrer gegenwärtigen Methode des Unterseebootskrieges gegen Passagier- und Frachtschiffe erklären und bewirken sollte, kann die Regierung der Vereinigten Staaten keine andere Wahl haben, als die diplomatischen Beziehungen AUr deutschen Regierung ganz zu lösen. Einen solchen Schritt faßt die Regierung der Vereinigten Staaten mit dem größten Widerstreben, ins Auge. Sie Uhlt sich aber verpflich>tet, ihn im Namen der Menschlichkeit und der Rechte der neutralerr Nationen zu unternehmen.
Der Note ist als Anlage eine Feststellung beigegeben, in der an der Hand von Zeugenaussagen der Tatbestand bei der Versenkung der „Sussex" auseinander gesetzt wird.
Kriegsbriefe aus dem westen.
Telegramm unseres Krieqsberickterstalters.
(Unberechtigter Nachdruck, auch auszugswe-se, verboten.^
Der Sinn der Dnuerschlacht bei Verdun.
Großes Hauptquartier, 21. Aprril.
Nach der bei vielen französischem Gesangesen verbreiteten Meinung läuft am Ostersonntag die Frist ab, Ivel che der Kaiser dem Kronprinzen zur Einnahme der Festung Verdun gestellt hatte. Das ist noch der mildere Mer- glaube der Franzosen. Nach einer anderen Ansicht hatte der Kaiser dem Chef des Generalstabes befohlen, Verdun binnen drei Wochen zu nehmeu Da dies letztere offenbar nickst eingetreten ist und die Geschütze auch während der Osterseiertage vor Verduur weiter dröhnen werden, so ist es schver zu sagen, ivelche Strafe nach ftanzösischer Vorstellung den Kronprinzen und den Chef des Generalstabes treffen nrird. Aber es ist wahrscheinlich, daß die gesamte Regie der öffentlichen Rbernurrg Frankreichs den Dermin, wo sich der zweite Monat der Dauerschtacht rundet, auf eii^p lgenveinsame Losung hin dazu benutzen wird, um in Fansarenklangen die Tatsache M verkünden, daß es den Deutschen immer noch nicht gxLm^gen sei, in Berd-un ernzu- ziehen. Desto rweht Anlaß haben wir, in diesen Ostertaoen der ungeheuren Erfolg-e der bish-erigen Schtachttoochen zu- ftneden und der unvergleichlichen Leistungen der Führung wie der Aufopferung des letzten Mannes rurter den Mitkämpfern in schier andächtiger Dankbarkeit zu gedenken. Wenn die Franzosen vor Beginn der Schlacht verkündet haben, ihre Front sei so stark, daß sie nicht ins Wairken gebracht werden köirne, nirgends aber fester als vor Verdun so hat die Geschichte der Schlacht das Urteil über solche Prahilereren gesprochen, die nach der Wesensart eines Volkes ftnd, welches sich nicht männlich auf das Bewrrßtsein vollbrachter Taten ernKnsvellen verrna-g, sondemc sich cur Phrasen und PropheMurgeri berauscht. Ebenso weirig Wert aber haben wir Deutsche darauf zu legen, wemr die offiziös angestrrchene französische Militärberichterstattung irnmer
wieder auf das Leittnotiv zurückgekommen ist, Verdun sei nur eine vorgeschobene Stellung und die Eroberung dieses befestigten Lagers durch die deutschen wiirde ohire jede Bedeutung für die Festigkeit der eigentlichen ftünzöfischeii Front sein, wenn also damtzt das angebliche deutsche Endziel, Verdun zu erobern, geflissentlich unterstellt wird und auf diese Möglichkeit vprbereitet wird. Für uns Deutsche ist nur der Bericht der Obersterr Heeresleiturrg maßgebend. Darin ist die Msicht, Verdun zu erobern, mit keinem Worte angedeutet. Der Fall einer Festu.ng kann im Rahmen größerer Aufgaben als Begleiterscheinung wohl eintreten und erwünscht sein. Wo er das unmittelbare Ziel gewesen ist, in Ost und West, da hat keine Festung lange denr deutschen Angriffe zu widerstehen vermocht, und da ist auch der Plan, ein den Operationeir hinderliches feindliches Bollwerk zu brechen, im voraus offe-nkundig gewesen. Wenn unsere Feinde hinter den Vorgängen an der Verdunschlacht in nervöser Unsicherheit Ziele suchen, rvelche die deutsche Oberste Heeresleftung nicht als die ihrigen angegeben hat, so liegt diesem Verfahren die Msicht unter, die Augeir der Franzosen von dem inzwischen einigeil Klarsehenden sehr offenkundig gelvordenen tvahren Zweck und Erfolg der Verdunschlacht abzuleiten. Demselben Ziele strebt die offizielle französische Heeresberichterstatlung zu, wenn sie fortwährend das Einsetzen neuer deutscher Divisionen und Regimenter behauptet, sowie die Verwendung sehr großer deutscher Truppenmassen auf so kleinem Raume, daß jeder Kundige lächelnd ftagt, ob die deutschen Soldaten gegeli- seitig auf den Schultern gestanden haben, um in solcher Enge Platz zu haben. Das alles soll nur die Bestürzung darüber veroeraen, daß man den währen Zweck der von deir Deutschen begonnenen und seit zwei Monaten keinen Tag und keine Nacht unterbrochenen Dauerschlacht als Auf- reibungsschlacht erkannt und eingesehen hat, daß der deutschen Heeresleitung ihr Plair ebenso gilt gelungen ist, wie die taktischen Ueberraschungen von Tannenberg und Gorlice. An dem von ihm selbst als dem stärksten bezeichneüeni Punkte der Front wurde der Feind gegen alle Regel angepackt. Die ganze deutsche Front bneb so unvermiudert stark, daß sich nirgends ein ernsthafter Entlasttnigsvorftoß gelohnt hätte. Unterdessen mußten die Franzosen ihre Reserven hinter der ganzen von ihnen gehaltenen, durch das Eingreifen der Engländer stark verkürzten Front eilig zu- sammenziehen und bei Verdun cins-etzen, und mit ihren eigenen Osfensivabsichten war es plötzlich zu (ünde. Währerck) nahe an vierzig ftanzösische Divisionen sich in den Wäldern nördlich Verdun teils so verblutet haben, daß sie nicht mehr eingesetzt werden können, und andere so zerrupft aus der Schlacht kamen, daß sie ganz neu hergerichtet werden rnüssen, l>at eine geringe Zahl deutscher Korps die schlvere Arbeit ständig als Angreifer gegen überlegene Kräftechrrch- geMrt und sind dabei Schritt um Schrttt vorwärts gekommen, ohne sich irgend einen Gewinn vorr Bettachtwieder entreißen zu lassen Alle Einsätze ftanzösischer Kräfte habear nicht hinderir können, daß der akttve Wille der Schlacht- aestaktung ganz allein bei der deutschen Obersten Heeresleitung geblieben ist, daß die Franzose«, ob sie worden oder nicht, angreifep müssen, und wenn es sie noch so viel Blut kostet, und daß die Stellungen, in denen sie WÄer- stand leisten und aus denen sie cmgreifen können, von Tag z-u Tag schlechter geworden sind. So hat diese Schlacht bei Verdun nach deutschem Feldherrwvillen und durch deutsche eiserne Kriegeszucht eine mue Form in die Kriegsgeschichte gebracht, die ihresgleichen weder in ftüherer K?noch in dem Ringen dieses Weltkrieges hat. Das Wie ihres Wesens wrrd der Fernd er,t begrelfeic, wemi er es nicht nrehr fassen kann Das Was ihres Zweckes aber ist kein Geheimnis, sondern die alte, nur in ihrem Rütteln wechselnde Äirfgabe der deutschen Kriegskunst, das Heer des Feindes zu zermürben und zu schlagen
rrnd rvkssenfehnft.
— Faust in Ungarn. Wie sich Goethes „Faust" die deutsche Bühne nur allmählich erobert hat, so hat er auch in Ungarrr 'lange dazu gebraucht, sich durchzusetzen, obwohl die Gestalt des deutschen Magiers an sich im Lande der Vcagparen seit Iahr- hundetten bekannt ist. Wie nämlich der Sttchlweißenburger Archivar Dcsider Rexa in der „Ungarischen Rmrdschau" berichtet, iourde .zwar im Palajt des kunstsinnrgen Fürst-Erzbisckwfs von Preßburq bereits am 13. Marz 1729 (.0 eine „Komödie vom Toctor .Fan st ns" aufgeft'Unt, das Stück hat sich aber nicht gehalten und so vergingen fast 100 Jahre, bis Faust in Ungarn wieder erschien Es geschah das 1818 im Rahmen eines' kleinen Theateralmanachs, der eine vielleicht voir Gabriel Pap. dem Nebersetzer der Grill- porzerschen „Sappho", stammende Uebettragrmg des Lessing- schen Fanftfragments brachte. Auf den weltbedentenden 'Brettern der Bühne lebte Faust am 25. Oktober 1824 wieder auf als das ungarische Theater in Stnhlweißenburg August Klingemanns effektvolles Faustdrama in einer Uebersetzung von Daniel Franz Komlosy aufUhrtc. Es wurde in der Provinz viel g.e- sipcelt und errang sich am 19. August 1839 sogar das ungarische Nattonaltheater in Budapest, verschwand dann aber bald aus dem Spielplanc und konnte auch durch eine „Verbesserung", die der Schauspieler Mexander Ujfälussy 1862 mit Hilfe des Goetheschen Meisterwerkes vornahm, nicht mehr gerettet iverden. Tie Ujiä- slusspsche Fassung kam am 24. Februar 1864 in Klausenburg zur jAusführung, fiel aber durch und wiwde nicht einmal gedruckt. .Damit war die magyrische Bühne Ur Goethes Schöpfung reif geworden. Schon, vorehr, 1844, lvar sie von dem Sckiauspieldichter .Eduard^zigligeti teilweise ins Ungarische überttagen, dann aber .'allen Massen worden, weil Szigligetr aus Anraten'seiner Freunde (lieber die schiechte Teinhardsteinsche Bearbeitimg, die er Ur bühnenwirksamer hielt, in Angriff nahm: er fand jedoch, keinen Verleger und seine Arbeit blieb daher für das grwße Publikum irubekannt. 'Nun entschloß sich L u d w i g D 6 c z i, eine würdige Uebersetzung beä 'Goetheschen Werkes zu versuchen, mrd in der Tat gelang es ihnc den „iz-anst" seinen Landsleuten in einer vortrefflichen Ueber- tragung zu vermitteln. Freilich glückte es ihm zunächst ebensowenig >vie seinen Vorgängern, eine Anfführnnq durchzusetzen - ei-.d- tich verstand sich zwar der talwtvolle, auch als Dichter nicht un- l begabte Sckmnspieler Julius Kovacs zu einer Einsludierung. ar- bertete aber Goethes Werk in der rnerkwürdigsten Weise um. indem .er Austritte, die ihm nicht paßten, einfach wegließ und das ganze ^Drama durch Hinzusügung wesentlicher Teile aus dem Libretto der Gounodichen Oper „Margarete" „bereicherte". Was dabei herauskam, laßt srch denken; so verlangte bei ihm im Slnfang der „Page" Siebel von Valeittiu Gretchens Hmrd, die er sofott zngesogt «^hrelt, woraus/r vor den Souffleurkasten trat und die be San nie Arte an den Blumenstrauß rezitierte, oder', wemr der betreffende
M. Scheuermann, KriegsberiMerststk«.
Darsteller stmrmbegabt war, wähl auch sang. Am 8. Januar 1876
ui Klausenburg mit Beifall gegeben, bat sich dieser Psendosaust nnrge ^ahre hindurch auch aus anderen PvvvinzUhnen behauptet, ^er echte Faust rn Dvczis Uebersetzung kam erst am 1. Avrü 1887 am Budapester Nativnaltheater zur Aufführung, und zwar in der Werse znsammengestrichen, daß hanptzsäcküich die Gretchenszenen zur Geltung kamen. In dieser Gestalt ist Goethes Faust binnen sechzehn wahren bis zum 16. Juli 1003 44 mal mit vollem Erfolge zur Aufführung gebracht worden. Ms dann Emnrerich Toth die Leitung des Hmises übernahm, wurden die Striche ausgenracht und 1910 erstenmal in uoKent Umfange auf- EAtt. .;n dieser Gestalt hat das Drama bisher 17 Ausftihrcmqen erlebt. Auch m der Provinz hat sich allmählich Doczis Arbeit diiM,'gerungen und heute wird sie überall gegeben, wenn sie sich! auch nicht mit der BÄiebtheit der Gounodscheu Oper messen kami dre seit ihrer ErstausUhrung am 2. Oktober 1863 400 mal gespielt Interessant ist übrigens, daß Ungarn, noch ehe es Goethes die „r^aust"-Parodie des österreichischen Schrift- stellers Julius Hoff beüchte, die zuerst in Arad in den siebzig^ Zahnen aus die Bühne kain und sich bis heute erhalten hat.
^ .7". Tas Zeitun^swesen im französischen ^re Zahl der Schüyengrabenzeitungen, die sich m Frankreich ganz besonderer Beliebtheit erfreuen, ist, wie eme Pariser Schilderung der „Times" aus London berichtet, an der französischen Front imd im Etappengebiet bereits zu solcher Hobe angewaMen, daß dreie Schützengrabenblätter in der Nattonal bibttothet rn Paris bereits eme eigene, ziemlich ansehnliche Ab ^lung zu Ullen vermögen. Tie größte und bekannteste dieser Veroffentlichimgen ist der Rigolboche" (in wöttlicher Uebersctzmig „Teutschenicrchett'), der sich auch anr meisteil durch Soldateuhumor ausgezeichnet. Lehr oft kehtt in den Titeln der Sckützenaraben- blätter das Wott Pollns" wieder. Es gibt ün^MiU^ch der Chanlpagne und raten m der Gegend von Verduii. Ein ll- lnstriertes Bückt von der ^wnt fühtt den Titel „Ter gefiederte Hase , ein anderes heißt Ter indiskrete Soldat". Ini übri^-n wxden twg btc Blatter Kameradschaftlicher Krieg", „Bum voi o- g -'v/ ; "Dre Argomrautcn", „Granateneckw", ,Erste
Lmie imd „Betsaatte Ratte" als die bekauntesten Schützengraben- . ..Merdrngs ist zu bernerken, daß der Humor • k ^..bauftg genug bloß auf den Titel beschränkt äl
mhaltlrch alle inogUchen chauviniWcheu Hetzattikel überwieaen die beweisen daß die ffanzöfischen Soldaten den Pariser Presse- ^ rn dreftr Bez^hung nicht nachstehen trollen. Aeii^rlich find die französischen Etzeipuabenblätter denkbar N von der englischen KvntUrrenz ick auffallender Weise mttc" Text ist meist mck der Hand geschruchen uud in edier verhältNiomaiM^ gerrng«! Anzahl von Ereviplaren arff die biüiaste Wckse vervieffÄtigt. Als chacakterisMies Merkmal ist Jitei
werken, daß der Spott im redaktionellen Dell sich sehr oft aeaen die eig^ien Landsleute^ richtet, so daß das Bestehen einer ffänlcki he^en Kluft zwischen Soldaten und Zivllistcn enthüllt wird Be- wnders scharf werden die französischen Drückeberger anee^riffen noch immer eine große Vdenge gibt^ Auch ^^ ^Zrvüpten besonders darum getadelt, .weil sie allM Mel bon ttch lwren laßen, mehr ftreck^r und sckireiben als nötta ■ üyien überlieferten, durch bk Kriegshetze
eingeschränkten Rechten und Gewohnheiten bestehen. 35
% r f sichln an der Meteorv-
logre^ Auf dre ergötzlichen sranzofiich-englischen Besckmldigun- ^^en Wssseuschaft alle Orfffinalität niw nS-N o^^lling absprecheii möchten, gibt die von Dr. Arnold Ber- .August Pickter geleitete Ixfamnr Wochen -
ÜphVlf "^ ie r? tl J rmrl crS t, ^ a ^ t T Tl// . Tür rin bestimmtes Wisscnscixffts- Meteorologie, eine sehr bündige und schla- gerüe änttvvtt. Oder vrelinehr: )ie läßt einen Belgier die Anrwott erteilen, ^as ist Vineent, der 1905 in einem fleinen Auffatz
«Brüffel) eine Zusammenstellmig fNsammenfaffeuden Werke, Lein urü H,md- bucher über Meteorologie fett dem Mtettunve gegeben bat. Den geordnet, wobei also die deutsch-österreichisc!x-n Veroftenrlichungen vereinigt gen amu n>erden. fi,D me Zahlen
Ufisch^^d 8 Uefoietmwi/%raZ, rtOU|u) bu JoetTe und 4 llebersetzunqen Eiialiicki
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taifden topradien, unter brncu Holllnidisch auf» Rnssisch an der
Was dir inrta>rol<»rnn}t-,i betrifft, so ist von ilm-n miti ilbc^bL Ww tl ' f * iene ! t ' ,TO >'<k tHi-5 Latcim.
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Ö^itariS 1 ber«ksychtla1^ kommri, mif i»
«reff S? .Frankreich und Belgien 70, ans Eiialaud
nuumn^wäi T an l id> aur ^ ^vettovüloglschcn Cnschei-
konrint man ani das gleict^ Verhäktnis: Ocstcwreiw 98. rz-rmikreich mrd Belgien 56. tttia- )Z b , ^.ne,e Zahlen geben denl Ferner,tehenden viel-
Bild von dem besonderen Anteil, den deut- an ben bwrlschritten der Kenntnis von der -nfthiüle der Erde hat. Was den Wert den- deuffel.eu Werke an- geh . so bracht nur an Nanren une Klinckowström, Dwe oder VNlmaun ernuvert ziu werdeii, um zu erweisen, dtiß er dem Um. smrge der imsseiisckiaftlichen deutschen Arbeit aus dem ^iebiece'der Metoorowgie das Gleichgewülit hält. Uebrigens bringt die aZ butotge, .emlure mrd stetl;;e Wirksamkeit der deutschen Mttevro'o.ue ahnt" l '^ hdK rechte, mehr, als man vielleicht


