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22.4.1916 Zweites Blatt
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Nr. 95 Zweites Blatt

Erscheint <8-klch mit Ausnahme des Sonntags.

DieSletzcner LamMendlatter" werden dem Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das ..Ureir-iatl für den «rett Hießen" zweunai wöchentlich. DierandkviNschafUichen Zeit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.

töb. Jahrgang

General-Anzeiger für

§am§tag, 22. Aprü M6

Rotationsdruck und Verlag der Bruhl'schea Unwerfltäts - Buch- und Steindruckerei.

R. Lange, Gießen.

Schriltleitung,Geschäftsstelle u.Druckerei: Schul-

straße 7. Geschäftsstelle u.Berlag:^«Kö1,Schrift-

leitung: ^«112. Adresse für Trahtnachrlchterv Anzeiger Gießen.

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Nriegsbriefe ous dem Westen.

Telegramm unseres Kriegsberichterstatters.

(Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.^

Unsere Erfolge am rechten Ufer der Maas.

Großes Hauptquartier, 20. April.

Genau wie in den Kämpfen westlich der Maas reiht sich auch in den ge§enwärtig>en deutschen Angriffen am rechten Unßufer der Gewinn eines Tages methodisch an die der vorher geltenden. Der Stur in der niedersächsischen Truppen <rus die feindlichen Stellungen südlich des Gehöftes Haudro- tnont limd auf deni Höhenrücken nordwestlich' Thianmont war ein großer Erfolg, aber dieser blieb unvollständig, wenn nicht der Steinbruck) an der Gabelung der Straßen Bras- Louvemiont und Bras-Douaurnvut in unsere Hände kam, der einen Teil der neugewonnenen Stellungen flankierte. Der folgende Tag brachte diesen unzugänglichen und von zahlreichen Maschinengewehren starrenden Steinbruch in unseren Besitz. Der Sturm'auf diese Stellung der Fran­zosen war eine Leistung von glänzender Tapferkeit. Damit hatte der neue Frontal)schnitt einen günstigen, geraden Ver­lauf erhalten und macht ans die Franzosen wohl einen be­unruhigenden Eindruck. Desto nachhaltiger versuchten sie, durch ihre Bisherigen furchtbaren Verluste nicht abgeschreckt, im Caillette-Wald ihre Stellungen zu verbessern. Die Kämpfe dort sind auch für uns sehr schwer, weil die Franzosen das Gebiet sehr genau einsehen und das H-erankommeu jeder Verstärküng beobachten tonnen. Während sich eine sran- Kosis.che Division nach der andern hoffnungslos ini Raume von Verdun verblutet, erhalten die Franzosen eine sehr selt­same Euude von den englischen Bundesgenossen. Diese haben wiederholt jede Bitte um Hikfe niit dem Hinweise auf die ganz igroßen Aufgaben abgeschlagen, die ihnen in Flandern bevor stünden und aus die sie Tag und Nacht gerüstet sein müßten, aber statt daß dort endlich das rätselhafte, oft be­sprochene. Million enheer losbircht, gelingt ein einfachen, deutschen Patrouillen bei kleinen Vorstößen, den Englän­dern sechshundert Meter Stellung und über hundert Ge­fangene ivegznnehmen. Keine Angelegenheit von besonderer Bedeutung, aber im Zusammenhänge muß sie ans fran­zösische Ohren wie ein Pcitschenschlag wirken. Die dort kampsenden kanadischen Hilfstruppen zeigten sich übrigens wenig kriegsbsgeistert und ließen es nicht gu Bajonett­kämpfen kommen, sondern ergaben sich vorher.

W. Sche ue r m a n n, Kriegsberichterstatter.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 22. April 1916.

Osterfeuer und Osterwasicr.

In keinem unserer großen Feste haben sich christlick- kirchliche Bestandteile mit uralt-heidnischen Ueberlieserungen so wunderbar verknüpft und durchdrungen, wie beim Oster­feste dem einzigen, das noch bis zum heutigen Tage seinen altgermanischen Namen bewahrt hat (im skandinavischen Norden hat sich außerdem noch die Bezeichnung des Weih­nachtsfestes alsJnlfest" erhalten). Der Göttin Ostara zu Ehren, die den Frühling versinnbildlichte, haben schon unsere heidnischen Altvordern ans den Höhen des walderfüllten Germaniens Feuer angezündet, die den Sieg der Sonnen- nnd Wonnenzeit über den grimmen Winter verkündeten, und diese Osterfreudenfeuer fjabcn sich durch allen Wechsel des Glaubens und der Gewohnheiten bis in die jüngste Zeit hinein erhalten. Erhalten hat sich auch mannigfacher Glaube, der mit diesem 'Feuer in Verbindung gesetzt wird, als wie insbesondere der, daß sein Schein, soweit er reicht, heilsam und segenskrästig wirkt, die Felder fruchtbar macht, die Siedelnngen schützt gegen Krankheit und Brandungtück. Das Osterfeuer hat sich aber nicht nur als Höhenfeuer, sondern auch in der aus der Weihnachtszeit uns wohlbekannten Form des Fenevrades erhalten. Solche Fenerräder werden zur Osterzeit es mag manchem überraschend klingen noch heute im Städtchen Lügde bei Pyrmont, einer ur­alten, schon zur Zeit der Einführung des Christentums im Sachsenlande genannten Siedelung, abgebrannt. Professor Schumacher in Höxter hat nach eigenen Beobachtungen über diesen Brauch vor einigen Jahren Bericht erstattet. Er wird in Lügde gepflegt durch eine eigene Osterbrnderschast, und die Fenerräder werden auf der Höhe des Osterberges an- gerichtet. Wenn ein Choral erklungen und das Osterfeuer ängezündet ist, dann wird das erste der feurigen Räder zu Tal gesandt: viermal wiederholt sich dieser Vorgang, dann tritt die Rüde und die Nacht in ihr Recht, und nach einem Schlußchoral verläuft sich die Menge. Des Abends aber wird im' Wirtshaus und im häuslichen Kreise noch fleißig über die Osterräder gesprochen; denn w-enn sie gut herabgekom­men sind, so steht ein gutes Jahr in Aussicht, und das, Feld, auf dem ein Rad ansläust, bringt besonders reichen Ertrag. Gegen diese Osterfelier hat schon einmal der Bischof Wilhelm Anton von Paderborn im Jahre 1781 eine Ver­fügung erlassen, sie haben sich aber ihr zum Trotz erhalten, und wir freiten uns, daß Lügde den ehrwürdigen Branch noch heutigen Tages nach Vorvätersitte weiter pflegt.

Allein neben dem weltlichen gibt es auch ein kirchliches Osterfeuer. Es brennt am Heiligen Grabe in Jerusalem; es wird in der katholischen wie in der griechischen uub russi­schen .Kirche gepflegt. Sein tiefer schöner Sinn ist der Neu­beginn, die Auferstehung alles Lebens, die mit der Oster­feier verbuirden ist. Die alte Herdflamme, das Sinnbild des alten Lebens, erlischt, und am geweihten neuen Oster­feuer, das der Priester gesegnet hat, an der Osterkerze, die ihre Flanrme von dort geholt hat, wird das neue Licht, der neue Herd, das neue Leben, entzündet. Und auch dieses heilige Osterfeuer gilt noch bis zum heutigen Tage als be­sonders heilkräftig und gesegnet.

F e u e r u n d Wasser: vereinigt bilden sie das Urbild alten Lebens und allen Lebens kr eis lau fes, nnd so hat an den Symbolen der allgemeinen Erneuerung zur Osterzeit neben den: Feuer.auch das Schwester- und Gegenelement seinen Teil. Wer tvußbe nicht, daß das Wasser in der Oster­nacht geheimer, segensreicher Kräfte voll ist, daß man in dieser heiligen Nacht in Brunnen und Wassern die Zukunft erkunden kann, daß man mit den gesegneten Tropfen, die man zu dieser Zeit dem Quell entnimmt, .haus und Mensch

und Vieh besprengt, um sie vor Krankheit und Unglück zu bewahren! Vor allem aber ist es das fließende Wasser, das an Osterzauber uird Ostersegen reich ist, die schon im germanischen Heidentum geprieseneH e i l w o g e". Mög lichst gleichzeitig init beni Aufgange der Ostersonne, der neugeborencii, weltheilkündenden, muß das befruchtende unk segenbringende Wasser der .Heilwoge geschöpft sein, soll es |ciue Wirkung bewähren, ob nun von seiner Anwendung die Schöne die Entfernung entstellender Sommersprossen, ob die sorgsame Hausfrail die Abwehr des Ungeziefers oder ob der Bauer das Gedeihen der Frucht davon erhoffe und erwarte. Ein besonders schöner nnd sinnvoller Brauch aber ist es, daß das Volk sich von Brunnen und Bächen in der Ost er nacht nicht nur Segen und Hilfe holt, sondern daß es dem Wasser auch seine fromme" Verehrung bekundet. Frühlingsblumen werden in manchen deutschen Gauen zur Osterzeit ins Wasser geworfen, und die Brunnen werden geschrnückt, um dem heiligen Elemente Dank und Verehrung zu bezeigen. So kehrt unser Volksbrauch am Feste der Auf­erstehung gleichsam instinktmäßig zu den Urquellen alles Lebens, zu den Elementen zurück, und durch sinnreiche Ver­flechtung des Aeltesten und des Neueren ist der eigentüm­liche Reiz und Zauber entstanden, den gerade die' Osterseier von je ausgeübt hat und noch immer auSübt.

*

** Das Auge ö e s Gesetzes wacht. Am Donners­tag vormittag hat unsere Polizei einer Frankfurterin wieder für ruiid 30 Mark Fleisch abgenommen, die diese bei hiesigen Metzgern z-nsanrmengehainstert hatte, um sie nach Frankfurt auszuführen. Ein Rindsbraten, ein Kalbsbraten von je

3 Pfund, ein Preßkopf, eine Leberwurst, eine Fleischwurst und 5 Pfund Dörrfleisch, welche mit Beschlag belegt wurden, wandcrtcn in die städtische Nahrungsmittel-Verkäussstelle in der Neusttrdt, wo die Waren etwa 20Pfeniiig pro Pfund unter Ladenpreis schnell abgesetzt wurden. Der Erlös für die gehamsterte Ware stießt vorerst der Staatsanwaltschaft zu. Unsere Schutzleute scheinen ein scharfes Auge beim Fleischausfuhrverbvte zu haben.

** Querpfeife nnd Mundharmonika. Von der Düna geht uns folgende Bitte zu:Würden Sie die Freundlick-- kcit haben, in einer ihrer nächsten Nummern nach dem Stifter einer Querpfeife und einiger Mundharmonikas zu fragen. Nach

4 Monaten Schützengraben sind wir in Ruhe gekommen und das Bedürfnis nach Unterhaltungs-Instrumenten ist groß." Ta ähn­liche Bitten unserer Feldgrauen durch unsere Vermittlung bisher immer sehr schnell erhört wurden, so wird sich wohl auch diesmal ein wohlmeinender Spender si'.rdcn lassen, zumal, da cs sich um Angehörige eines hessischen Regimentes handelt. Wir sind gerne bereit, die Adresse zu vermitteln.

** Eine Mahnung a n unhöfliche Lebens- m i t t e l v c r k ä u f e r. Der Stadtrat von Zittau rügt in einer öffentlichen Bekanntmachung scharf das Verhalten mancher Ver­käufer von Lebensmitteln, die es dem Publikum gegenüber an der nötigen Höflichk ei t _ fehlen lassen. Ter Stadtrat würde sich, wie er sagt, veranlagt sehen, wenn weitere derartige Klagen ein- gehen, den betreffenden Händler von der Zuteilung der durch die Stadtverwaltung bezogenen Warm ansznschließen. Der Stadtrat weist ferner daraus hin, daß jeder Händler verpflichtet ist, Lebensmittel an jeden Käufer abzugeben, so lange er die ver­langte Ware besitzt. Die Einwohnerschaft wird vom Stadtrat er­sucht, Fälle von Unhöflichkeit anzuzeigen, damit er im Fall der Bestätigung unnachsichtlich Vorgehen könne.

** Schutz gegen V o g e l s r a ß. Zu den schlimmsten Fein­den des Kleingartens geholfen die Vögel, besonders die direkt zur Plage werdenden Spatzen, die die jungen Keimlinge fast aller Saaten und Pflänzlinge vemicksten. Ter beste Schutz gegen den Vogelfraß, durch den manches Ernteerträgnis völlig vernichtet wird, sind über die Beete kreuz und gner gespannte schwarze Fäden, welche die Vögel nicht sehen und durch deren Berührung sie derart erschreckt lverden, daß sie Beete und Garten meiden.

** Mahnung an alle Hundebesitzer. Mljährlichl wird von Nattirfreunden, Jägern und Tierschützlern im Frühling, wo die Vögel und Tiere des Feldes und Waldes Junge bekommen, gemahnt, die Hunde draußen an die Leine zu nehmen: denn es ist eine Rohheit, die hilflosen Kleinen der- Eltern zu berauben oder sie selbst zu vernichten, wie das jeder Hund tut, der sie findet. In diesem Jahre nun, wo namentlich im Interesse der Minder­bemittelten die Jagden schon stark abgeschossen wurden denn Wildpret war allein billiges Fleisch muß der Volkswirt- s &,\a r 11 e r seine Stimme erheben zur Schonung jeder Kreattir, die, wenn ausgewachsen, der Volksernährung dienen kann. Die Stadt Frankfurt a. M. bat deslxflb kurzerhand allein .Hundebesitzern gebo­ten, in dem dortigen ausgedehnten Stadttvald ihre Tiere an der Leine zu führen, ganz einerlei, ob die benutzten Wege und Straßen direkte Verbindungen einzelner Ortschaften sind oder nicht. Tie Forstbehörde nruß überall nötigenfalls durch erhöhte Strafen auf die Befolgung dieser Maßregel halten. Schließlich steht ja auch nach § 225 des Bürgerlichen Gesetzbuches dm Jagdpächtem und Forstschutzbeamtm das Recht der Selbsthilfe dirrch Erschießen des jagenden Hundes zu. Noch mran genehmer wird die zivil rechtlich Schadenersatzklage des Jagdpächters, zu der dieser berechtigt ist, wenn ein Stück Wild über die Grenze gejagt oder gerissm wirb. Der Betrag von 100 Nöaük würde vom Gericht z. B. für ein Reh zu g e r i ri g anzusehm. Wer jetzt seinen Hrmd drairßm umber - laufen läßt, beraultt also nicht nur unser Volk eines wichtigen und billigen Nahrungsmittels, sondern macht sich selbst viel Unanrrehm- lickiteiten .und große Kosten, darum: Alle Hunde in Wald urrd Feld an die Leine!

Spidplan der vereinigten Sranffurter Sladttheater.

Opernhaus.

Sonntag, den 23. Avril, abeiids 7 Uhr:Der Bärenhäuter." In 3 Akten von Siegfried Wagner. Atontag, den 24. April, nach- inittags 5 Uhr: Zuglmsteir des Roten Kreuzes:Parsisal." Große Preise mit 10 -6 Altsschlag. Dienstag, den 25. dlpril. abends 7 Uhr: ..Uiidine.- Dttttivoch, den 26. April, abends 7 1 /, Uhr:Die Kaiserin." Donnerstag, den 27. April, abeiids 7 Uhr:Der Bärenhäuter." Freitag, beu 28. April, abends 7'/, llhr:Mona Lisa." Samstag, ben 29. April, abends 7 Uhr:Margarethe." Sonntag, den

30. April, abends 6 Uhr:Der Rosenkavalier." Atontag, beu

1. Mai, geschloffen.

Schauspielhaus.

Sonntag, den 23. April, nachnr. 3'/, Uhr:Glaube und Heimat." Abends 7 llhr: Zllm 300jähripen Todestag Shakespeares: Zu­gunsten des Roten Kreuzes:Hamlet." Kleine Preise mit 10 % Aufschlag. Montag, den 24. April, nachnrittags 3', Uhr: Deutscher Komödienabend:Der Fremde." Hieratls:Fritzchen."

Dann:Die sittliche Forderung." Zunr Schluß: »Die Hasen-

psote." Abends 7'/, Uhr:Da^ Winlermärchen." Dleirstag, den 25. April, abends 7 Uhr:Antoirius nnd Cleopatra." Mittivoch, den 26. April, abends 7V, Uhr:Der Kaufmann von Venedig." Donnerstag, den 27. April, abends 7 Uhr:Roineo «nd Julia."

Freitag, den 2*. April, abends 7'/, Uhr:Was ihr woNt." Sams­tag. den 29. April, abends 7'/. Uhr: Zum ersten Male: ,,^ie oere von Orleans." Bon Shakespeare. Szenen ausKönig Heno viel) VI.", für die Bühne bearbeitet von Max Grube £>ierain: Komödie der Irrungen." Soiurtag, den 36. ?lpril, nachinitrags p/, Uhr:Tie deutschen Klein'iädter." Abends 7 Uhr:Traumulus, blöntag, den 1. Mai. abends 7% Uhr:Die Hexe von Orleans öleraiif: »Tie Komödie der Irrungen." _

Börsen-Wochenbericht.

Frankfurt a. M., 22. April.

Im freien Verkehr der Börse war auch in der abg,-- lausenen Woäi-.z daö Geschäft zeitweise wieder recht lebhaft rmd die Kurse blieben locitcr nach oben gerichtet ttotz vielsackier Glatt- stcllungen, die infolge der bevorstehenden Feiertage vorgenommm wurden. Tie herrschende Zuversicht gründet sich vor allem nach ivie vor aus die günstige militärische und politische Lage. In letzterer Beziehung machten nammtlich die entschiedene Hal­tung Hollands, sowie die Annäherung der Zentralmöchtt an Ru­mänien, wie es in dem jüngsten Handelsabkommen beknndet wird, günstigen Eindruck. Im übrigen nähern rvir ims jetzt der Zeit .ec neuen Ernte, die nach dm Feststellungm des preußischen Landwirtsckastsministers erfrmlickgerweise zu den besten H-offtnmgen berechnet, und außerdem der Umstand, daß dieses Jahr zum crstm- mal die großen Erntm in den besetzten Gebieten zur Verfügung stehen, ebenfalls dazu beitragm wird, die Knappheit an gewissen Nahrungs- und Futtermitteln zu beheben.^ Tie Lage der In­dustrie bleibt über alles Erwarten günstig, da die Kriegsarbcit nicht nur mit angesttengter Beschäftigung, sondenr erfreulicherweise auch mit lohnenden Erträgnissm verbnndm ist, so daß die Werke trotz der Lkb'chnürung vonr Auslandsmarkt in die Lage kommen, nnt den allergüustigstm Resultaten vor die Mtionäre zu tretm. Im Vordergründe standm M v n ta n p api er c, von denen na­mentlich Phönix, Harpmer, Gelsenlirckiener, Bochnmer und Tmtsch- Lllxemburger lebhaft gehandelt wurdm. Von R ü st u n g s w e r- ten waren Taimler stark bevorzugt auf dm Verlauf der General­versammlung. Man glarcht hier, daß die Bestrebungm der Oppo­sition van Erfolg sein werdm, zumal da bekannt nmrde, daß innerhalb der Verwalttmg die Anschauungen über die Tividmden- politik auscinandergshen und ein einflußreicher Teil des Auf-, sichtsrats eine große Znwmdung. an die Aktionäre befürwortet. Bon der Höherbewertung der Taimler-Aktim nnirdm ailch Bmz, Nhünmetall und Deutsche Waffen angeregt. Schr feste Haltung zeigten auch Humbold-Maschinen, Obevurseler Motoren, Neckars- ulmer Fahrradwerke und Dülfeldorf-Ratinger Röhrmkesstl, ferner warm Chemische Werte wie Höchster Farb'.verke, Farbtverke Mühl­heim, Gries beim er, Scheideanstalt, Albert und Holzverkohlung ge­fragt und höl-er. Andere ^rdustriepapiere waren vräshaltmd, ebenso Bankaktien. Schiffahrtsaktien schwaären sich aiff die Meinungsverfchiedenheiten Deutschlands mit Amerika etwas ab. A n l a g e w er t e warm still imd aut behauptet. Geld blieb weiter flüssig. Privardiskontm stelltm sich auf etwa 3 5 / 8 Prozent. Am Devisenmarkt erregte der starke Rückgang der Devise Holland einiaes Auffeben: er steht im Zusammenhang mit der bcdmtendm Verbesserung der deutschen Zahtungsbibrnz.

Markte.

Gießen, 2?. 'April. Marktbericht. Aus dem heungen Wo^benmarkt kostete: Butter daS Pfund 1,900,00 Mk.: Hühner­eier das Stück 1820 Pfennig; Käse 810 Pfennig, Kase­matte 3 P'enuig das Stück; Welsche 0.000,00 Mk.; Ochsenflcisch das Pümd 2,00 - 0,00Mk.. Kuhffeisch 2.00-0,00Mk. das Pfund, Nindsteisch das Pfund 2,00-0,00 Mk.. Schrvenrefleisch das Pfund 1.80-0,00 Mk., Kalbfleisch das Piund 2,00 - 0,00 Mk., Hamnielfleisch das Pfund 2,000,00 Mk.; Kattoffeln der Zentner 0,00 Mk.; Zivicbeln da? Pfund 3540 Pfq.; Milch das Liter 28 Pfg.; Nüsse 100 Stück 00-00 Pfg.; Spinat 25-30 Pfg. das Ptund, Kopfsalat 15 25 Pfg., Karotten 15 Pfg. das Päckchen, Lauch 8 bis 12 Pfennig das Päckchen, Rhabarber das Pfund 20 Pig., Sellerie das Stück 10 40Pfg. Marktzeit von 7 bis 1 llhr.

F-ürRheuniatiker nnd 9!euralgielerdende.

Kann seit langen Jahren zum erben Male wieder gehen.

Herr Heinrich. München, schreibt:Da ich schon seit mehreren Jabren fürchierlicheSchincr^en in meinemKniehatteundaÜe ärztliche Hilfe, die ich bis jetzt gebrauchte, vergebens war, wandte ich mich noch in ineiuer Verziveiflung an Togal-Tabletten. Nach dem Gebrauch von ca. 3Tagen waren die schmerzen vollständig weg und seit 4 Wochen empfinde ich nicht den geringsten Schmerz und kann jetzt wieder lausen, während ich früher nicht mehr wußte, wie ich vom Platze kommen sollte." Aebnliche Erfahrungen und noch überraschendere Erfolge erhielten viele andere, welche Togal nicht nur beiRbeuntaliS- muS, sondern auch bei Kovsschmerzon. Herenschnß, Ischias, Schiuerzen in den Gelenken, sowie bei Influenza gebrauchten. Togal löfl die Harnsäure, daS verheerende Selbstgift, wodurch ebenso rasche wie anhaltende Erfolge erzielt werden Alle Apotheken führen Toanl- Tab letten, vest. : AciU. acet. sallc. Chinin Mg. LI. 2625ss

Wichtige Bettenfrage bei Materialmangel.

Erst recht ist es jetzt, )xto fast keine Pflanzenbauneü (KapoT) und keine Roßhaare vorbanbm, also Kcttwkmatranen fast so teuer wie Roßbiarmatratzen sind-, eine Notwenoigkeil. uvemz 3teil. MatratzenStabil", patmtamtl. gesch. unter Nr. 420 634 (Ansatz Verbesserung beim Patentamt angemelbet). in 2lnu>endung zn bringen. Noch genügender Vorrat in Kapok mit Rvßlxiarüber- läge erniöglicht. die Vorzüge des gesunbm Lagers einer Roßl>aar- mattatzc zu erreickien. Jederzeit in flioßhaarimttratzm amzuäudern. Auch Kapoküberlage mit Einlage billigeren Materials gibt seit Jahren bestbewährte nnd noch bfllige Matratzen. .Hofmöbel-> Bettmfabrik Th. Brück, Gießen. 2956

Amtlicher Teil.

BclanntMachung.

In der Zeit vom 1. bis 15. Avril wurdm in hiesiger Stadr gefunden: 1 Regenschirm, 2 Dortemomraies mit Inhalt, ein Kinderporteuwnnaie mit Inhalt:

verloren: 1 Brille, 1 blaue wollene Mlädckrmmütze mit oliv- grünem Rmck». 1 goldene Damemrbr ohne Ztzetw, 1 Porte- nwirnaie mit etwa 8 Mark (dalni 1 Fünffnarksckreffü. 1 Por­temonnaie mit 11,50 Mk., 1 Zwanzigmarkschein. 1 glfldmer Ohrving mit Granatm besetzt, 1 kleine Emaille Br>> schloarz mit Perlblümchen in der Mitte, auf der Rückseite Photographie, 1 Portemonnaie mit 2 Fünffnarkfchcincn rrnd ettvas Kleingeld, sowie Jagdschein auf den Namen Tbies lautend:

entlaufen: 1 Dobermarinlaend:

zugelaufen: 1 RattenpmstlZer und 1 Spitzlümd.

Die Empfanqsbervckttigten der gefundeum Gegenstände belie- bm iTyrc Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen.

Tie Mholnng der ^fundenm Gegellstände kann an jcdent Wochmtag von 1112 Uhr vormittags nnd 45 Ul r nachmittags bei nnterzeickaveter Behörde, Zinnner 9tr. 1, erfolgen.

Gießen, den 15. Aptil 1916.

Gwßherzogliches Polizeiamt Gießen.

I. A.: Pfeffer.