Ausgabe 
7.4.1916 Erstes Blatt
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oero c* nicht um die TtMjchuug de- ^usi.a;u)es zu tun i|t, |oiu>etn der wHl Be.vußtscin spricht, daß er und sein Kaiser mir ein« fried­liche politische und ivirtschastliche Enffvickelung des Volkes wollten und an dem jetzigen furchtbaren Völkerkrieg keine Schuld tragen.

A m st e r d a m, 6. Avril. (WTB. Nichtamtlich)Handels- b l a d" schreibt über die Rede des deutschen Reichskanz­lers: stark die Friedensliebe, die der Reichskanzler persön­

lich suhlt, auch in seiner gestrigen Rede zum Ausdruck kam, glauben wir doch seinen Worten entnehmen zu müssen, das; sich in der Haltung Deutschlands wenig geändert hat und das deutsche Krie«s- ziel dasselbe geblieben ist. Obwohl in der Rede des Herrn von Bethmann Hollweg vieles enthalten ist, was wir hier in unserem neutraler; Staate, wo wir so herzlich der; Frieden herbeisehnen, mit Zustimmung gelesen haben, so können wir doch nicht vergessen, das; hei aller Vorsicht in der Wahl der Worte der Kern der Rede des Reichskanzlers doch so wenig Hoffnung auf einen baldigen Frie­den .einflößt, wie die Aeußerungen, die stets von der anderen Seite gehört werden. Das Matt ist mit der Erklärung des Reichskanzlers über den U-Bootkrieg nicht ganz zufrieden, nennt sie undeutlich und betont das Recht der Niederlande, daß kein Schiff torpediert werde, wenn nicht sicher festgestellt ist, daß es kein holländisches Schiff ist.

Liebesgaben des Königs von Bayern.

Luzern, 6. April. (WTB. Nichtamtlich.) Ten in den Kur­orten am Vierwaldstättersee, Weggis, Cersau, Buochs, Brunnen und Flüelen kürzlich aus Frankreich eingetroffenen kranken deutschen Kriegsgefangenen wurde dieser Tage eine freudige Ueberraschung bereitet. Sie erhielten Liebes­gaben, die König Ludwig von Bayern in hochherziger Weise un­seren von der Schweiz gastfreimdlichst beherbergten Kriegern ge­sendet hatte. Der mit der Verteilung der Gaben betraute bayerische Kapuziner Coelestin Schwaighofer, der als Konsulator der päpst­lichen Kongregationen zurzeit in der Schweiz weilt, hielt an je­dem Ort in Gegenwart des Schweizer Kommandanten an die Mannschaften eine vaterländische Ansprache und überreichte im Auf­träge des Königs Geschenke, die aus Zigarren, Zigaretten, Schoko­lade und nützlichen Gegenständen bestanden. Der Gesundheitszu­stand der Mannschaften ist den Verhältnissen entsprechend günstig, die Unterkunstsverhältuisse sind vortrefflich Nicht genug zu rühmen, ist die aufrichtige Hochherzigkeit, mit der die biedere Bevölkerung der Urkantone imseren Kriegern begegnet. Kommenden Sonntag wird die Verteilung der von König Ludwig gespendeten Liebes­gaben in Davos fortgesetzt.

Aus dem Reiche.

Die Altersrente und die Waisenrente in der Invaliden^ Versicherung.

Berlin, 6. April. (WTB. Nichtamtlich.) Der dem Reichstag zugegangene Entwurf eines Gesetzes betreffend die Altersrente und die Waisenrente in der Invalidenversicherung ändert § 1257 der Reichsversicherungsordnnng wie folgt: Altersrente erhält der Versicherte vom vollendeten 65. Lebensjahre an, auch wenn er noch nicht Invalide ist. § 1292 erhält folgende Fassung. Der Anteil der Versicherungsanstalt beträgt bei Witwen- und Witwerrenten drei Zehntel, bei Waisenrenten für eine Waise drei Zwanzigstel, für jede weitere Waise ein Zwanzigstel des Grundbetrages und der Steigerungssätze der Invalidenrente, die der Ernährer zurzeit seines Todes bezog oder bei seiner Invalidität bezogen hätte.

Die Neuuniformierung des bayrischen Heeres.

München, 6. April. (WTB. Nichtamtlich.) Durch königliche Entschließung ist eine Neuuniformierung des bayerischen Heeres angeordnet worden. Die Hauptbestimmung der Entschließung ist die, daß das Grund­tuch des Wasfenrockes, Hose und Schirmmütze ebenso wie jetzt int Kriege auch nach diesem feldgrau bleiben wird. Ein besonderes Kennzeichen erhält die bayerische Armee durch eine schmale, blauweiß gerautete Borde, die an dem .Kragen sämtlicher Kleidungsstücke der neuen Art angebracht wird.

Die mittlere Sonnenzeit.

Berlin, 6. April. (WTB. Amtlich.) Der Bundes­rat hat heute beschlossen, daß in der Zeit vom I.Mai bis 30. September 1916 anstelle der mitteleuropäischen Zeit, die in Deutschland durch Reichsgesetz vom 12. März 1893 ein­geführt worden ist, als gesetzliche Zeit die mittlereSon- n e n z e i t des 30 . Längengrades östlich von Greenwich gelten soll. Das bedeutet, daß die Uhren für diese Zeitspanne u m eineStunde vor zu stellen sind. Demgemäß wird der I.Mai 1916 bereits am 30 . April 1916 nachmittags 11 Uhr beginnen, der 30 . September 1916 aber um eine Stunde ver­längert werden, damit am 1. Oktober 1916 die mitteleuro­päische Zeit wieder in Kraft treten kann.

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Berlin, 6. April. (WTB.) Fm Hau Pt aus schuß des Reichstages wurde bei Beratung des Etats für die Reichsjustizverwaltung ein Antrag betreffend eine Ent­lastung der Gerichte gegen zwei Stimmer: abgelehnt. Mit großer Mehrheit wurde der Anttag angenommen, daß alsbald eine Aendernng unter Berücksichtigung der gewon­nenen Erfahrungen und insonderheit die ßß 19 und 22 auf­gehoben werden und im § 20 die Berufungsmöglichkeit er­weitert werde. Weiter verlangt der Antrag, daß vor Erlaß einer Verordnung die Vertreter der Rechtsanwälte gehört werden.

Ans Stadt rrnd Land.

Gießen, 7. April 1916.

** D i e Himmelserscheinung am Montag ist besonders im nördlichen Teil des Kreises Marburg und im Kreise Frankenberg deutlich beobachtet worden. Die Leute hörten zunächst einen starken Donnerschlag, dem ein dumpfes Rollen folgte. Tann erschien eine große feurige Kugel, die einen langen Schweif, der fast 5 Minuten lang sichtbar war, hinterließ. Im Burgwalde arbeitende Holz­macher wollen sogar gemerkt haben, daß nach dem Einschlag der Boden zitterte. Selbstredend gibt die Erscheinung dem Aberglauben große Nahrung, und es erzählen sogar manche Leute von' Schriftlichen, die im strahlenden Schweife zu sehen gewesen wären. Derartige.Phantastereien sind natürlich ein barer Unsinn, dem man nicht scharf genug entgegetreten kann.

** Die V c r mißt e n von Quesnvy. Vor einiger Zeit haben wir darüber berichtet, daß der Bezirksausschuß Gießen zur Ermittelung vermißter und kriegsgefangener Deutscher eine telegraphische Anfrage nach der Stadt Nanaimo in Kanada gerichtet hat, mit der Ansrage, ob dort deutsche Gefangene aus den Kämpfer; bei Quesnoy interniert seien. Die telegraphische Antwort ist, wie wir eben erfahren, über Frankfurt eingelaufen. Demnach befinden sich in Nanaimo nur Gefangene vom SchiffKaiser Wil­helm" und internierte Zivilpersonen. Kriegsgefangene Sol­daten von der westlicher' Front sind in Kanada nicht

tnternierl. Wir werden morgen noch einmal näher auf die ganze Angelegenheit zurückkommen, die durch eine myste­riöse Karte hervorgerufen wurde.

**DieFrühjahrskontrollversamm l u n g e n 1916 im Kreise Gießen beginnen Dienstag, den 11. April, vormittags 9 Uhr. Wir machen nochmals ans die arntliche Bekanntmachung im Anzeigenteil unseres heutigen Blattes aufmerksam.

** Stadttheater. Aus Dem Stadttheaterbüro mttb mit* geteilt: Eine ganz besondere Darbietung bringt noch die letzte Woche vor Schluß der Spielzeit, indem am Dienstag, den 11. April, eine einmalige Aufführung von August Strind- b e r g sOstern" durch das Maria R e h o s f - Ensemble, das ja hier durch frühere Ibsen-Gastspiele bestens bekannt ist, statt­findet. Der Dichter will in seinen:Passionsspiel" genannten Werk ein menschlich dramatisches Gegenspiel zu den Stimmungen geben, die um die Osterzeit durch die Vorgänge in der Natur in nns aus­gelöst werden. Eine Aufführung des Werkes vor etwa einem Jahre im Frankfurter Schauspielhaus durch ein Gesamtgastspiel des Dresdener Hoftheaters hatte damals tiefsten Eindruck gemacht.

Kreis Friedberg.

# Aus der Wetterau, 7. April. Begünstigt durch das herrliche /Wetter sind die Bauersleute' mit der >Aussaat fertig geworden. Der milde Regen hat nun das Seine getan, so daß, wie der Landmann sagt, die Frucht schon in Reihen steht. Soeben ist man damit beschäftigt, die Kartoffeläcker zu düngen und zum Setzen vorzubereiten. Frühkartoffeln werden schon hier und da gesteckt. Ueberall blüht jetzt der Wintersamen. Herrlich gelb leuchten die Aecker hervor, den Bienen reichliche Nahrung liefernd. Der Klee zeigt einen prächtigen Stand, und so ist zu hoffen, daß bei den zu er­wartenden guten Futterverhaltnissen die Buttennot wenn auch nicht behoben, so doch gemildert wird. Was die Ob st­anssichten betrifft, so kann wohl gesagt werden, daß es dieses Jahr eine reiche Steinobsternte gibt, während Kernobst eine knappe Mittelernte verspricht. Geringen Blütenansatz zeigen die besseren As selsorten, Busche und Spalierobst haben reichlich angesetzt.

Kreis Schotten.

# Babenhausen, 6. April. Die Hessische Tapserkeits- medaille erhielt der Gefreite Scharmann.

Kreis Wetzlar.

ra. Aßlar, 7. April. Unteroffizier der Reserve Heinrich Kaps aus dem nahen Klern-Altenstädten wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet.

ra.Aus der Bürgermeisterei Atzb ach-Launs- bach, 6. April. Kreishaushaltungslehrerin Frl. Müller inspizierte in diesen Tagen den Industrie-Unterricht in sämtlichen Schulen der Bürgermeisterei. Dieser Unter­richt war wohl ehedem ein Stiefkind unserer Landschulen, ist aber jetzt durch einen einheitlichen Plan von Erfolg gekrönt.

ra. Wetzlar, 7. April. Haushaltungskurse für erwachsene Mädchen wurden diesmal in unserm Kreise nur zwei zu Krofdorf und Aßlar abaehalten. Beide waren über Erwarten stark besucht, ja die Anmeldungen konnten an beiden Orten nicht alle berücksichtigt werden

Hessen-Nassau.

ra. B iedenkops, 7. April. Stadtförster Jakobi, welcher nahezu 42 Jahre unseren städtischen Waldungen Vorstand, ist in Ruhestand getreten.

e. Frankfurt, 7. April. Am kommenden Sonntag ist im Zoologischen Garten der Eintritt während des ganzen Tages auf 50 Pfg. (Kinder 25 Pfg.) herabgesetzt. Der Eintritt in das Aguarium mit den teilweise neu und naturgemäß eingerichteten Reptilien- und Lurchbehältern ist auf 20 Pfg. für die Person ermäßigt. Nachmittags 4 Uhr und abends 8 Uhr finden Konzerte statt.

vermischte». ,

* Dfts Marketender wesen einst und jetzt. Von dem farbigen, romantischen Marketenderwesen. aus der Zeit Wallen­steins, wie wir es ans der Dichtung Schillers kennen, bis zum Marketender des Weltkrieges ist ein weiter Weg. Stets aber er­freute der Markertendenvagen sich der größten Beliebtheit bei den Soldaten, und wenn das nwdenne Marketenderwesen auch prosaischer ist als da^ der Vergangenheit, so hat cs doch wieder andere, rein praktische Vorzüge, die ihm eine Sonderstellung im Felde sichern. Der Hauptwert des Marketcnderwagens besteht, wie rn einem Ar­tikel von Kurt Ziesenitz im nächsten Heft der bei der Deutschen VerlagS-Anstalt in Stuttgart erscheinenden ZeitschriftUeber Land und Meer" ausgeführt wird, in dem Urnstaird, daß er dem Heere alle die kleinen Unentbehrlichkeiten zuführt, auf deren Mitführnng im Kriege sin Heer von sich aus unbedingt verzichten muß, wenn es schlagfertig sein will, die aber das Dasein des Soldaten in den Stunden der Ruhe und Muße verschönen. Deshalb haben die Heere aller Zeiten den: Marketender ein kleines Plätzchen in ihrem Orga­nismus gegönnt, nnd auch unsere inoderne Heeresverwaltung ließ es ihm, indem sie bestimmte, daß von den fünf LebenSmittclwagen, die ein Bataillon in den Krieg mitnimmt, einer der Markelenoer­wagen sei. Zu seiner Führung wird eine vertrauenswürdige ältere Persönlichkeit bestimmt, die verpflichtet ist, gegen einen von der Heeresverwaltung festge etzten Pre s den Soldaten im Felde die Mar­ketenderwaren zu verkaufen. Im 15. Jahrhundert war in den Feldlagern dem Marketenderioagcn der Platz angewiesen worden, an dem auch der Galgen stand, als ein recht fataler Mahner an das, was dem unehrlichen Marketender oder Merkadanten, wie er noch damals hieß, drohte. Er trat anfangs als bescheidener Händler auf, der seine Wttrsn in der Kiepe mit sich trug. Bald aber be­gegnet man seinen großen Verkaufsständen im Lager, in denen er nicht nur Tand feilhält, sondern auch andere notwendige Lebens­mittel. Die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht nrachte auch dein romantischen Abenteurerleben der Marketender ein Ende. Aber im Grunde blieb der Marketender, was er war, halb Kaufmann, halb Soldat. Die Marketeirdec haben auch in diesem Kriege ihre Schuldigkeit getan, ja in geradezu unvergleichlicher Weise sich den modernen Bedürfnissen unserer Riesenhecrc anzupafsen verstanden. Wenn wir erfahren, daß ein kleiner Marketenderwagen etwa für 4000 Mark leichte Waren bergen kann und daß der Tagesumsatz einer solchen kleinen Marketenderei im Lause des Feldzuges sich aus 1000 Mark gesteigert hat, so bekommen wir einen Begriff von der intensiven Arbeit, die hier hat geleistet tverden Müssen, um diesen monatlichen Umsatz von 30 000 Mark zu ermöglichen und in Fluß zu halten. Aber nicht nur im kLeiwen hat miau in diesem Kttege Anerkennenswertes geleistet. Die ungeheuren Truppenmengen, die an unseren Fronten versammelt sind, haben auch dementsprechende großzügige Neuschöpfungen auf dein weiten Gebiete des Marketen­derwesens gezeitigt. So schuf man für die einzelnen Korpsverbände besondere Korpsrnarketendereien von einer dttartigen Reichhaltigkeit und Vollkomnrenheit in ihren Vorräten, daß dieselben unerreicht dastehen und wohl den für sie geprägten AusdruckKriegswaren­häuser" rechtfertigen.

* DieDaily Mail" als Ratgeber für Ehe­frauen. Die Poesie der Ehe hat in England unter der Einwir­kung des Krieges seltsame Umwandlungen durchgenmcht. Als der Rekrutierungsplan Lord Derbys der übrigens längst sein völlig ges Fiasko erleben mußte bekannt wurde, schenkte man der Mitteilung von der Dienstfteilheit der verheirateten Männer ganz befördere Beackstnng. Die Folge ivar, daß Tausende von wenig kriegsdürstigen Männern sich in das jedenfalls weniger lebens­gefährlichere Abenteuer der Ehe stürzten. Aber da in Großbri­tannien auch die Regierungsversprechungen keinen Ewigkeitswert besitzen, tvurde die Dienstpflicht bald auch auf die verheirateten Kandidaten des Derby-Systems ausgedehnt. Nun sitzen die un­glückseligen englischen Männer, die auf so schlaue Weise deu Ge­fahren an der Front entrinnen zu können gedachten, in der Falle.

S;e lverden trotz alledem Soldaten und haben außerdem die goldene Freiheit ihres Junggesellendaseins eingebüft. Daher befürchtet man, daß die Zahl der Ehescheidungsanträge fiel: bald ebenso häufen könnte , wie vorher die der Eheschließungen. Um dein vorzubeu­gen, sucht dieDaily Mttil" durch eine Reihe sorgfältig nume­rierter Ratschläge für die jungen Frauen das lose Eheband fester zu knüpfen.Die Hauptsache in der Ehe." versickert das Blatt mit gewichtigem Nachdruck,war, ist und bleibt bte Liebe. Und die meisten Ehen werden nur darum aufgelöst, weil die Frauen sich nicht genügend bemühen, die Liebe ihrer Männer zu bewahren. Die meisten Frauen, besonders in England, glauben durch den Ehe­ring den Mann zu ewig gleichbleibenoer Liebe gezwungen zu haben und verzichten daher au; jede weitere Bemühung in biefer Rich­tung. Sie verlassen sich auf die. Gesetze der Kirche, ohne die Ge­setze des menschlichen Herzens in Betracht zu ziehen. Die folgen­den Ratschläge sind einzig und allein geeignet, den Frauen die Liebe und Bewunderung zu sichern, die sie wünschen: 1. Halte dich immer gesund, so wirst du deine Schönheit am sichersten bewahren. Bewegung und ein tätiges, nicht im Luxus vergehendes Leben sind 'hierzu die besten Mittel. Belaste nicht deinen Mann mit deinen kleinlichen Sorgen, die mit dem Ernste des Lebens nichts zu tun haben. 2. Halte deinen Haushalt durch persönliche Aufsicht in Ord­nung. Lasse die Wäsche nach Möglichkeit im Hause waschen, um zu sparen, treibe aber nicht die Sparsamkeit in falscher Weise, in­dem du zu Hause ungepflegt und in Gesellschaft überflüssig kostbar gelleidet erscheinst. 3. Folge in deiner Kleidung triefjt jeder Mode­torheit mte eine Anziehvnppc. Bedenke dabei stets die Grenzen des Einkommens deines Marmes. 4. Lies gute Bücher und bringe den Geschäften deines Mannes Interesse entgegen. Höre auf die Meinungen erfahrener Leute, bevor du dir eigenwillig ein Urteil bildest. 5. Wende deinen Liebreiz deinen: Gatten gegenüber auf und benütze die Waffen, die dir die Natur verliehen hat, nicht im Klub oder im Seebad, sondern zu Hause. 6. Suche den Ernst und die Sorgen des Lebens zu verstehen." Es fällt nicht schwer, aus diesen Ratschlägen derDaily Mail" die Bemühung herauszu­lesen, den; Ernst des Krieges wieder einrnal die dem englische;; Publikum gegenüber so notwendige Betonung zu verleihen. Ob aber die englischen Frauen derDaily Mail" gehorchen werden, bleibt eine andere Frage.

Yüchertisch.

I m A r g o n n e r w a l d. Worte nach Landwehrinann Wolter, Melodie von Rittmeister Sachse. Neu bearbeitet von Wilh. Gößler. 2. Austage. Ulm a. d. D. Musikhans HanS Kaim. Aus­gaben : kür mittlere Singstimme mit Klavier Mk. 1, ; für Männer­chor Part. Mk.,60, Singstimme Mk. ,15; für Klavier mit unterlegtem Text (Volksausgabe) Mk.,20; für Violine allein Mk.,30; für Zither Mk. -,80.

Amtlicher Wetterbericht.

O effentlicher Wetterdien st, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Samstag, den 8. April 1916: Noch ziemlich heiter und trocken. Temperatur wenig geändert. Heute Gewitterneigung.

Letzte Nachrichten.

Der Zeppelinangriff auf Dünkirchen.

Gens,?. 9lprll. Die LyonerDäpeche" "veröffentlicht solgendL Einzelheiten über den Zeppelinangriff auf Dün­kirchen: Das deutsche Luftschiff wurde gegen 11,30 Uhr abends gesichtet, von zwei Flugzeugen begleitet, welche die unserigen zum Kampfe aus sinterten. Diese Gelegenheit benutzte der Zeppäin, um die vom Lichte der Scheimverfer hell beleuchtete Stadt zu über­fliegen, aus bi-c er zwei Geschosse schleuderte. Ter Knall dev explodierenden Bomben wurden von Geheul der Sirenen übertöni. Ter Luftkveuzer, in etwa 1500 Meter Höhe segelnd, wandte sich dann in voller Geschwindigkeit dem anderen Stadtende zu. Zahl reiche Personen sahen ihn. Bon neuem blitzten die Strahlen seiner Scheinwerfer und gleich daraus erschütterten mehrere auseinander folgende Explosionen die Luft. Jetzt gelang es einem unserer Scheinwerfer, den Kreuzer zu entdecken, der trotz des heftigen Feuers unserer Abwehrkanonen uiü> der Verfolgung unserer Flug­zeuge ungestört entkam. Während des Bombardements, das fünf Minuten gedauert hatte, waren acht Geschosse nieder gefallen. Eftres dieser Torpedos, deren Explosionskrast und Einschlagskraft gewaltig ist, wühlte, einen Trichter von zwei Meter Tiefe und vier Meter Breite, nachdem es ein Haus vom Dach bis zum Keller durch­schlagen hatte. Neben Sachschaden sind auch mehrere Personen ge­tötet oder verletzt worden.

Die Einberufung der 48 jährigen in Frankreich.

Genf, 7. April. DerPetit Parisien" erfährt, daß die Tepotbefehlshaber von dem Kriegsminifter den Auftrag erhalten habet;, die Mannschaft des Hilfsdien st esinden Kasernen durch Frauen zu ersetzen. Man hofft, durch diese Maß­nahme die Einberufung der JahresAasse 1868 aus das notwen- tigste Maß zu beschränken.

Aus dem Vattkan.

Lugano, 7. April. Aus kirchlichen Kreisen erfährt der Korre­spondent derVvssischen Zeitung", daß in der verhältnismäßig kurzen Unterredung des Herrn A s q u i t h mit dein P a v st t we­sentlich nur die Friedensbeftrebnngen des Papstes und die vati­kanische Klarstes des Londoner Verttages zur Sprache gekommen sind. Der Papst sprach dem englischen Ministerpräsidenten sein Er­staunen darüber aus, daß England das italienische Garantiegesetz seinerzeit garantieren wollte. Tatsächlich hat die vatikanische Klausel die besondere Verstimmung des Vatikans gegen England verschul­det, die in dem langet; Fernbleiben des englischen Gesandten Ho­ward von der Kurie zum Ausdruck kam.

Die Wirren in China.

i. Köln, 7. April. DerKöln. Ztg." zufolge meldet der Ruskoje Slowo aus Tientsin: Verschiedenen Nachrichten zufolge l-at Juanschikai den Aufständischen folgende Bedingungen zur Wiederherstellung der Ordnung gestellt: Juanschikai tritt zurück und begibt sich nach der Provinz Tschenang. Ein neuer Präsident wird aus drei, von Juanschikai vor geschlagenen Kandidaten gewähl t. Die Verfolgung der Monarcktzsten hat sofort aufzuhören. Juanschi- kai bezieht jährlich 10 Millionen Taels. Er wird eine allgemeine Amnestie erteilt und ein Nationalkongreß einberufen.

Das Zentrum und die Steuerfrageu.

i. Köln, 7. April. Zu dem angeblichen Antrag des Abgeord­neten Müller-Fulda, bettcffend Einführung einer Umsatzsteuer, ersucht Herr Müller-Fulda dieKöln. Volksztg.", mitznteilen, daß er oder die Zentrumsftaktion bis zun; heutigen Tage keinen der­artigen Antrag im Reichstage eingebracht haben. Der angebliche Antrag Müller-Fulda ist ein Vorschlag eines bekannten Berliner 'Großkaufmanns, der wohl als Unterlage für den Entwurf einer Umsatzsteuer gelten kann, aber weder einen fertigen Anttag, noch einen Gesetzentivnrf darstellt. In; übrigen schwachen allerdings Ber Handlungen und Beratungen wegen Einbringung eines Gesetz entwurfs zur Besteuerung des Umsatzes unter de;; Parteien. Der Gedanke selbst scheint allgemeinen Anklang zu ftnden. Ueber die Forn; einer Ausführung gehen die Meinungen stark auseinander.

Amtlicher Teil.

Bekanntmachung.

Bc tr.: Ausschließung unzuverlässiger Personen vom Handel.

Ter Kreisausschuß hat durch Beschluß vorn 22. Marz 1916 die Viehhändler

David Engel zu Grüningen,

Josef Nürnberger zu Holzheim,

Nathan Grüne bauin zu Holzheim,

Jakob K a tz zu Holzheim,

Sander W e i s e n b a ch zu Leihgestern als unzuverlässige Personen vom Handel mit Vieh ausgeschlossen. Gießen, den 3. April 1916.

Grvßbcrzogliches Kreisamt Gießen.

I. V.: Langermann.