Ausgabe 
20.3.1916 Zweites Blatt
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Ar. 67

Zweiter Blatt

M. Jahrgang

Erscheint IL-Kch mit Ausnahme des Sonntags.

DieGletzener Zamiiiendiätter" werden dem Anzeiger* viermal wöchentlich beiqclegt, das Areirblstt für den Areir Gießen" zweimal ivöchenttich. DieLan-wirrschastlichen Zett- fr«geu" erscheinen monatlich zweimal.

General-Anzeiger für Oberhef

Mntag, 26. Mörz

Rotationsdruck und Verlag der Drühl'schen Universitäts - Buch- und Steindruckerei.

R. Lange, Gießen.

Schriitleitung,Geschäftsstelle u.Druckerei: Schul« straße?. Geschäftsstelle u.Verlag:^?A51,Schrift- leitung: ^^112. Adresse für Drahtnachrichten.- Anzeiger Gießen.

Aus Stadt und Land.

Die letzten Zeichnungrtage.

Am Mittwoch, den 22. März, mittags 1 Uhr, werden die Ieichnungslisten der vierter: deutschen Kriegsanleihe geschlossen. Nur noch wenige Tuge stehen dein deutschen Volt hur Verfügmrg, urn eine Ehrenpflicht gegen das Vaterland zu erfüllet.

Die Beteiligung an den Krieigjsanleihen ist eine Ehren­pflicht, weil das Geld dazu dient, die Fortführung des Krieges bis zürn siegreichen Eiide zu ermöglichen; weil die tapferen Krieger, die den stählernen Wall zum Schutze des Vaterlandes bilden, nicht um« die Früchte ihres Ringens gebracht werden dürfen; weil -es gilt, das Deutsche Reich das vor 45 Jahren zusam men geschmiedet wurde und sich seitdem zu Mackst und lAnsehen erhob, in seiner Größe z.u erhalten. Die Feinde lauern «auf die Erschöpfung des deut­schen Volkes. Sie körnren «es auf den Schlachtfeldern nicht besiegen, deshalb wollen sie es durch den wirtschaftlichen Zusammenbruch zum Erliegen bringen. Und das wird ihnen nicht glücken, solange es noch eine deutsche Reichsmark gibt.

Die Ehrenpflicht ist mit so großen Annehmlichkeiten ausgestattet, daß es keine Ueberwindung innerer oder äußerer Schwierigkeiten gibt:

Der kleinste Betrag ist unterzubringen; denn die Stückelung der 5proz. Reichsanleche urrd der 4V2proz. Meichs- schatzanw^isungen reicht bis zu 100 Mark.

Man braucht nicht sofort bares Geld; denn die Einzahlung braucht erst am 18. April zu beginnen und er­streckt sich über drei Monate bis zum 20. Juli.

Der Zeichner hat die Wahl zwischen Reichsanleihe und Reichsschatzanweisungen. Im Wert dieser Papiere besteht kein Unterschied. Im Preis sind die Schatz anweisun gen um 3^2 Prr^ent billiger als die Reichs an leihe, weil ihr Zins­schein auf 4V2 Prozent lautet, wahrend die Reichsanleihe mit 5 Prozent ausgeftattet ist: Die Schatzanweisungen werden aber nach durchschnittlich 11 Jahren zum Nennwert zurück- bezahlt. Der Besitzer gewinnt dabei den Unterschied zwischen dem Ausgabepreis (95 Prozent) und dem Nennwert und wird dadurch für den geringeren Zins der Zwischenzeit entschädigt.

Die Unkündbarkeit bis 1924 bei der Reichsanleihe bedeutet nicht, daß der Zeichner bis dahin nicht über sein Kapital verfügen kcurn; er ist in keiner Weise gebunden, kann seine Anleihe veräußern, verpfänden usw. Die Untstnd b artet L bedeutet nur, daß das Reich bis dahin den Zins­fuß nicht herabsetzen kann, das Papier also sicher bis 1. Oktober 1924 den Zinsfuß von 5 Prozent genießt. Will das Reich am 1. Oktober 1924 oder später den Zinsfuß herabsetzen, so muß es die Anleihe kündigen und den Inhabern die Wahl lassen, ob sie sich mit geringer ver­zinslichen Papieren begnügen oder das Kapital bar und zwar zum Nennwert zurückgezahlt erhalten wollen.

Wer erst nach Monaten über Barmittel verfügen kann, hat die Möglichkeit, sich mit Hilfe der Darlehenskassen das Geld zur Zeichnung zu beschaffen. Die Darlehenskassen beleihen die älteren Kriegsanleihen und andere deutsche Staatspapiere mit 75 Prozent des Wertes, sonstige gute Wertpapiere mit einem etwas geringeren Prozentsatz. Die jährlichen Kosten betragen nur 5fti Prozent (gegen 5 1 / 2 für Darlehen, die nichts mit der Kriegsanleihe zu tun haben), und die Darlehenskassen drängen den Kunden nicht mit der Rückzahlung.

Es darf keine Bedenken geben, die von der Zeichnung zurückhalten. Die vierte deutsche Kriegsanleihe muß Zeugnis oblegen von der Siegeszuversicht und der ungebrochenen Widerstandskraft des deutschen Volkes. Deshalb: Auf zum Sieg! _

Neuerfreudigkeit.

Aus Dia r msind t wird uns geschrieben:

In der hessischen Zweiten Kanrmer der Stünde hat man sich lange über die Frage herirmgestritten, ob im Volke ehte allgemeine Steuer fr eud iakeit vorhanden fei- oder nicht. Wahrend der Präsident des Finanzministeriums vom Re­gierungstische herab erklärte und damit zuerst das Wort in die Aussprache warf, die Steuerfreudigkeit sei im Volte größer als in der Zweiten Kammer, namentlich im Finanzausschuß, stellten mehrere Mitglieder des Ausschusses fest, sie hätten twm einer besonderen Steuerfreudigkeit im Lande nichts wahrnehmen können. Die Walftheit wird wohl hier, wie in so manchen anderen Dingen, ungefähr in der Mitte liegen. Es wird niemand leugnen, daß eine außer- ordentliche Opfer f r e u d i g k e i t in allen Schichten unseres Volkes vorhanden ist, eine Opfer ft eudi gkeit, von der man wie von den Leistungen unserer Truppen um eine Wen­dung des Kammerpräsidenten zu ^brauchen nur in Superlativen reden kann. Diese Bereitwilligkeit, Blut und Gut fteudig für das Vaterlcmd, für das Dasein unseres Staates und die Erhaltung unserer Kulturgemeiuschaft hiu- zugeben, ist uns die beste Bürgschaft für den schließlichen Sieg in dem großen Ringen der Völker.

Je größer aber der Wille znm Opfer hier ist urn so schärfer kann man mit Recht auch die Forderung austtellen, daß alle überflüssigen Anforderungen «an die Opferbereit­schaft des Volkes vermieden werden. Und man bringt der Arbeit des Finanzausschusses der Zweiten Kammer Dank dafür entgegen., daß mit Ernst und Ausdauer jede Ausgabe auf ihre unbedingte Notwendigkeit geprüft wird. Das Volk weiß, daß große' Kasten auch nach dem Kriege von ihm übernommen werden müssen; man sieht die Reichsschukd zu Zahlen anschwellen, die mau früher kaum mehr in seinen Vorstellungs kreis ausgenommen hat, man kennt die Ehren­schuld gegenüber den hinterbliebeireu und den Invaliden.

Die hieraus entspringenden großen Aufgaben schreckerr uns nicht, wir fühlen in uns die Kraft, auch dieser Schwierig­keiten Herr zu werden. Der Weltkrieg zeigt uns, daß es nichts Unmögliches für ein Volk gibt, das sich seiner großen Bedeutung bewußt ist. Bei der Lösung dieser Aufgaben aber erwartet man, daß auch die Regierungen Opfer zu bringen geneigt sind. Das Staatsleben kamr, insoweit es nicht unmittelbar dem Daseinskampf des Volkes dient, nicht in der bisherigen Weise fortgeführt werden; es muß Ein­schränkungen erfahren, und zwar Einschränkungen, die noch weit über das hinausgeheu, ums der Fruanzarusschuß in diesem Jahre zu beschließen für gut befunden hat. Wir wollen uns daran erinnern, daß England, unser größter

Feind, der mit den gewaltigsten finanziellen Mitteln aus­gestattet ist, aus Sparsamkeitsgründen seine Museen schließt. Sollte es da wirklich einmah unmöglich und unerträglich sein, daß wir wenigstens in einem Jahre die Neu an-! s cha f fu n g e n unterlassen- Gewiß, es sind nur 16 000 Mk. dafür vorgesehen, ähnlich wie auch in früheren Jahren, aber mit den 33 000 Mk. für Vermehrung der Bücherbestände der Hofbibliothek sind es schon fast 50000 Mk., und solcher kleiner Posten" finden sich im Voranschlag noch eine ganze Menge, wenn man ernstlich darnach sucht. Ebenso verhält es sich mit der Vermehrung der Beamtenstellen. Das Volk ist durchdrungen von der Ansicht, daß die Staatsver­waltung billiger werdenmuß, und man wird nicht ruhen und nicht rasten, bis diese Forderung erfüllt ist. Die Punkte, an denen hier angesetzt werden muß, kennt man. Die Neubesetzungen werden genau verfolgt und zu gegebener Zeit wird Rechenschaft verlangt werden. Die Ab­lehnung eines neuen Ministerialrats im Ministerium des Innern im Finanzausschuß war bei dieser Stimmung eine Selbstverständlichkeit. Aber man erhofft mehr und ist er­freut, daß der Vereinfachungsausschuß wieder in Tätigkeit tritt, um noch einmal die ganze Staatsverwaltung einer Prüfung zu unterziehen. Es wäre doch wohl nicht gerade klug, wenn man anuehmen wollte, daß der Staat sofort nach dem Ende des Krieges wieder in das alte Leben zurück- kehren könnte. Der neue Geist muß auch in das Staatsleben einziehen, und was morsch und brüchig ist, muß fallen. Je eher, desto besser!

Mau ist im Lande zweifellos trotz der. regierungsseitig behauptetenSteuerfreudigkeit"' sehr erfreut, daß es dem Finanzausschuß gelungen ist, den Voranschlag für 1916 mit 12 Prozent Steuererhöhung zn balanzieren; es erwartet auf das Bestimmteste, daß hieran auch« festgehalten wird, denn rnan ist eben der Ueberzeugung, daß' im gegenwärtigen. Augenblick eine 12prozennge Steuererhöhung gerade hoch genug gegriffen ist!

Nur dem Reiche.

De* Kaiser an Großadmiral v. Tirpitz.

Berlin, 18. März. (WTB.) Ter Kaiser hat an den Staatsminister v. Tirpitz folgendes Handschreiben gerichtet:

Mein lieber Großadmiral v. Tirpitz! Nachdem ich aus Ihrer Krankmeldung und Ihrem mir unter dem 12. März vorgelegten Abschiedsgesu ch^e zu meinem lebhaften Bedauern ersehen habe, daß Sie die Geschäfte des Staatssekretärs des Reichsmarineamts nicht mehr zu führen vermögen, entspreche ich hierdurch "Ihrem Gesuche und stelle Sie unter Enthebung von Ihren Aemtern alsStaatsminister und als Staatssekretär des Reichsmarineamts mit der gesetz­lichen Pension zur Disposition. Es ist mir ein Bedürfnis, Ihnen auch bei dieser Gelegenheit meinen kaiserlichen Dank für die ausgezeichneten Dienste zum Ausdruck zu bringen, welche Sie in Ihrer laugen Laufbahn als Bau­meister und Organisator der Marine dem Vater­lande geleistet haben. Ganz besonders möchte ich hierbei hervorheben, was während des-Krieges selbst durch die Bereitstellung neuer Kampfmittel auf allen Gebieten der Seekriegsführung und durch die Schaffung eines Ma­rinekorps von Nnen geleistet worden ist. Sie haben damit der Geschichte ^Krer so erfolgreichen Friedensarbeit ein Ruhmesblatt in der schweren Kriegszeit hinzugesügt; das erkennt mit mir das deutsche Volk fteudig an. Ich selbst rnöchte dem Ausdruck geben durch Verleihung des beifolgen­den Sterns der Großkomture mit Schwertern meines König­lichen Hüusordens von Hvhenzollcrn und durch die Ver­fügung, daß Ihr Name in der Marinerangliste w ei terge führ t werden soll. Mit aufrichtigsten Wünschen für Ihr ferneres Wohlergehen verbleibe ich fiir immer Ihr wohlgeneigter Wilhelm I. R.

Großes Hauptquartier, 15. Marz 1916.

Eine Anfrage im Reichstag.

Der Abg. Basse rlm a n n hat im Reichstag folgende Anfrage eingebracht:

Ende 1914 haben die australischen Militärbehörden die öffentliche Prügelung von Deutschen in Rabaul in Neu-Guinea an geordnet. ft der Herr Reichskanzler in der Lage und bereit, Auskunft zu geben, ob seitens unserer Re­gierung Genugtuung für diesen Vorfall verlangt und er­zielt worden ist und wie die Schuldigen für diese verübte Brutalität bestraft worden sind?"

*

Berlin, 18. März. (WTB. Amtlich.) Der B u n de s - rat hat dem Entwurf einer Bekanntmachung über die Ei n - f u h r v 01 t Vieh und Fleisch, sowie Fleisch waren zugestinrmt.

Berlin, 19. März. (WTB. Amtlich.) Nach einer Ver­ordnung des Bundesrats wird für eingeführtes Vieh und Fleisch, sowie Fleischwaren die Lieferungsfrist an die Zentral-Einkanfs-Gesellschaft nt. b. H. in Berlin begründet. Der Reichskanzler wird die näheren Ausführungsbestimmungen erlassen und insbesondere aiwrdnen, toelche Arten von Vieh, Fleisch und Fleischwaren der Verordnung unterliegen. Der Reichskanzler wird ferner ermächtigt, den Verkehr mit eingeführtem Vieh und Fleisch, sowie eingefichrten Fleischwaren zu regeln und die Durchführung der Verordnung durch Strafbestimmungen sicher zu stellen.

Köln, 19. März. (WTB.) Der Gesamtverband deutscher Krankenkassen, der sich über ganz Deutschland verbreitet und dem bereits 82 rh-einisclie Kasseü angeboren, Ijafte die Kranken­kassen der Rheinprovinz und des Fürstentums Birkenfekd zu einer Versammlung am heutigen Tage einberufen. Mein als 100 Kassen hatten etwa 300 Vertreter entsandt. Nach einem Referate des Ge­schäftsführers des Gesamtverbandes,Reichstagsabgeordneten Becker (Köln), überZweck und Ziel der KranVenkassenvereiniguugen" wurde zur Gründung i>« § Provinzialverbandes Rheinprovinz des Gesamwerbandes deutscher Krankenkassen geschritten und der Satznugsentwurs beraten. Die Satzungen wur­den mit einigen Änderungen angenommen. Der Sitz des Ver­bandes ist Aachen.

Wer über das gesetzlich zulässige Mas; hinaus Hafer, Mengkor«, Mischsrncht, worin sich Hafer befindet, oderGerfte ver- I füttert, versündigt sich am Baterlande!

Eietzen. 20. März 1916.

** Eine ordentliche Sitzung des Kreistags des Kreises Gießen findet Dienstag, den 28. März 1916, vormittags 10 Uhr, im Regierungsgebände zu (Äeßen, Landgraf-Philipp-Platz 3, statt. Auf der Tagesordnung steht: 1. Rechnnug der Kreiskasse und Verwaltungsbericht für 1914; 2. Voranschlag der Kreiskasse für 1916; 3. Antrag des Kreisausschusses betreffend die Unterstützung von Fa­milien in den Dienst eingetretener Mannschaften.

^ ** Eine öffentliche Sitzung des Provinzial- A u s s ch u i s e s d e r Provinz O b e r h e s s e n findet amt Sams­tag, den 25. März 1916, vormittags 9 Uhr, im Sitzungssaal des Regier nngsgebäudes zu Gießen statt. Auf der Tagesordnimg steht:

1. Verkündung des Urteils in Sachen Wasserversorgung des unte­ren Niddatales: hier: Klage des Müllers Jüngst aus Harbmühle.

2. Gesuch der Elise Klein zu Gießen um Erteilung eines Wander­

gewerbes che ins für 1916. 3. Klage des^OrtSarmenVerbandes Pader­born gegen den Ortsarmenverband wegen Erstattung von

Armenpslegekosteu für den Former Paul Hantke aus Königsberg.

4. Klage des Gemeinderechners Weck zn Hungen gegen die Ge­meinde Himgen. 5. Einsprache des Rechtsanwalts Dr. Kölsch in Büdingen als Vertreter der Frau Jochem Erben gegen die Heran­ziehung zur Umlage der Landwirtschaftskammer.

** Von der P o st. Jeder Landbriefträger führt auf seinem Bestellgang ein Annahmebuch mit sich, welches zur Ein­tragung der von ihm angenommenen Telegramme, Wert- und Einschreibsendungen, Postanweisungen, Zahlkarten, gelvöhnliche Pakete, Nachnahmesendungen und Zeitungsbestellungen, sowie der zur Frankierung der Sendungen, zur Bestellung der Zeitungen und zur Beschaffung von Wertzeichen ihm übergebenen Beträge dient. Ein gleiches Annahmebuch führt jeder Juhaber einer Post- hilfstellc für die bei dieser niedergelegten Wertsendungen^usw. Es ist zweckdienlich, daß die Ausgeber die Eintragung der Sendungen usw. in' die bezeichncteu Annahmebücher eigenhändig besorgen oder sich-wenigstens von der Buchung durch den Landbriefträger oder den Posthilfstelleuinhabcr überzeugen. Ta diese Bestimmungen noch immer nicht ausreichend bekannt sind, werden sie erneut zur öffentlichen Kenntnis gebracht.

Landkreis Gießen.

** Holzheim', 19. März. Aus Anregung der Lehrer zeich­neten die Schüler der hiesigen Volksschule nahezu 6000 93ck. für die 4. Kriegsanleihe.

)( M ai n z la r, 20. März. Kraftfahrer Heinrich Vogel beim Stabe der 48. Reserve-Divlsion erhielt die Hessische Tavferkeits- meboitle. Es ist dies jetzt der siebente Feldgraue aus unserer Ge­meinde, ivelcher diese Auszeichnung erhielt. Die hiesige Schule zeichnete 1400 Mk. Kriegsanleihe.

! 9t u i; n e n r o t h , 20. März. Aus dem Rathaus sand eine Versnininlung statt, in der Lehrer Welt er über die 4. Kriegs­anleihe sprach. Wenn auch nicht sosort gezeichnet wurde, so muß doch der Erfolg als gut bezeichnet werden. Arcch in der Schule wurden bereits 600 Mk. von den Schülern gezeichnet.

M Weickartshain, 18. März. Gesreiter Ludwig Dörr vom Jufanterie-Regiinent Kaiser Wilhelm ist ani 13. März im Städtischen Krankenhause zu Frankfurt a. M. seiner Verwundung erlegen. Der Verstorbene hinterläßt eine Witwe und fünf Kinder, von derren das älteste 9 Jahre alt ist. Er wurde heute unter zahl­reicher Beteiligung hier zu Grabe getragen. Gefreiter Georg Theiß vom Infanterie-Regiment Nr. 115, wurde mit der Hessischen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. Das Eiserne Kreuz erhielt er als erster in unserer Gemeinde schon zu Anfang des Krieges.

Kreis Schotten.

F r e i e n s e e n, 20. März. Der Erziehungsverein des Dekanats Grünberg hat aus Lohnersparnissen seiner Zöglinge 11-000 Mk. Reichsanleihe gezeichnet. Eduard Horst aus Freien­seen im 261. Infanterie-Regiment hat zmn Eisernen Kreuz die Hessische Tapferkeitsmedaille erhalten.

Hessen-Nassau.

ss Marburg, 20. März. Unter zahlreicher Beteiligung wurde am Samstag im Freidhos^fchen Saale die diesmalige Prüfung der Landwirtschaftlichen Winterschule abgehalten. Die Schule, die in zwei Klassen eingeteilt ist, zählte trotz der Kriegszeit 40 Schüler. Jin Landratsamt fand ein Einspruchstermin gegen die Verlegung der A b d e ck e r e i, die sich seit einer Reihe von Jahren am sog. alten Kirchhainer Weg hinter der Vorstadt Weidenhausen befindet und die jetzt in einem Gelände in der 9lähe der Eölber Brücke in der Gemarkung Wehrda mrter- gebracht werden soll, -statt.

= Frankfurt a. M., 18. März. An Stell« des in den Magistrat eingetrekenen Tr. H i l l e r wurde Dr. Ernst C a h n, außerordentlicher Professor an der Universität vom Ma­gistrat zum Magistrats-Syndikus gewählt. Dr. Cahn wird in erster Linie das VersichernngSweün bearbeiten. Die Stadt­verordnetenversammlung beschloß auf Antrag eines Mitgliedes die Einrichtung einer städtischen S ch w e i n e - M a st a n st a l t int Stadtwald, nahe der Unterschweinstiege. Vorläufig - sollen 500 Schweine gemästet iverden. In Stadtoerordnetenkreisen ettvartet nran, daß die Einrichtung auch nach dem Kriege bleibt und sich zu einer lohnenden Einnahmeauelle für die Stadt ausbaut, wie das die Stadt Ulm schon seit etlichen Jahren rmt reichem Erfolge tut.

Hochheim a. M., 18. März. Die Weinberge der Stadt Frankfurt erbrachten nach Mitteilungen des dortigen Magistrats im Jahre 1914 einen Ertrag von 8486 Litern oder 14 Halbstücken gegenüber 5 Halbstücken in 1913. Aus der Ernte 1914 darf ein sehr guter Mittelwein erwartet werden. Die 1911er Weine sind imnier noch nicht völlig ausgereift, so daß bisher von dem Abzug aus Flaschen abgesehen werden muße. 1914 wurden kur 16 966 Mk., 1915 für 15 000 93!!. Weine verkauft. Der Haushalts­plan für 1916 sieht 15 000 Mk. Einnahmen und 23 000 Mk. Aus­gaben vor.

Sossenheim, 18. März. Durch einen Brand wurden in der verganaenen Nacht die Wirtschaftsgebäude des Kanimanns F a y an der Hauptstraße eingeäschert. Die in dem Gebäude , lagernden Vorräte konnten rechtzeitig gerettet werden.

Handel.

Köln, 17. März. Bei dem A. Schasfhausens chen Bankverein beträgt für 1915 der Bruttogewinn Mnrk 12 436 389 gegen Mark 12860 010 im Vorjahre, wovon für Hundlun gsunckosteu, Steuern, Verlust auf Essetten, Takvu- steuer, Abschreibungen auf Bankgebäude und Verlust mis Veruntreuitttgen Mark 7 062 456 geg«eu Mark 7 564 937 ab- gehen, so baß ein Rein-gewimi von Mgrk 5 373 932 gegen Mark 5 295 072 verbleibt. In den vorerwühitten Absetzurrgen sind die >>mMungsrrnkosten einschließlich Tantiemen und Gratifikation cm gegen daS Vorjahr um Mark 1 236 000, der Verlust auf (Merten um Mark 327 000 niedriger. Dagegen erscheint der Verlust aus Veruntreuungen in Höhe von Mark 1 300 000 in diefenr Jahre neu. Aus dem Reingewinn werden 5 Prozent Dividende gezahlt, Mark 100000 dem< PensionsfondS überwiesen urrd Mark 193 233 auf neue Rech^ röntg vor getragen.