Ausgabe 
10.3.1916 Zweites Blatt
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Nr. 5Y ZMii-s

ErschOi»t ttßllch nckl Ausnahme des Sonntags.

Die ..«irdener FamitteirSlatler" werden dem .Anzeiger^ viermal ivZchentlich beiqel'egt, das Uretrdkatt für -en «rrir Kietzen" zweimal wöchentlich. DieLaub wirftchaftl ich« n Lttt- cftchemen monatlich zweimal.

Blatt 166 . Jahrgang

General-Anzeiger für Gberhessen

Kreitag. l>V. Marz

Rotationsdruck und Verlag der Brühl^chen Universität? - Buch- und Steindruckerei.

R. Lange, Gießen.

Schriftleitung,Geschäftsstelle «.Druckerei: Schul» straße?. Geschäftsstelle u.Verlag:^O51,Schrift- leitung: e^112. Sldresse für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen.

Abbruch der diplomatischen Beziehungen mit Portugal.

Berlin. 9.Mär,. <WTB. Amtlich.) Der Kaiserliche Gesandte in L i s s a b o n. Dr. Rose n, ist angewiesen worden, heute von der portugiesischen Regierung unter gleichzeitiger Ileberreichung einer ausführlichen Erklärung der deutschen Regierung seine Pässe zu verlangen. Dem hiesigen portugiesischen Gesandten Dr. Sidonio Paes sind heute eben­falls seine Pässe zugcstellt worden.

Berli«, 9. März.' <W. B. Amtlich.) Am Schlüsse der Erklärung, die heute in Lissabon überreicht werden soll und die in Abschrift dem Berliner portugiesischen Ge­sandten übermittelt wurde, heißt es: Die Kaiserliche Re­gierung sieht sich gezwungen, aus dem Verhalten der portugiesischen Regierung die notwendigen Folgerungen zu ziehen. Sie betrachtet sich von jetzt ab als mit der portu­giesischen Regierung im Kriegszustand befindlich.

Albion hat seinen Ersatz-Montenegro, fernen 'Stellver­treter für den aus den Reihen der Vierverbandskämpfer aus­geschiedenen montenegrinischen Raubstaat gefunden. Ob der Ersatz auch nur den Engländern als sonderlich wertvoll er­scheint? Das große England, welches angeblich zum Schutz der Neutralen in den Krieg gezogen ist, hatte schon wied^v- holt den kleinen Bruder Portugal an seine Seite zu zwingen gesucht auf Grund des Bündnisvertrages vom Dezember 1898, in dessen §6 es heißt:Wenn das "Gebiet eines der verbündeten Staaten von Feinden angegriffen wird oder wenn dieses auch nur den Versuch machen, sein Territorium zu betreten, so soll die andere Partei auf Verlangen Hilfe senden, und diese soll aus Soldaten, Waffen, Schiffen usw. bestehen." Bisher hatte das kleine Portugal sich geweigert, dem großen Bruder zu helfen, vielleicht mit Berufung dar­auf, daß dieser ja gar nicht angegriffen sei. Aber England wurde immer dringender, und so ermächtigte denn der Kon­greß schon vor längerer Zeit die Regierung,durch militärische Maßregeln in den internationalen Konflikt einzugreifen zu einer Zeit und in einer Weise, wie sie die Regierung für Portugals hohe Interessen und Pflichteil als freie Nation und Verbündete Großbau tanni-ens für notwendig erachten würde".

Jetzt hat die portugiesische Regierung in den internatio­nalen Konflikt eingegriffen, und die Weise, wie sie die Regierungfür Portugals hohe Interessen und Pflichten «als freie Nation und Verbündete Großbritanniens für notwendig" erachket hat, war eben die Weise des Diebstahls.

Was diesen Diebstahl selbst betrifft, so ist die Rechtslage so klar, daß man der eingehenden Darlegung der in der Nordd. Allg. Ztg." veröffentlichten Erklärung, welche zum Ansdruck bringt, daß die deutsche Regierung sich als inr >eriegszustcrnde mit der portugiesischen Regierung befind­lich betrachtet, kaum noch etwas hinANHufügen braucht. Tie deutsche Regierung stützt sich dabei ans den Handels- und Schissahrtsvertrag vom 30. November 1908, in dessen Art. 2 es wörtlich heißt:Eine Beschlagnahme ihrer (der Ver­tragschließenden) Schiffe, Ladungen, Waren oder Effekterl zu irgend einem öffentlichen Gebrauch soll nicht stattsinden ohne vorgängrge Bewilligung einer auf gerechten und billi­gen Grundlagen unter den beteiligten Parteien festgesetzten Entschädigung." Gegen diese ausdrückliche Bestimmung hat die portugiesische Regierung ebenso wie gegen das inter­national festgelegte Recht des sogenannten Embargo (näm­

lich der vorübergehenden Zurückbehaltung von Schiffen als Repressalie) derart schroff und heimtückisch verstoßen, daß in der Note der deutschen Regierung mit Recht von einem schweren Rechts- und Vertragsbruch gesprochen wird.

Vielleicht wird die Liffaboner Regierung ihren lieben Portugiesen einzureden versuchen, daß sie zu diesem Schisfsdiebstahl gezwungen war, um sich endlich auch an dem britischen Krieg für die Zivilisation gegen die Barbarei zu beteiligen. Für einen solchen Krieg ist ja Portugal mit seinen 80 Prozent Analphabeten neben den Kanadiern, Australiern, Hottentotten usw. ganz besonders geeignet. Als militärischen Faktor brauchen wir Portugal selbstverständlich nicht ernst zu nehmeu Die Friedensstärke des Heeres beträgt offiziell 35 000 Mann. Bei einer Mobilmachung soll die Truppenzahl in erster Linie einschließlich Fiskal- und Mnni- zipalgarde 3000 Offiziere und 170 000 Mann betragen, wozu die zweite Linie mit ungefähr 145 000 treten soll. Wir sagen soll", denn der Kriegsminister hat vor nicht allzu langer Zeit im Parlament erklärt, es fehle ihm an allem, um das Heer schlagfertig zu machen; er habe keine Uniformen und

Stiefel für die Infanterie, keine Pferde für die Kavallerie und keine Munition für die Artillerie. Daß man ernstlich daran denken könnte, diese sogenannten Truppen auf euro­päischem, also auf französischem Kriegsschauplatz zu ver­wenden, gilt für ausgeschlossen. Vielleicht will England sie in Aegypten oder sonstwo verwenden, wenn die portugiesische Regierung sie nicht zur Bekämpfung der revolutionären Be­wegung braucht, die jetzt, da ein großer Teil des Volkes gegen das Kriegsabenteuer ist, noch stärker einsetzen dürfte. Die Flotte, die aus einem dreißig Jahre alten ansran- gierten Küstenpanzer, 4 kleinen 17 bis 19 Jahre alten ge­schützten Kreuzern, 13 Kanonenbooten, meist aus dem vorigen Jahrhu-ndert, 3 Torpedobooten, einem Unterseeboot und einem Streuminenschiff besteht, hat keinen Gefechts­wert; sie bietet nicht einmal sonderlich verlockende Objekte für unsere Unterseeboote.

Das einzige, was das bedauernswerte Portugal bei diesem Streich zu gewinnen hat, ist ihr von den Engländern protegierter Exkönig Manuel. Was aber hat es zu verlieren? Alles, und das ist freilich auch nicht viel!

Zeichnet die Kriegsanleihe!

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gegen alle unsere Feinde, die jeder z u H a u s e führen kann und muß, ob Mann, ob Frau, ob Kind.

Der Mindestbetrag von Hundert Mark, bis zum 20. Juli 1916 zahlbar, ermöglicht Jedem die Beteiligung.

Man zeichnet bei der Reichsbank, den Banken und Bankiers, den Sparkassen, den Lsbsnsversicherungsgesell- schäften, den Kreditgenossenschaften oder bei der Post in Stadt und Land

Letzter Ieichnungstag ist der 22. März

Man schiebe aber die Zeichnung nicht bis zum letzten Tage auf!

Alles Nähere ergeben die öffentlich bekanntgemachten und auf jedem Zeichnungsschein abgedruckten Bedingungen.

Die Statistik der geistigen Produktion Deutschlands für das )ahr \ 9 \%.

T«s tu Bern erscheinendeDroit d'Auteur", das regelmäßig die Ergebnisse der internationalen Statistik der geistigen Produk­tion Ku veröffentlich,rn pflegt, beginnt soeben mit der Mitteilung« der Aufstellungen für das Jahr 1914. Es ist das Jahr, dessen Zahlen infolge des Kriegsausbruches einen so ungeheueren, jähen Niedergang in der Büchererzeugung anfweisen. Was Deutschland betrifft, so ist die Bücherpvoduktion von 35 078 im Jahre 1913 auf 29 308 im Jahre 1914 herabgegangen, d. h. das Jahr 1914 zeigt 5770 Veröfsentlichnngen weniger. Um eine Gesamterz-eugung zu finden, wie die von 1914, muß man nach einem Hinweise des Buchhändler-Börsenblattes etwa lim sieden Jahre zurückgehen: in den Jahren 1906 imd 1907 belief sich die Büchererzeugung in Deutschland auf 28 703 und aus 30 073 Nummern. Die Min­derung der Reichsproduktion hat besonders die Fächer Erziehung und Unterricht und Schöne Literatur betroffen: in jenem beträgt die Abnahme 1277, in diesem 1065 Schriften. Die einzigen Ver­mehrungen finden sich, dank den vielen Neudrucken von Karten, bei der Geographie nnd * wie sich das von selbst versteht* bei den Kriegswissenschaften. Trott der gewaltigen Abnahme, von der die Erzeug niste der Schönen Literatur betroffen wurden, mar­schiert diese Wtenung doch auch in der Liste von 1914 mit 4254 Erzeugnissen an der Spitze: es folgen die Schriften über Erzie­hung und Unterricht samt den Jugendschriften, deren Zahl sich auf 4152 beläirst, und sodann jedoch bereits in erheblichem Ab­stande die Rechts- und Staatswissenschaft und die Theologie mit 3050 und 2517 Erzeugnissen. Das Aschenbrödel der Bücker- pradüktion von 1914 (von Adreßbüchern, Kalendern und Jahr­büchern abgesehen) war die Philosophie, die es Nur auf 582 Schriften hat bringen können. Daß der starke Rückgang einzig die Folge des Krieges ist, beweist die Hinrichssche Statistik, die die Erzeugung nach den beiden Halbjahren von 1914 gesondert hat. Ta iw ersten Halbjahr 17 721 Veröffentlichungen das Licht der Welt erblickt hatten, so ist zu folgern, daß diese Produktion,' wenn sie sick unter normalen Umständen hätte fortsetzen können, die von 1913 übertroffen haben würde, denn schon die einfache Verdoppelung der Zahl hätte 35 442 Verössentlichungen ergeben, wobei jedoch' der Tatsache Rechnung m tragen ist, daß regelmäßig das zweite Halbjahr eine lebhaftere Berlagstätigkeit zn zeigen pflegt. Ueberrcrschend ist übrigens nicht die Verminderung in der Bückerproduktion, die dann im zweiten Halbjahr erfolgt ist, sondern vielmehr die Tatsache, daß auch die Veröffentlichungen' des zweiten Halbjahres dock) ziemlich zahlreich geblieben sind. Tiefe Erscheinung deutet darauf hin, lnit welcher Schnelligkeit nnd Anpassungsfähigkeit auch der deutsche Buchha-ndel sich auf die veränderten Verhältnisse einzustellen verstanden hat: das Jahr 1915 hat dann, loie bekannt, bereits eine sehr bedeutsame Wieder­belebung der rein wissenschaftlichen Veröffentlichungen aller Art gebracht, die unter dem ersten Druck und Eindruck des Krieges zunächst vielfach ins Stocken geraten waren. Zur Ergänzung der Statistik der deutsche,: Büchererzeugung des Jahres 1914 ist noch die Uebersiicht über die Dissertationen und Universitätsschrifteu

jeder Art heranzuziehen, die Fock in Leipzßr bearbeitet. Ihre ZaU belief sich im Lehrjahre 1913/14 auf 7125 und ist im Jahre 1914/15 auf 6556, also mtt 569 Veröffentlichungen gesunken. Ta das Jahr 1913/14 mit seinen 7125 Dissertationen usw. eine HöchÜHiffer erreicht hatte, die durch ihre Größe durchaus uner­freulich war, so ist der inzwischen erfolgte Niedergang an sich keineswegs als unerwünscht zu bezeichnen. Dasselbe gilt auch für die Veröffentlichung von Zeitschriften in deutscher Sprache, deren Rückgang infolge des Krieges das Sperlingsche Jahrbuch auf etwa 1000 veranschlagt. Bei Beurteilung dieses Zahl ist zu berücksichtigen, daß, wie jeder Kenner weiß, ans dem Gebiete des deutschen Zeftschriftenwesens während des langen Friedens manches Krankhafte nnd Schwächliche entstanden war. Da konnte es nicht wundernehmen, daß der .Kriegssturm besonders verheerend wirkte; aber auch hier sind seither die Verhältnisse beständiger geworden.

Jemandem aufs Dach ft e i g c n. (Ein merkwürdiger Fastnachtsbrauch.) Wie Jakob Grimm in denRechtsaltertü- mern" Mitteilt, war es ein alter deutscher Rechtsbrauch, dem Vtanne, der sich seines Weibes nicht erwehren konnte, im wahren Sinne des Wortes auf das Dach zu steigen, ihm den First^emzu- hauen und das Dach von oben bis unten herabzureißen. So liest man z. B. folgende Bestimmung aus denBlankeui^erger Sta­tuten" vom Jahre 1564:Ist ein man so weibisch, daß er sich von seinem eigenen Weibe raufen, schien und schelten läßt und solches nicht eifert und klaget, der soll des raths beü>e stadtknechte mit Wüllen gewand lleiden, oder da ers nicht verlang, mit gefäng- nis gestraft und ihm hierüber das Dach auf seinem Hanse abgehoben toerden." Durch das Dachabdecke^ wurde s^nbolisch zum Ausdruck gebracht, daß ein Mann, der Schlage seitens seiner Frau ge- Mckdig hinnahm, nicht würdig sei, ein Obdach zu haben. Um dieser Bestrafmrg eine besondere Weihe zu geben, wurde sie nun meistens am letzten Fastnachtstage oder am Aschermittwoch voll- streckt, auf den irr früherer Zeit die Fastnachtsbelustigungen oft ausgedehnt wurden. In einem aus der Gegend von Mainz stammenden Ainttsbcricht vom 8. März 1666 wird eine derartige Exekution folgendermaßen beschrieben:Es ist ein alter Ge­brauch hierumb in der Nachbarschaft, falß etwan ein Frauw ihren Mann schlagen sollte, daß alle des Fleckens oder Dorffs, worin das Factum geschehen, angrenzende Gemärker sichs cm- nehmien: doch würdt die such vff den letzten Faßnachttag oder EscherMittwoch als ein recht Faßnachtspichl verspüret, da denn alle Gümürker, nachdem sie sich 8 oder 14 Tag zuvor angemeldet. Jung urrd Alt, so Lust dazu haben, sich versammeln, mit TroMm?n. Pfeift und fliegenten Fahnen zn Pferd und zu Fuß dem Orth zuziehen, wo das Factum geschehen, vor denr Flecken sich anmelden, mrd elliche aus ihren mitllen zu dem sckulthefen schicken, welche ihre Aallag wieder den geschlagenen Btann thnn, auch zugleich ihre Zeugen, so sie deswegen l-aben, vorstellen, nachdem nnhn selbige angehöret, und ausfündig ge­macht worden, daß die Frau den Mann geschlagen, würdt ihnen der Einzug in den Flecken gegönnt, da sie dann also baldt sich alle smnbdt vor des geschlagenen mans Hanf; versammeln, das Hauß nmbringen, undt' falls; der Mann sich nrit ihnen nicht

vergleichet undt abfindet, schlagen sie Leitern ahn, steigen auf das Dach, hauwen ihme die Fürst ein undt reißen das Dach bis oft die vierte Latt von obere ahn ab, vergleicht er sich aber, so ziehen sie wieder ohne Verletzung des Hauses ab, falß aber der be- losiß nicht kann geführt werden, müssen sie unverrichteter sach nsieder abziehen..." Merkwürdigerweise hat unsere Sprache die Erirmerung an dieseir alten Brauch in den RedensartenJe- niandeni aufs Dach steigen", oderJemandem ans dem Dache jetn'5 bis zum heutigen Tage, wenn auch in veränderter und ab­geblaßter Bedeutung beloahrt. So sogt beispielsweise Otto Ludwig imFräulein von Souderi":Ich bin ihnr immer auf dem Dach." Hochstwahrsckmulich hat sich aus der RedensartJemanden aufs Dach stsigeü" zu einer Zeit, als man die ursprüngliche Bedeutung nicht mehr kamrte, der volkstümliche AusdruckJemandem aus den Kops kommen" entwickelt.

D i e Uraufführung eines österreichischen Kr ie gs s cha n s pi ei s. Llus Wien loird uns geschrieben: Leo Feld, der bekannte Wiener Dramatiker, der bereit* auf namhafte Bühnenerfolge zurückblicken kann, hat dem Deutschen Volks- t he ater ein österreichisches Schauspiel beschert, das sich aus der grasen Zahl im zartesten Kindesalter dahingegangener .Kriegs­stücke emporhebt. Man darf denF r e i e n Die n st" > ft nennt sich der Dreiakter) getrost ohne viel Einschränbangen als ernste Dichtung bezeichnen. 9tirgends drängt sich der Äuckor räsonierend vor, alles entquillt einem sauber ersonnenen Geschehen, den mit guten Augen geschauten Gestalten, die bestes Menschentum in sich tragen.Freier Dienst" es ist jene Aufgabe, die der mnge Oberleutnant Baron Mainburg ans innerster Pflicht freiwillig und dock intieftteni Gehorsam" übernimmt, obgleich er weiß, daß cs ftrr ihn keine Wiederkehr gibt. Nicht ohne Schwäche, nicht olme Kampf wächst ihm der große, ja freudige Entschluß. In diese Stunde menschlicher Winzigkeit nnd Erhaberrheft fjat Feld mit aus­gezeichneter psychologischer 'Kunst hineingeleuchtet. Herr .K l i t s ch unterstützte und führte seine Absichten prachtvoll ans,> wie man überhaupt der Darstellung des nie bedrückenden seinen Stückes, dem ein verdienter unbestrittener Erfolg zuteil wurde, aufrichtiges Lob zollen darf: voran Herrn Dr. Throlt, der seiner reichen Galerie origineller Charaktere ein neues Kabinettstlrck mit der Gestalt des Jndcm Leib Wasserbeiu einverleibte. Auch O n n o und Edt hof e r l eisteten überaus Wackeres. Die Regie des Herrn R e u s ck war klug und nnrkungsvoll. - M. M.

= Fra n kfnrt a. M., 10. März. T«s Senckenbergi- sche Mnsenm hat die kostbare Vogelsammlung des 1914 ver­storbenen Grafen Hans von Berlepsch, um deren Erwerb sich besonders das Ausland, vorab Amerika, stark bemüht hat, gekauft und dadurch Deutschland erhalten. Die Sammlung um­faßt mehr als 55 000 Bälge: ihren wissensckxiftlichen Wert bedingen jedock) in erster Linie die Oickginalstücke der etiua 300 neuen Arten, die von dem Grafen beschrieben lvorden sind. In der Sammlung ist die sarbenprücbtigc Bogelwelt Südamerikas, die Berlepsch besonders liebte, derart reich vertreten, daß z. B. die Vögel von Bolivia und Peru nirgends mehr so vollzählig in einmk-Mkusemn vereint sind, als in Franlltrrt. Die Kolibri- sammlung wird neben London die reichhaltigste der Welt sein.