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tem Gemüse, insbesondere auch die Preisbestaltung bei Frühgemüse, das den bestehenden Gemüsehöckfftpreisen nicht unterliegt, sowie Maßnahmen zur Behebung der Strohnot besprochen. Eingehend wurde ferner die zeitweilige Freigabe geeigneter l a n d w i r t s ch a s t l i ch e r A r b e i t s- kräfte seitens der Heeresverwaltung erörtert und von letzterer der Landwirtschaft weitestgehendes Entgegenkom- nnn in Aussicht gestellt.
Hessischen Tap-
Anr Stadt nnd Land.
Gießen. 21. Februar 1916.
** Auszei ch n u u g. Kanonier Heinrich Tran im Re- ferve-Feld-Artillerie-Regimeut 48 wurde mit der ferkcitsmedaille ausgezeichnet.
* Amtliche P e r s o n a l n a ch rich t en. In den Ruhe- stand verseht wurde der Lehrer an der Volksschule zu Weinshenn, Kreis Worms. Franz Buching er auf fern 9iachstlchen, unter Au- erkennnng seiner langjährigen treuen Dienste, vorn 1. April 1916 an. - Der Großherzog hat Hern Lehrer Franz B n ch i n g e v Hu Weinsheim anläßlich seiner Versetzung in den Ruhestand das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen mit der Krone verliehen.
** Vaterländischer Abend der Gießener Studentenschaft. Am 18. Februar fand im Hotel Schütz der zweite Vaterländische Abend der Gießener Studcntensck>aft statt. Tie Beteiligung war gegenüber dem erften Abend noch erheblich gestiegen. Eine für die jetzige Zeit stattliche Zahl vo-n Stiwenten und Studentinnen wie von Dozenten hatte sich ern- gefunden- besonders stark waren wiederum die zurzeit in der hiesigen Garnison und den Lazaretten befind licli-en Stuoenten, vertreten. Ter Abend irnrrdc durch einige Begrüßungswortc des Vorsitzenden des Ausschusses, stud. Phil. E. Fritz, eingleitet. Später sprach Prof. Tr. König über dre Hörweite des Geschützdonners. Tiefer ist auf eine Entfernung von etwa 50 Kilometern zu vernehmen: daran schließt sich aber eine etwa 70 bis 100 Kilometer breite „Zone des Schweigens'", in welcher er nicht gehört wird, während er in noch größerer Entfernung wieder vernehmbar wird. Tiefe merkwürdige Erscheinung findet ihre physikalische Erklärung in der Art der Fortpflanzung der Schallwellen. In Gießen wohnen wir natiirlich bereits in der äußeren Zone der Vernel>nrbarreit und sind so weit vom Kriegssäi-auplatz entfernt, daß nur bei besonders günstiger Wetterlage etwas zu hören sein kann. Am 29. Dezember 1915 ist. wie Prof. Tr. Sieders mitteilte, am Westadhang des Schiffenbergs der Geschützdonner tatsächlich gehört worden. Von welchem Punkte der Front er ansging, ist unsicher. — Im weiteren Verlaufe des Abends las sodann Prof. Dr. Sievers einen Bericht über die Schlacht bei Beanmont (28. August 1914) aus dem Tagebuch seines Sohnes (Leutnant O. Sievers^ vor, dann las Prof. Dr. Gunkel einige Erdichte von Aug. Kvpisch und Prof. Dr. Engel einen Abschnitt aus Sven Hedins Buch über den Krieg im Osten. Musikalische Vorttäge am Klavier, zweihändig (Stud. S a a P und sechsbändig, Gesang zur Laute (Fräulein Mulch), und allgemeiner KommevSgesang füllten den Rest des Llbends aus. Aehuliche Abende sollen auch! im kommenden Sommersemcstcr abgehalten werden, und bei dem lebhaften Anklang, den sie gefunden haben, ist zu hoffen, daß sie auch einst im Frieden aus dem Leben unserer Studentenschaft nicht wieder verschwinden.
** Stadttheater. In der morgigen Erstaufführung von Max Trepers Scherzspiel „Der lächelnde Knabe" sind in Hauptrollen beschäftigt die Herren .Hellmuth, Tworkowski (in dessen Händen auch die Spielleitung liegt), Stein Hofer,. Goll, sowie die Damen Rubens, Jüngling und Käte Werner. Kate Werner, früher am Münchner Volkstheater, ist zur Ergänzung des Personals neu engagiert worden. — Professor Marcell Salzer, der am Freitag den 25. Februar seinen diesjährigen Vortragsabend hält, wrrd eirt vollständig neues Programm bringen, das überall größten Anklang findet. So schreibt ein bekanntes Blatt : „Aüan kann sich kaum eine roillkommenere ?lbwechselung in jetziger Zeit denken, als die Darbietungen Marcell Salzers mit zeitgemäßem Ernst und Humor." Nicht unerwähnt sei, daß Herr Professor Salzer bisher an der Front, sowie in der Heimat über 150 Kriegssürsorgeabende und Lazarettvorträge gehalten, und aus diesen bereits über 35 000 Mark für kriogs- uwhltätige Zwecke abgeliefert hat. Er erfreute wiederholt an der deutschen West- und Ostfront sowie an der österreichischen Jsonzo- Front Heerführer wie Truppen mit seinen Vorträgen. Vom Generalfeldmarschall von Hindenburg wurdoer nach eiriem solchen Vortragsabend zur Abendtafel geladen und durch Ueberreicl>ung seines Bildes mit Unterschrift ausgezeichnet.
^ Der Evangelische Arbeiterverein hielt am Samstag abend im Vereinslokal seine Hauptversammlung ab. Aus dem vom^ Schriftführer erstatteten Jahresbericht ist zu entnehmen, daß der Verein 297 Mitglieder zählt. Ausgetreten sind in 1915 13 Mitglieder, gestorbcm 11, (davon haben 2 den Heldentod erlitten), verzogen 1; neu eingetreten sind in 1915 3 Mitglieder. Zu den Waffen sind bis jetzt 30 Mitglieder emberufen. Tie Einnahmen des Vereins betrugen im letzten Jahre 1184 Mark, denen eine Ausgabe von 1087 Mk. gegenübersteht. Das Bereinsvermögen beträgt 1371,16 Mk. gegen 1277,66 Mk. im Vorjahre. Die Sterbekasse des Vereins zahlt zur Zeit 197 Mitglieder, gestorben sind im letzten Jahre 3 Mitglieder. Das Vermögen der Sterbe lasse beträgt 5756,50 Mk. (gegen 5404,65 Mk. im Vorjahre): 3000 Mk. davon sind in Kriegsanleihe angelegt. Tie Baugenossenschaft des Vereins konnte im letzten Jahre keine Bautätigkeit entfalten, dagegen war die Elisabeth-Klein kinderschul e nach wie vor gut besucht. Die Gcsangsabteilung, die so oft zur Verschönerung der Veranstaltungen des Vereins beitrug, hat ihre Tätigkett infolge Einberufung der meisten männlichen Mitglieder eingestellt. Obwohl die Rechtsberatungsstelle des Vereins infolge Einberufung des Leiters des Instituts ihre Wirksamkeit einschränken mußte, wurden die Rkttglreder und deren Angehörige, soweit es die Verhältnisse zuließen, auch im abgelaufenen Jahre mit Rat und Tat unterstützt, wozu die durch den Krieg geschaffenen Ver- bältnisse ganz besondere Gelegenheit boten. Auch auf anderen sozialen Gebieten hat sich der Verein im letzten Jahre betätigt/ so z B im Ausschüsse der Kriegs beschädigten-Fürsorge, sowie im Verein für K r i e g c r he i m st ä t t e n. Die zu den Waffen einberufenen Mitglieder wurden durch Liebesgaben erfreut, ebenso wurden die bedürftigen Angehörigen der eingezogenen Mitglieder mtterftirtvt. — Bei den in der Versammlung erfolgten Wahlen wurde der bisherige Vorsitzende des Vereins, Oderbibliothekar Tr. Heuser einstimmig wieder gewählt: ebenso erfolgte die Wiederwahl der ausscheideuden Vorstandsmitglieder Pfarrers Llusfeld, Weller, Zschunke, Müller, Graulich, Arnold, Horst und Christ. Becker. Am Schlüsse der Versammlung berichtete Vorstandsmitglied Kirchner über die am 13. l. Mts. abgehaltcne Tagung des Mittelrheinischen Verbandes Evangelischer Arbeitervereine, wobei die Ausführungen über den Antrag Frankfurt bezüglich der Frauenarbeit in gewerblichen Betrieben besonderes Interesse fanden.
** Ter Krieg und die Veredelung des Zahlungsverkehrs. Um in den weitesten Volks kreisen trefercs Verständnis für die Notwendigkeit der Einschränkung des Bargeld- und Banknotenumlaufes durch Einführung zeitgemäßer Zahlungsmittel zu wecken und das Verantwortlichleitsgefühl eines jeden einzelnen dafür zu heben, daß er die Pflicht hat, an der Stärkung der Finanzkraft des Reiches an seinem Teile beiz ritt agen, wird die Handelskammer Gießen am Donnerstag, den 24. Februar einen Vortragsabend veranstalten, an welchem der Ordinarius für Staatswffsenschaften an der Landesuniversität, Professor Tr. Skalweit, über „Der Krieg und die Veredelung des Zahlungsverkehrs" sprechen wird. Ort und Stunde des Borttags ist aus der Anzeige in der heutigen Nummer zu ers-ühen.
** Schirmacher - Vor trag. „Deutschland, Deutschland über alles". Wie oft wird es gesungen! Und wie wenig wird darüber nachge-dacht, was es sagen will! Sicher wird es ein an- Mendcr Abend werden, wenn eine Frau von dem Geist und der Weltkenntnis des Frl. Dr. Käte Schirmacher am Samstag den -r6. Februar ihre Gedanken darüber uns darlogen wird.
I m Soldakenheim findet das nächste Konzert am 23. Februar von 3-5 Uhr statt. Näheres ist aus dem Anzeigenteil zu er!eben
** D i e Anmeldefrist für die Seminare zur Ausbildung von Lehrerinnen der Hauswirtschaft und der weibsichen Handarbeiten an der Alice-Schule ist nach minirericller Anordnung (siehe Kreisblatt vom 16. Februar) bis zum 15. März ausgedehnt worden. Die Aufnahmeprüfungen finden am 25. März statt.
** F1 e i s ch k o n s e r v e n u n d O el e r s a tz. Das Chemische Untersuchungsamt für die Provinz Oberhessen teilt uns folgendes mit: In letzter Zeit von uns untersuchte Fleischkonserven mit der Aufschrift: „Tauer lvnrst mit Kartoffelsalat" nach bester schwäbischer Hausmacherart, enthielten außer einem 4 2,5 Gramm wiegenden halben Rindswürstchen 360 Gramm Kartoffelsalat, dabei betrug der Preis der Büchse 1 50 Mk. Eine andere Fleisch- konserve mit der Aufschrift: „Prima Ochsenfleisch mit Kartoffelsalat" nach bester schwäbischer Hausmacherart enthielt 4 1,5 Gramm Ochsenfleisch und 380 Gramm Kartoffelsalat. Die Büchse machte in geschlossenem Zustande einen verhältnismäßig stark anfgetriebenen Eindruck. Beim Oesfnen entwickln Gase. Der Kartoffelsalat war verdorben und ungenießbar. Auch hier betrug der Preis der Büchse 1.50 Mk. Wer sich demnach nicht schädigen will, möge von dem Kaufe solcher „F le i sch ko n se r v e n", die meist ungeöffnet als Liebesgaben in das Feld geschickt werden, a b s e h e n. — Eine neuerdings als Salatöl-Ersatz in den Handel gebrachte Flüssigkeit bestand ans einem Pflanzenschleim, der sich ans den Algen Chondrus crispus und Gigartina mamillosa, dem Carrageen, hergestellt erwies. Um den Oelgeschmack zu vervollständige, war der Schleim mit Spuren eines fetten Oeles vermischt worden. Als Konservierungsmittel diente Benzoesäure. Ein Kilogramm dieses Oel-Ersatzes kostet 2 M k. Jede Hausfrau kann sich diesen Salatöl-Ersatz durch Erhitzen von etwa 10 Gramm Carrageen (in Apotheker: und Drogerien erhältlich) mit etwa einem Liter Wasser selbst Herstellen. Nach dem Erhitzen wird der Schleim zur Reinigung und Trennung der ungelösten Bestandteile durch ein Tuch geseiht und mit etwa fünf Gramm Speiseöl aromatisiert. Die Kosten eines solchen Oel-Ersatzes belaufen sich auf höchstens 10 Pfg. pro Kilogramm. Die Flüssigkeit ist kühl und in verschlossenen Gefäßen aufzubewahren, da sie sonst leicht dem Verderben anheimfällt.
Kreis Büdingen.
v. Nidda, 81. Febr. Leutnant Eurt Weiter aus Eichelsdorf erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse.
Kreis Friedberg.
Butzbach, 21. Febr. Der Voranschlag der Stadt Butzbach für 1916, der von dein Finanzausschuß geprüft und gut- geheißen, wurde in der am 18. ds. Vtts. abg eh al teilen Gemeinde- ratssitzung verlesen. Er schließt mit einer Einnahme und Ausgabe von 272 525 Mk. ab. An Ausgaben sind hauptsächlich vorgesehen: für Waldungen 14 830 Mk., Licht- und Kraftversorgung 24 085 Mk., Wasserversorgung 33 324 Mk., Schulen 16 560 Mk., Eisenbahnen 25 250 Mk., Straßen 18 300 Mk.. Kriegswohlsahrts- pflege 13 000 Mk., Kreisumlagen 25 000 Mk. Trotz äußerster Sparsamkeit ist doch eine Steuer Höhung nötig geworden infolge großer Steuerausfälle bezw. -Nachlässe. Auf Antrag des Finanzausschusses wurde beschlossen, an Gemeindeiunlagen anstatt wie im. Entwurf vorgesehen 126 541 Mk. nur 118 541 Mk. in seck^s Zielen zu erheben und zwar in den Monaten Mai, Juli, September und November 1916 und Januar und März 1917. Tie an den Umlagen gekürzten 8000 Mk. sollen durch Kapitalaus- nahine gedeckt werden, weil der für die Kriegswohlfahrtspslege vorgesehene Betrag von 13 000 Mk. zur Steuer er Höhung beitragt. Würde die von der Bürgermeisterei vorgesehene Umlage zur Erhebung kommen, so würde dies einen Ausschlag gegen das Vorjahr über 20 Prozent bedeuten. Ein so großer Aufschlag sollte wegen den heutigen geringen ivirtschaftliäfen Verhältnissen vermieden werden. Durch die Herabsetzung des Umlagebedarfs dürfte sich die Steuer nur um etwa 10 bis 11 Prozent erhöhen.
Starkenburg nnd Rheinhessen.
ch. Bingen, 21 .Febr. Der Wasserstand des Rheines l>at sich wieder erhöht und hetrug gestern 3.49 Mtt. und dürfte bis zum Abend noch 4 Meter erreickien. Gestern zeigte der hiesige Pegel noch 3.75 Meter jm. Innerhalb von drei Tagen hat sich der Wafferstand also um etwa IVa Meter erhöht. Weiteres Steigen steht bevor. Rheinaufwärts hat der Rhein die Borflutgräben, überhaupt das tiefergelegcne Gelände auf weite Strecken über- schiwcnrmt. Auw im Rlnsingau sind die tieferen Strecken unter Wasser gesetzt. Im Gebirge, also rheinabivärts, hat der Rhein, der dort Hurtig Platz hat und infolge seiner verringerten Brette mit ungeheurer Kvaft dahinschießt, ebenfalls Veinere Strecken unter Wasser gesetzt. Auch die Nahe bringt Hochwasser mit und steigt noch immer.
Kreis Wetzlar.
ra. Wetzlar, 31. Febr. Ein sehr verschiedenartiges Bild geben jetzt die S t e u e r v e r h ä l t n i s s e unserer Kreisgemeinden. 13 davon waren in der glücklichen Lage, weder Zuschläge zur Staatseinkommensteuer, noch Realsteuern erheben zu müssen. Keine Einkominensleuerzuschläge, aber Realsteuern erheben 7 Gemeinden. Bis zu 50 Prozent wurden in 6 Gemeinden, 50 100 Prozent in 23 Gemeinden erhoben. Höhere Sätze, nämlich 200 Prozent, kommen in >3 Gemeinden und über 2ü0 Prozent tn BellerSdori (280) und Oberlemp sogar 300 in Ansatz. — WaS die Realsteuern anbetrifft, so wurden 2>»0 Prozent nnd mehr in 2b Gemeinden erhoben, nnd zwar in 17 2u0 Prozent, in zwei 320 Prozent und zwei 230 Prozent, in je einer 240, 250, 255 (Oberlemp) und Edingen 800 Prozent. Alle anderen erheben weniger als 200 Prozent.
s. Wetzlar, 21. Febr. Die Buderusschen Eisenwerke teilen mit, daß die in den leisten Tagen durch die Zeitungen gegangene Nachricht, wonach die Gießerei der Werke ntedergebrannt s«, durchaus unzutreffend ist. Es handle sich um einen ganz geringfügigen Brand, bei dem der Schaden nur einige hundert Mark be- ttage. Riebt einmal die Feuerwehr sei in Tätigkeit getreten. Selbstverständlich sei der Betrieb in keiner Weise beeinträchtigt.
L Kinzenbach, 21. Febr. Bon den ans unserem Orte zu den Waffen Einberufeiien haben bereits achtzehn den Heldentod erlitten.
Hessen-Nassau.
Q Marburg, 21. Febr. Vom 1. März ab ist der Höchstpreis für Eier auf 12 Pfennig beim Verkauf au den Händler und 14 Pfennig beim Verkauf <m den Verbraucher festgesetzt worden.
— Frankfurt a M„ 21. Febr. Der Verein d e r Kleinhändler schließt von Montag ab versuchsweise sämtliche Lädcii statt 8 Uhr schon um 7'/, Uhr abends. - Anö Lebensüberdruß erschoß sich der 70jährige Bibliothekar Oskar K 0 t t m ü l l e r.
= Griesbe,ipi a. M., 21. Febp. Durch eine plötzlich her- vorbrechende Stichflamme »vurden die Kleider des zweijährigen Sohiies des Arbeiters Karl Puchtler in Brar,d gesetzt, so daß das Kind verbraniite.
x. Eschivege a. d. Werra. 21. Febr. Alls dem Bahnhöfe Eichenberg der Strecke Bebra—Göttingen wllrde der Eisenbahnschaffner Müller beim Ueberschreiten der Gleisanlagen von einem einsahrenden Personenzuge überfahren und gelotet. — Einem Landwirt au« einem benachbarten Orte wurden 9 00 0 Mark gestohlen. Don den Dieben fehlt jede Spur.
vermischter.
Berlin. 21. Febr. Von der Mandelwnnd im H 0 ch -- k 0 n i g s g e b i c t ging eine mächtige Lawine nieder, durch die 50 Personen verschüttet wurden. Bis gestern waren nach einer Meldung der „Dosstschcn Zeitung" neun Tote gefunden. Die Ausgrabungen aus dem Schnee find
äußerst schwierig, weil die Gefahr besteht, day weitere Lawinen niedergehen. Rettungsmannschaften eilen von verschiedenen Seiten herbei.
' v 1n ii6bi lief, 20. Febr. (WTB. Nichtamtli.ch) Heute nachmittag ereignete sich aus dem Ski-Ansflugsort Birgit; Köpfl ein Lawine n n n g l ü ck, dein z >v e i Mensche 11 znm Opfer sielen. Tie Leiche des einen Verunglückten ist bereit- geborgen. Es ist ein Mann namens Reiter. Der andere, der Landcomspektor Dr. Joses Alton, konnte noch nicht aiifflefuiiöen werden.
* Der neutrale I n s e l k ö n i g. ES ist wenig bekannt, daß ganz nahe bei England ein winziges Jnselehen liegt, das von den Rekriitternngsanstrengungen Lord Derbys völlig verschont blieb, »nid bleiben mußte, weil es einen kleinen Staat für sich bildet. £03 Bardsey Island hat — 39 Einivohner nnd einen eigenen „51ö»jg*. Als dieser letzthin geiragt wurde, ivns er vom Kriege denke, sagte er behaglich: »Darüber zerbreche ich mir nicht den Kopf, wir sind außerdem neutral/ Biel mehr als unter dem Weltkrieg har der arme „König- manchmal unter bem Abgeschiedensein von der übrigen Welt zu leiden, die ab und zii bei stürmischem Wetter ein- tritt. Ta ist es schon vorgekommen, daß des Herrschers Tabakevorrat ausging und er sich mit getrockneten Teeblättern trösten mllßte. Das ivird ihn geiviß mehr au« der Ruhe gebracht haben, als die Nachrichten vom Kriege auf dem Festland.
Spielplan der vereinigten granffurter Stadttheater.
Opernhaus.
Dienütag, den 22. Februar, abends 7 Uhr: ^Fidelio." Dilti' ivoch, den 23. Februar, abends 7'/, Uhr: „Der Bcttelstiident." Donnerstag, den 24. Februar, abends 7 Uhr: „Riaoletto/ Freitag, den 25. Febr., geschloffei,. Samstag, 26. Febr., abends? Uhr: „Mona Lisa." Sonntag. 27. Februar, nachmittags 8X Uhr: „Der Vogel- Händler." Abends 7 Uhr: „Violetta/ Montag, den 28. Febrnar, abends 7 Uhr: Einmaliges Gastspiel des Hcrr>r Kammersänger Hermann Jadlowker: „Carmen."
Schauspiclhaur.
Dienstag, 22. Febr.. abends 7*/ 9 Uhr: Bunter Abend: Vorträge. Hierauf: „Literatur." Zum Schluß: „Berlin—Bagdad." Mittivoeb, den 23. Februar, abends 7'/, Uhr: „Hem, 0 , der Bauer." Hierauf : „Die Komödie der Irrungen." Doniierstag, den 24. Febrnar, abends 7‘/ 3 Uhr: Deutscher Komödienabend: „Der Fremde." Hieraus: „Frihchen." Dann: „Sittliche Forderung." Ferner: „Unter blonden Bestien." Zum Schluß : »Die Hasenpfote." Freitag, de,» 25. Febr., abends 7'/, Uhr: „Nordilche Heerfahrt." Samstag, den 26. Febr.. abeiids 7 l U Uhr: MoliSre-Abend: „Tie Zierpuppen." Hierauf: „Der eingebildete Kranke." Sonntag, den 27. Februar, nachmittags 3' , Uhr: ,Ollt-Heidelberg." Abends 7', Uhr: „Heimo, der Bauer." Hierauf: „Die Komödie der Irrungen." Montag, den. 28. Febr., abends 7 V 7 Uhr: Moliere-Abend: „Die Zierpuppen." Hierauf: „Der eingebildete Kranke."
Märktt.
fc. Frankfurt 0 . SW., 18. Febr. Heu- und St roh markt Auf dein beutigen Heu- und Strohmarkt ivar nichts angefahren.
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Meteorologische veobachtungen der Siatton Siehen
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Höchste Temperatur am 19. bis 20. Februar I9i6 — -f- 4,6* Ö. Niedrigste „ „ 19. „ 20. „ 1916 =* - 0,7 • C.
Niederschlag: 0,0 mm.
Amtlicher Wetterbericht.
O effentl i che r Wetterdien st, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am TienStag, den 28. Febr. 1916: Ziemlich heiter und trocken, Tenlperatnr wenig geändert.
Letzte Nachrichten.
Die bewaffneten Handelsschiffe.
New Port, 21. Febr. Tic Associated Preß meldet aus Washington: Staatssekretär L a n s i 11 g hat im Anschlüsse eines Kabmettsrats gesagt, daß von den Mltterten noch ferne' förmlichen Antworten eingetroffen seien aus den anierikauischeu Vorschlag, die Handelsschiffe zu entwafftieu. Es wurde an gedeutet, daß solche Antworten abgewartet Werder: sollen, ehe sich die Vereinigten Staaten über ihre Haltung gegenüber der Warnung Deutschlands und Ocsiterrcich-Ungarus bezüglich betvaffneter Handelsschiffe endgülttg schlüssig werden.
Hunger-Krawalle in Südrußland.
Czernowitz, 21. Febr. In Odessa, Kischinew, §*■ bastopol und anderen in der Nähe des Schwarzen Meeres gekegenen russischen Städten fanden in den letzten Tagen große Teuerung s k r a w a l l e statt. Zahlreiche Laden wurden geplitndert. Die Polizei sah tatenlos zu. Der „Odeski Listok" und andere führende Organe Südwestrußlands fordern energische Maßnahmen gegen die fortwährende Steigermrg der Lebens mittelpreise und eine Regelung nack) deutschem Muster. Eine große Anzahl von Getreidehändlern und Großkaufteuten wurde verhaftet. %i den Hausdurchsuchungen wurden gewaltige Mengen von Lebensmittel * Vorräten vorgesunden. Eine strenge Untersuchung ist eiirgeleitel. (De- kanntlich liegen in Odessa gewaltige Mengen vmr Getteide als Sicherheit für die cm Rußland gewahrten englischen Unterftützungs- gelber unverwendbar fest.)
Die deutschen Erfolge bei Apern in englischer Darstellung.
Haag, 21. Febr. Die „Times" melden ans dem Hauptquartier, der verloren gegangene Sektor fyabc ruhig gelegen, während die Deutschen andere Frontstücke bombardierten. Plötzlich hätten die Deutschen einige Minen zur Explosion gebracht, die die ganze Stelle ruinierten. Hierzu fet dann eine halbstündige Beschießung gekommen. Da die englischen Soldaten keine deutlich bestimmbare Linie mehr zu verteidigen hatten, Hütten sie sich nach den anschließenden Gräben zurückgezogen.
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