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4.2.1916 Erstes Blatt
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14
 
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Tie englische Darstellung über oen knitschen

Luftangriff.

London, 3. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Jteutcr)n)en Bureaus. Das Kriegsamt veröffentlicht folgendes: Der voltztändig ungenaue Bericht im amtlichen Telegramm aus Berlm über die Wirkungen des deutschen Luftangriffs in der üc:jt vom 31. Januar bildet einen weiteren Beweis für die Tat''--. daß die Angreifer gan-, außerstande sind, ih.c Lage oder Keu Kurs mit einiger Genauigkeit festzustellen. Eine Anzahl von Fallen, in denen leichte Verwundungen vorgekommen sind, wur­den noch außer den bereits mitgeieilten Zahlen berichtet, so daß fi-locrtbc Zahlen vorliegen: Tot: 33 Männer, 20 Frauen, 0.Künder: verwundet: 51 Männer. 48 Frauen, 2 Kinder. Zwei Mrchen sind beschädigt worden: das Versammlungslokal einer Psarrgemeinde wurde zerstört: 14 Häuser sind demoliert und crne große Zahl beschädigt worden; an zwei Stellen wurden Eisenbahnanlagen nicht sehr schwer beschädigt. Nur zwei Fabriken, wovon keine einen militärischen Charakter besaß, und eine Brauerei wurden stark beschädigt, zwei oder drei andere Fabriken leicht. Die Geiarntzahl der Bomben, die bis jetzt entdeckt worden sind, ist über, 300: viele fielen in den ländlichen Gegenden nieder, wo gar kein Schaden angerichtet worden ist.

London, 3. Febr. (WTB. Nichtamtliche Meldung des Neuterschen Bureaus. Aris nichtamtlichen Mitteilungen über den 3 e st i " angriff auf England geht lMtwr, daß die Luftschiffe an der Küste von Norfolk um 5 Uhr nachmittags aniamen. Eins der Luftschiffe ließ eine Botschaft fallen des Jn- halts:W i r kommen später zurück!" Es war Dienstag trüh o Uhr, ehe der letzte Zeppelin abfuhr. Der meiste Schaden wurde in Staffordshirc im Industriegebiet angerichtet. Hier wur­den neun Menschen getötet oder verwundet. Auf die erste Warnung von der Annäherung der Luftschiffe hin tunrden die Lichter in den Theatern und Lichtbühnen verdunkelt. In einigen wurde die Vorstellung bei Kea-zcnlicht fortgesetzt. Unter der Bevölkerung entstand keine Panik. Eine Bombe fiel mitten in eine religiöse Versammlung: drei Frauen wurden getötet und viele verwundet. Eine andere Bombe fiel in einen Billardsaal und tötete einen Spieler. In einer der Städte Midlands wurden in einer Straße faft alle Häuser zerstört. Fünf Mitglieder einer Familie: Groß Vater, Großmutter, Tochter und zwei Enkel wurden ge- ^wtet. Ueber eine andere Stadt in Midlands, die sofort in rzünsternis gehüllt wurde und deren Tramwapverkehr sofort ein­gestellt ivorden war, fuhr ein Z^pclin hin, ohne Bomben abzu- werfen. Die Einwohner dachten, daß die Gefahr vorüber fei und nahmen ihre normale Tätigkeit wieder auf. Uni Mitternacht er- fchsienen dre Zeppelme nneder uiid ließen Bomben fallen, die je­doch nur geringen Schaden anrichteten. Bei einer Untersuchung vor dem Totengericht m einem der Orte Lineolnshires wies ocr .stunter darauf hin, daß 50 Bombeii abgeworfen worden feien, ober nur drei Personen getötet wurden.

Ms einer anderen Depesche gche hervor, daß der Zeppelin- Ungriis auch aus den Zugverkehr Einfluß hatte. Ter Lo­komotivführer eines Schnellzuges ließ seinen Zug eine Stunde in einem Tunnel stehen, ein an- oererZug hatte mehrere Stunden nötig, um einen Abstand von 20 Nceilen zuruckzulegen. Wieder ein anderer Zug braichtc Sttinden für einen Mstand von 100 Meüen. Der Lolomotiv- tuhrer eines Zuges sah, wie ein Zeppelin immer wieder auf die Eisenbahnlinien Bomben warf, den Zug aber nicht beschädigte.

EineBergeltrrrrgSmaßrcgcl" gegen den Zeppelin­angriff auf Saloniti.

Lond on, 3. Febr. (WTB. Nichtamtlich.)Daily Chro- incle meldet aus Saloniki: Als Vergeltnngsmaßregel für den Zeppelinangriff auf Saloniki bewarfen 1 4 fran­zösische Aeroplane baS feindliche Lager von Petrrtsch heute früh mit Bomben. Es wurde beträchtlicher Exhaden angerichtet.

Die Herabschicßung eines italienischen Flugzeuges durch Schweizer Truppen.

^ r r ^ n ' 3 - fcfa- Ueber die Herabschießuug eines italieni- fchen Flugzeuges über L u g a u o von Schweizer Truppen bringt oerBerlurer Lokalanzeiger" aus Zürich noch folgende Einzel­nen: H«ite beging ein it a li c n i sche r Fli eger eine

Ichwere Neutra l itätsve rle tz u ng. Um 2Uhr 40 Mi­nuten ersckMn em italienffcher Zweidecker über Lugano und kreiste rn wertem Bogen über Malcantons und den Schweizer Stellungen m der Gegend des Monte Cenere. Unsere Artillerie und ver- Ichredene Mafchineugewelstckompagnien erösfneten das Feuer UfTC beobachtete man von Lugano aus das Niedergehen {5? ^ / lw J tlbc durch eine erfolgreiche Beschießung ver-

Ichieoener Mitrailleusenkompagnien und eines SchützenbataÜlons gezwungen, bei Cadempino zu landen. Der Apparat weist gegen M Schußlocher am der Flieger selbst ist unverletzt. Beim Niedergehmr schwenkte er zum Zeichen, daß er sich ergeben ' u in - ^?ckes Tchchentuch. Er wurde von Offizieren einer ^curaiUcufenrompagnie gefangen genommen und abgeführt.

1 Notwendigkeit bestand, den Kranken nichts von seinem Leiden üstEu zu lassen. Als die Krankheit vor einigen Jahren ärztliche Behandlung notwendig machte, wurde dem Kranken der Gedanke c-mgebracht, er müsse eine Europareise machen. Der Prinz er­achtete es damals als notwendig, die im In- und Auslande ver­breiteten Nachrichten, daß er erkrankt sei, in Llbrede zu stellen. Seitdem ist die Regierung ausmerksani dem Laufe der Krankheit gefolgt und hat zu den verschiedensten Heilmitteln gegriffen. Sie suchte dem Prinzen alle Sorgen fern zu halten und hat jede Gelegenheit wahrgerwmmen, ihm Mut zuzusprechen und ihn zu Neifen zu veranlagen. Die Begleitung des Prinzen ist stets so gewählt ivordeist.daß sie einen heilsamen Einfluß auf ihn aus- uven konnte Die Regierung hielt den Prinzen stets, über die Angelegenheiten der Nation auf dem Laufenden, um ihm nicht Zeit zu losten seinen Gedanken nachzuhängen und in Schwermut zu verfallen. Seit einiger Zeit hatte die Krankheit einen beun- ruhigendcu Charakter angenomnren. Die Negierung verdoppelte ihre Ausmerfiamkeit: aber ihre Wachsamkeit erivies sich als ver­geblich weil der Prinz auch jetzt noch in Unkenntnis über seinen Zustmid gehalten werden mußte. So ist schließlich das Ereignis ein getreten, durch das die ganze Nation in Trauer versetzt wor­den ist.

3. gebe. (WTB. Nichtamtlich.) Gestern nachmittag, kurz nach 2 Uhr, erfolgte die Ueberführung der Leiche ^^^on^gcrs Prinzen Jussuf Jzzeddin vom Dolma- Bagdsche-Pala,t nach der Serailspitze. Hier b.ldete sich ein Trauer- zug. Truppen aller Waffengattungen, Infanterie, Marine, sowie eine Batterie eroffneten ihn. Der Sarg war von einem kost- daren purpurnen Sammctteppich mit goldgestickten Koransprüchen bedeckt und in eine osmanische Fahne gehüllt. Am Kopfende war der Kalpak des verblichenen Marfchalls angebracht. Hinter dem Sarge schritten die kaiserlichen Prinzen zu zweien. Der Sultan war durch seinen Sohn, den Prinzen Omer Hilma, vertreten. Nierauf kamen die kaiserlichen Schtviegersöhne, der Großwesir, der Scheck ül ^slam, der Vizegeneralistimus Enver Pascha, alle übrigen Minister, das diplomatische Korps, die Senatoren and deputierten. Zu beiden Seiten geleiteten den Leichenzug Truppen, Feuerwehr und Gendarmerie. In der Sophienmoschee wurden die Totengebete, Gebete für den Sultan und die Wohlfahrt der csmaiiiichen Armee und Marine verrichtet. Sodann setzte der Zug den Weg nach dem Mausoleum des Sultans Mahmud fort. Hier «erfolgte die Beisetzung. J,l allen Straßen, welche der Trauer­zug pastierte, war eine große, auf mehrere Zehntausende geschätzte Menge angeiammelt.

Schutzinaßregel»" für de» englische» Handel nach dem Krieg.

London 3. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Meldnng des Rentei scheu Bnreans. Das Handels amt veröffentlicht einen Bericht des Subkomitees, das damit beauftragt wird, Schutzmaßregeln für gewisse Industrien nach dem Krieg Voranschlägen. Darin wird eine Abänderung der Paterck- gesetze und deren .strengere Handhabung vorgeschlagen. Zeder einzelne der in Deutschland oder Oesterreich-Ungarn h-ergestellten Artikel soll mit der MarteMade in Ger- many" oderMade in Anstria-Hungary" versehen wer- den. Es soll den britischen Gesellschaften verboten werden, von neckischen Schiffen höhere Frachtsätze zu verlangen, als von nordeuropäischen. Ferner werden verschiedene andere Schutzmaßregeln für die britischen Erzeugnisse und Bor- zugstarrfe für die britischen Besitzungen und die jetzigen Verbündeten Großbritanniens vorgeschlaaen

Der seekckeg.

Teilweise Demobilifferung des griechischen Heeres?

Information

Reibet aus Athen, daß nach Versicherungen aus politischen Kreisen eine teilweise Demobilisierung des g r re ch i s cp e n Heeres von der Regierung beschlossen §^den ]ct. Ern königlicher Erlaß, der die Entlassung der ^ahrgauge 1892 bis 1900 anordne, werde in allernächster

Tie Reserveoffiziere der Jahres- .laste 1889 brs 1892 feien eben entlassen worden.

Das rumänische Parlament.

Buka rest, 3. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Das Paria- Ib.rt gestern wieder. Nach derJndependance Ronmarne wrrd in den nächsten Tagen u. a. ein Gesetz­entwurf über einen Heereskredrt von 200 Millio­nen Lei ein gebracht werden.

Rumänisches Getreide.

3 -&ebr. (WTB. Nichtamtl.) DerBester Lüiyd meldet aus Bukarest: Das neue Geschäft betreffend Lieferung von 100000 Waggons Getreide, vornehmlich Mar^, mit den Mittelmächten gilt als geordnet.

Der türkische Bericht.

a n t i n o v e l, 3. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Das Smiptauartier teilt mit: An der Da rd a ne ll en° E 31. Januar ein Kreuzer auf der Höhe von £ ^ * Granaten auf die Umgebung von

r u . nb °n,tternte sich dann. Bon den anderen Kriegsschauplätzen liegt leine wichtige Nachricht vor.

Zum -Lode des türkischen Thronsolgers.

AFcbr. WTB. Nichtamtlich.) Die Blatter drucken ihren tiefen ^chmekz über das Ableben des aus p.ie ganze Nation betrauere in dem Ver-

blrchenen eines der hervorragendsten und edelsten --Lltgl.ed.er der asmanrfchen Dynastie. Die lange Euttststche Regierung drückte den Verstorbenen stets aufM- ordentlick schwer nieder und war vielleicht der vornehmste Grund zu der Nervenkrankheit, die ihn schließlich dazu brockte Hand an 8 . u // k :^ n - Ueber die Krankheit des ThronfolArs gibt är Ajmm lalgendc Einzelheiten : Der Selbstmord hatte tiefe Trauer hervorgermen, überraschte aber niemand, da jeder wußte daß dafür viele 0-runde bestanden haben, die in letzkr Zeit sich nockr benmoer-s häuften cher Prinz litt seit langem an einer nnh^ baren Rankheit- Die Regierung, die dies wußte und die über die teftifjrr. An'aile der .Krankheit, die sich häufig wiederholten auf r*m Lau eiden war, wachte ständig über den Kranken, insbesondere üh^r eme Behandlung. Gerade diese war aber schwierig, da die!

^ t e r dam, 2 Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Mieldnnq

der Niederländischen Telegraphen-Agenttir: Das hollän di sche MotorfahrzeugArtenus" ist morgem 2^ "hr acht Merlen sndlickf vom Noordhinder Lenchtschäff torpediert worden. Das Motorfahrzeug war nach Lon­don unterwegs, als es in der Nähe des Leuchtschiffes Noord­hinder von ernem Torpedoboot, dessen Nationalität unbekannt ist, torpediert wurde. Die Mannschaft ver ließ zunächst das Schiff, kehrte aber später zurück Arte­nus" nahm unter eigenem Dampf Kurs nach Holland, traf ni Nrenwe Waterweg gegen 8 Uhr ein und setzte die Fabrt nach Rotterdam fort. '

, K'^rlskrona, 3 . Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Mel­dung des Ritzauschen Bureaus. Der schwedische D a m p - serPresto", mit Stückgut von Göteborg nach Stocklivlm unterwegs, ist von einem deutschen Dampfer auf- g e b r a ch t und nach S w i n e m ü n d e übergeführt worden.

London, 3^ Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyds meldet: Ter b r r tu , ch e DampferBelle o f France" ist versenkt «^ europarsche Besatzung und 22 Lastaren lvurden ge­rettet, 19 Laskaren werben vermißt. ^

Wem gehört dieAppam"?

(Siehe auch Artikel im 2. Blatt.)

Sottbcn, 3 Febr. (WTB. Mchtamtlich.) DieTimes" erfahrt aus Walhrngtcm von, 2. Februar: Tie Ansicht ae- wmnt immer mehr RcmM( daß es derApvain" aestattet werden wird, als deutsches Eigentum nach dem Bertram; oon 1 tgg rn Newport News Kn bleiben. DieNew L)ork Trrbune schrerbt über den Fall: Auf Grund der bis lebt bekanntgewordenen Tatsachen ist diedlppam" das 'ac et­liche Eigentum derjenigen, die sie nahmen. Nach den bis- her vvrlregenden Präzedenzfällen tonne man zwar an­nehmen, daß man das Scksiff den früheren Reedern zurück- gebeu und dre Prrsenbesatzung internieren werde. ES handelt sich hier um erneu zweifelhaften Fall, und wir werden das Gesetz mchi so auslegcn, daß der deutsche Kommandant, der ,o gehandelt hat, wre es von Deutschland verlangt wurde, ,eme Prrse verliert Man muß. sich darmr evnrnern, daß er das Recht gehabt hatte, das Schsiff in den Grund! zu bohren, nachdem er Passagiere und Besatzung in Sicher- heit gebracht hatte. '

London, 3. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Das Bureau Reuter erfahrt, daß das StaatsdepaMement in Wasbinaton dem britischen Botschafter mitteilte, daß dem britischen Konsul in Norfolk gestattet worden ist sich mit den Passagieren derAppam" in Verbinduna zu setzen. Die Behörden wurden angewiesen, sofort die Landung aller an Bord befiudlichen Personen, mit Aus- nahme btt Prisenbesatzung, zu gestatten. Die Kritische Regie­rung hat noch keinerlei Nachricht von der Entscheiduna 'der Verenngteri Staaten über den rechtlichen Fall der Avpain" Dre Angelegenheit wird jetzt beraten

Washsingtou, 3. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Mel­dung des Neuterschen Buoeaus. Graf Bern stör ff teilte Herrn L a n f i n g forinell mit, daß dieA p p a m" als Prise auf Gmmd der Bcsttmmungen des preußisch-amerikanischen Vertrages, wodurch der Besitz des Fahrzeuges demjenigen verbürgt wird, der es erbeutet hat, nach Hmnpton Read gebracht werde.

^.Amsterdam 3. Febr. (WTB. Mchtamtlich.) Die Blatter außevn sich Erkennend über die Tacken des dtzud sck^en Kmegsfahrzeuges, das dieAppam" beschlagnahmte Sie sagen, daß man sich dadurch an die Trininphe der Em^ den" erinnert fühle.Meuwe vau den Dag" schreiben' -tu England wird der Vorfall wohl besonders peinlich emv- sunden werden, wo man immer fo stolz war, daß das letzte der deutschen Krregsschifsie vpm Ozepn verschlounden war.

AU5 dem Reiche.

Wirtschaftliche Maßnahmen des Bundesrats.

Berlin, 3. Febr. (WTB. Amtlich.) In der heutigen Bun­de s r a t s s i tz u ng gelangten zur Annahme der Entwurf einer Verordnung, betresfeiid die Preise für Rohzucker und Zucker- r üben im Betriebsjahre 1916/17: der Entwurf einer Verordnung über- die Verwendung von Berbrauchszncker; der Entwurf einer Bekanntmachnna über Höchstpreise für Heu.

Berlin, 3. Febr. (WTB. Amtlich.) Der Bundesrat hat ben Preis für Rohzucker aus dem kommenden Betriebsjahr 1916/17 auf 15 Mark für den Zentner mit der Maßgabe erhöht, daß der Mehrbetrag gegenüber dem bisherigen Preise ausschließ­lich zur Erhöhung der an die Rübenaubauer zu zahlenden Preise zn verwenden ist. Tie rübenverarbeitenden Fabriken haben für die im Bettiebsjalir 1916/17 an sie zu liefernden Zuckerrüben min­destens 45 Pfennig mehr als im Betriebsjahr 1913/14 zu zahlen. ±cr erhöhte Zuckerpreis gilt nur filr das künftige Betriebsjahr^ das heißt für die Zeit nach September 1916. Im Bundesrat be-- peht Einverständnis darüber, daß die Beschlagnahme der Rüben schnitze! fiir Zwecke der Allgemeinheit, wenn sie sich ^ . ,^?L^6änglich erweisen sollte, auf das unbedingt Notwendige beschränkt bleiben und tunlichst nicht in dem Umfange wie im Voriahr geschehen soll. Ter Buudesrat hat sodann die Verwendung von ^»erbrauchs^uckcr für Viehsütterung und Brannt­wein h e r st e l l u u g verboten, zu technischen Zivecken nur mit Genehmigung des Reickfskauzlers für zulässig erklärt. Tie Ver- ioendüng von Verbrauchszucker zu Heil-, Genuß- und Nahrungs^ initteln sowie zur Bienensütteruug bleibt unbeschränkt gestattdt.

Das Ergebnis der Reise Helfftrichs nach Wien.

Berlin, 3. Febr. (WTB. Nichtamtliche) DieNordd. Allgem. Ztg." schreibt: Der Aufenthalt des Reichsschatz­sekretärs Dr. Helfferich in Wien hat ihm Gelegenheit zu einem eingehenden Meinuugsaustausch mit den öster­reichischen und ungarischen Staatsmännern über alle mit der finanziellen Kriegführung zusanrm-euh-ängeu- den Angelegenheiten, sowie zu einer allgemeinen Aus­sprache über die gemeinsamen W irt s chaf ts fra­gen gegeben. Der Austausch der Gesichtspunkte über die beiderseits ergriffenen und weiterhin zu ergreifenden Maß­nahmen wird, wie mit Sicherheit erwartet werden darf, hier wie dort gute Früchte zeitigen. Einen besonderen Raum nahm die Besprechung der Valutasragen ein, in der Deutschland durch die nengeschaffene Organisation des De- visenverkehrs einen Schritt auf neuer Bahn getan hat. Ein wohlbedachtes und gut arbeitendes Jneinandergrersen der beiderseitigen Maßnahmen ist gerade auf diesem Gebiete von unmittelbar praktischer Wichtigkeit. Auch über das Zu­sammenwirken zur Festigung des Kronenkurses er­gaben die Konferenzen volle Uebereinstimmung. Es bedarf keiner Hervorhebung, daß die Unterhaltungen d-ic erfreuliche Uebereinstimmuntz der Ansichten über die Fähigkeit und den Willen der Verbündeten zum Durchhalten im Finanz- und Wirtschaftskrieg erneut bestätigt haben.

*

München, 3. Febr. (Priv.-Tel.) Die drei steNv. Gene­ralkommandos in Bayern haben infolge der .Herabsetzung des Brau-Kvntingents die Herstellung von Stark­bieren Verbote n.

Ans Stadt nnd Land.

Gießen, 4. Februar 1916. Wie wirkt der Ausbungerungstrieg auf die Schuljugend?

Die Frage, svie der Aushungerungskrieg auf den Ge^ sundbeitszustand Unserer Jugend wirkt, erfährt eine inter­essante Beleuchtung durch einen Bericht des württembergi- chen Medizinalrats Dr. Engelhorn imSchwöb. Merkur". Dr. Engelhorn hat im Oberamtsbezirk Göppingen in der Zert vom 27. August bis 18. Dezember 1915 die beträcht- Oche Zahl von 2500 Schulkindern des ersten, vierten und lebenten Schuljahres untersucht, und zwar 982 Kinder in der ^>tadt und 1580 auf dem Land. Hierbei machte er die überraschende Beobachtung, daß der Ernährnngszustaich der untersuchteil Kinder durchschnittlich sehr gut war, min­destens so gut oder besser als bei den im Frieden vorqenom- mcneit Untersuchungen. Das ärztliche Urteil setzt sich zu- arnmen aus dem Gesainteindruck, den das Kind macht, ans >em Fettpolster und der Dehnbarkeit der Haut, der Be- chaffenheit der Muskeln und der Farbe und"Blntfülle der ichtbaren Schleimhäute, nötigenfalls auch noch dem Ge­wicht. Unter Zuarundeleynng dieser Gesichtspunkte hat sich nun gezeigt, daß sehr viele Kinder eine gute, die meisten erne, mittlere, verhältnismäßig sehr wenige eine schleckste Ernährung aufwiesen. Man hätte erivarten müssen, daß in der Kmegszelt eure Verschiebung der durchschnittlichen Er- nahrung nach der Bezeichnungschlecht" stattgefnnden hätte. Daß diese Erwartung nicht eingetrofsen ist, kann als eine höchst erfreuliche Erfahrung angesehen werden. Ueber die Grulide sagt Dr. Engelhorn, daß namentlich aus dem Lande die meisten Lehrer in dem reichen Obstsegen des Jahwes 1915 den Hauptgrund für den durchschnittlich sehr günstigen Stand der Ernährung der Schiilkinder suchten. Viele Lehrer und Lehrerinnen wiesen darauf hin, daß der Wegfall von allerlei Schleckereien und der Genuß des ztveifellos sehr nahrhaften und gesunden Kindern auch bekömmlichen Kriegsbrots auf die Ernährung günstig. einlvirkt. Weiin dre Untersuchung Dr. Engelhorns sich auch nur ans eirren beschrankten Krers bezieht, so kann daraus doch schon fest- gestellt werden, daß der Aushungerungsplan unserer Feinde wie überall, so auch bei der Ernährung der Schul- ^!^ber, wo chm ein Erfolg zunächst beschieden sein könnte, ernen Mißerfolg erzielt hat.

** Balten Vortrag. Auf Anregüng.der vier natio­nalen ^rbande (Alldeutscher Verband, Deutscher Sckml- verern, Bund der Deutschen in Böhmen, Südniarkenverein) die vor zwei Jahren denDentsck)en Abend" vermistalteteii und denen sich, zunächst für den ersten Bortrag, wie da- mal^, lffne Reche anderer Vereine angeschlossen haben, wird in der Folge eine Reihe von Vorträgen veranstaltet tverdeii dre sich aus den ütxieg und seine Folgen, soweit sie jetzt schon besprocheii werden dürfen, beziehen. Als erster Redner ist der bekannte Borkänrpfer der baltischen Deutschen Ritter­gutsbesitzer Silvio Droedrich aiis Kurmahlen, Kurland gelvonnen, der über das Land rmd die neuere Geschickte be l S aI l "' ihn Leiden und Bestrebungen sprechen wird Ter Vortrag findet Donnerstag, 10. Feb?nar, abends Uhr pünktlich, im Saal des Gesellschaftsvereins statt s r n * e £ tve r , e in- Das hier zum ersten Male nmsizierende W e n d l i n q - Q u a r t et t hat neulich im Frankfurter Museums- saale einen Kummer,nuffkabend mit großem Erfolge veranstaltet. Für sein Konzert vom Sonntag, den 6. Februar, inartet es mit einem Programm auf, das ^edem etwas bringt": Diozarts D-dar- Ooq. Komgs.)Quartett ein echter Aiozart an Schönheit und Schwierigkeit und ein Zugstück für sattelfeste Dilettanten^ das in femem Mittelsatze das Cello so recht zu Worte kommen läßt. Das wundervolle ^-moII-Quartett Schuberts mit dem bekannt-« AUttelsatze, dessen Thema von Schubert auch in der Rosamunde