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12.1.1916 Erstes Blatt
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tffc, ttoberUrm besondere Sicherheitsmaßnahmen für dvn DampferG o 1 c o n d a" ersucht werden, mit dem eine Anzahl Oesterreicher aus Indien im Aufträge der -englischen Regierung zurückbefördert werden. Der Mitteilung ist eine Bittschrift der in Frage stehenden Oesterreicher beigesügt, in der gebeten wird, der Dampfer möge mit deutlichen Abzeichen versehen werden, an denen man seine Bestimmung erkennt. Ferner wird gesagt, daß die östcrreichisch-ungarische Regierung die -englische für den Verlust der Passagiere, von denen, wie es in der Mitteilung heißt, die Mehrzahl den besseren Ständen angehört, verantwortlich machen würde. Grev drückt in feiner Antwort sein Erstaunen aus, daß die österreichisch-ungarische Regierung, die selbst einer der Urheber der Gefahr sei, auf die offenbar hingewiesen werde, es als passend erachte, em solches Ersuchen zu stellen. Er könne auch nicht ver­stehen, warum Angehörige besserer Stände mehr Anspruch auf Schutz vor U-Bootangriffen hätten als andere Nichtkämpser. Wie dem aber auch sei, die einzige G>Mhr, die den Passagieren der Golconda" drohe, sei eine solche, für die Deutschland und Oester­reich-Ungarn allein verantwortlich seien, denn nur sie hätten die neue unmenschliche Form der Kriegsführuug eingeführt, die alle bisher anerkannten Grundsätze des Völkerrechts außer acht lasse und notwendig das Leben der Nichtkämpfer gefährde. Tie österreichisch- ungarische Regierung erkenne, indem sie besondere Vorsichtsmaß­regeln zum Schirtze der eigenen Untertanen an Bord englischer .Handelsschiffe fordere, die unvermeidliche Politik ihrer U-Boots- politik an. Sie gebe zu, daß die Gewalttätigkeiten, durchs die die Lusitania",Persia" und andere Schiffe ohne Warnung versenkt wurde»:, nicht zufällige Brutalitäten von Offfzieren der feind­lichen U-Boote waren,'sondern die absichtlich überlegte Politik ihrer Regierungen. Es erübrige sich, hinzu zu fügen, daß die englische Negierung nicht beabsichtige, irgendwelche Vorsichtsmaßregeln zu Gunsten der österreichisch-ungarischen zu unternehmen. Der rich­tige Schutz gegen Gefahren sei, daß Oesterreich-Ungarn und Deutsch­land die gewöhnlichen Regeln der Menschlichkeit in den Methoden ihrer Kriegführung befolgten. (Der Passus von denbesseren Ständen" in dem österreichischen Gesuch wird von Grey wohl entsteUt wiedergegeben sein. Im übrigen ist die Wiener Besorgnis gerechtfertigt, daß England die Passagiere, die -es aus Indien sort- führt, vielleicht absichtlich Gefahren entgegenführen wird. Die Red. des Gieß. Anz.)

Der Rücktritt der drei Arbeiterminister nicht angenommen.

Haag, 11. Fan. (WDB. Nichtamtlich.) DerNieuwe £o'iircmt" meldet aus London: Die Demission d-er drei Arb eitermin ist-er wurde nicht angenommen. Der Premierminister wird eine Unterredung mit der Ar­beiterpartei haben, um die Militärdienstbill zu besprechen.

Rotterdam, 11. Jau (WTB. Nichtamtlich.) Der Nieuwe Rotterdamsche Courant" meldet aus London: Die Daily News" sagt in einem Leitartikel: Die Arbeiter­partei wird Asguith fragen, ob er die Dienstpflicht fallen lassen werde, falls eine erneute Anwerbung die Drückeberger auf eine kleine Minderheit herabmindern sollte, ehe die Bill Gesetzeskraft erlangt habe. Die Gruppenwerbung wurde gestern wieder erneuert; nach liberalen Blättern war das Ergebnis sehr befriedigend.

Die Ansstandsunruhen in Amerika.

London, 11. Jam (WTB. Nichtamtlich.) DieDaily 9cetü§" berichtet aus New York vom 9. Januar: In Poungstown in Ohio ist 48 Stunden lang zwischen den streikenden Arbeitern der Stahlwerke und der Stadtpolizei, die durch Miliz verstärkt worden war, gekämpft wor­den. Zehn Ausständige wurden erschossen und dreißig verwundet. Etwa 2000 Ausständige setzten am Frei­tag eine Anzahl Häuser im Geschäfts viertel in Brand und plünderten u. a. Whiskyläden. Sie verschafften sich eine beträchtliche Menge Dynamit und droschen, die Villenviertel der Stadt zu zerstören. Die Polizei, -die zu schwach war, Um die Menge zu zerstreuen, sprengte die Brücke über den Mohoningfluß in die Luft, um einen Angriff auf die Villenviertel zu verhindern. Mehr als fünfzic Häuser und ein Teil der Fabriken sind teils zerstört, teils beschädigt worden.

Ein allgemeiner Metallarbeiterausstand in Spanien.

Madrid,- II. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Havas: Der Generalaus stand der Metall­arbeiter begann am Montag morgen in Barcelona. Alba erklärte, als er die Leitung des Ministeriums des Innern über- oSH' ^ ätte ernsthafte, vertrauliche Mitteilungen von den Arbeitern empfangen, die ihm Mitteilten, daß internationale Agen­ten das Land bereisten und den Generalstreik in ganz Spanien zu Beginn des Jahres 1916 vorbereiteten, um die Auswanderung von Arbeitern m ausländische Fabriken zu begünstigen. Die Regierung sehe, daß dieses Programm sich in Barcelona verwirklichte: sie werde gemäß den Ereignissen handeln.

Der Seekrieg.

Der U-Bootkrieg.

Berlin, 11. Zun. (WTB. Nichtamtlich.) Wie die italie­nische ZeitungCorrihve Mercantile" meldet, haben die französischen Handelskapitäne von Marseille be­schlossen, einen Antrag aus allgemeine Bewafsnungder Handelsdampfer einzureichen, damit sie nicht nur defeusw, sondern auch offensiv gegen die U-Boote im Mittel­meer Vorgehen könnten, wie dies von den Engländern be­reits mit Erfolg getan würde. Das Blatt verlangt, daß, der Mamneminrster Corsi eine entsprechende Verfügung er­lasse, daß alle Dampfer, nicht nur die, welche die Adria be­fahren, bewaffnet würden, damit die fühlbaren Verluste die die italienische Marine bisher erlitten hät, aufhörem Alle Dampfer würden dann Unterseeboote rücksichts­los an greifen, auch wenn sie selbst nicht angegriffen wurden. (Anmerkung der Redaktion: Wenn diese Pläne Wirklichkeit werden, so würde das die Kriegführung der Unterseeboote wesentliche erleichtern, da sie diesen bewaff­neten Fahrzeugen gegenüber, die gleichbedeutend mit.Hilfs­kreuzern sind, jeder Rücksichtnahme enthoben wären.) Unfall eines englischen Transportdampfers.

Berlin, 12 Jan. Ein englischer Transportdampfer mrt Geschützen an Bord erlitt vor Alexandrien Havarie und verlor sechs Geschütze und 17 Mann.

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London, 11. Jan. (WM. Nichtamtlich.) Das Reuter-> sche Bureau meldet aus Malta: Der DampferClan Mesfarlan" wurde am 30. Dezember versenkt Zwei Offiziere, vier Maschinisten und 19 Laskaven wurden teile tu Malta gelandet. 13 Laskaren starben irr den Rettungs­booten.

Anr dem Reiche.

Der Arbeitsplan des Reichstages.

Wie in parlamentarischen Kreisen verlautet, wird der Reichstag auf die Besprechung der Volks­ernährungsfragen und der Fragen des Belage­rungszustandes und der Handhabung der Zen­sur noch mehrere Tage verwenden. Man nimmt

an, daß die Tagung sich noch bisMittenächsterWoche hinziehen wird. Allerdings sind auch Bestrebungen im Gange, die Tagung schon Ende dieser Woche zum Abschluß zu bringen. Der Reichstag würde sich dann bis zum 14. März vertagen.

Zu den Zensurfragen haben die Mitglieder der Fort­schrittlichen Volkspartei im Budgetausschuß des Reichstages einen Antrag gestellt dahingehend, daß alle Fragen der inneren Politik und der Handelspolitik der Zensur nicht unterworfen sind.

Bundesratsverordnung über künstliche Düngemittel.

Berlin, 11. Jan. (WDB. Nichtamtlich) Der Bundes­rat hat durch Verordnung über künstliche Dünge­mittel eine umfassende Regelung dieses wichtigen Gebietes beschlossen. Die Verordnung bringt zunächst Höchstpreise für die maßgebendsten Düngemittel, und zwar int Hinblick auf die Verbraucher. Für den Verkauf durch Fabrikanten sowie im Großhandel werden Höchstpreise nicht festgesetzt, doch! erhält der Reichskanzler die Befugnis, im Bedarfs fall auch dieses zu bestimmen. Außer durch die Preistreibereien, denen die Höchstpreise ein Ziel setzen sollen, fühlte sich die Land­wirtschaft nock) besonders durch das Mischen von künst­lichen Düngemitteln beschwert. In weitem Umfang werden Mischungen lediglich zu dem Zwecke der Verschleierung oder Täuschung hergestellt. Um diesen vorzubengen, enthält die Verordnung genaue Vorschriften über die Herstellung von Mischdüngemitteln. Demselben Zwecke dient die Bestim­mung, wonach der Verkäufer dem Käufer spätestens bei Abschluß des Kaufvertrages eine schriftliche Mitteilung über Art, Gehalt und Form der gekauften Düngemittel auszu­händigen hat. Hervovgehoben sei, daß alle Bestimmungen nach Möglichkeit den im Düngemittelverkehr bisher üblichen, teilweise lang eingebürgerten Abmachungen sich anschiließen. Endlich enthalt die Verordnung noch Bestimmungen über. das Entfetten wichtiger Rohstoffe der Düngemittelfabri- kation, nämlich Knochen, Lederabsälle und dergleichen. Die Verordnung tritt mit dem Verkündnngstagi, die Strafbestim­mung dagegen am 15. Januar in Kraft.

Berlin, 11. Jan. (WTB. .Nichtamtl.) In der Sitzung des B u n d e s r a t e s ist dem Entwurf der Bekanntmachung betreffend Höchstpreise für künstliche Dünge­mittel die Zustimmung erteilt worden.

Eine Anfrage Bassermann.

Berlin, 12. Jan. Im Reichstag hat der Abgeordnete B a s s e rm a n n die folgende kurze Anfrage eingebracht: Ist der Herr Reichskanzler in der Lage und bereit, über die widerrechtliche, völkerrechtswidrige Verhaftung des deutschen Konsuls in Saloniki durch den französischen Oberstkonrmandierenden >L>arrail Mitteilung zu machen?

*

Berlin, 11. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) DerReichs­anzeiger" veröffentlicht ein A u s f u h r v e r b o t für G l ü h - strümpfe. ImReichsanzeiger" werden die für die Zeit vom 1. Januar 1916 bis 1920 berufenen Mitglieder des Beirates der kaiserlichen biologischen Anstalt für Land- und Forstwirtschaft bekannt gegeben.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 12. Januar 1916.

Rnegsarbett in Gießen.

VI.

Das Gießener Soldatenheim.

Mit Eintritt der kälterem Jahreszeit machte sich im ersten Kriegsjahre immer stärker dos Bedürfnis gütend, für die in den Gießener Lazaretten verpflegten Verwundeten und Erholungsbedürftigen, über mich für die Sol­daten der Garnison, einen Anfen thalts r-aum zu schaffen, der geeignet war, sie, zumal bei Regen, Schnee und Kälte, gastfreundlich anfznnehmen und ihnen ohne Trinkzwang Gelegenheit zu guter llnterhcrltung zu bieten. Auf Anregung des Vereins gegen den Mißbrauch geistiger Getränke traten Mitglieder dieses Vereins sowie Vertreter und Vertreterinnen des allgemeinen deutschen Frauen Ver­eins, der evangelischen Fvauenvereine, des allgemeinen Ver­eins für Armen- und Krankenpflege und des Zweigvereins vom Roten Kreuz mit dem Lazarettdirektor am 23. November 1914 zu einer Beratung zusammen und beschlossen, für einen solchen Aufenthaltsvanm das Erdgeschoß des im Besitze der Union-Brauerei befindlichen .Kaffeehauses Ebel in Aussicht LN nehmen, in welchem sich seit Beginn des Krieges bereits die Volksküche eingerichtet hatte. Ans den Vorständen der genannten gemeinnützigen Vereine wurde unter Hrnzntritt der Vertreter der Behörden und sonstiger für öffentliche Fragen interessierter Männer und Frauen ein Ausschuß gebildet, zu dessen Vorsitzenden Oberstaatsanwalt Hof- mann gewählt wurde. Das Amt des Schatzmeisters wurde Herrn Druckereibesitzer Lange übertragen. Mit der Union­brauerei konnte schon nach kurzem ein Mietvertrag über die genannten Räumlichkeiten im Kaffeehaus Ebel abge­schlossen werden. Bon dem vereinbarten Mietspreis über­nahm das Svldateicheim zwei Drittel, die BoÜÄnche ein Drittel; ebenso werden auch die Dvenstlöhne und eine Reihe sonstiger Ausgaben von Volksküche und Soldatenheim, deren Betrieb im gleichen Hause manche Ersparnisse ermöglicht, gemeinsam getragen.

Für die Bestreitung der immerhin nicht unerheblichen Betriebskosten suchte man zunächst durch einen Ausruf an die Bürgerschaft freiwillige Gaben zu gewinnen; aber auch dre Stadtverwaltung erklärte sich zu einem dauern­den monatlichen Zuschüsse von hundert Mark bereit. Von rüstigen größeren Beiträgen seien erwähnt die Ueberwei- ung von 52 Mark seitens der Landesuniversität aus dem Ertrage eines LichtbUdervortrags, eine Spende von 40 Mark aus dem Ertrage von Vorträgen der Herren Stu­dierenden Höcker uttd Göttig sowie eine solche von 87 Markaus dem Ertrage eines von Musikdirektor Krau ß c ver-anst-alteten .Konzerts, eine Spende von 100 Mark seitens der Gemeinde Ermenrod, endlich!der Betrag von hun­dert Mark, den ein Feldgrauer aus Frankfurt in dankbarer Erinnerung an seinen öfteren Aufenthalt im Soldatenheim diesem zuwandte. Hoffentlich werden auch in Zu­kunft unserer Einrichtung solche hochherzige Gaben weiter zufließen. In der Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers werden solche gerne entgegen genommen.

In den ersten Tagen des Dezembers 1914 eröffnet, hat das Gießener Soldatenheim seine Daseinsberechtigung als- bäld glänzend dargetan. Sck)on nach wenigen Tagen waren die täglich von 10 Uhr vormittags bis 9 Uhr abends zu­gänglichen Räume, trotzdem keine geistigen (Setränke, son­dern nur Kaffee mit Gebäck und Ersatzgeträuke zum Selbst­kostenpreise verabreicht werden, von Verwundetet, Soldaten der Ersatz- und Landsturm-Bataillone und- deren Angehöri-' gen außerordentlich stark besucht, oft auch überfüllt. Eine Diethe von Zeitungen und Zeitschriften, die größtenteils von den Verlegern -oder sonstigen Gönnern des Vereins un­

entgeltlich geliefert werden, sowie zahlreiche GesiMschafts- sptele sorgen für Unterhaltung und geistige Anregung. Vom Kriegerverein wurde dessen Bücherei im Soldaten­heim zur Bentchung ausgestellt. IN behaglichen Ecken ist den Besuchern Gelegenheit zum Briefschreiben gegeben. Grüt gutes Klavier, das Hoflieferant Rudolph unentgeltlich zur Verfügung stellte, wird fleißig benutzt, und immer wieder erschallen, vom Klavier, auch wohl von Geige be­gleitet, die von so manchen Verwundeten lange entbehrten kräftigen deutschen Soldatenlieder. Selbstverständlich fehlt jede militärische Beauftichtignug. Dagegen widmet sich eine Aitzahl von Damen, die auch der VolVküche ihre Kräfte weihen, durch Teilnahme an den Gesellschaftsspielen und Begleitung der Lieder der Unterhaltung der feldgrauen! Gäste namentlich muß der unermüdlichen Tätigkeit von F rau Rechnttngsrat Kalbfleisch, der tveusorgendeit Hausmutter des Soldatenheims, und von Fvcru Fabrikant H o r st dankbar gedacht werden. Wiederholt haben rm Sol­datenheim auch kleine Konzerte mit ernsten und heiteren Borträgen und Vorführung von Lichtbildern stattgefunden, die begreiflicherweise besonders großen Zuspruch fanden, so zur Kaiser-Geburtstags-Feier und zur Vorfeier von Groß­herzogs Geburtstag. Dank dem freundlichen Entgegenkom­men von Herrn Major Stephan stehen auch künftig an jedem Mittwoch solche Unterhaltungs-Nachmittage seitens der Musikkapelle des Ersatz-Bataillons unseres Gie^ner Regimentes in Aussicht. Von den Freunden des SoDaten- heims ist auch die erste Anregung zur Veranstaltung von Lehrgängen für die Verwundeten rmt ausgegangeu. Ueber den zum Teil im Soldatenheim sttrttfindenden Verwundeten- Unterricht wird an anderer Stelle eingehend gesprochen.

Mit Befriedigung darf festgesteM werden, däß das mit der Errichtung des GießenerSoldatenheims gegebene Beispiel für eine Reche von anderen Garrrrsons- und LazrwettMdton vorbtldlich geworden ist. Wohl gab es an manchen Orten schon vor der Kriegszeit solche Heime, die meist religiösen: und konfessionellen Kreisen ihre Entstehung öertwrrttni und segensreich wirkten. Was wir aber doch jetzt woEwendin brauchen, das sind auf breitester vaterländischer Grundlage beruhende, von der Gesamtheit der bürgerlichen Kreise ohne Unterschied der konfessionellen und sozialen Besonderheiten bereitgestellte Anstalten, die ollen unseren Kriegern eine Erholungsstätte bieten, in der sie sich wie zu Hause fühlen können. Hoffentlich werden solche Einrichtmrgen recht Mb allerorten ins Leben gerufen. Besonders dcümrch, daß sie dem die körperliche und geistige Energie abstumpsenden ge- fahrltchen Umherziehen in den Kneipen entgegenwirrven, werden unsere Soldatenheime wirksam der Ertüchtigung und Stärkung unseres Volksheeres dienen, dessen hewen- hafte Taten über die Zukunft unseres Vaterlandes zu ent­scheiden haben. H. Haupt.

Für dieVergessenen" unsere- aktiven Regiments.

Me Mrektion der Höheren Mädchenschule teilt uns mit:

-Die Schülerinnen der Höheren und Erweiterten Mäd­chenschule sammeln schon seit längerer Zeit dert svaenantt- tenKriegsvfennig". Jede Klasse hat ihre eigene Sparbüchse, und die Mädchen opfern ganz nach Belieben dte Pfennige, die sie sonst für sich MLsgegeben hätten Der erste Kassensturz gestattete, der Marine äks Liebesgabe ür U-Boote 100 M. und dem Roten Krery in Darnrstadt 74 , M. Kuzuwetsen Die Scherflein wurden wacker weiter gespendet, und so entschLoß sich die Schulz für die ver­gessenen" unseres Roglments eine Weihnachtsseudumt zu richten. Sobald der Plan den SchüLerirrnen bekamZ wurde, steuerten sie außer barem Geld mit nicht gataa m. rühmenden Eifer die verschiedensten Gaben bei, und es konnten an 60 Päckchen von nicht nnbeschetdeuem Unchrna und Inhalt an das Regiment geschickt werden, das sich in dankenswerter Weise zur Anmchnte und Weitergabe im Sinne der Spenderinnen bereit erklärt hatte. Me Sendung traf schon vor Weihnachten im Felde ein und fand, wie aus den vielen Dankschreiben, die den Schülerinnen zngeganaen rnd und noch zugehen,) wie aus dem Bericht eines Offiziers hervor geht, außerordentlichen Anklang wegen der vielen praktischen Sachen, die, außer- und Rauchwaren jedes Päckchen barg. Me Schülerinnen dürfen stolz sein auf ihr gutes Werk, gestattete doch die Fülle der von ihr^n gespendeten Gaben, der Marine und dem hiesigen Roten Kreuz noch beträchtliche Zttweisnngen zu machen, letzterem auch noch in Gestalt von 50 M. in bar. Anfmerksamen Lesern des Gießener Anzeigers wird es nicht entgangen seim, daß überdies noch 100 M. der Nationalstiftung für die Hinter- blieb'erten der im Krieg Gefallenen überwiesen werden konn- len. Me OpferwiNigkeit und Richrrgikett der Mädchen, dir sich auch bei der Goldsammlung zeigt, verd« 7 ck M, Anerkennung. <

*

*' Amtliche Personalnachrichten. Der Groß- Herzog hat am 29. Dezember v. Js. der durch die Dekanatr- synode des Dekanats Alzey für den Rest der lausenden Wahlperiode vollzogenen Wahl des evangelischen Pfarrers Jakob Christmann zu Framersheim zum Stellvertreter des Dekans des Dekanatt Alzey die Bestätigung erteilt.

** Das Gold und die Wirtschaftskraft. De, Feind setzt seine Hoffnung auf ein Nachlassen unserer Wirt« schaftltchen Wtderstandskrast. Wer Gold dem Vaterland zu- führt, hilft diese Hoffnung zu Schanden machen und dev Willen des Feindes brechen.

** Web- und Strickwaren-Ausverkäufe verboten. Eine Bekanntmachung des Stellvertretenden Generalkonnnaudos des 18. Armeekorps in urrserem heutigen Blatte verbietet im Monat Januar jede Art von Sonder­ausverkäufen, wie Jnvetttur- oder Saison-Ausverkäufe, sog. Weiße Wochen oder Tage, Propaganda- und Reklame- Wochen oder Tage, sowie Verkäufe unter Ankmü»ig»ng von herabgesetzten Preisen für Web - und Wirkstoffe und hieraus konfektionierte Gegenstände und für alleGtrick­waren.

** Stadtthevter. Aus dem Theaterburevu wird uns mitgeteilt: Die Aufführung von Otto Wildgcms SchmspielAr­mut" am nächster Freitag dürste die letzte des erschütternden Dramas, das hier in einer schönen, stÄgerechten Aufführung ge- boten wird, sein und so sei ganz besonders auf diesen Abend hin- gewiesen.

Landkreis Gießen.

B. Londorf, 12. Jan. Reallehrer Kahl aus Darmftadt sprach am letzten Sonntag in einer vom hiesigen Gewerbeverem einberrffenen Versammlung im Bögeckschen Lokale dahier über: Unsere Erfolge und unsere Hoffnungen in dem großen Weltkriege". Die Versammlung, die sehr gut besucht war, hörte mit größter Aufmerksamkeit den vortrefflichen Ausführungen deS Redners'zu. Ter Redner verstand es, durch feine Ausführungen das nationale Bewußtsein imd den Glauben an unsere» cndgifftigen Sieg in dein uns ausgezwungenen Weltkriege zu hebeu und zu stärken.

e. Obbornhofen, 12. Jan. Leutnant der Reserve Bornemann, Sohn des Landwirts Richard Bornemann in Obbornhofen, welcher als Beobachtungsosffzier am 6. I. 1916 auf einem Probefluge mit dem Fugzeuge abstürzte und hierbei tödlich verletzt wurde, wurde am 7. I. 16. auf einem großen deutschen Dlilitärfriedhose neben dem Führer des Flugzeuges mit allen milp