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Hr. Direktor Köller verdient den Dank der Geſell⸗ ſchaft ſeine Anſichten und Zweifel offen dargelegt zu haben. Das iſt beſſer als ſchweigen. Dies führt zu weiterer Prü⸗ fung beim Verein, deren dieſe Eingabe ſehr würdig iſt,
welche eben daher, wie alle übrigen bekannt zu machen iſt. Brünn den 11. März 1820. 1 Andre. Conclusum, 16. März 1820. Nach Antrag.
Dekonomiſche Mineralogie und Chemie.
Noch ein Beitrag zur Lehre vom Gyps.
(Aus Burgers ganz vortrefflichem und nicht genug zu empfehe lendem Lehrbuche der Landwirthſchaft 1. Theil S. 181.)
Vom Gypſe wendet man auf das Joch eine ſehr ab⸗ weichende Menge an, je nachdem derſelbe mehr oder we⸗ niger fein gepulvert iſt, gebrannt, oder nicht, und je nach⸗ dem die Witterung der Gegend ſeine Zerſetzung im Boden, oder in der Pflanze mehr befördert, over nicht. Die ge⸗ ringſte Menge von ungebranntem Gyps, wenn er ſehr fein zertheilt iſt, und Klima und Boden ſein Zerſetzen befördern, iſt ein Metzen von 132 Pf. pr. Joch; die gewöhnlichexre beträgt 4 Metzen— 536 Pf⸗⸗ außerordentlich ſind 6 bis 3 Metzen.
Man rechnet bei uns(in Kärnthen) durchgehends 4 Me⸗ hen, es iſt aber unſer Gyps nicht fein geſiebt, ſondern bloß ge⸗ ſtampft, und enthält eine große Menge von kleinen Steinen, und wir würden beſſer thun, wenn wir 6 bis 7 Metzen hievon ausſtreuten, wie mich vergleichende Verſuche belehrt haben. Möllinger in der Pfalz(Schwerz Pfälz. Wirth⸗ 139) ſtreuet 250 Pf. auf den Morgen, was ohngefähr 500 Pf. pr. Joch beträgt. Tſchiffeli ſagt(S. 96), daß man um Bern 6 ½ Metzen pr. Joch ausſäe, und Fellenberg verwendet nach Schwerz(S. 182) 7 ½ bis 8 Me⸗ ten. Dies letzte Maß betrüge 11 ½ Ct., und wenn man annimmt, daß 100 Pf. 40 Kr. Silbergeld koſten, ſo be⸗
trägt dieſe Auslage 2 Fl. 33 Kr., die durch das vermehr⸗ te Erträgniß der Pflanzen herein gebracht werden muß. Be⸗ rechnet man den Ct. Klee zu 30 Kr., ſo muß das Joch 15 Ct. mehr geben, bis dieſe Auslage gedeckt iſt. Im Jahre 1813 erhielt ich beim erſten Kleeſchnitte vom Joche 188 Ct. Grünfutter, wo nicht gegipſt worden warz wo aber mit 500 Pf. pr. Joch gegipſt wurde, 244 Ct. Rech⸗ net man beim Trocknen o, 30 Verluſt, ſo erhielt ich om gegipſten Acker um 11 ¼ Ct,. Kleeheu beim erſten Schnitte
mehr, als beim ungegipſten, wodurch die Koſten gedeckt waren. Das Mehrere des Ertrages beim zweiten und
dritten Schnitte war reiner Ertrag, den ich aber nicht ge⸗ wogen hatte. Im 1815 erhielt ich beim erſten Schnitte vom Joche nichtgegipſten Klee 195 Ct. Grünfut⸗ ter, vom gegipſten(ebenfalls mit 500 Ct. pr. Joch) 212 Ct.; alſo nur 3 ¼ Ct. Heu mehr, wodurch die Koſten des Gypſes nicht gedeckt wurden. Anderswo als im hieſi⸗ gen Sandboden wirkt aber der Gyps auf Klee viel bedeu⸗ tender, und es iſt etwas ziemlich Gemeines, das Doppelte der Erträgniß durch dieſe Ueberdüngung zu erhalten. In Thaer' s Annalen VI. B. S. 29; iſt eine Beobachtung, wo ein Joch mit 4 Metzen 2 ½ Maßl Gyps beſäet wurde, und gegen ein anderes nichtgegipſtes beinahe das Vierfache mehr ertrug. Ueber die ausgedehnte Verwendung des Gyp⸗ ſes im Elſaſſe und der Pfalz iſt nachzuſehen Schwerz.
Jahre
Landwirthſchaftlicher Handel.
1. Schafmütter aus Sachſen.
Aus ſehr edeln Sckhäfereien, für deren Wolle ohne Sortiment im Jahre 1818.40 Thaler, im Jahre 1819. 35 Thaler Conv. für den Stein oder ¼ Ct. gezahlt ward, kann ich Liebhabern einige hundert Stück Mütter zu 5—6 Stück Dukaten und die ſehr ſolide Adreſſe nachweiſen,“ die nach der Schur zu haben ſind. Die Beſtellungen müſſen aber ſo⸗ gleich gemacht und die Zahlung ſicher geſtellt werden, da die Dolen u. Meklenburger ſtark wegkaufen.
Brünn, 14. März 1820.
2. Gras⸗Sämereien. Vorigen Jahres gezogen, und in der Miſchung v. beiläuſig: %⅞ des hohen Hafers(avena elatior)
% des Gold⸗Hafers(avena flavescens) 5⸗ K naulgraſes(dactylis glomerata) und ⸗ Honiggraſes(holcus lanatus.)
Im Preiſe mit 90 Fl. WW. pr. 100 Pf. Hoher Ha⸗ fer unvermiſcht— mit 45 Fl. WW. pr. 100 Pf⸗
Der verkäufliche Vorrath beſteht noch in 25 Ctn. Doch behält man ſich der Billigkeit gemäß vor, die Preiſe, nach dem Steigen oder Fallen der Getreidpreiſe, abzuändern.
Die betreſſenden Zuſchriften werden nur poſtfrei an⸗ genommen..
Lhotka Klokotſchow, Ezaslauer Kreiſes
in Böhmen am 15. März 1820.
4 Johann Heinrich Amts verwalter.
Prag, verlegt bei Friedrich Temposky, Firma: J. G. Calve. Gedruckt in der Sommerſchen Buchdruckerel.


