ſchon 5 Jahre verfloſſen ſind.
Das in dieſem Proceſſe zur Umwandlung des Kupfers in ein Hydrat erforderliche Waſſer, gibt das Natron her. Es iſt nämlich, wie wir jetzt wiſſen, ſelbſt ein Hydrat, welches durch bloße Glühhitze nicht zerſetzt werden kann. 100 Theile in der Glühhitze geſchmolzenen Natrons enthalten nämlich: 22, 43 Theile Waſſer.
Die Oxydation des metalliſchen Kupfers, und ſeine Hydrogeniſirung ſcheinen in dieſem Pro⸗ ceſſe gleichzeitig zu geſchehen.
Nach Davy's Vorſchrift*) ſoll das Gemen⸗ ge nur 2 Stunden lang ſtark erhitzt werden. Dieſe Ausdrücke ſind von ihm gewiß mit Bedacht gewählt, weil er vorausſah, daß es zu einer voll⸗ ſtändigen Schmelzung nicht kommen konnte, auch nicht ſollte.
Wenn ich nun nach allen dieſen Betrachtun⸗ gen meine Meinung über den Werth des Laſur⸗ blau in Betreff ſeines Nutzens für uns offenher⸗ zig ſagen ſoll, ſo finde ich es weder für die Tech⸗ nik, noch für die ſchönen Künſte geeignet. Gewiß hätte man auch, wenn Engländer, Franzoſen und Holländer ſich wirklich ſo ſehr damit beſchäftiget und es in Anwendung gebracht hätten, doch we⸗ nigſtens etwas davon gehört, da ſeit der Be⸗ kanntmachung der Davyſchen Unterſuchung nun Indeſſen bleibt dieſer Gegenſtand doch immer höchſt intereſſant, aber— nur für die Archäologie.
uUm die von Davy angegebene Bereitungs⸗ art des Laſurblau nun auch noch praktiſch zu prü⸗ fen, ſtellte ich folgende Verſuche an:
1) Materialien und Verhältniſſe, denen des Davy gleich, in feinſter Pulverform und innigſt vermiſcht in bedecktem Schmelztiegel dem zweiſtün⸗ digen ſehr heftigen Feuer eines gut ziehenden Wind⸗
nämlich zu ihrer Neutraliſirung mehr Säure, als reine Kalimaſſe, ſo auch weit mehr Kieſelerde, als letztere. 8 Schweigger's Journal für Che⸗ mie und Phyſik B. 2 S. 108..
*) Gilbert's Überſetzung S. 48.
ofens ausgeſetzk, gaben eine löcherige Schlacke, die rund herum von außen himmelblau, inwendig aber ſchmutzig grün war, und nur an letzteren Stellen einen ſtarken Glanz zeigte. Beim Zerreiben er⸗ ſchien das Pulver mit ſehr ſchmutziger graugrüner Farbe. Das in ſehr fein gefeiltem Zuſtande an⸗ gewendete Kupfer war an einigen Stellen, beſon⸗ ders aber unten am Boden des Tiegels, in Kü⸗ gelchen zuſammengefloſſen; ein deutlicher Veweis, daß das Feuer ſtark genug geweſen war, deſſen zweiſtündige Dauer von dem Zeitpunkte an gerech⸗ net wurde, wo der Tiegel weiß zu glühen begann.
um das Zuſammenflieſſen des Kupfers zu verhüten, und um die Maſſe gleichförmiger und dichter zu bekommen, wählte ich ſchwarzes Kup⸗ feroxyd.
2) Es wurde reiner Kupfervitriol in reichli— cher Menge deſtillirten Waſſers aufgelöſet, und damit einige Zeit gekocht, um das darin enthal⸗ tene Eiſenoryd abzuſcheiden. Dann wurde die fil⸗ trirte Auflöſung mit Atzlauge gefället, das blaue Hydrat ſo lange mit Atzlauge gekocht, bis es ganz ſchwarz geworden war, gut aufgeſüßt und getrocknet.
Von dieſem ſchwarzen Pulver wurde eben ſo viel angewendet, als im vorigen Verſuche mietalli— ſches Kupfer. Das Verhältniß von Natron und Quarz, ſo wie auch das übrige Verfahren blie⸗ ben dieſelben..
Die Probe fiel dunkler und ſtärker ins Grüne ſpielend aus, hatte ſich aber mehr verglaſet.
Zum Gegenverſuche wurde die andere zuruͤck behaltene Hälfte des Gemenges in einem bedeckten Schmelztiegel dem Töpferofen übergeben, wo ſie die ganze Dauer des Brandes aushielt.
Das Reſultat war dem vorigen, bis auf die Verglaſung gleich, die hier unvollkommener war.
3) Um alle Verunreinigung durch Eiſenthei⸗ le, und dadurch die grünliche Schattirung zu ver— meiden, wurde der fein gepulverte Quarz vorher mit Salzſäure digerirt,(die ſich aber kaum davon fäͤrbte) dann gut ausgewaſchen, und wieder ge⸗ trocknet.
Das Kupfer ſollte jetzt wieder im regulini— ſchen Zuſtande angewendet werden. Damit es aber


