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eines oder üglich d die Je⸗
der
Mittheilunge u
der k. k. Maͤhriſch⸗Schleſiſchen Geſellſchaft zur Befoͤrderung des Ackerbaues, der Natur⸗ und Landeskunde in Bruͤnn.
Nro. 13.
April
132 2.
Vergleichung des Nutzertrages der Schafe mit jenem des Rindviehes.
Salvo meliori judicio.
Zu einer Zeit wo das Schafvieh die meiſte Vor⸗ liebe ſelbſt der rationellen Landwirthe an ſich ge⸗ zogen, und das Rind⸗— nämlich das Melkvieh in Schatten geſtellt zu haben ſcheint, dürfte es wohl der Mühe werth ſeyn, zu unterſuchen: wie ſich der Nutzertrag von Veiden gegen einander verhalte, und ob der von dem erſtern gegen je⸗
nen des letztern wirklich ſo überwiegend ſey, als
bisher allgemein dafür gehalten wurde? Wenn dieſe Vergleichung dargeſtellt werden ſoll; ſo iſt es zuförderſt nothwendig zu beſtimmen:
wie viele Schafe einer Melkkuh gleich uhalten ſeyen?
Landesüblich werden dieſer 1o von jenen gleichgeſtellt.
So viele Autorität auch die landesüͤblichen Beſtimmungen für ſich haben mögen; ſo dürfen ſie jedoch nicht ſo geradehin als wahr und unbe⸗ denklich angenommen werden.
Manche ſcheinen ſchon in ihrem Urſprunge irrig berechnet worden zu ſeyn, und manche ſind durch die mit der Zeitfolge veränderte Cultur un⸗ anwendbar geworden. Darunter gehört insbeſon⸗ dere die bemerkte landesübliche Vergleichung von no Schafen mit einer Melkkuh.
Wenn ſich dieſe Beſtimmung, wie es auch wirklich der Fall iſt, nicht anwenden läßt; ſo muß nothwendig eine andere geſucht werden, die näher
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zur Wahrheit führt. Kur fragt es ſich auf wel— chem Wege ſie gefunden werden könne? Unſtreitig läßt ſich die geſuchte Vergleichung durch den täg⸗ lichen Futterbedarf der einen und der andern Vieh⸗ gattung, wenn auch nicht ganz gewiß, doch noch am wahrſcheinlichſten beſtimmen. Dieſemnach be⸗ ruht ihre Erforſchung auf der Löſung folgender Frage: Wie viele Schafe können von dem Futter, welches für eine Melkkuh gerade täglich genügend iſt, eben ſo gut genähret werden?
Ich habe bei einer andern Gelegenheit das Gewicht des Rindviehes, lebend gewogen, als Maßſtab zur Beſtimmung der Quantität des t g⸗ lichen Bedarfs an grünen Futtergattungen ange— geben, und zu behaupten gewagt, daß 15 von jenem das Maß von dieſem ſey.
Nach dieſem Maßſtabe würde eine Nutzkuh von 60o Pfd. täglich 60,— von 500 Pfd. täglich 50,— und von 400 Pfd. täglich 40 Pfd. Grünfutter zu ihrer Sättigung bedürfen.„Es iſt von ſelbſt einleuchtend, daß durch dieſe bloß Bei— ſpielsweiſe angenommenen Gewichtsunterſchiede, die wirklich Statt ſindenden Grade der Schwere un⸗ ter den Nutzkühen noch nicht erſchöpfet ſeyen, und ſchon hieraus leitet ſich die Folge ab, daß eine allgemeine Beſtimmung: wie viele Schafe einer von jenen gleich gehalten werden ſollen? nicht wohl thunlich ſey; ſondern dieſelbe, um in der Rechnung möglichſt ſicher zu gehen, erſt immer in den einzelnen Fällen durch das Gewicht der Kühe, und der Schafe erhoben werden muſſen.
Indeſſen ſind die Gewichtsunterſchiede bei den letztern nicht ſo bedeutend, wie bei den erſtern.


