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Da es ſich hier überdieß nicht um möglichſte Genauigkeit, ſondern nur um einen wahrſcheinli⸗ chen Durchſchnitt handelt; ſo glaube ich nicht be⸗ deutend zu irren, wenn ich, mit Ausnahme des Jungviehes, jedes Schaf, lebend gewogen, wenig⸗
ſtens auf 60 Pfd. anſchlage. 4 Weit ſchwerer iſt es— das Durchſchnitts⸗
gewicht einer Kuh auf 500 Pfd. anzunehmen, und dieſes, ſo wie jenes, der folgenden Berech⸗ nung zum Grunde zu legen.
gach dem oben aufgeführten Gewichtsunter⸗ ſchiede ſollten immer auch von 600 Pfd. 10— von 500 Pfd. 8 3— und von 400 Pfd. 6 3 Schafe im Futterbedarfe gleich zu halten ſeyn?
Nach dem angenommenen Durchſchnittsge⸗ wichte pr. 60 Pfd. entfallen auf ein Schaf täg⸗ lich 6 Pfd. Grünfutter, welche nach dem ober⸗ flächlichen Urtheile ziemlich zureichend ſeyn dürften. Reduzirt man jedoch daſſelbe auf trockenes Wie⸗ ſenheu nach der Proportion 4: 1, ſo ſollten hieran 1 ¼ Pfd. auf einen Tag als gute dahrung ge⸗ nügen, was offenbar unzureichend iſt. Alſo iſt der beim Rindviehe fefſtgeſetzte Maßſtab des Fut⸗ terbedarfs auf die Schafe nicht anwendbar.
Es hält nicht ſchwer die Urſache hiervon auf⸗ zudecken. Die Schafe ſind Wolltragende Thiere. Jedes Haar oder Faden von der auf der Oberflä⸗ che des Körpers vorhandenen Wollmaſſe muß als eine Pflanze angeſehen werden, die wächſt, folg⸗ lich Nahrung nothwendige hat. Darin beſteht alſo ein Hauptunterſchied zwiſchen dem Rind⸗— und Schafviehe. Jenes bedarf der täglichen Nahrung zur Erhaltung und Vermehrung der Fleiſchmaſſe des Körpers, die weiblichen nebſtbei zur Formi⸗ rung der Milch. Dieſes bedarf derſelben zu eben dieſen Zwecken; aber noch insbeſondere zum Wachs⸗ thume der Wolle.
Wenn alſo auch die nach dem obigen Maß⸗ ſtabe entfallende tägliche Nahrung für den Be⸗ ſtand und die Zunahme des Körpers genügend wäre; ſo iſt ſie es doch nicht zugleich für den Woll⸗ wuchs. Dafür iſt unläugbar eine beſondere Zu⸗ gabe nothwendig. Wie viel? läßt ſich ſehr ſchwer beſtimmen; aber doch kann ſie ſicher nicht unter ¼ angenommen werden.
Dieſemnach ergibt ſich der tägliche Nah⸗ rungsbedarf für ein Schaf von 60 Pfd. mit 8 Pfd. Grünfutter oder 2 Pfd. nahrhaftem Heue.
Imgleichen folgt hieraus, daß einer Kuh von 500 Pfd. im Futterbedarfe mit Hinweglaſ⸗ ſung des unbedeutenden Bruches, 6 Schafe gleich zu halten ſeyen. Nach dieſer Beſtimmung iſt es erſt möglich den Nutzertrag von Beiden mit einan⸗ der zu vergleichen. Zwei Nutzartikel machen dem Landwirthe die Melkkühe in ihrem lebenden Zu⸗ ſtande ſchätzbar: Die Milch und die Kälber*).
Die Milch kann benützet werden entweder: das ſie gleich in ihrer kuhwarmen Eigenſchaft, oder der davon abgeſonderte Rahm, und die blöße, das iſt abgeſchöpfte Milch 3 verkauft; oder aber aus derſelben Butter und Kaſe bereitet und dieſe erſt verſilbert werden.
Es unterliegt keinem Zweifel, daß die erſte Benützungsart dort, wo die Gelegenheit dazu vor⸗ handen iſt, nämlich in der Nachbarſchaft volkrei⸗ cher Städte, die lohnendſte ſey.
Hiernach wird es nothwendig, den num⸗ merären Ertrag von beiden Arten auszuweiſen.
Unter der Vorausſetzung eines beſſern Land⸗ ſchlages, und einer zwar nicht der beſten, aber doch guten Melkkuh, kann es nicht für übertrie⸗ ben angeſehen werden, wenn dieſelbe wahrend ei⸗ nes Jahres durch 9 Monate melkbar und im Durchſchnitte der Milchertrag auf tägliche 3 Maß angenommen wird.
Eben ſo wenig kann es für übertrieben ge⸗ halten werden, wenn eine Maß Milch in ihrer
beſonders
*) Nicht minder wichtig iſt zwar der auch von ih⸗ nen gewonnnene Dünger, der eigentlich ſeine Wir⸗ kung beim Getreidebaue äußert, einen höhern Er⸗ trag ſichert, und dadurch wieder die Koſten des Futters erſetzet, welche demſelben zur Laſt geſchrie⸗ ben worden ſind. Da ich jedoch den gleichen Fut⸗ terbedarf einer Melkkuh mit einer beſtimmten An⸗ zahl Schafe ſchon aufgefunden zu haben glaube, ſohin derſelbe den eigentlichen Nutzertrag zwiſchen beiden Hausthieren nicht zu ändern vermag; ſo ſchien es auch nicht nothwendig zu ſeyn, die Ko⸗ ſten des Futters und den Werth des Düngers hier in Rechnung zu bringen.
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