Jahrgang 
2 (1822)
Seite
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ſo reifen die Früchte ſehr gut. Auf länger darf aber dieſe Abſonderung der Frucht von dem Sauerſtoff nicht ausgedehnt werden.

Reife Früchte verrotten und fallen ab, indem ſie den Sauerſtoff der ſie umgebenden Luft in Kohlenſäure verwandeln, und ſelbſt viel Kohlenſäure ausdünſten. Zur Rottung und zum Abfall der Früchte iſt jedesmal der Sauerſtoff in der Luft um die Frucht wirkſam. Wo der Sauerſtoff fehlt, geht die Auflöſung der Fruchtele⸗ mente anderweitig vor ſich.

Reift die Frucht am Mutterſtamme, ſo bewirkt nicht bloß die chemiſche Umſtaltung ihrer unreifen Beſtand⸗ theile das Reifen, ſondern auch die Veränderung, vom Mutterſtamme ihr zugeführten Beſtandt heile. Daher reift auch eine Frucht am Baume ſchneller, und langſamer die vom Baume genommene halbreife Frucht. Die Frucht verliert den Geſchmack ihrer unreifen Säuren, weil der Baum in der Reifperiode, der Frucht Zuckerſtoff zuführt.

Wenn die vom Baume vor vollendeter Reife abge⸗ nommene Frucht reif werden ſoll, ſo erſordert dieß die Vermehrung des Zuckerſtoffes in der Frucht, durch Um⸗ wandlung der früheren Beſtandtheile in Zuckerſtoff. In der nämlichen Periode entdeckt der aufmerkſame Chemiker daß der vorhin in der Frucht beſindliche Gummiſtoff und die Holzfaſer abnimmt. Letztere iſt beſonders Kohlenſtoff⸗ hältig. Der Sauerſtoff verwandelt dann den Kohlenſtoff in Kohlenſäure.

Auch in der Periode der überreife einer Frucht bis zum Abfallen vom Baume, leidet die Holzfaſer in der Frucht fortdauernd Abnahme. Die ſich bräunende Frucht bildet dann viele Kohlenſäure. Dabei verwan⸗ delt ſich auch der Zuckerſtoff in Kohlenſäure, und ver⸗ ſchwindet gänzlich in verdorbenen Früchten, daher ſelbe auch den unangenehmen Geſchmack haben.

A. T.

N aſchh

Der k. k. Geſellſchaft iſt von ihrem korreſp. Mitgliede, Wirthſchafts⸗Direktor zu Raiz die Anzeige gemacht worden:

r i wccht.

Herrn Rudolph André, Altgräflich Salmſchen daß derſelbe zu der am 7. 8. und 9. Mai d. J.

abzuhaltenden Schafzüchtlervereins⸗Verſammlung zu Brünn, nachbezeichnetes Schafvieh zum Beſchau vorzufinren gedenke: a) 4 bis 5 Stück Originalſtöhre, Abkömmlinge eines ganz rein erhaltenen, in frühern Jahren aus der

k. k. Mannersdorfer Heerde erkauften kleinen Stammes, welche als Produkte der 3. und 4. Generation welch ungemeine Vollkommenheit durch

Inzucht den Beweis liefern ſollen,

reinſter

jene, bei zweckmäßiger Anwendung,

erreicht zu werden vermag; b) 4 bis 6 Stück originelles Elektoral⸗Schafvieh, von der im Jahre 1765, als ein Geſchenk des Königs von Spanien nach Sachſen gekommenen Heerde, rein abſtammend.

Dieſer Anzeige war noch folgende Bemerkung hinzugefügt: daß es den Herren Schafzüchtlern ohne Zweifel angenehm ſeyn dürfte, Gelegenheit zu erhalten, Individuen jenes Stammes, von höchſter Vollkommenheit beſich⸗ tigen zu können, um ſo mehr, da künftiges Jahr bereits junge Stöhre aus dieſer Abſtammung zu Naiz verkauft

werden könnten.

Zwei Stück der unter a bezeichneten hochedlen Raceſtöhre ſollten bei dem Schafzüchtler⸗Verein entweder licitando, oder auch aus freier Hand verkauft werden.

Außerdem aber ſtünde eine Anzahl ſehr ſchöner

Sprungſtöhre von reiner Raceabkunft, in der Raizer Schäferei zum Verkaufe bereit.

Meteorologiſche Beobachtungen zu Bruͤnn vom 17. bis 23. Maͤrz 1822.

Barometerſtand

Thermometerſtand

Hygrometerſtand

in Norden

4 in Suͤdweſten

höchſter niedrigſter niedrigſter

höchſter niedrigſter

höchſter niedrigſter

V höchſter

V Zol 3 Zoll m 21. Am 19. Am 17. 24 Solem 18.22 Bol am 20. Grad(Am 19. Grade[Am o. Grade Am 17. Grade na z9 rade rond 29. Grade 8 1.7 z⸗ Lin.. 3 8. bends. p. Merd 4 P. Hniens ſaa Norg. 5 nsam. 195 1 Morg. 21 †Morg. Mittag. 26 1 1 i

;; f Wi 9. 2 er ad Ombrometer. Der Niederſchlag auf 1 W.[J Fuß wiegt 1 Pf. 278 ½ Loth. Winde. NW. herrſchend. Zur Zeit der täglich regelmäßigen 3 Beobachtungen war es 11 Mal trüb und 10 Mal heiter.

Verlegt von der k.* Mähr. Schleſ. Geſellſchaft zur Beförderung des Ackerbaues, der Natur⸗ und Landeskunde. Hauptredakteur: J. C. Lauer. Gedruckt bei J. G. Traßler.

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