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Nach der Verſchiedenheit der Racen der Schafe und des Feinheitsgrades ihrer Wolle, iſt ſowohl der Gewichtsertrag als auch der nummeräre Preis derſelben verſchieden. Es muß alſo auch für beide ein wahrſcheinlicher Durchſchnitt geſucht werden.
Zum Behufe deſſen wird zwar auf dem Kör⸗ per gut aber nicht Fabriksmäßig gewaſchene— dann, zwar nicht die feinſte oder ſogenannte Electa, jedoch ſchon hoch veredelte Wolle vorausgeſetzt.
Für beide Beziehungen glaube ich den Werth der Schafe nicht herabzuwürdigen, wenn ich im Durchſchnitte den Wollertrag von einem Stücke mit alleiniger Ausnahme der Lämmer auf jährliche 2 ¼ Pfd. und ihren Preis pr. Pfd. auf 1 Fl. 30 Kr. anſchlage.
Hiernach beträgt der jährliche Preis der Wolle von einem Stücke 3 Fl. 45 Kr. und ſohin von 6 Stücken, die einer Kuh gleich gehalten wer⸗ den..... 22 Fl. 30 Kr. Von dem ganzen Stande des Schaf⸗
viehs kann man annehmen, daß der dritte Theil aus tragenden Müttern beſtehe, und kommen daher noch 2 Lämmer in Zu⸗ ſchlag. So wie bei den Kühen nur Schlachtkälber in Rechnung gebracht wurden, werden auch
hier nur Schlachtlämmer im Preiſe pr. 40 Kr. vorausge⸗ ſetzt, wofür hier aͤnzuſetzen
ſind.... Zwiſchen dem jungen Rind ⸗ und Schafvieh beſteht ein weſentlicher Unterſchied. Bei dem erſtern ſind die Erziehungs⸗ und Unter⸗ haltungskoſten ledigliche Auslage, die ihrer künftigen Benützung zur Laſt geſchrieben werden müſ⸗ ſen; es wäre denn, daß man den von ihnen gewonnenen Dün⸗ ger als Erſatz anſehen wollte.
Fürtrag 23 Fl. 50 Kr
Uebertrag
23 Fl. 50 Kr⸗⸗
Es iſt zwar nicht zu läugnen, daß in dem mit ihrem Wachs⸗ thume ſtets ſteigenden Werthe
auch ſchon ein Erſatz der bemerk⸗
ten Koſten liege. Allein daſſelbe iſt auch der Fall bei dem jun⸗
gen Schafviehe, daher ſind beide
dießfalls als mit einander aus⸗ geglichen zu betrachten, und da⸗ für nichts in Rechnung zu bringen.
Dagegen trägt letzteres ſchon in ſeinen Jugendjahren Wolle, und dieſe muß als ein beſon⸗ derer Ertrag angeſchlagen wer⸗ den.
Nach der obigen Vorausſet⸗ zung wachſen von 6 Schafen jährlich 2· Lämmer zu, wovon der Wollertrag mit. 2 Pfd. im Preiſe zu 1 Fl. angenommen wird, wofür alſo zu rechnen ſind.....
Ferner muß auch noch berück⸗ ſichtiget werden, in wie fern die Pflege des Schafs gegen jene des Rindviehes minder koſtſpie⸗ lig ſey?
Wenn eine Magd bloß zur Wartung der Kühe beſteht, und ihr das Futter zugeführt wird, ſo iſt es nicht zu zweifeln, daß ſie für 12 Stücke nebſt den Ge⸗ ſchäften der Säuberung über⸗ haupt, zureiche. Wird ihr jäͤhr⸗ licher Unterhalt nebſt barem Loh⸗ ne auf 72 Fl. angeſchlagen, ſo entfallen auf eine Kuh 6 Fl.
Gegentheilig nehme ich einen Schafknecht auf 150 Stücke für gleich zureichend an, und ſetze ſei—
2
Fl.— Kr.
Fürtrag
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25
Fl. 50 Kr.


