hange der Kotſchna⸗Alpe. Er iſt grau, glänzend im Bruche, leicht zu ritzen, denn man kann ihn mit den Fingernägeln ſchaben. Seine Form iſt blättrig wie Schiefer.
Der Gips von Roſenbach bricht am Abhan⸗ ge des hohen Kum. Er iſt etwas lichter von Farbe.—
Der Pfarrer Maier zu Kupferzell, dieſer Apoſtel des Gipſes, trug durch ſeine Schriften uͤber Klee, Gips, Stallfütterung u. ſ. w. auch bei uns ſehr weſentlich zur Verbeſſerung der Land⸗ wirthſchaft bei. Die Ackerbaugeſellſchaft von Kärn⸗ then ernannte ihn zum Zeichen ihres Anerkennens ſeiner Verdienſte zu ihrem Mitgliede, und ein an⸗ deres würdiges Mitglied dieſer Geſellſchaft, der da— malige Pfleger zu Roſeck, Anton von Frode⸗ neck, verſuchte im Jahre 1777 zuerſt den Gips auf den Feldern von Roſeck, einem Gute des Für⸗ ſten von Roſenberg. Die von ihm angeſtellten Verſuche mit dieſem mineraliſchen Dünger fielen ſo vortheilhaft aus, daß man nach Gips ſuchte, und ihn auch im Roſenbacher Graben fand. Man er⸗ baute nun einen Stampf, und von hieraus ward lange Jahre der geringe. Bedarf des Landes an Gips befriedigt. Später entdeckte man den Gips⸗ bruch an der Kotſchna, der zu Feiſtritz geſtampft, und von da durch die vielen Frachter der dortigen Gegend nach Klagenfurt geliefert wird. Weil Feiſtrit um zwei Meilen näher bei Klagenfurt liegt als Roſenbach, und eine größere Konkurrenz von Frachtern in den zahlreichen Dörfern des un— tern Roſenthales vorhanden iſt, als in dem Gra⸗ ben von Roſenbach: ſo kann der Feiſtritzer Gips wohlfeiler nach Klagenfurt geſtellt werden, und dieſem Umſtande muß man es zuſchreiben, daß von dem letztern jetzt vielleicht achtmal ſo viel ver— kauft wird, als vom erſtern, denn ich weiß ſehr zuverläßig, daß der Stampf in Feiſtritz 4000 Zentner Gips im vergangenen Jahre aufgepocht, und verſchickt hat, während man in Roſenbach nur 750 Zentner verkaufte.
Man ſchätzt den Roſenbacher Gips allgemein für beſſer, und kräftiger wirkend als den letztern; allein man ſcheuet die größern Auslagen bei ſeinem
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Ankaufe, denn vom Roſenbacher Gips koſtet der Zentn. im Orte ſelbſt einen Guͤlden Silbergeld, während er in Feiſtrit um i fl. 40 kr. Papiergeld verkauft wird. überhaupt ſuchen die Eigenthümer der beiden Gips⸗ brüche einen zu großen Nutzen, und ſind dadurch ſelbſt eine ſehr weſentliche Urſache, daß der Gips weniger gebraucht wird, als er es verdient.
Daß es aber beim Gipſe, wie bei jeder an— dern Neuerung ein halbes Jahrhundert mindeſtens hergeht, bis man ſich von den Vortheilen deſſel⸗ ben, und ſeiner wahren Anwendung gehörig über⸗ zeugt, liegt in der Natur des gemeinen Land⸗ wirthes, der auf einem engen Raume begränzt, nicht weiß, was außer demſelben vorgeht, voll Eigendünkel jede Neuerung verſpottet, keine ver⸗ gleichenden Verſuche anſtellt, jede Auslage ſcheuet, nicht durch Schriften und Denken, und noch ſo bindige Beweiſe, ſondern einzig nur durch lang an⸗ haltende Anſchauung des Nutzens der Neuerung zur Nachahmung derſelben gereizt wird. Jetzt nach 40 Jahren fängt man erſt allgemein an, den Gips zu wurdigen: er iſt ein Wochenmarkts Artikel in Kla⸗ genfurt, und wird haufig in das Innthal, in das Krapfeld, und ſelbſt in das Lavantthal ver⸗ führt: und man darf mit Grund vermuthen, daß ſein Gebrauch ſich nun eben ſo ſchnell vergrößern wer⸗ de, wie die Cultur des Klees und der Kartoffeln ſich jetzt verbreitet, die Anfangs mit den gleichen Hin⸗ derniſſen zu kämpfen hatten.
Nur auf den Klee, und ſehr ſelten auf Wie⸗ ſen, wird bei uns Gips geſtreuet; denn wir
haben nicht Luzern und nicht Eſparſettfelder. Auf
Getreide hat man ihn mehrfaͤltig, und ich ſelbſt wiederholt verſucht, ohne daß ich und andere eine direkte nützliche Wirkung davon hätten be⸗ merken können: aber indirekt wirkt der Gips auf das nachfolgende Getreide äußerſt vortheilhaft, denn da er das Wachsihum des Klees nicht ſowohl in Stängeln und Blättern, als auch in den Wurzeln ſo ſehr befördert: ſo iſt der Acker der unmittel⸗ bar nach Klee mit irgend einer Saat beſtellt wird, als neu gedungt zu betrachten, indem die darin befindlichen großen und gedrängt bei einanderſte⸗ henden Wurzeln während ihres Verfaulens eine ſo
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